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Popkultur

Zeitsprung: Am 4.12.1993 stirbt der einzigartige Frank Zappa.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.12.1993.

von Timon Menge und Christof Leim

Was Frank Zappa in den 52 Jahren seines zu kurzen Lebens auf die Beine gestellt hat, lässt sich kaum begreifen. Mehr als 60 Platten veröffentlicht das Musikgenie vor seinem Tod, über 40 weitere Alben erscheinen posthum. Heute blicken wir auf sein höchst kreatives Leben zurück.


Hört hier in die besten Zappa-Songs rein:

Klickt auf „Listen“ für das volle Programm.


Am 21. Dezember 1940 kommt Zappa in Baltimore, Maryland zur Welt und wächst in einem multikulturellen Mehrgenerationenhaushalt auf. So stammen die Vorfahren seiner Mutter Rosemarie aus Italien und Frankreich, sein Vater Francis Vincent siedelt aus Italien in die USA über und bringt zudem griechische sowie arabische Wurzeln mit. Die italienische Sprache lernt Frank Zappa vor allem Dank seiner Großeltern, die mit der Familie zusammenleben; außerdem hat er drei jüngere Geschwister.

Sein Vater arbeitet in der Rüstungsindustrie, weshalb die Familie oft umziehen muss. Nach einigen Jahren in Florida heuert er in einer Firma für Chemiewaffen in der alten Heimat Baltimore an. Weil der Betrieb in der Nähe des Wohnhauses unter anderem Senfgas lagert, bunkern die Zappas sicherheitshalber Gasmasken — ein Umstand, der den zukünftigen Musiker Frank tief beeindruckt. Immer wieder nimmt er in seinen Songs Bezug auf Keime, biologische Kampfmittel und die Rüstungsindustrie im Allgemeinen.



Seine Begeisterung für Musik entdeckt Zappa schon während der High School. Zunächst faszinieren ihn moderne klassische Komponisten wie Edgard Varèse, Igor Stravinsky und Anton Webern. Zeitgleich findet er Gefallen an R&B- und Doo-Wop-Musik. In seiner Schulzeit komponiert er klassische Stücke und spielt in einer R&B-Band, zunächst als Schlagzeuger, dann als Gitarrist. Später erlernt er ein Instrument nach dem anderen und stellt jeden noch so ambitionierten Durchschnittsmusiker in den Schatten. So beherrscht Zappa auch Bass, Klavier und Percussion. Mit acht Armen hätte er also als ganze Band auftreten können.



1966 veröffentlichen Zappa und die Mothers Of Invention ihr Debüt Freak Out!. Das bahnbrechende Album setzt zwar auf klassische Rock’n’Roll-Songstrukturen, vermischt sie jedoch mit allerhand Verrücktheiten wie Improvisationen und Klangcollagen. Sogar Paul McCartney verrät in einem Interview, dass Freak Out! das legendäre Beatles-Opus Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band durchaus beeinflusst habe.



Die Mothers (wie die Band meist verkürzt genannt wird) lösen sich 1969 vorübergehend auf, im gleichen Jahr erscheint das erste Soloalbum Hot Rats. Und damit geht es erst los: Wollten wir sämtliche Werk aufzählen und kommentieren, müssten wir uns alle den Nachmittag frei nehmen. Zappa komponiert anscheinend durchgehend und findet immer neue Ausdrucksformen im musikalischen Bermudadreieck aus Rock, Jazz, freier Improvisation, Klassik und allerlei experimentellen Stilen – Fusion im reinsten Sinne. Die bissigen Sozialkommentare und satirischen, fast komödiantischen Texte wirken mitunter wie ein Gegensatz zum unfassbar hohen musikalischen Anspruch seiner Kompositionen. Zappa hat sogar indirekt mit der Entstehung des ikonischsten Riffs im harten Rock zu tun: Als als bei einem Schweizer Konzert der Mothers Of Invention ein Feuer ausbricht und Rauch über den Genfer See zieht, inspiriert das Deep Purple zu Smoke On The Water. (Die ganze Geschichte steht hier.)


Zwei der über 100 Alben, die Frank Zappa zu Lebzeiten und posthum veröffentlicht hat


Mit Apostrophe schafft er es 1974 sogar in die US-Top Ten, auch Over-Nite Sensation (1973) und Zoot Allures (1976) gehören zu den Standardwerken. Seinen größten Hit landet Zappa 1979 vor allem in Europa mit Bobby Brown (Goes Down). Der Song erscheint auf seinem 26. Album Sheik Yerbouti und handelt von einem wohlhabenden, frauenfeindlichen Studenten namens Bobby Brown, dem „süßesten Jungen der Stadt“. Der Text beschreibt Bobby, den Archetypen des amerikanischen Traums, dessen Weltbild gehörig ins Wanken gerät, als er sich auf ein sexuelles Verhältnis mit der lesbischen Frau „Freddie“ einlässt. Er zweifelt daraufhin an seiner Heterosexualität und verwandelt sich in einen schwulen Mann, der sein Geld mit Radiowerbung verdient. Kein Wunder, dass die US-amerikanischen Radiosender den Song nicht spielen wollten. Lustigerweise läuft das Stück in Ländern, in denen Englisch nur als Fremdsprache gesprochen wird, viel öfter.



Während seiner Karriere fühlt sich Zappa weder im Untergrund noch im Mainstream wohl. Statt sich fremden Regeln zu unterwerfen, schreibt er lieber seine eigenen, ob musikalisch, persönlich, geschäftlich oder politisch. Nicht selten liegt er im Streit mit Labels und anderen Geschäftspartnern. Seine Werke zeichnen sich nicht nur durch Klangexperimente, Improvisation und hohen Anspruch aus, sondern auch durch satirische Darstellungen der US-amerikanischen Kultur. Das Online-Portal AllMusic verleiht ihm sogar den Titel „Vater des Comedy Rock“. Seine Arbeit polarisiert durchaus: Während die Einen ihn für seine umfangreichen Kompositionen bewundern, werfen die Anderen ihm vor, seine Musik besitze keinen emotionalen Tiefgang und zu klinisch klängen die durchkonstruierten Arrangements.



In die Verzweiflung treibt Zappa vor allem Musikjournalisten. So lassen sich seine Veröffentlichungen schwer einsortieren, denn sie unterscheiden sich nicht nur untereinander stark; selbst auf ein und derselben Platte verarbeitet der Meisterkomponist die unterschiedlichsten Einflüsse und Stile. Des Weiteren gilt der Musiker als schwieriger Interviewpartner, wie zum Beispiel hier  nachgelesen werden kann.



Eine ganz eigene Einstellung vertritt Zappa zum Thema Drogen. Während die meisten Musiker diesbezüglich nicht als Kostverächter in Erscheinung treten, lehnt er den Konsum ab. Marihuana probiert er aus, kann sich aber nicht mit der Wirkung anfreunden. Seine Musiker lässt er allerdings an der langen Leine. Zwar wünscht er, dass die Bühne drogenfrei bleibt, doch was danach passiert, gehe ihn nichts an. Trotz (oder gerade wegen) seiner Abneigung engagiert sich Zappa für die Legalisierung und die Kontrolle von Drogen. Völlig lasterfrei bleibt er allerdings nicht: Der Musiker raucht wie ein Schlot und trinkt vermutlich mehr Kaffee als Wasser. Statt Drogen wird Sex zum großen Thema auf den Touren während der Siebziger, was sich immer wieder in den Texten niederschlägt und für Ärger mit Moralwächtern wie dem berüchtigten PMRC sorgt.


In seinen späten Jahren wendet sich Frank Zappa verstärkt der modernen Klassik zu und arbeitet viel mit dem Synclavier, einem frühen elektronischen Synthesizer, der jedwede musikalische Figur atomuhrgenau spielen kann, selbst wenn des Meisters Hirn sich mal wieder die wirrsten Takte aus Primzahlen ausgedacht hat.

Leider wird 1990 Prostatakrebs festgestellt, an dem der Ausnahmemusiker am 4. Dezember 1993 im Beisein seiner Ehefrau Gail und der vier Kinder verstirbt. Er wurde 52 Jahre alt. Am folgenden Tag wird er in Los Angeles in einem anonymen Grab beigesetzt, am 6. Dezember verkündet seine Familie: „Komponist Frank Zappa ist zu seiner letzten Tour aufgebrochen.“

Bis heute nimmt der Musiker Einfluss auf die Rock- und Popmusik, auch wenn sich sein kommerzieller Erfolg weitestgehend auf Europa und Asien beschränkt. In Nordamerika bleibt der große Durchbruch bis zum Schluss aus. Erst 1995, also zwei Jahre nach seinem Tod, wird er in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. 1997 bedenkt man ihn posthum mit dem „Grammy Lifetime Achievement Award“. Auch die Musikpresse überschlägt sich mit Lob: Im Rolling Stone belegt er etwa Platz 71 der „100 besten Musiker aller Zeiten“. Verdient. Gäbe es eine Rangliste der eigenwilligsten und eigenständigsten Künstler, stände er wohl ganz oben…


Zeitsprung: Am 14.3.1986 wird Frank Zappa zum Drogendealer – bei „Miami Vice“.

Popkultur

Zeitsprung: Am 5.2.1935 kommt Alex Harvey zur Welt.

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Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.2.1935.

von Timon Menge und Christof Leim

Besonders geradlinig verläuft die Karriere von Alex Harvey und seiner Sensational Alex Harvey Band nicht. Dennoch gehört der schottische Musiker zu den bekannteren Gesichtern der britischen Rockmusik der Siebziger. Heute hätte er Geburtstag gefeiert. 

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Alex Harvey anhören: 

Das Licht der Welt erblickt Alexander James Harvey am 5. Februar 1935 in einem Arbeiterstadtteil von Glasgow. Bevor er seinen Weg als professioneller Musiker einschlägt, jobbt er unter anderem als Kellner und als Dachdecker. Zeitweise graviert er sogar Grabsteine. Zu Beginn der Fünfziger begeistert er sich für Dixieland-Jazz und Skiffle, bevor er ab 1954 selbst die Bühnenbretter betritt.

Im Vorprogramm der Beatles

Ab 1958 reist Harvey mit seiner Big Soul Band durch England und Deutschland. Schnell entwickelt er sich zu einem der Aushängeschilder der britischen R&B-Szene, obwohl er auch Rocksongs zum Besten gibt. So spielt er am 20. Mai 1960 mit seiner Big Beat Band im Vorprogramm von Johnny Gentle And His Group. Hinter dem Kürzel „His Group“ verbirgt sich niemand Geringeres als die späteren Beatles, die zu jener Zeit noch aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Tommy Moore bestehen. Es handelt sich um den ersten Termin einer siebentägigen Schottland-Tour.

Hier tourt Alex Harvey mit. Eigentlich heißen die Beatles zu jener Zeit aber noch The Silver Beetles. Wer hat George sofort erkannt?, Foto: Buchcover

Gegen Ende der Sechziger versucht er es als Solokünstler, doch der Durchbruch bleibt aus. Der folgt dann zu Beginn der Siebziger, nach einem kleinen Umweg als Session-Musiker für die Londoner Inszenierung des Musicals Hair. Denn jetzt gründet er die Sensational Alex Harvey Band.

Die großen Erfolge

Mit der Gruppe bleibt Harvey während der gesamten Siebziger erfolgreich, steigt von 1976 bis 1978 allerdings kurzzeitig aus. Schon auf dem Debüt Framed (1972) liefert die Band Granaten wie Midnight Moses und den Titelsong Framed aus der Feder des Songschreiber-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller ab. Zeitgleich erobert der Glam Rock das Vereinigte Königreich und später auch den Rest Europas. Harvey und seine Mitmusiker greifen den Stil auf. So entdeckt er zu jener Zeit sein legendäres, schwarz-weiß-gestreiftes Shirt. Gitarrist Zal Cleminson setzt noch einen drauf und tritt in Pantomime-Schminke und gelb-grünem Overall auf.

Mit einer Coverversion des Tom-Jones-Songs Delilah landet die Band 1975 einen Top-Ten-Hit, auch der Song The Boston Tea Party (1976) feiert große Erfolge. 1978, kurz nach Harveys Rückkehr, erscheint mit Rock Drill das letzte Album der Band. Im Anschluss veröffentlicht er zwei weitere Soloplatten und geht ab 1979 wieder auf Tour. Doch leider stirbt Alex Harvey am 4. Februar 1982 einen Tag vor seinem 47. Geburtstag an Herzversagen. Er hinterlässt zwei Söhne, einen aus jeder seiner beiden Ehen.

Zeitsprung: Am 9.1.1975 endet die Geschichte der Beatles offiziell

 

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Popkultur

10 Songs von Alice Cooper, die man kennen sollte

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Alice Cooper
Foto: Grant Lamos IV/Getty Images

Schock-Schminke, Schauer-Schlangen und schreckenerregende Songtexte: Alice Cooper hat den Schockrock zwar nicht erfunden, doch er hat ihn als erster auf die Spitze getrieben. Seit knapp 60 Jahren steht er nun auf der Bühne. Diese zehn Songs gruseln uns bis heute — auf die gute Art!

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Alice Cooper anhören:

Ob Vincent Damon Furnier schon bei seiner Geburt am 4. Februar 1948 geschminkt war, ist nicht überliefert — doch wir gehen davon aus. Die Geschichte seiner ersten großen Band Alice Cooper reicht bis ins Jahr 1964 zurück. „In der Highschool haben uns alle gehasst“, erinnert er sich in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten. „Sehr lange Zeit mochte uns wirklich niemand.“ Das ändert sich Anfang der Siebziger, denn mit ihrer Single I’m Eighteen gelingt Alice Cooper der Durchbruch. In Windeseile erobert die Gruppe die Musikwelt; ab Mitte der Siebziger spielt Furnier seine Rolle als Alice Cooper solo weiter. „Ich wollte einen Charakter spielen, der so ist, wie ich mir den besten Rockstar aller Zeiten vorstelle“, erzählt er. „Also habe ich Alice so kreiert, wie ich das wollte: ein bisschen böse, lustig, total gruselig, aber auch elegant. Alice ist mein allerliebster Rockstar.“ Unserer auch! Das sind seine zehn besten Songs.

1. I’m Eighteen (1970)

„I’m eighteen and I like it“ — Selten wurde die Volljährigkeit mit mehr Begeisterung besungen. Ursprünglich handelte es sich bei I’m Eighteen um eine achtminütige Jam-Session, doch Produzent Bob Ezrin überredete Alice Cooper dazu, den Song auf drei Minuten einzudampfen. Zum Glück — acht(zig)minütige Jam-Sessions gab es in den Sechzigern nun wirklich genug.

2. Under My Wheels (1971)

Bei Under My Wheels handelt es sich um die erste Single vom vierten Alice-Cooper-Album Killer (1971). Seitdem hat er das Stück auf wirklich jeder(!) Tour zum Besten gegeben, weshalb Under My Wheels Platz drei von Coopers meistgespielten Live-Songs belegt. 1988 nahm Cooper die Nummer übrigens noch einmal auf, und zwar mit Guns N’ Roses. Im Gegenzug ist Cooper auch in The Garden von Use Your Illusion I zu hören.

3. School’s Out (1972)

Keinen Song hat Alice Cooper häufiger live gespielt: Mehr als 2.900(!) Mal war School’s Out auf den Konzerten des Schockrockers zu hören, also quasi acht Jahre lang jeden Tag einmal. Dass Cooper und sein Publikum so viel Freude an dem Stück haben, überrascht nicht. Schließlich hat er selbst einmal gesagt: „Die beiden schönsten Zeiten des Jahres sind der Weihnachtsmorgen und der Beginn der Sommerferien.“

4. No More Mr. Nice Guy (1973)

Wer hinter diesem Titel Autobiografisches vermutet, ist auf dem richtigen Weg. In No More Mr. Nice Guy beschäftigt sich Cooper mit den Reaktionen der Kirchengruppe seiner Mutter auf seine mitunter okkult-gruseligen Bühnenauftritte. „Jetzt gibt es keinen Weg zurück“, meint er mit dem Titel. Gut so! Was hätten wir in den vergangenen Jahrzehnten bloß ohne unsere Tante Alice gemacht.

5. He’s Back (The Man Behind The Mask) (1986)

Ganze 13 Jahre liegen zwischen dem vierten und dem fünften Song unserer Liste. 13 Jahre, in denen Alice Cooper erfolgreich solo durchstartete, aber auch heftig abstürzte. An manche seiner Alben aus den Achtzigern kann er sich aufgrund seines Drogen- und Alkoholkonsums noch nicht einmal erinnern. Dieser Titel passt also zu seinem Mini-Comeback 1986 — und zum Soundtrack des Films Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt.

6. Poison (1989)

Wann immer es um die größten Rockhymnen aller Zeiten geht, darf dieser Song nicht fehlen. In den Achtzigern hatte sich Alice Cooper durch seine Alkohol- und Drogeneskapaden beinahe selbst ins Aus geschossen, doch mit seinem 18. Studioalbum Trash gelang ihm der große Sprung zurück in den Mainstream. Bis heute handelt es sich um seine erfolgreichste Platte — und das nicht zuletzt aufgrund großer Hits wie Poison.

7. Bed Of Nails (1989)

Auch Bed Of Nails stammt von Coopers Über-Album Trash und geriet gleich hinter Poison zum zweiterfolgreichsten Song der Platte. Komponiert hat Cooper das Stück zusammen mit seinem Ex-Bassisten Kane Roberts, seinem Produzenten Desmond Child sowie mit Diane Warren, die nicht nur für Rockgrößen wie Elton John, Tina Turner und Aerosmith tätig war, sondern auch für Popstars wie Whitney Houston und Britney Spears.

8. Hey Stoopid (1991)

Hey Stoopid gehört nicht nur zu Alice Coopers berühmtesten Songs, sondern der Meister des Schockrock begrüßte für das Stück auch jede Menge Gaststars im Studio. Slash, Ozzy Osbourne, Steve Vai, Joe Satriani: Sie alle geben sich in der Nummer die Klinke in die Hand und unterstützen ihren Kumpel Alice bei seinem Rock’n’Roll-Auftrag. Die Botschaft des Songs: „Hey Dummerchen, lass das mit den Drogen doch einfach sein …“.

9. Snakebite (1991)

Wie oft Alice Cooper im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere von Schlangen gebissen wurde, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Doch wir wissen, dass es sich bei Snakebite um einen seiner allerbesten Songs handelt! Inhaltlich ist die Nummer quasi vertonter Machismo. „My face is tattooed in your shoulder / Your name is scratched into my bike“, singt Cooper darin. Na dann …

10. Feed My Frankenstein (1991)

Wer den Rockfilmklassiker Wayne’s World kennt, liebt bestimmt auch Feed My Frankenstein von Alice Cooper. Vor der legendären „Wir sind unwürdig!“-Szene besuchen die beiden Chaoten Wayne und Garth in dem Streifen nämlich ein Konzert des Schockrockers und kommen in den Genuss seiner damals brandneuen Single. Heute gehört die Nummer zu Coopers späten Klassikern — aus gutem Grund!

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Sechs Anekdoten, die nur aus dem Leben von Alice Cooper stammen können

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Popkultur

Zeitsprung: Am 4.2.1948 kommt Alice Cooper zur Welt. So viele Geschichten…

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.2.1948.

von Christof Leim

Der große Alice Cooper – Schocker Nr. 1 und wandlungsfähigster aller Rockstars – feiert am 4. Februar Geburtstag. Und der Mann macht keine Anstalten, sich zur Ruhe zu setzen. Seit sage und schreibe fünf Dekaden (!) erfreut er uns mit theatralischen Shows, Horrorgeschichten und vor allem mit hervorragender Krachmusik. Alice Cooper hat alles gesehen: Die abgedrehten Sechziger, exzessiven Siebziger und künstlichen Achtziger, die Verklemmtheit der Moralapostel und die Dekadenz des Rock’n’Roll. Himmel, der Mann hat Platten aufgenommen, an die er sich selbst nicht mehr erinnern kann. Er hat sich auf der Bühne köpfen lassen, mit Schlangen hantiert und eine ganze Latte an unsterblichen Hits produziert. Wir sagen: Happy Birthday, Alice, du Lieblingsfreak!

Dreht hier Alice Cooper auf und lest weiter:

Über Alice Cooper kann man Tausende Geschichten erzählen. Suchen wir uns die besten aus: Eigentlich heißt er ja Vincent Damon Furnier. Geboren wurde er am 4. Februar 1948 in Detroit geboren, und zwar als Sohn eines Pfarrers. Aus seiner ersten Krachkapelle, gegründet mit 16, wird über Umwege Alice Cooper. So heißt verwirrenderweise nicht nur die Band, sondern auch ihr Sänger. Im Song Be My Lover singt er Jahre später: „She asked me why the singer’s name was Alice/ I said listen, baby, you really wouldn’t understand.“

Zappa ist schuld

Den ersten Plattenvertrag bekommt Alice Cooper (die Band) von niemand Geringerem als Frank Zappa, weil der für sein Label Straight Records bizarre Musik sucht. Und „bizarr“, ja, das können die Jungs, denn ihre Songs klingen Ende der Sechziger abgedreht, theatralisch und ziemlich weit draußen. Angeblich hat Zappa die Musiker für „um sieben Uhr“ für ein Vorspiel zu sich bestellt. Als die fünf Zottel morgens (!) um sieben klingeln, zeigt sich der Altmeister beeindruckt: Wer so früh solchen Lärm machen will, besitzt Ehrgeiz. Die ersten Alben für Zappa heißen Pretties For You (1969) und Easy Action (1970) und schlagen beide keine großen Wellen.

Zeitsprung: Am 9.3.1971 erscheint „Love It To Death“ von Alice Cooper.

Dafür wird die Bühnenshow zusehends abgefahrener, so dass die Medien Notiz nehmen. Während alle von „Peace & Love“ singen, interessieren sich Alice Cooper für „Spaß, Sex, Tod und Geld“. Den ersten richtigen Hit kennt jeder: I’m Eighteen. Die Nummer stammt vom Album Love It To Death von 1971 und ist ein Evergreen der Rockwelt. Im gleichen Jahr erscheint Killer und sorgt für Skandale, auf der Bühne lässt sich Alice auf einem elektrischen Stuhl hinrichten.

Gratiswerbung durch Empörung

Mit School’s Out geht es 1972 dann ab: Die Platte verkauft sich dank des Titelsongs millionenfach. Die britische Moralaktivistin Mary Whitehouse will das Video dazu verbieten lassen, weswegen die Single prompt auf Platz eins in Großbritannien landet. Alice Cooper bedankt sich mit einem Blumenstrauß für die Extrawerbung. (Mary Whitehouse wird übrigens auch im Deep Purple-Song Mary Long besungen.) Zu Billion Dollar Babies (1973) gibt es geköpfte Babypuppen auf der Bühne, und wieder regen sich alle auf. Dafür kann der griffige Classic Rock kommerziell ordentlich punkten. Nach Muscle Of Love (ebenfalls 1973) bricht die Alice Cooper Band allerdings auseinander.

By Hunter Desportes [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Alice Cooper nutzt den Namen fortan als Solokünstler und veröffentlicht das Konzeptalbum Welcome To My Nightmare (1975), das auf den Alpträumen eines Kindes namens Steven basiert. Der Horrorfilm-Star Vincent Price fungiert als Erzähler, die Bühnenshow wird noch theatralischer. So gibt es zum Beispiel einen zweieinhalb Meter hohen Zyklopen, der den Sänger allabendlich köpft. Legendär ist natürlich der Auftritt in der Muppet Show.

Zeitsprung: Am 28.3.1978 besucht Alice Cooper die „Muppet Show“.

Zu viel Schnaps

Für Lace And Whiskey (1977) nimmt Cooper die Rolle des Privatdetektivs Maurice Escargot an. Der hat ein Alkoholproblem. Der echte Alice aber auch, und zwar so richtig. Angeblich konsumiert er pro Tag ein, zwei Kistchen Budweiser und eine Flasche Whiskey. Im berüchtigten Rainbow Bar & Grill auf dem Sunset Strip tagt er regelmäßig mit einem Säuferclub, den er Hollywood Vampires nennt. Mit dabei sind John Lennon, Ringo Starr und der legendäre Schluckspecht Keith Moon. Heute spielt Cooper mit Joe Perry (Aerosmith) und Johnny Depp (ja, der Schauspieler) in einer Coverband namens Hollywood Vampires.

Zeitsprung: Am 5.6.1977 gibt es einen Todesfall bei Alice Cooper – wegen einer Ratte.

Bei seinen Bühnenshows hantiert der Meister damals schon gerne mit Schlangen. Als eine im Sommer 1977 verstirbt, hält Cooper sogar Auditions für tierische Nachfolger. Für From The Inside (1978) wird Alice Cooper nochmal trocken, aber in den Achtzigern stürzt er ab: An gleich vier Platten von 1980 bis 1983 kann sich unser Mann nach eigenen Aussagen nicht erinnern. Und so klingen sie auch. Wer das mal nachschlagen will: Die Platten heißen Flush The Fashion, Special Forces, Zipper Catches Skin und DaDa. Aber Vorsicht, das ist kein leichter Stoff.

Zeitsprung: Am 25.8.1982 kann sich Alice Cooper nicht an sein neues Album erinnern.

Muskeln & Slasher-Filme

So langsam macht die Leber schlapp, also zieht Alice Cooper Mitte der Achtziger erfolgreich einen Entzug durch. Dekaden später scherzt er mit (ausgerechnet) Ozzy Osbourne darüber, dass er jetzt so langsam nüchtern wird. Musikalisch kehrt er 1986 fulminant mit Constrictor zurück, das sich sehr am toupierten Hard Rock der Zeit orientiert. An seiner Seite steht Kane Roberts, der aussieht wie Conan, der Barbar und eine Maschinengewehr-Gitarre spielt. Hach, die Achtziger, herrlich.

Zu dieser Zeit beginnt auch Coopers Affäre mit den damals populären Slasher-Filmen wie Friday The 13th und Nightmare On Elm Street. Mit He’s Back (The Man Behind The Mask) singt Alice sogar einen Song über den Killer Jason Voorhees aus Friday the 13th Part VI: Jason Lives. Die Horrorfilm-Ästhetik findet sich wieder in der Tourproduktion zu Raise Your Fist And Yell (1987), weswegen es in England und Deutschland Ärger und teilweise Zensur gibt. In London entgeht Cooper nur knapp dem Tod, als der Trick mit dem Galgen um ein Haar schief geht.

Zeitsprung: Am 7.4.1988 hängt sich Alice Cooper beinahe selber auf.

Platinregen

Mit Trash schießt Cooper 1989 dann durch die Stratosphäre. Die Platte verkauft sich dank der Megasingle Poison millionenfach. Musikalisch klingt das alles wie der Hard Rock der Zeit, also nach Bon Jovi, Aerosmith und Kiss. Was vielleicht daran liegt, das alle die gleichen Songwriter nutzen, vor allem Desmond Child. (Die Post, die der Mann von der GEMA bekommt, würden wir gerne mal sehen.) Damals ist natürlich auch Stammgast auf MTV. Auf Hey Stoopid (1991) trifft sich die A-Liga der Szene: Slash, Ozzy, Joe Satriani, Steve Vai und Nikki Sixx spielen, singen und schreiben alle mit. Coopers Kurzauftritt im Film Wayne’s World geht in die Rock-Folklore ein: „Wir sind unwürdig!“

Die Neunziger lässt Alice Cooper in Sachen Alben locker angehen, tourt aber weiter weltweit. Zwischen 1994 und 2017 veröffentlicht er acht weitere Platten, die sehr unterschiedlich ausfallen. Von einem comichaften Konzeptwerk (The Last Temptation, 1994) über düsteren Industrial-Metal (Brutal Planet, 2000) bis zu buntem Spaßrock (Dirty Diamonds, 2005 und Welcome 2 My Nightmare, 2011) ist alles dabei. Lobenswert, denn das hält die Sache interessant. 2017 erscheint das gelungene Paranormal, mit dem Cooper an seine Siebziger-Phase anknüpft und sogar teilweise von seiner ursprünglichen Band begleitet wird; 2021 folgt Detroit Stories.

Und sonst so? Alice Cooper ist ein leidenschaftlicher Golfer und gilt als Gentleman. Seit 1976 (!) führt der gläubige Christ eine Ehe mit der Tänzerin Sheryl Goddard, die beiden haben drei Kinder. Von seiner Bühnenfigur „Alice“ spricht er grundsätzlich in der dritten Person. Und die beiden haben anscheinend noch eine Menge vor…

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Zeitsprung: Am 22.11.1992 hilft Alice Cooper zwei Hausbesitzern.

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