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Popkultur

Zeitsprung: Am 18.7.1969 erscheint „The Soft Parade“ von den Doors.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 18.7.1969.

von Timon Menge und Christof Leim

Als die Doors 1968 die Arbeiten an ihrem vierten Album The Soft Parade aufnehmen, sind die Musiker ausgelaugt — vor allem Jim Morrison. Deshalb übernehmen Keyboarder Ray Manzarek und Produzent Paul A. Rothchild das Ruder. Am 18. Juli 1969 erscheint die Platte.

Hier könnt ihr euch die Platte anhören: 

Mitte 1968 gehören die Doors zu den erfolgreichsten Bands der USA. Mit ihrem dritten Album Waiting For The Sun gelingt der Gruppe um Frontmann Jim Morrison der endgültige Durchbruch, mühelos erreicht die Platte den ersten Platz der Billboard-Charts. Anschließend tourt die Band durch die größten Arenen der Staaten — und verbraucht eine Menge Energie.

Bereits während der Konzertreise und vor allem im direkten Anschluss müssen die Musiker schon wieder komponieren, um gleich den nächsten Wurf nachzulegen. Das macht vor allem Jim Morrison zu schaffen, der ohnehin angeschlagen ist. Zu sehr hat er sich auf das Spiel mit den Medien eingelassen, ein Skandal folgt auf den nächsten; die Aufmerksamkeit macht ihm zu schaffen, und er beginnt zu trinken. Wenig später leidet er unter Angstattacken und steht kurz vor dem Nervenzusammenbruch.

Das geht so weit, dass er darüber nachdenkt, die Doors zu verlassen. Er kann aber Keyboarder Ray Manzarek dazu überreden, das neue Album The Soft Parade weitestgehend im Alleingang fertig zu stellen. Im November 1968 geht die Band mit dem halbgaren Material ins Studio, um es dort einzuspielen, doch die Sessions ziehen sich bis Juni 1969. Weil es kaum verwertbare Songs gibt, greift sogar Produzent Paul A. Rothchild ein und übernimmt schließlich ebenfalls das Ruder.

Möchten 1968 unter schwierigsten Umständen die Grenzen der Rockmusik sprengen: The Doors

„Jim zur Arbeit zu bewegen, war wie Zähneziehen“, erinnert sich Toningenieur Bruce Botnick. „Echt bizarr. Der härteste Fall, den ich je erlebt habe.“ Rothchild hingegen leidet zu jener Zeit an einer Kokainsucht und nimmt die Doors kräftig in die Mangel, nicht zuletzt durch den Einfluss seines Beraters Jac Holzman, der den perfekten Ansatz darin sieht, die Gruppe „in den Boden zu stampfen“.

Die Musiker möchten es indes den Beatles und Jimi Hendrix gleichtun und die Grenzen dessen erweitern, was man unter Rockmusik versteht. Vor allem der Jazz-Einfluss von Schlagzeuger John Densmore und Keyboarder Ray Manzarek bahnt sich seinen Weg. „Wir haben immer darüber gesprochen, Jazzmusiker zu engagieren“, erinnert sich Manzarek. „Lasst uns Bläser und Streicher dazupacken und schauen, was dabei herauskommt!“

Am 18. Juli 1969 erscheint das Album schließlich und erreicht Platz sechs der US-amerikanischen Billboard-Charts. Woanders bleiben große kommerzielle Erfolge aus, Ihre konservativeren Fans stößt die Gruppe mit dem experimentellen Ansatz auf The Soft Parade vor den Kopf. Die erste Single Touch Me gehört allerdings bis heute zu den wohl bekanntesten Songs der Doors.

Unkonventionell, aber nicht uninteressant: The Soft Parade (1968)

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