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Popkultur

Zeitsprung: Am 19.7.1985 wird Joan Jett zum Glücksbringer für Boxer Mike Tyson

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 17.7.1992.

von Christof Leim

Gerade einmal 3000 Zuschauer passen in das Mid-Hudson Civic Center in der kleinen Stadt Poughkeepsie im Staat New York. In dieser Halle findet am 19. Juli 1985 der Boxkampf zwischen Mike Tyson und Larry Sims statt. Damals schickt sich Tyson gerade an, mit einem Knockout nach dem anderen zum König seiner Sportart zu werden. Sims hingegen hat schon mehrere Kämpfe verloren.


Der Tag beginnt für Tyson mit einem ganz speziellen Anruf: Rockikone Joan Jett meldet sich eigens in seinem Hotelzimmer, weckt den Boxer sogar auf und wünscht ihm Glück. Und Tyson gewinnt, in der dritten Runde schickt er Larry Sims auf die Bretter. Joan Jett wird so zum Glücksbringer für den abergläubischen Schwergewichtler. Deshalb bittet er die Musikerin, von nun an vor jedem Kampf anzurufen. Das tut sie tatsächlich: Jett klingelt durch, Tyson lässt es bei seinen Gegnern klingeln. Jahrelang halten die beiden Stars diese besondere Telefonbeziehung, währenddessen gewinnt Tyson am laufenden Band. Ihre Freundschaft wird sogar so eng, dass Joan Jett nur unter der Bedingung in eine Fotosession mit dem Magazin In Fashion einwilligt, dass Tyson ebenfalls dabei sein kann.


Alles läuft bestens – bis zum 11. Februar 1990. „Iron Mike“ hat inzwischen 37 Kämpfe bestritten, 33 davon durch K.O. gewonnen. Er gilt als unbesiegbar. Sein nächster Gegner heißt James Buster Douglas, ein als chancenlos eingestufter Underdog, der nun gegen den Boxweltmeister aller Klassen antritt. In der Arena in Tokyo schauen zehnmal so viele Zuschauer zu wie noch wenige Jahre zuvor in Poughkeepsie. Und eine weitere Sache ist anders: Joan Jett hat es zum ersten Mal seit dem 19. Juli 1985 nicht geschafft, ihren Freund Mike vor seinem Kampf anzurufen und ihm Glück zu wünschen. Also kommt es, wie es eigentlich nur in viel zu schnulzigen Filmen kommen muss: Tyson verliert tatsächlich zum ersten Mal in fünf Jahren. Manchmal ist die Realität eben doch nur so gut wie ein Hollywood-Streifen…


Doch die Freundschaft zwischen Musikerin und Muskelmann zerstört dieser Tiefschlag nicht: „Joan ist eine wunderbare Person“, erzählt Tyson noch viele Jahre später. Und sie sagt über ihn: „Er war immer so lieb zu mir.“ Gute Freunde kann eben nicht mal eine harte Rechte trennen.


Ach ja: Musik hat „Iron Mike“ auch noch ein bisschen gemacht…

…aber das kann Joan Jett womöglich besser.


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