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Popkultur

Zeitsprung: Am 23.7.2010 verlieren Kings Of Leon gegen Tauben

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 23.7.2010.

von Christof Leim

Man muss die Kings Of Leon nicht super finden. Man darf sie sogar, mit Verlaub, scheiße finden. Aber man sollte sich nicht darüber amüsieren, wenn eine Band durch zuviel, sagen wir, „Vogelpups“ von der Bühne vertrieben wird. Selbst wenn es doch ein bisschen lustig ist…


Hört hier in die besten Songs von Kings Of Leon rein:

Klickt auf „Listen“ für das volle Programm.


Am 23. Juli 2010 steht St. Louis, Missouri auf dem Tourplan der Kings Of Leon. Es läuft gut für die US-amerikanischen Alternative Rocker, denn für die Show wurde das riesige Verizon Amphitheatre gebucht, in dem bis zu 20.000 Fans Platz finden. Leider hat sich auch ein Schwarm Tauben unter dem Dach breit gemacht…


Wir stellen uns das jetzt so vor, dass die Vögel da oben entspannt rumhängen und genau das tun, was Tauben gemeinhin mit unzähligen Statuen, Denkmälern und anderen Gebilden tun, die sich unter ihnen befinden. Dürfen wir das Kind beim Namen nennen? Ja? Gut. Also: Die Vögel kacken von oben schlicht und ergreifend alles voll. Platsch.


Als die vier Musiker zum Song Closer die Bühne betreten, bemerken sie das Bombardement sofort, denn der Boden und die Effektpedale sind bereits „verziert“. Bassist Jared Followill wird im Laufe jedes der ersten drei Stücke getroffen. Bei 20 Songs auf der Setlist kann er sich so ausrechnen, dass er zum Ende des Sets von oben bis unten mit Taubenexkrement bedeckt sein würde. Wie viele der inkontinenten Viecher über ihm „aktiv“ sind, kann er nicht mal ahnen. „Das letzte, was ich da tun wollte, ist nach oben zu schauen“, erklärt er später.


Doch als eine der fliegenden Bomben ihn direkt am Mund trifft, ist, nun ja, die Kacke am Dampfen: Als selbsterklärter „Germophobe“ macht er das keine Sekunde länger mit. Weil es den anderen Kollegen nicht besser ergeht, bricht die Band vor dem vierten Song die Show ab.


Auf Twitter schreibt Drummer Nathan Followill dazu: „Es tut uns sehr leid, St. Louis. Wir mussten abhauen. Tauben haben in Jareds Mund geschissen, und das war einfach zu ungesund, um weiterzumachen. Lasst es nicht an ihm aus, die Schuld liegt bei der verdammten Halle. Mancher mag sich darüber freuen, angekackt zu werden, wir nicht.“ Das Management erklärt (zu Recht): „Als Jared am Mund getroffen wurde, konnten die Musiker nicht mehr weitermachen. Das ist nicht nur eklig, sondern auch gesundheitsgefährdend. Die Band hat wirklich versucht, das Konzert durchzuziehen.“


Ganz überraschend kommt der Luftangriff allerdings nicht: Die Betreiber hatten im Vorfeld vor einer „massiven Taubenplage während der Sommerzeit“ berichtet, aber versprochen, „alles zu tun, um damit fertig zu werden“. Das hat offensichtlich nicht geklappt. Auch der, ähm, „beschissene“ Anblick der Vorgruppen The Postelles und The Stills nach ihren Auftritten lässt keine Zweifel an den Aktivitäten unter dem Hallendach.  Es spricht für die Kings Of Leon, dass sie trotzdem durchziehen wollen, und man kann ihnen den Abbruch kaum verdenken. Vielleicht hat das Quartett manchmal einfach Pech: Im folgenden Jahr machen sie sich versehentlich bei der britischen Monarchie unbeliebt – im Tischtennis.


Es gibt sogar ein Video des Vorfalls von St. Louis. Vielleicht ist es ganz gut, dass man das Ausmaß nicht wirklich erkennen kann. Allerdings wirkt die Band doch deutlich unentspannt…


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