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Popkultur

Zeitsprung: Am 5.2.1964 kommt Duff McKagan von Guns N’ Roses zur Welt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.2.1964.

von Timon Menge und Christof Leim

Mit Guns N’ Roses räumt er alles ab, was es im Rock’n’Roll zu holen gibt. Als die Gruppe nach ihrem Höhepunkt in sich zusammenfällt, geht Duff McKagan neue Wege, gründet neue Bands, studiert, wird Kampfsportler und startet mit Velvet Revolver nochmal durch. Heutzutage steht er mit Guns N’ Roses wieder auf den größten Bühnen der Welt. Am 5. Februar feiert der Multiinstrumentalist seinen Geburtstag. Werfen wir einen Blick auf sein vielseitiges Leben.


Hört hier in die größten Hits von Guns N’ Roses rein:

Klickt auf „Listen“ für das gesamte Album.

Der wilde Ritt beginnt in einem Arbeiterstadtteil von Seattle, wo Duff am 5. Februar 1964 unter seinem bürgerlichen Namen Michael Andrew McKagan zur Welt kommt. Als jüngstes von acht Kindern lernt er schnell, sich durchzusetzen. Von seinem Bruder Bruce lernt er das Bassspiel. McKagan fühlt sich vor allem in der DIY-Szene des Punk zu Hause, seine erste Band The Vains gründet er 1979 mit 15. Und es wird nicht lange gefackelt: Ein Jahr später erscheint schon die Single School Jerks. Beteiligungen in Gruppen wie The Living (als Gitarrist), The Fastbacks (als Schlagzeuger), The Fartz (als Schlagzeuger) und später 10 Minute Warning (als Gitarrist) folgen.

Duff McKagans erste Veröffentlichung

Weil der Drogenkonsum in Seattle überhand nimmt, zieht der junge Musiker 1983 nach Los Angeles, wo er zunächst als Kellner in einem Steakhaus arbeitet. In einer Lokalzeitung entdeckt er die Annonce zweier Musiker, die gerade nach einem Bassisten suchen. Ihre Namen: Slash und Steven Adler. McKagan ruft die beiden an, das Trio gründet die Gruppe Road Crew, findet aber keinen Sänger. Schließlich steigt Slash frustriert aus.



Zwei Jahre später steigt McKagan bei einer jungen Gruppe namens Guns N’ Roses ein, deren Line-Up zu jener Zeit aus Sänger Axl Rose, Rhythmusgitarrist Izzy Stradlin, Leadgitarrist Tracii Guns und Schlagzeuger Rob Gardner besteht. McKagan selbst schnallt sich den Bass um. Als Guns und Gardner die Band verlassen, steigen McKagans alte Kollegen Slash und Steven Adler ein.

Guns N’ Roses und ein Bierfass in angemessener Größe

Schon nach wenigen Proben spielen die Musiker am 6. Juni 1985 ihren ersten gemeinsamen Gig im Troubadour in L.A. Von da an geht es Schlag auf Schlag, die Band mausert sich zum heißesten Rock’n’Roll-Phänomen, das der Sunset Strip zu bieten hat. Die fünf Straßenköter teilen eine Vorliebe für lauten, ungestümen Rock, bringen dabei aber unterschiedliche Schwerpunkte zusammen: Izzy liebt grundlegenden Stoff wie die Rolling Stones, Slash hat den klassischen Hard Rock mit all seinen Gitarrenhelden verinnerlicht, Steven war schon immer ein fanatischer Kiss-Fan, und Axl steht auf großes Songwriting von Queen oder Elton John. Und Duff McKagan? Der ist der Punk. Geradlinig, dreckig, authentisch.



Die Mischung funktioniert: Schon nach zwei Jahren erscheint Appetite For Destruction: Das furiose Debüt der jungen Band verkauft sich bis heute mehr als 30 Millionen Mal und genießt Diamant- sowie 18-fachen Platinstatus. Mit Use Your Illusion I und II veröffentlichen Guns N’ Roses 1991 gleich zwei starke Platten auf einmal, belegen zur selben Zeit Platz eins und zwei der US-Charts und touren im Anschluss 30 Monate lang um die Welt, unter anderem mit Metallica. Guns N’Roses um die Kernmitglieder Axl, Slash und Duff sind eine der größten Bands der Welt.

Bis heute der Megaseller von Guns N’ Roses: das Debüt Appetite For Destruction

1993 legt die Truppe einen kleinen stilistischen Schlenker ein mit The Spaghetti Incident?, das vor allem aus gecoverten Punksongs besteht. Kein Wunder, dass McKagan gleich vier der Stücke einsingt.  Noch im selben Jahr veröffentlicht er sein erstes Soloalbum Believe In Me, eine stilistisch bunte, etwas ungehobelte, aber charmante Angelegenheit. Hierfür versammelt er seine Bandkollegen Slash, Matt Sorum, Dizzy Reed und Gilby Clarke um sich, aber auch Leute von Skid Row, Lenny Kravitz und sogar Jeff Beck.



In all dieser Zeit lebt McKagan das Leben eines Rockstars, nämlich immer am Anschlag. Die heilige Dreifaltigkeit aus Sex, Drogen und Krachmusik. Mittlerweile müssen die Musiker zwar nicht mehr in verranzten Bruchbuden leben, doch Duff sieht immer noch ein bisschen so aus, als hätte er in einer Hecke geschlafen. Seine erste Ehe Ende der Achtziger geht nach zwei Jahren in die Brüche. Aufgrund seiner Vorliebe für hopfenhaltige Kaltgetränke bekommt McKagan den Spitznamen „The King Of Beers“ verpasst. In seiner Autobiografie behauptet er sogar, dass das Bier aus der Fernsehserie The Simpsons nach ihm benannt sei, was deren Macher Matt Groening als absurd bezeichnet. Als Reaktion wundert sich Duff darüber, dass seine Behauptung überhaupt in Frage gestellt wird, was er wiederum scherzhaft als absurd bezeichnet.

Am 10. Mai 1994 zahlt er jedoch den Preis für seinen übermäßigen Alkoholkonsum. Man liefert ihn ins Northwest Hospital And Medical Center in Seattle ein, weil seine Bauchspeicheldrüse die Größe eines Fußballs angenommen hat. Die Ärzte warnen ihn eindringlich, dass er keinen Monat mehr leben wird, wenn er nicht aufhört zu trinken. Der Schuss vor den Bug trägt Früchte: McKagan entsagt dem Alkohol und widmet sich stattdessen mit Nachdruck seinem Mountain Bike und der asiatischen Kampfkunst. Schmerzen spüren für die Genesung.



Um Guns N’ Roses wird es in dieser Zeit still. Die Rockwelt hat sich geändert, Nirvana hatten einen kurzen Höhenflug, doch einen würdigen Nachfolger für die Use Your Illusions zu schaffen, erweist sich weiterhin als monumentale Aufgabe. Von internen Streitigkeiten geplagt, kommt die Band dabei kaum einen Schritt vorwärts. Auch eine zweite Ehe zerbricht. Zum Ausgleich stellt McKagan die Supergroup Neurotic Outsiders zusammen, für die er Steve Jones von den Sex Pistols, John Taylor von Duran Duran und Matt Sorum rekrutiert. Die Gruppe veröffentlicht ein gleichnamiges Album, spielt eine Tour, löst sich allerdings 1997 wieder auf. Im gleichen Jahr werden McKagan und seine Herzdame (und heutige Ehefrau), das Model Susan Holmes, Eltern einer Tochter. Im August steigt er schließlich bei Guns N’ Roses aus. Wie es zu dieser Entscheidung kam, erklärt er in seiner Autobiografie: „Wir haben damals drei Jahre lang Miete für ein Studio gezahlt, ohne einen einzigen Song aufzunehmen. Guns N’ Roses konnten mir zu jener Zeit augenscheinlich nicht die Stabilität geben, die ich mir als junger Vater erhofft habe.“

Nach seinem Austritt zieht McKagan zurück nach Seattle, wo er seine alte Band 10 Minute Warning wiederbelebt. Mit Beautiful Disease soll 1999 außerdem sein zweites Soloalbum erscheinen, doch als die Plattenfirmen Geffen Records und Interscope Records fusionieren, gehen die Aufnahmen unter. Im Anschluss an den Rückschlag widmet sich McKagan seiner neuen Band Loaded, in der er unter anderem mit Dez Cadena von Black Flag und Taz Bentley von The Reverend Horton Heat spielt. 2002 steigt auch Dave Kushner von Electric Love Hogs ein, mit dem McKagan wenig später Velvet Revolver gründet. Slash, Matt Sorum und der inzwischen verstorbene Stone Temple Pilots-Frontmann Scott Weiland komplettieren das Line-Up der neuen Supergroup.



Bereits das Debüt von Velvet Revolver, Contraband, steigt 2004 auf Platz eins der US-Charts ein und verkauft sich bis heute mehr als zwei Millionen Mal. 2005 folgen drei Grammy-Nominierungen; die Single Slither wird für die „Best Hard Rock Performance“ ausgezeichnet. 2007 veröffentlicht die Band mit Libertad noch ein Album, das aber (zu Recht) nicht an den Erfolg seines Vorgängers anknüpfen kann. Wenig später gibt es auch noch Stunk mit Weiland, und die anderen Musiker setzen ihn vor die Tür.

McKagans zweiter großer Wurf: Velvet Revolver

Immer wieder beteiligt sich Duff McKagan an unterschiedlichen Projekten. So spielt er 2006 ein bisschen bei den Grunge-Legenden Alice In Chains mit, kurze Zeit später reanimiert er Loaded. 2010 heuert er bei Jane’s Addiction an, eine große Sache. Das findet auch McKagan: „Die Chance, Songs mit einer Gruppe wie Jane’s Addiction zu schreiben, sie aufzunehmen und vielleicht sogar live zu spielen, bekommt man nicht alle Tage. Ich respektiere die Band und die Musiker sehr.“ Nur wenige Monate nach McKagans Beitritt löst sich die Band allerdings auf.



Am 14. Oktober 2010 tritt Duff McKagan als Gast mit Guns N’ Roses auf, die zu jener Zeit im Wesentlichen aus Axl Rose bestehen. Anschließend nimmt er das dritte Album mit Loaded auf. Ab 2014 rücken McKagan und Rose wieder enger zusammen. Auch Slash ist wieder mit von der Partie, was schließlich zur großen Reunion und zur Not In This Lifetime-Tour führt.

Axl Rose und Duff McKagan während der Not In This Lifetime-Tour – Pic: Raph-PH/Wiki Commons

McKagan gehört zu den Menschen, denen niemals langweilig wird. Ob Musik oder Schriftstellerei: Der inzwischen cleane und topfitte Tausendsassa weiß sich zu beschäftigen. Wenn gerade einmal eine Lücke im Terminkalender klafft, berät der inzwischen studierte High School-Abbrecher reiche Musiker, was ihr Vermögen betrifft. Auch mit Worten weiß er umzugehen. Seit 2008 schreibt er eine wöchentliche Kolumne für SeattleWeekly.com, 2009 erscheint seine Arbeit im Playboy. Seit Anfang 2011 veröffentlicht er eine regelmäßige Kolumne auf ESPN.com, einer der größten Sport-Websites der USA. Mit It’s So Easy (And Other Lies) (2011) und How To Be A Man (And Other Illusions) (2015) schreibt er außerdem zwei Bücher.



Mit seiner Frau Susan Holmes hat Duff zwei Töchter: Grace Elizabeth (1997) und Mae Marie McKagan (2000). Die Familie wohnt in McKagans Heimatstadt Seattle. Inzwischen ist er clean, und sein Körper hat sich von den Strapazen des Rockstardaseins erholt. Mit Guns N’ Roses und anderen Bands steht er regelmäßig auf der Bühne und veröffentlicht fleißig Musik. Seit über 30 Jahren spielt er Gitarre, Schlagzeug und sein Hauptinstrument, den Bass. Hoffen wir, dass es noch lange so bleibt. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!


Titelfoto: Antje Naumann (AllSystemsRed) [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons

Zeitsprung: Am 27.8.1989 pinkelt Izzy Stradlin von Guns N’ Roses ins Flugzeug.

Popkultur

Zeitsprung: Am 5.2.1935 kommt Alex Harvey zur Welt.

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Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.2.1935.

von Timon Menge und Christof Leim

Besonders geradlinig verläuft die Karriere von Alex Harvey und seiner Sensational Alex Harvey Band nicht. Dennoch gehört der schottische Musiker zu den bekannteren Gesichtern der britischen Rockmusik der Siebziger. Heute hätte er Geburtstag gefeiert. 

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Alex Harvey anhören: 

Das Licht der Welt erblickt Alexander James Harvey am 5. Februar 1935 in einem Arbeiterstadtteil von Glasgow. Bevor er seinen Weg als professioneller Musiker einschlägt, jobbt er unter anderem als Kellner und als Dachdecker. Zeitweise graviert er sogar Grabsteine. Zu Beginn der Fünfziger begeistert er sich für Dixieland-Jazz und Skiffle, bevor er ab 1954 selbst die Bühnenbretter betritt.

Im Vorprogramm der Beatles

Ab 1958 reist Harvey mit seiner Big Soul Band durch England und Deutschland. Schnell entwickelt er sich zu einem der Aushängeschilder der britischen R&B-Szene, obwohl er auch Rocksongs zum Besten gibt. So spielt er am 20. Mai 1960 mit seiner Big Beat Band im Vorprogramm von Johnny Gentle And His Group. Hinter dem Kürzel „His Group“ verbirgt sich niemand Geringeres als die späteren Beatles, die zu jener Zeit noch aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Tommy Moore bestehen. Es handelt sich um den ersten Termin einer siebentägigen Schottland-Tour.

Hier tourt Alex Harvey mit. Eigentlich heißen die Beatles zu jener Zeit aber noch The Silver Beetles. Wer hat George sofort erkannt?, Foto: Buchcover

Gegen Ende der Sechziger versucht er es als Solokünstler, doch der Durchbruch bleibt aus. Der folgt dann zu Beginn der Siebziger, nach einem kleinen Umweg als Session-Musiker für die Londoner Inszenierung des Musicals Hair. Denn jetzt gründet er die Sensational Alex Harvey Band.

Die großen Erfolge

Mit der Gruppe bleibt Harvey während der gesamten Siebziger erfolgreich, steigt von 1976 bis 1978 allerdings kurzzeitig aus. Schon auf dem Debüt Framed (1972) liefert die Band Granaten wie Midnight Moses und den Titelsong Framed aus der Feder des Songschreiber-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller ab. Zeitgleich erobert der Glam Rock das Vereinigte Königreich und später auch den Rest Europas. Harvey und seine Mitmusiker greifen den Stil auf. So entdeckt er zu jener Zeit sein legendäres, schwarz-weiß-gestreiftes Shirt. Gitarrist Zal Cleminson setzt noch einen drauf und tritt in Pantomime-Schminke und gelb-grünem Overall auf.

Mit einer Coverversion des Tom-Jones-Songs Delilah landet die Band 1975 einen Top-Ten-Hit, auch der Song The Boston Tea Party (1976) feiert große Erfolge. 1978, kurz nach Harveys Rückkehr, erscheint mit Rock Drill das letzte Album der Band. Im Anschluss veröffentlicht er zwei weitere Soloplatten und geht ab 1979 wieder auf Tour. Doch leider stirbt Alex Harvey am 4. Februar 1982 einen Tag vor seinem 47. Geburtstag an Herzversagen. Er hinterlässt zwei Söhne, einen aus jeder seiner beiden Ehen.

Zeitsprung: Am 9.1.1975 endet die Geschichte der Beatles offiziell

 

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Popkultur

10 Songs von Alice Cooper, die man kennen sollte

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Alice Cooper
Foto: Grant Lamos IV/Getty Images

Schock-Schminke, Schauer-Schlangen und schreckenerregende Songtexte: Alice Cooper hat den Schockrock zwar nicht erfunden, doch er hat ihn als erster auf die Spitze getrieben. Seit knapp 60 Jahren steht er nun auf der Bühne. Diese zehn Songs gruseln uns bis heute — auf die gute Art!

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Alice Cooper anhören:

Ob Vincent Damon Furnier schon bei seiner Geburt am 4. Februar 1948 geschminkt war, ist nicht überliefert — doch wir gehen davon aus. Die Geschichte seiner ersten großen Band Alice Cooper reicht bis ins Jahr 1964 zurück. „In der Highschool haben uns alle gehasst“, erinnert er sich in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten. „Sehr lange Zeit mochte uns wirklich niemand.“ Das ändert sich Anfang der Siebziger, denn mit ihrer Single I’m Eighteen gelingt Alice Cooper der Durchbruch. In Windeseile erobert die Gruppe die Musikwelt; ab Mitte der Siebziger spielt Furnier seine Rolle als Alice Cooper solo weiter. „Ich wollte einen Charakter spielen, der so ist, wie ich mir den besten Rockstar aller Zeiten vorstelle“, erzählt er. „Also habe ich Alice so kreiert, wie ich das wollte: ein bisschen böse, lustig, total gruselig, aber auch elegant. Alice ist mein allerliebster Rockstar.“ Unserer auch! Das sind seine zehn besten Songs.

1. I’m Eighteen (1970)

„I’m eighteen and I like it“ — Selten wurde die Volljährigkeit mit mehr Begeisterung besungen. Ursprünglich handelte es sich bei I’m Eighteen um eine achtminütige Jam-Session, doch Produzent Bob Ezrin überredete Alice Cooper dazu, den Song auf drei Minuten einzudampfen. Zum Glück — acht(zig)minütige Jam-Sessions gab es in den Sechzigern nun wirklich genug.

2. Under My Wheels (1971)

Bei Under My Wheels handelt es sich um die erste Single vom vierten Alice-Cooper-Album Killer (1971). Seitdem hat er das Stück auf wirklich jeder(!) Tour zum Besten gegeben, weshalb Under My Wheels Platz drei von Coopers meistgespielten Live-Songs belegt. 1988 nahm Cooper die Nummer übrigens noch einmal auf, und zwar mit Guns N’ Roses. Im Gegenzug ist Cooper auch in The Garden von Use Your Illusion I zu hören.

3. School’s Out (1972)

Keinen Song hat Alice Cooper häufiger live gespielt: Mehr als 2.900(!) Mal war School’s Out auf den Konzerten des Schockrockers zu hören, also quasi acht Jahre lang jeden Tag einmal. Dass Cooper und sein Publikum so viel Freude an dem Stück haben, überrascht nicht. Schließlich hat er selbst einmal gesagt: „Die beiden schönsten Zeiten des Jahres sind der Weihnachtsmorgen und der Beginn der Sommerferien.“

4. No More Mr. Nice Guy (1973)

Wer hinter diesem Titel Autobiografisches vermutet, ist auf dem richtigen Weg. In No More Mr. Nice Guy beschäftigt sich Cooper mit den Reaktionen der Kirchengruppe seiner Mutter auf seine mitunter okkult-gruseligen Bühnenauftritte. „Jetzt gibt es keinen Weg zurück“, meint er mit dem Titel. Gut so! Was hätten wir in den vergangenen Jahrzehnten bloß ohne unsere Tante Alice gemacht.

5. He’s Back (The Man Behind The Mask) (1986)

Ganze 13 Jahre liegen zwischen dem vierten und dem fünften Song unserer Liste. 13 Jahre, in denen Alice Cooper erfolgreich solo durchstartete, aber auch heftig abstürzte. An manche seiner Alben aus den Achtzigern kann er sich aufgrund seines Drogen- und Alkoholkonsums noch nicht einmal erinnern. Dieser Titel passt also zu seinem Mini-Comeback 1986 — und zum Soundtrack des Films Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt.

6. Poison (1989)

Wann immer es um die größten Rockhymnen aller Zeiten geht, darf dieser Song nicht fehlen. In den Achtzigern hatte sich Alice Cooper durch seine Alkohol- und Drogeneskapaden beinahe selbst ins Aus geschossen, doch mit seinem 18. Studioalbum Trash gelang ihm der große Sprung zurück in den Mainstream. Bis heute handelt es sich um seine erfolgreichste Platte — und das nicht zuletzt aufgrund großer Hits wie Poison.

7. Bed Of Nails (1989)

Auch Bed Of Nails stammt von Coopers Über-Album Trash und geriet gleich hinter Poison zum zweiterfolgreichsten Song der Platte. Komponiert hat Cooper das Stück zusammen mit seinem Ex-Bassisten Kane Roberts, seinem Produzenten Desmond Child sowie mit Diane Warren, die nicht nur für Rockgrößen wie Elton John, Tina Turner und Aerosmith tätig war, sondern auch für Popstars wie Whitney Houston und Britney Spears.

8. Hey Stoopid (1991)

Hey Stoopid gehört nicht nur zu Alice Coopers berühmtesten Songs, sondern der Meister des Schockrock begrüßte für das Stück auch jede Menge Gaststars im Studio. Slash, Ozzy Osbourne, Steve Vai, Joe Satriani: Sie alle geben sich in der Nummer die Klinke in die Hand und unterstützen ihren Kumpel Alice bei seinem Rock’n’Roll-Auftrag. Die Botschaft des Songs: „Hey Dummerchen, lass das mit den Drogen doch einfach sein …“.

9. Snakebite (1991)

Wie oft Alice Cooper im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere von Schlangen gebissen wurde, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Doch wir wissen, dass es sich bei Snakebite um einen seiner allerbesten Songs handelt! Inhaltlich ist die Nummer quasi vertonter Machismo. „My face is tattooed in your shoulder / Your name is scratched into my bike“, singt Cooper darin. Na dann …

10. Feed My Frankenstein (1991)

Wer den Rockfilmklassiker Wayne’s World kennt, liebt bestimmt auch Feed My Frankenstein von Alice Cooper. Vor der legendären „Wir sind unwürdig!“-Szene besuchen die beiden Chaoten Wayne und Garth in dem Streifen nämlich ein Konzert des Schockrockers und kommen in den Genuss seiner damals brandneuen Single. Heute gehört die Nummer zu Coopers späten Klassikern — aus gutem Grund!

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Sechs Anekdoten, die nur aus dem Leben von Alice Cooper stammen können

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Popkultur

Zeitsprung: Am 4.2.1948 kommt Alice Cooper zur Welt. So viele Geschichten…

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.2.1948.

von Christof Leim

Der große Alice Cooper – Schocker Nr. 1 und wandlungsfähigster aller Rockstars – feiert am 4. Februar Geburtstag. Und der Mann macht keine Anstalten, sich zur Ruhe zu setzen. Seit sage und schreibe fünf Dekaden (!) erfreut er uns mit theatralischen Shows, Horrorgeschichten und vor allem mit hervorragender Krachmusik. Alice Cooper hat alles gesehen: Die abgedrehten Sechziger, exzessiven Siebziger und künstlichen Achtziger, die Verklemmtheit der Moralapostel und die Dekadenz des Rock’n’Roll. Himmel, der Mann hat Platten aufgenommen, an die er sich selbst nicht mehr erinnern kann. Er hat sich auf der Bühne köpfen lassen, mit Schlangen hantiert und eine ganze Latte an unsterblichen Hits produziert. Wir sagen: Happy Birthday, Alice, du Lieblingsfreak!

Dreht hier Alice Cooper auf und lest weiter:

Über Alice Cooper kann man Tausende Geschichten erzählen. Suchen wir uns die besten aus: Eigentlich heißt er ja Vincent Damon Furnier. Geboren wurde er am 4. Februar 1948 in Detroit geboren, und zwar als Sohn eines Pfarrers. Aus seiner ersten Krachkapelle, gegründet mit 16, wird über Umwege Alice Cooper. So heißt verwirrenderweise nicht nur die Band, sondern auch ihr Sänger. Im Song Be My Lover singt er Jahre später: „She asked me why the singer’s name was Alice/ I said listen, baby, you really wouldn’t understand.“

Zappa ist schuld

Den ersten Plattenvertrag bekommt Alice Cooper (die Band) von niemand Geringerem als Frank Zappa, weil der für sein Label Straight Records bizarre Musik sucht. Und „bizarr“, ja, das können die Jungs, denn ihre Songs klingen Ende der Sechziger abgedreht, theatralisch und ziemlich weit draußen. Angeblich hat Zappa die Musiker für „um sieben Uhr“ für ein Vorspiel zu sich bestellt. Als die fünf Zottel morgens (!) um sieben klingeln, zeigt sich der Altmeister beeindruckt: Wer so früh solchen Lärm machen will, besitzt Ehrgeiz. Die ersten Alben für Zappa heißen Pretties For You (1969) und Easy Action (1970) und schlagen beide keine großen Wellen.

Zeitsprung: Am 9.3.1971 erscheint „Love It To Death“ von Alice Cooper.

Dafür wird die Bühnenshow zusehends abgefahrener, so dass die Medien Notiz nehmen. Während alle von „Peace & Love“ singen, interessieren sich Alice Cooper für „Spaß, Sex, Tod und Geld“. Den ersten richtigen Hit kennt jeder: I’m Eighteen. Die Nummer stammt vom Album Love It To Death von 1971 und ist ein Evergreen der Rockwelt. Im gleichen Jahr erscheint Killer und sorgt für Skandale, auf der Bühne lässt sich Alice auf einem elektrischen Stuhl hinrichten.

Gratiswerbung durch Empörung

Mit School’s Out geht es 1972 dann ab: Die Platte verkauft sich dank des Titelsongs millionenfach. Die britische Moralaktivistin Mary Whitehouse will das Video dazu verbieten lassen, weswegen die Single prompt auf Platz eins in Großbritannien landet. Alice Cooper bedankt sich mit einem Blumenstrauß für die Extrawerbung. (Mary Whitehouse wird übrigens auch im Deep Purple-Song Mary Long besungen.) Zu Billion Dollar Babies (1973) gibt es geköpfte Babypuppen auf der Bühne, und wieder regen sich alle auf. Dafür kann der griffige Classic Rock kommerziell ordentlich punkten. Nach Muscle Of Love (ebenfalls 1973) bricht die Alice Cooper Band allerdings auseinander.

By Hunter Desportes [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Alice Cooper nutzt den Namen fortan als Solokünstler und veröffentlicht das Konzeptalbum Welcome To My Nightmare (1975), das auf den Alpträumen eines Kindes namens Steven basiert. Der Horrorfilm-Star Vincent Price fungiert als Erzähler, die Bühnenshow wird noch theatralischer. So gibt es zum Beispiel einen zweieinhalb Meter hohen Zyklopen, der den Sänger allabendlich köpft. Legendär ist natürlich der Auftritt in der Muppet Show.

Zeitsprung: Am 28.3.1978 besucht Alice Cooper die „Muppet Show“.

Zu viel Schnaps

Für Lace And Whiskey (1977) nimmt Cooper die Rolle des Privatdetektivs Maurice Escargot an. Der hat ein Alkoholproblem. Der echte Alice aber auch, und zwar so richtig. Angeblich konsumiert er pro Tag ein, zwei Kistchen Budweiser und eine Flasche Whiskey. Im berüchtigten Rainbow Bar & Grill auf dem Sunset Strip tagt er regelmäßig mit einem Säuferclub, den er Hollywood Vampires nennt. Mit dabei sind John Lennon, Ringo Starr und der legendäre Schluckspecht Keith Moon. Heute spielt Cooper mit Joe Perry (Aerosmith) und Johnny Depp (ja, der Schauspieler) in einer Coverband namens Hollywood Vampires.

Zeitsprung: Am 5.6.1977 gibt es einen Todesfall bei Alice Cooper – wegen einer Ratte.

Bei seinen Bühnenshows hantiert der Meister damals schon gerne mit Schlangen. Als eine im Sommer 1977 verstirbt, hält Cooper sogar Auditions für tierische Nachfolger. Für From The Inside (1978) wird Alice Cooper nochmal trocken, aber in den Achtzigern stürzt er ab: An gleich vier Platten von 1980 bis 1983 kann sich unser Mann nach eigenen Aussagen nicht erinnern. Und so klingen sie auch. Wer das mal nachschlagen will: Die Platten heißen Flush The Fashion, Special Forces, Zipper Catches Skin und DaDa. Aber Vorsicht, das ist kein leichter Stoff.

Zeitsprung: Am 25.8.1982 kann sich Alice Cooper nicht an sein neues Album erinnern.

Muskeln & Slasher-Filme

So langsam macht die Leber schlapp, also zieht Alice Cooper Mitte der Achtziger erfolgreich einen Entzug durch. Dekaden später scherzt er mit (ausgerechnet) Ozzy Osbourne darüber, dass er jetzt so langsam nüchtern wird. Musikalisch kehrt er 1986 fulminant mit Constrictor zurück, das sich sehr am toupierten Hard Rock der Zeit orientiert. An seiner Seite steht Kane Roberts, der aussieht wie Conan, der Barbar und eine Maschinengewehr-Gitarre spielt. Hach, die Achtziger, herrlich.

Zu dieser Zeit beginnt auch Coopers Affäre mit den damals populären Slasher-Filmen wie Friday The 13th und Nightmare On Elm Street. Mit He’s Back (The Man Behind The Mask) singt Alice sogar einen Song über den Killer Jason Voorhees aus Friday the 13th Part VI: Jason Lives. Die Horrorfilm-Ästhetik findet sich wieder in der Tourproduktion zu Raise Your Fist And Yell (1987), weswegen es in England und Deutschland Ärger und teilweise Zensur gibt. In London entgeht Cooper nur knapp dem Tod, als der Trick mit dem Galgen um ein Haar schief geht.

Zeitsprung: Am 7.4.1988 hängt sich Alice Cooper beinahe selber auf.

Platinregen

Mit Trash schießt Cooper 1989 dann durch die Stratosphäre. Die Platte verkauft sich dank der Megasingle Poison millionenfach. Musikalisch klingt das alles wie der Hard Rock der Zeit, also nach Bon Jovi, Aerosmith und Kiss. Was vielleicht daran liegt, das alle die gleichen Songwriter nutzen, vor allem Desmond Child. (Die Post, die der Mann von der GEMA bekommt, würden wir gerne mal sehen.) Damals ist natürlich auch Stammgast auf MTV. Auf Hey Stoopid (1991) trifft sich die A-Liga der Szene: Slash, Ozzy, Joe Satriani, Steve Vai und Nikki Sixx spielen, singen und schreiben alle mit. Coopers Kurzauftritt im Film Wayne’s World geht in die Rock-Folklore ein: „Wir sind unwürdig!“

Die Neunziger lässt Alice Cooper in Sachen Alben locker angehen, tourt aber weiter weltweit. Zwischen 1994 und 2017 veröffentlicht er acht weitere Platten, die sehr unterschiedlich ausfallen. Von einem comichaften Konzeptwerk (The Last Temptation, 1994) über düsteren Industrial-Metal (Brutal Planet, 2000) bis zu buntem Spaßrock (Dirty Diamonds, 2005 und Welcome 2 My Nightmare, 2011) ist alles dabei. Lobenswert, denn das hält die Sache interessant. 2017 erscheint das gelungene Paranormal, mit dem Cooper an seine Siebziger-Phase anknüpft und sogar teilweise von seiner ursprünglichen Band begleitet wird; 2021 folgt Detroit Stories.

Und sonst so? Alice Cooper ist ein leidenschaftlicher Golfer und gilt als Gentleman. Seit 1976 (!) führt der gläubige Christ eine Ehe mit der Tänzerin Sheryl Goddard, die beiden haben drei Kinder. Von seiner Bühnenfigur „Alice“ spricht er grundsätzlich in der dritten Person. Und die beiden haben anscheinend noch eine Menge vor…

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Zeitsprung: Am 22.11.1992 hilft Alice Cooper zwei Hausbesitzern.

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