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Popkultur

10 Dinge, die du noch nicht über Slayer wusstest

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Slayer zum Beginn ihrer Karriere. Foto: Chris Walter/WireImage/Getty Images

Bollwerk der Aggression: Slayer vertonen seit 40 Jahren menschliches Unvermögen und das Scheitern unserer Spezies. Neben jeder Menge Höllenlärm hat die Karriere der Thrash-Metal-Götzen aber auch die eine oder andere Überraschung zu bieten.

von Björn Springorum

Die Chronisten der Metal-Welt haben wenige Themen so gut aufgearbeitet wie die Karriere von Slayer. Das letzte Wort in Sachen Thrash Metal hat mit seinem versengenden Sound unfassbare 20 Millionen Platten verkauft und dem Genre nicht nur Geburtshilfe geleistet, sondern die entscheidenden Impulse geliefert, die es bis heute zum Überleben braucht. Von den Bühnen mögen sich die Kalifornier inzwischen verabschiedet haben; ihr Vermächtnis wird uns alle überdauern. Dazu gehören auch diese zehn wilden Geschichten, die man so vielleicht noch nicht gehört hat. Hoffen wir. Bei Slayer-Fans weiß man eben nie.

1. Slayer retten eine Katze

Als Slayer 2014 durch die USA touren, machen sie Halt im St. Elmo Steakhouse in Indianapolis. Ein Obdachloser wollte ihnen eine kleine Katze für einen Dollar verkaufen, die Band schlägt sofort zu und gibt sie in die vertrauensvollen Hände ihres Tourmanagerassistenten. Der sorgt noch in Indianapolis dafür, dass die Katze ein neues Zuhause bekommt. Die neuen Besitzer bedanken sich artig bei den infernalisch lauten Tierfreunden und nennen sie Gypsy.

2. Nächtliche Messen

Die ersten beiden Slayer-Platten Show No Mercy und Hell Awaits sind rohe, geifernde Exempel ihres frühen Furors. Passenderweise wurden sie nachts aufgenommen, was allerdings andere Gründe hat, als man vermuten würde: Die Band finanzierte die ersten beiden Alben selbst – und nachts war Studiozeit einfach am billigsten. Gar nicht mal so satanisch…

3. Kerrys Hunde

Kerry King zählt zu den besten und wichtigsten Metal-Gitarristen. In seiner Freizeit geht er eher ungewöhnliche Wege: Er züchtet Hunde und Schlangen. Immer nur diese laute Musik, da braucht man schon mal Abwechslung.

4. Wie jetzt, Rückwärtsbotschaften?

Die Mär von den versteckten Teufelsbotschaften auf Rockplatten ist so alt wie die Musik selbst. Recht skurril mag es da wirken, dass sich eine allein optisch vor Satanismus und Okkultismus nur so triefende Band tatsächlich die Mühe macht, auch so eine rückwärts aufgenommene Nachricht aufzunehmen. Doch genau das tun sie im Intro zu Hell Awaits: 45-mal „Join us“, dann „Welcome back“. Warum auch immer.

5. Das hässliche Cover

Im Thrash Metal ist Reign In Blood, Slayers 28-minütige Tour de force, bis heute der Goldstandard. Mindestens ebenso kultisch verehrt wie die Musik wird das ikonische Artwork des politischen Zeichners Lawrence Carroll. Im chimärenhaften Albtraumstil von Hieronymus Bosch zeigt es eine Ziege auf einem Thron, einen Dämon, einen Mann mit Papstmütze und einen hohen Bodycount. Soweit, so ikonisch. Slayer sehen das anfangs anders: Als sie das Bild das erste Mal sehen, finden es alle abstoßend und können sich nicht vorstellen, es jemals für ihr drittes Album zu verwenden. Schon ganz gut, dass sie es sich noch mal anders überlegt haben.

6. War das schon alles?

Alles an Reign In Blood ist legendär. Sogar die fast schon freche Spielzeit von 28 Minuten. Sicher, in diesen 28 Minuten ist alles gesagt, das ganze Album ist unheimlich auf den Punkt gespielt, eine kurze, aber verheerende Eruption. Doch das witzige ist: Die Band hatte gar keine Ahnung, dass die Platte so kurz ist. Uns war völlig egal, wie lang ein Song ist, solange es ein guter Song ist“, sagte Tom Araya später. „Erst als wir das Album mixten stellten wir fest: Shit, 28 Minuten?! Sind das wirklich alle Songs?“ Gestört hat es bis heute niemanden.

7. Hip-Hop über alles

Reign In Blood, die dritte: Obwohl man Rick Rubin heute längst als Produzentengott mit reichlich Heavy Metal im Portfolio kennt, liegen seine Anfänge im Hip-Hop. Seine Plattenfirma Def Jam Recordings war Mitte der Achtziger ein reines Hip-Hop-Label mit Artists wie Run DMC oder LL Cool J. Doch Rubin, der die Band mal bei einem Konzert in New York gesehen hatte, war so begeistert von Slayer, dass er sie überzeugen konnte, von Metal Blade zu ihm zu wechseln. Visionär und wegweisend – und der Grundstein für ihre spätere Zusammenarbeit mit Ice-T.

8. Kurztrip mit Megadeth

Nach einer US-Tour 1984 steigt Kerry King kurzzeitig als Gitarrist bei einer neuen Band ein. Ihr Name: Megadeth. Dave Mustaine, besessen davon, es seinen ehemaligen Kollegen von Metallica heimzuzahlen, will unbedingt, dass King als festes Mitglied einsteigt. Doch der findet, dass ihn Megadeth zu viel Zeit kostet und steigt nach ein paar Shows wieder aus. Danach herrscht zwischen den Bands jahrelang eisiges Schweigen.

9. Slayer am Klavier

Raining Blood gehört zu den am häufigsten gecoverten Songs der Metal-Welt. Wahrscheinlich gibt es auf diesem Planeten keine Nachwuchsmetalband, die sich in ihrem Proberaum nicht an der überlegenen Härte und Aggression dieses Stücks abgearbeitet hat. Zu den eher ungewöhnlichen Interpretationen gehört zweifellos die Version von Tori Amos. Ja, die Tori Amos! Und wie immer liefert sie ab. Im ganz großen Stil.

10. Californication

Hank Moody, der infame Held der Serie Californication, schreibt Romane. Die Titel seiner Bücher entlehnt er Slayer-Songs: God Hates Us All, South Of Heaven und Seasons In The Abyss. Macht ihn ja ein klein wenig sympathischer.

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Zeitsprung: Am 31.1.1964 kommt Jeff Hanneman von Slayer zur Welt.

 

 

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