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Popkultur

10 Songs, die das Landleben beschreiben

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Von der Gerüchteküche zum Gemüsegarten. Egal ob Vorort, Kleinstadt oder richtiges Dorf: Lebt man nicht im direkten Einzugsgebiet einer Großstadt, dann ticken die Uhren anders. Was sind die Vor- und Nachteile des Landlebens, was macht es dort so lebenswert und was macht es manchmal unerträglich? Mit diesen zehn Songs wägen wir die Argumente gegeneinander ab.


Hört hier in unsere 10 Songs, die das Landleben beschreiben, rein:

Für die ganze Playlist klickt auf „Listen“.

1. Crosby, Stills, Nash & Young – Our House

Was gibt es Schöneres und Wertvolleres als die eigenen vier Wände? Ganz einfach: Zusätzlich ein eigenes Dach, einen eigenen Keller, einen eigenen Garten. Ein eigenes Haus kann der Himmel auf Erden sein, davon kann so mancher Städter nur träumen. An einem ruhigen Nachmittag ca. 1969 setzte sich Graham Nash ans Klavier von Joni Mitchell, mit der er zwei Jahre lang in ihrem Haus am Rand von Los Angeles lebte, und schrieb diesen Song über den Alltag von ganz normalen Leuten in ihrem trauten Heim. “Our house is a very, very fine house / With two cats in the yard / Life used to be so hard / Now everything is easy.” Pures Glück.


2. Queen – I’m In Love With My Car

Wir kennen das Klischee von der autovernarrten Dorfjugend. Und auch der eine oder andere Erwachsene hegt und pflegt seine Kiste wie ein Juwel. Wochenende ist dann, wenn alle vor dem Haus die Autos waschen. Aber Spaß beiseite: Auto und Führerschein sind außerhalb von Großstädten ohne funktionierendes ÖPNV-Netz, schlicht und einfach überlebensnotwendig. Ohne Auto geht nix, das weiß jedes Dorfkind und jeder Kleinstadtbewohner. Diesen Song schrieb Queen-Drummer Roger Taylor übrigens für einen Roadie der Band, seines Zeichens Autonarr und damals stolzer Besitzer eines Triumph TR4 Sportwagens.


3. The Who – Now I’m A Farmer

Nächster Vorteil einer ländlichen Gegend: ein richtiger Garten. Nicht nur so eine kleine Gemüseecke auf dem Balkon, sondern ein richtig ausschweifendes Beet hinter dem Haus. Was man da alles anbauen kann! Gemüsebauern-Träume hatten auch The Who in diesem skurrilen Song von der Platte Odds & Sods, einer 1974 veröffentlichten Sammlung von Studio-Outtakes und Raritäten. “It’s alarming how charming it is to be a-farming”, geht es im Chorus, und was sie nicht alles anpflanzen: Tomaten, Kartoffeln, Auberginen, Kürbisse. Zu skurril um wahr zu sein, denn Pete Townshend gestand in den Liner Notes, dass es sich dabei tatsächlich um einen Drogensong handelt. Was man mit Kürbissen bloß anstellen kann?


4. Rainald Grebe & die Kapelle der Versöhnung – Landleben

Der unvergleichliche Rainald Grebe hat natürlich auch einen Song zum Thema Landlust und die neuentdeckte Freude an der Natur auf Lager. Und zieht den ganzen Trend der Stadtflucht herrlich durch den Kakao: “Paul hat sich einen Lehmofen gebaut. Paul backt ganz vorzügliches Brot. Dirk holt aus seinem Erdkeller das Dinkelbier. Dirk macht jetzt seinen eigenen Senf.” Man kann es eben immer auch übertreiben. Entspannte echte Landeier können über die verzweifelten Bemühungen der City-Aussteiger natürlich nur müde lächeln.


5. Morrissey – Everyday Is Like Sunday

Ruhe und Erholung schön und gut – aber dass auf dem Land fast immer tote Hose ist, lässt sich schwer leugnen. Hier die Dorfdisko und einmal im Jahr das Schützenfest oder ähnliches, das war es meistens schon mit den kulturellen Highlights. Und auch sonst ist es in der Provinz oft so elendig ausgestorben, dass die Straßen immer nach Feiertag aussehen. Ganz so schlimm wie das Szenario, das Morrissey beschreibt, ist es in deinem Kleinort hoffentlich nicht. Er schreibt Postkarten aus der “seaside town, that they forgot to bomb”. Aber eigentlich ist ihm die Totenstille doch sich ganz genehm.


6. The Band – The Rumor

“Now when the rumor comes to your town…”, so beginnt dieser Song von The Band aus dem Jahr 1970. Er beschreibt die klassische Gerüchteküche: Irgendwo nimmt ein Gerücht seinen Anfang, keiner weiß wo, und dann breitet es sich so langsam über die ganze Gemeinde aus zeigt seine Effekte. Wir wissen alle, dass gerade auf dem Dorf solche Mechanismen noch perfekter ausgebildet sind als anderswo – weiß es einer, wissen es alle, ein Geheimnis lässt sich kaum aufrecht erhalten. Die positive Kehrseite der Medaille gibt es aber auch: In einer kleinen Gemeinschaft kümmert sich jeder um jeden, alle sind immer und sofort füreinander da. Na, zumindest in der Theorie.


7. Weezer – In The Garage

Nach dem Haus, dem Garten und dem Auto zählt natürlich die Garage zu den essenziellen Dingen, die man auf dem Land eben so hat. Die Garage kann so viel sein: Stauraum, Hobbyraum, Partyraum, Treffpunkt, Getränkelager, Werkstatt. Ein Multifunktionsort. Auch in diesem Weezer-Song wird die Garage verehrt, als Rückzugsort des Außenseiter. In seiner Garage hat er alles, was er liebt: das Kiss-Poster an der Wand, den Dungeon Master’s Guide, hier fühlt er sich sicher und geborgen. Nicht zu vergessen die E-Gitarre, auf der er seine “stupid songs” spielt und die “stupid words” dazu schreibt. Na klar, auch ein Proberaum kann die Garage natürlich sein.


8. Blur – Country House

Dieser großartige Britpop-Klassiker spielt mal auch auf die Annehmlichkeiten des Landlebens an, wenn auch nicht ganz ohne Zynismus. Damon Albarn schrieb den Song, nachdem der Ex-Blur-Manager die Band verlassen hatte uns sich in sein frisch gekauftes Landhaus zurückzog, um dem Stress des Lebens in der Stadt zu entfliehen. Albarn macht sich dementsprechend lustig über eine solche Klientel: “He doesn’t drink, smoke, laugh / Takes herbal baths in the country”. Land oder Stadt ist schließlich eine wichtige Frage der Mentalität.


9. Pearl Jam – Elderly Woman Behind The Counter In A Small Town

Hier macht sich Eddie Vedder Gedanken über das Kleinstadtleben. Es geht um eine Dame, die langsam älter wird und in einer Kleinstadt festhängt, sozusagen. Vedder sagte über diesen Song, dass ihn Kleinstädte faszinieren würden – entweder man versucht alles menschenmögliche, um ihnen zu entkommen, oder man bleibt gerne da, weil man sich wie der dicke Fisch im kleinen Teich fühlt. Und wieder andere bleiben einfach dort hängen. Eine dieser Perspektiven kennt wohl jeder von uns.


10. Arcade Fire – The Suburbs

Eine der schönsten Hymnen auf das Aufwachsen auf dem Land – egal ob Vorort, Kleinstadt oder Dorf, am Ende gleicht sich das alles – stammt von Arcade Fire. The Suburbs ist ein melancholischer, nostalgischer Blick zurück. Ein großes Argument, raus aus der Stadt zu ziehen, ist ja oft, den eigenen Kindern eine unbeschwerte Kindheit zu bieten, so wie man sie vielleicht selbst hatte. Denkt man nicht nur an sich selbst, sondern an vor allem an die Liebsten, werden manche Entscheidungen oft viel einfacher.


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