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Popkultur

Die musikalische DNA von Supertramp

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Supertramp? So leicht deren Songs auch immer klangen, so schwierig verlief der Werdegang der Band. Die zuerst 1969 unter dem Namen Daddy gegründete Band um Rick Davies und Roger Hodgson folgte zuerst dem damaligen Progressive Rock-Hype und wandte sich nach der Umbenennung in Supertramp Album für Album dem Pop-Business zu. Das brachte großen finanziellen Erfolg mit sich, forderte aber viel Geduld und harte Arbeit von der Band ab. 1979 aber landeten sie mit ihrer LP Breakfast In America einen Riesencoup: Plötzlich hörte alle Welt dieser Band zu! Nur vier Jahre später allerdings verließ Hodgson die Band und schon wieder verschoben sich die musikalischen Parameter.


Hört hier in die musikalische DNA von Supertramp rein:

Für die ganze Playlist klickt auf „Listen“.

Das Verhältnis zwischen Hodgson und Davies war nicht immer ein leichtes, wie er rückblickend eingestand. „Es gibt eine tiefe Verbindung zwischen uns, nur eben ausschließlich auf musikalischer Ebene“, resümierte er. „Wenn nur wir zwei miteinander spielen, gibt es da eine starke Empathie. Sein bodenständiger Ansatz ist sehr Rock’n‘Roll und gleicht meinen leichten, melodischen Stil perfekt aus.“ Kein Wunder: Davies war ein Kind der Arbeiterklasse, der aus der Blues- und Jazz-Musik kam, Hodgson allerdings kam aus wohlhabender Familie und liebäugelte mit Pop. Eine ungleiche Mischung, die für viele Reibereien sorgte.

Doch wo Reibung ist, da wird auch die Energie erzeugt, mit der Hits geschmiedet werden. Welche Musik die beiden Supertramp-Masterminds und ihre zahlreichen Wegbegleiter über die Jahre hinweg beeinflusst hat, erfahren wir mit Blick auf die musikalische DNA der Band.


1. Gene Krupa – Drummin’ Man

Rock’n’Roll löste auch deshalb eine Revolution aus, weil es die Menschen am unteren Ende der Gesellschaft erreichte und zu ihnen sprach. Richard „Rick“ Davies ist als Kind der britischen Arbeiterklasse und damit in mehr als einfachen Verhältnissen geboren. Seine Jugend war von Schicksalsschlägen begleitet – mit 19 Jahren musste er seinen Vater zu Grabe tragen. Die Musik wurde früh zu einer Zuflucht, als er mit acht Jahren eine gebrauchte Musiktruhe geschenkt bekam.

Zwischen den Platten des Vorbesitzers der Truhe entdeckte der kleine Rick Drummin‘ Man von Gene Krupa, dem wohl einflussreichsten Schlagzeuger der Big Band-Ära. „Es hat mich getroffen wie ein Donnerschlag“, erinnerte sich Davies. „Ich muss diese Platte rund 2 000 mal gespielt haben.“ Der US-Amerikaner Krupa, der eine ganze Generation von Rock-Drummern prägte, stellte sein Kit in den Mittelpunkt und war mit seinem druckvollen, unnachgiebigen Stil der personifizierte Rock’n‘Roll – schon lange, bevor es Rock’n’Roll in dieser Form überhaupt gab!


2. Claude Débussy – Claire de Lune

Wie anders gestaltete sich doch das Leben am anderen Ende des sozialen Spektrums! Roger Hodgson wuchs in Oxford auf und vielleicht sagt das schon alles. Nicht allerdings, dass die Kindheit und Jugend des Songwriters rosig gewesen wäre! Seine erste Gitarre bekam er mit zwölf Jahren geschenkt, sie war das Abschiedsgeschenk seines Vaters bei der Trennung seiner Eltern. Seine ersten Songs darauf schrieb Roger im Internat, wo er bald Anschluss fand und erste Banderfahrungen sammelte.

Seine bürgerliche Herkunft wirkte sich dennoch auf den Musikgeschmack des Knaben aus. Als eine Hauptinspiration nennt er heute noch den impressionistischen Komponisten Claude Débussy. „Seine Musik berührte mich tief, weil sie sich so deutlich von anderer klassischer Musik unterschied“, schwärmte er. „Freier, bunter und der Klang war so viel schöner!“ Stücke wie Claire de Lune, verriet er, hätten ihn damals zu Tränen gerührt. Nicht aber, dass Rock-Musik darüber an ihm vorbeigezogen wäre – Hodgson fuhr immer schon gern mehrgleisig.


3. The Beatles – A Day In The Life

„Die erste Band, die mich richtig packte, waren die Shadows“, erinnerte er sich in einem Interview über die Backing-Band von Cliff Richards. „Als aber die Beatles ein paar Jahre später die Bühne betraten, hat das mein Leben verändert.“ Der 1950 geborene Hodgson konnte die Karriere der Fab Four durch seine gesamte Pubertät über verfolgen. Vielleicht ein glücklicher biografischer Zufall – so wie er heranwuchs, so taten es auch John, Paul, Ringo und George. Vorbilder sollten sie allerdings immer bleiben.

„Natürlich habe ich mitbekommen, wie sie unsere ganze Kultur verändert haben und ganz bestimmt die Musikwelt gleich mit“, erklärte Hodgson. „Als Rick und ich Supertramp gründeten, wollte ich herausfinden, ob uns dasselbe möglich wäre.“ Nun ja… So ganz hat das nicht geklappt, würden wir einräumen. Dennoch: Als Songwriter-Duo hatten Davies und sein Kollege immer eine recht ähnliche Magie zwischen einander. Auch wenn Hodgson heute noch gerne erklärt, dass er der eigentliche Mastermind hinter Supertramp gewesen sei…


4. Jimi Hendrix – All Along The Watchtower

Ja, das Verhältnis zwischen Davies und Hodgson ist gelinde gesagt ein spezielles. Dabei hatte doch alles so gut angefangen! Trotz ihrer recht unterschiedlichen Hintergründe musikalischer und sozialer Art verstanden sich die beiden prächtig, als sie sich über eine von Davies geschaltete Anzeige im Musikmagazin Melody Maker kennen lernten und gemeinsam mit Richard Palmer und dem späteren Uriah Heep-Drummer Keith Baker das erste Mal im Proberaum standen. Ihr Heil suchten sie zuerst im Progressive Rock, als Namen wählten sie sich Daddy.

Ausgerechnet im beschaulichen München sollte das Quartett – Baker war zu diesem Zeitpunkt schon von Robert Millar ersetzt worden – einige ihrer ersten Gigs spielen. Viel aber stand damals nicht auf dem Programm, von den vier Stücken in ihrem Set sollen zwei Cover-Versionen anderer Stücke gewesen sein! Bei der Trackauswahl allerdings gaben sie sich Mühe, wie der Film Supertramp Portrait 1970 beweist. Die Aufnahmen aus dem PN-Club in Minga zeigen unter anderem die 10-minütige Interpretation von Bob Dylans All Along the Watchtower, das im Herbst 1968 durch die Version Jimi Hendrix‘ für immer in die Rockgeschichte eingegangen war.


5. Cressida – To Play Your Little Game

Nach einiger Findungszeit aber konnte die Band schon bald mit neuem Namen der Welt vorgestellt werden. Ihr Debütalbum Supertramp, manchmal auch bekannt unter dem Namen Now and Then, erschien am 14. Juli 1970. Während sich Davies und Hodgson bereits als Songwriter eingespielt hatten, musste Palmer die Lyrics übernehmen – und zwar alle. „Es war ein bisschen so, wie Hausaufgaben zu machen“, erinnerte er sich. Auweia.

Was die Band während einiger „magischer“ nächtlicher Sessions zusammen zimmerte, wurde von der Rock-Presse damals gut aufgenommen. Gelobt wurde vor allem das Pop-Verständnis der Gruppe, ein kleines Alleinstellungsmerkmal der LP, deren Songs mit wenigen Ausnahmen später ganz schnell aus dem Repertoire von Supertramp verschwanden. Ob es ihnen vielleicht unangenehm war, dass viele Kritiken die offensichtlichen Parallelen zur kurzlebigen britischen Prog-Rock-Band Cressida erwähnten? Die waren schließlich im Direktvergleich zwischen Songs wie It’s A Long Road von Supertramp und To Play Your Little Game kaum zu überhören.


6. Pink Floyd – Comfortably Numb

Anfang und Mitte der siebziger Jahre kam Bewegung in die Prog Rock-Szene Großbritanniens und nicht immer wurde das von Fans gutgeheißen. Genesis beispielsweise gingen ab 1975 getrennte Wege von Peter Gabriel und schlugen mehr und mehr einen poppigeren Weg ein, bis Phil Collins endgültig das Heft in die Hand nahm. Auch die großen Pink Floyd hatten schon zuvor nach dem Weggang von Syd Barrett eine Kurskorrektur vorgenommen: Die Bühnen wurden größer, die Psychedelik schwand aus ihren Alben.

Die Ambitionen aber blieben vergleichbar. Mit Alben wie The Wall – ein in Floyd-Fankreisen umstrittenes Werk – bewiesen Roger Waters und seine Kollegen, dass sie immer noch größer dachten als die meisten anderen Bands ihrer Zeit. Supertramp gingen einen ähnlichen Weg, der sich immer wieder mit dem von Pink Floyd kreuzte. Auf dem 16 ½-minütigen (!) Titeltrack ihres Album Brother Where You Bound von 1985, zwei Jahre nach dem Weggang von Hogdson, enthält ein Gitarrensolo, dessen Stil einzigartig ist. Ganz klar: Hier ist David Gilmour mit von der Partie! Die genüsslich lang gezogenen Töne kennen wir alle aus Stücken wie Comfortably Numb.


7. King Crimson – Easy Money (Live)

Es ist nicht der einzige Querverweis zwischen Supertramp und der Crème de la Crème der Prog Rock-Schule. Gründungsmitglied Richard Palmer verließ die Band zwar, als sich nach Veröffentlichung des Debütalbums Supertramp kein nennenswerter Erfolg einstellen wollte, machte aber dennoch Karriere – und wie! Bereits 1972 heuerte er bei einer Band an, die wie keine zweite das Genre geprägt hatte: King Crimson. Doch nicht etwa als Bassist, sondern als Texter! Richtig: Palmer musste wieder die Hausaufgaben erledigen…

Er tat es aber wohl gerne und der Erfolg wird ihm Recht geben: Noch heute gehören Stücke wie Easy Money vom Album Larks’ Tongues in Aspic fest zum Repertoire der wiedervereinigten Band, wie das beeindruckende Doppelalbum Live In Vienna (1 December 2016) bewies. Nicht der einzige Job als Texter, den Palmer annahm: Auch für das Italo Disco-Duo La Bionda schrieb er die Lyrics! Ein merkwürdiger Werdegang… Wie dem aber auch sei: Sein Wechsel von einer Gruppe zur anderen beweist umso mehr, wie nahe sich Supertramp und King Crimson einst standen – ganz oben auf dem Prog Rock-Olymp. Wenngleich nur für kurze Zeit.


8. Beach Boys – Good Vibrations

Denn wie bereits angedeutet wechselte die Band um Davies und Hodgson Mitte und Ende der siebziger Jahre die Richtung. Das Songwriting wurde kompakter, die Stimmung freundlicher. Pop hatte endgültig seinen Einzug gehalten! Das 1979 veröffentlichte Überalbum Breakfast In America mit Hits wie dem Titelsong oder The Logical Song bezog sich zwar noch deutlich aus der Prog Rock-Vergangenheit der Band, gab sich aber eingängiger und bescherte der Band ihren endgültigen internationalen Durchbruch.

Vor allem die Falsett-Gesänge auf Stücken wie Goodbye Stranger ließen vermuten, woher einer der Haupteinflüsse Supertramps zu dieser kamen: Natürlich aus dem Sunshine State Kalifornien! Genauer gesagt von den Beach Boys. Von Goodbye Stranger zu Good Vibrations ist es schließlich nicht weit. Tatsächlich war die Band nach den ersten Erfolgen mit Alben wie Crime of the Century, Crisis? What Crisis? und Even in the Quietest Moments… in die Heimat der Beach Boys gezogen, bis Hodgson mit seiner Familie immer mehr zurückzog und sich seinem Solo-Schaffen widmete.


9. Keith Jarrett, Gary Peacock & Jack DeJohnette – God Bless the Child

Seitdem wurden Supertramp von Davies angeführt und manchmal ging es auf und ab. Hier wurden Gerüchte einer Wiedervereinigung laut, dort gab es öffentliche Zankereien und klare Ansagen in Interviews. Hodgson spielt immer noch das Material der Band, vor allem vom Album Breakfast In America, und auch Davies führt mit langjährigen Mitgliedern wie Drummer Bob Siebenberg und dem Multiinstrumentalisten John Helliwell Stücke aus dem Katalog der Band auf, wenn es seine angeschlagene Gesundheit zulässt.

Das Tourleben gefällt ihnen anscheinend aber mehr als die Arbeit im Studio, wie ein Blick auf die Diskografie der Band nach den achtziger Jahren beweist. Das Zusammenspiel der begeisterten Jazz-Fans Davies und Halliwell entfaltet sich eben auf der Bühne am ehesten. Gelernt hat Halliwell bei den Größten: Miles Davis, Charlie Haden oder Cannonball Adderley nennt er als Einflüsse. Wenn er aber wählen müsste, würde er sich aber für das Keith Jarrett Standards Trio mit Gary Peacock und Jack DeJohnette entscheiden.


10. Tame Impala – Apocalypse Dream

Was wir bisher gesehen und gehört haben, waren die vielfältigen Einflüsse, aus denen sich die musikalische DNA von Supertramp und vor allem ihren Masterminds Davies und Hodgson herschreibt. Doch wie schreibt sich das Supertramp-Erbe weiter? Es mag kaum überraschen, dass die Band an vielen, zum Teil weit voneinander entfernten Enden der Musikgeschichte wieder auftauchte. So breit nämlich waren ihre eigenen Vorbilder aufgestellt, so abwechslungsreich die Musik, die sie darauf basierend schrieben. Im März 2005 verblüfften die Gym Class Heroes zum Beispiel gemeinsam mit Fall Out Boy-Sänger Patrick Stump mit Cupid’s Chokehold, einem Stück, das seinen Chorus von Breakfast In America lieh. Ein Rap-Track, dessen Supertramp-Refrain von einem Pop-Punker eingesungen wurde? Irre.

Da schien es schon eher stimmig, als Tame Impala zur Veröffentlichung ihres Albums Lonerism zugaben, sich Inspiration von Supertramp geliehen zu haben. Was der psychedelische Indie Rock der Band mit der Musik von Supertramp zu tun hatte, erklärte Mastermind Kevin Parker. Oder zumindest versuchte er es. „Das Gefühl von Einsamkeit, auf das ich abziele – die Musik von Supertramp ist die einzige, die diesen introspektiven Touch hat. Ihre Musik gibt mir viel. Sie ist so explosiv, hat so einen großen Sound und doch sehr inwendige Lyrics… Ich kann’s schwer beschreiben.“ Dabei spricht doch ein Song Apocalypse Dream Bände. Dort wird das Erbe von Supertramp am deutlichsten.


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Brennende Betten, brennender Tommy und ein verhedderter Fallschirm: 5 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Tommy Lee stammen können

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Tommy Lee
Foto: Emma McIntyre/Getty Images for SiriusXM

Nur fünf Anekdoten aus dem Leben von Tommy Lee? Es gäbe wahrscheinlich mindestens 5.000 zu erzählen. Diese finden wir besonders unterhaltsam, tragisch oder schockierend.

Hier könnt ihr euch Andro von Tommy Lee anhören:

1. Als er auf der Girls, Girls, Girls-Tour einen Drogendealer hinter sich herfahren ließ.

Über die Drogeneskapaden von Mötley Crüe wurde schon so viel geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, noch eine neue Geschichte aufzustöbern. Wir haben uns deshalb für eine der unterhaltsamsten entschieden. „Die Girls, Girls, Girls-Tour von 1987 gehört zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens“, erzählt Schlagzeuger Tommy Lee im Interview mit dem britischen Guardian. „Zumindest glaube ich das, denn ich erinnere mich an nichts, außer an jede Menge verschwommenen Wahnsinn. Wir hatten einen mächtig großen Jet, endlos viel Kohle und konnten machen, was immer wir wollten.“

Spätestens seit der Mötley-Crüe-Bandbiografie The Dirt wissen wir alle: Egal, welche Ausschweifungen man sich so ausmalt … Tommy Lee und Co. setzen immer noch einen drauf. „Eine Zeit lang hatten wir sogar unseren eigenen Drogendealer, der in einem Luxus-Oldtimer hinter unserem Tourbus hergefahren ist“, berichtet Lee weiter. „Auf seinem Kennzeichen stand: DEALER. Wann immer wir aus dem Bus ausgestiegen sind, ist er mit seiner diamantbesetzten Rolex, seinen Goldketten und ein paar Bitches in jedem Arm aufgetaucht und hat der Band und der Crew ganze Bündel voller Koks zugeworfen. Er war der pimphafteste Dealer aller Zeiten und hatte immer seinen Partyhut auf.“ Doch die Plattenfirma von Mötley Crüe bekommt kalte Füße. Schließlich könnte die Polizei bei einem auffällig gekleideten Drogendealer in einem Luxusauto mit dem Kennzeichen „DEALER“ stutzig werden. Die Band muss sich von ihrem hauseigenen Rauschmittelhändler verabschieden. In Versorgungsnot geraten die Musiker während der Tour aber wohl trotzdem nicht.

2. Als er mit einer Leuchtfackel in einem Hotelzimmer herumspielte und das Bett in Brand steckte.

In den Siebzigern und Achtzigern gehört das Zerstören von Hotelzimmern für viele Rockstars schlicht und ergreifend dazu. Das gilt (natürlich) auch für Mötley Crüe. Als die Band 1986 durch die Schweiz tourt, nimmt sie ihren Auftrag durchaus ernst. Nicht nur, dass Schlagzeuger Tommy Lee und Frontmann Vince Neil in ihrem Hotelzimmer ein paar Leuchtfackeln anzünden. Nein, das Duo Infernale steckt damit auch gleich das Bett in Brand. Als wäre das nicht genug, zerstört die Band im gleichen Hotel auch noch die Glasfenster der Aufzüge.

3. Als sich sein Fallschirm beinahe nicht geöffnet hätte.

Sein Leben hat Tommy Lee im Lauf der Jahrzehnte immer wieder aufs Spiel gesetzt. Doch mit einem Vorkommnis hat er wohl selbst nicht gerechnet. So verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine die gefährlichste Situation, in der er sich je befand: „Das ist etwas, was du nicht hören willst, wenn du gerade einen Fallschirmsprung machst“, steigt er in die Erzählung ein. „Ich mache gerade einen Tandemsprung, bin an einen Lehrer geschnallt, er ist mit dem Fallschirm auf meinem Rücken und höre: ‚Oh, fuck!‘ Ich schaue nach oben und der Fallschirm hat sich verheddert. Er zerrt daran und kämpft mit den Seilen und ich denke: ‚Das war’s, ich bin am Arsch, es ist vorbei.‘ Aber dann hatte ich eine spirituelle Erfahrung und dachte: ‚Ich kann nichts tun. Ich werde den freien Fall einfach genießen, bis ich auf dem Boden aufschlage.’ Als ich gerade losgelassen hatte, ging der Fallschirm auf einmal auf. Nicht cool.“

4. Als er sich in Wyoming an der Pyrotechnik verbrannte.

Am 12. Oktober 2005 spielen Mötley Crüe im Casper Events Center (heute: Ford Wyoming Center) — und dabei geht einiges schief. Laut Ultimate Classic Rock habe sich Tommy Lee an jenem Abend an einem Seil zwischen verschiedenen Drumsets hin und her geschwungen, wobei er in einen Funkenregen geraten sei. Dabei habe er „oberflächliche Verbrennungen and seinen Armen und im Gesicht erlitten“ und versucht, die Show noch zu Ende zu bringen. Doch man habe auf Nummer sicher gehen wollen, wie Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil im Interview mit People verrät: „Er sah nicht gut aus, als die Sanitäter ihn hinter der Bühne behandelt haben, also haben wir uns dazu entschieden, ihn ins Krankenhaus zu schicken.“ Zum Glück sehen die Verbrennungen schlimmer aus als sie sind: Schon zwei Tage später sitzt Lee in Bismarck (North Dakota) wieder am Schlagzeug.

5. Als er ein Dickpic in den sozialen Medien postete.

Als hätte nicht sowieso schon ein ungleich großer Teil der Weltbevölkerung Tommy Lees Penis gesehen, musste der Schlagzeuger am 11. August 2022 noch einen draufsetzen — und postete in den Social Media ein Foto von seinem Gemächt. „Vor einigen Wochen hatten wir eine etwa zweiwöchige Tourpause“, erklärt der Trommler das Dickpic später im Rahmen eines Konzerts. „Und ich habe mich abgeschossen, Alter. Mich volllaufen lassen. Ich war so voll, dass ich mich ausgezogen und Bilder von meinem Schwanz gepostet habe. Dabei bin ich eigentlich ein Mann der Brüste. Ich sehe gerne Brüste. Aber ich dachte: Das ist die Nacht der gleichen Möglichkeiten. Ich wollte in dieser Nacht jedermanns Ding sehen. Komm schon, hol deinen Schwengel raus!“ Ah ja … Bei Facebook und Instagram wurde das Foto schon längst wieder gelöscht. Bei Twitter kann man sich Lees gesamte Herrlichkeit noch immer anschauen. Haben wir gehört.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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