Join us

Popkultur

Gothic Valentine: Zehn düstere Lovesongs zum Valentinstag

Published on

Foto: JA Barratt/Photoshot/Getty Images

Rote Rosen und Schnulzen? Nicht mit uns! Wenn es am Valentinstag schon kitschig werden muss, dann bitte auf links gedreht. Getreu dem Motto „My Bloody Valentine“ haben wir die schönsten schwarzromantischen Lovesongs zusammengesucht und mit anderen intensiven Gefühlsausbrüchen gemischt. Diese Liste ist für euch alle: die glücklich Verliebten, die sehnsüchtig Hoffenden und die hoffnungslos Traurigen.

von Björn Springorum

Type O Negative – Love You To Death

Schöner badete keine Metal-Band in Grufti-Klischees als Type O Negative. Sex, Tod, Religion, Vampire – das volle Programm wird mit einer solchen (ironischen) Ernsthaftigkeit bedient, dass man den ganzen Kitsch nur toll finden kann. Trotz Pop-Eischlag bleibt die Band aus Brooklyn immer überzeugend heavy. Perfektes Material also für unseren Goth-Tag. Love You To Death vom Album October Rust (1996) ist einer ihrer bekanntesten Songs, der Text so hingebungsvoll düster wie problematisch aus heutiger Sicht. Darüber reden wir dann ein andermal.

Danzig – Her Black Wings

Auch Glenn Danzig ließ nie ein Kitsch-Klischee aus. Was bei Type O Negative steht, gilt auch für ihn. Und das bedeutet unterm Strich für uns: Romantik pur, nur von der diabolischen Sorte eben. „Mortals freeze when she walks past“, singt er in dieser Ode an einen schwarzen Engel, der zu ihm heruntersteigt. Natürlich wird es da textlich im Detail ganz schön albern, aber wir hören diese Single aus dem Jahr 1992 ganz einfach als inbrünstig-poetische Liebeserklärung.

Smashing Pumpkins – Stand Inside Your Love

Musikalische und ästhetisch knüpfen Billy Corgan und die Seinen hier perfekt an. Das expressionistische Schwarz-Weiß-Video zu Stand Inside Your Love mit seinem Mix aus Lack-Leder-Optik und bizarrem Kostümfilm multipliziert den sehnsüchtigen Sound des Songs um ein Vielfaches. Der Text ist ein einziges Liebesgedicht: „Travel the world, traverse the skies /  Your home is here, within my heart.“ Hach.

The Cure – Lovesong

Beim Thema „Gothic Lovesongs“ auf The Cure verzichten? Unmöglich. Und warum nicht einfach den offensichtlichsten nehmen? Lovesong klingt so ehrlich und traurig und obwohl es eine ganz direkte Liebeserklärung ist, so klingt es doch nach Trennung, Schmerz und versagter Liebe. Das Unglück gehört zum Glück wie der Tod zum Leben, und Robert Smith wusste schon immer, wie man diesen quälenden Umstand möglichst gefühlvoll ausdrücken kann.

My Bloody Valentine – Sometimes

Alleine schon wegen des Bandnamens ist My Bloody Valentine heute Pflicht. Auch wenn der Titel ihres zweiten Albums Loveless das Gegenteil andeutet, kann man in den noisigen Texturen von Songs wie Sometimes das pure Glück finden. Diese Liste ist ja für alle da – für die glücklich Verliebten, für die sehnsüchtig Suchenden und Hoffenden, und auch für die hoffnungslos Traurigen. Musik wird immer helfen.

Nick Cave & The Bad Seeds – And No More Shall We Part

Singt Nick Cave hier von einer Frau oder doch von Gott? Oder ist es eine Hymne auf das Leben? Vor den Aufnahmen zum Album No More Shall We Part (2001) brachte Cave einen heftigen Heroin- und Alkoholentzug hinter sich. So gesehen ward er hier neugeboren und man kann jeden Song auf diesem brillanten Album als Bekenntnis zum Leben verstehen. Ober eben als gravitätische Liebeserklärung. Diesen Song speziell kann man auch als Metapher auf die Ehe lesen und damit das endgültige Zusammensein.

Depeche Mode – It’s No Good

Lockern wir kurz noch mal die Hüften, bevor es mit düsterer Schwere weitergeht. Die Single It’s No Good und das zugehörige Album Ultra (1997) waren auch für Dave Gahan von Depeche Mode ein Comeback im Leben. 1995 schnitt er sich die Pulsadern auf, ein Jahr später starb er beinahe an einer Überdosis. Unvorstellbar, wie man in solchen Situationen dann noch solche Musik machen kann. Vielleicht hängt es aber ganz einfach kausal zusammen. It’s No Good groovt zwischen Verlangen, Begierde und gekränktem Stolz. Am Valentinstag darf man schließlich auch tanzen.

Coil – Tainted Love

Der nächste Song über die eher unglückliche Liebe ist vielleicht die beste Version von Tainted Love, zumindest die intensivste. Mark Almond von Soft Cell taucht auch im offiziellen Video auf, mit der Industrial-Band Coil verband ihn eine enge Freundschaft. Tainted Love wirkt in dieser extrem langsamen Version fast bedrohlich, Alarmsignale und Glockenschläge erinnern nicht ohne Grund an den Tod. Man kann das Werk aus dem Jahr 1985 als Kommentar zur Aids/HIV-Krise verstehen. Homosexuelle Liebe war sowieso gesellschaftlich geächtet, jetzt war sie angeblich auch noch tödlich. Aus dieser Perspektive ist der Song auch heute noch eine Protest- und Empowerment-Hymne.

Nine Inch Nails – Physical (You’re So)

Noch eine Coverversion. Trent Reznors Interpretation von Physical ist recht nahe dran am 1980er-Original von Adam & The Ants, aber er legt einfach noch mal eine Schippe Industrial-Stahl oben drauf. Und damit treibt er die Bedeutung des Songs auf die Spitze – es drückt so sehr auf die Brust, dass man es kaum noch aushält. Echte Liebe muss manchmal weh tun, oder?

Zola Jesus – Manifest Destiny

„I only know one place where I have to be / and it’s gotta be with you“: Wir schließen mit einer epischen Goth-Pop-Romanze von Zola Jesus. Fast hätte Wuthering Heights von Kate Bush hier den Zuschlag bekommen, aber das hätte dann doch eine Spur zu fröhlich geklungen. Und das macht ja keinen Sinn. Also: Macht es euch schön, und wenn ihr noch ein Geschenk braucht, dann nehmt einfach diese Playlist.

Diese Paare haben den Rock‘n‘Roll mehr gelebt als alles andere!

Latest Music News

Don't Miss