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Popkultur

Der sanfte Riese aus Liverpool: Das unglaubliche Leben des Beatles-Assistenten Mal Evans

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Mal Evans & die Beatles
Mal Evans chauffiert Patti Boyd, George Harrison, Neil Aspinall und Paul McCartney zu Brian Epsteins Trauerfeier. Foto: Clive Limpkin/Daily Express/Getty Images

Er war eine unverzichtbare Figur im innersten Beatles-Kreis: Vom Cavern Club in Liverpool bis zur Magical Mystery Tour weicht Mal Evans der Band nicht von der Seite. 1976 wird er in Los Angeles erschossen – unter äußerst dubiosen Umständen.

von Björn Springorum

Wer Anfang der Sechziger seine Mittagspausen oder Nächte gern im Cavern Club in Liverpool verbringt, um die jungen Beatles zu sehen, muss erst an ihm vorbei: Die Tür zu dem muffeligen Kellerloch, längst eine der berühmtesten Konzertlocations aller Zeiten, wird von einem Hünen mit Brille bewacht: Mal Evans, knapp zwei Meter hoch, ein Riese. Ein sanfter Riese zwar, aber dennoch einer, mit dem man sich nicht anlegt. Und einer, der bald schon berühmter ist als jeder andere Türsteher Liverpools oder aus dem Rest der Welt.

Das Mysterium der Beatles ist ebenso unergründlich wie unerschöpflich. Es gibt keine andere Band, bei der selbst ein einfacher Assistent zum Stoff für Biografien, Romane und Theaterstücke taugt. Dann wiederum war Mal Evans nun wirklich alles andere als ein einfacher Assistent. Die Geschichte des sanften Riesen aus Liverpool, wie er genannt wird, ist eng mit der der Beatles verbunden. Enger sogar als die von Brian Epstein. Und weitaus weniger schwierig.


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 Der sprichwörtlich größte Elvis-Fan

Sie beginnt, wie jede Beatles-Geschichte, in Liverpool. Evans, geboren am 27. Mai 1935, führt ein einfaches und geordnetes Leben an der Seite seiner Frau Lily. Das Paar hat eine Tochter und lebt in der Hillside Road, Evans arbeitet als Telefontechniker bei der Post. Seine Mittagspause verbringt der riesige Elvis-Fan („mit 1,97 Metern bin ich wahrscheinlich wirklich einer seiner größten Fans“, wird er später sagen) wie viele andere junge Menschen auch mal im Cavern Club. Damals laufen dort auch schon zur Mittagszeit Rock’n’Roll-Shows einer jungen Liverpooler Band namens The Beatles.

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Evans ist sofort Feuer und Flamme. Er weiß es zwar noch nicht, doch seine erste Mittagspause dort wird sein Leben für immer verändern. Er kommt wieder und wieder, freundet sich mit George Harrison an. Der ist es auch, der dem Manager Ray McFall Evans’ Dienste als Türsteher empfiehlt. Schon damals manifestiert sich eine der wichtigsten Eigenschaften, die den Beatles später oft den Kopf retten wird: Knapp zwei Meter groß, lässt er sich durch nichts aus der Ruhe bringen und bleibt stets besonnen. Ohne es zu wissen, absolviert Mal Evans an der Tür des miefigen Cavern Club die Ausbildung für das, was wenige Jahre später auf ihn zurollen wird wie eine Lawine, die man nicht aufhalten kann.

Reif für den Zirkus

Als die Beatlemania auf der ganzen Welt ein Fieber ausbrechen lässt, ist Evans längst fest mit im Team. Als Assistent, als Bodyguard, als Roadie, als Riese für alles, sozusagen. Ringo Starr erinnert sich in Anthology entsprechend ehrfürchtig an diese kapitale Erscheinung: „Er war ziemlich stark. Er konnte den Bass-Verstärker ganz allein tragen, ein echtes Wunder. Er hätte in den Zirkus gehört!“ Ist er ja irgendwie auch: Der Wahnsinn rund um diese vier Kerle aus Liverpool ist schließlich eine ganz eigene Art von Zirkus.

Evans weicht den Beatles nicht von der Seite und liest ihnen jeden Wunsch von den Lippen ab. In einer speziell kuratierten Tasche trägt er alles mit sich herum, was die Launen der Beatles so verlangen. „Er hatte immer alles dabei“, würde später ein staunender George Harrison sagen. „Und wenn er mal etwas nicht hatte, besorgte er es sofort.“ Evans liebt es, für die Beatles zu arbeiten, ein Teil dieses einzigartigen Abenteuers zu sein. Dazu gehören auch praktische Lösungen: Als auf einer langen Autofahrt mal ein Steinschlag die Windschutzscheibe beschädigt, boxt Evans sie kurzerhand aus dem Rahmen und fährt 200 Meilen durch den frostigen Winter nach Liverpool, während seine Beatles hinten wie die Ölsardinen eng nebeneinander liegen, um sich keine Erkältung einzufangen.

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Warum das Vehikel seiner Wahl eine Austin-Princess-Limousine ist und nicht etwa ein Bentley, Rolls Royce oder Mercedes? Auch darauf hat Evans eine unschlagbar pragmatische Antwort parat: Es sei das einzige Auto mit Türen gewesen, die groß genug waren, damit die Beatles sprichwörtlich hineinhechten konnten, wenn sie mal wieder irgendwelchen wahnsinnigen Fans entkommen mussten.

USA, Indien und Cannabis

Man könnte es sich also auch einfach machen und sagen: Mal Evans ist immer für die Beatles da. Anders als Figuren wie Brian Epstein, die sich mit zunehmendem Erfolg seiner Zöglinge immer weiter entfremden, ist Evans der Fels in der Brandung. Er begleitet sie auf all ihren Tourneen durch die USA und den Rest der Welt, er ist dabei, als Bob Dylan den Beatles die ehernen Tore in die Welt des Cannabiskonsums öffnet. Unvergessen: Der Trip, in dem Paul McCartney Evans als Protokollanten für seine bekifften Weisheiten verpflichtet, es aber beiden in ihrem Zustand unmöglich erscheint, Papier und Stift aufzutreiben. Als sie es endlich schaffen und Macca am nächsten Tag bei klarem Verstand mal so schaut, welch unergründliche Erkenntnisse ihm in der vergangenen Nacht kamen, steht da nur: „Es gibt sieben Stufen.“

Evans fährt die Band, Evans baut die PA auf, Evans serviert den Beatles Drinks auf der Bühne, Evans hält Fans ab, Evans besorgt alles, was sie möchten. Er fliegt sogar mit Paul McCartney auf Safari nach Afrika, wo sie in demselben Hotel übernachten, in dem einige Jahre zuvor die junge Elizabeth erfuhr, dass sie Königin von England ist. Auf dem Rückweg kommt den beiden die Idee zu Sgt. Pepper. Mit John Lennon und Yoko Ono reist er in die USA, sogar im indischen Rishikesh weicht Mal Evans seinen geliebten Beatles nicht von der Seite. Im Gegensatz zu George Harrison genießt er sogar das Essen im Ashram des Maharishi: Harrison hatte unvergessen einen ganzen Koffer voller Dosenbohnen mit nach Indien gebracht.

Ringo Starr & Mal Evans

1971 kann man Mal Evans an der Seite von Ringo Starr im Italowestern “Blindman” sehen. Foto: Jack Kay/Daily Express/Getty Images

Selbst im Studio ist Mal Evans irgendwann Dauergast. Er spielt Instrumente, er ist für das Weckerklingeln in A Day In The Life zuständig, taucht in ihren Filmen auf, singt den Chorus von Yellow Submarine mit. Nach seinen Tagebucheinträgen ist er sogar an der Entstehung zahlreicher Songs beteiligt. Nur gelistet wird er dafür nie, bekommt also auch keine Tantiemen. Viel Kohle gibt es für den sanften Riesen auch nicht: Auf dem Höhepunkt ihres Ruhms zahlen die Beatles ihm immer noch stoisch 75 Pfund die Woche. Das wären heute unter 1000 Euro.

Auf dem Dach von Apple

Ihm ist das egal. Er ist ein Fahrgast im größten Musikwanderzirkus aller Zeiten, ein Puzzleteil in diesem unglaublichen Mosaik. Durch seine Arbeit für die Beatles lernt er eines Tages sogar sein größtes Idol, Elvis Presley kennen. Presley will Gitarre spielen, fragt nach einem Plektrum. Evans, der sonst immer welche dabei hat, falls jemand eines brauchen sollte (selbst im Urlaub, wie alle Beatles glaubhaft versichern!), stellt betroffen fest, dass sein Hemd in der Reinigung war und die Taschen alle leer sind. „Ich habe ihm in der Küche aus Plastiklöffeln schnell ein paar provisorische gebastelt“, wird er sich später erinnern, „aber die Enttäuschung war riesengroß. Wenn ich eines gehabt hatte, hätte er es gespielt und mir dann zurückgegeben. Es würde heute eingerahmt an meiner Wand hängen.“

Das Ende der Beatles bedeutet in diesem Fall nicht mal das Ende von Mal Evans. Er ist den Fab Four so wichtig, dass sie ihn nach Allen Kleins drastischer Kündigungswelle bei Apple kurzerhand zurückholen, weil er ihnen fehlt. Beim allerletzten Beatles-Auftritt auf dem Dach von Apple ist er natürlich auch dabei, steht mit unergründlicher Miene hinter Ringo Starr. Der ewige Bodyguard. Das Auseinanderfallen der größten Band aller Zeiten kann auch Evans nicht verhindern. Doch wenn er es gekonnt hätte, hätte er alles dafür getan: Post-Beatles geht es mit seinem Leben alsbald bergab. Zunächst versucht er sich noch als Produzent, haut aber 1973 nach Los Angeles ab, wo er viel Zeit mit John Lennon während dessen Lost Weekend verbringt. Er ist an den Solowerken von George Harrison und Ringo Starr beteiligt und schreibt so oft es geht an seinen Memoiren. Die soll er am 12. Januar 1976 unter dem Titel Living The Beatles’ Legend bei seinem Verleger abgeben.

Sechs Schüsse werden abgefeuert

Dazu kommt es nie. Getrennt von seiner Frau, lebt Evans mittlerweile mit seiner neuen Freundin Fran Hughes in einem Motel in Los Angeles. Seine Frau will die Scheidung, er verfällt in Depressionen, schluckt eine Menge Valium. Als John Hoernie, sein Co-Autor, am 5. Januar 1976 besorgt bei ihm vorbeischaut, eskaliert es. Evans zückt eine Waffe, bis heute ist nicht klar, ob es eine echte ist oder nur ein Luftgewehr. Hoerie ruft die Polizei, die das Haus betritt und Evans auffordert, die Waffe runterzunehmen. Irgendwann eröffnet sie das Feuer. Sechs Schüsse werden abgegeben, vier treffen Evans. Besonders morbide: Seine Noch-Ehefrau wird später die Rechnung über die Teppichreinigung bekommen, auf dem ihr Ehemann gestorben ist.

Bei seiner Beerdigung am 7. Januar 1976 sind unter anderem George Martin und Neil Aspinall anwesend. Ein Beatle ist nicht dabei. Per Post soll Evans’ Asche zurück nach England geschickt werden. Ein grausamer Scherz des Schicksals: Ausgerechnet die sterblichen Überreste eines ehemaligen Postmitarbeiters gehen auf dem Weg verloren und erreichen ihren Bestimmungsort erst viel später. Zehn Jahre später wird im Keller eines New Yorker Verlags eine Kiste mit Tagebüchern, Lyric-Sheets und ähnlichem gefunden – Evans’ Nachlass. 2010 wird der handgeschriebene Text zu A Day In The Life für 1,2 Millionen US-Dollar an einen anonymen Bieter verkauft. Im Tode verhält es sich für Mal Evans also wie im Leben: Vom Reichtum der Beatles profitierte der sanfte Riese nie. Wohl aber von ihrer Freundschaft.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 6.2.1998 kommt Falco bei einem Autounfall ums Leben.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 6.2.1998.

von Christof Leim

“Österreichs einzigen Popstar von Weltrang” hat ihn einmal jemand genannt: Hans Hölzel alias Falco. Am 6.2.1998 stirbt er bei einem Autounfall in Übersee.

Hier könnt ihr euch die Greatest Hits von Falco anhören:

Falco kommt als Johann „Hans“ Hölzel 1957 in Wien zur Welt. Schon früh wird eine hohe musikalische Begabung und sogar ein absolutes Gehör festgestellt. Anfangs spielt er Gitarre, später dann Bass in Jazz-Bands. Ein Musikstudium am Wiener Konservatorium lässt er nach einem Semester links liegen, um „richtiger Musiker“ zu werden. Anfang und Mitte der Achtziger fährt Falco dann fette Erfolge ein mit Songs wie Der Kommissar und Jeanny. Rock Me Amadeus schaffte es sogar als einziges deutschsprachiges Lied an die Spitze der US-Charts. In den Neunzigern wird es jedoch sehr still um den Musiker.

Kurz vor der musikalischen Rückkehr

Doch 1998 nimmt er ein neues Album namens Out Of The Dark (Into the Light) auf. Angeblich hört er es vor seinem Tod über eine Stunde in seinem Auto, um die Reihenfolge der Songs zu bestimmen. Damals hält er sich gerade in Dominikanischen Republik auf. Gegen 16:40 Uhr an jenem 6. Februar verlässt der Sänger ein Restaurant namens Turist Disco, das an einer Straße zwischen den Städten Villa Montellano und Puerto Plata liegt. Als er vom Parkplatz fährt, kracht ein Reisebus ungebremst mit 100 km/h in seinen schwarzen Mitsubishi Pajero-Geländewagen. Der Musiker stirbt sofort, zwei Wochen vor seinem 41. Geburtstag. 

Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass Falco nicht nur mit einem Blutalkohol von 1,5 Promille unterwegs war, sondern auch Kokain und Cannabis konsumiert hatte. Ein tragisches Ende für „Österreichs einzigen Popstar von Weltrang“, wie einmal genannt wurde. Out Of The Dark (Into the Light) erscheint am 27. Februar 1998, drei Wochen nach seinem Tod, und erreicht in Deutschland, Österreich und der Schweiz die obersten Plätze der Charts.

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Zeitsprung: Am 29.3.1986 landet Falco auf Platz eins der US-Charts

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Popkultur

Zeitsprung: Am 5.2.1935 kommt Alex Harvey zur Welt.

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Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.2.1935.

von Timon Menge und Christof Leim

Besonders geradlinig verläuft die Karriere von Alex Harvey und seiner Sensational Alex Harvey Band nicht. Dennoch gehört der schottische Musiker zu den bekannteren Gesichtern der britischen Rockmusik der Siebziger. Heute hätte er Geburtstag gefeiert. 

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Alex Harvey anhören: 

Das Licht der Welt erblickt Alexander James Harvey am 5. Februar 1935 in einem Arbeiterstadtteil von Glasgow. Bevor er seinen Weg als professioneller Musiker einschlägt, jobbt er unter anderem als Kellner und als Dachdecker. Zeitweise graviert er sogar Grabsteine. Zu Beginn der Fünfziger begeistert er sich für Dixieland-Jazz und Skiffle, bevor er ab 1954 selbst die Bühnenbretter betritt.

Im Vorprogramm der Beatles

Ab 1958 reist Harvey mit seiner Big Soul Band durch England und Deutschland. Schnell entwickelt er sich zu einem der Aushängeschilder der britischen R&B-Szene, obwohl er auch Rocksongs zum Besten gibt. So spielt er am 20. Mai 1960 mit seiner Big Beat Band im Vorprogramm von Johnny Gentle And His Group. Hinter dem Kürzel „His Group“ verbirgt sich niemand Geringeres als die späteren Beatles, die zu jener Zeit noch aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Tommy Moore bestehen. Es handelt sich um den ersten Termin einer siebentägigen Schottland-Tour.

Hier tourt Alex Harvey mit. Eigentlich heißen die Beatles zu jener Zeit aber noch The Silver Beetles. Wer hat George sofort erkannt?, Foto: Buchcover

Gegen Ende der Sechziger versucht er es als Solokünstler, doch der Durchbruch bleibt aus. Der folgt dann zu Beginn der Siebziger, nach einem kleinen Umweg als Session-Musiker für die Londoner Inszenierung des Musicals Hair. Denn jetzt gründet er die Sensational Alex Harvey Band.

Die großen Erfolge

Mit der Gruppe bleibt Harvey während der gesamten Siebziger erfolgreich, steigt von 1976 bis 1978 allerdings kurzzeitig aus. Schon auf dem Debüt Framed (1972) liefert die Band Granaten wie Midnight Moses und den Titelsong Framed aus der Feder des Songschreiber-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller ab. Zeitgleich erobert der Glam Rock das Vereinigte Königreich und später auch den Rest Europas. Harvey und seine Mitmusiker greifen den Stil auf. So entdeckt er zu jener Zeit sein legendäres, schwarz-weiß-gestreiftes Shirt. Gitarrist Zal Cleminson setzt noch einen drauf und tritt in Pantomime-Schminke und gelb-grünem Overall auf.

Mit einer Coverversion des Tom-Jones-Songs Delilah landet die Band 1975 einen Top-Ten-Hit, auch der Song The Boston Tea Party (1976) feiert große Erfolge. 1978, kurz nach Harveys Rückkehr, erscheint mit Rock Drill das letzte Album der Band. Im Anschluss veröffentlicht er zwei weitere Soloplatten und geht ab 1979 wieder auf Tour. Doch leider stirbt Alex Harvey am 4. Februar 1982 einen Tag vor seinem 47. Geburtstag an Herzversagen. Er hinterlässt zwei Söhne, einen aus jeder seiner beiden Ehen.

Zeitsprung: Am 9.1.1975 endet die Geschichte der Beatles offiziell

 

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Popkultur

10 Songs von Alice Cooper, die man kennen sollte

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Alice Cooper
Foto: Grant Lamos IV/Getty Images

Schock-Schminke, Schauer-Schlangen und schreckenerregende Songtexte: Alice Cooper hat den Schockrock zwar nicht erfunden, doch er hat ihn als erster auf die Spitze getrieben. Seit knapp 60 Jahren steht er nun auf der Bühne. Diese zehn Songs gruseln uns bis heute — auf die gute Art!

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Alice Cooper anhören:

Ob Vincent Damon Furnier schon bei seiner Geburt am 4. Februar 1948 geschminkt war, ist nicht überliefert — doch wir gehen davon aus. Die Geschichte seiner ersten großen Band Alice Cooper reicht bis ins Jahr 1964 zurück. „In der Highschool haben uns alle gehasst“, erinnert er sich in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten. „Sehr lange Zeit mochte uns wirklich niemand.“ Das ändert sich Anfang der Siebziger, denn mit ihrer Single I’m Eighteen gelingt Alice Cooper der Durchbruch. In Windeseile erobert die Gruppe die Musikwelt; ab Mitte der Siebziger spielt Furnier seine Rolle als Alice Cooper solo weiter. „Ich wollte einen Charakter spielen, der so ist, wie ich mir den besten Rockstar aller Zeiten vorstelle“, erzählt er. „Also habe ich Alice so kreiert, wie ich das wollte: ein bisschen böse, lustig, total gruselig, aber auch elegant. Alice ist mein allerliebster Rockstar.“ Unserer auch! Das sind seine zehn besten Songs.

1. I’m Eighteen (1970)

„I’m eighteen and I like it“ — Selten wurde die Volljährigkeit mit mehr Begeisterung besungen. Ursprünglich handelte es sich bei I’m Eighteen um eine achtminütige Jam-Session, doch Produzent Bob Ezrin überredete Alice Cooper dazu, den Song auf drei Minuten einzudampfen. Zum Glück — acht(zig)minütige Jam-Sessions gab es in den Sechzigern nun wirklich genug.

2. Under My Wheels (1971)

Bei Under My Wheels handelt es sich um die erste Single vom vierten Alice-Cooper-Album Killer (1971). Seitdem hat er das Stück auf wirklich jeder(!) Tour zum Besten gegeben, weshalb Under My Wheels Platz drei von Coopers meistgespielten Live-Songs belegt. 1988 nahm Cooper die Nummer übrigens noch einmal auf, und zwar mit Guns N’ Roses. Im Gegenzug ist Cooper auch in The Garden von Use Your Illusion I zu hören.

3. School’s Out (1972)

Keinen Song hat Alice Cooper häufiger live gespielt: Mehr als 2.900(!) Mal war School’s Out auf den Konzerten des Schockrockers zu hören, also quasi acht Jahre lang jeden Tag einmal. Dass Cooper und sein Publikum so viel Freude an dem Stück haben, überrascht nicht. Schließlich hat er selbst einmal gesagt: „Die beiden schönsten Zeiten des Jahres sind der Weihnachtsmorgen und der Beginn der Sommerferien.“

4. No More Mr. Nice Guy (1973)

Wer hinter diesem Titel Autobiografisches vermutet, ist auf dem richtigen Weg. In No More Mr. Nice Guy beschäftigt sich Cooper mit den Reaktionen der Kirchengruppe seiner Mutter auf seine mitunter okkult-gruseligen Bühnenauftritte. „Jetzt gibt es keinen Weg zurück“, meint er mit dem Titel. Gut so! Was hätten wir in den vergangenen Jahrzehnten bloß ohne unsere Tante Alice gemacht.

5. He’s Back (The Man Behind The Mask) (1986)

Ganze 13 Jahre liegen zwischen dem vierten und dem fünften Song unserer Liste. 13 Jahre, in denen Alice Cooper erfolgreich solo durchstartete, aber auch heftig abstürzte. An manche seiner Alben aus den Achtzigern kann er sich aufgrund seines Drogen- und Alkoholkonsums noch nicht einmal erinnern. Dieser Titel passt also zu seinem Mini-Comeback 1986 — und zum Soundtrack des Films Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt.

6. Poison (1989)

Wann immer es um die größten Rockhymnen aller Zeiten geht, darf dieser Song nicht fehlen. In den Achtzigern hatte sich Alice Cooper durch seine Alkohol- und Drogeneskapaden beinahe selbst ins Aus geschossen, doch mit seinem 18. Studioalbum Trash gelang ihm der große Sprung zurück in den Mainstream. Bis heute handelt es sich um seine erfolgreichste Platte — und das nicht zuletzt aufgrund großer Hits wie Poison.

7. Bed Of Nails (1989)

Auch Bed Of Nails stammt von Coopers Über-Album Trash und geriet gleich hinter Poison zum zweiterfolgreichsten Song der Platte. Komponiert hat Cooper das Stück zusammen mit seinem Ex-Bassisten Kane Roberts, seinem Produzenten Desmond Child sowie mit Diane Warren, die nicht nur für Rockgrößen wie Elton John, Tina Turner und Aerosmith tätig war, sondern auch für Popstars wie Whitney Houston und Britney Spears.

8. Hey Stoopid (1991)

Hey Stoopid gehört nicht nur zu Alice Coopers berühmtesten Songs, sondern der Meister des Schockrock begrüßte für das Stück auch jede Menge Gaststars im Studio. Slash, Ozzy Osbourne, Steve Vai, Joe Satriani: Sie alle geben sich in der Nummer die Klinke in die Hand und unterstützen ihren Kumpel Alice bei seinem Rock’n’Roll-Auftrag. Die Botschaft des Songs: „Hey Dummerchen, lass das mit den Drogen doch einfach sein …“.

9. Snakebite (1991)

Wie oft Alice Cooper im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere von Schlangen gebissen wurde, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Doch wir wissen, dass es sich bei Snakebite um einen seiner allerbesten Songs handelt! Inhaltlich ist die Nummer quasi vertonter Machismo. „My face is tattooed in your shoulder / Your name is scratched into my bike“, singt Cooper darin. Na dann …

10. Feed My Frankenstein (1991)

Wer den Rockfilmklassiker Wayne’s World kennt, liebt bestimmt auch Feed My Frankenstein von Alice Cooper. Vor der legendären „Wir sind unwürdig!“-Szene besuchen die beiden Chaoten Wayne und Garth in dem Streifen nämlich ein Konzert des Schockrockers und kommen in den Genuss seiner damals brandneuen Single. Heute gehört die Nummer zu Coopers späten Klassikern — aus gutem Grund!

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Sechs Anekdoten, die nur aus dem Leben von Alice Cooper stammen können

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