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Popkultur

Zeitsprung: Am 23.6.1929 erblickt June Carter Cash das Licht der Welt.

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Joel Baldwin

"Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 23.6.1929.

von Christof Leim und Tom Küppers

Beim Nachnamen fängt der Groschen an zu rollen, beim Stichwort Ring Of Fire fällt er dann: June Carter Cash war aber weitaus mehr als bloß die Ehefrau von Country-Legende Johnny Cash. Zu Ehren ihres Geburtstages widmen wir uns der Geschichte der Frau, ohne deren Beitrag die Country-Musik einen anderen Verlauf genommen hätte…

Hört hier in das Schaffen von June Carter Cash rein:

Die Karriere von June Carter Cash stand gewissermaßen schon fest bei ihrer Geburt am 23. Juni 1929 in Maces Spring, Virginia: Zwei Jahre vorher hatte ihre Mutter Maybelle mit anderen Verwandten die Carter Family ins Leben gerufen, eine Band, die mit ihren Interpretationen einfachen Liedguts wie Will The Circle Be Unbroken oder Wildwood Flower regelrechte Country-Standards erschafft.

Das große Liebespaar des Country: Johnny Cash und June Carter

Viele Talente

Im Alter von nur zehn Jahren feiert June ihren Einstand auf der Familienbühne, ein paar Jahre später geht sie mit ihrer Mutter sowie ihren Schwestern Anita und Helen eigene Wege. Das Singen wird dem Mädchen quasi in die Wiege gelegt, außerdem beherrscht sie verschiedene Instrumente wie Gitarre, Banjo, Mundharmonika und die Autoharp (eine Art Kastenzither). Daneben besitzt sie komödiantisches Talent: Als „Tante Polly“ bringt sie das Publikum regelmäßig zum Lachen. Diese Rolle wird derart populär, dass June immer wieder in diesen Charakter schlüpft, wie hier 1976 in der Fernsehsendung Johnny Cash And Friends:

1949 treten die Carter-Schwestern und ihre Band sogar im Konzertsaal Grand Ole Opry in Nashville auf, der ultimativen amerikanischen Country-Institution. Shows auf dieser Bühne werden im Radio übertragen, regelmäßig erleben Abertausende so Größen wie Hank Williams. Das bedeutet natürlich eine Chance, nach der sich viele die Finger lecken, auch wenn die Opry strenge Regeln vorgibt, denen sich die Bands zu beugen haben. Die Carter-Familie sei zwar herzlich willkommen, in der Show mitzuwirken, heißt es, allerdings bitte ohne ihren Gitarristen Chet Atkins. Der sei nämlich so gut, lautet die offizielle Begründung, dass die in Nashville lebenden und arbeitenden Studioprofis um ihre Jobs fürchten, sollte dieser Bursche jemals in ihrer Stadt auftauchen. Erst nach einigen Monaten zäher Verhandlungen folgen die Carters der Einladung – mit Atkins.

Neue Liebe

June und ihre Verwandten steigen in der Folge zu einem essenziellen Bestandteil des Programms auf und spielen jahrelang immer wieder in der Opry. Parallel entwickeln sich die künstlerische Talenten der jungen Dame weiter: Sie startet nicht nur diverse erfolgreiche musikalische Alleingänge, sondern nimmt beim renommierten Lee Strasberg in New York Schauspielunterricht. So ergattert sie Rollen wie in der Westernserie Rauchende Colts. Aber immer wieder führen ihre Wege nach Nashville zurück, wo sie irgendwann einen gewissen Johnny Cash trifft – eine Begegnung, die ihr Leben verändern wird. Cash und die Carters gehen in den nächsten Jahren nicht nur oft zusammen auf Tour, zwischen June und Johnny entwickelt sich eine der großen Musik-Liebesgeschichten des letzten Jahrhunderts. Dass die beiden einen besonderen Draht zueinander besitzen, steht innerhalb kürzester Zeit außer Frage. Doch es gibt da ein Problem: Beide sind mit anderen verheiratet sind und haben Kinder.

June Carter und Johnny Cash gehen gemeinsam auf Tour – und verlieben sich.

1960 schreibt June dann einen Song namens Ring Of Fire, den sie zunächst ihrer Schwester Anita überlässt. In der Interpretation von Johnny Cash wird das Lied dann zu einem Welthit. (Die komplette Geschichte dazu gibt es übrigens hier zu lesen.) 1964 feiern die beiden mit der Interpretation von Bob Dylans It Ain’t Me, Babe ihren ersten gemeinsamen Erfolg, zwei Jahre später lassen sie sich von ihren jeweiligen Partnern scheiden. Kurz darauf erscheint das Duett Jackson, und wer nicht spätestens jetzt merkt, wie die Funken fliegen, dem ist nicht mehr zu helfen.

Heirat unter einer Bedingung

Kurze Zeit darauf macht Johnny seiner geliebten June auf der Bühne in London, Ontario einen Heiratsantrag. Sie stellt jedoch eine Bedingung: Der Sänger müsse erstmal von den Drogen wegkommen. Und was das angeht, hatte Cash wirklich nichts anbrennen lassen. Dass Pillen und Pülverchen seine erste Ehe ruiniert haben, überrascht kaum. Aber aus Versehen einen ganzen Wald abzufackeln, muss man erstmal hinbekommen. June hilft ihm (nicht zum letzten Mal) beim Entzug, am 1. März 1968 in Franklin, Kentucky heiraten die beiden endlich.

Ab diesem Moment sind June & Johnny auch offiziell unzertrennlich. So begleitet die Braut ihren Mann selbstverständlich bei den legendären Folsom Prison-Konzerten. (Die ganze Geschichte dazu steht hier.) Auch gehört sie als fester Bestandteil zu diversen TV-Formaten, die Cash im Laufe der Zeit übernimmt. Selbst die Geburt des gemeinsamen Sohnes John Carter Cash verändert nicht viel. Wie man ein Kind inmitten des Musikzirkus’ großzieht, konnte June ja am eigenen Leib erfahren. 1971 erhält das Ehepaar dann sogar einen Grammy für das leidenschaftliche Duett If I Were A Carpenter.

Die späten Jahre

Nebenbei unterstützt June noch die die SOS-Kinderdörfer und spendet Mitte der Siebziger sogar genug Geld, damit in der Nähe ihres Zweitwohnsitzes auf Jamaika ein solches errichtet werden kann. „Frau Cash hat Jamaika zu ihrer zweiten Heimat gemacht, sie liebt die Menschen hier und kümmert sich um sie“, kommentiert der damalige Premierminister P.J. Patterson. Doch in erster Linie sieht sie sich als liebende Gattin. Ihre Stieftochter Rosanne wird das bei ihrer Beerdigung mit „Wenn eine Ehefrau zu sein ein Unternehmen wäre, dann wäre June die Geschäftsführerin“ unnachahmlich zusammenfassen.

June Carter Cash mit ihrer Stieftochter Rosanne Cash, ebenfalls erfolgreiche Country-Musikerin

Als die Karriere ihres Mannes in den Achtzigern dann vor die Wand fährt, steht sie genauso fest an seiner Seite wie 1992, als Johnny nach langem Kampf endgültig die Drogen besiegt und seine Laufbahn mit den sensationellen American Recordings wiederbelebt. Nach der Jahrtausendwende sammelt June Carter Cash dann gleich drei Grammys ein, etwa für ihr Solowerk Press On und die Single Keep On The Sunny Side.

2003 muss sich June Carter Cash einer Herzoperation unterziehen, an deren Komplikationen sie am 15. Mai 2003 im Kreise ihrer Familie verstirbt. Ihr Ehemann folgt ihr nur knappe vier Monate später mit gebrochenem Herzen. Die Geschichte der beiden wird dann in Walk The Line zum filmischen Blockbuster.

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Zeitsprung: Am 7.8.1954 heiraten Johnny Cash und Vivian Liberto.

Popkultur

Im Auftrag des Herrn: Als Bob Dylan vor Papst Johannes Paul II. auftrat

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Bob Dylan
Foto: POOL/AFP/Getty Images

Gläubig war Bob Dylan irgendwie schon immer — mal in der einen, mal in der anderen Religion. Doch darum geht es nicht, als er am 27. September 1997 vor Papst Johannes Paul II. auftritt

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Echoes, Silence, Patience & Grace von den Foo Fighters anhören:

Mit seinem Gig vor Papst Johannes Paul II. löst Bob Dylan im September 1997 einen ganz schönen Trubel aus. „Darf der das?“, lautet die allgegenwärtige Frage. „Nein“, finden zahlreiche Mitglieder der katholischen Kirche. Kardinal Joseph Ratzinger (später: Papst Benedikt XVI.) möchte den Auftritt sogar verhindern. Doch Dylan bahnt sich seinen Weg zum Häuptling und gibt in Anwesenheit von mehr als 300.000 jungen Katholiken Songs wie Knockin’ On Heaven’s Door, A Hard Rain’s A-Gonna Fall und Forever Young zum Besten. Der Papst hält anschließend ein flammendes Plädoyer für die katholische Kirche — und zitiert darin auch Dylans Songtexte.

„Du sagst, dass ‚blowin‘ in the wind’ die Antwort ist, mein Freund“, proklamiert das Kirchenoberhaupt in Dylans Richtung. „So ist es. Es ist aber nicht der Wind, der Dinge davonträgt, sondern der Atem und das Leben des Heiligen Geistes. Die Stimme die ruft und sagt: ‚Komm!‘. Du fragst, wie viele Wege ein Mann gehen muss, bevor er zum Mann wird. Ich antworte: Es gibt für einen Mann nur einen Weg und das ist der Weg von Jesus Christus, der gesagt hat: ‚Ich bin der Weg und das Leben.‘“ Ob der Papst Dylans Fragen damit beantworten konnte, wissen wir auch nicht. Was wir allerdings wissen, ist, dass Dylans Auftritt beinahe nicht stattgefunden hätte.

Johannes’ Nachfolger Benedikt XVI. hat Einwände

„Es gab Gründe, skeptisch zu sein und das war ich“, schreibt Papst Benedikt XVI. in seinem Buch Johannes Paul II: Mein geliebter Vorgänger. 1997 heißt Benedikt noch Joseph Ratzinger und ist Kardinal. „In gewisser Weise bin ich auch heute [2007] noch skeptisch.“ So äußert der Rockmusikhasser in dem Buch seine Zweifel darüber, ob es richtig gewesen sei, den „sogenannten Propheten“ Dylan auf die Bühne zu lassen. 1997 möchte Kardinal Ratzinger das Konzert sogar aktiv verhindern und spricht sich gegen Dylans Auftritt aus. Zum Glück hat er damals noch nicht allzu viel zu sagen — und zum Glück sieht der amtierende Papst das Ganze ein wenig anders.

Dylan selbst erklärt in einem Newsweek-Interview, wie es um seine Religiosität bestellt ist: „Die Sache mit mir und der Religion ist die … Das ist die reine Wahrheit: Ich finde die Religiosität und Philosophie in der Musik. Ich finde sie nirgendwo anders.“ Immer wieder war es zu Verwirrung um Dylans Glauben gekommen, der zwar jüdisch aufwuchs, Ende der Siebziger aber unter großem Tamtam zum Christentum konvertierte. Später wendete er sich wieder davon ab. „Ich halte mich nicht an Rabbiner, Prediger, Evangelisten und all sowas“, versichert er. „Ich habe mehr durch die Lieder gelernt, als durch irgendeine Einrichtung. Die Lieder sind mein Lexikon und ich glaube ihnen.“

Dylan beim Papst: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe.“

Warum Dylan 1997 dennoch seine Chance ergreift und vor dem Papst auftritt, können wir nur erahnen. Die mediale Aufmerksamkeit wird sicher dazu beigetragen haben, denn nur wenige Tage später erscheint sein 30. Album Time Out Of My Mind. Doch auch der Spaß kommt nicht zu kurz: „Das war eine der besten Shows, die ich je gespielt habe“, verrät er später in einem Interview mit dem Irish Sunday Mirror. Außerdem erklärt er: „Es gab Zeiten in meinem Leben, da konnte ich nur auf der Bühne glücklich sein.“ Touren falle ihm nicht schwer. „Viele Leute halten das Touren nicht aus, aber für mich ist das wie Atmen.“ Hoffentlich kommt er dabei nicht dem Atem des Heiligen Geistes in die Quere.

Aufnahmefehler und schlechte Verkaufszahlen: Die holprige Geschichte von Bob Dylans Debütalbum

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Popkultur

Pinke Stromgitarren für den Weltfrieden: Barbie And The Rockers

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Barbie And The Rockers

„"Blonde Haare, ein pinkes Traumhaus und ein noch pinkeres Cabrio: Seit mehr als sechs Jahrzehnten gehört Barbie zu den beliebtesten Spielzeugfiguren der Welt. Der erste Film mit der populären Puppe erschien am 27. September 1987 auf Videokassette. Der Name des Streifens: Barbie And The Rockers: Out Of This World. Ja, wirklich.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einen Ausschnitt aus Barbie And The Rockers anschauen:

Ihr habt richtig gelesen: Mitte der Achtziger gründet Barbie ihre eigene Band. Der Hintergrund: Spielzeughersteller Mattel möchte dem Konkurrenzprodukt Jem And The Holograms aus dem Hause Hasbro etwas entgegensetzen und schickt Barbie in die Welt der Krachmusik. „Barbie And The Rockers“ heißt die neue Reihe; in Europa erscheint sie unter dem Namen „Barbie And The Rock Stars“. E-Gitarren, ein Drumkit, sogar eine Bühne: Kinder, die mit der blonden Puppe Rock’n’Roll spielen möchten, haben ab 1985 die freie Wahl. Und nicht nur das: Die lautstarke Spielzeugreihe läutet auch Barbies Filmdebüt ein. Am 27. September 1987 erscheint die allererste Fernsehsendung der Puppe auf Videokassette.

Zugegeben, die Handlung von Barbie And The Rockers: Out Of This World klingt ein wenig albern. In dem Film wird Barbie aufgrund ihrer weltweiten Berühmtheit zur Botschafterin für den Weltfrieden ernannt. Als die Gruppe ihre Welttournee beendet hat, sagt Barbie, sie habe etwas ganz Besonderes geplant, das „nicht von dieser Welt“ sei. Selbst ihre Band weiß noch nicht, worum es geht. Eines Tages bekommt Barbie eine Einladung von der Weltfriedensorganisation. Zu ihren Ehren soll ein Ball veranstaltet werden. Sie bittet Ken darum, sie zu begleiten, und geht mit ihren Freundinnen shoppen. Auf dem Ball verkündet Barbie dann die große Neuigkeit: Sie möchte mit ihrer Band ein Konzert im Weltall geben.

Barbie And The Rockers: Soundtrack von den Beatles und Lovin’ Spoonful

Anfangs sind ihre Bandmitglieder wenig begeistert von der Idee, stimmen aber schließlich zu. Später fliegt die Rockgruppe mit einem pinken Space Shuttle zum „Interstar Amphitheater“, wo sie von einem Herrn namens Dr. Leonard begrüßt wird. Ein kleines Publikum wartet auch schon auf die Rockerinnen. Der anschließende Auftritt von Barbie und Co. wird weltweit im Fernsehen übertragen und die Band stellt sogar einen neuen Song vor, den sie extra für die Show geschrieben hat. Zum Schluss der Show erklärt Barbie, dass dies der erste Tag des Weltfriedens sei, und dass es nicht der letzte sein wird, wenn alle das genug wollen. Leichte Kost, also. Für den Soundtrack des Streifens covert Barbie unter anderem die Beatles und Lovin’ Spoonful.

Heute gibt es unzählige Barbie-Filme; ein weiterer soll nächstes Jahr anlaufen. Falls wir euch mit unserem Artikel angefixt haben, müssen wir euch allerdings enttäuschen: Barbie And The Rockers: Out Of This World ist ausschließlich auf gebrauchten Videokassetten und einigen wenigen DVDs erhältlich. Einer Neuauflage scheinen vor allem die Coversongs im Weg zu stehen, die für eine erneute Veröffentlichung noch einmal lizensiert werden müssten. Vielleicht klappt das ja eines Tages. Es wäre sogar ein Box-Set möglich. Mit Barbie And The Sensations: Rockin’ Back To Earth gibt es nämlich noch eine Fortsetzung von Barbies Rockstar-Abenteuern. Im Sequel kehrt die Puppe mit ihrer Band auf die Erde zurück — und steckt auf einmal im Jahr 1959 fest. Doch das ist eine andere Geschichte.

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Popkultur

Die 10 größten Meat-Loaf-Hymnen

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Meat Loaf
Foto: Sony Music Archive via Getty Images/Terry Lott

Er war ein gewaltiger Rockstar im Wortsinn: Die Musikwelt trauert um den großen Meat Loaf. Wir erinnern uns an den legendären Koloss des Hard Rock und blicken auf seine unvergesslichsten Songs zurück.

 von Björn Springorum

Auch wenn er natürlich viel mehr gemacht hat: Am ehesten bringt man Meat Loaf mit seiner Bat-Out-Of-Hell-Trilogie in Verbindung. Mehr als 65 Millionen Mal haben sich diese drei Alben verkauft, das erste und erfolgreichste geht bis heute rund 200.000 Mal jährlich über den Ladentisch. Kein Wunder: Das Meisterwerk von 1977 ist ein stellarer Moment des theatralischen Hard Rock, eine Art Broadway-Musical mit harten Gitarren.

Seine Stimme und das kompositorische Genie seines langjährigen Partners Jim Steinman nehmen eine Ausnahmestellung im Kanon des Rock‘n‘Roll ein. Hier kommen zehn seiner mächtigsten, emotionalsten, größten Songs.

1. I’d Lie For You (And That’s the Truth) (1995)

Meat Loaf hat sich nicht immer auf die Kompositionen von Jim Steinman verlassen. Schon zwei Jahre nach dem Erfolg von Bat Out of Hell II: Back Into Hell kommt Meat Loaf mit Welcome To The Neighborhood um die Ecke, einem Album, das auch ohne Steinman so klingt, als hätte er es geschrieben. Der erfolgreichste Song daraus wurde von Diane Warren komponiert, die zur damaligen Zeit eine unaufhaltsame Hitmaschine war. Die Power-Ballade wird dann auch zu seinem letzten großen Hit.

2. Rock And Roll Dreams Come Through (1993)

So ziemlich jeder Song auf der Fortsetzung von Bat Out Of Hell zeigt, dass weder Meat Loaf noch Jim Steinman die Pause von 16 Jahren geschadet hat. Ursprünglich für Steinmans 1981er Soloalbum aufgenommen, wird es durch Meat Loaf zu einem weiteren großen Epos aus Herzschmerz und einem Refrain, der so heute einfach nicht mehr gemacht wird. Ganz großes Kitschkino.

3. You Took The Words Right Out Of My Mouth (On A Hot Summer Night) (1977)

Als erster Beitrag seines legendären Gamechangers Bat Out Of Hell steht hier You Took The Words Right Out Of My Mouth, ein wahrgewordener Hard-Rock-Traum mit gotischem Video, grandioser Hook und allem, was den Rock‘n‘Roll der Siebziger so größenwahnsinnig machte. Besser wird‘s auch auf der größten Bühne nicht.

4. Two Out Of Three Ain’t Bad (1977)

Eigentlich könnte hier ja einfach das gesamte Bat Out Of Hell stehen, fertig. Es gibt einfach keinen Filler auf diesem Album. Auch Two Out Of Three Ain’t Bad ist ein echter Killer: Eine große, große Ballade, die Meat Loaf auf einem absoluten Höhepunkt zeigt und zugleich eins der besten Beispiele für Steinmans kompositorisches Genie ist. So was nennt man dann wohl perfekte Chemie.

5. Bat Out Of Hell (1977)

Allen Ernstes, wer sein Debüt mit einem Paukenschlag wie diesem eröffnen kann, der hat schon alles geschafft, ehe er überhaupt so richtig angefangen hat. Fast zehn Minuten nimmt sich der ausladende Opener Zeit und zieht auf dieser Langstrecke gleich mal alle Register: die Ouvertüre zu diesem unfassbaren Musiktheater, ein Start mit Feuerwerk, Kanonen und massiver Produktion. Übrigens: Als musikalische Gäste mischen hier Todd Rundgren sowie Roy Bittan und Max Weinberg von der E Street Band mit. Es heißt schon was, wenn man sagt, dass es die echt nicht gebraucht hätte.

6. Hot Patootie – Bless My Soul (1975)

Natürlich darf die Rocky Horror Picture Show hier nicht fehlen. Meat Loaf gibt in diesem schrägen Stück Rock‘n‘Roll den dusseligen Biker Eddie, der den Laden gehörig aufmischt. Sicherlich nicht seine Sternstunde. Aber allein aus popkultureller Sicht erwähnenswert.

7. Read ’Em And Weep (1981)

Kurioserweise wird nicht alles, was Meat Loaf und Jim Steinman gemeinsam angingen, zu Gold. Dead Ringer, der schwierige Nachfolger zu Bat Out Of Hell, leidet unter dem enormen Erfolg des Vorgängers, hat aber einige Perlen zu bieten. Read ’Em And Weep zum Beispiel, eine stimmungsvolle Ballade, die aber erst zwei Jahre später durch Barry Manilow zu einem gewaltigen Erfolg wird. Muss man manchmal nicht verstehen.

8. Objects In The Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are (1993)

Am besten waren Meat Loaf und Jim Steinman immer zusammen. Das zeigt auch Bat Out Of Hell II: Back Into Hell, das Album, das 1993 eine zwölfjährige Funkstille beendet. Da ist sie wieder, diese theatralische, dramatische Magie und diese unfassbare Energie. Wir wiederholen uns, aber: Niemand schreibt solche Refrains!

9. I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) (1993)

Sein wahrscheinlich größter Hit stammt ebenfalls vom zweiten Teil seiner definierenden Trilogie: I’d Do Anything For Love (But I Won’t Do That) ist eine der größten Rock-Balladen aller Zeiten – obwohl bis heute eigentlich niemand so recht weiß, worum es in der Nummer eigentlich geht. Egal, die Musik ist so unfassbar spektakulär, dass Meat Loaf auch nur summen könnte und die Nummer wäre immer noch unsterblich.

10. Paradise By The Dashboard Light (1977)

Wenn wir uns festlegen müssten, würden wir diesen Song als absolutes Karrierehoch von Meat Loaf wählen. Unterteilt in drei Kapitel und über acht Minuten lang, dennoch als Single veröffentlicht: Für Meat Loaf und Jim Steinman gelten damals andere Regeln. Der Song ist ein Überbleibsel aus Steinmans Neverland-Musical und bringt Meat Loaf mit der Hauptrolle Ellen Foley zusammen. Ziemlich irre ist er auch: Inhaltlich dem Thema Sex im Auto verschrieben, gibt es im Video eine wilde Rummachszene, geschnitten in ein Baseballspiel.

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