------------

Popkultur

Zeitsprung: Am 26.3.1944 wird Soul-Legende Diana Ross geboren.

Published on

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 26.3.1944.

von Christof Leim und Andrea Leim

Als Diana Ernestine Earle Ross am 23. März 1944 in Detroit geboren wird, deutet noch nichts darauf hin, dass dieses kleine Mädchen einmal zu den erfolgreichsten Künstlern der Welt gehören wird. Doch das soll sich ganz schnell ändern…

Hier könnt ihr die besten Songs von Diana Ross reinhören:

Klickt auf „Listen“ für das volle Programm.

Mit gerade einmal 15 Jahren singt Diana Ross zum ersten Mal für einen Plattenvertrag vor, und zwar beim legendären Label Motown Records. Das junge Mädchen aus Detroit gehört zur Gruppe The Primettes, gewissermaßen eine „Schwesternband“ der männlich besetzten The Primes. Einer dieser Jungs hatte, begeistert von den weiblichen Stimmen, den Musikmanager Milton Jenkins auf die Primettes aufmerksam gemacht. Auch der erkannte das Talent, schickte die Damen zu einem Gesangswettbewerb, den sie gewannen, und plante, die Gruppe bei Motown vorzustellen. Doch letztlich ist es Diana Ross’ Nachbar, kein anderer als William „Smokey“ Robinson, der die Mädchen dem Labelchef Berry Gordy präsentiert. Und der lehnt ab! „Kommt wieder, wenn ihr eure Schule beendet habt“, soll er gesagt haben.

Die Mädchen kommen wieder, allerdings schon am nächsten Tag. Fortan übernehmen sie Hilfsarbeiten in dem Studio, klatschen bei Aufnahmen anderer Künstler, singen die Chorstimmen und so weiter. Ihre Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Im Januar 1961 willigt Gordy ein, die Band unter Vertrag zu nehmen – unter einer Bedingung: Sie muss ihren Namen ändern. Und so werden aus den Primettes die Supremes, die ein Jahr später, also im Januar 1962, tatsächlich ihren ersten Plattenvertrag unterzeichnen.

Die Supremes als Trio: Florence Ballard, Mary Wilson und Diana Ross (v.l.) – Pic: Jac. de Nijs/Anefo/Wiki Commons

Anfangs läuft es nicht wirklich gut für die damals noch vier jungen Frauen. Die erste Single von Florence Ballard, Mary Wilson, Barbara Martin und Diana Ross heißt I Want A Guy und schafft es nur auf einen der hinteren Plätze der Charts. Auch die folgenden Platten schlagen nicht wirklich ein. Nachdem Abschied von Barbara Martin im gleichen Jahr fungieren die Supremes fortan nur noch als Trio.

Doch der Durchbruch lässt noch bis 1964 auf sich warten. In der Zwischenzeit wird Labelchef Berry Gordy Manager der Band, wählt Diana Ross als Hauptsängerin aus und schickt die drei auf eine 36-tägige Konzertreise durch die USA. Die Presse wird aufmerksam, und als im August das Stück Where Did Our Love Go an die Spitze der Hitparade klettert, haben die Supremes es geschafft. Vier weitere Nummer-eins-Hits folgen: Baby Love, Come See About Me, Stop! In the Name of Love und Back in My Arms Again. 1965 wird die Band erstmals für einen Grammy nominiert. Die Supremes avancieren zur erfolgreichsten Gruppe von Motown Records und bleiben bis heute das erfolgreichste Gesangsensemble Amerikas.

1970 verlässt Ross die Band und widmet sich ihrer Solokarriere – immer unterstützt und auch getrieben von Berry Gordy. Seit einigen Jahren ist der Motown-Chef damals auch der Liebhaber seines Superstars. In seiner Biografie schreibt er: „Diana hat mir mehr bedeutet, als sie sich jemals vorstellen könnte. Eine Zeit lang war ich richtig besessen von ihr. Sie war magisch – und sie gehörte mir.“

Ähnlich wie beim Start der Supremes braucht auch Ross als Solokünstlerin ein wenig Anlauf. Der Kartenvorverkauf ihrer ersten Shows in Las Vegas läuft nur schleppend, was vor allem ihr Manager nicht gerne sieht. Kurzerhand schickt Gordy Mitarbeiter auf die Straße, die jedem 20 Dollar versprechen, der am Abend zu Ross’ erstem Konzert erscheint. Dabei erhalten sie eine Hälfte des in der Mitte auseinander gerissenen Scheins sofort, die andere Hälfte auf dem Konzert. Der Trick geht auf, der Abend wird zum Erfolg – auch wenn Diana Ross den wahren Grund später erfährt.

Kurz darauf trennt sich das Paar, und die Sängerin heiratet Musikmanager Robert Silberstein. Tochter Rhonda, die nur wenige Monate später zur Welt kommt, ist zwar das Kind von Berry Gordy, doch Silberstein zieht das Mädchen groß. Musikalisch klettert Ross auch als Solokünstlerin wieder die Charts empor. Zwischen 1970 und 1980 erreichen sechs ihrer Singles Platz eins der US-Charts: Upside Down, Endless Love, Touch Me In The Morning, Do You Know Where You’re Going To und Love Hangover.

Ein Superstar der Siebziger und Achtziger: Die “Queen of Soul”

Mehr noch: Die „Queen of Soul“ wird auch noch Schauspielerin und übernimmt 1972 in dem Film Lady Sings The Blues die Rolle der Billie Holiday. Dass sie den Job nicht durch Vitamin B, sondern vollkommen zu Recht bekommt, zeigt sich, als sie 1973 erst den Golden Globe als „Beste Nachwuchsdarstellerin“ erhält und kurz darauf sogar für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert wird.

Nun könnte man noch für die folgenden 45 Jahre ihre Errungenschaften und Erfolge aufzählen. Das Internet hat ja genug Platz. Wir haben uns in eurem Sinne für eine kleine, feine Auswahl entschieden: 1982 erhält sie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame: „Als kleines Mädchen habe ich für meinen Spiegel gesungen und wollte meine Familie unterhalten. Dass ich einmal soweit komme, habe ich nie geglaubt“, sagt Ross dazu. 2007 wird ihr Lebenswerk mit dem Kennedy-Preis für darstellende Künste geehrt. 2012 erhält Ross nach zwölf Nominierungen endlich einen Grammy – ebenfalls für ihr Lebenswerk. 2016 wird ihr eine besondere Ehre zuteil: Barack Obama verleiht ihr die Präsidentenmedaille der Freiheit, eine der höchsten zivilen Auszeichnungen der Vereinigten Staaten. Obama hält persönlich die Laudatio:

In Diana Ross’ Leben tummeln sich eine Menge bekannter Persönlichkeiten: So ist sie eine der engsten Freundinnen von Michael Jackson. Motown Records kolportiert in den Siebzigern sogar die Geschichte, sie habe die Jackson 5 mitentdeckt – angeblich ein PR-Gag, wie später bekannt wird. Trotzdem verbindet Ross und Jackson eine tiefe Freundschaft. Der „King of Pop“ hat in seinem Testament Diana Ross sogar als mögliche Ziehmutter seiner Kinder vorgesehen, sollte deren Oma Katherine Jackson auf das Sorgerecht verzichten.

Gene Simmons von Kiss lebt zwei Jahre lang mit der Sängerin zusammen. Der Rockstar, hinter dessen Maske sich schon immer ein gewiefter Geschäftsmann verbirgt, rät ihr dazu, Motown Records zu verlassen und hilft Ross, ihren Vertrag mit RCA Records zu verhandeln. Die Diva unterschreibt den für damalige Verhältnisse mit 20 Millionen Dollar teuersten Musikdeal der Geschichte. „Mir hat gefallen, wie stark und selbstsicher sie war“, erinnert sich Gene Simmons später. „Nichts wirkt anziehender auf einen Mann, als eine Frau, die ohne ihn leben kann. Und so war es mit ihr.“

Stark, schön, erfolgreich und zielstrebig: Am 26. März 1944 wird ein kleines Mädchen im Hutzel Women’s Hospital in Detroit geboren und schreit ihren ersten Ton in die Welt hinaus. Bis heute ist er noch deutlich zu hören. Happy Birthday, Diana Ross!

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

Motown Records: Vom Party- zum Protest-Sound einer ganzen Generation

Popkultur

Zeitsprung: Am 6.7.1964 läuft der Beatles-Film „A Hard Day’s Night“ an.

Published on

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 6.7.1964.

von Timon Menge und Christof Leim

Als die Beatles am 6. Juli 1964 ihren ersten Kinofilm A Hard Day’s Night veröffentlichen, schreiben sie die Regeln einer gesamten Kunstform neu — schon wieder. Hatte man Musiker bis jetzt vor allem als Schauspieler eingesetzt, um mehr Kinokarten zu verkaufen (siehe: Elvis Presley), spielen sich die „Fab Four“ einfach selbst. Wir haben den Streifen unter die Lupe genommen.

Hier könnt ihr euch das Album A Hard Day’s Night anhören: 

Wir schreiben das Jahr 1964. Die Beatlemania droht, das Vereinigte Königreich aus den Angeln zu heben. Zwei Jahre zuvor hatten John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr den Song Love Me Do veröffentlicht und den Sprung in die britischen Charts geschafft. Es folgte ein Sog aus aufblühender Jugendkultur und Musikinnovation. Keine 24 Monate später gelten die vier Liverpooler auch international als Phänomen. Die Zeichen stehen auf „British Invasion“, nicht zuletzt aufgrund des legendären Auftritts der „Fab Four“ in der Ed Sullivan Show. Von Kritikern gerügt und von Fans verehrt, kehrt das Quartett Ende Februar aus den USA zurück und beginnt eine knappe Woche später ihr nächstes und bis dato außergewöhnlichstes Projekt: die Dreharbeiten zu A Hard Day’s Night.

Übernehmen ab Mitte der Sechziger die Welt: George Harrison, Ringo Starr, Paul McCartney und John Lennon – Pic: Underwood Archives/Getty Images

Im Gegensatz zu den damals üblichen Musikfilmen, in denen Stars wie Elvis Presley zwar neues Material präsentieren, in der Regel aber in fremde Rollen schlüpfen, schließt A Hard Day’s Night nahtlos an das unkonventionelle Interviewverhalten der Truppe an. Die Herren spielen allesamt sich selbst – und das inmitten des Tohuwabohu der Beatlemania.

Die Handlung: Auf dem Weg zu einer Show muss die Band einer wilden Horde Fans entkommen und findet auch während der anschließenden Zugfahrt keine Ruhe. Es folgen Situationen aus dem vermeintlichen Alltag der Teenieidole, in denen sie immer wieder ihre Songs darbieten. Doch weder im Hotel noch backstage bei einer Aufzeichnung oder während eines Casino-Besuchs mit Pauls Großvater lassen sich Ruhm und Verpflichtungen abschütteln. Letztlich findet das angekündigte Konzert wie geplant statt, die Band gelangt danach via Helikopter in die wohlverdiente Sicherheit. Aufgepasst: Wer genau hinschaut, kann einen noch unbekannten Phil Collins als Komparsen im Konzertpublikum entdecken.

Hat noch nicht einmal im Zug seine Ruhe: George Harrison in „A Hard Day’s Night“ – Pic: Max Scheler – K & K/Getty Images

Die Beatles entscheiden sich damals bewusst für einen Filmemacher, dessen musiknahe Werke die Vier schon länger wegen ihrer unkonventionellen Art mögen; der amerikanische Regisseur Richard Lester stellt ihnen wiederum den Liverpooler Schriftsteller Alun Owen vor und lässt ihn die Gruppe auf Tour begleiten. So entsteht ein Skript, welches auf dem typischen Beatles-Humor und Liverpooler Redensarten basiert und dadurch revolutionär authentisch wirkt. Owen heimst für seine Arbeit im folgenden Jahr ebenso wie der Soundtrack eine Oscar-Nominierung ein.

In Deutschland erscheint A Hard Day’s Night unter dem Titel Yeah Yeah Yeah und wird für die Synchronisation auch inhaltlich stark verändert, wie damals üblich: Diskussionen über Günter Grass und den deutschen Film vor Londoner Kulisse tragen wie die anderen ländereigenen Anpassungen zur internationalen Beliebtheit der Briten bei. Der englische Originaltitel basiert auf einem Versprecher von Schlagzeuger Starr, der im April nach einem anstrengenden Drehtag anmerkt: „It’s been a hard day“. Als er feststellt, dass bereits die Nacht angebrochen ist, ergänzt er seine Aussage schnell um ein „…’s night.“ Regisseur Lester findet die Aussage passend und gibt bei den Musikern einen Song mit der Phrase als Titel in Auftrag. Wenige Stunden später hat Lennon das Stück fertig und notiert es auf einer Glückwunschkarte, die heute im British Museum in London bestaunt werden kann. Deutsche Kinos führen die Komödie erstmals am 23. Juli 1964 vor.

Lennon tut den Film später als Klamauk ab, McCartney hingegen lobt den Schwarz-Weiss-Streifen für die Authentizität seiner Charaktere. Fakt ist: A Hard Day’s Night läutet ein neues Zeitalter des Musikfilms ein und gilt als eines der ersten Beispiele einer Mockumentary. Die Meta-Ebene, auf der sich der Film mit Ruhm und Erfolg auseinandersetzt, erlaubt der Band einen Kommentar zur Beatlemania, ohne sie offen zu kritisieren und Fans vor den Kopf zu stoßen. A Hard Day’s Night kann also als frühe Instanz der in späteren Jahren Beatles-typischen Gesellschaftskritik bezeichnet werden. Für George Harrison hat der Film übrigens noch ganz andere Szenarien zur Folge: Am Set lernt er die junge Schauspielerin Pattie Boyd kennen, die er zwei Jahre später heiratet und die ihn später in nach einer dramatischen Dreiecksgeschichte für Eric Clapton verlässt.

George Harrison und Pattie Boyd 1964 – Pic: Michael Ochs Archives/Getty Images

Zeitsprung: Am 9.2.1964 übernehmen die Beatles die USA – gewissermaßen.

Continue Reading

Popkultur

Zeitsprung: Am 5.7.1954 nimmt Elvis Presley seinen ersten Hit „That’s All Right“ auf.

Published on

Michael Ochs Archives/Getty

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.7.1954.

von Tom Küppers und Christof Leim

Natürlich spielt Gevatter Zufall auch im Rock’n’Roll eine wesentliche Rolle. Selbst Elvis Presley, der „King“ höchstselbst, verdankt seinen Karrierestart einem kurzen, absolut ungeplanten Moment…

Hier könnt ihr euch zur Lektüre die Nummer und andere Elvis-Klassiker anhören:

Sam Phillips ist ein umtriebiger Geschäftsmann. Unter dem Banner Sun Records veröffentlicht er Anfang der Fünfziger Tonträger von Künstlern wie B.B. King oder Howlin’ Wolf und betreibt auch das dazugehörige Aufnahmestudio. Schnell kommt er auf die Idee, dieses auch Hobbymusikern zugänglich zu machen, die dann beispielsweise ihren Gesang auf einem rasch gepressten Acetat-Tonträger mit nach Hause nehmen können. Das gefällt auch dem gerade mal zwanzig Jahre jungen Elvis Aron Presley. Der kommt eines Tages in das Studio und möchte als Geburtstagsgeschenk für seine Mutter zwei Songs aufnehmen. Der Kunde ist König, Elvis bekommt seine Platte. Vor allem aber ist Parker recht angetan von dem, was er hört, und lädt den jungen Musiker zu weiteren Aufnahmen ein. 

Zunächst springt der musikalische Funke nicht richtig über, dann hat der Legende nach Parkers Sekretärin Marion Keisker den Geistesblitz, Presley mit dem Gitarristen Scotty Moore bekannt zu machen. Die erste Reaktion des erfahrenen Musikers ist pures Gold: „Elvis Presley? Was zum Geier soll denn das für ein Name sein?“ Nach einer gemeinsamen Probe ändert sich seine Meinung, umgehend wird für den 5. Juli 1954 eine weitere Aufnahmesession angesetzt. Doch die angedachten Interpretationen zeitgenössischer Pop-Hits zünden nicht wirklich. 

Während der Rest der Anwesenden während einer Pause ratlos dreinblickt, schnappt sich Elvis einfach eine Gitarre und beginnt, eine flotte Version von That’s All Right zu singen, einen Proto-Blues von Arthur Crudup. Später wird Presley erzählen, dass er eigentlich lediglich einmal kurz den Clown geben wollte, um die Stimmung aufzuheitern. Kontrabassist Bill Black steigt allerdings zupfenderweise auf den Witz ein, und da geht Parker plötzlich ein Licht auf: Das ist genau der neue Sound, nach dem alle suchen, und er hat ihn gerade eben gefunden. Moore stürzt zurück in den Aufnahmeraum, sucht ein paar Akkorde zusammen, und fertig ist die Nummer. 

Drei Tage später läuft That’s All Right dann zum ersten Mal im Radio bei Sendern, die Philipps mit einer Vorabpressung versorgt hat. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten; in einem Studio glühen die Telefone solange, bis sich der DJ genötigt sieht, die Platte während seiner zweistündigen Show immer und immer wieder aufzulegen. Elvis wird sogar zu einem Liveinterview eingeladen.

Am 19. Juli 1954 steht That’s All Right dann als Single in den Läden mit Blue Moon Of Kentucky als B-Seite, den die drei Musiker auf ähnliche Weise eingespielt hatten: Gesang, Gitarre, Bass, fertig. Und damit beginnt eine bis heute unvergleichliche Weltkarriere.

Und das soll alles darauf basieren, das Presley nur mal kurz einen Witz reißen wollte? Ein paar Jahre vor seinem Tod beantwortet Scotty Moore genau diese Frage mit einem Lachen im Gesicht und einem eindeutigen „Absolut!“ Manche Geschichten kann man sich echt nicht ausdenken…

Zeitsprung: Am 26.8.1969 kann Elvis Presley auf der Bühne nicht aufhören zu lachen.

Continue Reading

Popkultur

Sex, Prügel, Mordversuche: Vor 40 Jahren heiraten Ozzy und Sharon Osbourne

Published on

Sharon & Ozzy Osbourne
Foto: Dave Hogan/Getty Images

Wie die Ehe zwischen zwei absolut unberechenbaren Neurotiker*innen wie Ozzy und Sharon Osbourne wohl so verläuft? Heftiger und exzessiver als sich das jede*r von uns vorstellen kann. Chronik einer sehr wilden Ehe.

von Björn Springorum

Im April 1979 wird Ozzy Osbourne nach katastrophalen Konzerten und unproduktiven Studioaufenthalten bei Black Sabbath vor die Tür gesetzt. Für ihn ist die Sache klar: Ihr Manager Don Arden braucht nur einen Sündenbock, erwischt hat es eben ihn. Arden, ein kompromissloser, brutaler Typ mit Mafiamethoden und einer langen Liste von Feinden und Kontroversen, lenkt damals schon seit einigen Jahren die Geschicke der Band. An der Rezeption sitzt damals seine Tochter Sharon Arden.

Liebe auf den ersten Kick

Auf die hat Ozzy schon seit Beginn der Siebziger ein Auge geworfen, bekommt es jedoch irgendwie hin, die Beziehung die ganzen Jahre über professionell zu halten – und das in einem Jahrzehnt, in dem man sich durchaus fragen kann, wie ein Begriff wie „professionell“ überhaupt in Ozzys Habitus passt. Vielleicht liegt es ja daran, dass er davon ausgeht, sie hielte ihn für einen „Wahnsinnigen“, wie er mal recht luzide reflektierte.

Rock N Roll Rocker GIF - Find & Share on GIPHY

Damals weiß er noch nicht, dass seine Zukünftige aus dysfunktionalen Verhältnissen stammt: Ihr Vater ist gewalttätig, sie ist oft Zeugin seiner Ausraster, als eine sehr junge schwangere Sharon Osbourne mal ihre Mutter besucht, ruft die ihre aggressiven Hunde nicht zurück, die über ihre Tochter herfallen. Sie verliert das Kind. So ein Ozzy auf welcher Droge auch immer wirkt im Gegenzug eher wie ein Spaziergang.

100.000 Pfund für Drogen

Obwohl Arden den Sänger gefeuert hat, nimmt er ihn auf sein Label Jet Records und entsendet seine Tochter Sharon nach Los Angeles, um dessen Solokarriere aufzubauen. Dort hat sich Ozzy mit seinen rund 100.000 Pfund Anteilen am Namen Black Sabbath (heute wären das über eine halbe Million Pfund) zurückgezogen, um in Frieden alles für Drogen und Suff auszugeben – „bevor ich zurück nach Birmingham kehren und mich arbeitslos melden würde“, so erinnert er sich. Ein folgenschwerer Fehler für den ach so taktierenden Manager: Die beiden verlieben sich, formen eine gemeinsame Front gegen Arden, der daraufhin schwere Geschütze auffährt, um die beiden auseinanderzubringen.

Ozzys erste Frau

Don Arden raubt seine Tochter aus, versucht sie umzubringen und erzählt Ozzy einmal sogar, dass seine Tochter ihren eigenen Vater verführen wollte. Familien… Man kann sie sich eben nicht aussuchen. Ozzy und Sharon bleiben stark, aber da gibt es natürlich noch ein anderes Problem: Ozzy ist seit 1971 mit einer gewissen Thelma Riley verheiratet, die beiden haben sogar zwei Kinder. Um den Weg für die neue Liebe frei zu machen, lässt sich Ozzy 1982 von Riley scheiden und tritt am 4. Juli 1982 mit Sharon Arden vor den Traualtar. Natürlich darf man sich fragen, wie die beiden jemals auch nur annehmen konnten, eine ruhige, harmonische Ehe zu führen, aber es ist natürlich nicht an uns, das zu beurteilen.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Kelly Osbourne (@kellyosbourne)

Während Ozzy sehr bald danach wieder in einem Schleier aus Drogen und Alkohol durch die Welt stolpert und Sharon Osbourne in ihrer neuen Rolle als Managerin mehr und mehr wird wie ihr brutaler Vater, ist zumindest ihr Hochzeitstag eine romantische Sache: Ozzy im weißen Anzug, mit Fliege und Lorbeerkranz (wie ein römischer Kaiser), Sharon im weißen Kleid mit Schleier. Weiß, die Farbe der Unschuld… Das kommt schon 1982 nicht mehr hin.

Keine großbusige Beutefrau

Was folgt, wissen wir alle: eine wilde Ehe voller Exzesse, Streitereien und physischer Gewalt. Sie überfährt ihn mit dem Auto, er sie mit dem Rasenmäher, 1989 versucht er nach vier Flaschen Wodka, sie zu erwürgen. Dafür kommt er sogar ein paar Monate in den Knast. Sharon hält zu ihm. Die ganze Zeit. 2016 trennen sie sich zwar kurz, als Ozzys Affäre mit der Haarstylistin Michelle Pugh ans Licht kommt, doch nach Dutzenden Affären ist Sharon wohl abgehärtet, schon im Jahr darauf sind sie wieder zusammen. Und nicht nur das: Sie baut ihn über die Jahre zum Nationalheiligtum auf, zur bekanntesten Marke im Heavy Metal. Für Ozzy, klar. Aber auch für sich selbst. „Ich hörte damals immer nur: Ihr werdet das nie schaffen“, erinnerte sie sich mal. „Alle sahen ihn eher mit einer großbusigen Beutefrau, doch er bekam mich: eine kleine, fette, haarige Halbjüdin. Ich musste sehr viel kämpfen.“

Sharon Osbourne Ozzy GIF by Recording Academy / GRAMMYs - Find & Share on GIPHY

Mittlerweile haben es sogar die beiden geschafft, ihre Ehe in ruhigere Fahrwasser zu steuern. Zu ihrem 40. Hochzeitstag werden die beiden ihr Eheversprechen erneuern – das zweite Mal nach 2017. Und sich dann auf ihren Umzug zurück nach England vorbereiten. Happy anniversary!

Du willst nichts mehr in der Rockwelt verpassen? Melde dich hier für unseren Newsletter an und werde regelmäßig von uns über die wichtigsten Neuigkeiten, die spannendsten Geschichten sowie die besten Veröffentlichungen und Aktionen informiert!

Hundetherapeuten, Seifenblasen und geworfene Schinken: Das sind die 7 besten Momente aus „The Osbournes“

Continue Reading

Latest Music News

Top Stories

Don't Miss