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Popkultur

Zeitsprung: Am 12.1.1959 gründet Berry Gordy die legendäre Hitschmiede Motown Records.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 12.1.1959.

von Timon Menge und Christof Leim

Zu Beginn seiner Karriere arbeitet Berry Gordy als Songschreiber. Als er realisiert, dass es auf der veröffentlichenden Seite des Musikgeschäfts deutlich mehr zu verdienen gibt, schmiedet er einen Plan. Im Januar 1959 leiht er sich 800 US-Dollar von seiner Familie und gründet Tamla Records — den direkten Vorgänger der Motown Record Corporation.


Hört hier in die größten Motown-Hits rein:

Klickt auf „Listen“ für das volle Programm.

Wer Soul hört, kennt auch Motown. So einfach ist das. Ob Diana Ross, Jackie Wilson, Stevie Wonder, die Jackson Five, Marvin Gaye, die Temptations, die Four Tops, Lionel Richie, Al Green oder Martha Reeves: Die Liste der Künstler, die das Label während der vergangenen Dekaden prägten, ist lang. Doch die Motown-Erfolgsgeschichte spielt sich nicht nur im Musikgeschäft ab, sondern auch in der Politik. So trägt die Plattenfirma während der Sechziger und Siebziger maßgeblich dazu bei, dass afroamerikanische Musiker in den USA stärker akzeptiert werden. Doch beginnen wir vorne…

Eines der finanziellen Zugpferde der Motown Record Company: die Jackson 5 mit Michael in der Mitte

Der Name des Labels spielt auf dessen Herkunft an. So kennt man Detroit vor allem als Dreh- und Angelpunkt der US-amerikanischen Autoindustrie. General Motors, Ford, Chrysler: Was in der Branche Rang und Namen hat, siedelt sich in der „motor town“ oder zumindest in der direkten Umgebung an. Auch Volkswagen betreibt eine Niederlassung in Auburn Hills, einem Vorort der nordamerikanischen Metropole.

1959 erscheint mit Come To Me von Marv Johnson die erste Single des Labels. Der erste Hit gelingt kurz danach mit Money (That’s What I Want) von Barrett Strong. Den ersten Motown-Plattenvertrag unterzeichnet die Gruppe The Matadors, die sich wenig später in The Miracles umbenennt. Vom R&B-Nummer-Eins-Hit Shop Around (1961) der Gruppe verkaufen Motown zum ersten Mal über eine Million Einheiten.

Markieren den Startschuss des Motown-Erfolgs: The Miracles mit ihrem Frontmann Smokey Robinson ganz links

Schnell wird der Erfolg des Labels physisch sichtbar: Noch im Jahr der Firmengründung erwirbt Gordy das legendäre Hitsville U.S.A.-Haus in Detroit und baut das ehemalige Fotostudio zu einem Aufnahmestudio um. Er selbst und seine Familie bewohnen den ersten Stock, sieben weitere Häuser in der Nachbarschaft kauft Gordy innerhalb der nächsten Jahre. Mitte der Sechziger beschäftigt Motown 450 Angestellte und erzielt einen Umsatz von 20 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Eine unscheinbare Firmenzentrale, die jahrelang Millionenumsätze erwirtschaftet: Hitsville U.S.A. in Detroit – Pic: Blob4000/Wiki Commons

Die Plattenschmiede entwickelt sich zu einem waschechten Familienunternehmen. So beschäftigt Gordy seinen Vater, seine Brüder Robert und George sowie seine Schwester Esther. Auch seine spätere Frau Raynoma Liles arbeitet für das Label. William „Smokey“ Robinson, seines Zeichens Sänger der Miracles, ernennt er zum stellvertretenden Geschäftsführer, was der ihm unter anderem damit dankt, dass er seine Kinder auf die Namen Tamla und Berry tauft.

1965: The Supremes auf einer Gala in den Niederlanden: Florence Ballard, Mary Wilson und Diana Ross (v.l.) – Pic: Eric Koch (ANEFO)/Wiki Commons

Ebenfalls unter den Angestellten, zumindest von 1962 bis 1967: das Songwriting-Trio Brian Holland, Lamont Dozier und Eddie Holland. Die drei Autoren schreiben Hits wie Heat Wave (Martha And The Vandellas), Baby Love (The Supremes) und Stop! In The Name Of Love (The Supremes) und prägen Motown maßgeblich mit. Ab 1967 übernimmt Norman Whitfield den Job und produziert 1968 zum Beispiel den Marvin Gaye-Klassiker I Heard It Through The Grapewine. Von 1961 bis 1971 erscheinen ganze 110 Top Ten-Hits über die Labels der Motown Record Corporation, zu denen Motown, Tamla, Gordy, V.I.P., Soul, Workshop Jazz, Mel-o-dy und Rare Earth zählen.

Einer der prägendsten Motown-Interpreten: Marvin Gaye

Eine große Rolle für den Motown-Erfolg kommt auch der Gruppe The Funk Brothers zu, die einen Großteil der Instrumentalaufnahmen für das Label einspielt. 2002 arbeitet Regisseur Paul Justman die Karriere der Studiomusiker in seiner Dokumentation Standing In The Shadows Of Motown auf. Im Rahmen des Films betont er unter anderem, dass die Funk Brothers und ihre ständig wechselnden Mitglieder mehr Nummer Eins-Hits eingespielt haben als die Beatles, Elvis Presley, die Rolling Stones und die Beach Boys zusammen.

1972 zieht die Plattenschmiede mit Sack und Pack nach Los Angeles um. Eine Niederlassung betreibt Motown dort schon vorher. Die Umsiedelung in eines der Medienzentren der USA bringt gewichtige Veränderungen mit sich. So gründet Gordy eine Filmfirma, die TV-Specials mit den Motown-Künstlern produziert. Wenig später lockert er die strengen Regeln des Labels und gewährt seinen Musikern mehr Freiheiten. So dürfen langjährige Schützlinge wie Marvin Gaye und Stevie Wonder erstmals eigenes Material schreiben.



Eine besondere Verantwortung übernimmt das Label bezüglich der Akzeptanz afroamerikanischer Musiker in den USA. „Mir war bis in die Sechziger hinein nicht klar, dass wir nicht nur Musik veröffentlichen, sondern Geschichte schreiben“, erinnert sich Smokey Robinson. Erst später sei ihm bewusst geworden, dass Motown Brücken baue und rassistische Barrieren einreiße. Dafür geht das Label einen eigenwilligen Weg. So legt das Artist Development der Plattenschmiede großen Wert darauf, dass die Motown-Künstler ordentlich angezogen und frisiert sind. Stehen Fernsehauftritte an, entwickelt das Label Choreographien für die Musiker.



Afroamerikanische Interpreten gelten zu jener Zeit als verpönt, zumindest bei der weißen, nicht selten rassistischen Bevölkerung; die Unruhen gegen Ende der Sechziger stehen erst bevor. Motown sensibilisiert die Musiker dafür, dass sie eine Vorbildfunktion einnehmen. Um der schlechten Außenwahrnehmung schwarzer Künstler entgegenzuwirken, sollen sie sich bestenfalls verhalten wie Angehörige des britischen Königshauses. Viele der Musiker wachsen in Sozialbauten auf und stehen vor einer entsprechend großen Herausforderung, also hilft das Label mit Etikette- und Bekleidungstipps nach.

Ab Mitte der Achtziger läuft es für Motown nicht mehr so rund. Die Firma verliert Geld, also verkauft Gordy sein Baby für 61 Millionen US-Dollar an MCA Records. Später veräußert er auch die TV-Produktionsfirma Motown Productions. Es folgen unruhige Jahre unter fremder Führung, die zwar Künstler wie Boyz II Men und Johnny Gill hervorbringen, allerdings unter schwierigen Umständen. Immer wieder wird das Label verkauft und umstrukturiert. In manchen Jahren erscheint bloß ein einziges Album. Seit 2014 gehört Motown zu Capitol Records.

Berry Gordy im Jahr 2010 – Pic: Angela George/Wiki Commons

Über Jahre hinweg produziert Berry Gordy Hit um Hit, prägt die öffentliche Wahrnehmung afroamerikanischer Musik und stellt sukzessive eine der größten Plattenfirmen aller Zeiten auf die Beine. Bis heute bleiben Motown und Soul eng miteinander verbunden. Immer wieder hört man die Songs aus der legendären Plattenschmiede im Radio, in Filmen und natürlich auf Tonträgern. Am 12. Januar 1959 beginnt die Erfolgsgeschichte — mit gerade einmal 800 US-Dollar Startkapital.


Titelfoto: Kingkongphoto/Wiki Commons

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Popkultur

Interview mit In Flames: „Sobald man ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln“

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In Flames

Mit Foregone liefern In Flames das Album, auf das alle seit Reroute To Remain gewartet haben: Ein großes Melodic-Death-Metal-Album, das mehr als nur ein bisschen auf die legendären Neunziger schielt. Warum das nichts mit Nostalgie zu tun hat, wie die Schweden Fortschritt dosieren und was er gern an seinem 50. Geburtstag machen würde, verrät uns Sänger und Kappenträger Anders Fridén im Interview.

von Björn Springorum

Ihr habt schon vor Veröffentlichung des neuen Albums eine lange Europatournee gespielt. Was man so gehört hat, kam die ja wahnsinnig gut an. Wie war es, wieder unterwegs zu sein?

Ich weiß nicht, was, aber wir scheinen gerade irgendwas richtig zu machen. (lacht) Der Band geht es sehr gut und wir alle haben es genossen, endlich mal wieder eine richtige Tour zu spielen. Es war viel zu lang her.

Die Stimmung in In Flames ist derzeit also bestens?

Unsere Band verteilt sich ja mittlerweile auf Schweden und die USA, also waren wir wegen der Pandemie ewig nicht zusammen im selben Raum. Das war nicht einfach, hat unserer Beziehung aber gut getan. Wir konnten alle mal einen Schritt zurücktreten und in aller Ruhe betrachten, was wir uns da eigentlich aufgebaut haben. Als Band machst du ja nie Pause, du machst einfach immer so weiter, bis du ein wenig aus den Augen verlierst, was für ein gewaltiges Privileg das alles ist. Alle sind jetzt wieder so dermaßen hungrig auf die Band, alle ziehen an einem Strang. Außerdem sind alle in absoluter Topform. So eine hohe Qualität hatten wir bei In Flames noch nie.

Wie hast du die Pandemie überstanden?

Habe ich das? (lacht) Ja, wahrscheinlich schon. Es ging. Ich fühlte mich merkwürdig ruhig, als alles losging. Erstmals in meinem Leben gab es da ein Ereignis, das alle auf der Welt im gleichen Maße betraf. Ich fühlte mich allen anderen Menschen verbunden, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Das änderte sich dann auch bei mir irgendwann in Richtung Frustration, aber zumindest die erste Phase war durchaus inspirierend.

„Ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten“

Deine Texte waren ja immer sehr introspektiv und persönlich. Hat die Pandemie sie universaler gemacht?

Die Texte sind persönlich wie immer, richtig. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann sind sie tatsächlich mehr nach außen gerichtet. Ich beobachte mein Umfeld mehr.

Foregone sprüht nicht gerade vor Optimismus und Zuversicht. Wo findest du noch Hoffnung?

In meinem ersten Kaffee am Morgen? (grinst) Ansonsten ist es schwierig, das gebe ich zu. Ich sollte wahrscheinlich einfach aufhören, die Nachrichten zu lesen. Sicher, Hoffnung gibt es irgendwie immer, aber manchmal scheint es alles immer nur noch schlimmer zu werden. Es ist nicht einfach und sagt sich so leicht, aber ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten. Für unser eigenes Seelenheil.

Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren“

Auf der letzten Tour habt ihr die Songs der neuen Platte direkt mit sehr alten Songs gepaart. Zufall?

Ich finde, dass die neuen Songs sehr gut zu den eher älteren Sachen aus unserem Kanon passen. Irgendwas an ihnen transportiert diese Stimmung der Neunziger.

Hat das mit Nostalgie zu tun?

Ich weiß schon, dass einige der neuen Songs nach unseren ganz frühen Alben klingen, aber wir sehen das anders. Ich bin kein nostalgischer Mensch, ich schaue eigentlich nie zurück. Diese Elemente waren immer da und kommen jetzt einfach wieder ein wenig mehr zum Vorschein, denke ich. Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren, diese beiden abgefuckten letzten Jahre sind in dieses Album geflossen.

„Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist“

Dann war es also keine bewusste Wurzelkunde?

Nein. Mit In Flames haben wir im Grunde nur ein Ziel: Wir wollen besser werden. Bessere Songwriter, bessere Musiker, bessere Menschen. Es ist ja nun mal so: Wir schreiben Songs, mit denen wir für immer leben müssen. Also haben wir keine andere Wahl als alles zu geben. Wer uns nicht mehr mag, kann einfach aufhören, uns zu hören, aber ich muss hinter diesen Songs stehen und sie Nacht für Nacht spielen.

Es kommt also nicht vor, dass ihr im Proberaum mal sagt: „Cooles Riff, klingt aber zu sehr nach Cloud Connected“?

Wir haben unseren Sound, von dem können und wollen wir uns auch gar nicht lösen. Manchmal klingt ein Riff also nach The Jester Race, manchmal nach Reroute To Remain. Man könnte natürlich auch sagen: Manchmal klingen In Flames nach In Flames (lacht). Wir versuchen, uns nicht zu wiederholen, aber auch unsere Gitarren haben nur diese Anzahl an Noten…

Und wie dosiert ihr dann Fortschritt?

Gute Frage. Es ist uns wichtig, uns immer weiterzuentwickeln. Aber wir wollen nie so weit gehen, dass man uns nicht mehr erkennt. Ich denke, das haben wir geschafft. Sicher gab es Änderungen und eine Menge Evolution, aber man darf nicht vergessen, dass wir mittlerweile sehr viele Jahre, sehr viele Tourneen und sehr viele Biere hinter uns haben. Doch unser Sound ist sofort erkennbar. Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist. Das liegt sicherlich an meiner Stimme, aber auch an der Art und Weise, wie wir Songs schreiben. Das können nur wir so.

„Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung“

Wie ist Foregone entstanden?

Wir schreiben weder, wenn wir auf Tour sind, noch alleine für uns. Björn [Gelotte] und ich müssen im selben Raum sein, sonst gibt es keine Magie. Wir zehren voneinander, beflügeln uns gegenseitig. Was sich nie ändern wird: Wir schreiben Alben, keine Singles. Da werden wir für immer alte Schule bleiben.

Du wirst im März 50. Was macht das Älterwerden mit dir?

Es bringt mehr Ruhe. Privat wie musikalisch. Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung. Und das ist ja auch das Schöne daran. Deswegen fand ich mein Zuhause in der Heavy-Metal-Szene: Es gab keine Regeln. Doch sobald man dann ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln. Fremde sagen dir, was du tun darfst und was nicht und du wirst plötzlich unsicher und weißt nicht mehr, wo du stehst. Das ändert sich mit dem Älterwerden zum Glück wieder. Du wirst dein eigener Kompass und hörst auf deine innere Stimme. Ich mache das seit 1989, da bleibt schon bisschen was hängen.

Was darf man als Band nie verlieren?

Die Leidenschaft. Ich will auf die Bühne geben und das Gefühl haben, dass es auf der ganzen Welt nichts Besseres gibt. Wenn das mal nicht mehr da ist, höre ich auf. Warum sollte ich das sonst auf mich nehmen? Ich war 2022 fast pausenlos auf der ganzen Welt unterwegs…

Was wünschst du dir zum 50. Geburtstag?

Ein Urlaub auf einer einsamen Insel mit meiner Familie, weit weg von euch allen. (lacht)

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Zeitsprung: Am 3.9.2002 wagen In Flames etwas mit „Reroute To Remain“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.2.2013 verliert Axl Rose den Prozess gegen „Guitar Hero III“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.2.2013.

von Christof Leim

2010 verklagte W. Axl Rose die Firma Activision, die das Computerspiel Guitar Hero III auf den Markt gebracht hatte, in dem auch Guns N’ Roses vorkommen. Der Sänger störte sich vor allem daran, dass beim Song Welcome To The Jungle Gitarrist Slash als spielbare Figur auftaucht. Nicht nur das: Sein alter Kollege ziert sogar die Verpackung. Mit seiner Beschwerde kommt Axl allerdings nicht durch…

Hört euch hier die Klassiker von Guns N’ Roses an und lest weiter:

Den Deal damals hatte Axl als Herrscher über das Guns-N’-Roses-Imperium abgesegnet. Dabei vereinbarte er mit der Firma, dass auf keinen Fall sein (damals) ungeliebter Ex-Kollege Slash zu sehen sein darf. Dass zudem einige Songs von dessen neuer Combo Velvet Revolver in der Bonussektion gespielt werden können, störte den Rotschopf ebenso. Nach Meinung von Axl habe die Firma ihn trotz entsprechender Versprechen damit schlicht hintergangen und sei vertragsbrüchig. Als Schadenersatzsumme warf seine anwaltliche Vertretung eine praktische runde Summe in den Ring: 20 Millionen Dollar.

Tauchen beide in Guitar Hero III auf: W. Axl Rose und Slash. Das geht gegen die Abmachung, fand Axl. Credit Foto rechts: Stefan Brending / via Wikimedia Commons.

Die Klage wird abgewiesen

Doch daraus wird nichts: Am 8. Februar 2013, wird die Klage mit Schwung abgewiesen. Hauptgrund: Das Spiel war schon 2007 erschienen, aber Team Axl hat sich drei Jahre Zeit mit der Klageerhebung gelassen – zu lange. Und das, obwohl der Agent des Künstlers schon viel früher eine Beschwerdemail an Activision geschrieben hatte. Rose hatte aber einen guten Grund zu warten, denn die Firma hatte ihm ein eigenes Spiel angeboten. Da wartet man doch gerne. Über die juristischen Details streiten sich in der Folge diverse Anwaltskanzleien.

Ganz schön viel Theater um Daddelei und Rockbands, könnte man meinen. Allerdings geht es um viel Geld und, vielleicht wichtiger, Außenwirkung. Immerhin ist Axl Rose damals mit einer ganz neuen Gunners-Besetzung unterwegs. Glücklicherweise hat sich das aber erledigt: Heute sind er und Slash wieder Freunde und touren höchst erfolgreich um die Welt. Ist auch besser so.

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Zeitsprung: Am 21.7.1985 spielen Guns N’ Roses auf einer Universitätsparty.

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Popkultur

Prince, Madonna und die Rolling Stones: Die besten Super-Bowl-Halbzeitshows aller Zeiten

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Prince
Foto: Jonathan Daniel/Getty Images

Ein Auftritt im Rahmen der Super-Bowl-Halbzeitshow gleicht einem popkulturellen Ritterschlag, nirgendwo ist das TV-Publikum größer. Vielen Sternchen wurde diese Ehre in den vergangenen Jahrzehnten bereits zuteil. Von U2 bis hin zu den Rolling Stones: Diese zehn Halbzeitshows finden wir besonders gelungen.

von Timon Menge

10. The Blues Brothers, ZZ Top, James Brown (1997)

Wenn der Super Bowl in einer Blues-Metropole wie New Orleans stattfindet, muss natürlich auch eine Blues-orientierte Halbzeitshow her. Mit Everybody Needs Somebody To Love und Soul Man gaben die Blues Brothers am 26. Januar 1997 zwar vor allem Soul-Klassiker zum Besten, genau wie James Brown im Anschluss; doch spätestens ZZ Top versorgten das Publikum mit reichlich Bluesrock. Eine coole Sonnenbrillen-Party zwischen zwei Halbzeiten!

9. U2 (2002)

Den Iren U2 wurde am 3. Februar 2002 eine ganz besondere Verantwortung zuteil. Die Terroranschläge von 11. September 2001 lagen noch kein halbes Jahr zurück, da sollten Bono und Co. bei der größten Unterhaltungsveranstaltung der Welt auftreten – übrigens erneut in New Orleans. Doch U2 wurden ihrem Auftrag gerecht, lieferten ein hervorragendes Set ab und gedachten auf einer riesigen Leinwand all jenen, die am 11. September ums Leben gekommen waren.

8. The Rolling Stones (2006)

Auf eine große Bombast-Show verzichteten die Rolling Stones bei ihrem Auftritt am 5. Februar 2006 in Detroit. Doch ganz ehrlich: Wenn Mick Jagger und seine jahrzehntelangen Weggefährten eine Bühne betreten, braucht es keine Schnörkel und kein Chichi. In wenigen Minuten rockten sich die Stones durch große Hits wie Start Me Up und (I Cant Get No) Satisfaction. Einen Luxus gönnten sich die Briten dann allerdings doch: eine Bühne in Form einer riesigen roten Zunge.

7. Katy Perry (2015)

Zugegeben, für hartgesottene Rocker*innen klingt der Sound von Katy Perry etwas ungewohnt. Doch mindestens zwei Dinge kann ihr keiner nehmen: hervorragende Popsongs und einen mehr als nur gelungenen Auftritt am 1. Februar 2015. In Sachen Show macht den größten Pop-Sternchen einfach niemand etwas vor, wie wir auch im weiteren Verlauf unserer Liste feststellen werden. Als Gäste durfte Perry Hip-Hop-Legende Missy Elliott und Gitarrengott Lenny Kravitz begrüßen.

6. Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar & 50 Cent (2022)

Diese Halbzeitshow ist noch nicht lange her, setzte am 13. Februar 2022 aber völlig neue Standards. Zum ersten Mal in der Geschichte des Super Bowl durfte sich die Hip-Hop-Welt nach Herzenslust präsentieren. Das Line-up des Abends liest sich wie ein Who‘s who: Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar … Sie alle waren dabei und setzten dem Sprechgesang ein etwa 15-minütiges Popkultur-Denkmal. Als Gaststars tauchten 50 Cent und Anderson .Paak auf.

5. Madonna (2012)

Wenn die „Queen Of Pop“ eine Halbzeitshow gestaltet, darf man einiges erwarten. Und wie so oft wurde Madonna den Erwartungen am 5. Februar 2012 vollständig gerecht. Als griechische Göttin verkleidet, ließ sie sich von ihren Spartaner-Tänzern über die Bühne tragen und manifestierte ihren Status als größte Popkünstlerin aller Zeiten. Unterstützung erhielt sie unter anderem von Cee Lo Green, Nicki Minaj, M.I.A. und LMFAO. Den Abschluss der Show markierte ein Gospelchor, mit dem Madonna Like A Prayer zum Beten … äh … zum Besten gab.

4. Lady Gaga (2017)

Als die Verantwortlichen der NFL den Vertrag mit Lady Gaga unterzeichneten, dürften ihnen durchaus ein paar Schweißperlen auf der Stirn gestanden haben. Schließlich kann man bei der exzentrischen Künstlerin nie so genau wissen, mit welchen Show-Einlagen sie ihr Publikum überrascht. (Wir erinnern uns an das Rindfleischkleid von 2010.) Bei der Super-Bowl-Halbzeitshow am 5. Februar 2017 ging die Musikerin allerdings auf Nummer sicher und legte einen unfassbaren Auftritt hin. Die Performance ihrer LGBTQ-Hymne Born This Way ließ sich Gaga trotzdem nicht nehmen.

3. Michael Jackson (1993)

Zu den Eigenheiten der Super-Bowl-Halbzeitshow zählt unter anderem der enge Zeitplan. Selten stehen für die Performance mehr als 15 Minuten zur Verfügung; meist wird jede Sekunde davon genutzt. Michael Jackson ging das Ganze im Januar 1993 ein wenig anders an. Länger als eine Minute blieb er vor seiner fulminanten Show still auf der Bühne stehen, als sei er eine Statue – und wurde dafür auch noch bejubelt. Das sagt einiges über seinen damaligen Stand des „King Of Pop“ aus.

2. Beyoncé & Destiny’s Child (2013)

Die Super-Bowl-Halbzeitshow 2013 war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Nicht nur, dass mit Beyoncé eine der hochkarätigsten Künstlerinnen des 21. Jahrhunderts das Programm gestaltete. Nein, es kam auch zur lange erwarteten Reunion von Destiny’s Child, denn Kelly Rowland und Michelle Williams waren ebenfalls mit von der Partie. An jenem Abend dürften Beyoncé und ihre Kolleginnen viele Frauen und Mädchen sehr glücklich gemacht haben. Im Anschluss an ihren Auftritt fiel allerdings für mehr als eine halbe Stunde der Strom aus.

1. Prince (2007)

Der Auftritt von Prince im Rahmen der 41. Super-Bowl-Halbzeitshow ist nichts anderes als eine Lehrstunde in Sachen Rockstar-Perfektion. Scheinbar mühelos fegte der gerade einmal 1,57 Meter große Musiker am 4. Februar 2007 über die Bühne in Form seines Logos. Keine Sekunde verging, ohne dass er das Publikum fest im Griff hatte. Prince und eine Blaskapelle? Oh ja. Prince spielt Purple Rain im Regen? Absolut. Ein Abend für die Geschichtsbücher!

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„California Love“: Die musikalischen Höhepunkte der Super-Bowl-Halbzeitshow

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