Zeitsprung: Ab 8.7.1947 inspiriert der UFO-Absturz von Roswell unzählige Songwriter.

July 5, 2018
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Ab 8.7.1947 inspiriert der UFO-Absturz von Roswell unzählige Songwriter.

Zeitsprung: Ab 8.7.1947 inspiriert der UFO-Absturz von Roswell unzählige Songwriter.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.7.1947.

von Christof Leim

Die Wahrheit ist da draußen! Wissen wir zumindest seit Akte X. Deshalb tauchen UFOs und Außerirdische auch in Rocksongs auf, vor allem seit einem Ereignis im Sommer 1947: Nahe einer Ranch in Roswell im US-Bundesstaat New Mexico geht damals ein merkwürdiges Flugobjekt nieder, das von Zeugen als „fliegende Untertasse“ beschrieben wird. Ziemlich rasch ist von außerirdischen Besuchern und geheimen Regierungsprojekten die Rede, wie es sich für ein vernünftiges Mysterium gehört. Angeblich soll die Alien-Besatzung geborgen und auf einer Air Force Base in Ohio in einem abgeschotteten Hangar mit der Nummer 18 obduziert worden sein. Des Weiteren heißt es, die US-Regierung habe auf einem geheimen Militärstützpunkt in Nevada namens Area 51 das Flugobjekt analysiert und gelagert. Deshalb werden Roswell, Hangar 18 und Area 51 in den folgenden Jahren zu Synonymen für UFO- und Verschwörungstheorien.



Als kurz nach dem Absturz, am 8. Juli 1947, in einer offiziellen Pressemeldung der Streitkräfte vermeldet wird, dass da lediglich ein Wetterballon runtergekommen sei, glaubt so mancher an Vertuschung. Das stimmt sogar in gewisser Weise: Wie das US-Militär erst in den Neunzigern bekannt gibt, handelt es sich bei dem Flugobjekt um einen Versuchsballon aus dem streng geheimen „Project Mogul“, mit dem sowjetische Atomtests erkannt und ausspioniert werden sollten. Genaugenommen bezeichnet der 8. Juli 1947 also nicht das Datum der „Landung“, sondern das der offiziellen Presseerklärung dazu.

Die Populärkultur nimmt solche Phänomene natürlich liebend gerne an, vor allem Ende der Siebziger steigt das Interesse an UFOs und Außerirdischen. Weil Popmusik üblicherweise die Welt um sie herum widerspiegelt, greifen unzählige Songs das Thema auf: Schon 1951 singt Ella Fitzgerald über Two Little Men In A Flying Saucer, und in den nächsten Dekaden geht das so weiter. Die Liste der Lieder über Aliens, UFOs, Roswell, Area 51 und Hangar 18 dürfte so lang sein, dass man sie sogar aus dem Weltraum sehen kann. Die Carpenters setzen 1977 sogar eine Nachricht an die grünen Männchen ab mit dem durchgeknallten Stück Calling Occupants Of Interplanetary Craft.



1966 sprechen The Byrds extraterrestrische Reisende in Mr. Spaceman direkt an, Creedence Clearwater Revival behaupten 1969 schlicht It Came Out Of The Sky. Yes singen 1978 von einem Arriving UFO. Elton John wird sogar Zeuge eines interplanetaren Besuches (I’ve Seen The Saucers, 1974), und die Ramones sehen ohnehin viele Dinge, die andere nicht mitbekommen (Zero Zero UFO, 1989). Sammy Hagar singt 1976 in Silver Lights davon, in die Rakete einzusteigen (wir erfahren aber nicht, ob er mit I Can’t Fly 55 durchkommt).  Headbangern dürften vor allem Nummern wie Hangar 18 von Megadeth, Hangar 18, Area 51 von Yngwie Malmsteen, Area Code 51 von Geezer Butler und Roswell 47 von den schwedischen Death-Metallern Hypocrisy bekannt sein.



Wenn es um Aliens geht, darf natürlich David Bowie nicht fehlen: 1972 erscheint sein bahnbrechendes Album The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars. Hier verkörpert Bowie einen androgynen bisexuellen Rockstar namens, klar, Ziggy Stardust, der zwar von der Erde stammt, aber Kontakt zu Außerirdischen hält. Auf der Single Starman überbringt er sogar Botschaften aus dem Weltall. Bowies früher Hit Space Oddity von 1969 hingegen erklingt zwar 2013 tatsächlich im Weltraum, aber hier geht es genaugenommen nicht um Außerirdische, sondern einen Astronauten von der Erde. Dafür spielt unser Mann 1976 im Kinofilm Der Mann, der vom Himmel fiel einen humanoiden Alien. (Die Geschichte dieses Streifens findet ihr hier.)



Und dann gibt es da natürlich noch die vielen Kapellen, die aus unterschiedlichen, mitunter chemisch induzierten Gründen UFOs und Außerirdische sehen. Der halbe Kanon an Stoner-Songs fällt in diese Kategorie, und bei Hawkwind wären wir ja fast beleidigt, wenn sie plötzlich über profane irdische Sphären singen würden. Selbstredend wollen hier natürlich Space Ace Frehley von den mächtigen Kiss nicht vergessen…



Nun sind es zwei paar Schuhe, aus Interesse Songs über UFOs zu schreiben – oder wegen einer tatsächlichen Begegnung mit Außerirdischen. Denn es behaupten manche Rocker steif und fest, fliegende Untertassen gesehen zu haben. Dazu gehören Elvis Presley, Robbie Williams, Frank Black von den Pixies, Reg Presley von The Troggs und natürlich John Lennon und sowie Jimi Hendrix. Erneut darf man angesichts der Substanzen, die in den Sechzigern zur „Counterculture“ gehörten, durchaus vermuten, dass manche UFO-Sichtungen eher irdische Gründe hatten wie „Kräuterzigaretten“ oder kleine bunte Pillen. Kann uns aber egal sein, wenn so coole Songs wie Third Stone From The Sun und Up From The Skies rauskommen. Das gleiche Argument gilt natürlich ebenso für Keith Richards und Lemmy Kilmister, die beide fliegende Untertassen gesehen haben wollen, wobei ja insbesondere letzterer trotz allen Wahnsinns üblicherweise seine Sinne sehr beisammen hatte. Den Vogel schießt allerdings der ehemalige Blink-182-Musiker Tom DeLonge ab, der sogar zeitweise hauptberuflich als UFO-Forscher agiert und Preise wie den „UFO Researcher Award“ gewinnt. Der Mann ist ganz sicher: Die Wahrheit liegt da draußen…



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