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Popkultur

Zeitsprung: Am 2.10.1982 geben sich Accept „Restless And Wild“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 2.10.1982.

von Christof Leim

Es geht los mit einem „Heidi-heido-heida“-Kinderchor, eine Plattennadel schlittert über’s Vinyl – und dann knallt’s: Denn das Accept-Album Restless And Wild startet mit dem vermutlich ersten Thrash-Metal-Song überhaupt, Fast As A Shark. Könnte aber auch Speed Metal gewesen sein, so genau waren die Genres anfangs nicht zu trennen. Die Platte jedenfalls sorgt ab 2. Oktober 1982 für ein ordentliches Beben in der weltweiten Headbangerschaft.

Hier könnt ihr euch die Ohren durchspülen lassen:

Bis heute gilt diese vierte Platte der deutschen Schwermetaller aus Solingen als essenzielles Werk im Heavy Metal. Und das liegt nicht nur an den brennenden Flying-V-Gitarren auf dem Cover, die als Motiv natürlich schon verdammt, nun ja, klassisch sind. Damals Anfang der Achtziger gewinnt der Metal gerade an Fahrt. Accept gelten spätestens seit Breaker (1981) als stilprägend. Als der Nachfolger Restless And Wild erscheint, hören damals junge Bands wie Exodus, Metallica und Anthrax besonders aufmerksam zu bei der rasend schnellen Doublebass und dem Hochgeschwindigkeits-Riffing von eben jenem Fast As A Shark. Der Sage nach empfiehlt sich Anthrax-Trommler Charlie Benante anfangs sogar explizit damit, das Doublebass-Gewitter noch schneller als Accept selbst spielen zu können. 

Wo das Geknatter herkommt

Ein kleiner Exkurs, weil wir gerade dabei sind: Als weitere Blaupause für die Attitüde des Thrash kann man übrigens auch das herrliche Geboller von Philthy Animal Taylor auf Overkill von Motörhead (1979) ansehen, aber da geht es punkiger zu. Auch Heavy Metal Maniac der Kanadier Exciter wird gerne genannt. Aber das gute Stück kommt im Januar 1983 und damit nach Restless And Wild raus. Und so richtig los geht der Thrash Metal ohnehin erst im Juli 1983 mit Kill ‘Em All von der Band mit dem großen „M“, aber das ist mal wieder eine andere Geschichte.

Schneller als der Hai ballert damals keiner…

Zurück zu Accept: Ein Skandälchen gibt es wegen des Intros mit dem Kinderchor. Der entstammt nämlich einem Volkslied namens Ein Heller und ein Batzen von 1830, welches die Nazis später als Marschlied verwendeten. Das wiederum führt manche Leute zu falschen Assoziationen bei Fast As A Shark. Die Band weiß bei den Aufnahmen nichts davon, für die Musiker steckt nicht mehr dahinter als ein kleiner Insiderwitz – denn auf der Choraufnahme hat ihr Produzent Dieter Dierks als Kind gesungen. Politischen Inhalt findet man in dem Lied nicht, im Text geht es schlicht um’s Saufen.

Irgendwas mit Killer

Wovon Fast As A Shark handelt, wissen wir allerdings nicht so genau. Irgendwas mit einem sehr schnellen Killer, so schnell wie ein Hai… Ja, frühe Metal-Texte von Nicht-Muttersprachlern muss man einfach lieben, und dem Status der Nummer als eisernes Manifest tut das sowieso keinen Abbruch. Die anderen großen Songs der Platte heißen Restless And Wild und Princess Of The Dawn, aber auch der Rest bietet scharfen Stahl mit Udo Dirkschneiders markantem Krähgesang.

Für Trivia-Freaks sei noch gesagt, dass Wolf Hoffmann auf Restless And Wild alle Gitarren spielt und Hermann Frank nur in den Credits genannt wird. Außerdem singt Udo Dirkschneider zum ersten Mal jeden Song und die Managerin Gaby Hauke, später: Gaby Hoffmann, schreibt zum ersten Mal unter dem Pseudonym Deaffy an den Texten mit.

Warum auf internationalen Versionen der Platte nur ein Konzertfoto zu sehen ist, wundert den geneigten Headbanger.

Brennende Klampfen gehen immer

Restless And Wild erscheint am 2. Oktober 1982 in Deutschland und Anfang 1983 in den USA und Großbritannien. Dabei verwundert, dass das großartige Covermotiv der brennenden Gitarren für die internationalen Versionen durch ein Livebild ersetzt wird. Mit dieser Platte erreicht das Quintett zum ersten Mal internationale Charts, so richtig geht’s dann ab mit Balls To The Wall im nächsten Jahr…

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