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Popkultur

Die musikalische DNA von Elton John

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Reginald Kenneth Dwight, das ist doch kein Name für einen Popstar! Bei Elton John aber denken wir an ausgefallene Brillen, viele Federn und die schönsten Songs der Welt. Elton John ist seit fast einem halben Jahrhundert eine Konstante in einem unsteten Business, ein Popstar ohne viele Skandale und dafür mit viel Einfühlungsvermögen. Wer fühlt sich denn bei den Worten “My gift is my song and this one’s for you“ nicht angesprochen? Wer kann Candle In The Wind hören, ohne dass sich dabei die Armbehaarung stramm zieht? Elton John hat seit Beginn seiner Karriere die seltene Fähigkeit an den Tag gelegt, große Emotionen in noch größere Melodien zu verpacken und blieb seiner Exzentrik zum Trotz doch immer ein nahbarer Künstler, der uns nach wie vor in unserem Leben begleitet.


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Ein leichtes Leben hatte Reginald Kenneth Dwight indes nicht immer. Schon früh in seiner Karriere schien er fast über seinem Ruhm zu zerbrechen, die Presse verfolgte ihn geradezu wegen seiner Homosexualität und der sozial engagierte Künstler musste sich im Laufe der Zeit von immer mehr geliebten Menschen verabschieden, ob nun Freddie Mercury oder Lady Diana, welcher er die vielleicht schönste musikalische Ehrerbietung der Pop-Geschichte widmete. Das aber wird mit Blick auf Johns umfassendes Schaffen deutlich: Jeder Schicksalsschlag kann auch immer die Grundlage für überragende Kunst sein. Zwischen klassischen Klavierkompositionen, fetzigem Rock und zeitgemäßen Pop zieht John nach wie vor alle Register und der Erfolg gibt ihm Recht. Seine Songs sind unsterblich und sogar seine Soundtrack-Arbeiten wie zu König der Löwen sind aus dem kulturellen Gedächtnis nicht mehr wegzudenken. Höchste Zeit, einen Blick auf seine eigenen Einflüsse zu werfen. Wie klingt wohl die musikalische DNA von Elton John? Na, so vielseitig wie er selbst natürlich!

1. Elvis Presley – Heartbreak Hotel

Mehr noch als andere Stars ist Elton John immer auch Fan geblieben. Über seine Karriere hinweg zeigte er sich stets offen für und begeistert von neuen Sounds, die er selbst in seine Musik integrierte, wenn er nicht gerade hoffnungsvollen Talenten Schützenhilfe leistete. Angefangen hat alles in einem musikalisch interessierten Elternhaus: Die Dwights deckten sich regelmäßig mit Platten ein, die auch den jungen Reginald faszinierten. Seine liebste aber? „Oh mein Gott, das ist eine schwierige Frage“, stöhnte er 2011 in einem Interview, als der Interviewer von ihm wissen wollte, welche Platte denn für ihn die beste aller Zeiten sei. „Die Platte, die dem am nächsten kommt und die mein Leben auf immer verändert hat, ist wohl Heartbreak Hotel“, antwortete er. „Es hat eine völlig neue Welt eröffnet und war revolutionär in einer Art und Weise, mit der wir uns noch immer auseinandersetzen. Die 78er, die meine Mutter an diesem Tag aus dem Plattenladen mitbrachte, war wirklich unglaublich.“ Starke Worte, aber wer würde angesichts der Wichtigkeit eines Elvis Presley ernsthaft widersprechen? So wissen wir zumindest, woher das Rock-Interesse des kleinen Reginald her rührte.

2. Georg Friedrich Händel – Harpsichord Suite No. 1 in A Major, HWV. 426: II. Allemande

Noch früher allerdings setzte das Ehepaar Dwight den Filius ans Klavier: Mit stolzen drei Jahren begann er, die ersten Kniffe am Piano zu lernen und konnte schon innerhalb eines Jahres ein Stück von Winifred Atwell rein nach dem Gehör nachspielen. Ein Mythos? Vielleicht, aber nicht der einzige dieser Art: Mit elf Jahren gewann er ein Junior-Stipendium für die Royal Academy of Music und überzeugte seinen Lehrer dort mit einer exakten Interpretation einer Komposition Georg Friedrich Händels, die er kurz zuvor gehört hatte. Absolutes Gehör, phonografisches Gedächtnis – noch was? Die Ambitionen zumindest legte der kleine Reginald angeblich nicht an den Tag: „Ich habe es gehasst, zur Academy zu gehen“, gab er einst zu Protokoll und gestand, seine Zeit lieber im U-Bahnnetz Londons verbracht zu haben als im Klassenzimmer. Die rebellische Attitüde mag er sich vielleicht aber selbst angedichtet haben: Laut seinen Lehrern war Elton John ein überdurchschnittlicher Schüler, der sogar neben der Ausbildung im Konservatorium Extrastunden bei einem Klavierlehrer nahm! Also doch ein Streber, wie? Immerhin einer, der schon früh Jerry Lee Lewis nachahmte – so viel Revolution muss sein!

3. Ray Charles – Ain’t That Love

Die gute Ausbildung allerdings war noch lange nicht alles, der junge Pianist musste sich schon noch einen Namen machen. Als Reggie – die etwas coolere Version seines Vornamens! – trat der damals Fünfzehnjährige regelmäßig in einem lokalen Pub auf, wo er neben frühen Eigenkompositionen auch Klassiker von Ray Charles aufspielte. Mit dem blinden Pionier des Soul-Sounds verbindet Elton John einiges. „Ironischer Weise war mein erster Fernsehauftritt in den USA im Jahr 1970 bei der Andy Williams Show mit Mama Cass und Ray Charles“, erinnerte er sich in einem Interview. „Und ich musste ein Duett eines Stevie-Wonder-Songs mit Ray machen. Er spielte ein weißes Piano und ich ein schwarzes. Ich war so nervös, weil ich mit meinem absoluten Idol auftritt, einem meiner Lieblingsmenschen auf dieser Welt!“

Charles aber brachte den damals noch unerfahrenen Songwriter mit seiner charmanten Art auf den Boden der Tatsachen zurück und der Auftritt wurde ein voller Erfolg. Die Wege der Beiden sollten sich noch häufiger kreuzen, tatsächlich ist der letzte von Charles aufgenommene Song ein Cover von Elton Johns Sorry Seems To Be The Hardest Word. „Er war schwach“, erinnerte sich John an eine bewegende Aufnahmesession. „Aber er hatte dieses Feuer in der Stimme, weißt du, dieses Ray-Charles-Feuer. Die Leute im Studio waren den Tränen nah und ich hatte einen ziemlichen Kloß im Hals. Ich habe alles, was er mir an diesem Tag sagte, auf einer separaten CD gespeichert, die Gespräche, die wir hatten. Du arbeitest nicht jeden Tag mit einem Typen wie diesem zusammen.“ Wohl wahr!

4. Patti LaBelle – Lady Marmalade

Seine eigene Soul Sister fand Elton John in Patti LaBelle, in deren Vorprogramm er mit seiner damaligen Band Bluesology spielte. In Londoner Clubs schlugen sich die Band und LaBelles Bluebelles die Nächte beim Kartenspielen um die Ohren, wobei sich Bluesology regelmäßig über den Tisch ziehen ließen! Es legt sich eben niemand ungestraft mit einer echten Lady Marmelade an. Seine Dankbarkeit äußerte Elton John lange nach seinem Durchbruch mit einem ganz besonderen Geschenk. „Sie hatten kein Geld und ich habe in meiner Wohnung gekocht, sie eingeladen und gefüttert“, erinnert sich LaBelle an die harte Frühphase. „Elton klaute mir damals meine Tupperware! Aber er ersetzte sie später mit einem großen Diamantring, den ich jetzt zuhause habe.“ Kein schlechtes Tauschgeschäft für LaBelle! Wie Ray Charles übrigens setzten sich die Beiden für eine Coverversion eines Elton-John-Stücks zusammen und vertonten seine erste Hit-Single Your Song neu, der Startschuss für seinen Welterfolg. Nicht nur LaBelles Tupperware aber nahm der junge Reggie aus seiner Londoner Zeit mit, sondern lieh sich auch von seinen Bluesology-Kollegen Elton Dean und Long John Baldry etwas. Ratet mal, was!

5. The Beatles – Lucy In The Sky With Diamonds

Während Elton John und Patti LaBelle die Karten auf die Tische siffiger Bars knallten, eroberte eine britische Band nonchalant die ganze Welt. Die Beatles bewiesen, dass selbst die USA nicht vor dem Charme britischer Pop-Musik gefeit war und legten damit vielleicht auch einen Grundstein für Johns Erfolg in Übersee. So oder so wurden die Beatles natürlich auch zum Maßstab für den aufstrebenden Künstler. John Lennon wurde sogar zu seinem musikalischen Partner. 1974 fanden sich die Beiden im Studio für ein Cover von Lucy In The Sky With Diamonds zusammen und spielten später zusammen im Madison Square Garden auf, wo sie noch andere Stücke aufführten.

Es sollte John Lennons letzter großer Live-Auftritt vor seinem tragischen Tod im Jahr 1980 sein. Ein Gig, für den Elton John einiges an Überredungskunst aufwenden musste. „Eines Tages“, erinnerte sich Lennon in einem Interview, „rief Elton an und sagte: Weißt du noch, als du mir versprochen hast… Nicht, dass ich irgendeinem Agenten etwas versprochen hätte und so war ich dann in der Zwickmühle. Ich musste auf die Bühne!“ Ein Highlight ihrer Freundschaft, in deren Verlauf Elton John sogar Pate von Lennons Sohn Sean wurde. Und nicht sein einziger Auftritt mit einem Beatle: 1997 spielte er gemeinsam mit Paul McCartney und anderen Hey Jude auf dem Benefizkonzert Music For Montserrat.

6. The Who – Pinball Wizard

Mitte der Siebziger wurde Elton John zu einem der gefragtesten Songwriter seiner Zeit. Selbst die destruktiven The Who klopften bei ihm an und Pete Townshend fragte, ob der Sänger nicht eine Rolle im Film Tommy spielen wollte. John nahm auch eine Coverversion vom Song Pinball Wizard auf, die im Film zu hören ist und einmal mehr Johns Leidenschaft für knackigen Rock unterstrich. Eine ganz besondere Ehre erwies ihm die Firma Bally Technologies, die eine Captain-Fantastic-Pinballmaschine herstellte, die eine Illustration von Elton John in seinem ausgefallenen Filmaufzug zeigte! Mehr als nur eine Fußnote der Musik- und Filmgeschichte, denn 1989 brachten The Who das Album anlässlich seines 20. Jubiläums erneut auf die Bühne. Mit dabei war natürlich auch Elton John und selbst dessen alte Freundin Patti LaBelle half bei der opulenten Neuaufführung aus. The Who revanchierten sich nur wenig später mit einem Cover von Elton Johns Saturday Night’s Alright (For Fighting), einem Song ganz nach dem Geschmack der Rowdies, die anders als ihr exaltierter Kumpel nicht unbedingt pflegeleicht waren!

7. Guns’n’Roses – November Rain

Obwohl er vor allem für seine zarten Balladen bekannt wurde, schlummert in Sir Elton John ein beinharter Rocker. Selbst bei der Metalband Saxon und den Wüstenrockern von Queens Of The Stone Age half er bereits aus! Eine ganz besonders enge Beziehung pflegt er zur Band Guns N’ Roses, deren Sänger Axl Rose wohl einer der größten Elton-John-Fans überhaupt ist. „Für mich wie auch für andere ist wohl niemand inspirierender als Elton John gewesen“, sagte er in einer Rede anlässlich der Aufnahme Johns in die Rock’n’Roll Hall Of Fame. Besonders lobte Rose das Engagement des Idols gegen AIDS und „seinen Mut darin, die Triumphe und Tragödien seines Privatlebens offenzulegen“. 1992 standen sie gemeinsam auf der Bühne, um bei den MTV Video Music Awards Guns N’ Roses’ unsterblichen Song November Rain aufzuführen. In dem Stück wird John sicherlich seine eigene Handschrift gehört haben, seine enge Freundschaft zu Axl Rose aber legt nahe, dass der Einfluss auch umgekehrt wirkte.

8. QueenBohemian Rhapsody

Es war nicht das einzige Mal, dass Rose und John gemeinsam auf der Bühne standen. Nur wenige Monate zuvor hatten die beiden Musiker gemeinsam einem ganz besonderen Star ihre Ehre erwiesen: Freddie Mercury. Beim Freddie Mercury Tribute Concert interpretierten sie neben anderen Artists Songs aus dem Queen-Backkatalog neu, darunter auch Bohemian Rhapsody. Keine leichte Aufgabe, handelt es sich doch um einen der komplexesten Rock-Songs der Musikgeschichte! Schwer wird es für Elton John sicherlich auch deswegen gefallen sein, weil Freddie Mercury an den Folgen seiner AIDS-Erkrankung verstorben war – eben jener Epidemie, deren Bekämpfung sich Elton John verschrieben hatte.

Es war nur einer von vielen Schicksalsschlägen, die Elton Johns Karriere begleiten sollten: 1997 feierte er noch mit einer opulenten Party gemeinsam mit den verbleibenden Queen-Mitgliedern seinen 50. Geburtstag und musste doch im selben Jahr noch zwei geliebte Menschen beerdigen: Gianni Versace und Lady Di. Freddie Mercury begleitete er sogar bis zum Ende hin. „Es war so schmerzhaft und traumatisierend, ihn so zu sehen“, erinnerte sich ein sichtlich bewegter Elton John in einem Fernsehinterview. Kurz nach Mercurys Tod im November 1991 erhielt John noch ein letztes Geschenk des Freundes: ein Gemälde von Henry John Tuke. „Er wollte es mir zu Weihnachten schenken, starb aber einen Monat zuvor. Die Art von Person war er.“ Uns ist da wohl was ins Auge geflogen…

9. Nina Simone – To Be Young, Gifted and Black

Im Kampf gegen AIDS setzte sich Elton John vor allem musikalisch ein. Gemeinsam mit Dionne Warwick, Gladys Knight und Stevie Wonder etwa nahm er das Stück That’s What Friends Are For auf, dessen Einnahmen an die AIDS-Forschung gingen. Der Song wurde ein Erfolg und unterstrich erneut Johns enge Verbindungen zu den Legenden Schwarzer Musik. Gospel, Jazz, Funk und Soul wurden für den Engländer zu Eckpfeilern seines einzigartigen Sounds. Tatsächlich war John sogar der erste weiße Künstler, der in der legendären Fernseh-Show Soul Train zu Gast war! John selbst wurde nicht müde, seine Schwarzen Vorbilder zu würdigen. Marvin Gaye coverte er etwa und vertonte sogar Nina Simones To Be Young, Gifted And Black neu. „Sie war die Diva der Diven“, schwärmte er  von der Sängerin. „Als Musiker und Songwriter gesprochen, war sie meiner Meinung nach die größte Künstlerin des 20. Jahrhunderts“, sagte er sogar. „Sie nahm in einer Zeit auf, als die Leute sich Gehör verschaffen und wütend sein mussten und sie blieb wütend, bis sie starb.“ Ehrfurchtsvolle Worte für eine Künstlerin, die Elton John nicht nur ihrer Musik wegen schätzte, sondern die er ebenso für ihr politisches Engagement für die Schwarze Bevölkerung der USA bewunderte.

10. Eminem – Stan (feat. Dido)

Im Hip Hop lebte die Schwarze Protestkultur einer Nina Simone weiter und folgerichtig interessierte sich auch Elton John für den Sound, der von der New Yorker Bronx aus die Welt eroberte. „Ich will mit Pharrell Williams, Timbaland, Snoop, Kanye, Eminem arbeiten und sehen, was passiert“, gab er einst kampfeslustig zu Protokoll. Gesampelt wurden seine Songs tatsächlich von Kanye West, 2Pac, Mary J. Blidge, Raekwon, Aloe Blacc, Action Bronson, Jadakiss und vielen, vielen anderen. Überraschender Weise aber kam er ausgerechnet Eminem am nächsten! Genau, der weiße Rapper, der des Öfteren mit homophoben Aussagen auf sich aufmerksam machte, stand 2001 bei den Grammy Awards gemeinsam mit Elton John auf der Bühne, um seinen Song Stan zu performen! „Natürlich kannte ich Elton John“, sagte er MTV gegenüber im Jahr 2004. „Ich hatte keine Ahnung, dass er schwul ist. Ich wusste nichts über sein Privatleben. Es war mir egal.“ Den gemeinsamen Auftritt verstand Eminem als Statement, Elton John wurde für ihn ein enger Vertrauter und musikalisches Vorbild. Ganz so glaubhaft fanden einige Eminems Distanzierung von seinen homophoben Lyrics trotzdem nicht: Wieder und wieder fiel er mit verachtenden Kommentaren in seinen Songs auf.

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Popkultur

„Hot Space“ verwandelt Queen vor 40 Jahren in eine Dance Pop-Band

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Queen
Foto: Kent Gavin/Mirrorpix/Getty Images

Vor 40 Jahren erschien Hot Space — jenes Queen-Album, das im Werk der legendären Band so richtig aus der Reihe tanzt. Betonung auf: Tanzt, denn hier regiert nicht heroischer Rock, sondern Disco. Bei vielen gilt die Platte als ungeliebter Ausreißer — wird ihr da Unrecht getan?

 von Markus Brandstetter

Hier könnt ihr Hot Space hören:

Es gab Zeiten, da betonten Queen noch extra, keinerlei Synthesizer in ihrer Musik zu verwenden. Im Juni 1981 gab’s dann aber eine ordentliche Kehrtwende in dieser Sache, denn als die Band ins Studio ging, um an ihrem neuen Longplayer zu arbeiten, wurden Synthesizer ein tragendes Element. Mehr noch: Queen vollzogen in den Augen vieler eine unverständliche Wandlung, denn plötzlich regierten Disco, Dance, R&B und Funk den Sound des britischen Quartetts. Damit nicht genug: Queen setzten sogar Drumcomputer ein — und die stets omnipräsente Leadgitarre von Brian May ordnete sich einer anderen Funktion unter.

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Roger Taylor sagt: John Deacon ist schuld

Geht es nach Schlagzeuger Roger Taylor, war es Bassist John Deacon, der die ersten musikalischen Impulse in diese Richtung setzte. „John war schon immer R&B-orientiert, unser Bassist, der Another One Bites The Dust schrieb, … was sich als die meistverkaufte Platte des Jahres herausstellte. Und ich glaube, das war der Song, der uns in diese Richtung katapultiert hat“, sagte Taylor damals — legte dann aber gleich nach, dass die Band mittlerweile der Meinung war, es etwas übertrieben zu haben. „Ich denke, wir sind zu weit gegangen und haben zu viel getan. … Jeder in der Band empfindet das jetzt so“, so Taylor.

Allerdings ist es nicht Deacon, dem im Nachhinein von der Band (minus Mercury) der schwarze Peter zugeschoben wurde — sondern Freddie Mercurys damaliger Manager Paul Prenter. Der war zwischen 1977 und 1984 für Freddies persönliche Angelegenheiten zuständig und übte in den Augen Taylors etwas zu viel Einfluss auf seinen Klienten aus. Und zwar so sehr, dass Taylor meinte, Prenter wollte Queen nach Gaybar klingen lassen. Eine Erklärung der etwas anderen Art hatte einer der Produzenten, Reinhold Mack, parat: Prenter habe Rockmusik gehasst — und habe Mercury regelrecht im Ohr gelegen.

Auch an die Aufnahmesessions an sich erinnert sich die Band nicht unbedingt gerne: Besonders die Aufnahmen in München (als zweiter Ort fungierte Montreux) zogen sich in die Länge. Die Band pflegte laut Brian May einen ungesunden Party-Lebensstil der in Orientierungslosigkeit resultierte.

Disaster und „Disco sucks“

Dass viele Fans und Kritiker*innen enttäuscht waren, ist wenig überraschend — denn Hot Space war definitiv eine Abkehr von dem, was die Band davor gemacht hatte. Der ehemalige Manager der Band, Jim Beach, sprach in der 2011 erschienenen Doku Queen: Days Of Our Lives sogar von einem regelrechten Desaster und erinnerte sich Fans, die mit „Disco sucks“-Banner zu Konzerten der Band kamen.

Das empfanden allerdings längst nicht alle so: Denn Michael Jackson verehrte das Album, bezeichnete es sogar als Inspiration für seinen Megaseller Thriller. Natürlich, bei Hot Space hat man es mit einem Ausreißer zu tun, einem Experiment einer etablierten Band, das längst nicht jeder gut fand und für viele sogar eine regelrechte Enttäuschung war. Und tatsächlich, in den nachhaltigen Queen-Kanon hat es daraus nur ein einziges Stück geschafft: das mit David Bowie in einer spontanen Session in Montreux entstandene Under Pressure, das für die Band in Großbritannien zum Nummer-eins-Hit wurde. Auch hier waren wieder Deacon und seine unglaublich eingängige Basslinie (wie schon bei Another One Bites The Dust) ausschlaggebend.

Zwei Jahre später kehrten Queen mit The Works wieder zu alter Form zurück. Hot Space geht auf alle Fälle als Experiment der Band in die Geschichte ein — als eines, das Teile der Band wohl gerne wieder rückgängig gemacht hätten, das aber auf alle Fälle ein kurzweiliges und interessantes Album ist, das dem damaligen Zeitgeist Rechnung trägt. Was Queen auch genügend Fans vorgehalten haben.

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Wie fast Guns N‘Roses statt Queen in „Wayne‘s World“ gelandet wären

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25 Jahre „OK Computer“: Wie Radiohead den Prog neu erfinden

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Radiohead
Foto: Jim Steinfeldt/Michael Ochs Archives/GettyImages

Das Label geht von einem Flop aus, die Band setzt alles auf eine Karte: 1997 veröffentlichen Radiohead ihr drittes Album OK Computer. Die Bedenken sind unbegründet: Das Album wird zum kommerziellen Erfolg und gilt heute als eine der besten Platten aller Zeiten. Die ganze Geschichte der modernen Prog-Rhapsodie.

von Björn Springorum

Hier könnt ihr Ok Computer hören:

Es ist 1997, und in Großbritannien hat man so langsam aber sicher genug von Britpop. Die anfängliche Euphorie ist verfolgen, die Aufregung rund um den Battle Of Britpop von 1995 längst vergessen, die Sperenzchen und Eskapaden der Gebrüder Gallagher öde. Sicher, Be Here Now ist ein weiterer Oasis-Megaseller, doch die britische Rockmusik sehnt sich insgeheim nach einer neuen Marschrichtung. Die kommt von Radiohead – von wem auch sonst, wie man aus heutiger Sicht treffsicher urteilen würde. Mit ihrem dritten Album OK Computer sorgen sie nicht nur für einen der ganz großen Klassiker der intelligenten Rockmusik; sie erfinden mal so eben den Prog neu und führen die Musik des Königreichs mit sicherer Hand gen neues Jahrtausend.

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Desillusioniert in den Staaten

Das war damals selbst ihnen nicht zuzutrauen. Oder doch? Schauen wir uns mal ihre bemerkenswerte Karriere bis zum Release von OK Computer an: Ihr Debüt Pablo Honey erscheint 1993, ein schroffes und kratziges Rock-Album, das mit Creep ihren ersten Megahit enthält, ansonsten aber noch in die Kategorie „ausbaufähig“ fällt. Das nehmen Radiohead sehr ernst. Die Band, die sich 1985 an einer Jungenschule im ländlichen Oxfordshire gründet, wird durch Presse, Radio und Fernsehen gereicht, eine desillusionierende USA-Tour besiegelt fast das Schicksal der Band.

The Bends, ihr zweites Album von 1995, zeigt eine merklich gereifte, angekratzte, bittere Band. Die nackte Emotion, die Verletzlichkeit und die Verzweiflung machen die Platte zu einer der definitiven Scheiben der Neunziger. Lange Touren mit R.E.M. oder Soul Asylum durch Nordamerika, Europa und Japan folgen, wieder merkt die Band, dass sie echt nicht für die Straße gemacht ist, dass Touren zermürben, aufreiben, aushöhlen. Dennoch kommt es auf der Tour zu einer folgenschweren Begegnung mit Brian Eno. Für seinen Charity-Sampler nehmen Radiohead am 4. September 1995 die Nummer Lucky auf – in fünf Stunden.

Diese spontane, impulsive, unmittelbare Arbeitsweise löst etwas aus in der Band. Das ist bitter nötig, immerhin steht sie gerade vor dem riesigen Problem, einem sehr erfolgreichen Album einen Nachfolger zu bescheren. Sie beginnen im Juli 1996 die Aufnahmen in ihrem eigenen Canned Applause Studio, treten aber trotz der anfänglichen Inspiration auf der Stelle, kommen nicht vorwärts. Da erscheint die Einladung von Alanis Morissette, mit ihr durch die Staaten zu touren, natürlich verlockend. Was die Band nicht wissen kann: Diese Tour wird OK Computer überhaupt erst möglich machen. Bei einem Konzert erhalten sie Besuch von Regisseur Baz Luhrmann, der gern einen Radiohead-Song in seinem kommenden Film Romeo und Julia haben würde.

Wo sind die Hits?

Exit Music (For A Film), Radioheads wunderschöner Beitrag zum Shakespearschen Drama, wird zur Initialzündung für die Metamorphose. Sänger Thom Yorke sagte später mal: „Das war unsere erste Aufnahme, bei der mich jede Note berauschte. Darauf konnte ich stolz sein, das konnte ich laut aufdrehen und dennoch jede Sekunde genießen.“ Der Rest geht schnell: Sie quartieren sich in St Catherine’s Court ein, einem historischen Anwesen bei Bath, breiten sich in dem elisabethanischen Haus aus und nutzen Treppenhäuser oder Korridore für die Aufnahmen. Zwischen September 1996 und März 1997 entsteht dort ein Album, das erst mal zum Schreckgespenst für ihr damaliges Label Parlophone wird. Dort erwartet man natürlich ein zweites The Bends, ein Alternative-Rock-Manifest für eine verlorene Generation oder mit anderen Worten: Singles, Hits und klingende Kassen.

Da machen Radiohead aber nicht mit. Sie entschieden sich, alles auf eine Karte zu setzen, geben die 100.000 Pfund Vorschuss ihres Labels für Equipment aus und produzieren das Album mit Unterstützung von Haus-und-Hof-Produzent Nigel Godrich selbst. Mit anderen Worten: Radiohead steigen schon jetzt aus den Mechanismen des Marktes aus und nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand. Nach der Seelensuche von The Bends richten sie ihren Blick nach außen und schreiben eine fast schon dystopische Rhapsodie, ein Album, das viel von dem vorweg nimmt, was im neuen Jahrtausend auf die Welt zurollt: soziale Entfremdung, Isolation, Konsumismus und das aussaugende Leben in der Großstadt.

Die Wiedergeburt des Prog

Musikalisch steht der nächste Quantensprung an. Wo die meisten anderen guten Bands zwischen Pablo Honey und The Bends mindestens noch eine weitere Platte gebraucht hätten, um eine ähnliche Entwicklung hinzulegen, liegen zwischen The Bends und OK Computer mindestens zwei Alben. Mit traumwandlerischer Sicherheit bewegen sich Radiohead durch ihren mitternächtlichen Garten aus Rock, Prog, Pop und Electronica, ein fließendes, inhärent nachdenkliches, kunstfertig geschmiedetes Album. Kurz: ein Werk, dem ein Creep oder ein Fake Plastic Trees fehlt. Die Plattenfirma ist schockiert, weiß nicht, was sie mit dieser Musik anfangen soll. Sie setzt die Verkaufsprognose von mehreren Millionen auf eine halbe Million herab.

Und wird eines besseren belehrt: OK Computer, das ist schon der damaligen Presse klar, ist eine Wasserscheide. Lange Songs, komplexe Arrangements, eine Vielzahl an Instrumenten: Radiohead beleben den Prog neu. Ihnen gelingt das Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band der Neunziger, ein musikalisches und lyrisches Meisterwerk, so voller Assoziationen, doppelter Böden, Schichten und Ebenen, dass man wochenlang darin abtauchen kann. Inspiriert von Bitches Brew, dem gewagten Album von Miles Davis, Ennio Morricone, Can, Pet Sounds oder dem besten Pop-Song aller Zeiten, A Day In The Live, gelingt Radiohead eine Preziose, ein seltenes Kunstwerk.

Entstanden nach einer Periode der Instabilität und Unsicherheit, erwachsen Radiohead aus ihrem Kokon und machen einfach das, was sich in diesem Moment richtig anfühlt: Musik, und das überwiegend zusammen. 80 Prozent von OK Computer sind live entstanden. Hätte ihre Plattenfirma Recht behalten, hätten Radiohead das 21. Jahrhundert nicht mehr als Band erlebt. So bescheren sie den späten Neunzigern das wichtigste Album, revitalisieren mal so ganz nebenbei den Prog und bereiten der Rockmusik den Weg ins neue Jahrtausend.

Und dennoch ist das 1997 nur der Anfang: 2000 werden Radiohead mit Kid A vollkommen den Verstand verlieren. Im streng positiven Sinne, versteht sich.

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10 Songs, die die Rockmusik verändert haben – Teil 3

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Popkultur

10 Songs, die jeder Fan von The Notorious B.I.G. kennen sollte

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The Notorious B.I.G.
Titelfoto: Ethan Miller/Getty Images

Höher, weiter, Biggie: In nur 24 Lebensjahren entwickelte sich The Notorious B.I.G. zu einem der größten Macher der Hip-Hop-Szene. Im März 1997 starb der junge Rap-Star durch ein Drive-By-Shooting. Wir haben für euch zehn großartige Songs aus seinem musikalischen Vermächtnis zusammengetragen.

von Timon Menge

1. Gimme The Loot (1994)

Als Christopher George Latore Wallace aka The Notorious B.I.G. am 13. September 1994 sein Debütalbum rausbringt, hat der Rapper bereits eine längere kriminelle Karriere hinter sich. Angeblich arbeitet er schon im Alter von zwölf Jahren als Drogendealer, 1991 landet er für den Handel mit Crack im Gefängnis. Dort verbringt er neun Monate, im Anschluss nimmt er das Demo-Tape Microphone Murderer auf. Sein Künstlername zu jener Zeit: Biggie Smalls. Der Rapper spielt damit auf sein Gewicht von etwa 150 Kilo an sowie auf seine Größe von 1,91 Metern. Das Demoband öffnet ihm die Tür zur Musikwelt, 1994 veröffentlicht er als The Notorious B.I.G. erstes Album Ready To Die. Dass sich Biggie bestens mit der Welt des Verbrechens auskennt, zeigt auch der dritte Song von der Platte, denn im Text von Gimme The Loot geht es ziemlich eindeutig um einen Raubüberfall.

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2. Juicy (1994)

Bei Juicy handelt es sich um die erste Single-Veröffentlichung von Ready To Die. The Notorious B.I.G. beschäftigt sich in der Nummer mit seinem Werdegang, seiner Kindheit in Armut, dem Traum vom Leben als Rapper, seiner kriminellen Laufbahn und seinem Erfolg in der Musikindustrie. Mit der Zeile „Time to get paid / blow up like the World Trade“ bezieht er sich auf den Terroranschlag auf das New Yorker World Trade Center am 26. Februar 1993. An jenem Tag zündeten einige Terroristen des Netzwerks al-Quaida in der Tiefgarage des Bürokomplexes eine Bombe und töteten damit sechs Menschen; mehr als 1.000 Personen wurden verletzt. Juicy gilt bis heute als einer der bekanntesten und wichtigsten Hip-Hop-Songs überhaupt.

3. Big Poppa (1995)

Zwei Künstlernamen von The Notorious B.I.G. kennen wir bereits, doch es gibt noch viele mehr, wie zum Beispiel Frank White, MC CWest oder auch Big. Mit seinem Alter Ego „Big Poppa“ beschäftigt sich der Rapper im gleichnamigen Song auf seinem Debütalbum. Der Name scheint ihm nicht zu missfallen, in der Nummer heißt es mehrfach: „I love it when you call me Big Poppa“.

4. Suicidal Thoughts (1994)

Achtung, sanftere Gemüter sollten um diesen Track möglicherweise einen Bogen machen, denn in Suicidal Thoughts geht The Notorious B.I.G. ans Eingemachte. So erzählt er in dem Song, bei dem der Titel Programm zu sein scheint, dass er glaubt, eine Enttäuschung für seine Mutter zu sein. Er habe sie beklaut, sei auf die schiefe Bahn geraten und sei sich sicher, dass sie sich im Nachhinein eine Abtreibung gewünscht habe. „I wonder, if I died, would tears come to her eyes?“, fragt er sich im Text. Zum Schluss ist er sich sicher, dass seine Mutter auf seiner Beerdigung zwar so tun würde, als würde sie um ihren Sohn trauern; insgeheim sei sie aber froh, dass er weg sei. Tatsächlich war und ist Voletta Wallace sehr sehr stolz auf ihren Sohn, wie aus unzähligen Medienberichten hervorgeht.

Depressiv? Hier bekommst du Hilfe: Wenn du selbst depressiv bist oder Selbstmordgedanken hast, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de.) Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du Hilfe von Berater*innen, die dir Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

5. Who Shot Ya? (1994)

Als The Notorious B.I.G. knapp drei Monate nach einem bewaffneten Angriff auf seinen Rap-Kollegen 2Pac die Single Who Shot Ya? veröffentlicht, wirft das einige Fragen auf. Macht sich Biggie mit dem Song über seinen (vermeintlich) ehemaligen Kumpel lustig? Wünscht er ihm den Tod? Wusste er gar etwas von dem Attentat? Fest steht: Es handelt sich bei dem Attentat um ein wichtiges Schlüsselereignis in der berühmten Fehde East Coast (The Notorious B.I.G.) gegen West Coast (2Pac), um die sich bis heute unzählige Mythen ranken. Am 7. September 1996 fallen bei einem Drive-By-Shooting erneut Schüsse auf 2Pac, diesmal kosten sie ihn sechs Tage später das Leben. Er wurde nur 25 Jahre alt. Zu den Verdächtigen zählt auch The Notorious B.I.G., doch die Umstände von 2Pacs Tod bleiben weitestgehend ungeklärt. Später gibt es noch einen Todesfall …

6. Hypnotize (1997)

Dieser Track markiert die letzte Veröffentlichung von The Notorious B.I.G., die er noch mitbekommt, denn nur fünf Tage später wird auch er Opfer eines Drive-By-Shootings und stirbt mit gerade einmal 24 Jahren an den Folgen der Schüsse. Auch an seinem Tod scheiden sich bis heute die Geister, doch es gilt laut mehrerer Quellen als wahrscheinlich, dass Musikmanager Suge Knight etwas damit zu tun hat. Diese Behauptung äußerte zum  Beispiel der ehemalige LAPD-Polizeibeamte Greg Kading, der in der Taskforce zur Aufklärung der Morde an den beiden Rappern arbeitete. Aktuell verbüßt Knight eine 28-jährige Haftstrafe wegen Fahrerflucht mit Todesfolge.

7. Mo Money Mo Problems (feat. Puff Daddy & Mase) (1997)

Die Life After Death-Single Mo Money Mo Problems erschien einige Monat nach dem Tod von The Notorious B.I.G. und verdrängte I’ll Be Missing You von Puff Daddy von der Spitze der Charts. Dabei handelt es sich um Daddys eigenen Tribut an seinen ehemaligen Kollegen Biggie. An den beiden Erfolgs-Singles kann man mühelos ablesen, wie sehr der Tod von The Notorious B.I.G. die Musikwelt zu jener Zeit beschäftigte.

8. Notorious Thugs (feat. Bone Thugs-n-Harmony) (1997)

Auch dieser Track mit Bone Thugs-n-Harmony stammt von der zweiten The Notorious B.I.G.-Platte Life After Death. Die Nummer umfasst ganze sechs Minuten und Biggie rechnet darin unter anderem mit all jenen ab, die ihm unterstellen, es habe eine Fehde zwischen ihm und 2Pac gegeben. „So-called beef with you-know-who“, heißt es in dem Song, womit der Rapper klarmacht: Wir hatten keinen Streit. Ob das der Wahrheit entspricht, lässt sich heute vermutlich nicht mehr feststellen, denn es gibt viele widersprüchliche Aussagen zur mutmaßlichen Rivalität zwischen den beiden Rappern. Bone Thugs-n-Harmony hatten kurz vorher auch mit 2Pac zusammengearbeitet.

9. Nasty Girl (feat. Diddy, Nelly, Jagged Edge, Avery Storm & Jazze Pha) (2005)

Falls euch manche Notorious-B.I.G.-Raps in diesem Track bekannt vorkommen, habt ihr völlig recht: Es handelt sich dabei teilweise um Aufnahmen, die bereits in dem Song Nasty Boy von Life After Death zu hören waren. Darüber hinaus haben die beiden Stücke aber kaum etwas gemeinsam. Natürlich sind posthume Singles oft so eine Sache, doch die hochkarätigen Gaststars wie P. Diddy und Nelly werden sich die größte Mühe gegeben haben, den Song in Biggie Smalls’ Sinne zu gestalten.

10. Old Thing Back (feat. Matoma, Ja Rule & Ralph Tresvant) (2015)

Hinter dieser Veröffentlichung steckt vor allem der norwegische DJ Matoma, der dem Song Want That Old Thing Back von 2007 einen Remix spendierte. Damit begeisterte er nicht nur Musikhörer*innen auf der ganzen Welt, sondern auch Ja Rule, der sich auf Twitter wohlwollend über den Track äußerte. Außerdem zeigen Remixes wie dieser eindrucksvoll: Sogar fast 20 Jahre nach seinem Tod ist The Notorious B.I.G. immer noch ein fester Bestandteil der Musikwelt. Leider hatte er viel zu wenig Zeit, um uns noch weitere Alben zu schenken. Ruhe in Frieden, Biggie.

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