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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.1.1935 kommt Elvis Presley zur Welt

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Foto: EPE

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.1.1935.

von Timon Menge und Christof Leim

Er trägt den Titel „King Of Rock’n’Roll“ oder schlicht: „The King“. Jahrelang ebnet er den Weg für die Beatles, die Rolling Stones und andere Größen des Genres. Gemeinsam mit seinem Manager Colonel Tom Parker definiert er den Begriff „Rockstar“. Heute hätte Elvis Presley Geburtstag gefeiert. Eine Verneigung.

Hier könnt ihr euch Elvis’ größte Hits anhören:

Elvis Aaron Presleys viel zu kurzes Leben beginnt am 8. Januar 1935 in Tupelo, Mississippi. Seine Begeisterung für Musik entdeckt er in der Kirche, traut sich aber noch nicht so recht: „Ich habe meine Gitarre genommen, anderen Leuten zugeschaut und gelernt, ein bisschen zu spielen“, erinnert er sich in einem Interview. „Ich habe aber nie öffentlich gesungen. Dafür war ich zu schüchtern.“

Starker Start

Im Alter von 13 Jahren siedelt er mit seiner Familie nach Memphis, Tennessee um, wo auch Sam Philipps lebt und arbeitet, der Inhaber von Sun Records. Der möchte afroamerikanischer Musik zu größerer Bekanntheit verhelfen. Mehrfach soll er gesagt haben: „Wenn ich einen Weißen finde, der die Musik der Schwarzen richtig rüberbringen kann, werde ich Milliardär.“ Auch Elvis begeistert sich für die Musik der schwarzen Bevölkerung der USA, also Blues und R&B. Die beiden lernen sich kennen.

Am 7. Juli 1954 feiert Elvis’ erste offizielle Sun-Single That’s All Right ihre Radiopremiere. Die Nummer, die im langsamer und jazziger gespielten Original von Blueskünstler Arthur Crudup stammt, zündet sofort. Noch in derselben Nacht fährt Elvis zum Sender und gibt sein erstes Interview. Moderator Dewey Phillips fragt den jungen Künstler unter anderem, auf welche High School er gehe — und stellt damit die Frage nach seiner Hautfarbe, ohne die Frage tatsächlich zu stellen.

Der erste Rockstar

Etwa ein halbes Jahr später weckt Elvis die Aufmerksamkeit eines Mannes, der die Karriere des zukünftigen „King Of Rock’n’Roll“ entscheidend prägt und bis zu dessen Tod an seiner Seite bleibt: Colonel Tom Parker. Der Musikmanager verschafft dem Nachwuchskünstler einen dicken Plattenvertrag, Engagements in zahlreichen Filmen und etabliert die Merchandise-Marke „Elvis“. Gäbe es eine Blaupause für den Aufbau eines Rockstars: Parker hätte sie erfunden.

Rock’n’Roll, Baby: Der frühe Elvis – Pic: Sony BMG Archive

Durch die Zusammenarbeit brechen alle Dämme: Presley verkauft Millionen von Platten, flimmert mit großem Erfolg über die Kinoleinwände des Landes und kann sich vor Fans kaum retten — vor allem vor weiblichen. Das liegt einerseits an seiner nie da gewesenen musikalischen Ausrichtung (schwarze Musik, neu interpretiert von einem Weißen), andererseits an seiner Rolle als Sexsymbol. Insbesondere sein legendärer Hüftschwung sorgt unter Konservativen für Aufregung.

Der „King“ wird eingezogen

Im März 1958 muss Presley einen Rückschlag verdauen: Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wird er von der U.S. Army eingezogen und muss seinen Dienst in Deutschland ableisten. „Die Army kann mit mir machen, was immer sie möchte“, verkündet er damals und meint damit, dass er nicht anders behandelt werden möchte als seine Kameraden. Damit er während seiner Abwesenheit nicht in Vergessenheit gerät, lässt sich Manager Parker etwas einfallen und veröffentlicht in Presleys Abwesenheit Stück für Stück neues Material.

Im August 1958 erhält Presley einen Anruf aus der Heimat und wird darüber informiert, dass seine Mutter schwer krank ist. Er bekommt Sonderurlaub und darf nach Hause fliegen. Kurze Zeit später stirbt Gladys Love Presley an Herzversagen. Für Elvis geht die Welt unter, denn bis ins Erwachsenenalter hinein pflegt er eine sehr enge Beziehung zu seiner Mutter.

So wohnte ein König: Elvis’ Villa Graceland – Pic: Sony Music

Seine zukünftige Ehefrau Priscilla lernt Presley während seiner weiteren Zeit bei der Armee kennen, bis zur Hochzeit dauert es siebeneinhalb Jahre. Dazwischen hält sich das Paar gemeinsam in Deutschland auf, überbrückt mehr als zwei Jahre hauptsächlich am Telefon und wohnt gemeinsam auf Graceland, Elvis’ prächtiger Residenz, die man noch heute als Museum bewundern kann.

Elvis auf Abwegen

Auch einen seiner schlimmsten Dämonen lernt Presley beim Militär kennen: Er entwickelt eine starke Aufputsch- und Schlafmittelabhängigkeit. Wieder zu Hause, verändert er sich menschlich und lässt eine Menge Druck an seinem Umfeld ab, ob an seiner Partnerin Priscilla, seinem Vater Vernon oder seinen langjährigen Freunden und Mitmusikern Scotty Moore und Bill Black.

Während der Sechziger verlagert sich seine Karriere vor allem ins Kino. Musikalisch erobern andere Künstlerinnen und Künstler den Planeten, wie zum Beispiel die Beatles, die Rolling Stones, Led Zeppelin oder The Who. Ernsthafte Musikliebhaber meiden Elvis, seine alten Fans wenden sich nach und nach ab. Der schwindende Ruhm setzt ihm zu, auch über Einsamkeit klagt er.

Das Comeback

Am 1. Februar 1968 kommt Lisa Marie Presley zur Welt, Elvis’ einzige Tochter. Wenig später tütet er einen Deal mit dem US-Fernsehsender NBC ein. Im Juni beginnen die Dreharbeiten für ein Fernseh-Special namens Elvis, das später als The ’68 Comeback Special in die Geschichte eingeht. Der „King“ ist wieder da, bleibt weitestgehend nüchtern, findet zu alter Stärke zurück und hat wieder Spaß an der Musik. Jon Landau vom Magazin Eye schreibt damals: „Es hat etwas Magisches, wenn man einem Mann zuschaut, der sich selbst verloren hat und dann wieder nach Hause findet. Er sang mit einer Kraft, die das Publikum von einem Rock’n’Roll-Sänger nicht mehr erwartet hat. Er bewegte seinen Körper so entspannt und ohne Anstrengung, dass Jim Morrison wahrscheinlich grün vor Neid wurde.“

Anschließend geht es noch einmal bergauf. Presley spielt zahlreiche Shows, allein 636 ausverkaufte Abende in Las Vegas. Am 21. Dezember 1970 trifft er sogar den damaligen US-Präsidenten Richard Nixon. Die ganz großen Erfolge halten allerdings nicht lange an. Am 1. August 1972 erscheint Presleys letzte US-Top-Ten-Single Burning Love. Auch seine Ehe mit Priscilla geht zu jener Zeit in die Brüche, ab dem 9. Oktober 1973 sind die beiden geschieden.

Das traurige Ende

Im selben Jahr erleidet Elvis gleich zweimal eine Medikamentenüberdosis. Die Drogen haben ihn wieder eingeholt, außerdem nimmt er stark zu. Dennoch spielt er 168 Konzerte — mehr als jemals zuvor. Auch 1974 reist Presley intensiv durch die Vereinigten Staaten. Währenddessen entwickelt er sich zum Schatten seiner selbst. Bei einer Show im September wird sein Elend deutlich sichtbar. „Er ist aus der Limousine auf seine Knie gefallen“, erinnert sich Keyboarder Tony Brown. „Einige Leute eilten ihm zur Hilfe, aber er schubste sie weg und sagte: ‘Helft mir nicht.’ Er ging auf die Bühne und hat sich die ersten 30 Minuten am Mikrofon festgehalten. Wir haben uns angeschaut und uns gefragt, ob die Tour überhaupt stattfinden würde.“ Auch weitere Konzerte zeigen Elvis als Karikatur des Jugendidols, das er einmal war.

Am 16. August findet seine damalige Freundin Ginger Alden ihn regungslos in einem Badezimmer. Alle Wiederbelebungsversuche bleiben erfolglos. Um 15:30 Uhr wird er für tot erklärt. Die Todesursache: Herzstillstand. Zwei Tage später findet seine Beerdigung auf dem Forest Hill Cemetery in Memphis statt. (Im Oktober wird Elvis’ Leichnam nach Graceland verlegt, weil die Gefahr besteht, er könne geklaut werden.)

Trotz seiner letztlich tragischen Geschichte geht Elvis Presley als „King Of Rock’n’Roll“ und als erster großer Rockstar in die Geschichte ein. Noch heute weiß man um seine Bedeutung. Ohne ihn hätte es möglicherweise keine Beatles gegeben und auch keine Rolling Stones. Er war es, der die afroamerikanische Musik in den Mainstream gebracht hat. Seinen Beitrag zur Entwicklung der Rockmusik kann man also nicht unterschätzen. Elvis has left the building. Rest in peace, King!

Elvis Aron Presley, 8.1.1935-16.8.1977

Zeitsprung: Am 15.12.1956 heißt es zum ersten Mal „Elvis has left the building“.

 

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Zeitsprung: Am 5.2.1935 kommt Alex Harvey zur Welt.

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Foto: Evening Standard/Hulton Archive/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.2.1935.

von Timon Menge und Christof Leim

Besonders geradlinig verläuft die Karriere von Alex Harvey und seiner Sensational Alex Harvey Band nicht. Dennoch gehört der schottische Musiker zu den bekannteren Gesichtern der britischen Rockmusik der Siebziger. Heute hätte er Geburtstag gefeiert. 

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Alex Harvey anhören: 

Das Licht der Welt erblickt Alexander James Harvey am 5. Februar 1935 in einem Arbeiterstadtteil von Glasgow. Bevor er seinen Weg als professioneller Musiker einschlägt, jobbt er unter anderem als Kellner und als Dachdecker. Zeitweise graviert er sogar Grabsteine. Zu Beginn der Fünfziger begeistert er sich für Dixieland-Jazz und Skiffle, bevor er ab 1954 selbst die Bühnenbretter betritt.

Im Vorprogramm der Beatles

Ab 1958 reist Harvey mit seiner Big Soul Band durch England und Deutschland. Schnell entwickelt er sich zu einem der Aushängeschilder der britischen R&B-Szene, obwohl er auch Rocksongs zum Besten gibt. So spielt er am 20. Mai 1960 mit seiner Big Beat Band im Vorprogramm von Johnny Gentle And His Group. Hinter dem Kürzel „His Group“ verbirgt sich niemand Geringeres als die späteren Beatles, die zu jener Zeit noch aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Tommy Moore bestehen. Es handelt sich um den ersten Termin einer siebentägigen Schottland-Tour.

Hier tourt Alex Harvey mit. Eigentlich heißen die Beatles zu jener Zeit aber noch The Silver Beetles. Wer hat George sofort erkannt?, Foto: Buchcover

Gegen Ende der Sechziger versucht er es als Solokünstler, doch der Durchbruch bleibt aus. Der folgt dann zu Beginn der Siebziger, nach einem kleinen Umweg als Session-Musiker für die Londoner Inszenierung des Musicals Hair. Denn jetzt gründet er die Sensational Alex Harvey Band.

Die großen Erfolge

Mit der Gruppe bleibt Harvey während der gesamten Siebziger erfolgreich, steigt von 1976 bis 1978 allerdings kurzzeitig aus. Schon auf dem Debüt Framed (1972) liefert die Band Granaten wie Midnight Moses und den Titelsong Framed aus der Feder des Songschreiber-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller ab. Zeitgleich erobert der Glam Rock das Vereinigte Königreich und später auch den Rest Europas. Harvey und seine Mitmusiker greifen den Stil auf. So entdeckt er zu jener Zeit sein legendäres, schwarz-weiß-gestreiftes Shirt. Gitarrist Zal Cleminson setzt noch einen drauf und tritt in Pantomime-Schminke und gelb-grünem Overall auf.

Mit einer Coverversion des Tom-Jones-Songs Delilah landet die Band 1975 einen Top-Ten-Hit, auch der Song The Boston Tea Party (1976) feiert große Erfolge. 1978, kurz nach Harveys Rückkehr, erscheint mit Rock Drill das letzte Album der Band. Im Anschluss veröffentlicht er zwei weitere Soloplatten und geht ab 1979 wieder auf Tour. Doch leider stirbt Alex Harvey am 4. Februar 1982 einen Tag vor seinem 47. Geburtstag an Herzversagen. Er hinterlässt zwei Söhne, einen aus jeder seiner beiden Ehen.

Zeitsprung: Am 9.1.1975 endet die Geschichte der Beatles offiziell

 

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Popkultur

10 Songs von Alice Cooper, die man kennen sollte

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Alice Cooper
Foto: Grant Lamos IV/Getty Images

Schock-Schminke, Schauer-Schlangen und schreckenerregende Songtexte: Alice Cooper hat den Schockrock zwar nicht erfunden, doch er hat ihn als erster auf die Spitze getrieben. Seit knapp 60 Jahren steht er nun auf der Bühne. Diese zehn Songs gruseln uns bis heute — auf die gute Art!

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch einige der besten Songs von Alice Cooper anhören:

Ob Vincent Damon Furnier schon bei seiner Geburt am 4. Februar 1948 geschminkt war, ist nicht überliefert — doch wir gehen davon aus. Die Geschichte seiner ersten großen Band Alice Cooper reicht bis ins Jahr 1964 zurück. „In der Highschool haben uns alle gehasst“, erinnert er sich in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten. „Sehr lange Zeit mochte uns wirklich niemand.“ Das ändert sich Anfang der Siebziger, denn mit ihrer Single I’m Eighteen gelingt Alice Cooper der Durchbruch. In Windeseile erobert die Gruppe die Musikwelt; ab Mitte der Siebziger spielt Furnier seine Rolle als Alice Cooper solo weiter. „Ich wollte einen Charakter spielen, der so ist, wie ich mir den besten Rockstar aller Zeiten vorstelle“, erzählt er. „Also habe ich Alice so kreiert, wie ich das wollte: ein bisschen böse, lustig, total gruselig, aber auch elegant. Alice ist mein allerliebster Rockstar.“ Unserer auch! Das sind seine zehn besten Songs.

1. I’m Eighteen (1970)

„I’m eighteen and I like it“ — Selten wurde die Volljährigkeit mit mehr Begeisterung besungen. Ursprünglich handelte es sich bei I’m Eighteen um eine achtminütige Jam-Session, doch Produzent Bob Ezrin überredete Alice Cooper dazu, den Song auf drei Minuten einzudampfen. Zum Glück — acht(zig)minütige Jam-Sessions gab es in den Sechzigern nun wirklich genug.

2. Under My Wheels (1971)

Bei Under My Wheels handelt es sich um die erste Single vom vierten Alice-Cooper-Album Killer (1971). Seitdem hat er das Stück auf wirklich jeder(!) Tour zum Besten gegeben, weshalb Under My Wheels Platz drei von Coopers meistgespielten Live-Songs belegt. 1988 nahm Cooper die Nummer übrigens noch einmal auf, und zwar mit Guns N’ Roses. Im Gegenzug ist Cooper auch in The Garden von Use Your Illusion I zu hören.

3. School’s Out (1972)

Keinen Song hat Alice Cooper häufiger live gespielt: Mehr als 2.900(!) Mal war School’s Out auf den Konzerten des Schockrockers zu hören, also quasi acht Jahre lang jeden Tag einmal. Dass Cooper und sein Publikum so viel Freude an dem Stück haben, überrascht nicht. Schließlich hat er selbst einmal gesagt: „Die beiden schönsten Zeiten des Jahres sind der Weihnachtsmorgen und der Beginn der Sommerferien.“

4. No More Mr. Nice Guy (1973)

Wer hinter diesem Titel Autobiografisches vermutet, ist auf dem richtigen Weg. In No More Mr. Nice Guy beschäftigt sich Cooper mit den Reaktionen der Kirchengruppe seiner Mutter auf seine mitunter okkult-gruseligen Bühnenauftritte. „Jetzt gibt es keinen Weg zurück“, meint er mit dem Titel. Gut so! Was hätten wir in den vergangenen Jahrzehnten bloß ohne unsere Tante Alice gemacht.

5. He’s Back (The Man Behind The Mask) (1986)

Ganze 13 Jahre liegen zwischen dem vierten und dem fünften Song unserer Liste. 13 Jahre, in denen Alice Cooper erfolgreich solo durchstartete, aber auch heftig abstürzte. An manche seiner Alben aus den Achtzigern kann er sich aufgrund seines Drogen- und Alkoholkonsums noch nicht einmal erinnern. Dieser Titel passt also zu seinem Mini-Comeback 1986 — und zum Soundtrack des Films Freitag der 13. Teil VI – Jason lebt.

6. Poison (1989)

Wann immer es um die größten Rockhymnen aller Zeiten geht, darf dieser Song nicht fehlen. In den Achtzigern hatte sich Alice Cooper durch seine Alkohol- und Drogeneskapaden beinahe selbst ins Aus geschossen, doch mit seinem 18. Studioalbum Trash gelang ihm der große Sprung zurück in den Mainstream. Bis heute handelt es sich um seine erfolgreichste Platte — und das nicht zuletzt aufgrund großer Hits wie Poison.

7. Bed Of Nails (1989)

Auch Bed Of Nails stammt von Coopers Über-Album Trash und geriet gleich hinter Poison zum zweiterfolgreichsten Song der Platte. Komponiert hat Cooper das Stück zusammen mit seinem Ex-Bassisten Kane Roberts, seinem Produzenten Desmond Child sowie mit Diane Warren, die nicht nur für Rockgrößen wie Elton John, Tina Turner und Aerosmith tätig war, sondern auch für Popstars wie Whitney Houston und Britney Spears.

8. Hey Stoopid (1991)

Hey Stoopid gehört nicht nur zu Alice Coopers berühmtesten Songs, sondern der Meister des Schockrock begrüßte für das Stück auch jede Menge Gaststars im Studio. Slash, Ozzy Osbourne, Steve Vai, Joe Satriani: Sie alle geben sich in der Nummer die Klinke in die Hand und unterstützen ihren Kumpel Alice bei seinem Rock’n’Roll-Auftrag. Die Botschaft des Songs: „Hey Dummerchen, lass das mit den Drogen doch einfach sein …“.

9. Snakebite (1991)

Wie oft Alice Cooper im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere von Schlangen gebissen wurde, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Doch wir wissen, dass es sich bei Snakebite um einen seiner allerbesten Songs handelt! Inhaltlich ist die Nummer quasi vertonter Machismo. „My face is tattooed in your shoulder / Your name is scratched into my bike“, singt Cooper darin. Na dann …

10. Feed My Frankenstein (1991)

Wer den Rockfilmklassiker Wayne’s World kennt, liebt bestimmt auch Feed My Frankenstein von Alice Cooper. Vor der legendären „Wir sind unwürdig!“-Szene besuchen die beiden Chaoten Wayne und Garth in dem Streifen nämlich ein Konzert des Schockrockers und kommen in den Genuss seiner damals brandneuen Single. Heute gehört die Nummer zu Coopers späten Klassikern — aus gutem Grund!

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Sechs Anekdoten, die nur aus dem Leben von Alice Cooper stammen können

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Popkultur

Zeitsprung: Am 4.2.1948 kommt Alice Cooper zur Welt. So viele Geschichten…

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.2.1948.

von Christof Leim

Der große Alice Cooper – Schocker Nr. 1 und wandlungsfähigster aller Rockstars – feiert am 4. Februar Geburtstag. Und der Mann macht keine Anstalten, sich zur Ruhe zu setzen. Seit sage und schreibe fünf Dekaden (!) erfreut er uns mit theatralischen Shows, Horrorgeschichten und vor allem mit hervorragender Krachmusik. Alice Cooper hat alles gesehen: Die abgedrehten Sechziger, exzessiven Siebziger und künstlichen Achtziger, die Verklemmtheit der Moralapostel und die Dekadenz des Rock’n’Roll. Himmel, der Mann hat Platten aufgenommen, an die er sich selbst nicht mehr erinnern kann. Er hat sich auf der Bühne köpfen lassen, mit Schlangen hantiert und eine ganze Latte an unsterblichen Hits produziert. Wir sagen: Happy Birthday, Alice, du Lieblingsfreak!

Dreht hier Alice Cooper auf und lest weiter:

Über Alice Cooper kann man Tausende Geschichten erzählen. Suchen wir uns die besten aus: Eigentlich heißt er ja Vincent Damon Furnier. Geboren wurde er am 4. Februar 1948 in Detroit geboren, und zwar als Sohn eines Pfarrers. Aus seiner ersten Krachkapelle, gegründet mit 16, wird über Umwege Alice Cooper. So heißt verwirrenderweise nicht nur die Band, sondern auch ihr Sänger. Im Song Be My Lover singt er Jahre später: „She asked me why the singer’s name was Alice/ I said listen, baby, you really wouldn’t understand.“

Zappa ist schuld

Den ersten Plattenvertrag bekommt Alice Cooper (die Band) von niemand Geringerem als Frank Zappa, weil der für sein Label Straight Records bizarre Musik sucht. Und „bizarr“, ja, das können die Jungs, denn ihre Songs klingen Ende der Sechziger abgedreht, theatralisch und ziemlich weit draußen. Angeblich hat Zappa die Musiker für „um sieben Uhr“ für ein Vorspiel zu sich bestellt. Als die fünf Zottel morgens (!) um sieben klingeln, zeigt sich der Altmeister beeindruckt: Wer so früh solchen Lärm machen will, besitzt Ehrgeiz. Die ersten Alben für Zappa heißen Pretties For You (1969) und Easy Action (1970) und schlagen beide keine großen Wellen.

Zeitsprung: Am 9.3.1971 erscheint „Love It To Death“ von Alice Cooper.

Dafür wird die Bühnenshow zusehends abgefahrener, so dass die Medien Notiz nehmen. Während alle von „Peace & Love“ singen, interessieren sich Alice Cooper für „Spaß, Sex, Tod und Geld“. Den ersten richtigen Hit kennt jeder: I’m Eighteen. Die Nummer stammt vom Album Love It To Death von 1971 und ist ein Evergreen der Rockwelt. Im gleichen Jahr erscheint Killer und sorgt für Skandale, auf der Bühne lässt sich Alice auf einem elektrischen Stuhl hinrichten.

Gratiswerbung durch Empörung

Mit School’s Out geht es 1972 dann ab: Die Platte verkauft sich dank des Titelsongs millionenfach. Die britische Moralaktivistin Mary Whitehouse will das Video dazu verbieten lassen, weswegen die Single prompt auf Platz eins in Großbritannien landet. Alice Cooper bedankt sich mit einem Blumenstrauß für die Extrawerbung. (Mary Whitehouse wird übrigens auch im Deep Purple-Song Mary Long besungen.) Zu Billion Dollar Babies (1973) gibt es geköpfte Babypuppen auf der Bühne, und wieder regen sich alle auf. Dafür kann der griffige Classic Rock kommerziell ordentlich punkten. Nach Muscle Of Love (ebenfalls 1973) bricht die Alice Cooper Band allerdings auseinander.

By Hunter Desportes [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Alice Cooper nutzt den Namen fortan als Solokünstler und veröffentlicht das Konzeptalbum Welcome To My Nightmare (1975), das auf den Alpträumen eines Kindes namens Steven basiert. Der Horrorfilm-Star Vincent Price fungiert als Erzähler, die Bühnenshow wird noch theatralischer. So gibt es zum Beispiel einen zweieinhalb Meter hohen Zyklopen, der den Sänger allabendlich köpft. Legendär ist natürlich der Auftritt in der Muppet Show.

Zeitsprung: Am 28.3.1978 besucht Alice Cooper die „Muppet Show“.

Zu viel Schnaps

Für Lace And Whiskey (1977) nimmt Cooper die Rolle des Privatdetektivs Maurice Escargot an. Der hat ein Alkoholproblem. Der echte Alice aber auch, und zwar so richtig. Angeblich konsumiert er pro Tag ein, zwei Kistchen Budweiser und eine Flasche Whiskey. Im berüchtigten Rainbow Bar & Grill auf dem Sunset Strip tagt er regelmäßig mit einem Säuferclub, den er Hollywood Vampires nennt. Mit dabei sind John Lennon, Ringo Starr und der legendäre Schluckspecht Keith Moon. Heute spielt Cooper mit Joe Perry (Aerosmith) und Johnny Depp (ja, der Schauspieler) in einer Coverband namens Hollywood Vampires.

Zeitsprung: Am 5.6.1977 gibt es einen Todesfall bei Alice Cooper – wegen einer Ratte.

Bei seinen Bühnenshows hantiert der Meister damals schon gerne mit Schlangen. Als eine im Sommer 1977 verstirbt, hält Cooper sogar Auditions für tierische Nachfolger. Für From The Inside (1978) wird Alice Cooper nochmal trocken, aber in den Achtzigern stürzt er ab: An gleich vier Platten von 1980 bis 1983 kann sich unser Mann nach eigenen Aussagen nicht erinnern. Und so klingen sie auch. Wer das mal nachschlagen will: Die Platten heißen Flush The Fashion, Special Forces, Zipper Catches Skin und DaDa. Aber Vorsicht, das ist kein leichter Stoff.

Zeitsprung: Am 25.8.1982 kann sich Alice Cooper nicht an sein neues Album erinnern.

Muskeln & Slasher-Filme

So langsam macht die Leber schlapp, also zieht Alice Cooper Mitte der Achtziger erfolgreich einen Entzug durch. Dekaden später scherzt er mit (ausgerechnet) Ozzy Osbourne darüber, dass er jetzt so langsam nüchtern wird. Musikalisch kehrt er 1986 fulminant mit Constrictor zurück, das sich sehr am toupierten Hard Rock der Zeit orientiert. An seiner Seite steht Kane Roberts, der aussieht wie Conan, der Barbar und eine Maschinengewehr-Gitarre spielt. Hach, die Achtziger, herrlich.

Zu dieser Zeit beginnt auch Coopers Affäre mit den damals populären Slasher-Filmen wie Friday The 13th und Nightmare On Elm Street. Mit He’s Back (The Man Behind The Mask) singt Alice sogar einen Song über den Killer Jason Voorhees aus Friday the 13th Part VI: Jason Lives. Die Horrorfilm-Ästhetik findet sich wieder in der Tourproduktion zu Raise Your Fist And Yell (1987), weswegen es in England und Deutschland Ärger und teilweise Zensur gibt. In London entgeht Cooper nur knapp dem Tod, als der Trick mit dem Galgen um ein Haar schief geht.

Zeitsprung: Am 7.4.1988 hängt sich Alice Cooper beinahe selber auf.

Platinregen

Mit Trash schießt Cooper 1989 dann durch die Stratosphäre. Die Platte verkauft sich dank der Megasingle Poison millionenfach. Musikalisch klingt das alles wie der Hard Rock der Zeit, also nach Bon Jovi, Aerosmith und Kiss. Was vielleicht daran liegt, das alle die gleichen Songwriter nutzen, vor allem Desmond Child. (Die Post, die der Mann von der GEMA bekommt, würden wir gerne mal sehen.) Damals ist natürlich auch Stammgast auf MTV. Auf Hey Stoopid (1991) trifft sich die A-Liga der Szene: Slash, Ozzy, Joe Satriani, Steve Vai und Nikki Sixx spielen, singen und schreiben alle mit. Coopers Kurzauftritt im Film Wayne’s World geht in die Rock-Folklore ein: „Wir sind unwürdig!“

Die Neunziger lässt Alice Cooper in Sachen Alben locker angehen, tourt aber weiter weltweit. Zwischen 1994 und 2017 veröffentlicht er acht weitere Platten, die sehr unterschiedlich ausfallen. Von einem comichaften Konzeptwerk (The Last Temptation, 1994) über düsteren Industrial-Metal (Brutal Planet, 2000) bis zu buntem Spaßrock (Dirty Diamonds, 2005 und Welcome 2 My Nightmare, 2011) ist alles dabei. Lobenswert, denn das hält die Sache interessant. 2017 erscheint das gelungene Paranormal, mit dem Cooper an seine Siebziger-Phase anknüpft und sogar teilweise von seiner ursprünglichen Band begleitet wird; 2021 folgt Detroit Stories.

Und sonst so? Alice Cooper ist ein leidenschaftlicher Golfer und gilt als Gentleman. Seit 1976 (!) führt der gläubige Christ eine Ehe mit der Tänzerin Sheryl Goddard, die beiden haben drei Kinder. Von seiner Bühnenfigur „Alice“ spricht er grundsätzlich in der dritten Person. Und die beiden haben anscheinend noch eine Menge vor…

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Zeitsprung: Am 22.11.1992 hilft Alice Cooper zwei Hausbesitzern.

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