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Popkultur

Gitarrengott: Chuck Berry

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Es lebe der Rock ‘n’ Roll’. . . es lebe Chuck Berry! Ein halbes Jahr bevor man in Amerika bemerkte, dass ein weißer Musiker wie ein schwarzer Musiker klingen konnte, schuf Charles Edward Anderson Berry aus Blues, Country-Musik, Western Swing und einer Menge anderer Stile das unwiderstehliche „Maybellene“. Dies läutete den Beginn einer Karriere ein, die über ein halbes Jahrhundert andauerte und von den Rolling Stones zu den Beatles und den Beach Boys so gut wie jede Pop- oder Rockband beeinflusste. Es gibt wohl heutzutage kaum einen Gitarristen, der nicht schon einmal die Riffs und Melodien von Chuck Berry gespielt hat.


Hört hier in Chuck Berry in 20 Songs rein und lest weiter:

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Für die ganze Playlist klickt auf “Listen”.

Moderne Rockmusik ohne Chuck Berry ist schwer vorstellbar. Sein Genie liegt in seiner Fähigkeit einen Song zu „präsentieren“. Der Mann, den die meisten Leute in den letzten 40 Jahren auf der Bühne gesehen haben, hat nichts oder nur sehr wenig mit dem Gitarristen zu tun, der im „Duck Walk“ daherkommt und zu seiner Bestzeit eine Offenbarung war.

Chuck Berry ist eine der wichtigsten Ikonen in der Geschichte der Popmusik und der Entwicklung der Rockmusik. Jeder kennt die Hits, es ist also an der Zeit etwas tiefer zu forschen, um den Mann, der ja eindeutig ein Genie ist, wirklich schätzen zu können.

„Wenn man dem Rock ‘n’ Roll einen anderen Namen geben wolle, könnte man ihn auch Chuck Berry nennen.” – John Lennon


Chuck Berry


Digging deeper…

In seiner Autobiografie sagt Chuck, dass er in St. Louis geboren ist. Andere behaupten jedoch, das dies nicht der Fall war und dass er in San Jose in Kalifornien auf die Welt kam und dann als sehr kleines Kind mit seinen Eltern in den Osten der USA zog. Berry lernte in den späten 30er Jahren Gitarre zu spielen und spielte bald auf Parties und Schulbällen. Er arbeitete mit dem Ray Band’s Orchestra in St Louis; seine musikalische Ausbildung wurde jedoch abrupt unterbrochen als er 1944 zu drei Jahren in einer Besserungsanstalt verurteilt wurde, nachdem er ein Auto gestohlen und den Fahrer mit einer Waffe bedroht hatte. Nach seiner Entlassung gründete er die Chuck Berry Combo und begann in der Gegend von St. Louis zu spielen. Später zog er nach Chicago, wo er Muddy Waters traf, der ihn zusammen mit Nat King Cole musikalisch stark beeinflusste. Dies mag manchen überraschend erscheinen, Cole und Louis Jordan waren jedoch damals die bekanntesten schwarzen Künstler und beide spielten eine Rolle bei der Förderung von vielen jüngeren, schwarzen Künstlern in den 50er Jahren. Was Nat anging, lag dies hauptsächlich an seiner Fähigkeit, auch für ein weisses Publikum interessant zu sein. Chuck zog immer mehr weiße Fans an, die seine verrückten Bühnenauftritte liebten.

Muddy Waters machte Berry mit Leonard Chess bekannt, der ihn sofort unter Vertrag nahm. Innerhalb von wenigen Wochen, am 21. Mai 1955, brachte er sein erstes Album heraus; es war stark von „Ida Red“, einer Country Blues Melodie, inspiriert, die Berry in „Maybellene“ umbenannte.

Auf „Maybellene“ spielt Willie Dixon am Kontrabass, Jerome Green von Bo Diddley’s Band auf Maracas und Johnny Johnson auf dem Piano und es hielt sich 1955 für 11 Wochen auf Platz 1 der R&B-Charts und auf Platz 5 in den Hot 100; es war nicht die Geburtstunde des Rock ‘n‘ Roll, aber es war ein entscheidender Moment. Später wurden eine Million Kopien des Albums verkauft. Die B-Seite war ein klassischer Blues-Song „Wee Wee Hours“, wodurch Chuck seine traditionellen Wurzeln unter Beweis stellte.



Es dauerte noch ein weiteres Jahr bis Chuck es in die Billboard-Charts schaffte, aber er war ein beliebter Künstler beim schwarzen Publikum, die dafür sorgten, dass seine nächsten beiden Singles „Thirty Days (To Come Back Home)“ und „No Money Down“ in den R&B-Top-10 landeten. „Roll Over Beethoven“ vom Mai 1956 schaffte einen bescheidenen Durchbruch in den nationalen Charts und brachte es auch bis auf Platz 2 in den R&B-Charts. Es war vielleicht etwas überraschend, dass Chucks Homage an klassische Komponisten und deren Musik und die Notwendigkeit, dass die älteren Musiker der jüngeren Generation weichen mussten, trotz dessen Kultstatus in der Rockgeschichte nicht so erfolgreich in den Billboard Hot 100 war, wie manch einer annahm. Es kletterte im Sommer 1956 bis auf den 29. Platz, war jedoch in Grossbritannien gar nicht in den Charts vertreten. Im November 1963 war es der Auftaktsong auf der B-Seite des zweiten Albums der Beatles in Grossbritannien „With The Beatles“, wodurch einige Musikliebhaber es hörten, die es vielleicht beim ersten Mal nicht wahrgenommen hatten.

„Too Much Monkey Business“ und „Brown Eyed Handsome Man“ folgten und beide Seiten der Single wurden Top 5 Hits in den R&B-Charts, schafften es jedoch nicht in die Hot 100. „School Day“, das im Frühjahr 1957 auf Platz 3 der Charts kletterte und zur gleichen Zeit die R&B-Charts toppte, wurde Chucks nächster Billboard-Hit. Elvis Presleys „All Shook Up“ war damals an der Spitze und „Little Darlin“ von den Diamonds auf Platz 2, warum es wohl keine Überraschung ist, dass Chuck daran nicht vorbeiziehen konnte.

Chucks Erfolg in den nationalen Charts machte Promoter darauf aufmerksam, dass Chuck möglicherweise an „The Biggest Show of Stars for 1957“, einer Tournee aus schwarzen und weissen Künstlern, teilnehmen könnte, wo er daraufhin auch mit den Everly Brothers, The Crickets, The Drifters, Frankie Lymon and The Teenagers, Fats Domino, Paul Anka und Sam „The Man” Taylor auftrat. Die Eröffnung der Show war am 1. September im Paramount Theater in Brooklyn und die Tournee zog sich durch fast alle amerikanischen Staaten, von Küste zu Küste. Berry trat auch im Dezember 1957 als Gast der Guy Mitchell Show im nationalen Fernsehen auf, wo er ‘Rock & Roll Music’ sang, den Nachfolgehit zu „School Day“.


Chuck Berry


Die „The Biggest Show of Stars for 1957“ Tournee sorgte dafür, dass „Rock & Roll Music“, ein klassisches Rock ‘n‘ Roll Album, das kein Blatt vor den Mund nimmt, es auf Platz 8 der Hot 100 schaffte und zwei Plätze besser in den R&B-Charts. Auf diesem Album spielen ein Musiker mit dem wunderbaren Namen Lafayette Leake am Piano, Big Willie Dixon am Kontrabass und Fred Below am Schlagzeug; alles Veteranen des Chess-Studio-Sounds. Zahllose Bands, wozu die Beach Boys gehörten, die mit dem Titel 1976 auf Platz 5 der Hot 100 landeten, brachten Cover davon heraus. Es war auch ein Klassiker bei den Live-Konzerten der Beatles während ihrer Zeit in Hamburg und während vieler ihrer Live-Radioaufnahmen 1963.

Es gefiel mir wirklich, wie Chuck Berry seine Liedertexte schrieb, er beschrieb kleine Anekdoten, die in seinem Leben und seinem Umfeld passierten und genau das taten auch wir, als ich anfing Liedertexte zu schreiben – „Surfin’ Safari“, „Surfin’ USA“, „Fun, Fun, Fun“ und „I Get Around“. Dies alles waren kleine Geschichten darüber, was in Südkalifornien damals los war als wir dort aufwuchsen.” – Mike Love



„The Biggest Show of Stars for 1957” beendete seine fast dreimonatige Tournee quer durch Amerika in Richmond, Virginia, am 24. November 1957 als „Rock & Roll Music“ gerade die Charts hochkletterte. Chuck Berry ging zurück nach Chicago und nach Weihnachten kehrte er am 29. Dezember wieder in die Chess Studios zurück, um dort mit den gleichen Musikerkollegen zu arbeiten, mit denen er auch schon „Rock & Roll Music“ aufgenommen hatte. Sie schnitten sieben verschiedene Titel, wozu „Sweet Little Sixteen“ gehörte, das Chucks nächste Single wurde, und einen weiteren Klassiker des Genres – „Johnny B. Goode“.

In der Zeit vor politischer Korrektheit, die nie wirklich zum Rock ‘n‘ Roll passte, und in einer Welt, die sich sehr von heute unterscheidet, waren viele Mädchen in Amerika im Alter von 16 Jahren (oder jünger) bereits verheiratet. Es war ein beliebtes Thema sowohl unter Rock ‘n‘ Rollern als auch Blues-Musikern. „Sweet Little Sixteen“ war Chucks am zweitbesten platzierte Chart-Single in den Hot 100, als es zu Beginn des Jahres 1958 bis auf Platz 2 kam, nur geschlagen von „Tequila“ von den Champs. Nichts hielt seinen Siegeszug in den R&B-Charts auf und „Reelin and Rockin“ auf der B-Seite macht es zum perfekten Rock ‘n‘ Roll Album. „Sweet Little Sixteen“ war Chucks zweiter Hit in Grossbritannien, wo es im Frühjahr 1958 auf Platz 16 landete. Musikalisch gesehen „lieh“ sich Brian Wilson die Melodie und das Arrangement dieses Songs für den Beach Boys Hit „Surfin’ USA“; Berry wurde vor nicht allzu langer Zeit nach einem Gerichtsverfahren als Mitkomponist anerkannt.


Chuck Berry


„Johnny B. Goode“ beginnt mit einer Intro, die so etwas wie ein Markenzeichen geworden ist; nicht nur für Berry, sondern auch für sehr viele andere Bands, darunter auch die Beatles. Es ist eine grossartige, rockige Intro, die viele tausend Male kopiert worden war, aber in Wahrheit war Chuck damals nicht nüchtern gewesen. 1946, also zwölf Jahre vorher, war Louis Jordan ein Mann, den jeder aufstrebende Musiker bewunderte. Zusammen mit seinen Tympany Five nahm er „Ain’t That Just Like A Woman“ auf. Der Gitarrist der Tympany Five war Carl Hogan und sein Gitarren-Intro zu dem Song war fast Ton für Ton dasselbe wie Chuck Berrys spätere Aufnahme. Wie man so schön sagt, es gibt keine neuen Ideen, nur alte, die man neu erfindet. Tatsächlich ist Jordans Aufnahme eine weitere, die im Wettbewerb um die allererste Rock ‘n‘ Roll Platte gute Chancen hätte.

Einen Nachfolge-Hit zu „Sweet Little Sixteen“ zu schreiben war eine fast unmögliche Aufgabe, aber wenn es ein Song schaffen konnte, so war es „Johnny B. Goode“. Angefangen von seinem brillianten, wenn auch nicht komplett originellen, Gitarrenriff zu Beginn bis zu den Texten, die, wie Berry bewusst wurde, das Land in Erinnerung riefen, das vielen seiner Fans am Herzen lag, ist „Johnny B. Goode“ ein eindeutiges Rock ‘n‘ Roll Album. Es landete auf Platz 8 der Hot 100, hielt sich fast vier Monate in diesen Charts und erzielte nur knapp keine dritte Top-Platzierung für Berry in den R&B-Charts.

„Johnny B. Goode“ stand am Ende von drei Jahren mit beinahe fehlerlosen Rock ‘n‘ Roll Alben und obwohl auch noch einige großartige Singles dabei waren, schaffte es keine davon, an die kreative Leistung dieser frühen Jahre heranzureichen . Es dauerte ganze sechs Jahre bis Berry wieder einen Top-10-Hit in den Hot 100 landete, obwohl ein Jahr vorher, 1963, „Memphis Tennessee“ den 6. Platz in Grossbritannien erreichte. Dazwischen brachte er einige hervorragende Alben heraus, zu denen „Let It Rock“, „Run Rudolph Run“, „Little Queenie“ und „Carol“ gehörten. Die letzteren beiden wurden von den Rolling Stones gecovert, was besonders gut auf ihrer Tournee durch Amerika 1969 ankam und was man auf Get Yer Ya-Ya’s Out hören kann.


Chuck Berry – immer noch Weltklasse:


Berrys fehlender ernsthafter Erfolg in den Charts lag unter anderem daran, dass er eine Weile im Gefängnis einsaß, nachdem er verurteilt wurde, da er eine Minderjährige (sie war vierzehn Jahre alt) über eine Staatengrenze gebracht habe. Berry verbrachte drei Jahre im Gefängnis und obwohl es kaum Zweifel daran gibt, dass die Rassenvorurteile und schlechte Presse dabei eine Rolle spielten, hätten die Auswirkungen auf seine Karriere katastrophal sein können; es war aber wahrscheinlich die „britische Invasion“, die bei seinem Comeback behilflich war.

„No Particular Place To Go” landete im Hochsommer 1964 in den Top 10 der Billboard-Charts. Vor Chuck waren noch eine Reihe anderer Bands der „britischen Invasion“ platziert und auf Platz 1 waren die Beach Boys mit „I Get Around“, mit Mike Loves Text, der von keinem geringeren als „Old Flat Top“ selbst inspiriert worden war. „No Particular Place To Go“ hätte es auf beiden Seiten des Atlantik ans obere Ende jeder bedeutenden Charts schaffen sollen (es erreichte immerhin Platz 3 in Grossbritannien). Chuck schaffte dies jedoch mit einem ersten Platz sowohl in den Charts in Grossbritannien, den USA und vielen anderen Ländern sechs Jahre später mit „My Ding-A-Ling“, einem Album, dessen einzige Verbindung zum Rock ‘n‘ Roll sein Thema ist.

Während der 60er und auch der 70er Jahre beeinflusste Berry weiterhin amerikanische und britische Bands. Sie waren ein Produkt von Berry wie er seinerseits ein Produkt des Proto-Rock ‘n‘ Roll von Louis Jordan, Joe Turner und Wynonie Harris in den späten 40er Jahren war. Obwohl er 1979 noch einmal im Gefängnis einsass, diesmal wegen Steuerhinterziehung, was an sich kein Stolperstein für seine Karriere darstellen sollte, ist Berry weiterhin aufgetreten, hauptsächlich mit Pick-Up-Bands; dies war nicht wirklich problematisch, da er ja einen großen Einfluss auf jeden Möchtegern-Popstar der letzten sechs Jahrzehnte hatte (sowohl Bruce Springsteen als auch Steve Miller spielten in Berry Pick-Up-Bands).


Hier stellen wir euch weitere Gitarrengötter vor:

Bo Diddley
Muddy Waters

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Popkultur

Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:


Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.



Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”



Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”




Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Poster für das Schulkonzert, ausgestellt im Metalli-Museum während der Europatour 2017 – Pic: Christof Leim

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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Popkultur

Zum Start der Open-Air-Saison: Die 10 ikonischsten Festivalauftritte aller Zeiten

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FREDDIE MERCURY
Titelfoto: Steve Rapport/Getty Images

David Bowie um fünf Uhr morgens, Kurt Cobain im Rollstuhl, Bob Dylan elektrisch: Diese zehn Festivalgigs haben Musikgeschichte geschrieben. Und stimmen ein auf die erste Freiluftsaison seit 2019.

von Björn Springorum

1. Bob Dylan – Newport Folk Festival, 1965

„Judas!“ Viel mehr muss man zu Dylans berüchtigtem Auftritt beim Newport Folk Festival 1965 nicht sagen. Er wagt es doch tatsächlich, eine elektrische Gitarre zu spielen. Skandal, Zeter und Mordio! Unnötig zu erwähnen, dass sein Auftritt brillant und seine Attitüde schon damals bewundernswert renitent ist.

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2. Jimi Hendrix – Monterey, 1967

Alles beginnt 1967 in Monterey. Es ist eines der ersten Rock-Festivals überhaupt (schlanke zwei Jahre vor Woodstock), es ist das erste große Konzert der Jimi Hendrix Experience in den USA und es ist das Epizentrum des Summer of Love. Am 18. Juni 1967 will das 24-jährige Wunderkind Hendrix, diese Mischung aus Feuerpriester, Sexgott und Jahrtausendkünstler, beweisen, ws in ihm steckt – und zündet während des Gigs einfach mal seine Gitarre an . Seine Anbetung der Flammen sieht nicht nur verdammt eindrucksvoll aus, sie hat auch einen PR-Zweck: Clever übertrumpft er damit The Who, die anschließend spielen und zum Finale natürlich wieder ihre Gitarre zerdeppern.

3. The Who – Woodstock, 1969

Müßig eigentlich, eine einzelne Performance aus diesem schlammigen, lysergischen, chaotischen Fieberwahn herauszulösen. Weil man aber so gut wie immer Hendrix und seinen verzerrten Abgesang auf die Nationalhymne heranzieht, entscheiden wir uns heute mal für The Who, die am Morgen des 17. August 1969 um halb sechs auf die Bühne gehen. Egal, Zeit und Raum waren da längst abgeschafft. Die wilde, sehr körperliche, laute und aggressive Show von The Who resultiert aus der schlechten Stimmung der Band. Die bekommt Aktivist Abbie Hoffman zu spüren, der sich erst Pete Townshends Mikro schnappt und dann von Townsheds Gitarre von der Bühne geprügelt wird. Randnotiz: Für ein Festival des Friedens gab es für die Nummer unpassend viel Applaus. Als The Who von der Bühne gehen, lassen sie eine zerstörte Gitarre und dröhnendes Bass-Feedback zurück. The Who – immer schon wilder und gefährlicher als alle anderen.

4. Led Zeppelin – Bath, 1970

Am Sonntag, den 28. Juni 1970, machen Led Zeppelin der Rock’n’Roll-Welt klar, dass es keine Grenzen für sie gibt. In nur zwölf Monaten wurden sie von einer moderat bekannten Rockband zu Göttern. 150.000 Menschen kamen in die englische Küstenstadt, überwiegend wegen Led Zep. Die nutzen ihre Headliner-Position für ein langes Set, mit dem sie ihrer Heimat ihren Superstar-Status mal gehörig unter die Nase reiben wollen. Und das mit Gusto, Bravado und Grandezza tun.

5. David Bowie – Glastonbury, 1971

Manchmal lohnt es sich, sehr lang wach zu bleiben. Oder sehr früh aufzustehen. Bei David Bowies Glastonbury-Stunt 1971 waren das gerade mal 12.000 Menschen. Die aber kommen am 23. Juni 1971 um fünf Uhr morgens in den Genuss eines einzigartigen Akustik-Sets, bei dem Bowie nach dem Erfolg von Space Oddity seine Wandlungsfähigkeit mal so richtig aufblitzen lässt und Songs wie Oh! You Pretty Things in Unplugged-Versionen spielt.

6. Queen – Live Aid, 1985

Man kann darüber streiten, ob U2s improvisierter Auftritt oder Queens straffes, ökonomisches Medley der eigentliche Höhepunkt des megalomanischen Benefiz-Spektakels Live Aid ist. Fakt ist: Queens 20 Minuten haben die größere Signalwirkung. Die Band hat sich wieder zusammengerauft, Mercurys Stimme überstrahlt alles und Bohemian Rhapsody ist einer dieser Musikmomente für die Ewigkeit.

7. Nirvana – Reading, 1992

1992 werden Nirvana von der Wirklichkeit eingeholt. Der Grunge-Traum wird zum Albtraum, eine aus Rebellion und Antithese gestartete Bewegung wird vom Mainstream ausgeschlachtet – Boulevardpresse inklusive, die Kurt Cobain 1992 als abgehalfterten Junkie darstellen. Cobain reagiert mit gewohnt zynischem Gespür für eine Situation und lässt sich in einem Rollstuhl auf die Bühne schieben. Die Show danach geht in die Annalen ein – anarchisch, kraftvoll, versengend.

8. Manic Street Preachers – Reading, 1994

1994 treten die Manic Street Preachers ohne ihren Gitarristen Richey Edwards auf. Der befindet sich nach einem Selbstmordversuch damals im Krankenhaus, die Band zieht eine der größten Shows ihrer Karriere als Trio durch und legt sich mächtig ins Zeug. Es ist nur der Anfang der Tragödie rund um Edwards: Am 1. Februar 1995, einen Tag vor ihrer USA-Tournee, verschwindet er spurlos. Mehrfach wollen ihn Menschen gesehen haben – auf Goa, Fuerteventura. Doch er taucht nie wieder auf und wird 2008 offiziell für tot erklärt. Wenige Monate zuvor stehen die Manic Street Preachers wieder in Reading auf der Bühne – und widmen ihm ihr Set.

9. Oasis – Glastonbury, 1994

Ihr Triumph von 1994 zeigt, wie schön es gewesen wäre, wenn Oasis ihre Egos im Griff gehabt hätten. Ihre bis dato größte Show ist das Ereignis, das sie zu überlebensgroßen Rockstars macht – mit allen Konsequenzen. Es ist aber auch die Show, die zeigt, wie es dazu kommen konnte: Die Band ist nicht gut, sondern genial, alles passt, hier wird spürbar Geschichte geschrieben.

10. Amy Winehouse – Glastonbury, 2004

Im verregneten Sommer 2004 ist Amy Winehouse noch einen Quantensprung von dem zerstörerischen Ruhm entfernt, der sich ab Back To Black aus der Spur bringen und letztendlich vernichten wird Ein halbes Jahr zuvor war ihr Debüt Frank erschienen, ein vielbeachtetes Werk zwischen Soul, Pop und Jazz, das bei ihrem Glastonbury-Debüt 2004 schon viele Freunde hatte. Die standen im Matsch und sahen eine junge, fröhliche, zufriedene Amy Winehouse, die sang als gäbe es nichts natürlicheres auf der Welt. Das tat sie drei Jahre später auch noch. Nur die Fröhlichkeit, die war dann schon verschwunden.

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Zeitsprung: Am 18.8.1969 beendet Jimi Hendrix das legendäre Woodstock Festival.

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Popkultur

Der Boss kommt: Bruce Springsteen spielt drei Deutschlandkonzerte!

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Bruce Springsteen
Foto: Jamie Squire/Getty Images

2023 wird ein guter Sommer: Bruce Springsteen & The E Street Band kommen nächstes Jahr im Juni und Juli für drei Open-Air-Shows nach Deutschland. Freuen können sich Düsseldorf, Hamburg und München.

von Björn Springorum

Es sind die ersten Live-Dates von Bruce Springsteen und seiner E Street Band seit Abschluss der „The River“-Tour von 2016, mit der er in München und Berlin Halt machte: Für den Sommer 2023 haben der Boss und seine Kollegen jetzt eine endlich mal wieder eine ordentliche Europatour angekündigt. Und zu feiern gibt es viel: Seit ihrer letzte Reise durch die Alte Welt sind mit Western Stars und Letter To You bereits zwei neue, ganz hervorragende Springsteen-Platten erschienen.

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„Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen“

Hier die genauen Daten für Deutschland:

21.06.2023 Düsseldorf, Merkur Spiel Arena

15.07.2023 Hamburg, Volksparkstadion

23.07.2023 München, Olympiastadion

Im deutschsprachigen Ausland kommen zudem Zürich (13. Juni) und wien (18. Juli) in den Genuss einer Audienz beim Boss. Der Vorverkauf für alle Shows startet am 3. Juni 2022, um zehn Uhr morgens. Springsteen selbst kommentiert diese frohe Kunde wie folgt: „Nach sechs Jahren freue ich mich, endlich wieder unseren großartigen und loyalen Fans zu begegnen. Ich kann es kaum erwarten, die Bühne mit der legendären E Street Band zu teilen. Wir sehen euch da draußen im nächsten Sommer und darüber hinaus!“

Die aktuell E-Street-Band-Besetzung liest sich derzeit wie folgt: Roy Bittan (Piano, Synthesizer) Nils Lofgren (Gitarre), Patti Scialfa (Gitarre, Gesang), Garry Tallent (Bass), Stevie Van Zandt (Gítarre, Gesang), Max Weinberg (Drums), Soozie Tyrell (Violine, Gitarre, Gesang), Jake Clemons (Saxophon) und Charlie Giordano (Keyboards).

Allgemeiner Vorverkaufsstart:

Fr., 03.06.2022, 10:00 Uhr

www.livenation.de/artist-bruce-springsteen-and-the-e-street-band-1975

www.ticketmaster.de

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Zeitsprung: Am 3.5.1984 erscheint „Dancing In The Dark“ von Bruce Springsteen.

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