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Popkultur

Gitarrengott: Bo Diddley

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Der Mann, der später in seiner Karriere als der „500-Prozent-Mann“ bezeichnet wurde, war berühmt für seinen unvergleichlichen Gitarrensound, der die Rolling Stones zu Beginn ihrer Musiklaufbahn inspirierte. Dieser besondere Gitarrensound wurde begleitet von dem sogenannten ‘Bo Diddley Beat’: „Shave ‘n’ a Haircut, Two Bits”. Der Crawdaddy Club in Richmond, der die spirituelle Heimat der Stones zu Beginn des Jahres 1963 war und auch der Ort, an dem die Beatles und Decca Records sie sahen, war nach einem Bo Diddley Song benannt worden. Aber abgesehen davon, dass Bo Diddley solch einen Einfluss auf andere ausübte, war er auch einer der echten Persönlichkeiten, der Einflüsse von überall her aufnahm und daraus etwas Einzigartiges erschuf.

 

„Er ist der einzige weiße Musiker, der wirklich Rhythmus im Blut hat.” – Bo Diddley über den Rolling Stone Brian Jones 1963

 

Bo Diddley, wie auch sein ebenfalls berühmter Musikerkollege vom Chess-Label Chuck Berry, spielte in der Entwicklung der Popmusik eine zentrale Rolle. Der Bo Diddley Beat findet sich auf unterschiedlichen frühen Beatband-Alben und legte die Grundlage für eine musikalische Ära, die seither als Rockmusik bezeichnet wird. Von den Rolling Stones über The Quicksilver Messenger Service, George Michael, Guns N’ Roses und U2, haben alle den Bo Diddley Beat verwendet.
 

Digging deeper…

 
bo diddleyEr wurde als Ellas Bates McDaniels auf einer Farm im Mississippi-Delta gebohren. Nachdem er von der Cousine seiner Mutter adoptiert worden war, verbrachte er seine Kindheit in Chicago und sein Hauptinteresse galt dem Boxsport, wodurch er auch seinen Spitznamen erhielt. Wie die meisten schwarzen Kinder seiner Zeit, verfügte er über ein großes Repertoire an Gospel- und Kirchenmusik; es war jedoch außergewöhnlich, dass er auch noch Geigenunterricht nahm und klassische Musik studierte.
Diddley änderte seine musikalische Laufbahn als er John Lee Hooker hörte. In den frühen 50er Jahren begann er mit seinem langjährigen, musikalischen Partner, dem Maraca-Spieler Jerome Green zusammenzuarbeiten, um das zu erreichen, was Bo als „diesen Güterzugsound” bezeichnete. Billy Boy Arnold, selbst ein ausgezeichneter Blues-Harmonika-Spieler und -Sänger, spielte ebenfalls mit Diddley als der Gitarrist Mitte der 50er Jahre einen Vertrag mit Checker, der Tochterfirma des Chess-Labels, landete (nachdem er von der rivalisierenden Chicagoer Plattenfirma Vee-Jay abgelehnt worden war). Seine allererste Single „Bo Diddley”/„I’m a Man” (1955), war ein doppelseitiges Monster. Die A-Seite war von den futuristischen Wellen eines Gitarrentremolos durchsetzt, die sich zum Text eines zeitlosen Kinderreims fügten; die Rückseite war ein auf der Harmonika gespielter Shuffle im Bump-and-Grind-Rhythmus, der von einem umwerfenden Blues-Riff unterstützt wurde. Aber das Ergebnis war nicht wirklich Blues, nicht einmal ein reiner R&B, sondern eine neuer, gitarrenlastiger Rock ‘n‘ Roll, der im Blues und R&B verankert war, jedoch an keinen der beiden Stile Zugeständnisse machte.
Die Single schaffte es bis an die Spitze der R&B-Charts, was wegweisend für seine Karriere war. Diddley blieb noch den Rest der 50er Jahre und frühen 60er Jahre bei Checker und hatte eine Reihe von R&B-Chart-Hits. Er nahm während dieser Zeit weitere „klassische“ Stücke auf und dazu gehörten „Who Do You Love“ (1956), „Hey Bo Diddley“ (1957) und „Mona (I Need You Baby)“ (1957). 1958 schaffte es „Say Man“ auf den 20. Platz in den US Hot 100 Charts, 1962 folgte eine Version von Willie Dixons „You Can’t Judge a Book by Its Cover“ auf dem 48. Platz der Hot 100.

Um 1958 herum war Diddley nach Washington gezogen und ging mit Rock ‘n’ Roll Pauschalreisen auf Tournee. Seine Platten wurden stärker vom Blues beeinflusst, er war jedoch genau wie Chuck Berry eine explosive Mischung aus Blues, Rock und R&B. Seine Popularität liess nach 1962 in Amerika nach, aber in Grossbritannien hatte er 1963 einen Hit mit „Pretty Thing“ (die Inspiration für den Namen der gleichnamigen Süd-Londoner Band) und 1965 mit „Hey Good Lookin“. Die Rolling Stones spielten zu Beginn ihrer Laufbahn viele der Bo Diddley Songs, u.a. „Crawdaddy“, „Nursery Rhyme“, „Road Runner“, „Mona“ und „Bo Diddley“.

 
„Bo Diddley ist die Rolle, die ich auf der Bühne spiele. Privat bin ich immer noch Ellas, ein lockerer Typ. Aber wenn man auf der Bühne nicht ausflippt, sagen die Leute, man strenge sich nicht genügend an.” – Bo Diddley
 

Er mag nur einige grosse Hits gehabt haben, aber wie Bo Diddley sang „You Can’t Judge a Book by Its Cover” so kann man einen Künstler nicht nur an seinen Charterfolgen messen und Diddley produzierte bessere und einflussreichere Musik als die meisten der frühen Rockmusiker. Der Bo Diddley Beat – bomp, ba-bomp-bomp, bomp-bomp – ist einer der Hauptrhythmen des Rock ‘n‘ Roll, der sich in der Musik von Buddy Holly, der Rolling Stones und sogar in Hits wie „I Want Candy” der Pop-Garage-Band The Strangeloves aus dem Jahre 1965 wiederfindet. Diddley hatte eine hypnotisch-rhythmische Art, die Songs zu attackieren, eine ausdrucksstarke, eindrucksvolle Stimme und er orientierte sich für seine Kompositionen sowohl an seinen afrikanischen Wurzeln als auch am Rap der Zukunft. Sein Markenzeichen, ein geisterhafter, vibrierender, verzerrter Gitarrenstil hat viel dazu beigetragen, die Kraft und den Tonumfang des Instruments zu erweitern. Noch wichtiger war jedoch, dass Bo einen lebhaften Schwung hatte, der unwiderstehlich rockig war, mit einem witzelnden, swingenden Unterton, der den absolut humorvollen, fremdartig klingenden und freien Rock ‘n‘ Roll verkörperte.

Diddley war nie ein Topkünstler vergleichbar mit Chuck Berry, seinem Rivalen beim Chess-Label, aber während der nächsten sechs Jahre produzierte er einen Katalog von Klassikern, die qualitativ denen von Berry in nichts nachstehen. „You Don’t Love Me”, „Diddley Daddy”, „Pretty Thing”, „Diddy Wah Diddy”, „Who Do You Love?”, „Mona”, „Road Runner” und „You Can’t Judge a Book by Its Cover” – dies sind alles Musikklassiker des frühen, sehr verrückten, gitarrenlastigen Rock ‘n’ Roll. Erstaunlicherweise war sein einziger Top-20-Hit „Say Man” ein atypischer, absurder, abwechselnder Rap zwischen ihm und Jerome Green, der beinahe zufällig entstand als die beiden im Studio herumprobierten.

Diddley lieferte immer eine packende Liveshow ab, wobei er sein Markenzeichen, die viereckigen Gitarren, und verzerrte Verstärker verwendete, um neue Klänge entstehen zu lassen, die bereits die Innovationen der Gitarristen der 60er Jahre, wie Jimi Hendrix, vorausahnen ließen. In Großbritannien wurde er ähnlich verehrt wie Chuck Berry und Muddy Waters. Besonders die Rolling Stones ließen sich am Anfang stark von Bo’s Rhythmen und Lebensgefühl beeinflussen, obwohl sie offiziell nur einige Songs, „Mona” und „I’m Alright”, als Cover herausbrachten. Andere britische R&B-Gruppen wie The Yardbirds, The Animals und The Pretty Things coverten ebenfalls zu Beginn ihrer musikalischen Laufbahn Diddley Standards. Buddy Holly brachte ein Cover von „Bo Diddley” heraus und verwendete einen abgeänderten Bo Diddley Beat auf „Not Fade Away”; als die Stones den Song genau im Stil von Bo aufnahmen (inklusive rasselnder Maracas), landeten sie damit ihren ersten, größeren Hit in Grossbritannien. 

Durch die „britische Invasion” gewann Diddley in der Öffentlichkeit an Anerkennung und war seither ein beliebter Live-Künstler. Leider war seine Karriere als Aufnahme-Künstler, sowohl kommerziell als auch kreativ, jedoch zu der Zeit als die Beatles und Rolling Stones Amerika eroberten bereits vorbei. Er nahm weiterhin Songs auf, jedoch immer weniger und nach 1963 komponierte er nie wieder Material, das mit seinen frühen Klassikern vergleichbar gewesen wäre. Es ist schwer zu sagen, ob es ihm an Inspiration fehlte oder ob er dachte, er könne sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Er bleibt jedoch ein wichtiger Teil des kollektiven Rock ‘n‘ Roll-Bewusstseins und erreichte manchmal doch noch einen höheren Bekanntheitsgrad, beispielsweise durch eine Tournee mit The Clash im Jahre 1979, eine Statistenrolle im Film „Trading Places“ („Die Glücksritter“), eine Tournee mit Ronnie Wood in den späten 80er Jahren und 1989 durch einen TV-Werbespot für Sportschuhe mit dem amerikanischen Spitzensportler Bo Jackson.

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Interview mit In Flames: „Sobald man ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln“

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In Flames

Mit Foregone liefern In Flames das Album, auf das alle seit Reroute To Remain gewartet haben: Ein großes Melodic-Death-Metal-Album, das mehr als nur ein bisschen auf die legendären Neunziger schielt. Warum das nichts mit Nostalgie zu tun hat, wie die Schweden Fortschritt dosieren und was er gern an seinem 50. Geburtstag machen würde, verrät uns Sänger und Kappenträger Anders Fridén im Interview.

von Björn Springorum

Ihr habt schon vor Veröffentlichung des neuen Albums eine lange Europatournee gespielt. Was man so gehört hat, kam die ja wahnsinnig gut an. Wie war es, wieder unterwegs zu sein?

Ich weiß nicht, was, aber wir scheinen gerade irgendwas richtig zu machen. (lacht) Der Band geht es sehr gut und wir alle haben es genossen, endlich mal wieder eine richtige Tour zu spielen. Es war viel zu lang her.

Die Stimmung in In Flames ist derzeit also bestens?

Unsere Band verteilt sich ja mittlerweile auf Schweden und die USA, also waren wir wegen der Pandemie ewig nicht zusammen im selben Raum. Das war nicht einfach, hat unserer Beziehung aber gut getan. Wir konnten alle mal einen Schritt zurücktreten und in aller Ruhe betrachten, was wir uns da eigentlich aufgebaut haben. Als Band machst du ja nie Pause, du machst einfach immer so weiter, bis du ein wenig aus den Augen verlierst, was für ein gewaltiges Privileg das alles ist. Alle sind jetzt wieder so dermaßen hungrig auf die Band, alle ziehen an einem Strang. Außerdem sind alle in absoluter Topform. So eine hohe Qualität hatten wir bei In Flames noch nie.

Wie hast du die Pandemie überstanden?

Habe ich das? (lacht) Ja, wahrscheinlich schon. Es ging. Ich fühlte mich merkwürdig ruhig, als alles losging. Erstmals in meinem Leben gab es da ein Ereignis, das alle auf der Welt im gleichen Maße betraf. Ich fühlte mich allen anderen Menschen verbunden, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Das änderte sich dann auch bei mir irgendwann in Richtung Frustration, aber zumindest die erste Phase war durchaus inspirierend.

„Ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten“

Deine Texte waren ja immer sehr introspektiv und persönlich. Hat die Pandemie sie universaler gemacht?

Die Texte sind persönlich wie immer, richtig. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann sind sie tatsächlich mehr nach außen gerichtet. Ich beobachte mein Umfeld mehr.

Foregone sprüht nicht gerade vor Optimismus und Zuversicht. Wo findest du noch Hoffnung?

In meinem ersten Kaffee am Morgen? (grinst) Ansonsten ist es schwierig, das gebe ich zu. Ich sollte wahrscheinlich einfach aufhören, die Nachrichten zu lesen. Sicher, Hoffnung gibt es irgendwie immer, aber manchmal scheint es alles immer nur noch schlimmer zu werden. Es ist nicht einfach und sagt sich so leicht, aber ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten. Für unser eigenes Seelenheil.

Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren“

Auf der letzten Tour habt ihr die Songs der neuen Platte direkt mit sehr alten Songs gepaart. Zufall?

Ich finde, dass die neuen Songs sehr gut zu den eher älteren Sachen aus unserem Kanon passen. Irgendwas an ihnen transportiert diese Stimmung der Neunziger.

Hat das mit Nostalgie zu tun?

Ich weiß schon, dass einige der neuen Songs nach unseren ganz frühen Alben klingen, aber wir sehen das anders. Ich bin kein nostalgischer Mensch, ich schaue eigentlich nie zurück. Diese Elemente waren immer da und kommen jetzt einfach wieder ein wenig mehr zum Vorschein, denke ich. Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren, diese beiden abgefuckten letzten Jahre sind in dieses Album geflossen.

„Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist“

Dann war es also keine bewusste Wurzelkunde?

Nein. Mit In Flames haben wir im Grunde nur ein Ziel: Wir wollen besser werden. Bessere Songwriter, bessere Musiker, bessere Menschen. Es ist ja nun mal so: Wir schreiben Songs, mit denen wir für immer leben müssen. Also haben wir keine andere Wahl als alles zu geben. Wer uns nicht mehr mag, kann einfach aufhören, uns zu hören, aber ich muss hinter diesen Songs stehen und sie Nacht für Nacht spielen.

Es kommt also nicht vor, dass ihr im Proberaum mal sagt: „Cooles Riff, klingt aber zu sehr nach Cloud Connected“?

Wir haben unseren Sound, von dem können und wollen wir uns auch gar nicht lösen. Manchmal klingt ein Riff also nach The Jester Race, manchmal nach Reroute To Remain. Man könnte natürlich auch sagen: Manchmal klingen In Flames nach In Flames (lacht). Wir versuchen, uns nicht zu wiederholen, aber auch unsere Gitarren haben nur diese Anzahl an Noten…

Und wie dosiert ihr dann Fortschritt?

Gute Frage. Es ist uns wichtig, uns immer weiterzuentwickeln. Aber wir wollen nie so weit gehen, dass man uns nicht mehr erkennt. Ich denke, das haben wir geschafft. Sicher gab es Änderungen und eine Menge Evolution, aber man darf nicht vergessen, dass wir mittlerweile sehr viele Jahre, sehr viele Tourneen und sehr viele Biere hinter uns haben. Doch unser Sound ist sofort erkennbar. Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist. Das liegt sicherlich an meiner Stimme, aber auch an der Art und Weise, wie wir Songs schreiben. Das können nur wir so.

„Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung“

Wie ist Foregone entstanden?

Wir schreiben weder, wenn wir auf Tour sind, noch alleine für uns. Björn [Gelotte] und ich müssen im selben Raum sein, sonst gibt es keine Magie. Wir zehren voneinander, beflügeln uns gegenseitig. Was sich nie ändern wird: Wir schreiben Alben, keine Singles. Da werden wir für immer alte Schule bleiben.

Du wirst im März 50. Was macht das Älterwerden mit dir?

Es bringt mehr Ruhe. Privat wie musikalisch. Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung. Und das ist ja auch das Schöne daran. Deswegen fand ich mein Zuhause in der Heavy-Metal-Szene: Es gab keine Regeln. Doch sobald man dann ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln. Fremde sagen dir, was du tun darfst und was nicht und du wirst plötzlich unsicher und weißt nicht mehr, wo du stehst. Das ändert sich mit dem Älterwerden zum Glück wieder. Du wirst dein eigener Kompass und hörst auf deine innere Stimme. Ich mache das seit 1989, da bleibt schon bisschen was hängen.

Was darf man als Band nie verlieren?

Die Leidenschaft. Ich will auf die Bühne geben und das Gefühl haben, dass es auf der ganzen Welt nichts Besseres gibt. Wenn das mal nicht mehr da ist, höre ich auf. Warum sollte ich das sonst auf mich nehmen? Ich war 2022 fast pausenlos auf der ganzen Welt unterwegs…

Was wünschst du dir zum 50. Geburtstag?

Ein Urlaub auf einer einsamen Insel mit meiner Familie, weit weg von euch allen. (lacht)

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Zeitsprung: Am 3.9.2002 wagen In Flames etwas mit „Reroute To Remain“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.2.2013 verliert Axl Rose den Prozess gegen „Guitar Hero III“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.2.2013.

von Christof Leim

2010 verklagte W. Axl Rose die Firma Activision, die das Computerspiel Guitar Hero III auf den Markt gebracht hatte, in dem auch Guns N’ Roses vorkommen. Der Sänger störte sich vor allem daran, dass beim Song Welcome To The Jungle Gitarrist Slash als spielbare Figur auftaucht. Nicht nur das: Sein alter Kollege ziert sogar die Verpackung. Mit seiner Beschwerde kommt Axl allerdings nicht durch…

Hört euch hier die Klassiker von Guns N’ Roses an und lest weiter:

Den Deal damals hatte Axl als Herrscher über das Guns-N’-Roses-Imperium abgesegnet. Dabei vereinbarte er mit der Firma, dass auf keinen Fall sein (damals) ungeliebter Ex-Kollege Slash zu sehen sein darf. Dass zudem einige Songs von dessen neuer Combo Velvet Revolver in der Bonussektion gespielt werden können, störte den Rotschopf ebenso. Nach Meinung von Axl habe die Firma ihn trotz entsprechender Versprechen damit schlicht hintergangen und sei vertragsbrüchig. Als Schadenersatzsumme warf seine anwaltliche Vertretung eine praktische runde Summe in den Ring: 20 Millionen Dollar.

Tauchen beide in Guitar Hero III auf: W. Axl Rose und Slash. Das geht gegen die Abmachung, fand Axl. Credit Foto rechts: Stefan Brending / via Wikimedia Commons.

Die Klage wird abgewiesen

Doch daraus wird nichts: Am 8. Februar 2013, wird die Klage mit Schwung abgewiesen. Hauptgrund: Das Spiel war schon 2007 erschienen, aber Team Axl hat sich drei Jahre Zeit mit der Klageerhebung gelassen – zu lange. Und das, obwohl der Agent des Künstlers schon viel früher eine Beschwerdemail an Activision geschrieben hatte. Rose hatte aber einen guten Grund zu warten, denn die Firma hatte ihm ein eigenes Spiel angeboten. Da wartet man doch gerne. Über die juristischen Details streiten sich in der Folge diverse Anwaltskanzleien.

Ganz schön viel Theater um Daddelei und Rockbands, könnte man meinen. Allerdings geht es um viel Geld und, vielleicht wichtiger, Außenwirkung. Immerhin ist Axl Rose damals mit einer ganz neuen Gunners-Besetzung unterwegs. Glücklicherweise hat sich das aber erledigt: Heute sind er und Slash wieder Freunde und touren höchst erfolgreich um die Welt. Ist auch besser so.

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Zeitsprung: Am 21.7.1985 spielen Guns N’ Roses auf einer Universitätsparty.

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Popkultur

Prince, Madonna und die Rolling Stones: Die besten Super-Bowl-Halbzeitshows aller Zeiten

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Prince
Foto: Jonathan Daniel/Getty Images

Ein Auftritt im Rahmen der Super-Bowl-Halbzeitshow gleicht einem popkulturellen Ritterschlag, nirgendwo ist das TV-Publikum größer. Vielen Sternchen wurde diese Ehre in den vergangenen Jahrzehnten bereits zuteil. Von U2 bis hin zu den Rolling Stones: Diese zehn Halbzeitshows finden wir besonders gelungen.

von Timon Menge

10. The Blues Brothers, ZZ Top, James Brown (1997)

Wenn der Super Bowl in einer Blues-Metropole wie New Orleans stattfindet, muss natürlich auch eine Blues-orientierte Halbzeitshow her. Mit Everybody Needs Somebody To Love und Soul Man gaben die Blues Brothers am 26. Januar 1997 zwar vor allem Soul-Klassiker zum Besten, genau wie James Brown im Anschluss; doch spätestens ZZ Top versorgten das Publikum mit reichlich Bluesrock. Eine coole Sonnenbrillen-Party zwischen zwei Halbzeiten!

9. U2 (2002)

Den Iren U2 wurde am 3. Februar 2002 eine ganz besondere Verantwortung zuteil. Die Terroranschläge von 11. September 2001 lagen noch kein halbes Jahr zurück, da sollten Bono und Co. bei der größten Unterhaltungsveranstaltung der Welt auftreten – übrigens erneut in New Orleans. Doch U2 wurden ihrem Auftrag gerecht, lieferten ein hervorragendes Set ab und gedachten auf einer riesigen Leinwand all jenen, die am 11. September ums Leben gekommen waren.

8. The Rolling Stones (2006)

Auf eine große Bombast-Show verzichteten die Rolling Stones bei ihrem Auftritt am 5. Februar 2006 in Detroit. Doch ganz ehrlich: Wenn Mick Jagger und seine jahrzehntelangen Weggefährten eine Bühne betreten, braucht es keine Schnörkel und kein Chichi. In wenigen Minuten rockten sich die Stones durch große Hits wie Start Me Up und (I Cant Get No) Satisfaction. Einen Luxus gönnten sich die Briten dann allerdings doch: eine Bühne in Form einer riesigen roten Zunge.

7. Katy Perry (2015)

Zugegeben, für hartgesottene Rocker*innen klingt der Sound von Katy Perry etwas ungewohnt. Doch mindestens zwei Dinge kann ihr keiner nehmen: hervorragende Popsongs und einen mehr als nur gelungenen Auftritt am 1. Februar 2015. In Sachen Show macht den größten Pop-Sternchen einfach niemand etwas vor, wie wir auch im weiteren Verlauf unserer Liste feststellen werden. Als Gäste durfte Perry Hip-Hop-Legende Missy Elliott und Gitarrengott Lenny Kravitz begrüßen.

6. Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar & 50 Cent (2022)

Diese Halbzeitshow ist noch nicht lange her, setzte am 13. Februar 2022 aber völlig neue Standards. Zum ersten Mal in der Geschichte des Super Bowl durfte sich die Hip-Hop-Welt nach Herzenslust präsentieren. Das Line-up des Abends liest sich wie ein Who‘s who: Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar … Sie alle waren dabei und setzten dem Sprechgesang ein etwa 15-minütiges Popkultur-Denkmal. Als Gaststars tauchten 50 Cent und Anderson .Paak auf.

5. Madonna (2012)

Wenn die „Queen Of Pop“ eine Halbzeitshow gestaltet, darf man einiges erwarten. Und wie so oft wurde Madonna den Erwartungen am 5. Februar 2012 vollständig gerecht. Als griechische Göttin verkleidet, ließ sie sich von ihren Spartaner-Tänzern über die Bühne tragen und manifestierte ihren Status als größte Popkünstlerin aller Zeiten. Unterstützung erhielt sie unter anderem von Cee Lo Green, Nicki Minaj, M.I.A. und LMFAO. Den Abschluss der Show markierte ein Gospelchor, mit dem Madonna Like A Prayer zum Beten … äh … zum Besten gab.

4. Lady Gaga (2017)

Als die Verantwortlichen der NFL den Vertrag mit Lady Gaga unterzeichneten, dürften ihnen durchaus ein paar Schweißperlen auf der Stirn gestanden haben. Schließlich kann man bei der exzentrischen Künstlerin nie so genau wissen, mit welchen Show-Einlagen sie ihr Publikum überrascht. (Wir erinnern uns an das Rindfleischkleid von 2010.) Bei der Super-Bowl-Halbzeitshow am 5. Februar 2017 ging die Musikerin allerdings auf Nummer sicher und legte einen unfassbaren Auftritt hin. Die Performance ihrer LGBTQ-Hymne Born This Way ließ sich Gaga trotzdem nicht nehmen.

3. Michael Jackson (1993)

Zu den Eigenheiten der Super-Bowl-Halbzeitshow zählt unter anderem der enge Zeitplan. Selten stehen für die Performance mehr als 15 Minuten zur Verfügung; meist wird jede Sekunde davon genutzt. Michael Jackson ging das Ganze im Januar 1993 ein wenig anders an. Länger als eine Minute blieb er vor seiner fulminanten Show still auf der Bühne stehen, als sei er eine Statue – und wurde dafür auch noch bejubelt. Das sagt einiges über seinen damaligen Stand des „King Of Pop“ aus.

2. Beyoncé & Destiny’s Child (2013)

Die Super-Bowl-Halbzeitshow 2013 war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Nicht nur, dass mit Beyoncé eine der hochkarätigsten Künstlerinnen des 21. Jahrhunderts das Programm gestaltete. Nein, es kam auch zur lange erwarteten Reunion von Destiny’s Child, denn Kelly Rowland und Michelle Williams waren ebenfalls mit von der Partie. An jenem Abend dürften Beyoncé und ihre Kolleginnen viele Frauen und Mädchen sehr glücklich gemacht haben. Im Anschluss an ihren Auftritt fiel allerdings für mehr als eine halbe Stunde der Strom aus.

1. Prince (2007)

Der Auftritt von Prince im Rahmen der 41. Super-Bowl-Halbzeitshow ist nichts anderes als eine Lehrstunde in Sachen Rockstar-Perfektion. Scheinbar mühelos fegte der gerade einmal 1,57 Meter große Musiker am 4. Februar 2007 über die Bühne in Form seines Logos. Keine Sekunde verging, ohne dass er das Publikum fest im Griff hatte. Prince und eine Blaskapelle? Oh ja. Prince spielt Purple Rain im Regen? Absolut. Ein Abend für die Geschichtsbücher!

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„California Love“: Die musikalischen Höhepunkte der Super-Bowl-Halbzeitshow

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