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Zeitsprung: Am 16.5.1974 müssen Queen ihre erste US-Tour abbrechen.

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Queen

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 16.5.1974.

von Christof Leim

1974 geht es voran für Queen: Mit einem erfolgreichen zweiten Album im Anschlag starten die vier Rocker zum ersten Mal eine US-Tour. Doch leider müssen sie die Konzertreise abbrechen, denn Brian May geht es gar nicht gut. Am 16. Mai 1974 wird der Gitarrist in ein Flugzeug gesetzt und reist nach Hause…


Hört hier in Queen II rein:

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Es hätte so schön sein können: Das zweite Album Queen II schafft in Großbritannien einen sagenhaften Platz 5 in den Charts und knackt die Top 50 in den USA, zudem erfreut sich die Single Seven Seas Of Rhye allgemeiner Beliebtheit. Freddie Mercury, Brian May, John Deacon und Roger Taylor spielen in ihrem Heimatland nun als Headliner. Einen Monat nach der Veröffentlichung, im April 1974, geht es dann zum ersten Mal ins gelobte Land des Rock’n’Roll – in die USA. Geplant sind sieben Wochen durch Nordamerika als Vorgruppe für Mott The Hoople.



Doch dazu kommt es nicht: Nach für beide Bands erfolgreichen Gigs gastiert der Tross Anfang Mai für eine knappe Woche im Uris Theatre in New York City. Nach dem letzten der sechs Konzerte dort bricht May jedoch zusammen. Wie sich rausstellt, hat er sich eine ernste Hepatitis zugezogen, also eine Infektion der Leber. „Als er gelb anlief, dachten wir zunächst an eine Lebensmittelvergiftung“, erklärt Mercury später gegenüber dem NME. (Manche Queen nennen als Ursache für die Erkrankung eine verunreinigte Nadel bei einer Impfung vor den Australien-Konzerten Anfang 1974. Schon Monate vor der Tour soll May gesundheitliche Probleme mit hohem Fieber und sogar Wundbrand gehabt haben.)

Gesundheitlicher Pechvogel: Queen-Gitarrist Brian May

Dem Gitarristen geht es nach diesem Zusammenbruch so schlecht, dass die nächsten Termine in Boston, Washington und Charleston abgesagt werden. Und die Lage bessert nicht: Am 16. Mai schließlich setzen Queen ihren Kollegen in ein Flugzeug und schicken ihn zur medizinischen Behandlung ins Vereinigte Königreich. „Ich wundere mich heute noch, wie wir ihn durch die Sicherheitskontrollen am JFK Airport bugsieren konnten“, erinnert sich Schlagzeuger Taylor. „Der arme Kerl konnte kaum noch stehen. Aber wir haben ihn in die Maschine gesetzt, nach Hause geschafft und ins Krankenhaus gebracht. Er war wirklich sehr krank. Natürlich fühlten wir uns mies, weil unsere erste US-Tour abgebrochen werden musste, auf der anderen Seite haben wir uns große Sorgen um Brian gemacht.“



Damit verpassen Queen endgültig die restlichen Termine der Mott The Hoople-Tour, 18 ingesamt. Als Ersatz springen Kansas ein, haben aber keinen leichten Stand, zumal die Queen-Fans anfangs auch nichts von der Umbesetzung wissen. Am 20. Mai 1974 in Detroit sollen die Buhrufe sogar so üppig ausgefallen sein, dass einer der Kansas-Musiker ins Mikro rufen muss: „Queen sind nicht hier, also haltet die Fresse und hört zu.“

Leider erholt sich Brian May nur langsam und kämpft auch später im Leben noch öfter mit Hepatitis. Während die Musiker das dritte Album in Angriff nehmen, wird er im August sogar noch wegen eines Darmgeschwürs notoperiert. 1974 ist echt nicht Jahr, scheint es. Eine zweite US-Tour im September fällt ebenfalls aus, seine Kollegen müssen zunächst zu dritt an der Platte weiterarbeiten. Immer wieder fallen Sessions aus oder müssen abgebrochen werden, weil Brian noch zu schwach ist. Doch als er seine Gitarrenparts schließlich fertigstellen kann, hört man dem Ergebnis keine Unzulänglichkeiten an. Sheer Heart Attack erscheint am 8. November 1974, aber das ist mal wieder eine andere Geschichte…


Titelfoto: Queen Productions Ltd.

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