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Popkultur

20 Songs über den Mond: Der Soundtrack zu 50 Jahren Mondlandung

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NASA [Public domain]

„Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit!“: Als Neil Armstrong und Buzz Aldrin am 21. Juli 1969 als erste Menschen den Mond betreten, wissen sie, dass sie damit in die Geschichte eingehen — nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der Popkultur. Zum Jubiläum der Mondlandung haben wir 20 passende Songs ausgesucht.

von Timon Menge

Frank Sinatra – Fly Me To The Moon

Eine Zusammenstellung von Mond-Songs ohne Fly Me To The Moon kann niemand ernst nehmen. Bereits seit 1954 weckt der Klassiker des Komponisten Bart Howard Sehnsüchte. Die Sinatra-Version erscheint zehn Jahre später, aber immer noch fünf Jahre vor der Landung. Außerdem handelt es sich offiziell um das erste Stück, das auf dem Mond zu hören ist, denn noch bevor Astronaut Buzz Aldrin ihn betritt, schaltet er das Lied an.

Duke Ellington – Moon Maiden

Als das Ereignis im Juli 1969 stattfindet, sendet ABC eine Sondersendung von stolzen 30 Stunden Laufzeit. Dafür gibt der US-Fernsehsender unter anderem einen Song bei der Jazzlegende Duke Ellington in Auftrag. Der schreibt daraufhin ein Stück für Piano, Bass und Schlagzeug — und singt zum ersten Mal selbst.

Pink Floyd – Moonhead

Auch in Großbritannien wird die Mondlandung übertragen, und zwar von der BBC. Den Soundtrack liefern: Pink Floyd. In einem Studio jammen sie live zur Landung, wobei der Song Moonhead entsteht. „Es war fantastisch, sich vorzustellen, dass wir dieses Stück Musik erschaffen, während die Astronauten auf dem Mond stehen“, schreibt David Gilmour in einem Artikel für The Guardian. Moonhead erscheint nie offiziell, dafür auf zahlreichen Bootlegs. 

Zager & Evans – In The Year 2525

Zager & Evans kennt man in der Regel für genau einen Song — und zwar für diesen. In etwas mehr als drei Minuten erzählt das Musikerduo, was in den Jahren von 2525 bis 10000 so alles passieren könnte. Als Apollo 11 auf dem Mond landet, belegt In The Year 2525 gerade die Spitze der Billboard-Charts.

David Bowie – Space Oddity

Nur wenige Monate nach dem Ereignis veröffentlicht David Bowie sein gleichnamiges Album — das zweite in seiner Diskografie. Mit Space Oddity enthält die Scheibe einen der wohl bekanntesten Weltraumsongs überhaupt. Die Inspiration für das Stück liefert der Film 2001: A Space Odyssey (1968) von Stanley Kubrick; 2013 erklingt Space Oddity zum ersten Mal im Weltraum.

Creedence Clearwater Revival – Bad Moon Rising

John Fogerty soll Bad Moon Rising geschrieben haben, nachdem er den Film Der Teufel und Daniel Webster von 1941 sah. In jenem Streifen taucht ein Hurrikan auf, was Fogerty laut eigener Aussage dazu inspiriert habe, einen metaphorischen Song über die naheliegende Apokalypse zu komponieren.

Janis Joplin – Half Moon

Buchstäblich bis zu ihrem Tod arbeitet Janis Joplin an ihrem letzten Album Pearl. Mercedes Benz singt sie am 1. Oktober 1970 ein, drei Tage später stirbt sie im Alter von nur 27 Jahren. Mit Half Moon enthält die Platte einen ihrer gesanglich stärksten Songs.

The Rolling Stones – Moonlight Mile

Bei Moonlight Mile handelt es sich um das letzte Stück, das für Sticky Fingers (1971) aufgenommen wurde. Als eine der wenigen Stones-Kompositionen liefert die Nummer einen Blick hinter die Kulissen des Rockstar-Daseins und offenbart einige der potenziellen Schattenseiten des Lebensstils, wie zum Beispiel Kokainsucht und Einsamkeit.

Elton John – Rocket Man (I Think It’s Going to Be a Long, Long Time)

Obwohl einer der berühmtesten Songs von Elton John zu einer Zeit entsteht, als das Thema Mondlandung gerade die Popkultur dominiert, verbirgt sich der textliche Ursprung woanders. Für einen seiner größten Würfe lässt sich Songschreiber Bernie Taupin von Ray Bradburys Kurzgeschichte The Rocket Man inspirieren. Die Produktion übernimmt Gus Dudgeon, der auch mit David Bowie zusammenarbeitet, als dieser Space Oddity einspielt. 

Can – Moonshake

Mit Moonshake zeigen sich Can 1973 von ihrer poppigen Seite. In gerade einmal drei Minuten beantworten die Kölner alle Fragen, üblicherweise brauchen sie dafür deutlich länger. Dennoch: Der Song eignet sich auch für längere Nächte im Mondschein. Wer hier jedes Detail erfassen möchte, kann nämlich ohne Weiteres für drei Stunden den Repeat-Knopf drücken.

Pink Floyd – Eclipse

Das legendäre Pink-Floyd-Album The Dark Side Of The Moon handelt zwar nicht tatsächlich vom Mond, sondern von Themen wie Habgier, Zeit, Tod und Geisteskrankheit; dennoch schaffen die britischen Psychedelic-Rocker auf ihrer achten Studioplatte akustische Sphären, die dem Titel der Scheibe ohne Weiteres gerecht werden. Das zweiminütige, von Roger Waters gesungene Stück Eclipse (übersetzt: Verfinsterung) schließt das Meisterwerk ab.

Thin Lizzy – Dancing In The Moonlight

Mit Dancing In The Moonlight (It’s Caught Me In Its Spotlight) zeigen sich Thin Lizzy 1977 von ihrer romantischen Seite und veröffentlichen einen Song für die Ewigkeit. Später sollen The Smashing Pumpkins und Alt-J das Stück covern. Verwechslungsgefahr: Bei Dancing In The Moonlight von King Harvest handelt es sich um eine andere Komposition!

The Police – Walking On The Moon

„Ich war betrunken in einem Hotelzimmer in München und sackte mit einem dicken Schädel auf das Bett, als mir dieses Riff in den Kopf kam“, erinnert sich Sting 1981 an die Entstehung des Liedes. „Ich bin aufgestanden und durch den Raum gegangen, dabei habe ich gesungen: ‘Walking round the room, ya, ya, walking round the room’. Das war alles. Im kühlen Morgenlicht fiel mir das wieder ein, und ich habe das Riff aufgeschrieben. Aber Walking Around The Room war ein dummer Titel, also dachte ich an etwas noch Dümmeres: ‘Walking On The Moon’.“ Dass der Einfall so dumm gar nicht war, beweist die anschließende Nummer-Eins-Platzierung der Single in Großbritannien.

Peter Schilling – Major Tom

Angelehnt an David Bowies Weltraumklassiker Space Oddity veröffentlicht Peter Schilling im November 1982 seine Single Major Tom (Völlig Losgelöst) und landet damit einen der größten Hits der Neuen Deutschen Welle. Gemeinsam mit Major Tom an Bord des Chartstürmers: jede Menge Weltraumbegeisterung. 

Ozzy Osbourne – Bark At The Moon

Okay, genau genommen geht es hier nur indirekt um den Mond und vielmehr um Werwölfe. Schwer zu entscheiden, was cooler ist. Auf die Liste der passenden Songs zum 50-jährigen Jubiläum gehört Bark At The Moon aber ohne Frage, denn seien wir mal ehrlich: Ozzy kommt auch irgendwie vom Mond.

Michael Jackson – Billie Jean

Billie Jean an sich hat mit dem Mond zwar so gar nichts zu tun, wohl aber der Tanz dazu: Am 16. Mai 1983 führt „King Of Pop“ Michael Jackson zum ersten Mal den legendären „Moonwalk“ auf, wenn auch zunächst in Form eines leicht abgewandelten „Backslide“. Der Unterschied: Der „Moonwalk“ verläuft im Kreis, der „Backslide“ auf einer gerade Linie. In den Jahren danach entwickeln sich beide Schritte zu Spezialitäten von Jackson.

Echo & The Bunnymen – The Killing Moon

Mit Killing Moon landen Echo & The Bunnymen im Jahr 1984 einen Charterfolg. Der Text fällt Frontmann Ian McCulloch buchstäblich im Schlaf ein, denn als er eines Morgens aufwacht, hat er die Zeilen im Kopf. Dass McCulloch sich auch astronomischer Metaphern bedient, erklärt er mit seiner kindlichen Begeisterung für den Weltraum. Die Akkorde des Stückes basieren auf David Bowies Space Oddity — allerdings rückwärts gespielt.

Neil Young – Harvest Moon

Den Song Harvest Moon widmet Neil Young seiner Frau Pegi Young, 1993 erscheint er. Für die Mondmetapher entscheidet sich der Komponist laut eigener Aussage, weil ihm das Thema sehr am Herzen liege, schon beinahe auf einer religiösen Ebene.

Beastie Boys – Intergalactic

Am 12. Mai 1998 liegt die Mondlandung zwar bereits um einige Jahrzehnte in der Vergangenheit; dennoch können die Beastie Boys mit ihrer Single Intergalactic noch einmal für mächtig Weltraumfurore sorgen. In den USA steigt der Song in die Top 40 ein, in Großbritannien sogar in die Top Ten. Ein Jahr später erhalten Mike D, Ad-Rock und MCA den Grammy für die „Best Rap Performance By A Duo Or A Group“.

Radiohead – Sail To The Moon

„Maybe you’ll be president, but know right from wrong. Or in the flood you’ll build an ark and sail us to the moon“ singt Thom Yorke hier — eine Botschaft an seinen damals recht frisch geborenen Sohn Noah, dass er alles erreichen kann, was er nur möchte. 

Ob Bowie, Pink Floyd oder die Beastie Boys: Der Weltraum und die Mondlandung haben auch 50 Jahre später nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Wir sprechen uns in einigen Jahrzehnten noch einmal — dann mit 20 Songs zur Marslandung.

Zeitsprung: Ab 8.7.1947 inspiriert der UFO-Absturz von Roswell unzählige Songwriter.

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