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Popkultur

Zeitsprung: Am 19.1.1943 wird Janis Joplin geboren. Heute wäre sie 75 geworden.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 19.1.1943.

von Christof Leim

Ihren 75. Geburtstag könnte sie heute feiern, die legendäre Sängerin Janis Joplin, musikalisches Aushängeschild der Hippie-Bewegung in den wilden Sechzigern. Gesegnet mit massenhaft Talent und einer einzigartigen Stimme, aber verfolgt von ihren persönlichen Dämonen wurde sie nur 27 Jahre alt. Denn ihr Gesang klang nicht so verwegen und wild wegen Tee, Pfefferminzbonbons und Früh-ins-Bett-gehen…


Hört euch Janis Joplin hier an und lest weiter


Sie stand in Woodstock auf der Bühne und gehörte zu den größten Stars ihrer Zeit: Janis Joplin, geboren am 19. Januar 1943 in Port Arthur, Texas. Zu ihren größten Songs gehören Me & Bobby McGhee, Piece Of My Heart, Move Over und vor allem Mercedes Benz. Sie galt als elektrisierende Performerin mit massiver Bühnenpräsenz. Zeit ihres Lebens lebte sie nach eigenen Regeln und schaffte es als eine der wenigen Frauen in die vorderste Reihe des Showbusiness. Doch leider wurde sie nie mit den dunklen Seiten ihres Daseins fertig.



Los geht es im konservativen Texas: Von alten Bluesplatten mit dem Wunsch zum Musikmachen infiziert, singt Janis Joplin schon in der High School. Dort wird sie von ihren Mitschülern gehänselt und gemobbt: „Ich war ein Außenseiter. Ich habe gelesen, gemalt und nachgedacht“, sagt sie dazu später. Auch auf der Universität gilt sie mindestens als ungewöhnlich. So schreibt die Campus-Zeitung unter der Überschrift „Sie traut sich, anders zu sein“ einen Artikel, der folgendermaßen beginnt: „Sie geht barfuß, wenn ihr danach ist, trägt Levi’s im Unterricht, weil sie das bequemer findet, und ständig schleppt sie ihre Autoharp mit sich herum, falls sie mal das Bedürfnis verspürt, einen Song zu spielen. Ihr Name ist Janis Joplin.“ Schon während ihres Studiums singt sie in einem Folk Trio und hat ziemlich schnell überhaupt keine Lust mehr auf Texas.

Also fährt sie 1963 per Anhalter nach San Francisco und taucht dort in die Musikszene ein. Sie macht erste Aufnahmen und erste Erfahrungen mit harten Drogen. Zudem trinkt sie gerne und viel, am liebsten Southern Comfort. Weil das schnell aus dem Ruder läuft, geht Joplin mit 22 zurück nach Texas, aber das Leben dort langweilt sie schnell. Zurück in Kalifornien steigt sie 1966 in die in die noch unbekannte Psychedelic Rock-Band Big Brother & The Holding Company ein, und endlich geht es los. Ein Auftritt beim Monterey Pop Festival macht sie – die Band und vor allem ihre Sängerin – bekannt, zwei Alben mit Janis am Mikro erscheinen.



Ab 1969 fliegt Janis Joplin dann solo. Das ist leider auch wörtlich zu nehmen: Heroin und Southern Comfort gehören zum Tagesgeschäft. Mit 26 gründet sie ihre eigene Combo, die Kozmic Blues Band. Der Name ist vermutlich typisch für die Zeit, für die Farbwahl der Klamotten und den allgemeinen Gemüts- und Geisteszustand. Mit dieser Mannschaft tourt sie durch Europa, tritt im deutschen Fernsehen auf und spielt schließlich als einer der Headliner beim legendären Woodstock-Festival, dem Symbol der Flower-Power-Ära schlechthin. Angeblich hat sie bis ein paar Tage vor der Show nichts von der Veranstaltung gewusst und auch nicht viel Lust auf den Gig, lässt sich aber überzeugen. Leider läuft der Zeitplan komplett aus dem Ruder, erst morgens um zwei Uhr steht Janis an diesem am 17. August 1969 auf der Bühne. Die lange Wartezeit hat ihr nicht gut getan. Sagen wir so: Ganz gerade steht und singt sie nicht mehr. Das ärgert Janis nachher selbst am meisten, so dass sie dafür sorgt, dass ihre Performance in der filmischen Dokumentation zunächst nicht auftaucht.



Immer wieder versucht die Sängerin, vom Heroin loszukommen, unter anderem auf einer Reise nach Brasilien im Frühjahr 1970. Vergeblich. In den USA gründet sie die Full Tilt Boogie Band und beginnt die Aufnahmen für das Album Pearl. Dessen Fertigstellung erlebt sie nicht mehr: Am 4. Oktober 1970 stirbt Janis Joplin mit 27 Jahren in Los Angeles an einer Überdosis.


Wurde posthum zum Nummer-eins-Hit: Janis Joplins letztes Album Pearl.


16 Tage vorher war schon Gitarrengott Jimi Hendrix gestorben, ebenfalls mit 27 Jahren. So beginnt ich die Legende vom „Club 27“, einer Riege von Musikern, die in genau diesem Alter ihrem Lebensstil erliegen: Hendrix, Joplin, Brian Jones, Jim Morrison, später Kurt Cobain und Amy Winehouse. In ihrem Testament verfügt Janis, dass nach ihrem Ableben eine Party als Totenwache abgehalten werden soll. Dafür stellt sie 2.500 Dollar zu Verfügung, die Party findet statt. Joplins Asche wird aus einem Flugzeug über dem Pazifik verstreut. Pearl erscheint wenige Monate später und erreicht Platz eins der Billboard-Charts.

Die Faszination für diese so massiv talentierte Künstlerin hält sich bis heute, alleine in den USA werden über 15 Millionen Platten verkauft. 1995 wird Janis Joplin posthum in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen. Schade, dass sie das an ihrem Geburtstag nicht mehr erleben darf…



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