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Popkultur

Zeitsprung: Am 15.11.1945 wird Anni-Frid „Frida“ Lyngstad von ABBA geboren.

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Anni-Frid Lyngstad 1979 in New York. Foto: Gai Terrell/Redferns/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 15.11..

von Sina Buchwitz und Christof Leim

Take A Chance On Me: Am 15. November 1945 wird in Norwegen ein Mädchen geboren, das die Popwelt aufmischen wird. Anni-Frid „Frida“ Lyngstad schreibt mit ABBA Musikgeschichte. Im heutigen Zeitsprung feiern wir das glamouröse, aber auch tragische Leben einer starken Frau mit Prinzessinnentitel.

Hört euch hier die größten ABBA-Hits an: 

Anni-Frid Lyngstad kommt im kleinen Örtchen Bjørkåsen im Norden Norwegens zur Welt. Als sie zwei Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter Synni mit nur 21 Jahren, die Kleine wächst bei ihrer Großmutter Anni in Schweden auf. Ihren Vater Alfred, einen deutschen Soldaten, von dem sie fälschlicherweise annimmt, er sei im Krieg gefallen, lernt sie erst als Erwachsene wegen einer Geschichte in der Bravo kennen. Mit 12 singt sie erstmals in einer Band und verliebt sich in die Musik. Mit Folgen: Schule und darauffolgende Ausbildung sind ab da höchstens Nebensache. Im Alter von 17 heiratet Anni-Frid den Teppichhändler und Hobbymusiker Ragnar Fredriksson und bekommt mit ihm zwei Kinder. 

Die Liebe zur Musik

Doch der Ruf der Sirenen lässt Lyngstad nicht los. Es folgen erste Fernsehauftritte und Soloalben, bis sie 1968 den Musiker und späteren ABBA-Kollegen Benny Andersson kennen- und lieben lernt. Gemeinsam gehen sie auf Tour, nur ein Jahr später verlässt Anni-Frid Ehemann und Kinder, um in Stockholm musikalisch voll durchzustarten. Einen ersten Erfolg bringt ihr der Song Härlig är vår jord ein, mit dem sie – als Frida – beim Vorentscheid zum Grand Prix d’Eurovision den vierten Platz einfährt.

Anfang der Siebziger tourt das Paar erstmals gemeinsam mit Björn Ulvaeus und Agnetha Fältskog; 1972 entsteht daraus ABBA, die sich damals noch umständlich Björn, Benny, Anna & Frida nennen. Bis zum internationalen Durchbruch dauert es noch zwei Jahre: Mit Waterloo gewinnt das Quartett den Grand Prix d’Eurovision de la Chanson und wird quasi über Nacht zur Weltsensation

Frida & Benny auf der Bühne. Foto: Universal Music

Die erfolgreichste Band seit den Beatles 

Eingängige Melodien und der grandiose Harmoniegesang von Agnetha und Frida werden zum Markenzeichen von ABBA. Mammutsongs wie Take A Chance On Me oder Dancing Queen lassen sie noch während ihrer Wirkungszeit zu Legenden aufsteigen und machen sie mit Abermillionen verkaufter Platten zur erfolgreichsten Band seit den Beatles. 

Ende der Siebziger möchte Frida auch privat noch einmal das große Glück erleben. 1978 heiratet sie endlich Bandkollegen Benny, doch die Scheidung folgt bereits 1981. Nur ein Jahr später endet auch die berufliche Zusammenarbeit, nachdem sich Agnetha und Björn schon 1980 hatten scheiden lassen. Im Gegensatz zu ihren Kollegen verkauft Anni-Frid kurz darauf ihre Geschäftsanteile am ABBA-Imperium  und entgeht somit als einzige dem bald folgenden finanziellen Absturz der Gruppe wegen diverser Börsenspekulationen, Steuernachforderungen und allgemeinen Missmanagements. 

Weltstars der Popmusik: ABBA in Japan. Foto: Universal Music

Keine Verschnaufpause

Gemeinsam mit Phil Collins produziert Frida 1982 die Platte Something’s Going On. Ihr erstes Soloalbum in englischer Sprache überzeugt Fans und Kritik mit rockigerem Sound; 1,5 Millionen verkaufte Exemplare machen Something’s Going On zum erfolgreichsten Solowerk aller ABBA-Mitglieder. Die darauffolgende Platte Shine erscheint zwei Jahre später, kann jedoch an den Erfolg des Vorgängers nicht anknüpfen. 

Im selben Jahr lernt Lyngstad den deutschen Heinrich Ruzzo Prinz Reuß von Plauen kennen. Die beiden verlieben sich ineinander und heiraten 1992. Doch wer nun denkt, Anni-Frid kann endlich zur Ruhe kommen, der irrt leider. Die Schicksalsschläge reißen nicht ab: 1998 verliert sie ihre Tochter bei einem Autounfall in den USA, nur ein Jahr später erliegt ihr Ehemann seiner Krebserkrankung. 

Anni-Frid Prinzessin Reuß von Plauen im Jahr 2010. Foto: GettyImages

Stimme für den Umweltschutz

Heute lebt die ABBA-Sängerin in der Schweiz und in Südschweden. Musikalisch macht sie nur noch sporadisch von sich reden; hauptsächlich unterstützt sie Kollegen mit Kollaborationen, zum Beispiel 1996 mit Marie Fredriksson von Roxette oder zuletzt 2018 auf der Ultimate Duets-CD von Arturo Sandoval. Bis heute setzt sie sich für wohltätige Zwecke ein, insbesondere für den Umweltschutz.

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Zeitsprung: Am 13.9.1979 starten ABBA ihre letzte Tour.

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