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Popkultur

Verbotene Songs: 10 kontroverse Lieder, die die Welt schockten

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Jane Birkin & Serge Gainsbourg
Foto: Keystone/Hulton Archive/Getty Images

Von Texten mit scheinbarem Drogenbezug bis hin zu Angriffen gegen die Obrigkeit, sexuell eindeutigen Inhalten oder Produktplatzierung – die Charts dienten oft als Schauplatz für das Kräftemessen zwischen Künstler*innen und Sittenwächtern. Nicht wenige Acts bringen es auf mehrere gesperrte Songs im Laufe ihrer Karriere, was nicht nur zeigt, wie weit manche Künstler*innen den Bogen in Sachen Zensur überspannen, sondern auch, wie weit die Sittenwächter*innen gehen, um ihnen den Mund zu verbieten. Diese zehn Songs haben dennoch triumphiert.

von Jamie Atkins

Hört hier in die verbotene Playlist rein:

1. Sex Pistols: God Save The Queen (1977)

Es gibt Songs, wie z. B. Strange Fruit, deren verstörende Wirkung auch nach vielen Jahren ungebrochen ist. Aber wenn man sich heute God Save The Queen von den Sex Pistols anhört, ist es wirklich schwer, den Aufschrei nachzuvollziehen, den der Song damals verursachte. Auch heute ist der Song aufregend und rebellisch, aber könnte er nochmal die britische Gesellschaft derart erschüttern? Wohl kaum.

1977 sah das anders aus und die Band – allen voran Sänger John Lydon – fanden sich im Zentrum einer öffentlichen Panik wieder. Das silberne Thronjubiläum der englischen Königin stand kurz bevor und die Sex Pistols, zusammen mit Manager Malcom McLaren, witterten ihre Chance, Kapital daraus zu schlagen. Am 10. März unterschrieb die Band direkt vor dem Buckingham Palace einen neuen Plattenvertrag mit A&M Records und ließ 25.000 Exemplare ihrer Schimpftirade auf das Establishment pressen. Die Party geriet allerdings so sehr außer Kontrolle, dass das Label sich der Band nur vier Tage später wieder entledigte und die meisten Singles einstampfen ließ.

Auftritt Richard Branson und Virgin Records, die die Pistols am 18. Mai unter Vertrag nahmen und den Song in aller Eile noch rechtzeitig zu den Jubiläumsfeierlichkeiten veröffentlichten. Obwohl die BBC die Single boykottierte, wurde sie nur so aus den Regalen gerissen und verkaufte innerhalb der ersten Woche über 200.000 Exemplare. Aus irgendeinem Grund schaffte es der Song aber trotzdem nicht an die Spitze der Charts. Die Band und McLaren hatten das Gefühl, von der Musikbranche betrogen worden zu sein und organisierten eine weitere Aktion: Am 7. Juni spielten die Sex Pistols einen nicht zugelassenen Gig auf einem Boot, während dieses die Themse hinunter und am Parlamentsgebäude vorbeischipperte. Die Boulevardzeitungen konnten ihr Glück kaum fassen und die Sex Pistols hatten sich ihren Ruf als Schreckgespenst redlich verdient.

2. NWA: F__k Tha Police (1988)

Ende der 1980er Jahre gehörten Polizeischikanen für junge Afroamerikaner*innen in L.A. zum Alltag. 1987 startete das LAPD ein Programm mit dem klangvollen Namen Operation Hammer, um der Ganggewalt den Kampf anzusagen. Nur ein Jahr später hatten sie mehr als 50.000 Menschen verhaftet. Die Wenigsten bekamen die Chance, ihrem Ärger Luft zu machen (nur ein Prozent der Polizist*innen, denen während der Zeit extreme Gewaltanwendung vorgeworfen wurde, wurden tatsächlich angeklagt). Aber NWA konnten sich zumindest der Kraft der Musik bedienen. Ice Cube sagte: „Es war ein unerträglicher Zustand, unter solch einen brutalen Besatzungsmacht [der Polizei] zu leben. Was zuviel ist, ist zuviel. Unsere Musik war unsere einzige Waffe. Gewaltfreier Protest.” Die Antwort von NWA kam in Form des kompromisslosen F__k Tha Police: Eine textliche Glanzleistung, in der sie nicht mit Beleidigungen sparten und die Obrigkeiten herausforderten.

Mit dem Song untermauerten NWA ihren Status als „Die gefährlichste Gruppe der Welt”. Dass er nicht im Radio gespielt werden durfte, machte ihn nur noch interessanter. Die Polizei ging sogar soweit, den Text vor der Tour in die verschiedenen Städte zu faxen und verstärkte damit die Ressentiments, sodass die Veranstalter Schwierigkeiten hatten, Securities für die Shows zu finden.

3. The Kinks: Lola (1971)

Interessanterweise war es nicht das Thema des Songs an sich, wegen dem die BBC Ray Davies‘ kleine Geschichte über eine nicht ganz eindeutige Begierde aus dem Radio verbannte. Auch wenn sich der Protagonist vom unerwarteten Geschlecht seines angetrunkenen Schwarms nach einem kurzen Schockmoment durchaus nicht abgestoßen zeigt, war das eigentliche Problem, dass der Softdrink Coca-Cola namentlich erwähnt wird.

Was Produktplatzierung angeht, hatte die BBC strenge Regeln und so fand Lola im Radio nicht statt. Dadurch minimierten sich natürlich die Chancen, dass der Song ein Hit werden würde und so entschied man sich schnell, den Markennamen im Text durch das unproblematische „Cherry Cola” zu ersetzen. Dummerweise waren die Kinks zu dem Zeitpunkt in den USA auf Tour und die Bänder befanden sich in Großbritannien. Also flog Davies nach einem Auftritt in Minnesota nach England. Er arbeitete an den Overdubs, unterbrach die Arbeit für den nächsten Auftritt in Chicago … und kehrte dann nach London zurück, um die Änderungen zu finalisieren. Jetzt dominierte der Song die Radioplaylisten und bescherte den Kinks ihren größten Hit für mehrere Jahre. Und Ray legte vermutlich erstmal die Füße hoch.

4. Neil Young: This Note’s For You (1988)

Neil Young war es nie besonders wichtig, die Erwartungen der Musikbranche zu erfüllen, aber in den 80er Jahren verstörte er mit einer Reihe von Alben selbst die, die ein gewisses Maß an Unangepasstheit von ihm erwarteten. Die Fans waren verwirrt und sein Label verklagte ihn, weil er „nicht-repräsentative” Alben produzierte. Da überrascht es nicht, dass er auch die damals in Musikerkreisen um sich greifende Praxis, Marken zu unterstützen, mit einigem Zynismus beobachtete.

Der Titelsong seines 1988 erschienenen Album This Note’s For You ließ an seiner Meinung zum wachsenden Einfluss der Konsumindustrie auf die Musik keinen Zweifel. Trotzig singt Young: „Ain’t singing for Pepsi, ain’t singing for Coke/I don’t sing for nobody, makes me look like a joke”. Im Video zur Singleveröffentlichung ging er noch weiter und machte sich über die Stereotypen der Werbeindustrie lustig (die übliche verrauchte Bar, Parfumwerbung im Schwarz-weiß-Look). In dem Video tauchen sogar Doppelgänger von Michael Jackson und Whitney Houston auf – ein Seitenhieb auf Künstler*innen, die das Geld der Werbeindustrie gerne angenommen hatten. Der wichtige Musiksender MTV fand das allerdings nicht so witzig und verzichtete darauf, das Video zu zeigen.

Young schrieb einen herrlich unverblümten Brief an den Sender: „MTV, Ihr rückgratlosen Affen”, begann er und endete mit: “Wofür steht das ‘M’ in MTV: Music oder Money? Lang lebe der Rock’n‘Roll.” Der Song wurde trotzdem ein Hit und 1989 gab sich MTV geschlagen und zeichnete This Note’s For You mit einem Video Of The Year-Award aus.

5. Frankie Goes To Hollywood: Relax (1983)

Ist es nicht faszinierend, was ein kleiner Skandal für einen Song alles bewirken kann? Genau genommen steht Frankie Goes To Hollywoods Debütsingle Relax nicht auf der Liste der von der BBC gesperrten Songs. Zwei Monate lang kletterte der Song ohne besondere Eile die Top 100 nach oben. Als er die Top 40 erreichte, spielte DJ Mike Read den Song wie üblich in der Chartsendung von BBC Radio 1. Mitten im Song fielen ihm offenbar die vielen Anspielungen im Song auf und er brach ihn einfach ab. Frankies gewiefter Manager Paul Marley erkannte, dass der Song einen weiteren Schub bekommen könnte, wenn man sich gegen das Establishment stellte und so verbreitete er das Gerücht, dass der DJ die Single komplett vom Sender genommen hatte.

Read betonte später, dass das gar nicht in seiner Macht gestanden hätte und dass er den Song nur deswegen abgekürzt hatte, weil er keine Zeit mehr hatte. Aber für Relax wirkte das „Verbot” Wunder: Die Single verbrachte fünf Wochen auf Platz 1 der britischen Charts, wurde ein internationaler Hit und katapultierte Frankie Goes To Hollywood auf ihren Platz als Popphänomen.

6. Ian Dury & The Blockheads: Spasticus Autisticus (1981)

Mit sieben Jahren erkrankte Ian Dury an Kinderlähmung und ist seitdem gehbehindert. Als Jugendlicher durchlebte er qualvolle Jahre in verschiedenen Einrichtungen, die in den 1950ern als Behindertenschulen durchgingen. Daher kannte er die harte Realität eines Lebens mit Behinderung. Als die UN 1981 das ‘Internationale Jahr der Menschen mit Behinderung’ ausrief, ging Dury der Gedanke, dass eine Randgruppe plötzlich zum Lieblingsthema des Tages ernannt wurde, mächtig gegen den Strich. Als Antwort schrieb er den Track Spasticus Autisticus.

Der Song war sehr direkt, beschönigte nichts und erklärte unmissverständlich, wie ehrlich wohltätige Spenden seiner Meinung nach sind (“So place your hard-earned peanuts in my tin, and thank the Creator you’re not in the state I’m in”) – alles zusammen war das Grund genug für die BBC und diverse lokale Radiosender, den Text als beleidigend einzustufen und Spasticus Autisticus auf ihre Sperrliste zu setzen. Aber was man über so unerschrockene Kunst wissen muss ist, dass sie nicht einfach wieder verschwindet. Durys angriffslustiger Song hat zwar seine Karriere kurz ausgebremst (obwohl es seine erste Singleveröffentlichung auf einem Majorlabel war), aber der Song weiß immer noch zu beeindrucken. Bei der Eröffnungszeremonie der Paralympics 2012 in London wurde Spasticus Autisticus von der aus Künstler*innen mit Behinderung bestehenden Graeae Theatre Company präsentiert.

7. Loretta Lynn: The Pill (1975)

„Ich war die Erste, die genau das aufgeschrieben hat, was Frauen jeden Tag lebten”, sagte Loretta Lynn einmal über einen ihrer direktesten Songs. Damit überzeugte sie viele Fans und wurde zu einem der erfolgreichsten Countrystars aller Zeiten. Konservative Radiosender allerdings sperrten regelmäßig ihre Songs, wie z. B. Fist City, Rated X, Don’t Come Home A-Drinkin’ (With Lovin’ On Your Mind) und ihre bisher bestplatzierte Single in den US-Charts, The Pill.

Lynn hatte den Song schon 1975 geschrieben und aufgenommen. Aber ihr Label MCA veröffentlichte ihn erst drei Jahre später, weil sie sich darüber im Klaren waren, welche Wirkung ein Song, der scheinbar orale Verhütungsmittel promotete, auf die Countrywelt haben würde. Es gab einige Countrysongs über Abtreibung und Familienplanung, aber keinen, in dem die Sängerin das Ganze fröhlich mit einer größeren Freiheit und Selbstbestimmung gleichsetzte. Möglicherweise war es einfach Lynns Ton, an dem sich die Radiosender störten. Selbst die New York Times wurde auf sie aufmerksam und berichtete über ihren Erfolg mit der Überschrift: „Sie öffnet den Bibelgürtel”. Dank der Aufregung wurde The Pill für Lynn ein weiterer Megahit.

8. Scott Walker: Jackie (1967)

BBC Radio 1 wurde im September 1967 als Antwort auf die Popularität trendiger Piratensender gegründet, die sich perfekt auf die Wünsche der hippen Jugend eingestellt hatten. Aber auch wenn sie sehr bemüht waren, die coolen Kids zurückzuerobern, waren sie doch meilenweit davon entfernt, einige der riskanteren Veröffentlichungen ins Programm zu nehmen.

Als sie den Text von Scott Walkers Cover des Jacques Brel-Songs La Chanson De Jacky hörten – und dabei mit „authentic queers and phony virgins” konfrontiert wurden, von „boats of opium” ganz zu schweigen –, wurden die BBC-Bosse so nervös, dass sie zum allerersten Mal einen Song offiziell sperrten und nicht spielten. Viele weitere sollte das gleiche Schicksal ereilen. Es war extrem schade, denn ohne seinen galoppierenden Rhythmus und herrlich vulgären Text war die Radiolandschaft ein bisschen langweiliger.

9. The Beatles: Lucy In The Sky With Diamonds/A Day In The Life (1967)

1967 waren die Beatles Kontroversen schon gewöhnt. Das gehört schließlich zum Handwerk, wenn man die Popmusik ständig neu erfindet. John Lennon hatte es fertiggebracht, fanatische Elemente in den USA zu verärgern, als er andeutete, die Band könnte für junge Leute eine größere Bedeutung haben als Religion. Außerdem brachten sie ein Album mit einem so umstrittenen Artwork heraus, dass die ausgelieferten Exemplare zurückgerufen werden mussten (das sogenannte „Butcher Sleeve” des nur in den USA erschienen Albums Yesterday & Today).

Aber erst mit dem Album Sgt Pepper’s Lonely Hearts Club Band schafften sie es auf die Liste der von der BBC gesperrten Songs: A Day In The Life und Lucy In The Sky With Diamonds wurden beide nicht gespielt, weil sie wohl Hinweise auf illegalen Drogenkonsum enthielten. Und obwohl die Band darauf bestand, dass die Songs nichts mit bewusstseinsverändernden Substanzen zu tun hatten, wurden sie doch innerhalb einer sich bestimmten Subkultur gefeiert.

10. Jane Birkin & Serge Gainsbourg: Je T’aime… Moi Non Plus (1969)

1967 war die französische Schauspielerin Brigitte Bardot ein beliebtes Pin-up und Serge Gainsbourg einer von Millionen Bewunderer*innen weltweit. Der spitzbübische Songwriter nahm Bardot auf seinem Label unter Vertrag und überredete sie zu einem Date, obwohl sie verheiratet war. Von Alkohol benebelt spielten Gainsbourgs Nerven verrückt und er versaute es. Das dachte er zumindest. Am nächsten Tag rief Bardot an und bot ihm die Chance zur Wiedergutmachung. Er müsste ihr lediglich „das schönste Liebeslied schreiben, das er sich vorstellen konnte”. Er ging auf Nummer sicher und schrieb zwei: Bonnie & Clyde und das wollüstige Je T’aime… Moi Non Plus.

Die Beiden wurden ein Paar und ihre Version von Je T’aime… war so heiß, dass sie einen Skandal in der französischen Presse verursachte. Bardot flehte Gainsbourg an, den Song nicht zu veröffentlichen. Aber er wusste, dass er Song viel zu gut war, um ihn komplett zu den Akten zu legen. 1969 überredete er seine neue Freundin, die englische Schauspielerin Jane Birkin, Bardots Textpassagen zu singen. Das Stöhnen, Seufzen und schwere Atmen sorgte für einige Aufregung und führte zu einer Sperre von der BBC. Selbst der Vatikan protestierte. All diese Maßnahmen gossen aber nur noch mehr Benzin ins Feuer. In Großbritannien war es die erste derart umstrittene und obendrein gesperrte Single der 60er Jahre, die es trotzdem auf Platz 1 der Charts schaffte.

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28 Jahre Rammstein: Die größten Skandale der Bandkarriere

Popkultur

Brennende Betten, brennender Tommy und ein verhedderter Fallschirm: 5 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Tommy Lee stammen können

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Tommy Lee
Foto: Emma McIntyre/Getty Images for SiriusXM

Nur fünf Anekdoten aus dem Leben von Tommy Lee? Es gäbe wahrscheinlich mindestens 5.000 zu erzählen. Diese finden wir besonders unterhaltsam, tragisch oder schockierend.

Hier könnt ihr euch Andro von Tommy Lee anhören:

1. Als er auf der Girls, Girls, Girls-Tour einen Drogendealer hinter sich herfahren ließ.

Über die Drogeneskapaden von Mötley Crüe wurde schon so viel geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, noch eine neue Geschichte aufzustöbern. Wir haben uns deshalb für eine der unterhaltsamsten entschieden. „Die Girls, Girls, Girls-Tour von 1987 gehört zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens“, erzählt Schlagzeuger Tommy Lee im Interview mit dem britischen Guardian. „Zumindest glaube ich das, denn ich erinnere mich an nichts, außer an jede Menge verschwommenen Wahnsinn. Wir hatten einen mächtig großen Jet, endlos viel Kohle und konnten machen, was immer wir wollten.“

Spätestens seit der Mötley-Crüe-Bandbiografie The Dirt wissen wir alle: Egal, welche Ausschweifungen man sich so ausmalt … Tommy Lee und Co. setzen immer noch einen drauf. „Eine Zeit lang hatten wir sogar unseren eigenen Drogendealer, der in einem Luxus-Oldtimer hinter unserem Tourbus hergefahren ist“, berichtet Lee weiter. „Auf seinem Kennzeichen stand: DEALER. Wann immer wir aus dem Bus ausgestiegen sind, ist er mit seiner diamantbesetzten Rolex, seinen Goldketten und ein paar Bitches in jedem Arm aufgetaucht und hat der Band und der Crew ganze Bündel voller Koks zugeworfen. Er war der pimphafteste Dealer aller Zeiten und hatte immer seinen Partyhut auf.“ Doch die Plattenfirma von Mötley Crüe bekommt kalte Füße. Schließlich könnte die Polizei bei einem auffällig gekleideten Drogendealer in einem Luxusauto mit dem Kennzeichen „DEALER“ stutzig werden. Die Band muss sich von ihrem hauseigenen Rauschmittelhändler verabschieden. In Versorgungsnot geraten die Musiker während der Tour aber wohl trotzdem nicht.

2. Als er mit einer Leuchtfackel in einem Hotelzimmer herumspielte und das Bett in Brand steckte.

In den Siebzigern und Achtzigern gehört das Zerstören von Hotelzimmern für viele Rockstars schlicht und ergreifend dazu. Das gilt (natürlich) auch für Mötley Crüe. Als die Band 1986 durch die Schweiz tourt, nimmt sie ihren Auftrag durchaus ernst. Nicht nur, dass Schlagzeuger Tommy Lee und Frontmann Vince Neil in ihrem Hotelzimmer ein paar Leuchtfackeln anzünden. Nein, das Duo Infernale steckt damit auch gleich das Bett in Brand. Als wäre das nicht genug, zerstört die Band im gleichen Hotel auch noch die Glasfenster der Aufzüge.

3. Als sich sein Fallschirm beinahe nicht geöffnet hätte.

Sein Leben hat Tommy Lee im Lauf der Jahrzehnte immer wieder aufs Spiel gesetzt. Doch mit einem Vorkommnis hat er wohl selbst nicht gerechnet. So verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine die gefährlichste Situation, in der er sich je befand: „Das ist etwas, was du nicht hören willst, wenn du gerade einen Fallschirmsprung machst“, steigt er in die Erzählung ein. „Ich mache gerade einen Tandemsprung, bin an einen Lehrer geschnallt, er ist mit dem Fallschirm auf meinem Rücken und höre: ‚Oh, fuck!‘ Ich schaue nach oben und der Fallschirm hat sich verheddert. Er zerrt daran und kämpft mit den Seilen und ich denke: ‚Das war’s, ich bin am Arsch, es ist vorbei.‘ Aber dann hatte ich eine spirituelle Erfahrung und dachte: ‚Ich kann nichts tun. Ich werde den freien Fall einfach genießen, bis ich auf dem Boden aufschlage.’ Als ich gerade losgelassen hatte, ging der Fallschirm auf einmal auf. Nicht cool.“

4. Als er sich in Wyoming an der Pyrotechnik verbrannte.

Am 12. Oktober 2005 spielen Mötley Crüe im Casper Events Center (heute: Ford Wyoming Center) — und dabei geht einiges schief. Laut Ultimate Classic Rock habe sich Tommy Lee an jenem Abend an einem Seil zwischen verschiedenen Drumsets hin und her geschwungen, wobei er in einen Funkenregen geraten sei. Dabei habe er „oberflächliche Verbrennungen and seinen Armen und im Gesicht erlitten“ und versucht, die Show noch zu Ende zu bringen. Doch man habe auf Nummer sicher gehen wollen, wie Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil im Interview mit People verrät: „Er sah nicht gut aus, als die Sanitäter ihn hinter der Bühne behandelt haben, also haben wir uns dazu entschieden, ihn ins Krankenhaus zu schicken.“ Zum Glück sehen die Verbrennungen schlimmer aus als sie sind: Schon zwei Tage später sitzt Lee in Bismarck (North Dakota) wieder am Schlagzeug.

5. Als er ein Dickpic in den sozialen Medien postete.

Als hätte nicht sowieso schon ein ungleich großer Teil der Weltbevölkerung Tommy Lees Penis gesehen, musste der Schlagzeuger am 11. August 2022 noch einen draufsetzen — und postete in den Social Media ein Foto von seinem Gemächt. „Vor einigen Wochen hatten wir eine etwa zweiwöchige Tourpause“, erklärt der Trommler das Dickpic später im Rahmen eines Konzerts. „Und ich habe mich abgeschossen, Alter. Mich volllaufen lassen. Ich war so voll, dass ich mich ausgezogen und Bilder von meinem Schwanz gepostet habe. Dabei bin ich eigentlich ein Mann der Brüste. Ich sehe gerne Brüste. Aber ich dachte: Das ist die Nacht der gleichen Möglichkeiten. Ich wollte in dieser Nacht jedermanns Ding sehen. Komm schon, hol deinen Schwengel raus!“ Ah ja … Bei Facebook und Instagram wurde das Foto schon längst wieder gelöscht. Bei Twitter kann man sich Lees gesamte Herrlichkeit noch immer anschauen. Haben wir gehört.

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Tommy Lee: Mötley-Crüe-Drummer zieht jetzt auf Only Fans blank

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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