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Popkultur

7 Gründe, warum „A Day In The Life“ das großartigste Stück Popmusik aller Zeiten ist

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Beatles
Foto: John Pratt/Keystone/Getty Images

Ein Lied über den Tod, Drogen und das Ende der Welt: Mit dem kolossal-visionären Monument A Day In The Life beschließen die Beatles ihren viktorianischen Wanderzirkus Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band. Zum 53. Geburtstag des Albums widmen wir uns dem besten Popsong, der jemals geschrieben wurde. Und dem berühmtesten Schlussakkord der Popkultur.

von Björn Springorum

Hört hier Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band:

Die Beatles waren brillant. Wie brillant, ist ohne eine Professur in Beatology fast unmöglich zu bestimmen. Einigen wir uns also einfach darauf, dass sie sehr, sehr brillant waren. Brillanter als alles, was vor ihnen kam, brillanter als alles, was gleichzeitig mit ihnen geschah und brillanter als ein Großteil von dem, was seither kam. Besser als auf Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band waren sie jedoch nie. Progressiver vielleicht, postmoderner auch, sperriger ebenso. Aber nie besser.

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Das liegt einerseits an der kongenialen Idee, in die Rolle von Alter Egos zu schlüpfen und in bester Vaudevilla-Manier einen viktorianischen Wanderzirkus zu mimen. Es liegt aber vor allem am allerletzten Lied auf der Platte, diesem erschütternden, monumentalen, größenwahnsinnigen Stück, das sich hinter dem täuschend profanen Titel A Day In The Life verbirgt. Was die Beatles in diesen fünf Minuten und 35 Sekunden erschaffen, ist nicht weniger als das großartigste Stück Popmusik, das je geschrieben wurde. Und dafür gibt es viele gute Gründe.

1. Der Text

Wenn die Beatles jemals in die Nähe von Beat-Poeten wie William S. Burroughs rückten, dann mit diesem Stück. Inspiriert vom Unfalltod des 21-jährigen Guinness-Erben und Beatles-Freundes Tara Browne am 18. Dezember 1966, strickt John Lennon in einer Art Gonzo-Ansatz sein ganz eigenes morbides Narrativ daraus, gespickt mit Drogenreferenzen und unzusammenhängenden Nachrichtenfetzen, ausgestaltet mit viel künstlerischer Freiheit. Surrealismus pur! McCartneys Strophe steht im krassen Gegensatz dazu: Fast schon wie im magischen Realismus führt er mit träumerischer Stimme ins Liverpool seiner Kindheit, erzählt vom 82er Bus, der Schule und dem Haare kämmen. Dann übernimmt Lennon wieder, singt von Löchern in der Straße und dann wieder das notorische I’d love to turn you on, inspiriert von Timothy Learys LSD-Mantra Turn on, tune in, drop out. Reicht, um neue Standards in der Pop-Lyrik zu setzen. Und bei der BBC gleich mal auf dem Index zu landen.

2. Die Aufnahme

Die Beatles verdanken George Martin viel. Was sie sich auch ausdenken und was sie auch verlangen: Irgendwie macht es der Produzent im Studio Two der Abbey Road Studios (die damals noch EMI Studios heißen) möglich. So auch an fünf Tagen im Januar und Februar 1967. Am 19. Januar beginnen die Aufnahmen für ein Stück, das damals noch In The Life Of… heißt. John Lennon sitzt am Piano, Paul McCartney an der Hammond-Orgel, George Harrison an der akustischen Gitarre und Ringo Starr an den Congas. Sie nehmen vier Takes der Rhythmus-Spuren auf und haben am Ende eine frühe Version des dreigeteilten Songs, dessen Übergänge lediglich aus einem Klavierakkord bestehen. Keine Spur also von diesem Monumentalwerk, das bald darauf entstehen soll. Am 20. Januar wie auch am 3. Februar 1967 verfeinern die Beatles den Song weiter, nehmen sogar Bass und Schlagzeug neu auf. Insbesondere Starrs Schlagzeugspiel wird an diesem Tag zu diesem ungewöhnlichen, meisterhaften Rhythmus, der so gut zu diesem mystischen Stück passt.

3. Das Orchester

Obwohl die Beatles an A Day In The Life schon länger tüfteln als an manchem ganzen Album ihrer frühen Karriere sind sie noch lange nicht fertig. Das Orchester muss her! John Cage, Luciano Berio und Karlheinz Stockhausen, der es übrigens auch auf das legendäre Pantheon der Popkultur auf dem Cover des Albums geschafft hat, haben Lennon und McCartney stark beeindruckt, diese Avantgarde wollen sie auch für das Grande Finale von Sgt. Pepper. Der simple Pianoakkord wird gestrichen und am 10. Februar stattdessen ein 40-köpfiges Orchester ins Studio geholt. Bevor Lennons Weltuntergangspoesie des ersten Teils in McCartneys nostalgischen Tagtraum übergeht, steigert sich das durchaus verwunderte Orchester in ein legendäres, kakophones Crescendo, das Lennon dem unter Strom stehenden Produzenten George Martin so vermittelt: „Eine gewaltige Steigerung von nichts in etwas, das klingt wie das Ende der Welt.“ Lennons geleierte Inkantation von turn you on gibt den Rhythmus für das weitgehend improvisierte, von Martin und McCartney in einem psychedelischen Anzug in wild-ekstatischen Bewegungen dirigierte Orchester-Wettrüsten vor, das ebenso irrwitzig klingt wie größenwahnsinnig, ein Klang wie vom Rand der Welt. Das Segment wird mehrfach aufgenommen und füllt einen eigenen Vierspurrekorder.

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4. Das Ende

A Day In The Life endet mit dem vielleicht berühmtesten Schlussakkord der Popmusikgeschichte. Am 22. Februar stehen McCartney, Starr und Beatles-Roadie Mal Evans hinter drei Pianos, Martin an einem Harmonium. Dann hauen alle gleichzeitig einen E-Dur-Akkord in die Tasten so fest sie können. 40 Sekunden lassen sie diesen historischen Akkord nachhallen, ein donnerndes Artefakt der Popkultur, bei dem Martin gegen Ende die Aufnahmelautstärke so laut dreht, dass man sogar einen quietschenden Stuhl und Papierrascheln aus dem Studio hört. Eine Stimme aus der Vergangenheit, ein Akkord, den Jonathan Gould als „40-sekündige Meditation über die Endlichkeit“ beschreibt. Am Ende haben die Beatles 34 Stunden gebraucht, um das Stück zu vollenden. Ihr erstes Album Please Please Me war nach zehn Stunden und 45 Minuten im Kasten! David Crosby, damals noch bei den Byrds, ist live im Studio dabei, als drei Pianos und ein Harmonium Geschichte schreiben: „Ich war völlig von den Socken“, sagte er. „Es dauerte ein paar Minuten, bis ich überhaupt wieder ein Wort herausbrachte.

5. Das Happening

Die Orchester-Session im Studio Two ist auch aus einem anderen Grund ein Stück Musikgeschichte: Die Beatles entscheiden sich, das Ganze zu eine sogenannten Happening zu machen, in der Kunstszene damals höchst angesagt. Sie laden die Pop-Aristokrat*innen der Sechziger ins Studio ein, um der Aufnahme beizuwohnen: Mick Jagger, Marianne Faithfull, Keith Richards, Brian Jones, Donovan, Pattie Boyd, Michael Nesmith und einige andere mehr werden Zeug*innen, wie die Beatles einem professionellen Orchester Clownsnasen, Sonnenbrillen, Aufklebe-Nippel oder Gorillahände aushändigen. Auch Ron Richards, der Produzent der Hollies, ist unter den Gästen. Alles, was er dazu zu sagen hat: „Ich glaub’s einfach nicht… ich gebe auf!“

6. Das Nonsens-Ende

Die Beatles haben gerade das wichtigste Stück ihrer Karriere vollendet und eine Götterdämmerung in der Popmusik heraufbeschworen. Doch ihren seltsamen Humor lassen sie sich selbst in diesem Moment purer Gravitas nicht nehmen: Sie lassen ihr Opus Magnum in einem hochfrequenten 15-Kilohertz-Ton enden, den das menschliche Gehör nicht wahrnehmen kann, wohl aber die Ohren von Hunden und Katzen. Die Idee kommt, klar, von Lennon. Auch das unverständliche (und bislang nicht dechiffrierte) Gebrabbel der Beatles ist nicht ohne Hintergedanken: Plattenspieler ohne automatischen Tonarm bleiben auf ebendiesem Loop hängen und wiederholen es immer und immer wieder.

7. Das Vermächtnis

Über wenige Beatles-Songs wurde so viel geschrieben wie über A Day In The Life. Die Liste der Superlative ist ebenso lang wie einfallsreich: Das Stück wird mit T.S. Eliots The Waste Land gleichgesetzt, mit Wagner und gilt für viele Beatles-Expert*innen als absolute Krönung im Schaffen Lennons und McCartneys. Das Orchester-Crescendo inspiriert die Kino-Sound-Firma THX zu ihrem Trandemark-Sound, außerdem bringt der finale Akkord des Stücks auch den Apple-Sounddesigner Jim Reekes auf die Idee für den Start-Sound der Macintosh-Computer. Alles von ein paar Jungs aus Liverpool, die wenige Jahre zuvor noch in Lederjacken über die Reeperbahn zogen.

Der historische Verriss: ‘Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band’ von The Beatles

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Popkultur

„Der Triumph des Jazz“: Die musikalischen Einflüsse des Martin Luther King, Jr.

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Martin Luther King Jr.
Foto: Donald Uhrbrock/Getty Images

Am 15. Januar 2022 hätte die US-amerikanische Bürgerrechtsikone Martin Luther King ihren 93. Geburtstag gefeiert. Zu Ehren Kings möchten wir an dieser Stelle seine Verbindung zur Musikkultur ein wenig näher beleuchten.

von Markus Brandstetter

Die Bilder und Worte sind fest im kollektiven Bewusstsein verankert, selbst wenn man zu jener Zeit noch nicht auf der Welt war: Im August 1963 fanden sich über 200.000 Menschen in Washington, DC zum „Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit“ (englischer Titel: March on Washington for Jobs and Freedom) zusammen.

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Vor dem Lincoln Memorial hielt Martin Luther King seine berühmte Rede, deren Worte „I have a dream“ in die Geschichte eingingen. Musik war (nicht nur) an diesem Tag ein wesentlicher Bestandteil der Proteste. Bob Dylan und Joan Baez traten auf, Peter, Paul & Mary, Odetta Holmes, Mahalia Jackson und der Eva Jessye Choir, auch Harry Belafonte war anwesend. Für King war Musik aber weit mehr als eine akustische Untermalung — er sah sie als Mittel zur Veränderung an — und, im Falle von Jazz, Triumph der Schwarzen — dazu später mehr.

Kings musikalischer Background

Für Martin Luther King, das schreibt der US-amerikanische Autor Alfonso Pollard in seinem Artikel The Extraordinary Influences of Dr. Martin Luther King, Jr., habe Musik seit seiner Kindheit eine bedeutende Rolle gespielt. Kings Mutter Alberta King spielte hier wohl die Schlüsselrolle: Sie war Chorleiterin und Organistin in der Ebenezer Baptist Church. Auch Kings spätere Ehefrau Coretta Scott, die er an der Universität kennenlernte, war Kirchenchorleiterin, außerdem Sopranistin und Multiinstrumentalistin.

Geht es nach Pollard, gab es in Kings musikalischer Sozialisation zwei große Säulen: die Gospelmusik zum einen, zeitgenössische Sängerinnen wie Mahalia Jackson, Sister Rosetta Tharpe, Nina Simone, Miriam Makeba zum anderen. Später wurde auch Jazz für ihn immer wichtiger — eine Musik, die er als „triumphal“ bezeichnete. Damit meinte er den Triumph der Afroamerikaner*innen über die Unterdrückung, über Ungerechtigkeit, Kummer, Tragödien.

Der Triumph des Jazz

1964 wurde King gebeten, die Eröffnungsrede auf dem JazzFest Berlin (damals „Berliner Jazztage“ genannt) zu halten. In seiner Rede sprach er über eben dieses Triumphale im Jazz: „Gott hat viele Dinge aus der Unterdrückung heraus geschaffen. Er hat seine Geschöpfe mit der Fähigkeit ausgestattet, zu erschaffen, und aus dieser Fähigkeit sind die süßen Lieder der Trauer und der Freude hervorgegangen, die es dem Menschen ermöglicht haben, mit seiner Umwelt und vielen verschiedenen Situationen zurechtzukommen. Der Jazz spricht für das Leben. Der Blues erzählt von den Schwierigkeiten des Lebens, und wenn man einen Moment nachdenkt, wird man feststellen, dass er die härtesten Realitäten des Lebens in Musik umsetzt, um dann mit neuer Hoffnung oder einem Gefühl des Triumphs wieder herauszukommen.“

„Die letzte Bastion des Elitismus“

Wie die Verbindung Kings zur klassischen Musik ist, ist indes nicht hinreichend beleuchtet. Der US-Dirigent Paul Freeman (1936-2015) berichtete einst in einem Interview von ein Zusammentreffen mit dem Bürgerrechtler. Als dieser ihn fragte, was er in Atlanta mache, erklärte ihm Freeman, er habe ein Engagement als Gastdirigent des Atlanta Symphony Orchestra. Die Antwort von King darauf kann als sozialkritisch bis sarkastisch gelesen werden: „Ah, die letzte Bastion des Elitismus! Glory, Halleluja!“ Freeman, dessen erklärte Mission es war, die Klassik (sowohl als Musiker*in als auch als Hörer*in) für alle zugänglich zu machen, sah dies aber nicht als Seitenhieb, sondern als Inspiration, sein Ziel zu verfolgen.

Nachzusehen ist dies in diesem Interview:

Wie wichtig King war, zeigen zahlreiche Tribute. Soul-Legende Stevie Wonder war ausschlaggebend dafür, dass Martin Luther Kings Geburtstag zum Feiertag erklärt wurde — und widmete ihm das Stück Happy Birthday. U2 schrieben Pride (In The Name Of Love) über ihn, James Taylor zollte ihm mit Shed A Little Light Tribut — und natürlich darf man Nina Simones Stück Why (The King Of Love Is Dead) nicht vergessen, dass sie drei Tage nach seinem Tod vorstellte.

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Zeitsprung: Am 15.1.1969 kehrt George Harrison zu den Beatles zurück.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 15.1.1969.

von Timon Menge und Christof Leim

Getrennte Wege gehen die Beatles erst zu Beginn der Siebziger, doch dicke Luft herrscht schon vorher. Die Musiker fühlen sich ausgelaugt, gemeinsamer Tatendrang bleibt die Ausnahme. Am 10. Januar 1969 verlässt George Harrison sogar die Band. Fünf Tage später kehrt er zurück — allerdings mit Forderungen…

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Hört hier in Let It Be rein:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Im Januar 1969 befinden sich die Beatles im Twickenham Studio in London und arbeiten an ihrer Platte Let It Be. Das White Album (1968) hallt noch nach, das Erscheinen von Yellow Submarine (1969) steht kurz bevor. Als die Band am Morgen des 10. Januar mit wenig Erfolg an den Songs Get Back und Two Of Us arbeitet, hat George Harrison die Nase voll. Er verlässt das Studio und lässt die anderen drei Musiker im Regen stehen. Nachdem sich McCartney, Lennon und Starr die erste Wut von der Seele gespielt haben, sagt Lennon trocken: “Ist er am Dienstag nicht zurück, holen wir Clapton.” Am 12. Januar treffen sich die Beatles bei Harrison zuhause, doch die Zusammenkunft verläuft alles andere als gut und endet von Harrisons Seite mit einem: “Man sieht sich.”

Einer der Gründe für Harrisons Abgang: Immer wieder geraten er und Paul McCartney aneinander. Harrison emanzipiert sich zu jener Zeit als Songschreiber und empfindet McCartney als zu dominant. In einem Interview mit dem Rolling Stone erzählt er: „Es ist mir immer sehr schwergefallen, beim Songwriting mitzumischen, weil Paul diesbezüglich sehr aufdringlich war. Wenn er meine Songs gespielt hat, lief das immer gut. Ich musste allerdings 59 seiner Ideen ausprobieren, bevor er sich meine überhaupt anhören wollte.“



Auch John Lennon und Harrison sind sich zu jener Zeit nicht grün. So stellt der britische Musikjournalist David Stubbs in einem Artikel für das Magazin Uncut die These auf, Harrison sei sogar noch genervter von Lennon als von McCartney, weil Lennon Probleme mit Harrisons wachsendem Einfluss auf das Songwriting gehabt habe. Nicht nur das: Lennons Beziehung zu Yoko Ono treibt einen Keil zwischen die beiden Beatles, die sich gerade erst richtig angefreundet hatten — vermutlich auch über ihre gemeinsame Vorliebe für LSD.

Außerdem stört Harrison sich daran, dass im Studio ein Film gedreht werden soll, obwohl die Beatles nur streiten. „Es kam vor der Kamera nie zum Eklat“, räumt er später ein. „Aber ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was das eigentlich soll.“ Er beschließt, die Band zu verlassen — ein Prozess, den auch Schlagzeuger Ringo Starr durchläuft, und zwar nur wenige Monate zuvor während der Sessions zum White Album.



Einige Tage nach Harrisons Abgang merken McCartney, Lennon und Starr endgültig, dass die Band nicht ohne den Gitarristen funktioniert. Die Musiker setzen ein Treffen für den 15. Januar an, und der verlorene Sohn taucht wieder auf — allerdings mit Forderungen. Harrison möchte im Gegensatz zu McCartney nach unfassbar vielen Konzerten nicht mehr live auftreten. Außerdem bittet er darum, das Studio zu wechseln. Die übrigen Bandmitglieder schlagen ein, die Beatles ziehen in die Apple Studios um und setzen den Aufnahmeprozess fort.


Die Symptome lassen sich durch die Veränderungen kurzzeitig bekämpfen, doch die Ursachen liegen tiefer. Trotz vorübergehender Wiedervereinigung kommt es langfristig zur Auflösung der Band. Vorher schließen die Briten die Aufnahmen des Albums Abbey Road ab, das durch diverse Umstände sogar noch vor Let It Be erscheint. Zur endgültigen Trennung kommt es im Frühjahr 1970, etwa einen Monat vor der Veröffentlichung der letzten Platte.

Zeitsprung: Am 21.1.1966 heiratet George Harrison. Eric Clapton grätscht rein.

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The Ronettes: 6 wegweisende Songs der legendären Girlgroup

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The Ronettes
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Am 12. Januar 2022 starb Ronnie Spector, die Leadsängerin der geschichtsträchtigen The Ronettes. Die Girlgroup aus New York war in den 1960er-Jahren eine wegweisende Popgruppe, die sich in Sachen Sound und Image deutlich vom Durchschnitt abhob.

von Markus Brandstetter

Ab 1963 arbeitete die Gruppe mit der Produzentenlegende (und dem späteren verurteilten Mörder) Phil Spector zusammen, den die Sängerin auch heiratete. Unseren Nachruf auf Ronnie Spector findet ihr hier. Zu Ehren der Sängerin wollen wir uns heute durch die größten Hits und wichtigsten und wegweisenden Songs von The Ronettes hören und ein wenig ihre Historie und den Hintergrund der Stücke beleuchten.

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1. Good Girls

Good Girls war die letzte Single von The Ronettes, die die Band über ihr altes Label Colpix Records veröffentlichte. Die Single schaffte keinen Platz in den Charts, die Band  war deswegen schwer enttäuscht und trennte sich von ihrem alten Label. Neue Geschäftsmöglichkeiten taten sich auf, die Gruppe unterschrieb bei Phil Spectors Label Philles Records. Der kommerzielle Erfolg konnte damit beginnen. Good Girls, die Single vor dem Erfolg, war vielleicht nicht so wegweisend, wie das, was unter Spectors Produktion folgen sollte — ist aber dennoch ein eingängiger, erinnerungswürdiger  Song.

2. Be My Baby

Be My Baby stammt aus der Feder von Phil Spector, Jeff Barry und Ellie Greenwich und ist der größte Hit der Band. Wobei: Spector hat im Grunde nur deswegen einen Songwriting-Credit, weil seine Produktion eben Kernstück des Songs ist. Be My Baby wurde am 15. August 1963 als Single veröffentlicht und schaffte es auf Platz zwei der US-Popcharts. Darauf zu hören ist die Creme de la Creme der damaligen Studiomusiker*innen-Szene — unter anderem spielt die großartige Carol Kaye (gemeinsam mit Ray Pohlmann) Bass, dazu sind mit Tommy Tedesco, Billy Strange, Barney Kessel und Bill Pitman gleich vier Gitarristen zu hören. Und weil ein Keyboard für eine Wall of Sound nicht reicht, sind auch vier Keyboarder mit dabei.

 3. Baby I Love You

Nachdem Be My Baby ein Erfolg wurde, war in Phil Spector der Ehrgeiz geweckt, nachzulegen. Allerdings gab es da ein Problem: The Ronettes sollten eigentlich touren. Ronnie blieb bei Phil im Studio, Estelle und Nedra gingen auf Tour, mit Verstärkung der Cousine Elaine. Weil man aber weitere Stimmen beim Aufnehmen brauchte, halfen Bekannte aus: So übernahmen Cher, Sonny Bono und Darlene Love die Backing Vocals auf dem Stück. Am Piano: der große Leon Russell.

 4. (The Best Part Of) Breakin’ Up

„Wenn Phil einen Song so sehr liebte wie (The Best Part of) Breakin’ Up, konnte er tagelang daran arbeiten, ohne jemals müde zu werden. Er verbrachte Stunden damit, die Harmonien mit Nedra und Estelle auszuarbeiten, und sprang jedes Mal auf und ab, wenn er etwas hörte, das ihm gefiel“, erinnerte sich Ronnie Spector in ihrer Autobiografie an die Aufnahmen zu  (The Best Part Of) Breakin’ Up.

 5. Do I Love You?

Junge Liebe – davon handelt Do I Love You?, das die Ronettes 1964 mit dem Song Bebe And Susu als B-Seite veröffentlichten. Geschrieben wurde der Song von Phil Spector, Pete Andreoli and Vini Poncia.

6. Walkin’ In The Rain (1964)

Walkin’ In The Rain — geschrieben von Barry Mann, Phil Spector und Cynthia Weil, wurde im Laufe der Jahre oft gecovert — unter anderem von The Walker Brothers und Jay & The Americans. The Ronettes, für die der Song geschrieben wurde, landeten 1964 damit auf Platz 23 der Billboard Top 100 Song, in den Billboard R&B Charts war sogar Platz 8 drin.

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Riot Girls: Die Musikerinnen, die die Welt veränderten

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