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Nach Brandkatastrophe bei Apollo in Kalifornien: Weltweite Vinyl-Produktion bedroht

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Foto: Barbara Alper/Getty Images

Insider und Betroffene sprechen von einem „Desaster für die Vinyl-Industrie“ und dass durch das Unglück vielen Presswerken akut die Schließung droht.

von Michael Döringer

Katastrophale Folgen für das Vinyl-Business

Ein „essenzieller Teil der Wertschöpfungskette“ des Schallplattenbusiness ist in Flammen aufgegangen, schreiben die Kollegen und Vinyl-Spezialisten von Das Filter. Apollo Masters ist einer von nur zwei Herstellern weltweit für „Lacquers“, also die Lack-Scheiben, die bei der Plattenproduktion benötigt werden. Das Apollo-Werk in Banning, Kalifornien ist am Donnerstag den 6. Februar in Flammen aufgegangen. Zum Glück wurden keine Mitarbeiter verletzt. Der Brand habe sowohl Produktionsstätten als auch Lagerhallen erfasst, die Folgen seien katastrophal, wie diverse Medien berichten. Ein offizielles Statement der Firma liest sich ebenfalls niederschmetternd.

Vinyl-Produktion schon seit Jahren bedroht

Die Vinyl-Produktion steht seit Jahren auf wackeligen Beinen. Anfällige Infrastruktur, veraltete Maschinen und Anlagen, zu wenige Presswerke, sowie kaum Innovation und Neuentwicklungen, die dem immer noch andauernden Schallplatten-Boom gerecht werden. Einen exzellenten Hintergrundartikel zum Vinyl-Hype und seinen Folgen sowie dem Herstellungsprozess von Schallplatten gibt es hier. Der Artikel macht auch mehrmals klar, wie wichtig die Firma Apollo im Gesamtprozess ist. Neben den Lacquer-Folien ist sie der wichtigste Hersteller für die Nadeln bzw. Stichel, mit denen die Tonspuren in die Master-Disc geritzt werden. Ohne diese Firma geht quasi gar nichts. Thaddeus Herrmann von Das Filter erklärt noch mal kompakt, wie die Sache funktioniert:

„Um Schallplatten herzustellen, braucht man Master Discs. Auf die wird die Musik ‚geschnitten‘ und dann im Presswerk weiterverarbeitet. Diese Master Discs werden in zwei unterschiedlichen Verfahren hergestellt: als ‚Lacquer‘ oder als DMM-Folie, im Direct-Metal-Mastering. Der Lacquer ist das den Markt beherrschende Format – und scheint nach dem Brand so gut wie tot. Konkret handelt es sich um eine dünne mit Lack beschichtete Aluminium-Scheibe. In diesen Lack wird im Schneidestudio mit einem Stichel die Rille aufgebracht. Im Presswerk entstehen aus dieser Master Disc dann nach einem aufwendigen Galvanik-Prozess die so genannten ‚Stamper‘, Matrizen, mit denen die Schallplatten gepresst werden.“

Düstere Aussichten

Die Aussichten sind momentan also maximal düster. Pitchfork holte Kommentare von Ben Blackwell ein, dem Mitgründer von Jack Whites Third Man Records. Auch er ist sich sicher, dass der Vorfall ein riesiges Problem für die weltweite Vinyl-Industrie wird. Der zweite verfügbare Hersteller für Lacquers wäre MDC aus Japan, doch dort war man schon lange vor dem Brand von einer zu großen Nachfrage überfordert. Wer die benötigte Ware nun produzieren und liefern soll, steht in den Sternen, genau so wie die Zukunft von Apollo Masters.

„Live At Wembley Arena“: Vinyl-Hattrick von ABBA!

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Paul McCartney: Triumphales Glastonbury-Konzert mit Bruce Springsteen und Dave Grohl

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MJ Kim

Wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag spielte Paul McCartney ein geschichtsträchtiges Konzert auf dem britischen Glastonbury-Festival — mit prominenten Gaststars, einer phänomenalen Setlist und einem virtuellen Duett mit John Lennon.

 von Markus Brandstetter

„Ein paar alte Songs, ein paar neue Songs und ein paar dazwischen“ — das versprach McCartney seinen Fans am Abend des 24. Juni 2022. Paul hielt sein Wort — und begeisterte die „Glasto“-Gemeinde sowohl mit Beatles-Songs als auch mit Stücken der Wings und seinem Solokatalog. Nachdem er das Set mit dem Beatles-Song Can’t Buy Me Love eröffnet hatte, ging es Schlag auf Schlag. Mit einer Setlist mit Songs wie Getting Better, Maybe I’m Amazed, Love Me Do, Black Bird, Lady Madonna, For The Benefit of Mr. Kite, Ob-La Di, Ob-La-Da, Get Back, Let It Be, Live And Let Die und Hey Jude ließ „Macca“ keine Wünsche offen.

Springsteen und Grohl als Gaststars

Begeistert waren die Fans auch über die Gaststars, die McCartney an diesem Abend zum Duett bat. Da wäre zum einen Bruce Springsteen, mit dem er bereits kurz vor seinem runden Geburtstag in New Jersey auf der Bühne stand. Gemeinsam performten die beiden die Stücke Glory Days und I Wanna Be Your Man. Einen Song davor holte er auch Dave Grohl für dessen ersten Auftritt seit dem Tod von Foo-Fighters-Drummer Taylor Hawkins auf die Bühne. „Ich habe eine kleine Überraschung für euch. Mein Freund, euer Hero — von der Westküste Amerikas: Dave Grohl“, kündigte er ihn an. Grohl und McCartney spielten das Beatles-Stück I Saw Her Standing There. Für die letzte Zugabe, The End, kamen Grohl und Springsteen noch einmal auf die Bühne, um gemeinsam mit der Beatles-Legende das große Finale zu feiern.

Ein weiteres Highlight war auch das virtuelle Duett mit John Lennon beim Stück I’ve Got A Feeling. „Das ist etwas ganz Besonderes für mich. Ich weiß, es ist virtuell, aber komm schon – es ist John. Wir sind wieder zusammen“, meinte McCartney dazu.

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Paul McCartney: “McCartney I II III” Boxset bringt legendäre Soloalben zusammen

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Künstler*innen protestieren gegen Kippen des Abtreibungsrechts in den USA

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Kelia Ann McCluskey

US-amerikanische Künstlerinnen und Künstler zeigen sich schockiert von der Entscheidung des US-amerikanischen Obersten Gerichtshofs, das landesweite Recht auf Abtreibung abzuschaffen. Dabei wurde ein Urteil aus dem Jahr 1973 (bekannt as Roe v. Wade) gekippt — nunmehr obliegt es den einzelnen US-amerikanischen Bundesstaaten, über das Thema Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden. Es ist davon auszugehen, dass in etwa der Hälfte der US-Bundesstaaten (freilich in den konservativ regierten) Abtreibung somit illegal wird. Während Ex-US-Präsident Donald Trump dieses Urteil als „Entscheidung Gottes“ feierte, kam es zu heftigen Protesten in den USA. Auch etliche Musiker*innen melden sich zu Wort.

von Markus Brandstetter

Phoebe Bridgers, Billie Eilish & Co. protestieren

Beim Glastonbury-Festival in Großbritannien äußerte sich etwa die Singer/Songwriterin Phoebe Bridgers dazu. „Scheiß auf die Scheiße. Scheiß auf Amerika. Scheiß auf euch, auf all diese irrelevanten, alten Scheißkerle, die uns sagen wollen, was wir mit unseren Körpern machen sollen… Ich weiß nicht, scheiß drauf, was auch immer“, meinte sie. Bridgers hatte im Mai 2022, als die Dokumente zu einer Gesetzesrevision leakten, von ihrer eigenen Abtreibung gesprochen: „Ich ging zu Planned Parenthood, wo man mir die Abtreibungspille gab. Das war einfach. Jeder verdient diese Art von Zugang“, so Bridgers damals.

Billie Eilish erklärte bei ihrem Glastonbury-Auftritt vor ihrem Song Your Power, dass dieser von Macht handle — und dass man immer daran denken müsse, diese nicht zu missbrauchen. „Heute ist ein wirklich sehr dunkler Tag für Frauen in den USA. Und ich sage das nur, weil ich es in diesem Moment nicht mehr ertragen kann, daran zu denken“, so Eilish. Joe Talbot von IDLES, die auch auf dem Festival spielten, widmeten den Song Mother „allen Müttern und jeder Frau und ihrem Recht zu entscheiden, ob sie eine Mutter sein will oder nicht“.

US-Superstar Taylor Swift teilte ein Statement von Michelle Obama zu den aktuellen Ereignissen — und schrieb: „Ich bin absolut entsetzt, dass wir an diesem Punkt angelangt sind – dass nach so vielen Jahrzehnten, in denen Menschen für die Rechte der Frauen auf ihren eigenen Körper gekämpft haben, uns die heutige Entscheidung diese Rechte genommen hat“

Rage Against The Machine spenden Geld an

Rage Against The Machine erklärten in einem Statement auf ihren Social-Media-Kanälen, 475 Dollar an Organisationen für reproduktive Rechte zu spenden. „Wir sind angeekelt von der Aufhebung von Roe V. Wade und die verheerenden Auswirkungen, die dies für Millionen von Menschen haben wird“, heißt es in dem Statement. „Wie die vielen Frauen, die ausgeklügelte Widerstandsbahnen organisiert haben, um diese Angriffe auf unsere kollektive reproduktive Freiheit zu bekämpfen, müssen wir weiterhin Widerstand leisten“, so die Band, die für ihr politisches Engagement bekannt ist.

 

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Ab in die Klinik: Ozzy Osbourne veröffentlicht epische neue Single!

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Ab in die Klinik: Ozzy Osbourne veröffentlicht epische neue Single!

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Foto: Ross Halfin

Kaum hat Ozzy Osbourne seine Nackenoperation überstanden, legt er auch schon wieder voll los: Soeben hat er sein neues Album Patient Number Nine angekündigt – und schon mal den Titeltrack veröffentlicht!

von Björn Springorum

Go, Ozzy: Am 9. September 2022 wird der Prince Of Darkness sein brandneues Studioalbum veröffentlichen! Dem Datum angemessen wird es auf den Namen Patient Number Nine hören und jede Menge hochkarätige Gäste featuren. Den siebenminütigen Titeltrack (!) gibt es hier schon zu hören, heute Nachmittag soll auch ein animiertes Video dazu folgen!

Was auch besonders ist an diesem coolen, unheilvollen, groovenden Track: Gitarrenlegende Jeff Becks Solo. „Jemandem wie Jeff Beck dabeizuhaben, ist eine große Ehre für mich. Niemand spielt Gitarre wie er, und sein Solo auf Patient Number Nine ist der pure Wahnsinn“, so Ozzy. Inhaltlich geht es um eine Nervenheilanstalt – wunderbar nostalgisches Achtziger-Terrain also, gewürzt mit einem persönlichen Twist: Im Song thematisiert er die Beziehung zu seiner Frau Sharon.

Tony Iommi regelt die Riffs

Beck ist nicht die einzige Legende, die es auf die Platte geschafft hat: Auch Eric Clapton, Zakk Wylde, Mike McCready und – aufgepasst – Tony Iommi gestalten das Album mit! Zu seiner Zusammenarbeit mit Iommi sagte Ozzy: „Es war toll, wieder mit Tony zu arbeiten. Er ist der Riff-Master, da kommt einfach niemand ran. Ich wünschte nur, wir hätten diese Songs für Black Sabbaths 13 gehabt.“

Jetzt stehen sie eben auf Ozzys neuer Platte. Und sind zudem die erste Zusammenarbeit von Ozzy und Iommi außerhalb von Sabbath. Auch irgendwie geschichtsträchtig. Bleibt nur noch eins zu klären: Wann bringt Ozzy diese neuen Songs endlich auch auf Tour? Nach diesem Vorgeschmack können wir es kaum erwarten.

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Zeitsprung: Am 27.4.1979 fliegt Ozzy Osbourne bei Black Sabbath raus.

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