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Popkultur

Zeitsprung: Am 9.10.1940 erblickt John Lennon in Liverpool das Licht der Welt.

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John Lennon in London 1966 - Foto: Robert Whitaker/Hulton Archive/Getty Images

><noscript><img loading=Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 9.10.1940.

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von Jana Böhm und Christof Leim

Was John Lennon als Beatles-Mitglied und Solokünstler für die Musikwelt bedeutet, wissen wir alle. Dieser Einfluss ist und bleibt gigantisch. Am 9. Oktober jährt sich sein Geburtstag. Ein Rückblick auf sein Leben in Geschichten – und was danach geschah.

 Hört hier das letzte Album, das John Lennon zu Lebzeiten veröffentlicht hat:

Fangen wir ganz vorne an: John Winston Lennon wird am 9. Oktober 1940 in der Arbeiterstadt Liverpool geboren. Seinen zweiten Vornamen verdankt er dem damaligen britischen Premierminister Winston Churchill. In seinem fünften Lebensjahr trennen sich seine Eltern, der Kontakt zu seinem Vater bricht abrupt ab. Seine Mutter Julia erwartet das Kind eines anderen Mannes und will mit diesem eine neue Familie gründen. Deshalb gibt sie John in die Obhut ihrer Schwester Mimi. 


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 Frühe Jahre

Lennon entdeckt sein künstlerisches und musikalisches Talent und beginnt, Mundharmonika zu spielen. Seine Mutter, zu der er mit der Zeit doch eine innige Beziehung aufbauen kann, bringt ihm das Banjospielen bei. Sie stirbt 1958 auf tragische Weise bei einem Autounfall. Lennon widmet ihr später einen herzergreifenden Song, der den Namen seiner Mutter trägt: Julia

Zeitsprung: Am 1.1.1962 spielen die Beatles für einen Plattenvertrag vor – und werden legendär abgelehnt.

Das Liverpool der Fünfziger hat einem jungen talentierten Menschen nicht viel zu bieten, also gründet John 1955 kurzerhand mit ein paar Schulkameraden die Band The Quarrymen. 1957 lernt er bei einem Auftritt Paul McCartney kennen, beide sind große Elvis-Presley-Fans und begabte Musiker. Zusammen legen sie den Grundstein für The Beatles. Der Rest ist tolle Musikgeschichte.

Die Beatles

Es mag weltweit kaum jemanden geben, der die Beatles nicht kennt. Mit über eine Milliarden verkauften Tonträgern sind sie die erfolgreichste Band des 20. Jahrhunderts. Zum Vergleich: Die Zweitplatzierten Abba folgen mit „nur“ 360 Millionen Tonträgern. Zwar sind solche Zählungen immer mit Vorsicht zu genießen, aber eines steht fest: Die Beatles waren die wichtigste Band der Populärmusik. Sie haben künstlerische Grenzen verschoben, gesellschaftliches und musikalisches Neuland entdeckt und für unfassbar viel Begeisterung gesorgt, Beatlemania inklusive. Man könnte sagen, die Beatles haben nicht nur die Spielregeln geändert, sie haben das Spiel neu definiert.

Das musikalische Herzstück bilden Lennon und McCartney. Sie schreiben keine grundlegend politischen Songs, doch Lennon verarbeitet mit seiner intelligenten und zynischen Art Dramen der Sechziger wie den Vietnamkrieg, gesellschaftliche Bewegungen an den Universitäten, Rassenunruhen und Attentate. Er bringt Tiefgang in die Popmusik. Der Komponist Leonard Bernstein sagte einmal: „Lennons Musik wird bestimmt so lange bestehen wie die Werke von Brahms, Beethoven und Bach.“ Gleichzeitig wissen die vier Rock’n’Roll-Fans sich zu amüsieren und sorgen schlicht für Spaß und Freude.

Zeitsprung: Am 24.6.1965 veröffentlicht John Lennon völligen Quatsch – als Buch.

John & seine Muse Yoko

1962 heiratet John seine schwangere Freundin Cynthia Powell heimlich, er will seine weiblichen Fans nicht enttäuschen. Im nächsten Jahr kommt Sohn Julian zur Welt. 1967 trifft John Lennon bei einer Kunstausstellung in London auf die japanische Avantgarde-Künstlerin Yoko Ono und ahnt nicht, dass sie sein Leben grundlegend verändern wird. 

Zeitsprung: Am 20.3.1969 heiraten John Lennon & Yoko Ono. Ein Song entsteht auch.

Die sieben Jahre ältere Ono gilt als intellektuelle Frau, die keine Tabus scheut und von ihrer konservativen Familie deshalb verleugnet wird. Sie findet Gefallen an Lennon und wirbt um ihn, man kann fast sagen, sie drängt sich mit allen Mitteln in sein Leben. 1968 gehört er ihr, ein Jahr später heiraten die beiden. 

Zeitsprung: Am 21.11.1968 machen John Lennon & Yoko Ono krasse Aufnahmen für ein Avantgarde-Album

Ihre Flitterwochen inszenieren sie als öffentliche Ereignisse in Wien, Amsterdam und Montreal. Dabei empfangen sie eine Woche lang ausgewählte Medien im Hotelbett und werben mit ihrer Aktion für den Weltfrieden. 

Zeitsprung: Am 1.6.1969 nehmen John & Yoko „Give Peace A Chance“ auf – im Bett.

In Montreal antwortet Lennon auf die Frage eines Reporters nach dem Sinn dieses so genannten „Bed-Ins“: „Alles, was wir sagen, ist: Gebt dem Frieden eine Chance.“ Spontan und mit allen Anwesenden, darunter Allen Ginsberg und „LSD-Papst“ Timothy Leary, entsteht Give Peace A Chance. Während Lennon und Ono auf dem Bett sitzen und singen, tanzten Mitglieder des kanadischen Radha-Krishna-Tempels durch ihr Zimmer.

Neue Welten

Für Lennon bedeutet die Beziehung zu Yoko Ono einen Wendepunkt in seinem Leben, sie wird seine Muse und zu einem Funken, der seine künstlerische Energie zur Explosion bringt. Innerhalb der Beatles allerdings gehen die musikalischen Interessen mehr und mehr auseinander, bis sich die Band 1970 endgültig trennt. 

Zeitsprung: Am 9.1.1975 endet die Geschichte der Beatles offiziell

Erschütterte Fans werfen Yoko Ono bis heute vor, sie habe Lennon verhext und die „Fab Four“ entzweit. Das Paar veröffentlich die experimentelle Platte Two Virgins und löst damit einen Skandal aus, denn beide posieren für das Cover splitterfasernackt. Das gute Stück geht damals nur in braunem Papier verpackt über den Ladentisch. Später erscheint Lennons erstes Soloalbum John Lennon/Plastic Ono Band, gefolgt von der politisch motivierten Single Power To The People.

Zeitsprung: Am 11.11.1968 ziehen John und Yoko für „Two Virgins“ blank.

Das neue und kurze Leben in New York 

1971 erscheint Lennons zweites Soloalbum Imagine, der gleichnamige Titelsong wird sein bekanntestes Solostück. Im gleichen Jahr ziehen Yoko und John nach New York, experimentieren mit Drogen und engagieren sich politisch. Das bringt das FBI auf den Plan, das die beiden fortan bespitzelt. 

Zeitsprung: Am 16.11.1974 wird ein Wetteinsatz von John Lennon & Elton John fällig.

Irgendwann lernt Lennon David Bowie kennen, die beiden werden enge Freunde und erzählen sich gegenseitig ihre Geschichten vom Ruhm, was er ihnen gebracht oder genommen hat. Bowies wundervolle Beschreibung dieser Beziehung findet ihr hier. Gemeinsam schreiben sie Fame, der zu einem der bekanntesten Bowie-Songs wird. John Lennon singt bei dem Stück die Background-Vocals und spielt Gitarre. 

Zeitsprung: Am 24.4.76 kommt es um ein Haar zu einer Lennon-McCartney-Reunion im TV.

1973 trennt er sich von Yoko Ono. Er beginnt eine Affäre mit ihrer Sekretärin und startet mit Phil Spector die Arbeit an seinem Album Rock’n’Roll, doch verschiedene Zwischenfälle verzögern das Ganze. Diese Zeit bezeichnet Lennon später als „Lost Weekend“. Nach 18 Monaten versöhnen sich John und Yoko und ziehen wieder zusammen, ihr gemeinsamer Sohn Sean Ono Taro Lennon wird zum 35. Geburtstag seines Papas geboren. 

Zeitsprung: Am 18.4.1975 tritt John Lennon zum letzten Mal auf

Dieser zieht sich für einige Zeit zurück, um ganz Familienvater zu sein. 1980 besingt das Paar seine symbiotische Beziehung auf dem Comeback-Album Double Fantasy. Drei Wochen nach der Veröffentlichung wird John Lennon am Abend des 8. Dezember vor seinem Haus in New York von dem geisteskranken Fan Mark Chapman erschossen. Eine Tragödie.

Zeitsprung: Am 3.10.2000 bittet Lennon-Mörder Mark Chapman um Begnadigung.

Unvergessen: Was danach geschah

1981 erscheint Yoko Onos Album Seasons Of Glass. Darauf zu sehen ist ein halb volles Glas Wasser, daneben liegt John Lennons blutbespritzte Brille. Seit seinem Tod widmet sich die Witwe dem Erhalt des musikalischen Erbes ihres Mannes und veröffentlicht stetig unbekanntes Material. 1984 kommt Milk and Honey auf den Markt, das schon zu Lebzeiten als Nachfolgealbum von Double Fantasy geplant war. Es folgen Liveaufnahmen und Videofilme. 

Auch der Rest der Welt erweist John Lennon seine Ehre: An seinem 45. Geburtstag wird ein Teil des New Yorker Central Parks Strawberry Fields getauft. Yoko Ono eröffnet in diesem Areal einen dreieinhalb Hektar großen Garten, den sie mit 500.000 US-Dollar finanziert. Es werden Blumen, Bäume und Sträucher aus der ganzen Welt gepflanzt. In seiner Mitte liegt ein Denkmal, ein Mosaikkreis mit dem Wort „Imagine“. An Lennons Todestag, dem 8. Dezember, versammeln sich dort jedes Jahr unzählige Fans und legen Blumen nieder. Sogar die Deutsche Bundespost bringt 1988 eine John-Lennon-Sonderbriefmarke heraus. 

Zum 60. Geburtstag erscheint das Buch Lennon Remembers. Es enthält alle Interviews mit dem Rolling Stone-Magazin. Außerdem eröffnet in Japan das John Lennon Museum. Zehn Jahre später verlangt Yoko Ono die Schließung, damit der Geist ihres verstorbenen Mannes in Bewegung bleiben kann. 2010 versiegelt die Rock And Roll Hall Of Fame zu Ehren des Sängers drei Zeitkapseln mit Fanbeiträgen und Aufnahmen aus der Zeit nach den Beatles. Die Kapseln sollen erst am 9. Oktober 2040 geöffnet werden. 

Zeitsprung: Am 12.12.2007 wird eine Locke von John Lennon für 24.000 Pfund versteigert

1992 kickt die Sportmarke Nike das Lennon-Stück Instant Karma! mit einem Werbespot zu einer erneuten Top-Ten-Position in den Charts. Im Jahr 2005 stellt Yoko Ono der Menschenrechtsorganisation Amnesty International die Bearbeitungsrechte für alle Solotitel ihres Mannes zur Verfügung. „Johns Musik war immer darauf angelegt, Veränderungen herbeizuführen. Wenn wir für die Menschenrechte eintreten, können wir die Welt zum Besseren verändern“, kommentiert sie. 

Zeitsprung: Am 27.1.1970 entsteht John Lennons „Instant Karma!“ – an einem Tag.

2019 melden sich die beiden noch lebenden Beatles Ringo Starr und Paul McCartney zu Wort, um ihren Freund und Mitmusiker zu ehren. Gemeinsam nehmen sie Grow Old With Me auf, ein Song, den Lennon eigentlich für das Album Double Fantasy geschrieben hat. Die Demoversion erschien posthum auf Milk And Honey (1984). Die McCartney/Starr-Kollaboration ist auf Ringo Starrs 20. Soloalbum What’s My Name zu hören.

John Lennon hat etwas geschaffen, das die Pop- und Rockmusik geprägt hat. Zu seinem 80. Geburtstag erscheint die Kollektion Gimme.Some.Truth. The Ultimate Mixes, die das Leben dieses Ausnahmekünstlers feiert. Das Werk hat Yoko Ono gemeinsam mit ihrem Sohn Sean produziert. Der Titel basiert auf einem gleichnamigen Stück von 1971, mit dem Lennon „heuchlerischen Politikern, Scheinheiligen und der Kriegsmaschinerie eine klare Absage erteilte.“ 

Eine Welt ohne die Beatles? 10 Dinge, die heute anders wären

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Popkultur

Der „Star Wars“-Soundtrack von John Williams: Die vielleicht beste Filmmusik aller Zeiten

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John Williams
Foto: Janet Knott/The Boston Globe via Getty Images

Pew, pew! Bei dieser Lautmalerei haben Star-Wars-Fans sofort den Weltraum-Cowboy Han Solo vor Augen, wie er mit einem Blaster fiese Sturmtruppler erledigt. Die Krieg-der-Sterne-Reihe lebt aber nicht nur von ihren großartigen Sound-Effekten. Auch die legendäre Filmmusik von John Williams verhalf der Sci-Fi-Seifenoper zu weltweiter Berühmtheit. Was viele nicht wissen: Um den Komponisten für sein Filmprojekt zu gewinnen, rief Regisseur George Lucas sogar seinen Erzrivalen Steven Spielberg an.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch den Soundtrack von Star Wars IV: Eine neue Hoffnung anhören:

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis …“ Wenn diese Worte in Blau auf der Kinoleinwand erscheinen, wissen wir: Gleich geht es los. In nur wenigen Sekunden wird die vielleicht berühmteste Fanfare der Welt ertönen. Das Star-Wars-Logo wird das gesamte Bild einnehmen und anschließend immer kleiner und kleiner werden. Ein kurzer Lauftext wird uns erklären, wie die Voraussetzungen für die folgende Geschichte lauten. Und wir dürfen uns auf mindestens 120 Minuten voller Weltraumschlachten, Fantasiewesen und Kindheitserinnerungen freuen. Mit seinem Star-Wars-Universum hat Regisseur George Lucas eine Hollywood-Welt erschaffen, die bereits die fünfte Generation in Folge begeistert. Seinen Anfang nahm der galaktische Erfolg am 25. Mai 1977. Doch beginnen wir noch ein wenig weiter vorne.

Der StarWars-Soundtrack: Klassik-Pomp statt Jazz-Minimalismus

Sein Filmdebüt gibt Star-Wars-Erfinder George Lucas im Jahr 1971 mit der Science-Fiction-Dystopie THX 1138. Schon als er den Streifen fertigstellt, denkt er über eine weniger ernstgemeinte Weltraumgeschichte im Stil des Comic-Helden Flash Gordon nach. Gedacht, getan: Nach seiner zweiten Produktion American Graffiti (1973) widmet sich Lucas dem neuen Projekt mit dem Titel „Star Wars“. Schon im März 1976 hat er den ersten Teil der Weltraum-Saga im Kasten. Was noch fehlt, ist die passende Musik dazu. Zeitgenössische Komponisten wie Henry Mancini orientieren sich für Lucas’ Geschmack zu sehr am Jazz, er wünscht sich den Pomp der klassischen Musik. Steven-Spielberg-Komponist John Williams scheint genau der Richtige für den Job zu sein — also bittet Lucas seinen Erzrivalen Spielberg um ein wenig Schützenhilfe bei der Kontaktaufnahme.

Kurze Zeit später schaut Williams in Lucas’ kleinem Büro in Hollywood vorbei und bespricht mit dem jungen Filmemacher, was zu tun ist. Williams schaut sich den ersten Star-Wars-Film allein in einem Vorführraum an und geht anschließend mit Lucas jede Szene einzeln durch. Lucas wünscht sich die Grundstimmung des austro-amerikanischen Komponisten Erich Wolfgang Korngold und den Bombast von Gustav Holsts Die Planeten. Damit widersetzt er sich dem allgemeinen Trend, denn gegen Ende der Siebziger gibt es in Science-Fiction-Filmen vor allem minimalistische Elektro-Sounds zu hören. Etwa 90 Minuten Filmmusik schreibt Williams für den gut zweistündigen Streifen. Wenige Monate später nimmt er den Soundtrack mit dem London Symphony Orchestra auf — und hat dabei eine Menge Spaß.

Steven Spielberg fürchtet, dass er zu kurz kommt

„So etwas wie der Star-Wars-Soundtrack macht Musikern große Freude“, erzählt Williams später in einem Interview. „Da hat man die Gelegenheit zu Fanfaren und Tuschen. Das ist mir sehr willkommen. Wir konnten das London Symphony Orchestra dafür gewinnen. Sie ließen all die ernste Musik hinter sich und kamen in die Denham Studios. Sie holten die Blasinstrumente raus und wir hatten eine Menge Spaß mit Trommelwirbeln und Tuschen.“ George Lucas, der für die Aufnahmen mit dem London Symphony Orchestra extra nach Europa reist, schwärmt ebenfalls: „Die Musik war einer der Teile des Films, die noch viel besser geworden sind, als ich es erwartet habe.“ Voller Begeisterung ruft Lucas seinen Konkurrenten Steven Spielberg an und spielt ihm per Telefon eine halbe Stunde des Soundtracks vor. Als Spielberg die Star-Wars-Musik hört, bekommt er Muffensausen.

John Williams und Star Wars: eine Erfolgsgeschichte mit Bestand

Der Hintergrund von Spielbergs Bedenken: Gleich nach Lucas möchte auch er selbst wieder mit Williams zusammenarbeiten, und zwar für seinen nächsten Film Unheimliche Begegnung der dritten Art. Doch nun fürchtet er, dass der Komponist sein ganzes Pulver verschossen hat. Unrecht hat er damit nicht. Ob die Titelmusik, die rührenden Klänge zu Obi-Wan Kenobis Tod, die jazzigen (und brüllend komischen) Sounds der Cantina Band oder das große Finale am Ende des ersten Star-Wars-Films: Williams findet stets den richtigen Ton, um die Weltraum-Saga standesgemäß zu untermalen. So sehr, dass er heute gar nicht mehr aus der Star-Wars-Welt wegzudenken ist und auch die Musik für die Episoden 5, 6, 1, 2, 3, 7, 8 und 9 beisteuert. Dabei entstehen viele weitere legendäre Werke, von denen eins besonders herausragt: der Imperiale Marsch.

Ob der Einzug Darth Vaders, der lustige Auftritt zuhause im Bademantel oder der Anruf der unliebsamen Schwiegermutter: Noch heute erfreut sich der Imperiale Marsch aus dem zweiten Star-Wars-Film größter Beliebtheit. Auch die Ewok-Partymusik am Ende des dritten Films, die Liebeshymne Across The Stars aus Episode 2 oder Rey’s Theme aus Episode 7 haben ihren festen Platz in den Geschichtsbüchern der Filmmusik. Gelegentlich gibt Williams in der Musik sogar Hinweise auf den weiteren Verlauf der Handlung, zum Beispiel wenn er in Anakin’s Theme aus Episode 1 auch den Imperialen Marsch zitiert und damit auf Anakin Skywalkers anstehende Verwandlung vom lieben kleinen Jungen zum dunklen Lord Darth Vader anspielt. Solche Momente zeigen, wie eng die Star-Wars-Filme mit Williams’ Musik verbunden sind.

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Zeitsprung: Am 26.5.1975 kommt die ehemalige Fugees-Sängerin Lauryn Hill zur Welt.

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Lauryn Hill
Foto: Sony BMG/Promo

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 26.5.1974.

von Sina Buchwitz und Christof Leim

Einmal Weltstar und zurück: Kaum eine Frau prägt den Hip-Hop in den Neunzigern so wie Lauryn Hill. Zunächst mit den Fugees, später als Solokünstlerin lässt sie die Grenzen zwischen Hip-Hop, R&B und Soul verschwimmen und wird zur Schlüsselfigur im Neo-Soul. Zwanzig Jahre später kennt man sie aber auch für Starallüren und Steuerhinterziehung. 

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Hört euch hier das Erfolgsalbum The Score von Fugees an:

Am 26. Mai 1975 erblickt Lauryn Noelle Hill in New Jersey das Licht der Welt. Die Musikalität wird ihr in die Wiege gelegt: Ihre Mutter spielt Klavier, der Vater singt in Nachtclubs und auf Hochzeiten. Ständig tönt Musik durchs Haus, allen voran Stevie Wonder, Aretha Franklin und Gladys Knight. Zu Schulzeiten wagt Hill vor einem Basketballspiel den ersten Schritt auf die Bühne und singt die US-Nationalhymne. Ihre Version von The Star-Spangled Banner kommt so gut an, dass eine Aufnahme davon auch bei darauffolgenden Spielen zum Einsatz kommt. 

Ready Or Not: Die Fugees sind geboren

Anfang der Neunziger trifft Lauryn Hill in der High School erst auf Prakazrel „Pras“ Michel, dann auf Wyclef Jean. Gemeinsam gründen sie mit Fugees eine Band, die die Musikwelt gehörig auf den Kopf stellt: Hills soulige Stimme vervollständigt Wyclef Jeans Raps mühelos, während Pras mit lyrischem Genie für die richtigen Lines sorgt. Ihr frischer Sound verleiht dem bis dahin meist düsteren Hip-Hop geschmeidige R&B- und Soul-Akzente und begeistert Fans unterschiedlicher Musikgenres gleichermaßen. 

1993 unterschreibt das Trio einen Plattenvertrag bei Columbia Records. Obwohl das erste gemeinsame Album kein kommerzieller Erfolg wird, bekommen sie eine zweite Chance: 135.000 Dollar investiert die Gruppe in das Booga Basement; ein Studio, das sie eigens im Keller von Wyclef Jeans Onkel aufbauen. Jean beschreibt die Stimmung als entspannt: „Es gab keinen Druck. Wir haben einfach Musik gemacht, und dann wurde etwas Erstaunliches daraus.“

Vom Studiokeller in den Hip-Hop-Olymp

Tatsächlich wird The Score zum Riesenerfolg. Neben politischen Texten und einzigartigen Beats beeindruckt auch der Aufbau des Albums: Wie der Soundtrack eines Musicals erzählen die Songs eine Geschichte. Vor allem die Singles Fu-Gee-La, Killing Me Softly und Ready Or Not verhelfen den Dreien zum Welterfolg. Das Nummer-eins-Album verkauft sich über 18 Millionen Mal, erhält zahlreiche Auszeichnungen und gilt bis heute als eines der erfolgreichsten Hip-Hop-Alben aller Zeiten.

Doch auf dem Höhepunkt ihrer gemeinsamen Karriere beschließt das Trio, getrennte Wege zu gehen. Als Grund für den Split nennt Wyclef Jean später die turbulente Beziehung zu Lauryn Hill, die für ihn weit mehr als nur Bandkollegin gewesen sein soll. Die Trennung tut Hills Karriere keinen Abbruch: Nur ein Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes veröffentlicht sie im August 1998 das Soloalbum The Miseducation Of Lauryn Hill und manifestiert sich damit endgültig als anerkannte Neo-Soul-Größe. Auf dem Album verarbeitet sie das Erlebte: Während I Used To Love Him von Hills Beziehung zu Wyclef Jean handelt, spricht sie in To Zion über die Liebe zu ihrem Sohn und die Entscheidung, das Kind zu behalten, nachdem ihr zur Abtreibung geraten wurde, um ihre Karriere nicht zu gefährden. Der Erfolg gibt ihr Recht – The Miseducation Of Lauryn Hill schießt auf Platz eins der US-Charts. 1999 gewinnt Lauryn Hill als erste weibliche Künstlerin fünf Grammys, darunter auch Auszeichnungen in den Kategorien „Album des Jahres“ und „Beste neue Künstlerin“.

Der tiefe Fall

Trotz dieses kometenhaften Karrierebeginns folgt schnell die Ernüchterung. Vier Musiker, die an der Entstehung von Hills Album beteiligt waren, behaupten, für ihre Arbeit nicht angemessen entlohnt worden zu sein und ziehen vor Gericht. Eine Reunion der Fugees scheitert ebenfalls, nach Abbruch einer gemeinsamen Tour im Jahr 2007 sagt Pras: „Eher treffen sich Osama Bin Laden und Bush auf einen Kaffee, bevor ich noch einmal mit Lauryn Hill arbeite.“ 2013 wird die Künstlerin wegen Steuerhinterziehung zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Während Hill früher für ihr Talent bekannt war, macht die mittlerweile fünffache Mutter heute vor allem durch divenhaftes Verhalten von sich reden. Konzertbesucher der vergangenen Jahre berichten von brüchigen Vocals, verkürzten Konzerten und stundenlangen Verspätungen. In der Szene bleibt ihr Werk dennoch unangetastet: Künstlerinnen und Künstler wie Cardi B, Nicki Minaj und Drake nennen Hill als Inspiration und samplen ihre Songs bis heute.

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Zeitsprung: Am 25.5.1982 spielen Metallica in einer Schule.

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Metallica High School

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 25.5.1982."

von Christof Leim

Am Anfang einer Weltkarriere muss man die Gigs nehmen, die man kriegen kann. Alle Dorfmetaller, Rockstar-Azubis und hoffnungsvollen Nachwuchs-Headbanger unter uns kennen das. Den Thrash-Giganten Metallica ging das 1982 nicht anders…

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Hört hier das Metallica-Debüt Kill ‘Em All:

Eigentlich läuft es bei Metallica ziemlich schnell: Im Oktober 1981 geht’s los, Lars Ulrich und James Hetfield treffen sich. Am 14. März 1982 spielen sie schon ihre erste Show in einem Laden namens Radio City in Anaheim; da sind bereits 200 Leute am Start. Knapp zwei Wochen später dürfen sie als komplett unbekannte Krachkapelle sogar zwei Konzerte für die NWoBHM-Legenden Saxon im legendären Whisky-A-Go-Go in Hollywood eröffnen.

Doch noch müssen die Stadien, Arenen und Enormodomes noch ein bisschen warten: Ihr fünftes Konzert passiert in der Cafeteria(!) der Back Bay High School im kalifornischen Costa Mesa, der Schule von Trommler Lars Ulrich. Man darf sich fragen, wie unsere Helden auf die Idee gekommen, denn gut läuft das nicht: Zum einen geschieht der Auftritt tagsüber, um 11:15 Uhr während der Mittagspause der Schüler. Zum anderen rocken Ulrich, Frontmann James Hetfield, Leadgitarrist Dave Mustaine und Bassist Ron McGovney in der Kulisse eines Schultheaterstücks, das im Inneren eines Hauses spielt: “Ich stand bei der Eingangstür”, twittert McGovney später, “James und Lars im Wohnzimmer, und Dave in der Küche!”

Lars notiert damals in seinem Metallica-Tagebuch, dass von anfänglich 200 Zuschauern nur 40 übrig bleiben. “Den Tag kann man komplett vergessen”, urteilt er weiter. “Scheiße gespielt, scheiße angekommen, scheiße geklungen. Wirklich fürchterlich.”

Das klingt alles nicht gut, zumal „Schulcafeteria“ mehr nach Diktat, Pausenbrot und Doppelstunde Mathe klingt als nach Sex, Drogen und Rock’n’Roll. Aber immerhin stehen schon fünf zukünftige Metalliklassiker auf der Setlist: Hit The Lights, Jump In The Fire, Metal Militia, The Mechanix (das zukünftige The Four Horsemen) und als Livepremiere Motorbreath. (Bei der ersten Show hatte es erst zwei eigene Stücke gegeben; die Jungs waren damals also echt schnell.)

Historische Premiere

Daneben spielen unsere junge Helden ausgesuchte NWoBHM-Cover, die 1982 in Kalifornien nur eingeweihte Headbanger kennen: Blitzkrieg von Blitzkrieg, Killing Time von Sweet Savage, Let It Loose von Savage und zwei Nummern von Lars’ Lieblingen Diamond Head: The Prince und Am I Evil?. (Nachlesen könnt ihr die Setlist hochoffiziell auf der Metallica-Homepage.)

Eine besondere Bedeutung kommt diesem Gig jedoch wegen eines anderen Details zu: Ihre ersten Gigs hatten Metallica mit nur einem Gitarristen (Mustaine) bestritten, während Hetfield lediglich gesungen hat. Bei vierten Gig am am 23. April in Costa Mesa übernimmt einmalig ein Herr namens Brad Parker die zweite Gitarre, doch das funktioniert so gar nicht. Auf der Back Bay High School an diesem 25. Mai 1982 spielt Hetfield dann zum ersten Mal auf der Bühne ebenfalls Gitarre – und einer der erfolgreichsten Metal-Frontmänner ist in seinem Element angekommen.

Danach geht es weiter Schlag auf Schlag: Ron McGovney wird durch Cliff Burton ersetzt, die Band zieht nach San Francisco, nimmt eine Reihe an Demos auf, die den weltweiten Tapetrading-Untergrund aufmischen, darunter das so genannte Megaforce Demo, das ihnen den Plattenvertrag beschert. Ein gutes Jahr nach dem Auftritt in der Schule erscheint schon Kill ‘Em All

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Zeitsprung: Am 8.12.2013 spielen Metallica in der Antarktis.

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