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Der „Phil Collins Effect“: Wissenschaftliche Studie behandelt Collins-Comeback

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Foto: Des Willie/Redferns/Getty Images

Phil Collins ist nicht nur einer der erfolgreichsten Popstars aller Zeiten, sondern auch Namensgeber einer akademischen Studie: Unter der Bezeichnung „Phil Collins Effect“ (PCE) untersuchten Wissenschaftler das Phänomen von Comebacks älterer Popstars.

 von Markus Brandstetter

Ein kurzer Umriss der Geschichte: In den 1980er-Jahren kam man um Phil Collins nicht umhin. Collins brach mit seiner Solo-Karriere alle Rekorde und war auch mit Genesis höchst erfolgreich. Die Musik des Briten war omnipräsent — und vor Songs wie Another Day In Paradise, In The Air Tonight oder One More Night gab es kein Entkommen, ob man wollte oder nicht. Irgendwann wurden aber aus den 1980er-Jahren die 1990er-Jahre — und was in einem Jahrzehnt noch Konsens war, wurde bald darauf schon zum belächelten Phänomen. Ähnlich wie Grunge in der allgemeinen Wahrnehmung den Hairspray-Rock degradierte, galt Phil Collins für viele plötzlich als der unbedingt zu meidende Leibhaftige.

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Comeback

Wie es der Zufall aber so will, stoßen neue Generationen aber durch Zufallsphänomene auf alte Schätze. Sea Shanties erfahren durch TikTok-Challenges ein unerwartetes Revival. Oder zwei junge Männer veröffentlichen Reaction-Videos auf YouTube, die sie beim Musikhören zeigen — und gehen damit viral. So passiert mit Tim and Fred Williams, 21-Jährigen-Zwillingen aus der US-amerikanischen Stadt Gary in Indiana. Deren Konzept: Vor laufender Kamera Musik hören, die sich noch nicht kennen. Besonders begeistert waren sie von Phil Collins’ In The Air Tonight — und das Reaction-Video wurde zum Hit.

Nicht, dass Phil Collins diese beiden jungen Männer zwingend gebraucht hätte: Schon in den Jahren zuvor zeichnete sich eine zunehmende Beliebtheit des Musikers ab, immer mehr Kolleg*innen zollten ihm Respekt, die Nachfrage nach mehr Shows wurde immer größer. Aber Collins wurde einer neuen Generation bekannt.

Und was hat das mit dem „Phil Collins Effect“ zu tun?

Daraus leitete ein Team von Wissenschaftler*innen, geführt von Andre Spicer, Professor für Verhaltenswissenschaften an der City University of London, ein Modell ab. Diese stellt den Phil-Collins-Effect als N-förmigen Graphen dar. Dieser symbolisiert Popularitätshochs und Tiefs. Geht es nach der Studie, dauert jede dieser Phasen etwa zehn Jahre — und wechselt sich ab. Die Grafik zeigt Phil Collins Aufstieg als Solokünstler, sein Popularitätstief in den Neunziger-Jahren sowie seine kontinuierliche kommerzielle Wiederauferstehung. Zugegeben: Revolutionär neu oder bahnbrechend hört sich diese These nicht an. Zumindest Spicer zeigt sich begeistert: „Wir sind das erste Team in der soziologischen und betriebswirtschaftlichen Untersuchung von populärer Musik, das diese Kurve identifiziert hat.“

Der Phil Collins Effect, so meinen einige Medien, könnte zumindest älteren Popstars Hoffnung auf ein Comeback machen. Phil Collins hat sich bis dato übrigens nicht zu dem nach ihm genannten Effekt geäußert.

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