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Familie von Linkin Park-Sänger Chester Bennington äußert sich zum neuen Grey Daze-Album

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Foto: Junko Kimura/Getty Images

Chester Bennigtons erste Band Grey Daze wird bald ein neues Album veröffentlichen. Das kündigte die Witwe des Linkin Park-Sängers in einem offenen Brief an. Nun wurden weitere Briefe aus Chesters Umfeld veröffentlicht.

Bevor Chester Bennington 2017 verstarb, arbeitete er mit seiner ersten Band Grey Daze an neuer Musik. Zum 20. Jubiläum der Band sollte es ein Album und ein Konzert der Band geben. Nachdem die Nachricht von Chesters Tod die Band erreichte, wurde das Projekt auf Eis gelegt. Wie wir bereits berichteten, meldete sich nun Talinda Bennington zu Wort. In einem offenen Brief erklärte die Witwe von Chester Bennington, dass die Band die geplanten Neuaufnahmen nun in einem Grey-Daze-Album veröffentlichen wird. Außerdem meldeten sich Chesters Mutter Susan, sein Sohn Jaime und Grey Daze selbst schriftlich zu Wort und erklärte ihr musikalisches Vorhaben.

Lest hier noch einmal den Brief von Talinda Bennington

Musik war eine von Chesters größten Gaben. Nur Vater seiner Kinder zu sein erfüllte ihn mit noch mehr Stolz. Ihm war es zeitlebens sehr wichtig, dass er mit seinen Fans alles teilte, an dem er gearbeitet hat, und seine musikalische Reise begann mit Grey Daze.

Im Februar 2017 begannen Chester und seine Bandkollegen von Grey Daze ältere Songs für eine geplante Wiederveröffentlichung neu aufzunehmen. Im Juni des gleichen Jahres verkündete Chester, dass Grey Daze sich anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums für ein Konzert im Herbst wieder zusammenfinden werden. Er war von diesem Vorhaben so begeistert und konnte es kaum erwarten, seinen Fans Rockmusik mit einer Botschaft zu präsentieren, von der er wusste, dass sie von großer Bedeutung für sie sein würde.

Außerdem hat es ihm wahnsinnig viel bedeutet, mit seinen Grey Daze-Bandkollegen Sean Dowdell (mit dem er eine ganz besondere Freundschaft pflegte und der sein Geschäftspartner bei Club Tattoo war), Mace Beyers und Christin Davis zusammenzuarbeiten. Er kannte sie länger als sein halbes Leben.

Nach Chesters Tod rückte die Wiedervereinigung von Grey Daze für alle Beteiligten in den Hintergrund; die Band litt, ich litt, und es gab einfach viel zu viele Emotionen, die verarbeitet werden mussten, bevor wir auch nur ansatzweise über die Zukunft dieses Projekts nachdenken konnten. Als sich die Wolken etwas gelichtet hatten und wir uns Gedanken darüber machen konnten, was Chester gewollt hätte, suchten wir nach einem Weg seine Arbeit fortzuführen – die Dinge, auf die er stolz war und die er mit seinen Fans teilen wollte.

Das Grey Daze-Projekt ist einer der Wege, wie wir Chesters Geschichte weitererzählen können und mit seinen Fans in Verbindung bleiben.

Mit Hilfe unserer Stiftung 320 bemühe ich mich tagtäglich, Chesters Vermächtnis als leuchtendes Beispiel für positive Veränderung erstrahlen zu lassen. Durch die Veröffentlichung eines neuen Grey Daze-Albums kann näher beleuchtet werden, wie mein Ehemann seine Karriere begann und auf diese Weise den Fans ein besseres Verständnis für seine Kunst und einen vollständigeren Eindruck von seiner Reise und seiner bemerkenswerten Musik ermöglicht werden.

-Talinda Bennington

10. Dezember 2019

 

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Der zweite Brief stammt vom Chesters Mutter Susan

Es fällt mir schwer, mich an eine Zeit zu erinnern, in der Chester mir nicht sagte, dass er ein Rockstar werden würde. Als er noch sehr jung war, entdeckte er Musik für sich und ich kann mich sogar an das allererste Mal erinnern, als ich ihn singen sah: ein Zweijähriger, der Lieder aus „Grease“ nachahmte, besonders die von Olivia Newton John!

Musik war für Chester eine Konstante. Er hörte immer Bands, mit 13 Jahren fing er dann an, mir zu sagen, dass er Sänger werden würde. Er versuchte, bei lokalen Bands aufgenommen zu werden, machte Musik mit Freunden und tat das, was normale Teenager tun, wenn sie davon träumten ein „Rockstar“ zu werden. Ich ermutigte ihn, aber wollte natürlich, dass er auf dem Boden der Tatsachen bleibt und sich auf seine Ausbildung konzentriert.  

Mit 15 Jahren kam er mit einem etwas älteren Freund nach Hause, Sean Dowdell, der mir im Vergleich zu Chester wesentlich älter erschien. Ich lache inzwischen, wenn ich daran denke, dass Sean damals gerade mal ein 17-Jähriger war. Sean war dabei eine lokale Band zu gründen, die noch einen Sänger brauchte und Chester wollte unbedingt diese Position übernehmen. Diese Band wurde zu Grey Daze. Wie alle Eltern zögerte ich, meinen 15 Jahre alten Sohn in Clubs gehen zu lassen, aber ich gab meine Erlaubnis, als ich sah, wie Sean mit Chester umging: Er behandelte ihn nicht nur wie ein neues Band-Mitglied, sondern auch wie ein beschützender, großer Bruder. In den letzten 25 Jahren ist Sean ein Teil unserer Familie geworden.

Chester zu vermissen ist Teil meines Alltags geworden, die Trauer kommt in Wellen, also versuche ich mich die meiste Zeit an die Freude zu erinnern, die er mir und mit seiner Musik so vielen Menschen gebracht hat. Mit diesen Gedanken im Kopf gab ich Sean meinen Segen, das Projekt, das er und Chester begonnen hatten, fortzusetzen und an der Musik von Grey Daze weiterzuarbeiten. Ein Jahr später präsentierte mir Sean sehr stolz die Ergebnisse von seiner, Mace und Cristins Arbeit und erlaubte mir, einer der ersten Menschen zu sein, der die Musik hörte. Als diese Stimme ertönte, erinnert ich mich an die Teenager-Versionen von Chester und Sean und dachte daran, wie großartig die beiden all das gefunden hätten. Ich bin dankbar, dass Chesters Fans dank Seans Bemühungen die Möglichkeit haben, seine Musik wieder zu hören.

– Susan Eubanks
11. Dezember 2019

Lest hier, was Chesters Sohn über Grey Daze schreibt

Um ehrlich zu sein, wusste ich nichts davon, dass Grey Daze als Band zurückkehren würde. Mein Vater war der Typ Mensch, der seine Arbeit geheim hielt, wenn sie noch nicht beendet war – also hörte ich nie von der Wiedervereinigung mit Sean Dowdell und Mace Beyers, um seine erste Rockband wieder aufleben zu lassen. Alles, was ich wusste, war, dass mein Vater – immer wieder versuchte – sich als Künstler neu zu erfinden. Etwas, das bei Weitem nicht ungewöhnlich für ihn war, wenn man bedankt, dass er eines der anpassungsfähigsten Gesangstalente war, die es jemals gab, und immer sein wird. Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass der Anruf von Sean, fast zwei Jahre nach seinem Tod, wegen eines Albums, an dem sie heimlich zusammengearbeitet hatten, eine riesige Überraschung für mich war.

Sean bat mich darum, ein paar Backup-Vocals in den NRG Recording Studios aufzunehmen. Ich sagte „ja“. Selbstverständlich habe ich „ja“ gesagt. Die Studio-Session war eine außergewöhnliche Erfahrung. In vielerlei Hinsicht konnte ich die Teenager-Version meines Vaters kennenlernen und mich mit ihm verbunden fühlen. Zudem konnte ich mich wieder mit einigenmeiner Kindheitsfreunde treffen und zu dem Ort pilgern,an dem die letzte Band meines Vaters, Linkin Park, ihre Ursprünge hat.

Das Wichtigste ist aber, dass ich an einem der letzten Dinge arbeiten durfte, die mein Vater je gemacht hat. Etwas, zu dem ich so viele Fragen hatte:

Wie wollte Grey Daze, ohne den Leadsänger, weiter an einem Album arbeiten?

Mir wurde gesagt, dass es keine Pläne gab einen anderen Sänger als Ersatz für meinen Vater auf das Album zu bringen, aber damals verstand ich noch nicht, was das eigentlich bedeutet. Erst als ich ins Studio kam, sah ich die Magie, die dort produziert wurde. Und mit Magie meine ich Magie. Sean Dowdell, Esjay Jones und Lucas D’Angelo erschaffen Wunder – nicht nur mussten sie massive Löcher in der Albumproduktion füllen, sondern hatten auch nur begrenzte Möglichkeiten, diese zu stopfen. Aber sie haben es geschafft. Und das ausschließlich mit den Recordings von alten Grey Daze-Aufnahmen und dem Wohlwollen von Freunden und Familie.

Vielen Dank, dass ich ein Teil davon sein durfte und herzlichen Glückwunsch, dass ihr das Unmögliche möglich gemacht habt!

– Jaime Bennington,
12. Dezember 2019

 

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Im vierten Brief kommen Grey Daze selbst zu Wort

Wir trafen Chester, als er noch ein rauflustiger 15-Jähriger war, und wir schon „erfahrene“ 17-Jährige waren. Wir sind seit jeher Freunde, Bandkollegen und in Seans Fall, Geschäftspartner (Club Tattoo). Wir waren bei den Höhen und den Tiefen mit dabei. Chester war das Herz und die Seele von Grey Daze: Es waren seine Begeisterung, sein lyrisches Können und seine emotionale Integrität, die uns dazu brachten, zwei Alben und ein Demo aufzunehmen und zu veröffentlichen. Mit großem Stolz sahen wir wie die Magie, von der wir wussten, dass sie in Chester steckte, mit der Welt geteilt wurde.

Grey Daze wieder zu vereinen war ein Gedanke, mit dem wir jahrelang spielten. Aber aufgrund von Beruf und Familie hatten wir bis Anfang 2017 keine Chance, die Idee in die Tat umzusetzen. Im Laufe der Jahre wurden wir professioneller, erfahrener und hatten mehr Ressourcen, sodass wir uns entschieden, eine Auswahl an Songs aus unseren zuvor veröffentlichten Alben auszuwählen und so aufzunehmen, wie sie es schon in den 90er Jahren verdient gehabt hätten, als wir sie ursprünglich geschrieben und veröffentlicht haben. Im Februar 2017 begannen wir mit den Aufnahmen und im Juni kündigten Chester und Sean unserer Wiedervereinigung an, mit einer Live-Performance, die wir für den Herbst geplant hatten. Leider ist das, wie wir alle wissen, nie passiert.

Als Talinda, Chesters Witwe, und seine Eltern, uns ihren Segen gaben, um das Projekt weiter voranzubringen, taten wir dies mit größter Sorgfalt und achteten darauf, sein Vermächtnis zu ehren und die Musik, die wir gemeinsam geschrieben hatten, mit größtem Respekt zu behandeln.

Wir alle wollten Chesters Traum erfüllen, dass Leute Grey Daze-Musik so hören, wie er sich das immer vorgestellt hatte.

Wir wollten auch sicherstellen, dass wir dabei richtig begleitet werden. Wir wendeten uns an Tom Whalley, die Person, die in den ersten neuen Jahren von Linkin Park der Head von Warner Bros. Records war und jemand, der Chester sehr gut kannte. Wir hatten die Hoffnung, dass er daran interessiert wäre, das ausstehende Album über Loma Vista Recordings zu veröffentlichen. Der Executive Producer Jay Baumgardner und Tom halfen uns dabei, unsere Vision zu verwirklichen, indem wir die Musik neu aufnahmen, aber Chesters Gesang intakt hielten. Die Tatsache, dass wir die Musik um seinen Gesang herum planten und neu schrieben, war eine einzigartige Erfahrung. Das ist es, was unser guter Freund wollte. Er wollte, dass sich Musik lebendig und relevant anfühlt, sodass Leute, die seine Musik kannten, aber nicht seine Original-Band, sich damit identifizieren konnten. Das ist es, was wir mit dem Grey Daze-Album versucht haben.

Wir können es kaum erwarten, dass seine Fans und die Welt dieses neue Album hören, wir hoffen, dass wir ihn und euch stolz gemacht haben.

– Grey Daze
13. Dezember 2019

Steht uns also bald bisher ungehörtes Material von Chester Bennington ins Haus? Es bleibt spannend, denn bislang sind keine Details zur mutmaßlich geplanten Veröffentlichung bekannt. Um nichts zu verpassen, kannst du hier den Grey Daze-Newsletter abonnieren.

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