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Popkultur

10 Rocksongs aus den Sechzigern, die man nach den ersten Tönen erkennt

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Foto: Daily Mirror/Mirrorpix/Mirrorpix/Getty Images

Die bekanntesten Blitzohrwürmer aus den Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern haben wir euch bereits vorgestellt. In unserem heutigen Artikel reisen wir noch weiter in die Vergangenheit zurück und beschäftigen uns mit dem Jahrzehnt, in dem alles so richtig losging: den Sechzigern.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch die 10 Rocksongs der Sechziger anhören, die man nach den ersten Tönen erkennt:

1. The Animals – The House Of The Rising Sun (1964)

The House Of The Rising Sun ist älter als die Popmusik selbst. Schon 1930 wird das Stück zum ersten Mal erfasst; die Komposition dürfte noch einige Jahrzehnte weiter zurückliegen. Ins kollektive Gedächtnis brennen das Lied allerdings The Animals, indem sie die Nummer im Sommer 1964 als Single veröffentlichen. Auf die Idee dazu kommt Animals-Frontmann Eric Burdon, als die Band mit Chuck Berry durch Großbritannien tourt. Während der Konzertreise besucht Burdon ein Konzert des nordenglischen Sängers Johnny Handle, der den Song auf der Bühne zum Besten gibt. Zu jener Zeit befinden sich die Animals ohnehin auf der Suche nach einem Stück, mit dem sie ihre Gigs beenden können, ohne standardmäßig einen wilden Rocksong zu spielen. Sie nehmen The House Of The Rising Sun in ihr Programm auf und landen damit einen riesigen Erfolg, der nicht nur bis heute nachhallt, sondern auch innerhalb weniger Sekunden zündet.

2. The Kinks – You Really Got Me (1964)

Die Kinks greifen 1964 tief in die Trickkiste des Blues, verpacken das Ganze in ein paar Powerchords und landen mit You Really Got Me einen ihrer größten Hits. Jahrzehntelang geht das Gerücht um, Jimmy Page habe das Solo für die Nummer eingespielt, doch das gilt inzwischen als widerlegt. So erklärt der Led-Zeppelin-Gitarrist 2014 in einem Interview mit SiriusXM (nicht zum ersten Mal): „Ach, Mensch! Für You Really Got Me habe ich nichts aufgenommen, aber für andere Kinks-Platten. Das ist alles, was ich dazu sage. Jedes Mal, wenn ich ein Interview gebe, fragen mich die Leute nach You Really Got Me. Vielleicht kann das bei Wikipedia mal jemand korrigieren, damit ich nicht mehr danach gefragt werde.“ Ob mit oder ohne Jimmy Page: Mit ihrer dritten Single landen die Kinks mehr weniger aus dem Stand auf Platz eins der britischen Charts. Den kalifornischen Hardrockern Van Halen gefällt You Really Got Me so gut, dass sie den Song fast 15 Jahre später auf ihrem Debütalbum covern.

3. The Rolling Stones – (I Cant Get No) Satisfaction (1965)

Mit (I Can’t Get No) Satisfaction landen die Rolling Stones im Jahr 1965 ihren allerersten Nummer-eins-Hit in den USA — und wenn man sich die Hook des Songs anhört, überrascht das kein bisschen. In Großbritannien läuft die Single zunächst nur auf den berühmt berüchtigten Piratensendern, weil die offiziellen Radiostationen Schwierigkeiten mit dem sexuellen Inhalt des Stücks haben. Geschrieben hat Stones-Gitarrist Keith Richards die Nummer buchstäblich im Schlaf: „Ich war in einem Hotel und hatte einen kleinen Kassettenrekorder neben mir stehen“, verrät er in dem Buch Keith Richards: In His Own Words. „Ich habe den Aufnahmeknopf gedrückt, meine Gitarre genommen und bin die Sequenz einmal durchgegangen. Man kann auf der Kassette hören, wie ich das Plektrum fallen lasse. Danach kommt nur noch mein Geschnarche.“ Keith Richards hat also genauso lange gebraucht, um den Song zu schreiben, wie man braucht, um ihn zu erkennen.

4. The Who – My Generation (1965)

Als die britische Jugend Mitte der Sechziger ihren Platz in der Gesellschaft sucht, liefern The Who den passenden Soundtrack dazu. Das äußert sich in My Generation nicht nur in der aggressiven, punkigen Musik, die einem gut dreiminütigen Wutausbruch gleicht, sondern auch im Text. So enthält der Song mit „I hope I die before I get old“ eine besonders legendäre Zeile der Rockgeschichte. Die Inspiration für das Stück liefert niemand Geringeres als Queen Mum, die Songschreiber Pete Townshend dazu zwingt, mit dem Zug zu fahren, wo er die Nummer komponiert. Die britische Adlige fühlt sich bei ihren täglichen Fahrten durch den Londoner Stadtteil Belgravia nämlich vom Anblick von Townshends altem Leichenwagen beleidigt und lässt das Auto abschleppen. Für das legendäre Stottern in My Generation stehen John Lee Hooker und sein Song Stuttering Blues Pate.

5. The Doors – Light My Fire (1967)

Mit Light My Fire landen die Doors Ende der Sechziger nicht nur einen Ohrwurm-Hit für die Ewigkeit, sondern zündeln kurz nach der Single-Veröffentlichung auch in der Ed Sullivan Show. Weil die Sponsoren der US-Fernsehsendung sich mit der Textzeile „Girl, we couldn’t get much higher“ nicht wohlfühlen, bittet das Produktionsteam die Band, den Text zu ändern. „Girl, we couldn’t get much better“, soll Frontmann Jim Morrison stattdessen singen. Die Doors stimmen zu, betreten die Bühne und alle sind glücklich — bis Morrison die Vereinbarung einfach außen vor lässt und trotzdem den Originaltext singt. Als der Sänger die Bühne verlässt, schüttelt Ed Sullivan ihm nicht die Hand. Autsch. Außerdem darf die Band nie wieder in der Sendung auftreten. Geschadet hat den Doors das nicht.

6. Jimi Hendrix Experience – All Along The Watchtower (1967)

Dieser Song stammt ja eigentlich aus der Feder von Bob Dylan, doch zum Hit wird All Along The Watchtower erst, als die Jimi Hendrix Experience das Stück aufnimmt. Völlig zurecht, denn Dylan liefert mit seinem Lied zwar die wichtige Blaupause für Hendrix — doch das Beste kitzelt nur uns aller liebster Gitarrengott aus dem Song heraus. Das merkt man zum Beispiel daran, dass man die Hendrix-Version nach nur wenigen Sekunden erkennt, während das Stück bei Dylan ein wenig mehr Zeit benötigt, um zu zünden.

7. Cream – Sunshine Of Your Love (1967)

Auch bei dieser Nummer hat Jimi Hendrix seine Finger im Spiel, wenn auch nicht direkt. Auf die Idee zu Sunshine Of Your Love kommt Cream-Bassist Jack Bruce nämlich nach dem Besuch eines Hendrix-Konzerts am 29. Januar 1967 in London. Cream-Gitarrist Eric Clapton erinnert sich in einem Interview mit dem Rolling Stone an den Abend: „Hendrix’ Auftritt war beeindruckend. Ich glaube nicht, dass Jack ihn vorher wirklich auf dem Schirm hatte … als er ihn an diesem Abend sah, ging er anschließend nach Hause und kam auf das Riff. Es war eine Widmung an Jimi. Dann haben wir einen Song darüber geschrieben.“ Und was für einen!

8. Steppenwolf – Born To Be Wild (1968)

Sonnenbrille auf, Motor an, Gaspedal runter: Bis heute denkt man bei den ersten Tönen von Born To Be Wild an Freiheit, Rebellion und einen sonnigen Highway in den USA. Außerdem sagt man dem Stück die Erfindung des Heavy Metal nach. Zwar meint Songschreiber Mars Bonfire mit dem Ausdruck „heavy metal thunder“ keine musikalische Richtung, sondern umschreibt damit ein Motorrad, doch eine der Theorien lautet, dass mit Born To Be Wild ein wichtiger Grundstein für das harte Genre gelegt wurde. So oder so: Diesen Song von Steppenwolf erkennt man nach wenigen Sekunden, ob auf Platte oder in dem legendären Film Easy Rider.

9. Creedence Clearwater Revival – Bad Moon Rising (1969)

Wo die meisten Bands der Sechziger nicht nur für großartige Songs, sondern auch für ihre wilden Exzesse bekannt sind, widmen sich Creedence Clearwater Revival lieber ausschließlich der Musik. Zum Glück, denn wir haben den Kaliforniern große Hits zu verdanken. Dazu gehört auch Bad Moon Rising, ein knapp zweieinhalbminütiger Ohrwurm, der nur wenige Sekunden braucht, um Country-Rock-Fans ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Auf die Idee zu dem Song kommt Creedence-Frontmann John Fogerty als er den Film Der Teufel und Daniel Webster schaut. In dem Streifen kommt eine Szene mit einem Hurrikan vor und Fogerty erzählt später in einem Interview mit dem Rolling Stone, dass es in seinem Lied um „die Apokalypse“ gehe, „die über uns hereinbrechen würde“.

10. The Beatles – Come Together (1969)

Die Beatles haben viele, viele Hits geschrieben, die man nach wenigen Sekunden erkennt, aber ein Beginn sticht ganz besonders hervor: der Bass im Intro von Come Together. Die Grundlage für das Stück liefert der Wahlslogan des US-amerikanischen Psychologen und Politikers Timothy Leary, der im Lauf der Sechziger großen Einfluss auf die Entwicklung der Gegenkultur in den USA nimmt und als Gouverneur von Kalifornien kandidieren möchte. „Come Together – Join the Party!“ lautet sein Wahlspruch. Leary bittet John Lennon 1967 um einen Song zu dem Slogan, doch der Beatle kommt nicht über eine Zeile hinaus. Erst 1969 nimmt Lennon die alte Idee wieder auf und komponiert daraus einen Song für das vorletzte Beatles-Album Abbey Road. Den Feinschliff übernimmt Kollege McCartney, der findet, dass Lennons Idee zu sehr an den Song You Can’t Catch Me von Chuck Berry erinnert. Die Lösung: starke Verlangsamung. Das Ergebnis: ein Song für die Ewigkeit.

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Popkultur

Interview mit In Flames: „Sobald man ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln“

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In Flames

Mit Foregone liefern In Flames das Album, auf das alle seit Reroute To Remain gewartet haben: Ein großes Melodic-Death-Metal-Album, das mehr als nur ein bisschen auf die legendären Neunziger schielt. Warum das nichts mit Nostalgie zu tun hat, wie die Schweden Fortschritt dosieren und was er gern an seinem 50. Geburtstag machen würde, verrät uns Sänger und Kappenträger Anders Fridén im Interview.

von Björn Springorum

Ihr habt schon vor Veröffentlichung des neuen Albums eine lange Europatournee gespielt. Was man so gehört hat, kam die ja wahnsinnig gut an. Wie war es, wieder unterwegs zu sein?

Ich weiß nicht, was, aber wir scheinen gerade irgendwas richtig zu machen. (lacht) Der Band geht es sehr gut und wir alle haben es genossen, endlich mal wieder eine richtige Tour zu spielen. Es war viel zu lang her.

Die Stimmung in In Flames ist derzeit also bestens?

Unsere Band verteilt sich ja mittlerweile auf Schweden und die USA, also waren wir wegen der Pandemie ewig nicht zusammen im selben Raum. Das war nicht einfach, hat unserer Beziehung aber gut getan. Wir konnten alle mal einen Schritt zurücktreten und in aller Ruhe betrachten, was wir uns da eigentlich aufgebaut haben. Als Band machst du ja nie Pause, du machst einfach immer so weiter, bis du ein wenig aus den Augen verlierst, was für ein gewaltiges Privileg das alles ist. Alle sind jetzt wieder so dermaßen hungrig auf die Band, alle ziehen an einem Strang. Außerdem sind alle in absoluter Topform. So eine hohe Qualität hatten wir bei In Flames noch nie.

Wie hast du die Pandemie überstanden?

Habe ich das? (lacht) Ja, wahrscheinlich schon. Es ging. Ich fühlte mich merkwürdig ruhig, als alles losging. Erstmals in meinem Leben gab es da ein Ereignis, das alle auf der Welt im gleichen Maße betraf. Ich fühlte mich allen anderen Menschen verbunden, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Das änderte sich dann auch bei mir irgendwann in Richtung Frustration, aber zumindest die erste Phase war durchaus inspirierend.

„Ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten“

Deine Texte waren ja immer sehr introspektiv und persönlich. Hat die Pandemie sie universaler gemacht?

Die Texte sind persönlich wie immer, richtig. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann sind sie tatsächlich mehr nach außen gerichtet. Ich beobachte mein Umfeld mehr.

Foregone sprüht nicht gerade vor Optimismus und Zuversicht. Wo findest du noch Hoffnung?

In meinem ersten Kaffee am Morgen? (grinst) Ansonsten ist es schwierig, das gebe ich zu. Ich sollte wahrscheinlich einfach aufhören, die Nachrichten zu lesen. Sicher, Hoffnung gibt es irgendwie immer, aber manchmal scheint es alles immer nur noch schlimmer zu werden. Es ist nicht einfach und sagt sich so leicht, aber ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten. Für unser eigenes Seelenheil.

Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren“

Auf der letzten Tour habt ihr die Songs der neuen Platte direkt mit sehr alten Songs gepaart. Zufall?

Ich finde, dass die neuen Songs sehr gut zu den eher älteren Sachen aus unserem Kanon passen. Irgendwas an ihnen transportiert diese Stimmung der Neunziger.

Hat das mit Nostalgie zu tun?

Ich weiß schon, dass einige der neuen Songs nach unseren ganz frühen Alben klingen, aber wir sehen das anders. Ich bin kein nostalgischer Mensch, ich schaue eigentlich nie zurück. Diese Elemente waren immer da und kommen jetzt einfach wieder ein wenig mehr zum Vorschein, denke ich. Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren, diese beiden abgefuckten letzten Jahre sind in dieses Album geflossen.

„Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist“

Dann war es also keine bewusste Wurzelkunde?

Nein. Mit In Flames haben wir im Grunde nur ein Ziel: Wir wollen besser werden. Bessere Songwriter, bessere Musiker, bessere Menschen. Es ist ja nun mal so: Wir schreiben Songs, mit denen wir für immer leben müssen. Also haben wir keine andere Wahl als alles zu geben. Wer uns nicht mehr mag, kann einfach aufhören, uns zu hören, aber ich muss hinter diesen Songs stehen und sie Nacht für Nacht spielen.

Es kommt also nicht vor, dass ihr im Proberaum mal sagt: „Cooles Riff, klingt aber zu sehr nach Cloud Connected“?

Wir haben unseren Sound, von dem können und wollen wir uns auch gar nicht lösen. Manchmal klingt ein Riff also nach The Jester Race, manchmal nach Reroute To Remain. Man könnte natürlich auch sagen: Manchmal klingen In Flames nach In Flames (lacht). Wir versuchen, uns nicht zu wiederholen, aber auch unsere Gitarren haben nur diese Anzahl an Noten…

Und wie dosiert ihr dann Fortschritt?

Gute Frage. Es ist uns wichtig, uns immer weiterzuentwickeln. Aber wir wollen nie so weit gehen, dass man uns nicht mehr erkennt. Ich denke, das haben wir geschafft. Sicher gab es Änderungen und eine Menge Evolution, aber man darf nicht vergessen, dass wir mittlerweile sehr viele Jahre, sehr viele Tourneen und sehr viele Biere hinter uns haben. Doch unser Sound ist sofort erkennbar. Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist. Das liegt sicherlich an meiner Stimme, aber auch an der Art und Weise, wie wir Songs schreiben. Das können nur wir so.

„Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung“

Wie ist Foregone entstanden?

Wir schreiben weder, wenn wir auf Tour sind, noch alleine für uns. Björn [Gelotte] und ich müssen im selben Raum sein, sonst gibt es keine Magie. Wir zehren voneinander, beflügeln uns gegenseitig. Was sich nie ändern wird: Wir schreiben Alben, keine Singles. Da werden wir für immer alte Schule bleiben.

Du wirst im März 50. Was macht das Älterwerden mit dir?

Es bringt mehr Ruhe. Privat wie musikalisch. Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung. Und das ist ja auch das Schöne daran. Deswegen fand ich mein Zuhause in der Heavy-Metal-Szene: Es gab keine Regeln. Doch sobald man dann ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln. Fremde sagen dir, was du tun darfst und was nicht und du wirst plötzlich unsicher und weißt nicht mehr, wo du stehst. Das ändert sich mit dem Älterwerden zum Glück wieder. Du wirst dein eigener Kompass und hörst auf deine innere Stimme. Ich mache das seit 1989, da bleibt schon bisschen was hängen.

Was darf man als Band nie verlieren?

Die Leidenschaft. Ich will auf die Bühne geben und das Gefühl haben, dass es auf der ganzen Welt nichts Besseres gibt. Wenn das mal nicht mehr da ist, höre ich auf. Warum sollte ich das sonst auf mich nehmen? Ich war 2022 fast pausenlos auf der ganzen Welt unterwegs…

Was wünschst du dir zum 50. Geburtstag?

Ein Urlaub auf einer einsamen Insel mit meiner Familie, weit weg von euch allen. (lacht)

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Zeitsprung: Am 3.9.2002 wagen In Flames etwas mit „Reroute To Remain“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.2.2013 verliert Axl Rose den Prozess gegen „Guitar Hero III“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.2.2013.

von Christof Leim

2010 verklagte W. Axl Rose die Firma Activision, die das Computerspiel Guitar Hero III auf den Markt gebracht hatte, in dem auch Guns N’ Roses vorkommen. Der Sänger störte sich vor allem daran, dass beim Song Welcome To The Jungle Gitarrist Slash als spielbare Figur auftaucht. Nicht nur das: Sein alter Kollege ziert sogar die Verpackung. Mit seiner Beschwerde kommt Axl allerdings nicht durch…

Hört euch hier die Klassiker von Guns N’ Roses an und lest weiter:

Den Deal damals hatte Axl als Herrscher über das Guns-N’-Roses-Imperium abgesegnet. Dabei vereinbarte er mit der Firma, dass auf keinen Fall sein (damals) ungeliebter Ex-Kollege Slash zu sehen sein darf. Dass zudem einige Songs von dessen neuer Combo Velvet Revolver in der Bonussektion gespielt werden können, störte den Rotschopf ebenso. Nach Meinung von Axl habe die Firma ihn trotz entsprechender Versprechen damit schlicht hintergangen und sei vertragsbrüchig. Als Schadenersatzsumme warf seine anwaltliche Vertretung eine praktische runde Summe in den Ring: 20 Millionen Dollar.

Tauchen beide in Guitar Hero III auf: W. Axl Rose und Slash. Das geht gegen die Abmachung, fand Axl. Credit Foto rechts: Stefan Brending / via Wikimedia Commons.

Die Klage wird abgewiesen

Doch daraus wird nichts: Am 8. Februar 2013, wird die Klage mit Schwung abgewiesen. Hauptgrund: Das Spiel war schon 2007 erschienen, aber Team Axl hat sich drei Jahre Zeit mit der Klageerhebung gelassen – zu lange. Und das, obwohl der Agent des Künstlers schon viel früher eine Beschwerdemail an Activision geschrieben hatte. Rose hatte aber einen guten Grund zu warten, denn die Firma hatte ihm ein eigenes Spiel angeboten. Da wartet man doch gerne. Über die juristischen Details streiten sich in der Folge diverse Anwaltskanzleien.

Ganz schön viel Theater um Daddelei und Rockbands, könnte man meinen. Allerdings geht es um viel Geld und, vielleicht wichtiger, Außenwirkung. Immerhin ist Axl Rose damals mit einer ganz neuen Gunners-Besetzung unterwegs. Glücklicherweise hat sich das aber erledigt: Heute sind er und Slash wieder Freunde und touren höchst erfolgreich um die Welt. Ist auch besser so.

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Zeitsprung: Am 21.7.1985 spielen Guns N’ Roses auf einer Universitätsparty.

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Popkultur

Prince, Madonna und die Rolling Stones: Die besten Super-Bowl-Halbzeitshows aller Zeiten

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Prince
Foto: Jonathan Daniel/Getty Images

Ein Auftritt im Rahmen der Super-Bowl-Halbzeitshow gleicht einem popkulturellen Ritterschlag, nirgendwo ist das TV-Publikum größer. Vielen Sternchen wurde diese Ehre in den vergangenen Jahrzehnten bereits zuteil. Von U2 bis hin zu den Rolling Stones: Diese zehn Halbzeitshows finden wir besonders gelungen.

von Timon Menge

10. The Blues Brothers, ZZ Top, James Brown (1997)

Wenn der Super Bowl in einer Blues-Metropole wie New Orleans stattfindet, muss natürlich auch eine Blues-orientierte Halbzeitshow her. Mit Everybody Needs Somebody To Love und Soul Man gaben die Blues Brothers am 26. Januar 1997 zwar vor allem Soul-Klassiker zum Besten, genau wie James Brown im Anschluss; doch spätestens ZZ Top versorgten das Publikum mit reichlich Bluesrock. Eine coole Sonnenbrillen-Party zwischen zwei Halbzeiten!

9. U2 (2002)

Den Iren U2 wurde am 3. Februar 2002 eine ganz besondere Verantwortung zuteil. Die Terroranschläge von 11. September 2001 lagen noch kein halbes Jahr zurück, da sollten Bono und Co. bei der größten Unterhaltungsveranstaltung der Welt auftreten – übrigens erneut in New Orleans. Doch U2 wurden ihrem Auftrag gerecht, lieferten ein hervorragendes Set ab und gedachten auf einer riesigen Leinwand all jenen, die am 11. September ums Leben gekommen waren.

8. The Rolling Stones (2006)

Auf eine große Bombast-Show verzichteten die Rolling Stones bei ihrem Auftritt am 5. Februar 2006 in Detroit. Doch ganz ehrlich: Wenn Mick Jagger und seine jahrzehntelangen Weggefährten eine Bühne betreten, braucht es keine Schnörkel und kein Chichi. In wenigen Minuten rockten sich die Stones durch große Hits wie Start Me Up und (I Cant Get No) Satisfaction. Einen Luxus gönnten sich die Briten dann allerdings doch: eine Bühne in Form einer riesigen roten Zunge.

7. Katy Perry (2015)

Zugegeben, für hartgesottene Rocker*innen klingt der Sound von Katy Perry etwas ungewohnt. Doch mindestens zwei Dinge kann ihr keiner nehmen: hervorragende Popsongs und einen mehr als nur gelungenen Auftritt am 1. Februar 2015. In Sachen Show macht den größten Pop-Sternchen einfach niemand etwas vor, wie wir auch im weiteren Verlauf unserer Liste feststellen werden. Als Gäste durfte Perry Hip-Hop-Legende Missy Elliott und Gitarrengott Lenny Kravitz begrüßen.

6. Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar & 50 Cent (2022)

Diese Halbzeitshow ist noch nicht lange her, setzte am 13. Februar 2022 aber völlig neue Standards. Zum ersten Mal in der Geschichte des Super Bowl durfte sich die Hip-Hop-Welt nach Herzenslust präsentieren. Das Line-up des Abends liest sich wie ein Who‘s who: Dr. Dre, Snoop Dogg, Eminem, Mary J. Blige, Kendrick Lamar … Sie alle waren dabei und setzten dem Sprechgesang ein etwa 15-minütiges Popkultur-Denkmal. Als Gaststars tauchten 50 Cent und Anderson .Paak auf.

5. Madonna (2012)

Wenn die „Queen Of Pop“ eine Halbzeitshow gestaltet, darf man einiges erwarten. Und wie so oft wurde Madonna den Erwartungen am 5. Februar 2012 vollständig gerecht. Als griechische Göttin verkleidet, ließ sie sich von ihren Spartaner-Tänzern über die Bühne tragen und manifestierte ihren Status als größte Popkünstlerin aller Zeiten. Unterstützung erhielt sie unter anderem von Cee Lo Green, Nicki Minaj, M.I.A. und LMFAO. Den Abschluss der Show markierte ein Gospelchor, mit dem Madonna Like A Prayer zum Beten … äh … zum Besten gab.

4. Lady Gaga (2017)

Als die Verantwortlichen der NFL den Vertrag mit Lady Gaga unterzeichneten, dürften ihnen durchaus ein paar Schweißperlen auf der Stirn gestanden haben. Schließlich kann man bei der exzentrischen Künstlerin nie so genau wissen, mit welchen Show-Einlagen sie ihr Publikum überrascht. (Wir erinnern uns an das Rindfleischkleid von 2010.) Bei der Super-Bowl-Halbzeitshow am 5. Februar 2017 ging die Musikerin allerdings auf Nummer sicher und legte einen unfassbaren Auftritt hin. Die Performance ihrer LGBTQ-Hymne Born This Way ließ sich Gaga trotzdem nicht nehmen.

3. Michael Jackson (1993)

Zu den Eigenheiten der Super-Bowl-Halbzeitshow zählt unter anderem der enge Zeitplan. Selten stehen für die Performance mehr als 15 Minuten zur Verfügung; meist wird jede Sekunde davon genutzt. Michael Jackson ging das Ganze im Januar 1993 ein wenig anders an. Länger als eine Minute blieb er vor seiner fulminanten Show still auf der Bühne stehen, als sei er eine Statue – und wurde dafür auch noch bejubelt. Das sagt einiges über seinen damaligen Stand des „King Of Pop“ aus.

2. Beyoncé & Destiny’s Child (2013)

Die Super-Bowl-Halbzeitshow 2013 war in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Nicht nur, dass mit Beyoncé eine der hochkarätigsten Künstlerinnen des 21. Jahrhunderts das Programm gestaltete. Nein, es kam auch zur lange erwarteten Reunion von Destiny’s Child, denn Kelly Rowland und Michelle Williams waren ebenfalls mit von der Partie. An jenem Abend dürften Beyoncé und ihre Kolleginnen viele Frauen und Mädchen sehr glücklich gemacht haben. Im Anschluss an ihren Auftritt fiel allerdings für mehr als eine halbe Stunde der Strom aus.

1. Prince (2007)

Der Auftritt von Prince im Rahmen der 41. Super-Bowl-Halbzeitshow ist nichts anderes als eine Lehrstunde in Sachen Rockstar-Perfektion. Scheinbar mühelos fegte der gerade einmal 1,57 Meter große Musiker am 4. Februar 2007 über die Bühne in Form seines Logos. Keine Sekunde verging, ohne dass er das Publikum fest im Griff hatte. Prince und eine Blaskapelle? Oh ja. Prince spielt Purple Rain im Regen? Absolut. Ein Abend für die Geschichtsbücher!

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„California Love“: Die musikalischen Höhepunkte der Super-Bowl-Halbzeitshow

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