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Popkultur

10 Songs, die jeder Fan von Whitney Houston kennen sollte

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Whitney Houston
Titelfoto: Pascal Le Segretain/Getty Images

Hits für die Ewigkeit, ein Soundtrack-Album der Superlative und eine Stimme für mindestens zehn Frauen: Whitney Houston mag am 11. Februar 2012 verstorben sein, doch in der Musikwelt hat sie sich unsterblich gemacht. Wir haben die zehn größten Songs der stimmgewaltigen Sängerin zusammengestellt.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch die größten Hits von Whitney Houston anhören:

1.Saving All My Love For You (1985)

Mit der sechsten Single ihres Debütalbums gelang Whitney Houston der internationale Durchbruch. Platz eins in den USA, Platz eins in Großbritannien, Top 20 in Deutschland: Im August 1985 kannte plötzlich jeder die junge Sängerin aus New Jersey. Die Kritiker*innen überschlugen sich mit Lob; die Los Angeles Times schrieb sogar, dass es wohl leicht sei, bei den Grammy-Nominierungen eine Entscheidung zu treffen. Tatsächlich blieb es nicht bei der Nominierung, sondern Whitney Houston räumte mit Saving All My Love For You auch gleich die Trophäe für die „Best Pop Vocal Performance, Female“ ab. Das mag klingen, als habe Houston mit der Single bereits das meiste erreicht — doch wir sind grad erst am Anfang unserer Liste …

2. How Will I Know (1985)

Nur drei Monate später erschien mit How Will I Know gleich die nächste Auskopplung aus Houstons Debüt. Mit dem Song stürmte die Sängerin einmal mehr die weltweiten Hitparaden, doch vor allem gelang Houston die Eroberung eines relativ neuen Mediums: MTV. Mit dem knallbunten Musikvideo zu How Will I Know überzeugte sie nicht nur die junge Zuschauerschaft des Senders, sondern sahnte auch zwei Nominierungen für die MTV Music Video Awards 1986 ab. In der Kategorie „Best Female Video“ durfte sie die Trophäe sogar mit nach Hause nehmen.

3. Greatest Love Of All (1986)

Auch diese Single stammt von Houstons Debüt, das der Sängerin auf Anhieb eine Menge Respekt in der Musikwelt verschaffte. Fünf Grammy-Nominierungen, eine gewonnene Auszeichnung, später die Aufnahme in die „500 Greatest Albums Of All Time“ des Rolling Stone: Was soll da zukünftig noch kommen? Nun, so einiges …

4. I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me) (1987)

Mit dieser Single von Whitney Houstons zweitem Album Whitney knallt es zum ersten Mal so richtig. Platz eins in den USA, in Großbritannien und in Deutschland. Ein weiterer Grammy in der Kategorie „Best Pop Vocal Performance, Female“. 6-faches Platin in den Vereinigten Staaten. Whitney Houston scheint unaufhaltsam. Inhaltlich geht es in dem Song um die Sehnsucht nach der Liebe, wie Songwriterin Shannon Rubicam erklärt: „Ich hatte dabei einen Single im Sinn, der diesen speziellen Menschen für sich sucht. Es geht darin nicht wirklich um ‚Ich möchte in die Disco gehen und tanzen‘, sondern um ‚Ich möchte mit jemandem den Tanz des Lebens tanzen‘. Das war der Gedanke hinter dem Song.“

5. So Emotional  (1987)

Mit So Emotional legte Houston kurz danach gleich die zweite Single von ihrem Album Whitney vor. Zum sechsten Mal in Folge erreichte die Sängerin den ersten Platz der US-Charts. Das hatten bisher nur die Beatles und die Bee Gees geschafft.

6. One Moment In Time (1988)

Als Songwriter Albert Hammond diese Ballade für Whitney Houston schrieb, hatte er dabei eigentlich jemand anderen im Sinn: Elvis Presley. So habe sich Hammond beim Schreiben vorgestellt, wie Elvis die Nummer bei den olympischen Spielen singt. Der „King“ war 1988 allerdings schon mehr als zehn Jahre tot, also übernahm Whitney Houston den Job und gab One Moment In Time 1988 bei den Sommerspielen in Südkorea zum Besten. Nach ihrer Performance hätte wohl auch Elvis zurecht gesagt: Das hätte ich nicht besser machen können.

7. All The Man That I Need (1990)

Diese R&B-Ballade von Dean Pitchford und Michael Gore hat eine lange Odyssee hinter sich. Zum ersten Mal erschien die Nummer 1982, damals in der Interpretation von Linda Clifford. Die Single erreichte allerdings nie die Charts. Jahre später erklärte Pitchford, dass wohl niemand mit dem Lied einen großen Hit landen würde: „Ich dachte, das wird einer dieser Songs, die mehrfach gekürzt werden und die nie ihren großen Tag haben werden.“ 1987 signalisieren Whitney Houston und ihr Team zum ersten Mal Interesse an dem Stück. 1990 veröffentlichte die Sängerin den Song als zweite Single von ihrem dritten Album I’m Your Baby Tonight — und verschaffte der Ballade doch noch den späten Erfolg.

8. I Will Always Love You (1992)

Das ist er, der größte Hit von Whitney Houston. Als Teil des Soundtracks von The Bodyguard (1992) hat die Sängerin mit diesem Song alles abgeräumt, was es abzuräumen gibt. Was einige nicht wissen: Die Ballade I Will Always Love You ist bereits mehr als 45 Jahre alt und stammt aus der Feder von Dolly Parton. In den Siebzigern landete die Country-Legende selbst einen Hit mit dem Stück, ahnte aber wohl nicht, was Whitney Houston noch aus der Nummer herauskitzeln würde.

Auf die Idee kam Bodyguard-Darsteller Kevin Costner, der dem Produktionsteam eine Aufnahme des Stücks vorspielte. Anschließend arrangierten Produzent David Foster und Whitney Houston das Lied zu einer Soul-Ballade um. Mit donnerndem Erfolg: 14 Wochen an der Spitze der US-Charts, mehr als 20 Millionen verkaufte Einheiten, ein Song für die Ewigkeit. Noch heute belagert der Bodyguard-Soundtrack den ersten Platz der meistverkauften Soundtrack-Alben aller Zeiten. Unter den regulären Alben gingen nur Thriller von Michael Jackson und Back In Black von AC/DC häufiger über die Ladentheke. Das bedeutet, dass der Bodyguard-Soundtrack in mehr Regalen steht als Dark Side Of The Moon von Pink Floyd und Led Zeppelin IV. Whitney Houston konnte sich vor ihrem Tod also einer Sache sicher sein: Viele Millionen Menschen werden I Will Always Love You für immer lieben.

9. I Have Nothing (1993)

Vom Bodyguard-Soundtrack stammt auch I Have Nothing und es überrascht nicht, dass die Sängerin damit einen weiteren Hit landete. Fischen im Fass voller Fische, quasi. Als Houston das Stück im Dezember 1993 bei den Billboard Music Awards sang, bekam sie dafür Standing Ovations. Völlig zurecht.

10. My Love Is Your Love (1999)

Mit My Love Is Your Love gelang Whitney Houston 1999 eine Art Comeback. Zwar wurde es nie wirklich ruhig um die Soul-Diva, doch ein weiteres Studioalbum veröffentlichte sie zwischen dem Bodyguard-Soundtrack und My Love Is Your Love (inklusive der gleichnamigen Single) nicht. Das Stück von Wyclef Jean brachte die Sängerin wieder an die Spitze der Popwelt; Presse und Fans nahmen den Song mehr als nur gut auf. Die Single demonstrierte eindrucksvoll: Whitney Houston hat die Achtziger endgültig verlassen und ist in den Neunzigern angekommen. Mit den Platten Just Whitney (2002) und I Look To You (2009) feierte die Sängerin noch einmal große Erfolge, bevor sie am 11. Februar 2012 unter Drogeneinfluss in einer Badewanne im Beverly Hilton Hotel ertrank. Ruhe in Frieden, Whitney — und vielen Dank für die großartigen Songs.

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Popkultur

Zum Geburtstag der Metal-Diva: Tarja Turunen wird 45!

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Tarja Turunen
Foto: Giuseppe Maffia/NurPhoto via Getty Images

Mit Nightwish hat sie den Metal-Olymp erklommen, seit 2005 verfolgt sie eine überaus erfolgreiche Solokarriere: Tarja Turunen zählt ohne Weiteres zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Rockmusik. Doch wie hat eigentlich alles angefangen und was macht die finnische Grande Dame des Metal heute?

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch In The Raw von Tarja anhören:

Ob wohlklingend oder nicht: Der erste Schrei von Tarja Turunen ertönt am 17. August 1977 in einem kleinen finnischen Dorf namens Puhos nahe der russischen Grenze. Sie wächst mit einem jüngeren und einem älteren Bruder auf; ihre Eltern arbeiten in der Stadtverwaltung und als Zimmermann. Schon im Alter von drei Jahren fällt Tarja als herausragende Sängerin auf, als sie bei einer Kirchenveranstaltung eine finnische Version des Stücks Vom Himmel hoch da komm’ ich her von Martin Luther zum Besten gibt. Anschließend tritt sie in den Kirchenchor ein, mit sechs nimmt sie die ersten Klavierstunden. Noch weiß das Wunderkind nicht, dass ihm eine große Karriere bevorsteht.

Auch in der Schule bemerkt man Tarjas musikalisches Können. „Man musste ihr nur eine Note geben und sie hat sofort alles verstanden“, erzählt ihr früherer Musiklehrer Plamen Dimov in einem Interview für die offizielle Nightwish-Biografie. „Mit anderen musste ich drei-, vier-, fünfmal proben.“ Tarjas Talent bringt allerdings auch Probleme mit sich. Weil einige Mitschülerinnen neidisch auf ihre Singstimme sind, mobben sie die junge Musikerin. Lehrer Dimov reagiert darauf und verlagert die musikalischen Aktivitäten von der Schule in die Freizeit. Ihren ersten großen Auftritt hat Tarja mit 15, als sie im Rahmen eines Kirchenkonzerts als Solistin vor rund Tausend Menschen auftritt. Doch noch immer steht die Sängerin bloß am Anfang dessen, was noch kommen soll.

Tarja Turunen: Mit Nightwish an die Spitze des Metal-Olymp

Mitten im finnischen Winter 1996 meldet sich Tarjas alter Schulkamerad Tuomas Holopainen bei der damals 19-jährigen Musikerin. Er habe ein neues akustisches Musikprojekt gegründet. Ob Tarja nicht als Sängerin einsteigen wolle. Sie schlägt ein, doch dann kommt alles anders. Gleich bei den ersten Proben merken alle Beteiligten, dass Tarjas Stimme seit der Schulzeit reichlich an Kraft gewonnen hat und gar nicht mehr zu ruhigen Akustik-Songs passt. Gitarrist Emppu Vuorinen steigt auf eine E-Gitarre um, Holopainen beschließt, dass die Band viel massiver klingen muss, um Tarjas Stimme gerecht zu werden. Das Grundgerüst steht. Nur ein Name für das Projekt fehlt noch. Kurze Zeit später ist klar: Die neue Band heißt Nightwish.

„Mehr Bombast, mehr Drama“ lautet das Motto der neu gegründeten Gruppe. Holopainen kann einen Plattenvertrag für Nightwish an Land ziehen und ab da geht es für die Newcomer nur noch in eine Richtung: nach oben. Schon das Debüt Angels Fall First (1997) schlägt ein, sehr zur Überraschung der Plattenfirma. Ab da wird es richtig ernst. Nightwish gehen auf Tour, Tarja bricht ihr Studium ab. Mit den folgenden Alben Oceanborn (1998), Wishmaster (2000) und Century Child (2002) klettern Nightwish immer weiter an die Spitze, 2004 gelingt den Finnen mit Once zum ersten Mal der Sprung auf Platz eins der deutschen Albumcharts. Gleich danach kommt es zum Bruch — und die Finnen setzen ihre Sängerin vor die Tür.

„Es ist an der Zeit, sich zu entscheiden, ob die Geschichte von Nightwish hier endet, oder ob sie weitergehen wird“, schreibt die Band in einem offenen Brief an Tarja. Man wolle die Band fortführen. „Genauso sicher ist aber, dass wir mit dir und Marcelo [Tarjas Ehemann — Anm. d. Aut.] nicht mehr weitermachen können.“ Ihren Rauswurf trägt Tarja mit der maximal möglichen Fassung, doch an einer Sache stört sie sich: „Ich kann die Art und Weise, wie meine Band mir das Ganze mitgeteilt hat, immer noch nicht nachvollziehen“, erklärt sie nach dem offenen Brief von Nightwish. „Es hätte so viele Möglichkeiten gegeben, mir das auf anderem Wege zu sagen.“ Nach einer schweren Phase der Trauer rappelt sich die Sängerin wieder auf — und macht solo weiter.

„Heute ist alles anders.“

Nach wie vor zählt Tarja Turunen zu den berühmtesten und versiertesten Sänger*innen des Metal. Mit ihrer dreieinhalb Oktaven starken Stimme zieht sie weiterhin Fans auf der ganzen Welt in ihren Bann und hat seit 2006 stolze acht Soloalben veröffentlicht. „Heute ist alles anders“, verrät sie 2016 in einem Interview mit dem britischen Metal Hammer. „Ich habe eine Karriere, ich habe mein Publikum und mein Leben als Künstlerin. Ich bin frei. Es ist unglaublich, wenn man sich die Dinge selbst aussuchen kann, entscheiden kann, wie man was macht, und mit wem man zusammenarbeitet. Das möchte ich nicht mehr missen.“ Die aktuelle Nightwish-Sängerin Floor Jansen bezeichnet Tarja im selben Interview als „längjährige Freundin“ und ergänzt: „Wir haben vor ein paar Tagen noch gemailt.“

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Zeitsprung: Am 1.11.1997 debütieren Nightwish mit „Angels Fall First“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 17.8.1959 erscheint „Kind Of Blue“ von Miles Davis.

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Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 17.8.1959.


von Timon Menge und Christof Leim

Kind Of Blue gehört zu den schlichtesten Aufnahmen der Musikgeschichte, aber auch zu den wichtigsten und schönsten. Am 2. März und am 22. April 1959 spielen Miles Davis und seine sechs Mitmusiker die Platte ein, am 17. August 1959 erscheint sie. Werfen wir zum Geburtstag einen Blick auf das Jahrhundertwerk des Jazz.

Hier könnt ihr euch Kind Of Blue anhören:

Ende des Jahres 1958 gehören Miles Davis und seine Bandmitglieder zu den gefragtesten Jazzmusikern New Yorks. Die Gruppe spielt einerseits Klassiker des Bebop, andererseits ein Repertoire von Popsongs. Wie im Jazz üblich, reichern die Künstler ihre Nummern mit Improvisationen an, die zu den Akkordfolgen der Stücke passen. Wie viele andere Musiker stört sich allerdings auch Davis zunehmend an den engen Grenzen der Richtung — und schlägt einen anderen Weg ein.

Diese fünf Musiker wurden erst etwas später berühmt

Die Aufnahmen zu Kind Of Blue finden an zwei Tagen in den 30th Street Studios in New York City statt. Am 2. März 1959 spielen Davis und seine Band, zu der auch Jazzlegende John Coltrane gehört, die Songs So What, Freddie Freeloader und Blue In Green ein. All Blues und Flamenco Sketches folgen am 22. April. Entgegen der landläufigen Meinung, das Album sei während nur eines einzigen Versuchs entstanden, befindet sich wahrheitsgemäß kein einziger sogenannter „First Take“ auf der Platte.

Vor den Sessions haben Davis’ Mitmusiker beinahe keine Gelegenheit zum Üben. Sie wissen noch nicht einmal so genau, was sie überhaupt einspielen sollen. In den Liner Notes kann man nachlesen, dass der Bandleader im Vorfeld gerade einmal grobe Skizzen mit einigen Tonleitern und Melodieabläufen verteilt. Als sich die Instrumentalisten im Studio einfinden, gibt Davis ihnen eine kurze Einweisung zu den einzelnen Songs, und die Aufnahme eines der wohl wichtigsten Jazzalben aller Zeiten beginnt. 

An dieser Stelle in das weite Feld der Kirchentonarten, Halbtonschritte und Modi einzusteigen, würde den Rahmen sprengen. Halten wir daher Folgendes fest: Mit Kind Of Blue entfernen sich Davis und seine Mitmusiker von den seinerzeit üblichen Dur-/Moll-Tonleitern und greifen auf eine wesentlich umfangreichere Trickkiste zurück. Dadurch schaffen sie nicht nur deutlich mehr Abwechslung, was die grundlegenden Songstrukturen betrifft, sondern vor allem jede Menge Raum für vielfältige Improvisation.

Bis heute behält Kind Of Blue seinen Legendenstatus. Ob im Jazz, in der Klassik oder im Pop: Die meisten Experten teilen die Meinung, dass Miles Davis mit seinem größten Erfolg die Musikwelt umgekrempelt hat. Mehr als sechs Millionen Mal geht das Werk über die Ladentheke, in den USA genießt das Album vierfachen Platinstatus, ein sagenhafter, fast pop-esquer Maßstab.

Miles Davis 1984 – Foto: David Gahr /Getty Images

Zeitsprung: Am 8.11.1985 spielt Miles Davis den Bösen bei „Miami Vice“.

 

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Popkultur

Eine ahnungslose Gospelband, ein Blitzlogo und ein Besuch von Bruce Springsteen: 3 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Elvis stammen können

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Elvis Presley
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Seit inzwischen 45 Jahren müssen wir ohne Elvis Presley auskommen. Am 16. August 1977 verstarb der „King“ im Alter von nur 42 Jahren. Doch bis heute ranken sich zahlreiche Legenden und Geschichten um den ersten aller Rockstars. Drei davon haben wir für euch aufgeschrieben — darunter auch ein ungebetener Besuch vom „Boss“.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch den Soundtrack zum Biopic Elvis von Regisseur Baz Luhrmann anhören:

1. Mit 19 wurde Elvis von einer Gospelgruppe abgelehnt.

Genau wie die Beatles einmal legendär abgelehnt wurden, musste auch der „King Of Rock’n’Roll“ zu Beginn seiner Laufbahn mit allerhand Zurückweisung zurechtkommen. So attestierte ihm sein Musiklehrer in der Schule zum Beispiel, dass Elvis nicht besonders gesangsbegabt sei. So kann man sich täuschen. Im Alter von 19 Jahren bewarb sich Elvis Presley außerdem bei den Songfellows, einem Ableger der deutlich berühmteren Gospelgruppe The Blackwood Brothers. Doch die Band lehnte ihn ab. Als wenig später ein Platz bei den Songfellows frei wurde, weil eines der Mitglieder zu den Blackwood Brothers wechselte, sollte der „King“ noch eine Chance bekommen. Zu jener Zeit hatte Elvis allerdings schon einen Plattenvertrag mit Sun Records unterschrieben. Der Rest ist Geschichte.

2. Ein Gewitter während eines Flugs nach Memphis lieferte die Inspiration für das legendäre TCB-Logo — oder doch nicht?

Wie genau das ikonische TCB-Logo [kurz für: „Taking Care of Business“] entstand, das sich Elvis als Halskette für seine Band wünschte, daran scheiden sich bis heute die Geister. Eine weit verbreitete Theorie lautet, dass Elvis ein so großer Fan von Captain Marvel Jr. war, dass er nicht nur dessen Optik imitierte, sondern auch den Blitz vom Cape des Comic-Superhelden übernahm. Eine andere Meinung vertritt Elvis’ Cousin Billy Smith, der sich sicher ist, dass Elvis den Blitz aufgrund seiner Zeit bei der US Army verwendete. „Es war das Abzeichen seines Bataillons“, gibt Smith in einem Interview zu Protokoll. Das stimmt, wie ihr hier sehen könnt. Wiederum anderer Meinung ist Elvis’ Ex-Frau Priscilla, die kürzlich in einem Interview mit der Vogue erzählte: „Die TCB-Halskette habe ich entworfen. Wir saßen in einem Flugzeug nach Memphis und er [Elvis] sagte zu mir, dass er sich ein Schmuckstück wünscht, das nur für seine Jungs entworfen wurde, also für TCB. Während des Flugs fing es an zu regnen und am Himmel war ein Blitz zu sehen. Ich habe mir den Blitz angeschaut, ihn aufgemalt und die Buchstaben TCB darüber gesetzt. Dann habe ich ihn gefragt, ob es das ist, was er meint. Und er sagte: ‚Oh Gott, das ist es.‘ Wer hätte ahnen können, dass dieses Symbol einmal so bekannt werden würde? Ich werde mich ewig darüber ärgern, dass ich kein Patent darauf habe.“ Wie genau das Logo entstanden ist, wird also wohl immer ein Geheimnis bleiben. Wir Fans dürfen uns immerhin über gleich drei unterschiedliche Geschichten dazu freuen.

3. Am 29. April 1976 bekam der „King“ Besuch vom „Boss“. Zumindest fast.

Fans tun manchmal die verrücktesten Dinge, um ihren Stars ein wenig näher zu kommen. Besonders unterhaltsam wird es, wenn die Fans selbst Superstars sind. Im April 1976 war Bruce Springsteen schon längst in der Rock’n’Roll-Champions-League angekommen, allerspätestens mit seinem dritten Album Born To Run (1975) und der dazugehörigen Tour. Dennoch ist der „Boss“ auch selbst noch Fan und geht in der Nacht vom 29. April 1976 einen kliiitzekleinen Schritt zu weit, um seinen großen Helden Elvis Presley kennenzulernen. Statt einen Termin mit dem „King“ auszumachen, entscheidet sich Springsteen nämlich für einen anderen Weg: Gegen drei Uhr morgens erklimmt er die Mauer von Elvis’ Anwesen Graceland, nimmt die Beine in die Hand und rennt mit Vollgas auf das Haus seines Idols zu. Dort brennt sogar noch Licht, doch bis zur Tür kommt der „Boss“ gar nicht. Einer von Elvis’ Wachmännern ringt den jungen Musiker nieder und geleitet ihn vom Gelände. „Ich bin auch berühmt!“, lässt Springsteen den Wachhabenden wissen. Der wiederum erklärt dem begeisterten Fan, dass Elvis gar nicht zu Hause sei, sondern am Lake Tahoe verweile. Dumm gelaufen. Gut ein Jahr später stirbt Elvis; Springsteen lernt er vorher nicht mehr kennen. Doch wer ganz genau hinschaut, kann erkennen, dass der „Boss“ dem „King“ schon vor seiner Einbruchsaktion auf dem Cover von Born To Run die Ehre erwies:

the king cover

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„Moody Blue“: Elvis Presleys allerletztes Studioalbum wird 45

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