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Popkultur

5 Wahrheiten über die Scorpions

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Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und prüfen gängige Klischees und Falschannahmen der Musikwelt… Einfach weil wir es können bzw. einfach weil es so viel mehr Vorurteile gibt  als alle Beatles, Rolling Stones und Queen-Singles zusammenaddiert (lies: sehr viele). Wir nehmen uns also ein Genre oder einen Künstler und schauen wie stichhaltig die gemeinhin als richtig wahrgenommenen Annahmen sind. Zieht eure kugelsicheren Westen an, der Beschuss mit gängigen Klischees erfolgt diesmal zu einer Band, die uns mit absoluter Gänsehaut-Garantie den Wind der Veränderung gepfiffen hat. Richtig gehört, jetzt nehmen wir uns die Scorpions zur Brust!


1. Scorpions, einfach nur Scorpions

Genau, damit wir jetzt zu Beginn mal mit dem größten Missverständnis aufräumen können, streichen wir in unserer Gedächtnis-Musik-Enzyklopädie mal jeden Artikel aus der Namensgebung unserer Hard-Rock-Helden: Es sind nicht Die Scorpions, nicht The Scorpions und ganz auch sicher nicht Der oder Das Scorpions. Der Name ist einfach nur Scorpions. Und bevor die Füchse unter euch schon die Bleistifte für die Kommentar-Sektion anspitzen: Ja, in der Einleitung steht die Scorpions. Allerdings nur aus grammatikalischen Gründen, wir müssen hier ja schließlich ein gewisses Niveau beibehalten. Also, jedes Mal, wenn ihr einen Artikel vor dem Wort Scorpions seht, dann nur, weil wir mit diesen Texten auch Deutschlehrer glücklich machen wollen. Mit dem Namen an sich, hat das allerdings nichts zu tun.


2. In Wind Of Change ging es ursprünglich gar nicht um die Mauer

Noch nie war Pfeifen so schön, so herzzerreißend und tatsächlich – so bedeutungsvoll! Tja, als ein Jahr nach Mauerfall Klaus Meine diese Ballade der Freiheit in die Welt flötete, da hatte man schon Probleme, den Kloß wieder aus dem Hals zu bekommen. Und dabei ging’s in dem Song ursprünglich noch nicht einmal um die Ost-West-Teilung. Tatsächlich ist das Lied eher eine Anspielung auf das Moskauer Music Peace Festival, bei dem zum ersten Mal westliche Rockbands wie Mötley Crüe, Ozzy Osbourne oder Skid Row hinter dem Eisernen Vorhang performen durften. Erste Lebenszeichen dafür, dass der Vorhang nicht mehr so lange hängen würde. Erst das Musikvideo von Wind Of Change, das Szenen vom Aufbau und Fall der Berliner Mauer zeigt, hat diesen weltweiten Smash-Hit untrennbar mit den 89er Ereignissen verknüpft.

Und an dieser Stelle muss auch Partylöwe David „The Hoff“ Hasselhoff zugeben, dass trotz seiner bunten Performance auf den Trümmern der Berliner Teilung, die Scorpions in Sachen emotionalen Tiefgang einfach ihre Nase vorne haben.


3. Körpergröße hat nichts mit Rockstar-Größe zu tun!

Scorpions-Körpergröße

Aber auch wirklich und absolut gar nichts! Dennoch können Menschen manchmal ziemlich oberflächlich sein und so kommt es vor, dass – natürlich wieder bei einer allseits beliebten Internet Suchmaschine – die Körpergröße von Scorpions Sänger Klaus Meine ganz oben aufgeführt wird. Ist ja auch voll die wichtige Sache – nicht! Aber die Leute scheint es trotzdem zu interessieren. Und deshalb sagen wir an dieser Stelle: Rockstars brauchen keine Mindestgröße und dass Mr. Kangol-Berett Meine ein wahrer Rockstar ist, hat er schon mehrfach bewiesen. Denn in einem Alter, in dem andere schon längst das Mitglieds-Formular für den Canasta-Club ausgefüllt haben, rockt er uns immer noch wie ein Hurricane. Gut so!


4. Scorpions sind eigentlich gar nicht die Scorpions

Naja, ganz so dramatisch ist es vielleicht nicht, dennoch gab’s da in der Vergangenheit einige beachtliche Runden Band-Mitglieder-Roulette. Aber in 50 Jahren Bandgeschichte kann schließlich auch so einiges passieren. Versuchen wir mal, etwas Licht ins Durcheinander zu bringen…


Klaus-Meine


Mitte der 60er gründete Gitarrist Rudolf Schenker die Band, die ihre ersten Gehversuche mit Beatmusik machte (oh ja, Beatmusik!). Ins Rollen kam der Stein aber erst, als 1970 Klaus Meine und Schenkers Bruder Michael in die Band kamen. Michael verabschiedete sich allerdings zwei Jahre später schon wieder, worauf sich die Band erstmal trennen musste. Aber keine Sorge, der Held einer guten Geschichte stirbt ja bekanntlich nicht so schnell. Aber vorher wird’s noch einmal spannend – Uli Roth, der Ersatz-Gitarrist für Michael, schlug die Ehre zur dauerhaften Band-Mitgliedschaft bei den Scorpions aus und blieb lieber bei seiner alten Band Dawn Road. Die fand auch Scorpions-Gründer Rudolf Schenker ziemlich super, verließ die Scorpions und stieß ebenfalls dazu. Und im letzten Schritt wurde dann noch Klaus Meine bei Dawn Road rekrutiert.

So, und da Scorpions einfach ein größerer Name als Dawn Road war, wurde die Band kurzerhand wieder in Scorpions umbenannt. Gar nicht mal so blöd, wie die letzten Jahrzehnte Weltruhm beweisen.

In den nächsten Jahren sollte sich die Band noch einige Male umstellen, aber das jetzt hier aufzuschreiben, würde eindeutig den Rahmen sprengen.


5. Sie werden sich niemals auflösen

Gut, Geldwetten sollte man hierauf auf lange Sicht vielleicht nicht setzen, aber irgendwie schaffen es die Hannoveraner auf der anderen Seite auch nicht, Ankündigungen zur Auflösung der Band wirklich durchzuziehen. Nachdem auf einer fulminanten Welttournee von Lateinamerika bis Japan der Wind der Veränderung gepfiffen wurde, wollten die Scorpions eigentlich in das wohlverdiente Rockstar-Rentnerleben segeln. Aber schon vor der dreijährigen Abschieds-Tour war klar: Das wird wohl noch nicht das Ende gewesen sein. Anschließend gab es eine Unplugged-Tour und vor ein paar Wochen erst kam raus: Ex-Motörhead Drummer Mikkey Dee wird zukünftig bei den Scorpions die Töpfe und Deckel bearbeiten.

Wie gesagt, mit den Scorpions wird es wohl nie ganz zu Ende gehen…


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Popkultur

Zeitsprung: Am 31.1.1970 werden Grateful Dead in New Orleans verhaftet.

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Grateful Dead Jerry Garcia
Foto: Kypros/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 31.1.1970.

von Bolle Selke und Christof Leim

1970 nehmen die Grateful Dead eine wichtige Rolle in der US-amerikanischen Gegenkultur ein. Vielleicht verhaftet sie „das Establishment“ deswegen am 31. Januar in New Orleans. Vielleicht wurden auch tatsächlich Drogen gefunden. Fest steht: Die Erfahrung inspiriert die Musiker zu einer Strophe ihres Kultsongs Truckin‘.

Hier könnt ihr euch American Beauty von Grateful Dead anhören:

Mardi Gras, Bourbon Street, der Blues – seinen Ruf als entspannte und lockere Stadt hat New Orleans den Beinamen „The Big Easy“ (etwa Die große Unbeschwertheit“) eingebracht. Umso überraschter dürften Grateful Dead gewesen sein, als die Polizei am 31. Januar 1970 eine Razzia in ihrem Hotel durchführt und fast die komplette Band wegen Drogenbesitzes festnimmt.

Eine abgekartete Sache“

Nach dem ersten von zwei geplanten Auftritten im The Warehouse mit der Vorgruppe Fleetwood Mac kehrt Bandleader Jerry Garcia mit seinen Mitmusiker und der Crew ins Hotel zurück – und wird von der Polizei erwartet. Fast die gesamte Reisegruppe wird auf der Stelle verhaftet. Manager Lenny Hart erzählt die Geschichte kurz nach der Verhaftung dem Rolling Stone: „Das war schon eigenartig. Es roch nach einer abgekarteten Sache. Denn die Bullen haben bereits gewartet, als die Band vom Konzert zurückkam. Die Polizisten hatten einen Haftbefehl, und sie hatten die Hotelzimmer schon durchsucht. Bei keinem der Leute wurde etwas gefunden außer den Sachen, für die es Rezepte gab. Alles, was die Beamten aufgespürt haben wollen, soll bereits im Hotel gewesen sein, aber keiner der Band weiß, woher das Zeug stammt. Es war nicht ihr Stoff. Grateful Dead sind normalerweise sehr cool und vorsichtig.“

Grateful Dead

Trinken halt nicht nur Früchtetee: Grateful Dead circa 1970 (Foto: Robert Altman/Michael Ochs Archives/Getty Images)

Nun sind Jamrocker aus Kalifornien nicht gerade dafür bekannt, nur Früchtetee zu trinken. Dass die ins Visier der Behörden geraten, überrascht niemanden. Allerdings wollen die Polizisten es den Musikern besonders schwer machen: Sie fesseln Band und Crew mit Handschellen aneinander und lassen sie für Pressefotos vor dem Gebäude Parade stehen. Hart meint: „Die Cops genossen es, ihr Ding durchzuziehen. Am Ende mussten die Verhafteten acht Stunden im Gefängnis verbringen. Obwohl die Kaution sofort da war, wurden sie so lange belästigt. “

„Acid-König festgenommen“

Alle 19 Personen, die bei der Razzia erwischt werden, fangen sich eine Anklage wegen Besitzes von Marihuana, LSD, Barbituraten, Amphetaminen oder anderer verbotener Substanzen ein. Das kann damals in Louisiana zu einer Strafe von fünf bis 15 Jahren Gefängnis führen. Keine Kleinigkeit also. Die Behörden nageln  die komplette Band samt Crew und einigen lokalen Helfern fest – nur die Keyboarder Ron „Pigpen“ McKernan und Tom Constanten, die keine Drogen nehmen, kommen davon. Allerdings lässt dieser Vorfall für die beiden das Faß zum Überlaufen bringen: Kurz darauf reichen sie ihre Kündigungen ein. Bonuspunkte sammelt die Polizei von New Orleans durch die Festnahme von Owsley Stanley, damals nicht nur Techniker der Gruppe, sondern auch ein bekannter LSD-Produzent. „Acid-König festgenommen!“ prahlen die lokalen Zeitungen.

„Hippies. Oh Junge!“

Ganz überraschend kommt das harte Vorgehen nicht: Bereits ein paar Wochen früher hatten die befreundeten Jefferson Airplane Ähnliches erlebt, als sie auf Tour im selben Hotel weilten. Grateful Dead wurden entsprechend schon bei der Ankunft am Flughafen gewarnt, dass sie Probleme bekommen könnten. All dies gibt der Band das Gefühl, übers Ohr gehauen worden zu sein. Jerry Garcia selbst sagt dazu: „Sie hatten großen Spaß mit uns, die Südstaaten-Cops. Sie hatten genau das, was sie wollten: Hippies. Oh Junge!“

Hier könnt ihr das Statement von Jerry Garcia dazu anhören:

Nachdem die langhaarige Reisegruppe die Kaution von 37.500 Dollar hinterlegt hat, immerhin die gesamte Gage des Abends, geht ihnen das Geld aus. Also spielen sie eine zusätzliche Show in New Orleans und überreden Fleetwood Mac, ebenfalls zu bleiben. Die zusätzlichen Einnahmen helfen bei den Rechtskosten auf. Die meisten Anklagen werden schließlich fallengelassen, aber der Vorfall wird für alle Ewigkeit im Song Truckin‘ festgehalten, einem der erfolgreichsten Grateful-Dead-Stücke:

„Busted, down on Bourbon Street / Set up, like a bowlin’ pin / Knocked down, it gets to wearin’ thin / They just won’t let you be, no.“

Zeitsprung: Am 19.3.1919 verlangt ein Axtmörder Live-Jazz in New Orleans.

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Popkultur

55 Jahre „White Light/White Heat“: The Velvet Underground auf Speed

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The Velvet Underground
Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Auf ihrem zweiten Album zeigten sich The Velvet Underground von ihrer experimentierfreudigsten Seite; sogar noch stärker als auf ihrem legendären Debüt. Doch der avantgardistische Ansatz von Multiinstrumentalist John Cale stieß in der Band nicht nur auf Gegenliebe. Nach White Light/White Heat musste er gehen.

von Timon Menge

Hier könnt ihr euch White Light/White Heat von The Velvet Underground anhören:

Mit ihrem bahnbrechenden Debütalbum leisteten The Velvet Underground und die Kölner Sängerin Nico einen unabdingbaren Beitrag zur Geschichte der Rockmusik. Doch schon kurz nach der Veröffentlichung kam es zum Streit. Die Verkaufszahlen blieben hinter den Erwartungen der Gruppe zurück; als Folge musste Manager und Produzent Andy Warhol gehen. Auch Nico nahm ihren Hut und und schlug den Weg als Solokünstlerin ein. The Velvet Underground bestanden fortan aus Songschreiber Lou Reed, Klangexzentriker John Cale sowie aus der Rhythmusabteilung mit Sterling Morrison und Maureen Tucker. An den Schiebereglern im Studio saß nur noch Tom Wilson, der für das Debüt noch mit Warhol zusammengearbeitet hatte. Doch trotz aller Widrigkeiten setzt die Band ihren Weg fort. In unserer heutigen Geschichte endet das mit einer Kündigung.

White Light/White Heat: The Velvet Underground auf Speed (buchstäblich)

Es dauert nur wenige Monate, bis das neue Line-up zum ersten Mal gemeinsam im Studio steht, um das zweite Album von The Velvet Underground aufzunehmen. Diesmal geht es noch ein wenig experimenteller zur Sache. Die Gruppe orientiert sich an ihrem Live-Sound, der dank Musikgenie John Cale von reichlich Improvisation und Punk-Attitüde geprägt ist. Letzterer ebnen The Velvet Underground den Weg, ebenso wie dem Noise Rock, denn Ende der Sechziger ist beides noch nicht existent. Inhaltlich ändert sich nicht viel: Lou Reed und Co. widmen sich Themen wie Sex, Transvestitismus und Drogen. Was Rauschmittel betrifft, stehen diesmal Amphetamine im Vordergrund, deren aufputschende Wirkung im Slang auch „White Heat“ genannt wird. Um Heroin geht es aber auch.

Besonders präsent ist der 17-minütige Song Sister Ray, den Lou Reed und seine Mitstreiter*innen in nur einem einzigen Take aufnehmen. Über den Inhalt sagt Reed: „Es kommen acht Charaktere darin vor, ein Typ wird umgebracht, und niemand unternimmt etwas. Der Text basiert auf einer Geschichte von Ausschweifung und Verfall. Ich mag die Vorstellung, dass Sister Ray ein transvestitischer Heroinhändler ist. Es geht um einen Haufen Dragqueens, die ein paar Matrosen mit nach Hause nehmen, sich zudröhnen und gerade eine Orgie feiern, als die Polizei auftaucht.“ Toningenieur Gary Kellgren hat während der Aufnahme nach einigen Minuten genug und verlässt das Studio mit den Worten: „Sagt mir Bescheid, wenn ihr fertig seid.“

Andy Warhol ist doch wieder mit von der Partie

Als Manager und Produzent hatten The Velvet Underground ihren ehemaligen Kollegen Andy Warhol zwar vor die Tür gesetzt, doch am Artwork wirkt die Popart-Legende auch dieses Mal mit. So handelt es sich bei dem auf dem Cover abgebildeten Totenkopf um ein Tattoo von Joe Spencer, dem Hauptdarsteller aus Warhols Film Bike Boy. Warhol ist es, der das Motiv vorschlägt; Reed sucht anschließend das passendste Negativ aus der Bike Boy-Filmrolle aus. Die weitere Bearbeitung übernimmt ein Herr namens Billy Name, der zu Warhols legendärer Factory gehört. Ein alternatives Cover aus Großbritannien zeigt 1971 einige leuchtend weiße Spielzeugsoldaten, doch dieses Motiv hatten The Velvet Underground nie abgesegnet.

Musikhistorisch betrachtet gehört White Light/White Heat zu den wichtigsten Platten, wenn es um die Entwicklung des Punk und des Noise geht. Das liegt nicht zuletzt an John Cales klangexperimenteller Herangehensweise, die White Light/White Heat ganz schön sperrig wirken lässt. Lou Reed und der Rest der Band wünschen sich allerdings einen poppigeren Sound. Genau ein Jahr nach den Aufnahmesessions setzen sie Cale vor die Tür, holen stattdessen Doug Yule an Bord und nehmen die Arbeit an ihrem dritten Album The Velvet Underground auf. Der wichtigste Leitfaden: Die Platte soll keine zweite White Light/White Heat werden. Das ist The Velvet Underground gelungen. Doch diese Geschichte erzählen wir an einem anderen Tag.

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„The Velvet Underground & Nico“: Avantgardistische Bewusstseinserweitung

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Popkultur

Zeitsprung: Am 30.1.2007 singt Jim Morrison posthum gegen die Erderwärmung

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Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 30.1.2007.

von Timon Menge und Christof Leim

Unter dem Motto „Save The Planet“ finden am 30. Januar 2007 zwei Pressekonferenzen in Los Angeles und London statt. Dort stellen Perry Farrell von Jane’s Addiction, Doors-Schlagzeuger John Densmore und Schauspieler Josh Hartnett die Kampagne Global Cool vor, ein Projekt gegen die Erderwärmung — und verwenden dafür unveröffentlichte Gesangsspuren von Jim Morrison.

Hier könnt ihr euch Woman In The Window anhören:

Die globale Erwärmung schreitet voran, zahlreiche Kunstschaffende aller Couleur und weltweit engagieren sich dagegen. Als Sprachrohre der britischen Kampagne Global Cool möchten Farrell, Densmore und Hartnett es „uncool machen, nicht grün zu sein“.

Kleine Schritte, große Wirkung

Dafür erhalten die drei eine Menge prominenter Unterstützung, zum Beispiel von Kasabian, The Killers, KT Tunstall und den Scissor Sisters. Auch Leonardo DiCaprio, Orlando Bloom und Dave Grohl helfen mit. Die Mission der Kampagne: Menschen sollen dazu motiviert werden, ihre CO²-Emissionen über einen Zeitraum von zehn Jahren um zehn Milliarden Tonnen zu reduzieren.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen zum Beispiel das Abschalten des Lichts, das Ausstecken von Smartphone-Netzteilen, das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel, der Verzicht auf Urlaubsflüge und das Herunterschalten der Heizung um eine Stufe. „Wenn viele Menschen kleine Dinge in die Tat umsetzen, wird daraus am Ende eine verdammt große Sache“, stellt Global-Cool-CEO Julian Knight fest. Alles gute Vorschläge. Für Musikfreaks wird die Aktion zusätzlich interessant.

Jim Morrison hilft auch. Quasi.

Um dem Projekt zu größerer Bekanntheit zu verhelfen, greift Doors-Drummer Densmore in die Trickkiste und stellt eine bis dato unveröffentlichte Gesangsspur von Jim Morrison zur Verfügung. Der Titel der Nummer: Woman In The Window. Das Stück basiert auf einem Gedicht von Morrison, das der kurz vor seinem Tod vertont hat. Die Jahrzehnte später eingespielte Musik stammt von Farrells Band Satellite Party.

Densmore und Farrell bei der Pressekonferenz in Los Angeles – Pic: Hector Mata/AFP via Getty Images

Sein Debüt feiert der Song bei den Pressekonferenzen am 30. Januar 2007. „Wir freuen uns darüber, dass Woman In The Window die Titelmelodie eines so tollen Projektes wird“, erklärt Farrell im Interview mit dem NME. „Jim hat all das Übel in der Welt gesehen, wusste aber auch, dass wir für unser Schicksal verantwortlich sind. Und genau das tun wir. Niemand wird uns davon abhalten können, Energie und Geld zu sparen und dabei den Planeten zu retten.“ Das klang schon 2007 vernünftig.

Zeitsprung: Am 30.8.1973, zwei Jahre nach Morrisons Tod, lösen sich die Doors auf.

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