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Popkultur

5 Wahrheiten über Public Enemy

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Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und prüfen gängige Klischees und Falschannahmen in der Musikwelt… Einfach, weil wir es können bzw. einfach, weil es so viel mehr Vorurteile gibt als alle Beatles, Rolling Stones und Queen-Singles zusammenaddiert (lies: sehr viele). Wir nehmen uns also ein Genre oder einen Künstler und schauen wie stichhaltig die gemeinhin als richtig wahrgenommenen Annahmen sind. Zieht eure kugelsicheren Westen an, der Beschuss mit gängigen Klischees erfolgt diesmal zu einer Künstler-Kombo, die härter sind als du denkst: Public Enemy.


Public Enemy waren Ende der 1980er, Anfang der 1990er die Kernformation der nordamerikanischen Rap-Szene. Was es gesellschaftlich zu kritisieren gab, wurde und wird bis heute von Chuck D, Flavor Flav, dem kontroversen „Minister of Information“ Professor Griff, der S1W-Sicherheitscrew, DJ Lord (an dessen Stelle damals noch Terminator X representete) und dem „neuesten“ Zugang Khari Wynn kritisiert. Nicht zu vergessen: Hank Shocklee, Keith Shocklee, Eric “Vietnam” Sadler, Gary G-Wiz, Sister Souljah und wer noch so alles mal dabei war. Es steckt manche (bittere) Wahrheit in den zwölf Studioalben Public Enemys. Wir haben fünf gefunden, die man zwar dort nicht findet, als wahrer Public-Enemy-Fan aber auf jeden Fall kennen sollte.


 1. Terminator X und seine Straußenfarm

Als Terminator X alias Norman Rogers nach einem Motorradunfall 1994 einen Monat im Krankenhaus verbringen musste, beschloss er von New York ins abgelegene Vance County nach North Carolina zu ziehen, um auf einer 15-Hektar-Farm afrikanische Strauße zu züchten. Was auch sonst? Als sein Lichttechniker Queen Latifah davon erzählt haben soll, war ihre Antwort angeblich: „What’s up with Terminator? What’s he smokin’?“. Dabei ist die Straußenzucht in den USA gar nicht mal so eine schlechte Idee: Straußenfleisch schmeckt nämlich fast wie Rindfleisch, hat aber einen ähnlich geringen Fettanteil wie Hühnerfleisch.


2. Vierter in der Rock and Roll Hall of Fame

Wo ist Rap so richtig groß? In den USA, klar: Gang Starr, Wu-Tang Clan, A Tribe Called Quest, Beastie Boys, Cypress Hill, Outkast, Kendrick Lamar… Denkste! Public Enemy waren 2013 erst die vierte Hip-Hop-Formation, die in die bereits 1986 eingerichtete Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde. Vor ihnen haben es nur Grandmaster Flash & the Furious Five (2007), Run-D.M.C. (2009) und die Beastie Boys (2012) geschafft. 2016 kam dann immerhin noch N.W.A dazu. Vielleicht hilft ein Film.


3. Professor Griffs Podcast zum Weltgeschehen

Professor Griff alias Richard Griffin moderiert zusammen mit ZaZa Ali den Podcast „Mindzmatter“. Dort behandelt er wie auch schon musikalisch oder dann und wann in wilden Interviews eine ziemlich weites Themenspektrum: von Gentrifizierung über Sexismus, Psychiatrie, chemische Waffen und hin zum Teufel.


Hier könnt ihr euch mal einen Podcast reinziehen:


4. Fear of a Black Planet im Archiv der LoC

Die Library of Congress (LoC), die öffentlich zugängliche Forschungsbibliothek des Kongresses der Vereinigten Staaten in Washington, D.C., ist was den Medienbestand betrifft die zweitgrößte und was den Bücherbestand angeht die größte Bibliothek der Welt.


Schaut euch hier eine Live-Performanz von Fight The Power an:


 

Ihr National Recording Registry wählt jedes Jahr 25 Aufnahmen, die in den Bestand der LoC aufgenommen und so für zukünftige Generationen erhalten werden. Aufnahmekriterien sind unter anderem die kulturelle, historische und ästhetische Bedeutung für die USA. Public Enemys 1990er Meilenstein-Album Fear of a Black Planet wurde 2007 Teil des Bestands.


5. Die Restaurants des Flavor Flav

„Flav’s Fried Chicken“ wurde 2011 in der Stadt Clinton, Iowa, eröffnet, wo man kurzzeitig feinstes Hähnchen á la Flavor Flav essen konnte (wenn man nicht schon zum Straußenfleisch von Terminator X übergelaufen war). Die Leute in Clinton waren allerdings nicht sonderlich beeindruckt – „Flav’s Fried Chicken“ musste nur vier Monate später wieder schließen. Na gut, Iowa eben. Nächster Versuch: Las Vegas. 2012 eröffnete man dort „Flavor Flav’s House of Flavor“. Hier gab’s die lizenzierten Flav-Rezepte sogar to-go. Leider konnte aber auch Las Vegas nicht viel mehr damit anfangen und das „House of Flavor“ musste nach wenigen Monate wieder schließen. Dritter Versuch, im gleichen Jahr, unter dem Motto „Chicken you crave, perfected by Flav“, in Sterling Heights, einem Vorort von Detroit, Michigan – wo die Unternehmensgründung derzeit bekanntlich nicht die lukrativste war. Nicht, dass Flav und seine Businesspartner sich davon aufhalten ließen: „Flavor Flav’s Chicken & Ribs“ wurde der dritte, gescheiterte Versuch, Flavor Flavs chicks an den Mann zu bringen. Gut, dass es wenigstens auf MTV besser lief.


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