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Popkultur

D‘Angelo – Brown Sugar wird 20

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New Wave, Shoegaze, Neo Soul – wenn eine bis zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr oder weniger klar umrissene Musikrichtung die aktuell erscheinenden Phänomene nicht mehr zu fassen vermag, findet sich meist eine neue Wortkombination als Schirmbegriff für einen neuen Stil oder eine neue Ausrichtung. Oft gehen diese Genre-Neubezeichnungen von der Musik oder der Platte eines bestimmten Künstlers aus: Für New Wave waren es die Sex Pistols (wobei das Genre später sehr viele Umdeutungen erfuhr), für Shoegaze standen schließlich My Bloody Valentine und für D’Angelos Album Brown Sugar, das bereits 20. Jubiläum feiert, wurde schließlich die Bezeichnung Neo Soul erfunden.

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Das Cover-Artwork von D’Angelo.

Brown Sugar betitelt das Debütalbum des amerikanischen Sängers Michael Eugene Archer (kurz: D’Angelo), das sich eigentlich ausschließlich um Liebe und zwischenmenschliche Beziehungen dreht – aber warum auch nicht, wenn die auch musikalische Begleitung so durchaus sexy daher kommt: Die ganze Platte scheint eine Genre-Fusion aus R&B, Soul, Funk und Hip Hop und stieg damals prompt auf Platz 6 der Billboard Charts. Brown Sugar erhielt Platin-Status und hielt sich ganze 65 Wochen in den Billboard 200.

D’Angelos Stimme erklingt auf der Platte changierend zwischen Falsettostimme und Gospel-beeinflusst – was mit Vergleichen zu Prince, Al Green oder Sam Cooke honoriert wurde. Brown Sugar ist zwar bereits im Juli 1995, also vor 20 Jahren, erschienen – doch die Neo Soul Bewegung scheint wie das Album zeitlos. Weitere Künstler, die dieser Musikrichtung zugeordnet werden können sind: Erykah Badu, Lauryn Hill oder Maxwell.

Das richtungsweisende Krwallblatt NME schrieb über Brown Sugar damals übrigens: „D’Angelo’s downbeat world blurs the borders… kicking over the traces of the genre game”! So viel Lob für ein Debüt muss man erstmal ernten. Der Titeltrack des Albums erhielt übrigens drei Grammy-Nominierungen und einen American Music Award. Und wer sich nun nochmal in die 90er versetzen möchte, kann die Platte ab dem 21. August so schön retro auf 180g Vinyl kaufen. Die Platte wird seit langer Zeit wieder erhältlich sein: Shit, Damn, Motherfucker (auch ein Song der Platte), hört doch einfach nochmal rein und überzeugt euch selbst!

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