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Popkultur

Die größten Pop-Meilensteine der Musikgeschichte: 15 Alben, die man einfach gehört haben muss

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Der Begriff Pop geht auf das Wort „populär“ zurück, womit eine universelle Beliebtheit gemeint ist. Diesen Gedanken hatten wir stets im Hinterkopf, als wir uns daran machten, die folgende Liste der 15 besten Pop-Alben aller Zeiten zusammenzustellen. Herausgekommen ist eine Auflistung von Werken, die rund um den Globus unzählige Menschen in ihren Bann gezogen und berührt haben, die jeweils eine ganze kulturelle Ära definieren sollten – und dabei trotzdem absolut zeitlos klingen: Sie sind heute noch genauso umwerfend wie am Tag ihrer Veröffentlichung. Sicher lassen sich Dutzende andere Alben anführen, die es ebenfalls verdient hätten, auf einer Liste wie dieser zu landen. Was jedoch die nun folgenden 15 Klassiker angeht, können wir von ihnen mit Gewissheit sagen, dass die Welt heute sehr viel ärmer wäre, wenn sie nicht entstanden wären.

von Brett Milano

15: Genesis: Invisible Touch (1986)

Weit entfernt von ihren Prog-Rockwurzeln, fanden Genesis auf ihrem mit reichlich Hits gespickten Invisible Touch-Album die perfekte Mischung aus Experimentellem und Pop-Appeal – verschnürt zu einem ultrageschmeidigen Achtziger-Paket. Sie wussten an diesem Punkt sehr genau, wie man auch noch das letzte Quäntchen Drama aus einem düsteren Song wie Tonight, Tonight, Tonight rausholt – und wann man sich zurückhalten muss, damit sich die emotionale Wucht einer Ballade wie Throwing It All Away perfekt entfalten kann. Die Krönung dieser Songs ist dabei ganz klar die unendlich radiotaugliche Gesangsstimme von Mr. Phil Collins.

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Anspieltipp: Throwing It All Away

14: Lady Gaga: Born This Way (2011)

Lady Gagas größter Wurf und ganz klar eines der herausragendsten Pop-Alben des zurückliegenden Jahrzehnts, weil hier der Inklusionsgedanke auf die Musik übertragen wird: Alles vom Stadion-Rock der Siebziger über Judy Garland und Edith Piaf bis hin zu zeitgenössischen Electropop-Sounds hat seinen Platz auf dieser LP. Und Lady Gaga verschnürt mit ihrer unverwechselbar selbstbewussten Art die Sounds zu einem schlüssigen Ganzen. Mit dem Titelsong von Born This Way versichert sie allen Außenseitern und Regelbrechern, dass sie bis ans Ende ihrer Tage eine von ihnen bleiben wird.

Anspieltipp: Born This Way

13: Fleetwood Mac: Fleetwood Mac (1976)

Zwar mag Rumours das ultimative Statement über zerrüttete Ehen und der Dekadenz der Siebziger sein. Aber Fleetwood Mac, das erste Werk der Rumours-Besetzung, klingt sehr viel ausgelassener: Hier darf noch gestaunt und richtig schön dreckig gerockt werden, ja, hier greift die Band auch zum letzten Mal ihre Blues-Wurzeln auf (siehe World Turning). Zugleich verweisen Lindsey Buckinghams I’m So Afraid und Stevie Nicks’ Rhiannon bereits auf den Stimmungswechsel und die mystischen Abenteuer, die vor ihnen lagen.

Anspieltipp: Rhiannon

12: Frank Sinatra: Come Fly With Me (1958)

Bevor der Begriff „World Music“ zu Marketingzwecken ausgeschlachtet wurde, umrundeten Frank Sinatra und Arrangement-Profi Billy May den Erdball. Dabei verpassten sie jedem einzelnen Reiseziel einen Soundtrack, der den jeweiligen Ort so wirken ließ, als könne man sich dort verlieben, in aufregende kulinarische Welten eintauchen und es sich einfach richtig gut gehen lassen. Während diese Begeisterung das gesamte Come Fly With Me-Album auszeichnet, darf Autumn In New York als die wohl innigste und gefühlvollste musikalische Liebeserklärung gelten, die der Metropole der Ostküste jemals gewidmet werden sollte.

Anspieltipp: Autumn In New York

11: Elton John: Tumbleweed Connection (1970)

Nicht nur eines der größten Pop-Alben, sondern zugleich eines der besten Americana-Alben – aufgenommen jedoch von einem Musiker, der an diesem Punkt noch nie einen Fuß auf US-Boden gesetzt hatte. Andererseits: Wer von uns könnte schon behaupten, den Wilden Westen selbst erlebt zu haben, der hier so grandios von Elton John und Bernie Taupin imaginiert und in Szene gesetzt wird? Die Größe von Burn Down The Mission und Country Comfort ist seither unerreicht; und selbst wenn die Liebeslieder genau genommen nicht wirklich ins Gesamtkonzept von Tumbleweed Connection passen, sind auch diese Songs einfach nur wunderschön.

Anspieltipp: Country Comfort

10: Blondie: Parallel Lines (1979)

… womit sich New Wave öffnen sollte, um die gesamte Geschichte des Pop einzubeziehen: Nie wieder sollten Buddy Holly (hier als Coversong vertreten) und Robert Fripp (Albumgast) so gut zusammen funktionieren und auf ein Album passen. Debbie Harry übertrifft sich selbst mit jedem neuen Song: Gerade noch ist sie die Heldin eines West Side Story-Szenarios, um alles schon im nächsten Moment auf die Schippe zu nehmen. Kurzum: Jeder einzelne Song von Parallel Lines klingt so, als hätte man endlich den Radiosender seiner Träume gefunden.

Anspieltipp: Heart Of Glass

9: David Bowie: Hunky Dory (1971)

Wenn man bedenkt, dass David Bowie noch nicht mal ansatzweise berühmt war, als er dieses Album aufnahm, wirkt die ganze Sache sogar noch dreister. Jeder dieser Songs schreit förmlich „Hey! Hier kommt auch schon der nächste Abstecher, den du im Bereich des Pop nie für möglich gehalten hättest!“ Los geht’s, indem er mit Changes die Sechziger vernichtet, um dann mit Oh! You Pretty Things die sexuelle Revolution zu feiern, die an dem Punkt noch nicht mal volle Fahrt aufgenommen hatte. Nicht zu vergessen: Das Glamrock-Finale Queen B__ch, gefolgt von The Bewlay Brothers, dem verstörendsten Titel, den Bowie je schreiben sollte.

Anspieltipp: Oh! You Pretty Things

8: Madonna: Like A Virgin (1984)

Mit einem Bein stand Madonna noch in der Dance-Subkultur New Yorks, als sie eines der größten Pop-Alben der Achtziger aufnahm: Der Geist dieser von sexuellen Reizen und Selbstmythologie geprägten Kultur, die wenig später durch AIDS böse zugerichtet werden sollte, ist auf und mit Like A Virgin unsterblich geworden. Zugleich verweisen Songs wie Angel bereits auf den klassischen Popstar, der sie werden wollte (und wenig später werden sollte).

Anspieltipp: Material Girl

7: Michael Jackson: Off The Wall (1979)

Michael Jackson lädt die gesamte Welt auf seinen Dancefloor ein. Er zaubert einen durch und durch universellen Pop-Entwurf hervor, bei dessen Entstehung auch Stevie Wonder und Paul McCartney ihre Finger im Spiel hatten. Aufgenommen an einem Punkt, an dem er als Sänger, Songschreiber und Style-Ikone seiner Zeit deutlich voraus war – und dazu lassen die Grooves einen so oder so nicht los: Das macht Off The Wall sogar noch einen Tick besser als den Mega-Nachfolger Thriller.

Anspieltipp: Don’t Stop ’Til You Get Enough

6: Taylor Swift: Red (2012)

Taylor Swifts Red-Album ist gewissermaßen das perfekte Update zu Parallel Lines (Blondie). Und es bedurfte einer sich rasant transformierenden Country-Musikerin, um ein derartiges Werk aufzunehmen. Swift setzt auf noch mehr Attitude, gibt sich noch dreister, wenn sie die jüngsten Jahrzehnte der Pop-Geschichte ins Mix aufnimmt, um das Ganze dann noch mit Hip-Hop- und Electro-Elementen zu unterfüttern. Weitestgehend ohne Autotune eingesungen, klingt sie durchweg umwerfend am Mikrofon. So wird sie zum ultimativen Tourguide für alle, die eintauchen wollen in die Welt der hochemotionalen Liebesdramen.

Anspieltipp: We Are Never Ever Getting Back Together

5: Tina Turner: Private Dancer (1984)

Ein echter Geniestreich von Tina Turner, der es hier gelingt, die stromlinienförmigen Synthiepop-Sounds der Mittachtziger mit der Perspektive der lebensklugen Diva zu verschnüren. Klassischer Soul (I Can’t Stand The Rain) trifft auf theatralische Monologe (Private Dancer) und eine durchweg starke weibliche Perspektive, was diese LP zu einem der größten Alben des Jahrzehnts macht. Heimliches Highlight ist das rockige Steel Claw, von Paul Brady geschrieben und im selben Jahr auch noch von Dave Edmunds eingesungen.

Anspieltipp: Steel Claw

4: Tony Bennett: The Beat Of My Heart (1957)

Der junge Tony Bennett versammelt ein Dreamteam aus Jazzmusikern um sich – unter anderem sechs Schlagzeuger, daher der Albumtitel – und liefert die ultimativen Interpretationen von Stücken, die Cole Porter, Johnny Mercer und andere einst komponierten. Ob man das Ergebnis nun dem Jazz oder dem Pop zuordnet, tut wenig zur Sache, weil die Rechnung für beide Seiten mehr als aufgehen sollte. Ja, und obwohl wir Bennett auch als älteren Gentleman umwerfend finden, klingt er hier wahnsinnig gut und dazu auch verdammt sexy.

Anspieltipp: Let’s Face The Music And Dance

3: The Beatles: Help! (1965)

Wie bitte? Dieses Album – und nicht Sgt. Pepper? Allerdings, denn Help! (die richtige, sprich: UK-Version, versteht sich) war der Punkt, an dem die Kreativität der Beatles ein für alle Mal mit ihnen durchgehen sollte: Die inhaltlichen Perspektiven von John (man denke ans Titelstück und You’ve Got To Hide Your Love Away), die hochfliegenden Melodien von Paul (The Night Before und Yesterday) – und als Krönung war da sogar noch ein Element, das Pepper nicht hatte: einen richtig krassen Rocksong wie Dizzy Miss Lizzy nämlich.

Anspieltipp: Help!

2: The Beach Boys: Smile (1967)

Jahrzehntelang war es bloß ein Gerücht und gar kein greifbares Album. Doch als die Welt dann schließlich Smile zu hören bekam – sowohl Brian Wilsons Neuaufnahme von 2004 als auch, später dann, die restaurierte Originalaufnahme von 1967 –, entpuppte sich dieses Werk als genau das, was man sich immer davon versprochen hatte: Eine visionäre Zusammenstellung von Songs, die auf ganz eigene Weise funktionieren. So umwerfend schön, ausgelassen und augenzwinkernd, dass selbst die vielen, vielen Smile umrankenden Mythen nicht über diese Qualität hinwegtäuschen konnten. Sicher, die Welt konnte dieses Album aufgrund der Verzögerungen im Jahr 1967 noch nicht verändern. Doch das ist halb so schlimm, denn es tut letztlich nichts zur Sache, wann ein derartiges Werk erscheint: Smile ist und bleibt eines der größten Pop-Alben aller Zeiten. Und es wird auch im nächsten Jahrhundert noch relevant klingen.

Anspieltipp: Good Vibrations

1: Stevie Wonder: Songs In The Key Of Life (1976)

Wenn es ein Album gibt, auf dessen Groove sich immer noch alle einigen konnten, dann ist es Songs In The Key Of Life. Stevie Wonder mag auf den Vorgängern vielleicht sogar noch etwas mutiger gewesen sein, doch hier wusste er einfach, dass die ganze Welt hinhören und erfahren wollen würde, was im Verlauf dieser 2,5 LPs passiert. Dass die Hits eigentlich eher Hymnen sind, braucht man nicht zu sagen (und Sir Duke war wohl der einzige #1-Hit des Jahrzehnts, dessen Titel sich auf Duke Ellington bezog). Aber seine ganze Wucht entfaltet dieses Album, wenn man auch die unbekannteren Stücke wie das ernüchternde Village Ghetto Land und den Funk-Bonustrack All Day Sucker genauer betrachtet. Die Liebe (auch die körperliche) steht dabei immer wieder im Mittelpunkt, wobei Songs In The Key Of Life insgesamt für eine Haltung und eine positive Weltsicht steht, die mit jedem Jahr relevanter wird.

Anspieltipp: All Day Sucker

Die besten letzten Platten aller Zeiten

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Popkultur

„The Wall“ als Film: Roger Waters’ holpriger Weg ins Kino

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Pink Floyd spielen "The Wall"
Foto: Rob Verhorst/Redferns/Getty Images

Als Pink Floyd im Jahr 1979 ihr monumentales Konzeptalbum The Wall vorlegen, denkt Mastermind Roger Waters schon längst über eine Verfilmung der Geschichte nach. Genau dazu kommt es wenig später auch — allerdings auf großen Umwegen, mit viel Streit und einem enttäuschenden Ergebnis.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch The Wall von Pink Floyd anhören:

Mitte der Siebziger hängt der Haussegen bei Pink Floyd mächtig schief. Frontmann Roger Waters reißt Stück für Stück die kreativen Belange an sich, Gitarrist David Gilmour fühlt sich deshalb übergangen. Keyboarder Richard Wright kommt ohnehin zu kurz, doch die Schuld dafür gibt sich der typische Klassenstille später selbst. Als sich die Musiker auch noch um Tantiemen streiten und Gilmour zum ersten Mal Papa wird, übernimmt Waters noch mehr künstlerische Kontrolle. Quasi im Alleingang schreibt er das Konzeptalbum The Wall, das eine Kette von Ereignissen nach sich zieht. Da wären zum Beispiel der Rauswurf von Keyboarder Wright oder die aufwändige The Wall-Tour. Waters hat mit der Platte aber noch etwas anderes vor: Er möchte die Geschichte als Film auf die große Leinwand bringen.

The Wall: ein autobiografisch angehauchtes Meisterwerk

Die Handlung von The Wall lässt tief in Waters’ eigene Biografie blicken: Rockmusiker Pink leidet unter dem Tod seines Vaters im Zweiten Weltkrieg, unter seiner überfürsorglichen Mutter und unter seinem Dasein als Rockstar, der sich zunehmend von seinem Publikum isoliert fühlt — genau wie Waters während der ersten Pink-Floyd-Stadion-Shows im Rahmen der In The Flesh-Tour. Auch Schulprobleme aus der Kindheit und schwierige Liebesbeziehungen machen Pink zu schaffen. So demütigt ein Lehrer ihn zum Beispiel, indem er Pinks Gedichte laut vor der Klasse vorliest. Später findet der Rockstar heraus, dass ihn seine Frau betrügt und versucht, den Schmerz mithilfe eines Groupies und schließlich mit Drogen zu bekämpfen. Jede Enttäuschung sorgt für „another brick in the wall“, die Pink um sich errichtet. Am Ende laufen all seine negativen Erfahrungen zusammen.

Einen Film plant Waters schon vor der Produktion des Albums. Live-Aufnahmen sollen darin vorkommen, genauso wie Animationen aus dem Pinsel von Gerald Scarfe, der schon die LP von The Wall gestaltete. Auf dem Regiestuhl sollen Alan Parker und Michael Seresin sitzen, Waters möchte als Pink vor die Kamera treten. Doch dann kommt alles anders: Waters eignet sich nicht als Schauspieler, stattdessen übernimmt Boomtown-Rats-Frontmann Bob Geldof die Rolle. Der erzählt seinem Manager im Taxi noch, wie bescheuert er den Film findet — nicht wissend, dass Roger Waters’ Bruder am Steuer des Wagens sitzt. Live-Mitschnitte von Pink Floyd ergeben nach Waters’ Ausscheiden aus dem Cast keinen Sinn mehr, Seresin verlässt das Projekt daraufhin komplett. Übrig bleiben Parker, Waters und Scarfe. Harmonisch verläuft die Zusammenarbeit der Drei allerdings nicht …

Viel Ego, viel Film

Immer wieder geraten Musiker Waters, Regisseur Parker und Animateur Scarfe aufgrund ihrer Egos aneinander. Parker beschreibt den Filmprozess sogar als „eine der schlimmsten Erfahrungen meines kreativen Lebens“. Scarfe wiederum gibt in einem Interview mit dem Pink-Floyd-Magazin Floydian Slip zu Protokoll, er habe während der Dreharbeiten stets eine Flasche Whiskey im Gepäck gehabt. „Ich saß gegen neun Uhr morgens in meinem Auto und hatte eine Flasche Jack Daniel’s auf dem Beifahrersitz“, so Scarfe. „Ich trinke nicht viel, aber damals musste ich morgens einen Schluck nehmen, weil ich wusste, was auf mich zukam, und dass ich mich in irgendeiner Weise stärken musste.“ Roger Waters selbst genießt die Arbeit am The-Wall-Film auch nicht gerade, bezeichnet sie aber schlicht als „sehr zermürbende und unangenehme Erfahrung“.

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Die Premiere des Streifens geht am 23. Mai 1982 in Cannes über die Bühne, drei Wochen später folgt die Erstaufführung in London. David Gilmour und Nick Mason erscheinen als Gäste, Geldof und Scarfe lassen sich die Premiere natürlich ebenfalls nicht entgehen — genauso wenig wie Pete Townshend von The Who, Roger Taylor von Queen und Sting von The Police. Richard Wright bleibt wegen seines Rauswurfs zuhause. Zwölf Millionen US-Dollar kostet der The-Wall-Film unterm Strich, fast das Doppelte spielt er ein. Eigentlich handelt es sich bei dem Streifen also um einen Erfolg, doch Roger Waters ist nicht zufrieden. „Ich war am Ende ein bisschen enttäuscht“, verrät er 1988 in einem Interview. „Ich habe keinerlei Sympathie für den Hauptcharakter empfunden. Der Film war so ein Feuerwerk für die Sinne, dass ich als Zuschauer gar keine Chance hatte, mich richtig darauf einzulassen.“

„Was zum Teufel war das?“

Regie-Legende Steven Spielberg soll ein wenig direktere Worte gefunden haben und nach der Premiere in Cannes gefragt haben: „Was zum Teufel war das denn?“ The-Wall-Regisseur Parker behauptet später, dass ihn diese Reaktion gefreut habe: „In der Tat, ‚Was zum Teufel war das?‘ Niemand hatte so etwas bisher gesehen — eine wilde Mischung aus Live-Action, Storytelling und Surrealismus.“ Heute hat die The-Wall-Verfilmung ihren festen Platz in der Popkultur, nicht zuletzt aufgrund der charakteristischen Animationen von Scarfe. Zu den Sternstunden der Pink-Floyd-Geschichte zählt der Streifen aber sicher nicht.

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Die Alben von Pink Floyd im Ranking — die besten Platten der Prog-Legenden

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„Keeper Of The Seven Keys: Part I“: Als Helloween den Power Metal erfanden

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Helloween
Foto: Paul Natkin/Getty Images

Ursprünglich als Doppel-LP gedacht, veröffentlichen Helloween am 23. Mai 1987 den ersten Teil ihrer Keepers Of The Seven Keys-Saga. Die Schwelle zum Erfolg rückt näher, alle Zeichen stehen auf Durchbruch. Der große Knall gelingt der Band zwar erst ein Jahr später mit Part II — doch Part I sowie die Rekrutierung von Sänger Michael Kiske markieren wichtige Grundsteine für den jahrzehntelangen Erfolg der Hamburger.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Keeper Of The Seven Keys: Part I von Helloween anhören:

Als Helloween am 23. Mai 1987 ihr zweites Album Keeper Of The Seven Keys: Part I auf die Öffentlichkeit loslassen, steht die Band an einem Wendepunkt: Mit Walls Of Jericho hatte die Gruppe 1985 ein vielbeachtetes Debütalbum vorgelegt, mit Keeper Of The Seven Keys: Part II wird den Hamburgern 1988 der ganz große Durchbruch gelingen. Part I ebnet zwischenzeitlich den Weg dorthin. Doch was hat sich im Hause Helloween vom Debüt bis zu Keeper Of The Seven Keys: Part I eigentlich verändert?

„So anders als die letzte ist die Platte im Grunde genommen gar nicht“, findet Gitarrist Michael Weikath im Frühjahr 1987 in einem Interview mit dem deutschen Metal Hammer. So ganz recht hat er damit nicht: Nach ihrem ersten Album nehmen Helloween nämlich einen entscheidenden Personalwechsel vor — und holen Sänger Michael Kiske an Bord.

Kai Hansen: „Ich bin eher ein Schreihals.“

Dass Gitarrist Kai Hansen seinen Posten am Mikrofon räumt, liegt hauptsächlich daran, dass er sich als Sänger nicht wohlfühlt; vor allem das gleichzeitige Gitarrespielen ist ihm nicht geheuer. „Ich habe mich nie wirklich als Sänger gesehen“, verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine. „Ich bin eher eine Art Schreihals. Außerdem hat mir die Disziplin gefehlt. Saufen und Rauchen machen die Stimme nicht besser.“

Als Gitarrist rückt Hansen auf Keeper Of The Seven Keys: Part I in den Vordergrund, weil sein Sechs-Saiten-Kollege Michael Weikath wegen Krankheit nur sporadisch an den Sessions teilnehmen kann. Dadurch entsteht zum Beispiel der legendäre Song Future World, den Helloween als einzige Single von Part I auskoppeln. Auch das Stück Halloween stammt aus Hansens Feder. Untätig bleibt Weikath natürlich trotzdem nicht.

Mit A Tale That Wasn’t Right steuert der Gitarrist eine Ballade für die Ewigkeit bei, auch an Follow The Sign schreibt er mit. Freshman Michael Kiske komponiert das Stück A Little Time und leistet damit ebenfalls einen Beitrag zu der historischen Errungenschaft, die man Keeper Of The Seven Keys: Part I im Allgemeinen nachsagt: die Erfindung des Power Metal.

Klassischer Heavy Metal, unfassbare Geschwindigkeiten, symphonische Elemente, epische Texte: Wenn es um Drachen, Zauberer und jede Menge Doublebass geht, ist das Wörtchen „Power“ im Metal nicht weit. „Mir kam es damals nicht so vor, als hätten wir etwas großartig Neues geschaffen“, erinnert sich Kai Hansen im ClassicRock-Interview. „Niemand konnte damals etwas mit dem Begriff Power Metal anfangen, für uns war das einfach nur Heavy Metal. Das ist es auch heute noch. Was zum Teufel soll Power Metal denn sein?“

Keeper Of The Seven Keys: Part I — ein Überraschungserfolg

Eigentlich hätten Helloween Part I und Part II der Keepers Of The Seven Keys-Saga lieber als Doppel-LP veröffentlicht, doch bei einer Newcomer-Band möchte die Plattenfirma Noise Records vermutlich lieber auf Nummer sicher gehen. Wer hätte schließlich geahnt, dass Helloween heute zu den größten Namen der Krawallmusik-Szene zählen würden und dass ausgerechnet der Doppelschlag Keeper Of The Seven Keys: Part I und II so sehr dazu beitragen würden.

Schon kurz nach der Veröffentlichung landet Part I unverhofft auf Platz 15 der deutschen Albumcharts. „Dass wir in die normalen Charts kommen, das hat wirklich keiner von uns erwartet“, erzählt Gitarrist Weikath im MetalHammer-Interview. Mit Part II gelingt sogar der Sprung auf Platz fünf. „Ich frage mich wirklich, wo denn eigentlich die Leute sitzen, die das alles kaufen. Da scheint es wesentlich mehr von zu geben, als ich angenommen hatte.“ Gut so!

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Zeitsprung: Am 29.8.1988 erscheint „Keeper Of The Seven Keys: Part II“ von Helloween.

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Zeitsprung: Am 22.5.2001 erscheint das erste Bon Jovi-Livealbum „One Wild Night“.

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Bon Jovi

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 22.5.2001."

von Christof Leim

Keine Frage: Bon Jovi dominieren den Hard Rock der Achtziger. Mit Slippery When Wet (1986) und New Jersey (1989) liefern sie zwei Nummer-eins-Alben hintereinander ab, daneben empfehlen sie sich als fleißige und mitreißende Liveband, die fast pausenlos durch die größten Hallen und Stadien in aller Welt tourt. Alleine die Konzertreise für Slippery dauert 15 Monate (von Juli 1986 bis Oktober 1987), danach hängen die Herren für New Jersey nochmal unfassbare 16 Monate (von Oktober 1988 bis Februar 1990) dran. Einen (offiziellen) Konzertmitschnitt dieser glorreichen Zeit sucht man allerdings vergebens.

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Hier könnt ihr in One Wild Night: Live 1985-2001 reinhören:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Die erste „richtige“ Liveplatte erscheint nämlich erst viel später, am 22. Mai 2001. Da hat sich die Welt der Rockmusik schon weitergedreht, Grunge und Crossover sind gekommen und wieder gegangen. Bon Jovi haben mehrjährige Pausen eingelegt, Soloalben veröffentlicht und sich immer mehr zu einer erwachsenen Rockband entwickelt, die Springsteen stilistisch näher steht als Kiss und Aerosmith. Zuletzt brachten sie im Sommer 2000 das Album Crush auf den Markt, eine weitestgehend entspannte, oft balladeske Angelegenheit. Als Liveband aber lassen sie weiter nichts anbrennen und füllen immer noch die Stadien.


Für One Wild Night: Live 1985-2001 beschränken sich die Musiker nicht auf die Aufzeichnungen einer Show oder einer Tour, sondern stellen Songs aus drei Phasen ihrer Karriere zusammen: von aktuellen Konzerten im Jahr 2000 und Shows von der Mitte der Neunziger, als junge Rockhörer auf ganz andere Sounds standen, sowie von einem Gig in Tokio 1985. (Ja, die Herren sind schon früh ordentlich rumgekommen.) Aufnahmen aus den ganz großen Jahren, also von den Megatouren zu Slippery und New Jersey, fehlen sonderbarerweise.



Mit der Songauswahl decken Bon Jovi dabei alle Phasen ihrer Karriere ab; es finden sich die offensichtlichen Hits (Livin’ On A Prayer, Bad Medicine et al.), locker-flockiges Neunziger-Zeug (Something For The Pain, Something To Believe In) und damals neues Material wie Just Older oder It’s My Life. Als alte Schätzchen gibt es den ersten Hit Runaway vom 1984er-Debütalbum und In And Out Of Love vom oft (und zu Recht) vergessenen Zweitwerk 7800° Fahrenheit.



Interessant wird es bei den Coverversionen: Im südafrikanischen Johannesburg lassen Bon Jovi eine treibende Version von Neil Youngs Rocking In The Free World vom Stapel, bei I Don’t Like Mondays singt sogar Bob Geldof mit. (Für die Komplettisten: Diese Aufnahme wurde schon auf der Doppel-CD-Variante von These Days (1995) veröffentlicht; drei Mitschnitte aus Zürich gibt es ebenfalls auf der The Crush Tour-DVD. ) Bei der letzten Nummer schließlich, dem titelgebenden One Wild Night 2001 handelt es sich um einen Remix eines Tracks von Crush. Diese neue Version wird auch als Single ausgekoppelt, ebenso der alte Gassenhauer Wanted Dead Or Alive.



Alles in allem repräsentiert die Platte gut den musikalischen Stand der Gruppe zur Jahrtausendwende. Bon Jovi erweisen sich als souveräne Liveband mit guten Gesängen und einem Frontmann, der die Menge anzuspornen weiß. Natürlich klingen unsere Helden mittlerweile im Vergleich zur ungestümen Hardrockerei der Achtziger ein gutes Stück erwachsener. Was vor allem heißt: Der Chef schreit nicht mehr so viel, und die Gitarre macht weniger „Brett“. Das Album erscheint am 22. Mai 2001 und schlägt sich recht wacker in den Charts mit hohen Platzierungen in Europa (Platz 3 in Deutschland) und einem 20. Rang in den USA. Der nächste Konzertmitschnitt Inside Out lässt dann wieder bis 2012 auf sich warten, aber das ist eine andere Geschichte…

Zeitsprung: Am 28.4.1989 heiratet Jon Bon Jovi seine Jugendliebe – heimlich.

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