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Popkultur

Eminem, CCR, Elton John, Nirvana – Das Beste vom Besten

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Schokolade oder Lakritz? Kratz-Eis oder Walnuss-Birne-Pizza? Beatles oder Stones? Oder doch lieber alles zusammen? Wer generell ein Problem mit Entscheidungen hat, dem verursachen die vielen Best Of Specials in unserem Sommer Sale (exklusiv bei Apple) vielleicht etwas Unbehagen in der Magengegend. Doch dafür sind wir ja da: Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Releases und sagen euch warum welches Best Of sich besonders lohnt. Wer sich dann immer noch nicht entscheiden kann, sollte einfach alle kaufen, sind ja eh im Sale – zumindest vom 10. Juli bis zum 23. Juli.

 

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Bob Marley & the Wailers – Legend

BobMarl_Legend_CoverAr_5000DPI300RGB1000020797The Best of the Best, die Crème de la Crème, die Kirsche auf dem Sahnehäubchen des Lebens – so wollen uns alle nachfolgend genannten Künstler mit den Perlen ihres Oeuvres suggerieren, was sie bereits erreicht haben (und wir nicht). Na ja, zumindest stapelt Bob Marley nicht gerade tief und benennt sein eigenes Best Of Legend. Dieses Selbstvertrauen möchte man haben.

Ganz Unrecht hat der bekannteste Jamaikaner und prominentester Träger der Farben Gelb, Rot, Grün ja nicht. Seine Musik und Popsongs waren alles andere als leere Wortphrasen. Politische Themen und jamaikanisches Lebensgefühl schwangen in gleichem Maße mit. No Woman, No Cry, Redemption Song, I Shot The Sheriff oder Easy Skanking lassen diese Legende nochmals aufleben.

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Bon Jovi – Greatest Hits

Gerade trifft man den Namen Bon Jovi eher durch schlechte Tattoos in den Medien, die sich Fans haben weiß Gott wo stechen lassen (It’s is my life und so) – doch es gab in der Vergangenheit auch ruhmreichere Momente. Versammelt sind diese auf der Greatest Hits Compilation. Man darf sich nicht von dem Cover mit dem schrecklichen Tattoomotiv (Zufall?) Schwert-durchbohrt-goldenes-Herz abschrecken lassen. Wichtig sind die inneren Werte: Livin‘ On a Prayer, Wanted Dead or AliveAlways und natürlich der Klassiker It’s My Life finden hier ihren Platz.

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Bryan Adams – The Best Of MeBryanAd_TheBest_CoverAr_5000DPI300RGB1000020830

Das Beste von Bryan Adams. Das sagt der Titel. Das ist auch der erste Song auf der Platte. Der Kanadier steht aber wohl für keinen Song, wie seinem Kassenschlager The Summer of 69 – der natürlich auf dieser Compilation nicht fehlen darf. All for Love, aufgenommen mit seinen Kumpanen Rod Stewart und Sting, sowie die Peter Pan-eske Hymne an die Jugend, 18 til I Die finden sich ebenfalls auf diesem Best Of.

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Cat Stevens – The Very Best Of Cat Stevens

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Yusuf Islam, oder kurz Yusuf, besser bekannt als Cat Stevens, ist Vielen wohl noch durch die Songs, die im Oberstufen Unterricht gerne mal gesungen wurden, bekannt: Morning has Broken oder Father and Son zum Beispiel. Dass der 1978 zum Islam konvertierte Cat Stevens natürlich viel mehr zu bieten hat, zeigt er auf seinem VERY Best of. Hier finden sich neben oben genannten und oft repetierten Titel auch weitere Perlen wie Moonshadow, The First Cut Is the Deepest oder Lady D’Arbanville.

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Creedence Clearwater Revival – Best Of

CCR mögen‘s schlicht. Das Best of heißt Best of und auf der Platte gibt es keinen überflüssigen Schnickschnack, sondern einen soliden Oeuvre-Überblick. Trashige Leuchtschrift präsentiert den Bandnamen über einer Hütte irgendwo an einem süd-amerikanischen Highway.

Die Band um John und Tom Fogerty steht wie kaum eine andere für den Southern Rock der USA. Daher kann indessen jeder eine Nase Mississippi Luft schnuppern, der sich die hier versammelten Titel wie Bad Moon Rising, Fortunate Son oder Green River an einem warmen Sommertag anhört.

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Dire Straits – Sultans Of Swing: The Very Best Of Dire Straits

Mark Knopfler und seine Dire Straits sind so klassisch wie Kartoffelsalat auf dem Grillfest und so traditionell wie Apfelkuchen bei Oma. Sultans of Swing (wer kam bitte auf diesen grandiosen Namen?) wartet dabei mit den besagten Rosinen aus dem Kuchen auf: Mit-Schwoof-Hits wie Walk of Life oder Sultans of Swing reihen sich an Songs wie Money for Nothing. Mit dem Album kann man als solider Rock-Fan eigentlich nichts falsch machen.

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Elton John – The Greatest Hits 1970-2002

EltonJo_TheGrea_CoverAr_5000DPI300RGB1000161185Elton John hat sogar so viele Hits, dass er die Best Ofs nach Jahren einteilen muss. Hier sei euch mal die Periode von 1970-2002 ans Herz gelegt. Dass diese Periode einer der besten ist, zeigt sich bereits an der Songauswahl dieses Doppelalbums.

Cheesy schöne Tracks wie Daniel, Don’t Let the Sun Go Down on Me oder Your Song, der durch das Cover zum Moulin Rouge Film noch einmal eine Renaissance erlebte findet hier seinen Platz. Generell schein Elton John prädestiniert für die Untermalung ikonischer Leinwand-Klassiker. Hier tummeln sich auch Tracks wie Tiny Dancer (die Bus-Szene in Almost Famous) oder Circle of Life (allein der Gedanke an König der Löwen treibt mir die Tränen in die Augen), die untrennbar mit den jeweiligen Szenen verbunden sind. Doch trocknet eure Tränen, tanzbar mit Ohrwurm Potential kann Sir Elton John auch. Hier vertreten durch Crocodile Rock (die beste Performance gab es in diesem Zuge in der Muppet Show), I’m Still Standing oder Don’t Go Breaking my Heart fest. Kiki Dee. Eine größere Hit-Dichte bietet kaum eine andere Empfehlung in dieser Liste.

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Eminem – Curtain Call

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Eminem verbeugt sich mit seinen größten Hits. Der Dank gilt dem Publikum, also uns. Wie nett vom whitest rapper around! Aber warum auch nicht? Mittlerweile gilt Slim Shady als einer der berühmtesten Rapper überhaupt. Der Rolling Stone kürte ihn gar als ‚King of Hip Hop‘.

Für alle, die also eine Übersicht über sein bis dato musikalisches Schaffen bekommen möchten, denen sei Curtain Call von 2005 wärmstens ans Herz gelegt: Lose Yourself (für das er einen Oscar gewann), The Real Slim Shady, My Name Is oder Stan (feat. Dido) finden sich auf dieser Compilation.

Fazit: Am besten geeignet für Menschen, die gerne schnell sprechen und einen Faible für gewandte Wortwitze haben und ein bisschen Wut in sich tragen.

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Guns n’ Roses – Greatest Hits

Waffen und Rosen klingt im Deutschen ziemlich dämlich, doch im Englischen assoziert man direkt Schweiß, Männlichkeit und Rockmusik. Genau dafür stehen Guns n’ Roses, deren Best of von 2004 die Klassiker Sweet Child O’ Mine, Paradise City und November Rain enthält.

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Johnny Cash – The Legend Of Johnny Cash

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Wird der Begriff ‚Legend‘ ja oftmals inflationär gebraucht, ist er hier genau richtig: Johnny Cash ist zurecht eine Legende – ein Mann der das verstaubte Image der Country Musik einfach wegspielte. Mit einer unglaublichen Präsenz und der Liebe zur Musik prägte er die Musiklandschaft mit Songs wie Folsom Prison Blues, I Walk the Line oder Ring of Fire. Diese Tracks sowie das bemerkenswerte Nine Inch Nails Cover Hurt zeigen das Können des Man in Black.

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Nirvana – Nirvana

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Schon wieder ein Album, das fast nur ikonische Hits enthält. Nirvanas viel zu kurze Karriere ist hier durch Songs wie Smells Like Teen Spirit (natürlich), Come as You Are, Pennyroyal Tea oder All Apologies zusammengefasst. Viel bleibt nicht zu sagen, außer: Kaufen, weil unverzichtbar im Plattenregal!

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Supertramp_The Very Best Of_CoverAr_Source_1000019310Supertramp – The Very Best Of

Die Prog Rock Helden der 70er und 80er können natürlich ebenfalls mit ihren Karriere Knallern aufwarten: The Very Best Of zeigt in Anlehnung an Crime of The Century die freischwebenden Gitterstäbe des besagten Albums – diesmal mit Cocktail, der Feierlichkeit halber. Und zu feiern gab es über eine Dekade Prog Songs von Supertramp wie Breakfast in America, Give a Little Bit oder School. Na dann: Prost!

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The Beatles – 1

5099908307026_The Beatles 1Auch nicht größenunwahnsinnig, diese Fab Four. Doch zu Recht nennen sie ihre Best Of-Sammlung nicht 2 oder 5, sondern 1 – denn hier sind alle Nummer 1 Hits der offiziellen UK-Charts bzw. der die US-amerikanischen Billboard Hot 100 Charts vertreten. Über 27 Songs wurden digital remastered und vom Beatles-Produzenten George Martin zusammen den damals noch lebenden Ex-Beatles George Harrison sowie Ringo Starr und Paul McCartney.

Dieser Überblick über die kommerziell erfolgreichsten Tracks erweitert also eure Plattensammlung um ein Vielfaches. Songs wie Love Me Do, Help oder Yesterday sind genauso auf 1 vertreten wie Come Together, Let It Be oder Yellow Submarine.

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The Cure – Greatest Hits

Ach Robert Smith! Eigentlich sind alle The Cure Songs Greatest Hits. Diese Compilation aus dem Jahre 2001 markiert allerdings die Zusammenarbeit mit dem Label Fiction Records, den kurz bevor The Cure und ihr Langzeit-Label getrennte Wege gingen, sollte es ein Best-Of geben. Das Beste an diesem Best Of: Die Songs wurden von Smith selbst ausgewählt.

Hier kommen also Songs wie der Klassiker Boys Don’t Cry, das wunderbare A Forest, das tanzbare The Lovecats oder eben Friday I’m in Love. Wir sind auf jeden Fall jeden Tag in love und ihr solltest das auch sein – zum Beispiel mit diesem Sampler.

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U2 – U218 Singles

0602517135413_U2 18 SinglesIn Berlin als langsamste U-Bahnlinie, hat die kurze Buchstaben-Zahlen-Kombination im Rest Deutschlands (ach was, der ganzen Welt) eine komplett andere Konnotation. Bevor Stadion-Rock erfunden war, wussten U2 schon ihre Fans mit Hymen zu versorgen. Gutmensch und Vorzeige-Ire Bono lässt auf U218 Singels daher auch keine Nummer aus: das herzschmerzliche With or Without You, das politische Sunday Bloody Sunday oder das hoffnungsvolle It’s a Beautiful Day.

Die Platte enthält neben den zuvor veröffentlichten Singles allerdings auch zwei neue Tracks Window in the Skies und The Saints Are Coming, die von Rick Rubin in den Abbey Road Studios produziert wurden. The Saints Are Coming ist zugunsten der Opfer des Hurrikans Katrina aufgenommen worden. Ein Muss für jeden der U2 okay findet. Ein Muss für Fans sowieso.

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2 Pac – Greatest Hits

2pacUnd wo wir schon bei der Zahl 2 sind, kommt gleich noch ein Hit-Album hinterher, dessen Urheber auch fast ikonisch mit dieser Zahl verbunden ist – wenn auch in einem komplett anderen Genre: 2Pac.

Das 1998, zwei Jahre nach seinem Tod, veröffentlichte Greatest Hits Album versammelt zuvor veröffentlichte Singles aus den fünf bis zu diesem Zeitpunkt erschienenen Studioalben und bildet somit einen hörenswerten Querschnitt durch Tupac Shakurs viel zu kurzes Lebenswerk. Die meisten Tracks (8 an der Zahl) sind von der Platte All Eyez on Me, das 1996 das erste Studio-Doppelalbum in der Geschichte des Raps war. Die Doppel-CD bietet neben diversen Hits wie 2 of Amerikaz Most Wanted, Life Goes On oder Changes auch Gastauftritte von Snoop Dogg, Dr. Dre, Danny Boy und Outlawz.

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Popkultur

Zum 79. Geburtstag von Jimi Hendrix: Erneuerer, Mythos, unerreichtes Genie

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Jimi Hendrix
Foto: Svenska Dagbladet/AFP via Getty Images

Er prägte das E-Gitarrenspiel wie wenige andere, revolutionierte in den wenigen Jahren, die ihm vergönnt waren, die Rockmusik und ist noch immer die Messlatte für alles. Heute wäre James Marshall „Jimi“ Hendrix 79 Jahre alt geworden. Sein Einfluss ist nach wie vor allgegenwärtig.

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von Markus Brandstetter

Jimi Hendrix schaffte in der Gitarrenwelt das, was nach ihm wohl nur Eddie Van Halen gelang: diesen alles erschütternden Moment, der keinen Stein auf dem anderen ließ. Bei beiden gibt es hunderte, tausende ähnliche Geschichten prominenter Musiker und Musikerinnen, die von regelrechten Erweckungserlebnissen erzählen. Geschichten von dem Moment, in dem sie Hendrix im Fernsehen gesehen haben, gleichermaßen begeistert und fassungslos darüber, wie er spielte, wie ungewöhnlich, radikal und — je nach Song – auch wunderschön das klang. Es gab vor Hendrix großartige Gitarristen und Gitarristinnen und es gab nach Hendrix großartige Gitarristen und Gitarristinnen. Aber es gibt eben auch eine Zeitrechnung: die der Gitarre VOR Hendrix und Gitarre NACH Hendrix. Es ist das, was viele unserer Gitarrenheld*innen auch über den Moment berichten, an dem sie zum ersten Mal Eddie Van Halen gesehen oder gehört haben: Es war danach einfach alles anders und kein Stein blieb auf dem anderen.

Ynwgie Malmsteen über Hendrix: „Er hat alles auf den Kopf gestellt”

Aber was machte diese unglaubliche Anziehungskraft aus? Yngwie Malmsteen erzählte 2019 gegenüber dem deutschen Magazin Gitarre und Bass, es sei zunächst Hendrix’ Image gewesen, das ihn fasziniert habe, mit der Musik habe er sich erst später beschäftigt. „Es sind seine Songs, sein Sound, sein Auftreten, seine Erscheinung. Sein Spiel war gar nicht zwingend das, was mich faszinierte. Das war Blues-Musik auf Drogen. Aber er hat sie wie kein anderer gespielt“, erzählte Malmsteen dem Magazin, und fuhr fort: „Er hat alles auf den Kopf gestellt und von innen nach außen gekrempelt. Die Art, wie er auf der Bühne gespielt hat und wie er sich dabei gab, hat dazu beigetragen, dass er zu dem wurde, was er heute ist. Wenn er ruhig und nett in der Ecke herumgestanden und brav gespielt hätte, wäre er keine Legende geworden.“

Steve Vai: Hendrix war „elektrischer Zucker“

Eine weitere Gitarrenlegende, die von Hendrix maßgeblich geprägt wurde, ist Steve Vai. Der erklärte 2010 gegenüber Music Radar: „Es war wie elektrischer Zucker, um einen Ausdruck von Tom Waits zu gebrauchen. Ich war etwa 12 Jahre alt und lag mit Kopfhörern da und hörte mir Jimi an, wie er The Star Spangled Banner und Purple Haze spielte, wieder und wieder und wieder. Ich wusste nicht, wie er aussah, ich wusste gar nichts über ihn. Ich wusste nur, was auch immer er tat, wie auch immer er diese Klänge erzeugte, es war unglaublich. Ich war so aufgeregt und dachte: Wann immer dieser Typ in die Stadt kommt, um zu spielen, muss ich ihn sehen. Ich hatte keine Ahnung, dass er gestorben war.“

„Selbstvertrauen und Coolness für fünf Leute“

Auch für Vai bestand die Magie von Hendrix gleichermaßen in Hendrix’ Musik als auch seiner Person: „Irgendwann bekam ich ein Exemplar von Are You Experienced, und das war eine Offenbarung für mich. Die Songs waren zugänglich, sie waren schön, und Jimi hatte etwas, das extrem cool war. Coolness ist etwas, das aus deinem Inneren kommen muss. Es ist ein Selbstvertrauen, das man hat. Jimi hatte genug Selbstvertrauen und Coolness für fünf Leute.“

Hendrix’ Spiel

Es gibt unzählige Faktoren und Elemente, die Hendrix’ Spiel und Stil so einzigartig machten. Ein Teil der Magie bestand schon allein darin, wie Hendrix seine Gitarre zähmte. Das Set-up: ein Marshall-Stack, jede Menge Verzerrung und Rückkopplung, die alles andere als geräuscharmen Single-Coil-Tonabnehmer seiner Stratocaster — auch körperlich machte Hendrix beim Spielen den Eindruck, als würde er gerade einen wilden Mustang zureiten. Den er aber stets vollständig unter Kontrolle hatte.

Und dann war da Hendrix’ unvergleiche Fähigkeit, Rhythmus und Melodie miteinander verbinden, Akkordfolgen zu zerlegen, kleine Verzierungen und Licks einzubauen, seinen Gesang damit zu akzentuieren. Man hört das bei Stücken wie Little Wing, Bold As Love, Castles Made Of Sand oder The Wind Cries Mary — immer dann, wenn Hendrix runter vom Verzerrer ging. Er verschmolz in seinem Spiel mühelos verschiedene Stile, und ganz wichtig: Er schrieb auch phänomenale Stücke. Alles was er brauchte, war ein Trio und trotzdem klang seine Musik so voll wie ein Orchester.

Hendrix steht auch wie kein anderer für eine historische Phase der Gegenkultur, für den Bruch mit Erwartungen. Er war gleichermaßen Aushängeschild wie auch Erneuerer. Er schuf nicht nur ikonische Sounds, sondern auch ikonische Bilder — Woodstock, brennende Gitarre in Monterey. Hendrix war nicht nur Genie, sondern auch Projektionsfläche und Mythos. Eines steht wohl außer Frage: Ohne ihn wäre die Gitarre nicht da, wo sie heute ist.

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Der Tod des Hippie-Traums: Die letzten Tage von Jimi Hendrix

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Popkultur

Synths, Pathos & SM: „Non-Stop Erotic Cabaret“ von Soft Cell wird 40

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Soft Cell
Foto: Fin Costello/Redferns/Getty Images

Happy Birthday, Non-Stop Erotic Cabaret: Das wegweisende Album des englischen Synth-Pop-Duos Soft Cell wird 40 Jahre alt.

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von Markus Brandstetter

Hier könnt ihr Non-Stop Erotic Cabaret hören:

Manchmal passieren die besten Dinge mit limitierten Mitteln — anders gesagt: Meniger Möglichkeiten fördern in so mancher Situation die Kreativität. Als Soft Cell 1980 ins Studio gingen, hatten sie weder ein Riesenbudget noch die Mittel für eigenes State-of-the-Art-Equipment.

Wobei: Ein Instrument, das Sänger Marc Almond und Instrumentalist Dave Ball nutzten, war durchaus sündteuer: Dabei handelte es sich um ein NED Synclavier, eine Art früher digitaler Synthesizer, der von der New England Digital Corporation of Norwich produziert wurde. Der Synth, der in den 1980er- und 1990er-Jahren auf etlichen Produktionen zu hören war, kostete damals 120.000 Pfund — gehörte allerdings nicht der Band, sondern dem Produzenten Mike Thorne. Ansonsten war das technische Set-up eher überschaubar, als Herzstück fungierte eine ReVox Bandmaschine, dazu nutze die Band einen Drumcomputer von Roland und einen Synth-Bass von Korg. Damit schufen Soft Cell einen wegweisenden Sound.

Was vor Non-Stop Erotic Cabaret passierte

Monate bevor Non-Stop Erotic Cabaret erschien, veröffentlichte die Band ihre erste Single des kommenden Albums – den Song Tainted Love, ein 1965 erschienener, im Original von Gloria Jones gesungen und von Ed Cobb geschriebener und produzierter Song.

Zuvor hatte die Band bereits eine EP namens Mutant Moments veröffentlicht, für deren Aufnahme sie sich 2.000 Pfund von Dave Balls Mutter geliehen hatten. Dadurch waren Labels auf die Band aufmerksam geworden — unter anderem Some Bizarre Records, wo das Debütalbum erschien. Soft Cell hatten mit Memorabilia einen kleineren Hit in den Clubs landen können, der Ruhm ließ aber noch auf sich warten. Bis die Coverversion von Tainted Love erschien und zu einem großen Erfolg wurde, mit dem so keiner gerechnet hatte. Die Nummer ging in etlichen Ländern auf Platz eins der Charts, zwei weitere Top-5-Singles folgten mit den Stücken Bedsitter und Say Hello, Wave Goodbye.

Skandal mit SM-Video

Auch wenn Tainted Love vom Popularitätsfaktor musikalisch alles andere in den Schatten stellte — ein weiterer Song sorgte auch für jede Menge Gesprächsstoff: Das Video von Sex Dwarf wurde in Großbritannien aufgrund seiner expliziten SM-Szenen zum regelrechten Skandal. Das Video wurde zurückgezogen, Almond erklärte später sogar, es zu bereuen.

Es waren die Gegensätze zwischen den beiden Bandmitgliedern — Almonds Liebe zu Pathos und Dramatik, die Reibefläche zwischen den beiden Charakteren, die Soft Cell damals so gut funktionieren ließen. Sex, Club, Dekadenz, Rausch: Das waren die Eckpfeiler, die die Band auch wenige Jahre später implodieren ließen (1984 war Schluss — die erste Reunion folgte 2001).

Was Soft Cell heute über Non-Stop Erotic Cabaret sagen

40 Jahre ist Non-Stop Erotic Cabaret also alt — Dave Ball selbst zeigt sich positiv angetan davon, wie gut die Platte gealtert ist. „Was mich überrascht, ist, wie frisch Non-Stop Erotic Cabaret heute noch klingt. Ich nehme an, das liegt daran,dass wir beide 40 Jahre jünger waren, daher klingt Marcs Stimme jugendlicher und nicht so poliert wie heute. Mein Synthesizer-Spiel und meine Arrangements waren einfacher, obwohl ich immer versucht habe, bei meinem minimalistischen Stil zu bleiben“, zitiert ihn das Magazin Northern Life.

Almond ist ganz der Meinung seines Kollegen: „Wenn ich mich zurücklehne und darüber nachdenke, ist es schwer zu glauben, dass eine kleine Sammlung von Songs ein so langes Leben hatte, dass die Leute sie immer noch hören und genießen. Ich bin erstaunt, wie aktuell es immer noch klingt. Und textlich ist es immer noch relevant. Es fühlt sich überhaupt nicht so an, als wäre es 40 Jahre alt, aber der Gedanke, dass es so ist, macht mir ein bisschen Angst!“

Mit Non-Stop Erotic Cabaret leisteten Soft Cell jedenfalls Pionierarbeit — die sie heute selbst ordentlich feiern: Vor kurzem stand die wieder formierte Band in Glasgow und Manchester auf der Bühne — 2022 soll mit Happiness Not Included ein neues Album erscheinen.

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10 Songs, die durch Coverversionen berühmt wurden

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Zeitsprung: Am 27.11.1987 erscheint „Live…In The Raw“ von W.A.S.P.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 27.11.1987.

von Christof Leim

Ja, in den Achtzigern konnte man noch schocken: Damals sind W.A.S.P. die bösen Buben, weil sie „Blut“ aus Schädeln trinken und rohes Fleisch in die Menge werfen. Das ist für junge Metalheads natürlich cool, also verkaufen sich die ersten drei Alben ganz gut. Am 27. November 1987 erscheint das erste Livealbum der Truppe.

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Hört hier in Live…In The Raw rein:


Klickt auf „Listen“ für das gesamte Album.


1987 touren W.A.S.P. zu ihrer dritten Platte Inside The Electric Circus. Zwar haben sie ihre aufsehenerregende Bühnenshow da schon reduziert und machen kurz gesagt nicht mehr so viel Sauerei, aber bei den Konzerten gibt es weiter genug zu gucken. Die Bühne sieht wie ein Zirkuszelt aus, und die Pyrotechnik darf ordentlich rumballern. Frontmann Blackie Lawless trägt sogar eine Funkenkanone im Schritt. Die geht bei einer Show in Dublin auch mal nach hinten los, und zwar im Wortsinn, aber das ist eine andere – und für Blackie sehr schmerzhafte – Geschichte, wie er in diesem amüsanten Interview mit der Washington Post berichtet. Alles in allem bieten W.A.S.P. also herrlichen, nicht immer ganz ernst zu nehmenden Heavy Metal-Spaß, über den sich Eltern aufregen. Bestens.

Die bösen Männer im Metal der Achtziger: Blackie Lawless von W.A.S.P. Credit: Erin Combs/Getty Images

Um das für die Nachwelt festzuhalten, lässt die Band die letzten Konzerte ihrer US-Headliner-Tour aufzeichnen, insbesondere die Show am 10. März 1987 in der Long Beach Arena in Kalifornien. Das Ergebnis heißt Live…In The Raw und erscheint am 27. November 1987. Darauf hauen Blackie Lawless und seine Mannen ihre frühen Hits in ziemlich flotten Versionen raus. Von Wild Child über L.O.V.E. Machine bis zu I Wanna Be Somebody ist hier alles dabei.



Die Aufnahmen klingen etwas künstlich, was die Vermutung nahe legt, dass an diesem Livealbum nicht alles live ist. Insbesondere Passagen, in denen Blackie zu sich selbst Backing-Vocals zu singen scheint, machen doch stutzig. Vielleicht hat aber auch einer der anderen Kollegen eine ähnliche Stimme und trifft jeden Ton, man weiß es nicht. Letztendlich kann das der geneigten Fanschar notfalls auch egal sein, denn das Album macht Spaß.



Außerdem gibt es drei neue Songs, zwei davon in Liveversionen: Einer davon heißt The Manimal (sic!) und thematisiert die philosophischen Implikationen der hormonell bedingten zwischenmenschlichen Anziehungskraft. Oder kurz: Es geht ums Poppen. Insbesondere im Hard Rock der Achtziger stellt das nun gar keine Besonderheit dar, aber den Titel finden wir doch besonders, nun ja, hübsch.

Damals hat die Band Streit mit einer Organisation namens P.M.R.C., die böse Inhalte in der Musik verbieten will und davon ausgeht, dass der Bandname W.A.S.P. für „We Are Sexual Perverts“ steht. Diesem Verein verdankt die Welt zum Beispiel die berüchtigten „Parental Advisory“-Aufkleber. (Die gesamte Geschichte könnt ihr hier nachlesen.) Für jene Leute hat „Schwarzie Gesetzlos“ extra ein weiteres neues Lied mit dem Titel Harder Faster geschrieben, über das sie sich ordentlich aufregen können. Ganz am Ende der Platte findet sich schließlich noch ein Studiotrack: Scream Until You Like It (noch ein geiler Titel!), der in der Horrorkomödie Ghoulies II Verwendung findet.



Mit Live…In The Raw halten W.A.S.P. den überdrehten, aber nicht allzu ernst zu nehmenden Wahnsinn ihrer Shows stilecht fest und fangen den Geist der Ära auf unterhaltsame Weise ein. Das reicht für Platz 77 in den US-Charts. Nach der Veröffentlichung verabschiedet sich allerdings Drummer Steve Riley in Richtung L.A. Guns.

Im Rückblick stellt die Scheibe eine Zäsur zwischen den alten, krassen W.A.S.P. und den reiferen, ambitionierteren Tönen der nächsten Jahre dar. Dass Blackie mal intelligente sozialkritische Kommentare ablassen und gefeierte Konzeptalben wie The Crimson Idol (1992) veröffentlichen würde, lag 1987 nicht gerade auf der Hand.


Zeitsprung: Ab 13.5.1985 will das PMRC vor schlimmen Songtexten warnen.

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