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Popkultur

Eminem, CCR, Elton John, Nirvana – Das Beste vom Besten

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Schokolade oder Lakritz? Kratz-Eis oder Walnuss-Birne-Pizza? Beatles oder Stones? Oder doch lieber alles zusammen? Wer generell ein Problem mit Entscheidungen hat, dem verursachen die vielen Best Of Specials in unserem Sommer Sale (exklusiv bei Apple) vielleicht etwas Unbehagen in der Magengegend. Doch dafür sind wir ja da: Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Releases und sagen euch warum welches Best Of sich besonders lohnt. Wer sich dann immer noch nicht entscheiden kann, sollte einfach alle kaufen, sind ja eh im Sale – zumindest vom 10. Juli bis zum 23. Juli.

 

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Bob Marley & the Wailers – Legend

BobMarl_Legend_CoverAr_5000DPI300RGB1000020797The Best of the Best, die Crème de la Crème, die Kirsche auf dem Sahnehäubchen des Lebens – so wollen uns alle nachfolgend genannten Künstler mit den Perlen ihres Oeuvres suggerieren, was sie bereits erreicht haben (und wir nicht). Na ja, zumindest stapelt Bob Marley nicht gerade tief und benennt sein eigenes Best Of Legend. Dieses Selbstvertrauen möchte man haben.

Ganz Unrecht hat der bekannteste Jamaikaner und prominentester Träger der Farben Gelb, Rot, Grün ja nicht. Seine Musik und Popsongs waren alles andere als leere Wortphrasen. Politische Themen und jamaikanisches Lebensgefühl schwangen in gleichem Maße mit. No Woman, No Cry, Redemption Song, I Shot The Sheriff oder Easy Skanking lassen diese Legende nochmals aufleben.

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Bon Jovi – Greatest Hits

Gerade trifft man den Namen Bon Jovi eher durch schlechte Tattoos in den Medien, die sich Fans haben weiß Gott wo stechen lassen (It’s is my life und so) – doch es gab in der Vergangenheit auch ruhmreichere Momente. Versammelt sind diese auf der Greatest Hits Compilation. Man darf sich nicht von dem Cover mit dem schrecklichen Tattoomotiv (Zufall?) Schwert-durchbohrt-goldenes-Herz abschrecken lassen. Wichtig sind die inneren Werte: Livin‘ On a Prayer, Wanted Dead or AliveAlways und natürlich der Klassiker It’s My Life finden hier ihren Platz.

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Bryan Adams – The Best Of MeBryanAd_TheBest_CoverAr_5000DPI300RGB1000020830

Das Beste von Bryan Adams. Das sagt der Titel. Das ist auch der erste Song auf der Platte. Der Kanadier steht aber wohl für keinen Song, wie seinem Kassenschlager The Summer of 69 – der natürlich auf dieser Compilation nicht fehlen darf. All for Love, aufgenommen mit seinen Kumpanen Rod Stewart und Sting, sowie die Peter Pan-eske Hymne an die Jugend, 18 til I Die finden sich ebenfalls auf diesem Best Of.

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Cat Stevens – The Very Best Of Cat Stevens

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Yusuf Islam, oder kurz Yusuf, besser bekannt als Cat Stevens, ist Vielen wohl noch durch die Songs, die im Oberstufen Unterricht gerne mal gesungen wurden, bekannt: Morning has Broken oder Father and Son zum Beispiel. Dass der 1978 zum Islam konvertierte Cat Stevens natürlich viel mehr zu bieten hat, zeigt er auf seinem VERY Best of. Hier finden sich neben oben genannten und oft repetierten Titel auch weitere Perlen wie Moonshadow, The First Cut Is the Deepest oder Lady D’Arbanville.

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Creedence Clearwater Revival – Best Of

CCR mögen‘s schlicht. Das Best of heißt Best of und auf der Platte gibt es keinen überflüssigen Schnickschnack, sondern einen soliden Oeuvre-Überblick. Trashige Leuchtschrift präsentiert den Bandnamen über einer Hütte irgendwo an einem süd-amerikanischen Highway.

Die Band um John und Tom Fogerty steht wie kaum eine andere für den Southern Rock der USA. Daher kann indessen jeder eine Nase Mississippi Luft schnuppern, der sich die hier versammelten Titel wie Bad Moon Rising, Fortunate Son oder Green River an einem warmen Sommertag anhört.

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Dire Straits – Sultans Of Swing: The Very Best Of Dire Straits

Mark Knopfler und seine Dire Straits sind so klassisch wie Kartoffelsalat auf dem Grillfest und so traditionell wie Apfelkuchen bei Oma. Sultans of Swing (wer kam bitte auf diesen grandiosen Namen?) wartet dabei mit den besagten Rosinen aus dem Kuchen auf: Mit-Schwoof-Hits wie Walk of Life oder Sultans of Swing reihen sich an Songs wie Money for Nothing. Mit dem Album kann man als solider Rock-Fan eigentlich nichts falsch machen.

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Elton John – The Greatest Hits 1970-2002

EltonJo_TheGrea_CoverAr_5000DPI300RGB1000161185Elton John hat sogar so viele Hits, dass er die Best Ofs nach Jahren einteilen muss. Hier sei euch mal die Periode von 1970-2002 ans Herz gelegt. Dass diese Periode einer der besten ist, zeigt sich bereits an der Songauswahl dieses Doppelalbums.

Cheesy schöne Tracks wie Daniel, Don’t Let the Sun Go Down on Me oder Your Song, der durch das Cover zum Moulin Rouge Film noch einmal eine Renaissance erlebte findet hier seinen Platz. Generell schein Elton John prädestiniert für die Untermalung ikonischer Leinwand-Klassiker. Hier tummeln sich auch Tracks wie Tiny Dancer (die Bus-Szene in Almost Famous) oder Circle of Life (allein der Gedanke an König der Löwen treibt mir die Tränen in die Augen), die untrennbar mit den jeweiligen Szenen verbunden sind. Doch trocknet eure Tränen, tanzbar mit Ohrwurm Potential kann Sir Elton John auch. Hier vertreten durch Crocodile Rock (die beste Performance gab es in diesem Zuge in der Muppet Show), I’m Still Standing oder Don’t Go Breaking my Heart fest. Kiki Dee. Eine größere Hit-Dichte bietet kaum eine andere Empfehlung in dieser Liste.

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Eminem – Curtain Call

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Eminem verbeugt sich mit seinen größten Hits. Der Dank gilt dem Publikum, also uns. Wie nett vom whitest rapper around! Aber warum auch nicht? Mittlerweile gilt Slim Shady als einer der berühmtesten Rapper überhaupt. Der Rolling Stone kürte ihn gar als ‚King of Hip Hop‘.

Für alle, die also eine Übersicht über sein bis dato musikalisches Schaffen bekommen möchten, denen sei Curtain Call von 2005 wärmstens ans Herz gelegt: Lose Yourself (für das er einen Oscar gewann), The Real Slim Shady, My Name Is oder Stan (feat. Dido) finden sich auf dieser Compilation.

Fazit: Am besten geeignet für Menschen, die gerne schnell sprechen und einen Faible für gewandte Wortwitze haben und ein bisschen Wut in sich tragen.

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Guns n’ Roses – Greatest Hits

Waffen und Rosen klingt im Deutschen ziemlich dämlich, doch im Englischen assoziert man direkt Schweiß, Männlichkeit und Rockmusik. Genau dafür stehen Guns n’ Roses, deren Best of von 2004 die Klassiker Sweet Child O’ Mine, Paradise City und November Rain enthält.

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Johnny Cash – The Legend Of Johnny Cash

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Wird der Begriff ‚Legend‘ ja oftmals inflationär gebraucht, ist er hier genau richtig: Johnny Cash ist zurecht eine Legende – ein Mann der das verstaubte Image der Country Musik einfach wegspielte. Mit einer unglaublichen Präsenz und der Liebe zur Musik prägte er die Musiklandschaft mit Songs wie Folsom Prison Blues, I Walk the Line oder Ring of Fire. Diese Tracks sowie das bemerkenswerte Nine Inch Nails Cover Hurt zeigen das Können des Man in Black.

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Nirvana – Nirvana

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Schon wieder ein Album, das fast nur ikonische Hits enthält. Nirvanas viel zu kurze Karriere ist hier durch Songs wie Smells Like Teen Spirit (natürlich), Come as You Are, Pennyroyal Tea oder All Apologies zusammengefasst. Viel bleibt nicht zu sagen, außer: Kaufen, weil unverzichtbar im Plattenregal!

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Supertramp_The Very Best Of_CoverAr_Source_1000019310Supertramp – The Very Best Of

Die Prog Rock Helden der 70er und 80er können natürlich ebenfalls mit ihren Karriere Knallern aufwarten: The Very Best Of zeigt in Anlehnung an Crime of The Century die freischwebenden Gitterstäbe des besagten Albums – diesmal mit Cocktail, der Feierlichkeit halber. Und zu feiern gab es über eine Dekade Prog Songs von Supertramp wie Breakfast in America, Give a Little Bit oder School. Na dann: Prost!

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The Beatles – 1

5099908307026_The Beatles 1Auch nicht größenunwahnsinnig, diese Fab Four. Doch zu Recht nennen sie ihre Best Of-Sammlung nicht 2 oder 5, sondern 1 – denn hier sind alle Nummer 1 Hits der offiziellen UK-Charts bzw. der die US-amerikanischen Billboard Hot 100 Charts vertreten. Über 27 Songs wurden digital remastered und vom Beatles-Produzenten George Martin zusammen den damals noch lebenden Ex-Beatles George Harrison sowie Ringo Starr und Paul McCartney.

Dieser Überblick über die kommerziell erfolgreichsten Tracks erweitert also eure Plattensammlung um ein Vielfaches. Songs wie Love Me Do, Help oder Yesterday sind genauso auf 1 vertreten wie Come Together, Let It Be oder Yellow Submarine.

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The Cure – Greatest Hits

Ach Robert Smith! Eigentlich sind alle The Cure Songs Greatest Hits. Diese Compilation aus dem Jahre 2001 markiert allerdings die Zusammenarbeit mit dem Label Fiction Records, den kurz bevor The Cure und ihr Langzeit-Label getrennte Wege gingen, sollte es ein Best-Of geben. Das Beste an diesem Best Of: Die Songs wurden von Smith selbst ausgewählt.

Hier kommen also Songs wie der Klassiker Boys Don’t Cry, das wunderbare A Forest, das tanzbare The Lovecats oder eben Friday I’m in Love. Wir sind auf jeden Fall jeden Tag in love und ihr solltest das auch sein – zum Beispiel mit diesem Sampler.

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U2 – U218 Singles

0602517135413_U2 18 SinglesIn Berlin als langsamste U-Bahnlinie, hat die kurze Buchstaben-Zahlen-Kombination im Rest Deutschlands (ach was, der ganzen Welt) eine komplett andere Konnotation. Bevor Stadion-Rock erfunden war, wussten U2 schon ihre Fans mit Hymen zu versorgen. Gutmensch und Vorzeige-Ire Bono lässt auf U218 Singels daher auch keine Nummer aus: das herzschmerzliche With or Without You, das politische Sunday Bloody Sunday oder das hoffnungsvolle It’s a Beautiful Day.

Die Platte enthält neben den zuvor veröffentlichten Singles allerdings auch zwei neue Tracks Window in the Skies und The Saints Are Coming, die von Rick Rubin in den Abbey Road Studios produziert wurden. The Saints Are Coming ist zugunsten der Opfer des Hurrikans Katrina aufgenommen worden. Ein Muss für jeden der U2 okay findet. Ein Muss für Fans sowieso.

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2 Pac – Greatest Hits

2pacUnd wo wir schon bei der Zahl 2 sind, kommt gleich noch ein Hit-Album hinterher, dessen Urheber auch fast ikonisch mit dieser Zahl verbunden ist – wenn auch in einem komplett anderen Genre: 2Pac.

Das 1998, zwei Jahre nach seinem Tod, veröffentlichte Greatest Hits Album versammelt zuvor veröffentlichte Singles aus den fünf bis zu diesem Zeitpunkt erschienenen Studioalben und bildet somit einen hörenswerten Querschnitt durch Tupac Shakurs viel zu kurzes Lebenswerk. Die meisten Tracks (8 an der Zahl) sind von der Platte All Eyez on Me, das 1996 das erste Studio-Doppelalbum in der Geschichte des Raps war. Die Doppel-CD bietet neben diversen Hits wie 2 of Amerikaz Most Wanted, Life Goes On oder Changes auch Gastauftritte von Snoop Dogg, Dr. Dre, Danny Boy und Outlawz.

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Popkultur

„The Wall“ als Film: Roger Waters’ holpriger Weg ins Kino

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Pink Floyd spielen "The Wall"
Foto: Rob Verhorst/Redferns/Getty Images

Als Pink Floyd im Jahr 1979 ihr monumentales Konzeptalbum The Wall vorlegen, denkt Mastermind Roger Waters schon längst über eine Verfilmung der Geschichte nach. Genau dazu kommt es wenig später auch — allerdings auf großen Umwegen, mit viel Streit und einem enttäuschenden Ergebnis.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch The Wall von Pink Floyd anhören:

Mitte der Siebziger hängt der Haussegen bei Pink Floyd mächtig schief. Frontmann Roger Waters reißt Stück für Stück die kreativen Belange an sich, Gitarrist David Gilmour fühlt sich deshalb übergangen. Keyboarder Richard Wright kommt ohnehin zu kurz, doch die Schuld dafür gibt sich der typische Klassenstille später selbst. Als sich die Musiker auch noch um Tantiemen streiten und Gilmour zum ersten Mal Papa wird, übernimmt Waters noch mehr künstlerische Kontrolle. Quasi im Alleingang schreibt er das Konzeptalbum The Wall, das eine Kette von Ereignissen nach sich zieht. Da wären zum Beispiel der Rauswurf von Keyboarder Wright oder die aufwändige The Wall-Tour. Waters hat mit der Platte aber noch etwas anderes vor: Er möchte die Geschichte als Film auf die große Leinwand bringen.

The Wall: ein autobiografisch angehauchtes Meisterwerk

Die Handlung von The Wall lässt tief in Waters’ eigene Biografie blicken: Rockmusiker Pink leidet unter dem Tod seines Vaters im Zweiten Weltkrieg, unter seiner überfürsorglichen Mutter und unter seinem Dasein als Rockstar, der sich zunehmend von seinem Publikum isoliert fühlt — genau wie Waters während der ersten Pink-Floyd-Stadion-Shows im Rahmen der In The Flesh-Tour. Auch Schulprobleme aus der Kindheit und schwierige Liebesbeziehungen machen Pink zu schaffen. So demütigt ein Lehrer ihn zum Beispiel, indem er Pinks Gedichte laut vor der Klasse vorliest. Später findet der Rockstar heraus, dass ihn seine Frau betrügt und versucht, den Schmerz mithilfe eines Groupies und schließlich mit Drogen zu bekämpfen. Jede Enttäuschung sorgt für „another brick in the wall“, die Pink um sich errichtet. Am Ende laufen all seine negativen Erfahrungen zusammen.

Einen Film plant Waters schon vor der Produktion des Albums. Live-Aufnahmen sollen darin vorkommen, genauso wie Animationen aus dem Pinsel von Gerald Scarfe, der schon die LP von The Wall gestaltete. Auf dem Regiestuhl sollen Alan Parker und Michael Seresin sitzen, Waters möchte als Pink vor die Kamera treten. Doch dann kommt alles anders: Waters eignet sich nicht als Schauspieler, stattdessen übernimmt Boomtown-Rats-Frontmann Bob Geldof die Rolle. Der erzählt seinem Manager im Taxi noch, wie bescheuert er den Film findet — nicht wissend, dass Roger Waters’ Bruder am Steuer des Wagens sitzt. Live-Mitschnitte von Pink Floyd ergeben nach Waters’ Ausscheiden aus dem Cast keinen Sinn mehr, Seresin verlässt das Projekt daraufhin komplett. Übrig bleiben Parker, Waters und Scarfe. Harmonisch verläuft die Zusammenarbeit der Drei allerdings nicht …

Viel Ego, viel Film

Immer wieder geraten Musiker Waters, Regisseur Parker und Animateur Scarfe aufgrund ihrer Egos aneinander. Parker beschreibt den Filmprozess sogar als „eine der schlimmsten Erfahrungen meines kreativen Lebens“. Scarfe wiederum gibt in einem Interview mit dem Pink-Floyd-Magazin Floydian Slip zu Protokoll, er habe während der Dreharbeiten stets eine Flasche Whiskey im Gepäck gehabt. „Ich saß gegen neun Uhr morgens in meinem Auto und hatte eine Flasche Jack Daniel’s auf dem Beifahrersitz“, so Scarfe. „Ich trinke nicht viel, aber damals musste ich morgens einen Schluck nehmen, weil ich wusste, was auf mich zukam, und dass ich mich in irgendeiner Weise stärken musste.“ Roger Waters selbst genießt die Arbeit am The-Wall-Film auch nicht gerade, bezeichnet sie aber schlicht als „sehr zermürbende und unangenehme Erfahrung“.

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Die Premiere des Streifens geht am 23. Mai 1982 in Cannes über die Bühne, drei Wochen später folgt die Erstaufführung in London. David Gilmour und Nick Mason erscheinen als Gäste, Geldof und Scarfe lassen sich die Premiere natürlich ebenfalls nicht entgehen — genauso wenig wie Pete Townshend von The Who, Roger Taylor von Queen und Sting von The Police. Richard Wright bleibt wegen seines Rauswurfs zuhause. Zwölf Millionen US-Dollar kostet der The-Wall-Film unterm Strich, fast das Doppelte spielt er ein. Eigentlich handelt es sich bei dem Streifen also um einen Erfolg, doch Roger Waters ist nicht zufrieden. „Ich war am Ende ein bisschen enttäuscht“, verrät er 1988 in einem Interview. „Ich habe keinerlei Sympathie für den Hauptcharakter empfunden. Der Film war so ein Feuerwerk für die Sinne, dass ich als Zuschauer gar keine Chance hatte, mich richtig darauf einzulassen.“

„Was zum Teufel war das?“

Regie-Legende Steven Spielberg soll ein wenig direktere Worte gefunden haben und nach der Premiere in Cannes gefragt haben: „Was zum Teufel war das denn?“ The-Wall-Regisseur Parker behauptet später, dass ihn diese Reaktion gefreut habe: „In der Tat, ‚Was zum Teufel war das?‘ Niemand hatte so etwas bisher gesehen — eine wilde Mischung aus Live-Action, Storytelling und Surrealismus.“ Heute hat die The-Wall-Verfilmung ihren festen Platz in der Popkultur, nicht zuletzt aufgrund der charakteristischen Animationen von Scarfe. Zu den Sternstunden der Pink-Floyd-Geschichte zählt der Streifen aber sicher nicht.

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Die Alben von Pink Floyd im Ranking — die besten Platten der Prog-Legenden

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Popkultur

„Keeper Of The Seven Keys: Part I“: Als Helloween den Power Metal erfanden

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Helloween
Foto: Paul Natkin/Getty Images

Ursprünglich als Doppel-LP gedacht, veröffentlichen Helloween am 23. Mai 1987 den ersten Teil ihrer Keepers Of The Seven Keys-Saga. Die Schwelle zum Erfolg rückt näher, alle Zeichen stehen auf Durchbruch. Der große Knall gelingt der Band zwar erst ein Jahr später mit Part II — doch Part I sowie die Rekrutierung von Sänger Michael Kiske markieren wichtige Grundsteine für den jahrzehntelangen Erfolg der Hamburger.

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von Timon Menge

Hier könnt ihr euch Keeper Of The Seven Keys: Part I von Helloween anhören:

Als Helloween am 23. Mai 1987 ihr zweites Album Keeper Of The Seven Keys: Part I auf die Öffentlichkeit loslassen, steht die Band an einem Wendepunkt: Mit Walls Of Jericho hatte die Gruppe 1985 ein vielbeachtetes Debütalbum vorgelegt, mit Keeper Of The Seven Keys: Part II wird den Hamburgern 1988 der ganz große Durchbruch gelingen. Part I ebnet zwischenzeitlich den Weg dorthin. Doch was hat sich im Hause Helloween vom Debüt bis zu Keeper Of The Seven Keys: Part I eigentlich verändert?

„So anders als die letzte ist die Platte im Grunde genommen gar nicht“, findet Gitarrist Michael Weikath im Frühjahr 1987 in einem Interview mit dem deutschen Metal Hammer. So ganz recht hat er damit nicht: Nach ihrem ersten Album nehmen Helloween nämlich einen entscheidenden Personalwechsel vor — und holen Sänger Michael Kiske an Bord.

Kai Hansen: „Ich bin eher ein Schreihals.“

Dass Gitarrist Kai Hansen seinen Posten am Mikrofon räumt, liegt hauptsächlich daran, dass er sich als Sänger nicht wohlfühlt; vor allem das gleichzeitige Gitarrespielen ist ihm nicht geheuer. „Ich habe mich nie wirklich als Sänger gesehen“, verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine. „Ich bin eher eine Art Schreihals. Außerdem hat mir die Disziplin gefehlt. Saufen und Rauchen machen die Stimme nicht besser.“

Als Gitarrist rückt Hansen auf Keeper Of The Seven Keys: Part I in den Vordergrund, weil sein Sechs-Saiten-Kollege Michael Weikath wegen Krankheit nur sporadisch an den Sessions teilnehmen kann. Dadurch entsteht zum Beispiel der legendäre Song Future World, den Helloween als einzige Single von Part I auskoppeln. Auch das Stück Halloween stammt aus Hansens Feder. Untätig bleibt Weikath natürlich trotzdem nicht.

Mit A Tale That Wasn’t Right steuert der Gitarrist eine Ballade für die Ewigkeit bei, auch an Follow The Sign schreibt er mit. Freshman Michael Kiske komponiert das Stück A Little Time und leistet damit ebenfalls einen Beitrag zu der historischen Errungenschaft, die man Keeper Of The Seven Keys: Part I im Allgemeinen nachsagt: die Erfindung des Power Metal.

Klassischer Heavy Metal, unfassbare Geschwindigkeiten, symphonische Elemente, epische Texte: Wenn es um Drachen, Zauberer und jede Menge Doublebass geht, ist das Wörtchen „Power“ im Metal nicht weit. „Mir kam es damals nicht so vor, als hätten wir etwas großartig Neues geschaffen“, erinnert sich Kai Hansen im ClassicRock-Interview. „Niemand konnte damals etwas mit dem Begriff Power Metal anfangen, für uns war das einfach nur Heavy Metal. Das ist es auch heute noch. Was zum Teufel soll Power Metal denn sein?“

Keeper Of The Seven Keys: Part I — ein Überraschungserfolg

Eigentlich hätten Helloween Part I und Part II der Keepers Of The Seven Keys-Saga lieber als Doppel-LP veröffentlicht, doch bei einer Newcomer-Band möchte die Plattenfirma Noise Records vermutlich lieber auf Nummer sicher gehen. Wer hätte schließlich geahnt, dass Helloween heute zu den größten Namen der Krawallmusik-Szene zählen würden und dass ausgerechnet der Doppelschlag Keeper Of The Seven Keys: Part I und II so sehr dazu beitragen würden.

Schon kurz nach der Veröffentlichung landet Part I unverhofft auf Platz 15 der deutschen Albumcharts. „Dass wir in die normalen Charts kommen, das hat wirklich keiner von uns erwartet“, erzählt Gitarrist Weikath im MetalHammer-Interview. Mit Part II gelingt sogar der Sprung auf Platz fünf. „Ich frage mich wirklich, wo denn eigentlich die Leute sitzen, die das alles kaufen. Da scheint es wesentlich mehr von zu geben, als ich angenommen hatte.“ Gut so!

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Zeitsprung: Am 29.8.1988 erscheint „Keeper Of The Seven Keys: Part II“ von Helloween.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 22.5.2001 erscheint das erste Bon Jovi-Livealbum „One Wild Night“.

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Bon Jovi

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 22.5.2001."

von Christof Leim

Keine Frage: Bon Jovi dominieren den Hard Rock der Achtziger. Mit Slippery When Wet (1986) und New Jersey (1989) liefern sie zwei Nummer-eins-Alben hintereinander ab, daneben empfehlen sie sich als fleißige und mitreißende Liveband, die fast pausenlos durch die größten Hallen und Stadien in aller Welt tourt. Alleine die Konzertreise für Slippery dauert 15 Monate (von Juli 1986 bis Oktober 1987), danach hängen die Herren für New Jersey nochmal unfassbare 16 Monate (von Oktober 1988 bis Februar 1990) dran. Einen (offiziellen) Konzertmitschnitt dieser glorreichen Zeit sucht man allerdings vergebens.

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Hier könnt ihr in One Wild Night: Live 1985-2001 reinhören:

Klickt auf „Listen“ für das ganze Album.

Die erste „richtige“ Liveplatte erscheint nämlich erst viel später, am 22. Mai 2001. Da hat sich die Welt der Rockmusik schon weitergedreht, Grunge und Crossover sind gekommen und wieder gegangen. Bon Jovi haben mehrjährige Pausen eingelegt, Soloalben veröffentlicht und sich immer mehr zu einer erwachsenen Rockband entwickelt, die Springsteen stilistisch näher steht als Kiss und Aerosmith. Zuletzt brachten sie im Sommer 2000 das Album Crush auf den Markt, eine weitestgehend entspannte, oft balladeske Angelegenheit. Als Liveband aber lassen sie weiter nichts anbrennen und füllen immer noch die Stadien.


Für One Wild Night: Live 1985-2001 beschränken sich die Musiker nicht auf die Aufzeichnungen einer Show oder einer Tour, sondern stellen Songs aus drei Phasen ihrer Karriere zusammen: von aktuellen Konzerten im Jahr 2000 und Shows von der Mitte der Neunziger, als junge Rockhörer auf ganz andere Sounds standen, sowie von einem Gig in Tokio 1985. (Ja, die Herren sind schon früh ordentlich rumgekommen.) Aufnahmen aus den ganz großen Jahren, also von den Megatouren zu Slippery und New Jersey, fehlen sonderbarerweise.



Mit der Songauswahl decken Bon Jovi dabei alle Phasen ihrer Karriere ab; es finden sich die offensichtlichen Hits (Livin’ On A Prayer, Bad Medicine et al.), locker-flockiges Neunziger-Zeug (Something For The Pain, Something To Believe In) und damals neues Material wie Just Older oder It’s My Life. Als alte Schätzchen gibt es den ersten Hit Runaway vom 1984er-Debütalbum und In And Out Of Love vom oft (und zu Recht) vergessenen Zweitwerk 7800° Fahrenheit.



Interessant wird es bei den Coverversionen: Im südafrikanischen Johannesburg lassen Bon Jovi eine treibende Version von Neil Youngs Rocking In The Free World vom Stapel, bei I Don’t Like Mondays singt sogar Bob Geldof mit. (Für die Komplettisten: Diese Aufnahme wurde schon auf der Doppel-CD-Variante von These Days (1995) veröffentlicht; drei Mitschnitte aus Zürich gibt es ebenfalls auf der The Crush Tour-DVD. ) Bei der letzten Nummer schließlich, dem titelgebenden One Wild Night 2001 handelt es sich um einen Remix eines Tracks von Crush. Diese neue Version wird auch als Single ausgekoppelt, ebenso der alte Gassenhauer Wanted Dead Or Alive.



Alles in allem repräsentiert die Platte gut den musikalischen Stand der Gruppe zur Jahrtausendwende. Bon Jovi erweisen sich als souveräne Liveband mit guten Gesängen und einem Frontmann, der die Menge anzuspornen weiß. Natürlich klingen unsere Helden mittlerweile im Vergleich zur ungestümen Hardrockerei der Achtziger ein gutes Stück erwachsener. Was vor allem heißt: Der Chef schreit nicht mehr so viel, und die Gitarre macht weniger „Brett“. Das Album erscheint am 22. Mai 2001 und schlägt sich recht wacker in den Charts mit hohen Platzierungen in Europa (Platz 3 in Deutschland) und einem 20. Rang in den USA. Der nächste Konzertmitschnitt Inside Out lässt dann wieder bis 2012 auf sich warten, aber das ist eine andere Geschichte…

Zeitsprung: Am 28.4.1989 heiratet Jon Bon Jovi seine Jugendliebe – heimlich.

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