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Popkultur

Eminem, CCR, Elton John, Nirvana – Das Beste vom Besten

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Schokolade oder Lakritz? Kratz-Eis oder Walnuss-Birne-Pizza? Beatles oder Stones? Oder doch lieber alles zusammen? Wer generell ein Problem mit Entscheidungen hat, dem verursachen die vielen Best Of Specials in unserem Sommer Sale (exklusiv bei Apple) vielleicht etwas Unbehagen in der Magengegend. Doch dafür sind wir ja da: Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Releases und sagen euch warum welches Best Of sich besonders lohnt. Wer sich dann immer noch nicht entscheiden kann, sollte einfach alle kaufen, sind ja eh im Sale – zumindest vom 10. Juli bis zum 23. Juli.

 

Bob Marley & the Wailers – Legend

BobMarl_Legend_CoverAr_5000DPI300RGB1000020797The Best of the Best, die Crème de la Crème, die Kirsche auf dem Sahnehäubchen des Lebens – so wollen uns alle nachfolgend genannten Künstler mit den Perlen ihres Oeuvres suggerieren, was sie bereits erreicht haben (und wir nicht). Na ja, zumindest stapelt Bob Marley nicht gerade tief und benennt sein eigenes Best Of Legend. Dieses Selbstvertrauen möchte man haben.

Ganz Unrecht hat der bekannteste Jamaikaner und prominentester Träger der Farben Gelb, Rot, Grün ja nicht. Seine Musik und Popsongs waren alles andere als leere Wortphrasen. Politische Themen und jamaikanisches Lebensgefühl schwangen in gleichem Maße mit. No Woman, No Cry, Redemption Song, I Shot The Sheriff oder Easy Skanking lassen diese Legende nochmals aufleben.

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Bon Jovi – Greatest Hits

Gerade trifft man den Namen Bon Jovi eher durch schlechte Tattoos in den Medien, die sich Fans haben weiß Gott wo stechen lassen (It’s is my life und so) – doch es gab in der Vergangenheit auch ruhmreichere Momente. Versammelt sind diese auf der Greatest Hits Compilation. Man darf sich nicht von dem Cover mit dem schrecklichen Tattoomotiv (Zufall?) Schwert-durchbohrt-goldenes-Herz abschrecken lassen. Wichtig sind die inneren Werte: Livin‘ On a Prayer, Wanted Dead or AliveAlways und natürlich der Klassiker It’s My Life finden hier ihren Platz.

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Bryan Adams – The Best Of MeBryanAd_TheBest_CoverAr_5000DPI300RGB1000020830

Das Beste von Bryan Adams. Das sagt der Titel. Das ist auch der erste Song auf der Platte. Der Kanadier steht aber wohl für keinen Song, wie seinem Kassenschlager The Summer of 69 – der natürlich auf dieser Compilation nicht fehlen darf. All for Love, aufgenommen mit seinen Kumpanen Rod Stewart und Sting, sowie die Peter Pan-eske Hymne an die Jugend, 18 til I Die finden sich ebenfalls auf diesem Best Of.

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Cat Stevens – The Very Best Of Cat Stevens

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Yusuf Islam, oder kurz Yusuf, besser bekannt als Cat Stevens, ist Vielen wohl noch durch die Songs, die im Oberstufen Unterricht gerne mal gesungen wurden, bekannt: Morning has Broken oder Father and Son zum Beispiel. Dass der 1978 zum Islam konvertierte Cat Stevens natürlich viel mehr zu bieten hat, zeigt er auf seinem VERY Best of. Hier finden sich neben oben genannten und oft repetierten Titel auch weitere Perlen wie Moonshadow, The First Cut Is the Deepest oder Lady D’Arbanville.

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Creedence Clearwater Revival – Best Of

CCR mögen‘s schlicht. Das Best of heißt Best of und auf der Platte gibt es keinen überflüssigen Schnickschnack, sondern einen soliden Oeuvre-Überblick. Trashige Leuchtschrift präsentiert den Bandnamen über einer Hütte irgendwo an einem süd-amerikanischen Highway.

Die Band um John und Tom Fogerty steht wie kaum eine andere für den Southern Rock der USA. Daher kann indessen jeder eine Nase Mississippi Luft schnuppern, der sich die hier versammelten Titel wie Bad Moon Rising, Fortunate Son oder Green River an einem warmen Sommertag anhört.

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Dire Straits – Sultans Of Swing: The Very Best Of Dire Straits

Mark Knopfler und seine Dire Straits sind so klassisch wie Kartoffelsalat auf dem Grillfest und so traditionell wie Apfelkuchen bei Oma. Sultans of Swing (wer kam bitte auf diesen grandiosen Namen?) wartet dabei mit den besagten Rosinen aus dem Kuchen auf: Mit-Schwoof-Hits wie Walk of Life oder Sultans of Swing reihen sich an Songs wie Money for Nothing. Mit dem Album kann man als solider Rock-Fan eigentlich nichts falsch machen.

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Elton John – The Greatest Hits 1970-2002

EltonJo_TheGrea_CoverAr_5000DPI300RGB1000161185Elton John hat sogar so viele Hits, dass er die Best Ofs nach Jahren einteilen muss. Hier sei euch mal die Periode von 1970-2002 ans Herz gelegt. Dass diese Periode einer der besten ist, zeigt sich bereits an der Songauswahl dieses Doppelalbums.

Cheesy schöne Tracks wie Daniel, Don’t Let the Sun Go Down on Me oder Your Song, der durch das Cover zum Moulin Rouge Film noch einmal eine Renaissance erlebte findet hier seinen Platz. Generell schein Elton John prädestiniert für die Untermalung ikonischer Leinwand-Klassiker. Hier tummeln sich auch Tracks wie Tiny Dancer (die Bus-Szene in Almost Famous) oder Circle of Life (allein der Gedanke an König der Löwen treibt mir die Tränen in die Augen), die untrennbar mit den jeweiligen Szenen verbunden sind. Doch trocknet eure Tränen, tanzbar mit Ohrwurm Potential kann Sir Elton John auch. Hier vertreten durch Crocodile Rock (die beste Performance gab es in diesem Zuge in der Muppet Show), I’m Still Standing oder Don’t Go Breaking my Heart fest. Kiki Dee. Eine größere Hit-Dichte bietet kaum eine andere Empfehlung in dieser Liste.

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Eminem – Curtain Call

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Eminem verbeugt sich mit seinen größten Hits. Der Dank gilt dem Publikum, also uns. Wie nett vom whitest rapper around! Aber warum auch nicht? Mittlerweile gilt Slim Shady als einer der berühmtesten Rapper überhaupt. Der Rolling Stone kürte ihn gar als ‚King of Hip Hop‘.

Für alle, die also eine Übersicht über sein bis dato musikalisches Schaffen bekommen möchten, denen sei Curtain Call von 2005 wärmstens ans Herz gelegt: Lose Yourself (für das er einen Oscar gewann), The Real Slim Shady, My Name Is oder Stan (feat. Dido) finden sich auf dieser Compilation.

Fazit: Am besten geeignet für Menschen, die gerne schnell sprechen und einen Faible für gewandte Wortwitze haben und ein bisschen Wut in sich tragen.

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Guns n’ Roses – Greatest Hits

Waffen und Rosen klingt im Deutschen ziemlich dämlich, doch im Englischen assoziert man direkt Schweiß, Männlichkeit und Rockmusik. Genau dafür stehen Guns n’ Roses, deren Best of von 2004 die Klassiker Sweet Child O’ Mine, Paradise City und November Rain enthält.

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Johnny Cash – The Legend Of Johnny Cash

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Wird der Begriff ‚Legend‘ ja oftmals inflationär gebraucht, ist er hier genau richtig: Johnny Cash ist zurecht eine Legende – ein Mann der das verstaubte Image der Country Musik einfach wegspielte. Mit einer unglaublichen Präsenz und der Liebe zur Musik prägte er die Musiklandschaft mit Songs wie Folsom Prison Blues, I Walk the Line oder Ring of Fire. Diese Tracks sowie das bemerkenswerte Nine Inch Nails Cover Hurt zeigen das Können des Man in Black.

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Nirvana – Nirvana

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Schon wieder ein Album, das fast nur ikonische Hits enthält. Nirvanas viel zu kurze Karriere ist hier durch Songs wie Smells Like Teen Spirit (natürlich), Come as You Are, Pennyroyal Tea oder All Apologies zusammengefasst. Viel bleibt nicht zu sagen, außer: Kaufen, weil unverzichtbar im Plattenregal!

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Supertramp_The Very Best Of_CoverAr_Source_1000019310Supertramp – The Very Best Of

Die Prog Rock Helden der 70er und 80er können natürlich ebenfalls mit ihren Karriere Knallern aufwarten: The Very Best Of zeigt in Anlehnung an Crime of The Century die freischwebenden Gitterstäbe des besagten Albums – diesmal mit Cocktail, der Feierlichkeit halber. Und zu feiern gab es über eine Dekade Prog Songs von Supertramp wie Breakfast in America, Give a Little Bit oder School. Na dann: Prost!

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The Beatles – 1

5099908307026_The Beatles 1Auch nicht größenunwahnsinnig, diese Fab Four. Doch zu Recht nennen sie ihre Best Of-Sammlung nicht 2 oder 5, sondern 1 – denn hier sind alle Nummer 1 Hits der offiziellen UK-Charts bzw. der die US-amerikanischen Billboard Hot 100 Charts vertreten. Über 27 Songs wurden digital remastered und vom Beatles-Produzenten George Martin zusammen den damals noch lebenden Ex-Beatles George Harrison sowie Ringo Starr und Paul McCartney.

Dieser Überblick über die kommerziell erfolgreichsten Tracks erweitert also eure Plattensammlung um ein Vielfaches. Songs wie Love Me Do, Help oder Yesterday sind genauso auf 1 vertreten wie Come Together, Let It Be oder Yellow Submarine.

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The Cure – Greatest Hits

Ach Robert Smith! Eigentlich sind alle The Cure Songs Greatest Hits. Diese Compilation aus dem Jahre 2001 markiert allerdings die Zusammenarbeit mit dem Label Fiction Records, den kurz bevor The Cure und ihr Langzeit-Label getrennte Wege gingen, sollte es ein Best-Of geben. Das Beste an diesem Best Of: Die Songs wurden von Smith selbst ausgewählt.

Hier kommen also Songs wie der Klassiker Boys Don’t Cry, das wunderbare A Forest, das tanzbare The Lovecats oder eben Friday I’m in Love. Wir sind auf jeden Fall jeden Tag in love und ihr solltest das auch sein – zum Beispiel mit diesem Sampler.

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U2 – U218 Singles

0602517135413_U2 18 SinglesIn Berlin als langsamste U-Bahnlinie, hat die kurze Buchstaben-Zahlen-Kombination im Rest Deutschlands (ach was, der ganzen Welt) eine komplett andere Konnotation. Bevor Stadion-Rock erfunden war, wussten U2 schon ihre Fans mit Hymen zu versorgen. Gutmensch und Vorzeige-Ire Bono lässt auf U218 Singels daher auch keine Nummer aus: das herzschmerzliche With or Without You, das politische Sunday Bloody Sunday oder das hoffnungsvolle It’s a Beautiful Day.

Die Platte enthält neben den zuvor veröffentlichten Singles allerdings auch zwei neue Tracks Window in the Skies und The Saints Are Coming, die von Rick Rubin in den Abbey Road Studios produziert wurden. The Saints Are Coming ist zugunsten der Opfer des Hurrikans Katrina aufgenommen worden. Ein Muss für jeden der U2 okay findet. Ein Muss für Fans sowieso.

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2 Pac – Greatest Hits

2pacUnd wo wir schon bei der Zahl 2 sind, kommt gleich noch ein Hit-Album hinterher, dessen Urheber auch fast ikonisch mit dieser Zahl verbunden ist – wenn auch in einem komplett anderen Genre: 2Pac.

Das 1998, zwei Jahre nach seinem Tod, veröffentlichte Greatest Hits Album versammelt zuvor veröffentlichte Singles aus den fünf bis zu diesem Zeitpunkt erschienenen Studioalben und bildet somit einen hörenswerten Querschnitt durch Tupac Shakurs viel zu kurzes Lebenswerk. Die meisten Tracks (8 an der Zahl) sind von der Platte All Eyez on Me, das 1996 das erste Studio-Doppelalbum in der Geschichte des Raps war. Die Doppel-CD bietet neben diversen Hits wie 2 of Amerikaz Most Wanted, Life Goes On oder Changes auch Gastauftritte von Snoop Dogg, Dr. Dre, Danny Boy und Outlawz.

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Popkultur

35 Jahre „Lita“: Wie Lita Ford dem Hard-Rock-Männerclub den Kampf ansagte

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Lita Ford
Foto: Al Pereira/Getty Images

1988 hat Lita Ford schon eine Weltkarriere mit den Runaways hinter sich. Ihr drittes Soloalbum wird dennoch zu ihrer Sternstunde – eine mustergültige Hard-Rock-Bibel, auf der auch Ozzy Osbourne nicht fehlen darf.

von Björn Springorum

Hier könnt ihr euch Lita anhören:

In der zweiten Hälfte der Achtziger ist die Rockmusik von zahlreichen weiblichen Stimmen geprägt. Roxette, Bonnie Tyler, Doro, Suzi Quatro oder Vixen feiern große Erfolge im Bandkollektiv oder im Alleingang. Ganz oben mischt auch Lita Ford mit. Die hat schon eine ganze Karriere hinter sich, als sie sich Anfang der Achtziger als Solitärin der Musikwelt stellt: 1975 wird sie in Los Angeles vom flamboyanten und undurchsichtigen Manager Kim Fowley für die neu gegründeten The Runaways entdeckt. Damals ist Lita Ford 16 Jahre alt.

Punk oder Hard Rock?

Die gebürtige Engländerin macht ihrem Namen alle Ehre, schmeißt alles hin und schließt sich der Damenband an, in der auch eine gewisse Joan Jett an der Gitarre steht. Musik spielt in ihrem Leben da schon lang eine Rolle: Mit elf fängt sie mit der Gitarre an, inspiriert von ihrem großen Helden Ritchie Blackmore, entdeckt auch ihre kräftige Stimme. Von Long Beach ist es nur ein Katzensprung auf den verruchten Sunset Strip, wo es dann nicht lange dauert, bis sie dem bestens vernetzten Fowley in die Arme läuft.

The Runaways werden zur Erfolgsgeschichte. Schon ihr Debüt The Runaways wird 1976 zum Hit, die Band tourt mit Van Halen, Cheap Trick oder Tom Petty And The Heartbreakers. Sie rutschen in die entstehende Punk-Bewegung, hängen im legendären New Yorker Club CBGB ab, feiern diesseits und jenseits des Atlantiks mit den Ramones oder den Sex Pistols. Nach einigen Welttourneen und dem großen Einmaleins der Rock’n’Roll-Exzesse geht es dann auch für die Runaways zu Ende. Erst feuern sie Manager Fowley, dann kriegen sie sich auch untereinander in die Haare. Joan Jett möchte mehr in Richtung Punk gehen, Lita Ford weiterhin Hard Rock spielen. Nach einem letzten gemeinsamen Auftritt am Silvesterabend 1978 bei San Francisco ist im April 1979 endgültig Schluss.

„Du musst hart sein, um in dieser Musik zu bestehen“

Für Lita Ford geht es da aber eben gerade erst los: Ihre ersten Gehversuche als Solokünstlerin verlaufen zunächst sehr unbefriedigend: Ihr früheres Runaways-Label Mercury Records bringt 1983 ihr Debüt Out For Blood raus, das Album bleibt aber weitgehend unbemerkt und floppt. Das lupenreine Heavy-Metal-Artwork mit Spinnweben, einer blutigen Gitarre und Ford in einem knappen Lederbody zeigt aber klar ihre musikalischen Ambitionen. „Rock’n’Roll ist eine harte Musik und du musst hart sein, um in dieser Musik zu bestehen“, sagte sie mal. „Leider sind nicht allzu viele Frauen hart, deswegen gibt es nicht so viele von uns.“ Ford gibt also nicht auf, beißt sich durch, landet mit dem Nachfolger Dancin’ In The Edge einen Achtungserfolg, der ihr zudem eine Grammy-Nominierung für ihre Gesangsleistung einbringt. Für eine Musikerin, die bislang überwiegend als Gitarristin aufgefallen ist, kann sich das durchaus sehen lassen. Oder auch: Die musikalische Früherziehung macht sich so langsam richtig bezahlt.

Ihren größen Coup landet Lita Ford vor 35 Jahren: Die selbstbetitelte dritte Platte Lita wird zum Vulkan, zum Platin-Erfolg, der sie für immer in den Annalen der Rockmusik verewigt. Nach den beiden Vorgängern gelingt Ford hier eine archetypische Rockplatte der Achtziger, wie viele ähnliche Releases der damaligen Zeit sorgsam austariert zwischen Hard Rock, Glam und Heavy Metal. Knackige, kernige Uptempo-Brecher, monumentale Balladen, flotte Pop-Rock-Hymnen, getragen von ihrer starken Stimme. Lita ist archetypisch Achtziger: Die Drums von Myron Grombacher klingen als wären sie in einer Kathedrale aufgenommen, die Keyboards laufen heiß, die Gitarren sägen, die Stimmung ist durch und durch hochdramatisch.

Duett mit Ozzy Osbourne

Lita ist aber auch aus anderen Gründen ein besonderes Album: Es markiert das erste Ergebnis der neuen Zusammenarbeit zwischen Ford und ihrer neuen Managerin Sharon Osbourne. Die bringt Ford gleich mit ihrem Ehemann Ozzy zusammen. Daraus entsteht der große letzte Akt Close My Eyes Together, eine große, epische Ballade mit amüsanter Background-Story: Ford und Osbourne müssen sich vom Fleck weg so gut verstanden haben, dass sie sich gleich mal gemeinsam im Studio die Birne vollsaufen und die Lyrics zu einem von Ozzy begonnenen Song gemeinsam schreiben. Der Song entsteht ungeplant – und wird doch zum größten Solo-Erfolg für sowohl Lita Ford als auch Ozzy Osbourne.

Schon abgefahren, wie es manchmal laufen kann. „Ich flog mal aus L.A. nach England nach Hause, als mich Sharon anrief und mich nach diesem halbfertigen Song fragte“, so Ozzy mal in einem Interview. „Ich konnte mich schon gar nicht mehr daran erinnern, aber offensichtlich wollte Lita mit mir an ihm arbeiten. Also flog ich zurück, wir tranken und schrieben das Ding und ich sagte ihr: Weißt du was? Du kannst ihn haben.“ Good guy Ozzy!

Ozzy Osbourne ist übrigens nicht der einzige Prominente, der sich auf Lita einfindet: Für Falling In And Out Of Love tut sich Ford mit Nikki Sixx von Mötley Crüe zusammen. Und Can’t Catch Me wird unter anderem von Lemmy Kilmister geschrieben. Wenn Lita Ford ruft, kommen sie damals eben alle. Und auch wenn sie seit 2012 kein Album mehr veröffentlicht hat: Lita Ford hat den Rock’n’Roll noch immer nicht aufgegeben.

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Zeitsprung: Am 5.8.1975 werden The Runaways gegründet, die erste große weibliche Rockband.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 2.2.1969 lässt sich Yoko Ono von Gatte Nr. 2 scheiden & verliert ihre Tochter.

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Foto: Keystone/Hulton Archive/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 2.2.1969.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Als sich Yoko Ono am 2. Februar 1969 von ihrem zweiten Ehemann Tony Cox scheiden lässt, steht Töchterchen Kyoko zwischen den Stühlen. Der folgende Sorgerechtsstreit sorgt dafür, dass Cox samt Kind schließlich untertaucht. Da die Scheidung den Stein ins Rollen bringt, nutzen wir ihr Datum für den heutigen Zeitsprung. Religiöser Fanatismus kommt auch vor.

Hört euch hier Sometime In New York City von John Lennon und Yoko Ono an, das kurz nach der Entführung entstand: 

Obwohl Yoko Onos Privatleben gefühlt der Weltöffentlichkeit gehört, dürften sich viele fragen: zweiter Gatte? Tochter? Die größte Aufmerksamkeit gilt stets der Beziehung und Ehe mit John Lennon, vielleicht noch Sohn Sean. Dass die Japanerin mit dem Beatle jedoch bereits das dritte Mal Hochzeit feierte, fällt häufig unter den Tisch. Angetrauter Nummer zwei: Anthony „Tony“ Cox, ein Filmproduzent und Kunstförderer.

Ungewöhnliche Verhältnisse

Der Amerikaner tritt 1961 in Onos Leben, nachdem er eines ihrer Werke sieht. Begeistert macht er sie in Tokio ausfindig. Man verliebt sich, die Ehelichung erfolgt ein gutes Jahr später. Oder tut es beinahe, denn die zierliche Künstlerin hatte wohl übersehen, die Scheidung von ihrem ersten Mann zu vollziehen. Macht ja nichts, nach einer Annullierung versucht man es einfach erneut, da ist dann auch schon Nachwuchs auf dem Weg. Kyoko Chan Cox kommt am 8. August 1963 zur Welt.

Auch beruflich macht man gemeinsame Sache, sodass beide trotz auftretender Eheprobleme an der Beziehung festhalten. Cox zeigt sich dabei verantwortlich für die Tochter und die Öffentlichkeitsarbeit des Künstlerpaares. Ono inspirieren die immer häufiger auftretenden Turbulenzen zu Konzeptkunst wie Half-A-Room und dem berühmten Ceiling Painting/Yes Painting.

Wer entführt wen?

Da kommt dann auch schon John Lennon ins Spiel, und die Ehe erhält den finalen Knacks. Die Scheidung von Ono und Cox erfolgt am 2. Februar 1969, aber 1971 nehmen die Dinge einen gleichermaßen unglaublichen und tragischen Verlauf: Mitten im Sorgerechtsstreit tauchen John und Yoko auf Mallorca auf und „entführen“ das dort lebende Kind, zumindest ein paar Stunden lang. Erst erhält Ono das Sorgerecht, dann kontert Cox mit deren Drogenkonsum; Kyoko soll laut Gericht doch bei ihm leben. Als seine Ex-Frau zumindest das Besuchsrecht durchsetzen möchte, sieht Cox rot.

Gemeinsam mit der Tochter und seiner neuen Frau taucht er in Kalifornien unter, verpasst Kyoko eine neue Identität und hält es scheinbar für eine gute Idee, sich einer Sekte namens The Walk oder Church Of The Living Word anzuschließen. Deren religiöser Fanatismus geht so weit, dass sie  unter anderem für die Ermordung diverser US-Präsidenten beten . Ab März 1972  verfrachten sie die Familie  in die ländliche Isolation. Ono und Lennon lassen derweil verzweifelt nach Kyoko suchen. Ohne Erfolg.

Ohne jede Spur

Nach einigen Jahren schnappt sich Cox seine Tochter und kehrt der Glaubensgemeinschaft den Rücken; Kontakt zu den Lennons sucht er keinen. Nach Johns Ermordung 1980 schicken er und Kyoko immerhin eine Beileidsbekundung an die Witwe. Erst 1986 gibt es wieder ein Lebenszeichen von Cox, dann gleich in Form einer Dokumentation: In Vain Glory erzählt er von seinen Erfahrungen im Schoße der Sekte. Ono sieht ihre Chance und verfasst einen öffentlichen Brief:

„Liebe Kyoko,

all diese Jahre gab es nicht einen Tag, an dem ich dich nicht vermisst habe. Du bist auf ewig in meinem Herzen. Ich werde jedoch keinen Versuch unternehmen, dich zu kontaktieren, da ich deine Privatsphäre respektiere. Ich wünsche dir nur das Beste. Falls du je mit mir in Kontakt treten möchtest, sei versichert, dass ich dich innig liebe und froh wäre, von dir zu hören. Du solltest dich jedoch nicht schuldig fühlen, wenn du dich entscheidest, es nicht zu tun. Du hast für immer meinen Respekt, meine Liebe und meine Unterstützung.

In Liebe, Mama“

Zunächst kommt nichts; erst in den Neunzigern meldet sich Kyoko bei ihrer Mutter. Seitdem pflegen die beiden regelmäßig Kontakt. So ganz scheinen sie die getrennte Zeit zwar bis heute nicht überwinden zu können, aber welche Familie ist schon perfekt?

Zeitsprung: Am 20.3.1969 heiraten John Lennon & Yoko Ono. Ein Song entsteht auch.

 

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Popkultur

Ein Schal für Freddie Mercury: Lisa Marie Presley wäre 55 Jahre alt geworden

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Lisa Marie Presley
Foto: Christopher Polk/Getty Images for Wonderwall

Am 1. Februar 2023 hätte Lisa Marie Presley ihren 55. Geburtstag gefeiert. Der Schock, dass sie das niemals tun wird, sitzt immer noch tief: Die Tochter von Elvis und Priscilla Presley starb am 25. Januar 2023 völlig überraschend.

 von Markus Brandstetter

Ein Leben im Scheinwerferlicht, das war für die einzige Tochter des King of Rock’n’Roll vorprogrammiert. Genau neun Monate nach der Hochzeit von Elvis und Priscilla wurde Lisa Marie Presley in Memphis im US-amerikanischen Bundesstaat Tennessee geboren. Sie war sechs Jahre alt, als sich ihre Eltern scheiden ließen. Sie zog mit ihrer Mutter nach Los Angeles, besuchte Elvis aber oft in Graceland.

Gute Beziehung zu Elvis

„Er war sehr beschützend, sehr fürsorglich und sehr wachsam. Ich wusste, dass ich geliebt wurde, daran bestand kein Zweifel“, erzählte sie einmal in einem Interview über ihren Vater. Lisa Marie war neun Jahre alt, als ihr Vater starb. Gemeinsam mit ihrer Großmutter Minnie Mae und ihrem Großvater Vernon Presley wurde sie zur Erbin des Elvis-Nachlasses erkoren; als die beiden 1979 und 1980 starben, wurde sie zur Alleinerbin. Als sie 25 Jahre alt war, bekam sie das Elvis Estate, damals 100 Millionen Dollar wert. Gut gewirtschaftet wurde mit dem Geld aber wohl nicht: 2018 erklärte sie vor Gericht, dass sie nur noch 14.000 Dollar habe und dies ihrem ehemaligen Businessmanager Barry Siegel zu verdanken sei.

Lisa Marie Presley zog es selbst zur Musik hin — ihr erstes Konzerterlebnis hatte sie ein Jahr nach dem Tod ihres Vaters. Da sah sie die britischen Rocklegenden Queen — und schenkte Freddie Mercury nach dem Konzert ein Accessoire ihres Vaters. „Ich erinnere mich, dass ich Freddie Mercury einen Schal meines Vaters mitbrachte und ihn ihm nach der Show schenkte. Ich liebte es. Ich liebte die Theatralik. Ich liebte Freddie. Ich fand Queen großartig“, erzählte sie einmal. Das erste Mal selbst in Erscheinung trat sie erst 1997 — mit einem virtuellen Duett mit ihrem Vater. Elvis hatte vor seinem Tod einige Aufnahmen und Gesangsspuren hinterlassen — aus einem wurde das Duett Don’t Cry Daddy.

„Ihre eigene Rock-Queen“: Presleys erstes Soloalbum

2003 veröffentlichte Lisa Marie Presley ihr erstes Soloalbum — und alle Augen waren natürlich auf sie gerichtet. Auf To Whom It May Concern arbeitete sie mit bekannten Songwritern und Produzenten (unter anderem Glen Ballard) zusammen. Die Lyrics stammen alle von ihr (mit Ausnahme des Stücks The Road Between, das sie gemeinsam mit Gus Black verfasste), bei der Musik war sie an allen Songs als Co-Autorin beteiligt. „Presleys überraschend kraftvolle Stimme schwingt von einem tiefen Ton bis zu einem bluesgetränkten Heulen und übertrumpft die glänzende Produktion von Eric Rosse und Andrew Slater“, schrieb der US-amerikanische Rolling Stone damals. Die Kritiken waren wohlwollend: „Nichtsdestotrotz zeigt To Whom It May Concern eine Menge Herzenswärme. Wenn sie das hier gezeigte Potenzial ausschöpft, hat die Tochter des King of Rock die Chance, ihre eigene Rock-Queen zu werden.“ Noch überzeugter zeigte sich der Kritiker Robert Hilburn, der die Kompromisslosigkeit des Albums lobte und attestierte: „Presleys mutige, bluesige Stimme hat ein unverwechselbares Flair.“ Das Album schaffte es auf Nummer 5 der US-amerikanischen Billboard Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet.

2005 legte Presley mit dem Album Now What nach — mit eher durchwachsenen Kritiken. Wie auch der Vorgänger war die Platte eher im Pop-Rock angesiedelt. Ihr wohl bestes Werk war ihr letztes: Auf Storm & Grace widmete sich Presley Country, Folk und Blues (das alles immer noch mit jeder Menge Pop-Appeal), arbeitete dafür mit dem renommierten Musiker und Produzenten T Bone Burnett zusammen.

Nicht wegen Musik im Scheinwerferlicht

Allerdings war Lisa Marie Presley mehr wegen ihres Privatlebens als ihres musikalischen Schaffens im Rampenlicht. Klar, wenn die Tochter des King of Rock’n’Roll den King of Pop — wir sprechen hier natürlich von Michael Jackson — heiratet, ist das schon spektakulär. Die Ehe — es war nicht ihre erste – hielt zwei Jahre. Insgesamt war Presley viermal verheiratet, mit Danny Keough (sie hatte ihn bei Scientology kennengelernt) hatte sie zwei Kinder. Sechs Jahre nach der Ehe mit Jackson heiratete sie den Hollywood-Schauspieler Nicholas Cage, die Ehe ging nach drei Monaten in die Brüche. Von 2006 bis 2008 war sie mit dem Musiker Michael Lockwood verheiratet, mit dem sie 2021 Zwillingstöchter bekam. Den größten Schicksalsschlag ihres Lebens erlitt Lisa Marie Presley im Juli 2020, als ihr Sohn Benjamin Keough sich das Leben nahm.

Kurz vor ihrem Tod zeigte sich Lisa Marie Presley noch gemeinsam mit Mutter Priscilla auf dem roten Teppich der Premiere des Elvis-Biopics. Kurz danach kam die Meldung, sie habe einen Herzstillstand erlitten und befinde sich im Krankenhaus. Wenig später kam die traurige Gewissheit, dass Lisa Marie Presley im Alter von nur 54 Jahren verstorben war. Über ihren Gesundheitszustand, ihre letzten Monate und zuletzt auch ihr Testament wird immer noch viel spekuliert und berichtet, dies soll an dieser Stelle ausgespart werden. Über ihre eigenen Kämpfe berichtete sie im Laufe der Jahre selbst immer wieder — erzählte von Süchten, zerbrochenen Ehen und ihrer Einsamkeit als Teenager.

Lisa Marie Presley wurde in Graceland beigesetzt — neben ihrem Vater Elvis und ihrem Sohn Benjamin.

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Axl Rose: „November Rain“-Soloauftritt bei Lisa Marie Presleys Trauerfeier

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