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Popkultur

Ghost im „Impera“-Interview: „Ich hätte es geliebt, in einer Band wie Rush zu spielen“

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Ghost
Foto: Mikael Eriksson

„Wir erbauen unser neues Imperium aus der Asche eines alten.“ So kündigen Ghost ihr fünftes Album Impera an, das vollgepackt ist mit Ohrwürmern, orchestralen Klängen, Chören und jeder Menge harter Gitarren.

von Andrea Leim

Mit der Veröffentlichung der beiden Singles Call Me Little Sunshine and Hunters Moon hat die Band ihre Fans bereits auf das Werk eingestimmt, das am 11. März erscheint. Im Interview mit uDiscover erzählt Bandchef Tobias Forge, warum er überwiegend allein arbeitet, beschreibt das aktuelle Glücksgefühl auf der laufenden US-Tour und wie sich seine Geisteshaltung ändert, wenn er in die Rolle des neu eingeführten Papa Emeritus IV schlüpft.

Hier könnt ihr Impera hören:

Keine vier Jahre nach Prequelle erscheint das neue Ghost-Werk Impera. Wo liegt für dich der größte Unterschied zwischen den beiden Alben?

Bei den Aufnahmen von Prequelle ging es mir überhaupt nicht gut. Es gab zu viele Dinge in meinem Leben, die einfach nicht funktionierten, und das setzte mir extrem zu. Dafür war weltpolitisch eigentlich alles ganz ok und vergleichsweise stabil. Während der Arbeit an Impera war es genau anders herum: Mir ging es sehr gut, der Welt aber nicht. Und in meinem Augen spiegelt sich das auf der Platte wieder. Das Resultat sind 40 Minuten voll düsterem Rock, der sich um den Aufstieg und dem Fall von Imperien dreht.

Dass du über Imperien schreiben wolltest, wusstest du bereits 2014. Läuft das bei allen Alben von Ghost so? Hast du einen kreativen Masterplan?

Es ist eher Zufall, dass ich schon so früh wusste, worum es auf dieser Platte geht –genauso, wie es Zufall war, dass die Platte davor von der Pest handelt. Beide Alben verbindet, und das hatte ich bereits früh im Kopf, dass sie von Konflikten und Vernichtung handeln sollten. Was einen Masterplan angeht, kann ich verraten, dass ich jetzt schon weiß, um welchen Konflikt es auf der nächsten Scheibe gehen soll. Und ich habe bereits weitere Wunschthemen für die Zukunft im Kopf. Das unterscheidet mich vermutlich ein bisschen von anderen Bands. Viele Musiker*innen sagen: „Hier ist eine Sammlung von guten Songs, lass sie uns unter dem und dem Namen veröffentlichen.“ Fertig. Ich arbeite ich lieber mit einem Konzept. Der andere Weg ist dabei nicht schlechter als meiner. Ich bin einfach vom Typ her so, dass ich meine Arbeit gern unterteile, ich ordne Dinge gern, bin ein ziemlicher Kontrollfreak, und nach außen wirkt es manchmal so, als sei das ein Masterplan. Zum Glück wurde mir irgendwann ein Freifahrtschein in die Hand gedrückt, der es mir erlaubt, auf diese Art Geld zu verdienen. Ansonsten wäre ich nämlich einfach nur ein verdammter Hipster, der nichts gelernt hat.

Apropos Kontrollfreak: Ghost ist kreativ gesehen eine Ein-Mann-Show. Du machst fast alles allein. Was ist das Beste, was das Schlechteste an dieser Arbeitsweise?

Der große Vorteil liegt darin, dass man nicht so viel streiten muss. Zwar kämpfe ich immer wieder für meine Ideen, dabei geht es aber eher um Machbarkeit und Umsetzung. Wenn du allerdings in klassischen Bandstrukturen arbeitet, stößt du auf ganz anderen Widerstand. Da liegen die Streitpunkte dann nicht mehr in der  Umsetzbarkeit, sondern darin, dass andere ihre Meinung haben und ihren Willen ebenso durchsetzen wollen wie man selbst. Wenn man richtig Pech hat, sind diese Menschen noch ganz alte, enge Freunde. Und genau solche Situationen können langjährige Beziehungen zerstören, so ging oder geht es unzähligen Bands. Natürlich gibt es auch die Ausnahmen von der Regel, Leute wie Rush zum Beispiel, die sowohl toll zusammen spielen können als auch gerne Zeit miteinander verbringen. Das ist großartig, aber die absolute Ausnahme. Ich hätte es geliebt, in einer Band wie Rush zu spielen, in einer vollkommen funktionierenden Gruppe mit meinen zwei besten Freunden. Aber so lief es leider nicht. Die Art von „Solo“-Künstler zu sein, wie ich es bin, ermöglicht es mir, viele Menschen um mich herum glücklich zu halten. Während ich an einem Album schreibe, beschäftigt sich meine Band mit anderen Dingen. Wenn wir dann aber zum Touren wieder zusammenkommen, freuen sich alle aufeinander.

Geht es euch jetzt gerade also so?

Aktuell bei unserer US-Tour mit Volbeat fühlt es sich sogar so an, als seien wir gemeinsam auf Hochzeitsreise, weil wir uns zusätzlich so sehr darüber freuen, überhaupt wieder touren zu können. Wir hängen zusammen rum, haben Spaß, es ist echt super! Und wenn wir uns dann wieder trennen, fahren wir in neun verschiede Städte in neun unterschiedlichen Ländern und leben dort unsere eigenen Leben.

Wenn Ghost touren, sind alle Beteiligten, auch die Mannschaft im Hintergrund, gleich angezogen. Warum?

Weil ich wollte, dass wir uniformiert sind. Es soll allen eine Art festliches Gefühl geben und herausstellen, dass es etwas Besonderes ist, Teil von Ghost zu sein. Als würden wir uns zu einem besonderen Dinner treffen, zu dem man sich eben schön anzieht.

Ghost

Foto: Jimmy Hubbard

Cardinal Copia ist zu Papa Emeritus IV aufgestiegen. Hast du dir schon überlegt, wie seine Zukunft aussehen wird?

Nein, das finde ich selbst noch heraus. Üblicherweise geschieht das ganz natürlich. Ich schätze mal, bis kommendes Jahr werde ich wissen, wie es mit ihm weitergeht. Ich bin da genau so gespannt wie alle anderen auch.

Wie lange brauchst du, um zu Papa Emeritus zu werden?

Alles in allem etwa eine Stunde.

Spürst du, wie sich währenddessen deine Stimmung und Geisteshaltung verändern?

Ja, auf jeden Fall. Er macht Dinge, sagt Dinge, die ich nie tun oder sagen würde. Und im Kontext der humoristischen Show finde ich das auch sehr befreiend. Ich denke nicht viel darüber nach, was ich auf der Bühne sagen werden, es passiert einfach. Manchmal bin ich selbst wie vor den Kopf gestoßen von den Dingen, die er von sich gibt. Es kommt sogar vor, dass ich erst am nächsten Tag von Äußerungen erfahre, weil ich mich nicht an sie erinnern kann. Ich bin sehr froh darüber, die Möglichkeit zu haben, meine Bühnenrolle einfach abzulegen. Diesen Luxus haben die meisten Rockstars, Schauspieler*innen oder auch Komiker*innen nicht.

Gab es eigentlich jemals Proteste von Gläubigen vor einer Ghost-Show?

Die kurze Antwort: Ja! Aber nicht häufig. Wir sind ja auch keine extreme Band, die ihre Fans dazu aufruft, sich umzubringen oder ähnliches. So etwas liegt uns ganz fern. Uns geht es darum, Menschen zu unterhalten, die unterhalten werden wollen, und nicht darum, jemanden wütend zu machen. Außerdem wissen TV- oder Radio-Priester mittlerweile, dass sie mit ihren Predigten gegen Musiker*innen oft das Gegenteil von dem erreichen, was sie erreichen wollen. Ein Beispiel: Vor ein paar Jahren spielten wir in Odessa, einer kleinen Stadt in Texas, in einem mittelgroßen Theater. Es passten so etwa 1500 Leute rein, rund 700 Tickets waren aber nur verkauft. Der Veranstalter zeigte sich aber sehr zufrieden, denn seiner Einschätzung nach gab es in der Gegend gar nicht mehr Rockfans. Doch dann erzählte so ein Priester in seiner Radiosendung von uns, und behauptete, eine satanische Band sei in der Stadt, die vertrieben werden müsse. Tatsächlich aber verkauften wir 300 zusätzliche Karten! Sein Geschwätz war also vollkommen kontraproduktiv, und wir spielten eine richtig gute Show.

Du wurdest von deiner Mutter und deinem älteren Brüder erzogen und durftest schon früh auf Konzerte gehen. Wie gehst du als Vater mit dieser Thematik um?

Ich bin kein sehr strenger Vater, und meine Frau ist da sehr ähnlich, wobei man schon sagen kann, dass ich vermutlich allein schon wegen meiner Kindheit noch mehr erlaube als sie. Meine Kinder interessieren sich allerdings nicht für die Dinge, für die ich mich früher interessiert habe. Sie sind ziemlich modern, gehören zur typischen iPad-Generation, besitzen zum Beispiel weniger Geduld, einen gesamten Film zu schauen und stehen mehr auf kurze Snippets. Ich dagegen habe die meiste Zeit meines Lebens vor dem Fernseher verbracht und VHS-Kassetten eingelegt, um einen Film nach dem nächsten zu gucken. Und ansonsten habe ich Gitarre gespielt. Ghost ist, was es ist, weil ich in den Achtzigern aufgewachsen bin und all diese Filme und Geschichten aufgesogen haben. Alles, was ich heute tue, ist das Resultat von damals.

Dein Bruder Sebastian hat dich ganz besonders beeinflusst, was Musik und Kultur angeht. Allerdings starb er vor zwölf Jahren. Wie oft wünschst du dir, dass er Ghost sehen und erleben könnte, wie weit du gekommen bist?

Jeden Tag! Und irgendwie glaube ich daran, dass er zusieht. Das ist auch der Grund dafür, dass ich mich dazu verpflichtet fühle weiterzumachen. Weil ich schlicht die Möglichkeit dazu habe und sie aus diesem Grund so gut wie möglich nutzen will und nutze.

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Ghost Facts: 8 Dinge, die du über die Hohepriester der schwedischen Metalszene wissen solltest

Popkultur

Zeitsprung: Am 5.7.1954 nimmt Elvis Presley seinen ersten Hit „That’s All Right“ auf.

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Michael Ochs Archives/Getty

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.7.1954.

von Tom Küppers und Christof Leim

Natürlich spielt Gevatter Zufall auch im Rock’n’Roll eine wesentliche Rolle. Selbst Elvis Presley, der „King“ höchstselbst, verdankt seinen Karrierestart einem kurzen, absolut ungeplanten Moment…

Hier könnt ihr euch zur Lektüre die Nummer und andere Elvis-Klassiker anhören:

Sam Phillips ist ein umtriebiger Geschäftsmann. Unter dem Banner Sun Records veröffentlicht er Anfang der Fünfziger Tonträger von Künstlern wie B.B. King oder Howlin’ Wolf und betreibt auch das dazugehörige Aufnahmestudio. Schnell kommt er auf die Idee, dieses auch Hobbymusikern zugänglich zu machen, die dann beispielsweise ihren Gesang auf einem rasch gepressten Acetat-Tonträger mit nach Hause nehmen können. Das gefällt auch dem gerade mal zwanzig Jahre jungen Elvis Aron Presley. Der kommt eines Tages in das Studio und möchte als Geburtstagsgeschenk für seine Mutter zwei Songs aufnehmen. Der Kunde ist König, Elvis bekommt seine Platte. Vor allem aber ist Parker recht angetan von dem, was er hört, und lädt den jungen Musiker zu weiteren Aufnahmen ein. 

Zunächst springt der musikalische Funke nicht richtig über, dann hat der Legende nach Parkers Sekretärin Marion Keisker den Geistesblitz, Presley mit dem Gitarristen Scotty Moore bekannt zu machen. Die erste Reaktion des erfahrenen Musikers ist pures Gold: „Elvis Presley? Was zum Geier soll denn das für ein Name sein?“ Nach einer gemeinsamen Probe ändert sich seine Meinung, umgehend wird für den 5. Juli 1954 eine weitere Aufnahmesession angesetzt. Doch die angedachten Interpretationen zeitgenössischer Pop-Hits zünden nicht wirklich. 

Während der Rest der Anwesenden während einer Pause ratlos dreinblickt, schnappt sich Elvis einfach eine Gitarre und beginnt, eine flotte Version von That’s All Right zu singen, einen Proto-Blues von Arthur Crudup. Später wird Presley erzählen, dass er eigentlich lediglich einmal kurz den Clown geben wollte, um die Stimmung aufzuheitern. Kontrabassist Bill Black steigt allerdings zupfenderweise auf den Witz ein, und da geht Parker plötzlich ein Licht auf: Das ist genau der neue Sound, nach dem alle suchen, und er hat ihn gerade eben gefunden. Moore stürzt zurück in den Aufnahmeraum, sucht ein paar Akkorde zusammen, und fertig ist die Nummer. 

Drei Tage später läuft That’s All Right dann zum ersten Mal im Radio bei Sendern, die Philipps mit einer Vorabpressung versorgt hat. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten; in einem Studio glühen die Telefone solange, bis sich der DJ genötigt sieht, die Platte während seiner zweistündigen Show immer und immer wieder aufzulegen. Elvis wird sogar zu einem Liveinterview eingeladen.

Am 19. Juli 1954 steht That’s All Right dann als Single in den Läden mit Blue Moon Of Kentucky als B-Seite, den die drei Musiker auf ähnliche Weise eingespielt hatten: Gesang, Gitarre, Bass, fertig. Und damit beginnt eine bis heute unvergleichliche Weltkarriere.

Und das soll alles darauf basieren, das Presley nur mal kurz einen Witz reißen wollte? Ein paar Jahre vor seinem Tod beantwortet Scotty Moore genau diese Frage mit einem Lachen im Gesicht und einem eindeutigen „Absolut!“ Manche Geschichten kann man sich echt nicht ausdenken…

Zeitsprung: Am 26.8.1969 kann Elvis Presley auf der Bühne nicht aufhören zu lachen.

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Popkultur

Sex, Prügel, Mordversuche: Vor 40 Jahren heiraten Ozzy und Sharon Osbourne

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Sharon & Ozzy Osbourne
Foto: Dave Hogan/Getty Images

Wie die Ehe zwischen zwei absolut unberechenbaren Neurotiker*innen wie Ozzy und Sharon Osbourne wohl so verläuft? Heftiger und exzessiver als sich das jede*r von uns vorstellen kann. Chronik einer sehr wilden Ehe.

von Björn Springorum

Im April 1979 wird Ozzy Osbourne nach katastrophalen Konzerten und unproduktiven Studioaufenthalten bei Black Sabbath vor die Tür gesetzt. Für ihn ist die Sache klar: Ihr Manager Don Arden braucht nur einen Sündenbock, erwischt hat es eben ihn. Arden, ein kompromissloser, brutaler Typ mit Mafiamethoden und einer langen Liste von Feinden und Kontroversen, lenkt damals schon seit einigen Jahren die Geschicke der Band. An der Rezeption sitzt damals seine Tochter Sharon Arden.

Liebe auf den ersten Kick

Auf die hat Ozzy schon seit Beginn der Siebziger ein Auge geworfen, bekommt es jedoch irgendwie hin, die Beziehung die ganzen Jahre über professionell zu halten – und das in einem Jahrzehnt, in dem man sich durchaus fragen kann, wie ein Begriff wie „professionell“ überhaupt in Ozzys Habitus passt. Vielleicht liegt es ja daran, dass er davon ausgeht, sie hielte ihn für einen „Wahnsinnigen“, wie er mal recht luzide reflektierte.

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Damals weiß er noch nicht, dass seine Zukünftige aus dysfunktionalen Verhältnissen stammt: Ihr Vater ist gewalttätig, sie ist oft Zeugin seiner Ausraster, als eine sehr junge schwangere Sharon Osbourne mal ihre Mutter besucht, ruft die ihre aggressiven Hunde nicht zurück, die über ihre Tochter herfallen. Sie verliert das Kind. So ein Ozzy auf welcher Droge auch immer wirkt im Gegenzug eher wie ein Spaziergang.

100.000 Pfund für Drogen

Obwohl Arden den Sänger gefeuert hat, nimmt er ihn auf sein Label Jet Records und entsendet seine Tochter Sharon nach Los Angeles, um dessen Solokarriere aufzubauen. Dort hat sich Ozzy mit seinen rund 100.000 Pfund Anteilen am Namen Black Sabbath (heute wären das über eine halbe Million Pfund) zurückgezogen, um in Frieden alles für Drogen und Suff auszugeben – „bevor ich zurück nach Birmingham kehren und mich arbeitslos melden würde“, so erinnert er sich. Ein folgenschwerer Fehler für den ach so taktierenden Manager: Die beiden verlieben sich, formen eine gemeinsame Front gegen Arden, der daraufhin schwere Geschütze auffährt, um die beiden auseinanderzubringen.

Ozzys erste Frau

Don Arden raubt seine Tochter aus, versucht sie umzubringen und erzählt Ozzy einmal sogar, dass seine Tochter ihren eigenen Vater verführen wollte. Familien… Man kann sie sich eben nicht aussuchen. Ozzy und Sharon bleiben stark, aber da gibt es natürlich noch ein anderes Problem: Ozzy ist seit 1971 mit einer gewissen Thelma Riley verheiratet, die beiden haben sogar zwei Kinder. Um den Weg für die neue Liebe frei zu machen, lässt sich Ozzy 1982 von Riley scheiden und tritt am 4. Juli 1982 mit Sharon Arden vor den Traualtar. Natürlich darf man sich fragen, wie die beiden jemals auch nur annehmen konnten, eine ruhige, harmonische Ehe zu führen, aber es ist natürlich nicht an uns, das zu beurteilen.

 

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Während Ozzy sehr bald danach wieder in einem Schleier aus Drogen und Alkohol durch die Welt stolpert und Sharon Osbourne in ihrer neuen Rolle als Managerin mehr und mehr wird wie ihr brutaler Vater, ist zumindest ihr Hochzeitstag eine romantische Sache: Ozzy im weißen Anzug, mit Fliege und Lorbeerkranz (wie ein römischer Kaiser), Sharon im weißen Kleid mit Schleier. Weiß, die Farbe der Unschuld… Das kommt schon 1982 nicht mehr hin.

Keine großbusige Beutefrau

Was folgt, wissen wir alle: eine wilde Ehe voller Exzesse, Streitereien und physischer Gewalt. Sie überfährt ihn mit dem Auto, er sie mit dem Rasenmäher, 1989 versucht er nach vier Flaschen Wodka, sie zu erwürgen. Dafür kommt er sogar ein paar Monate in den Knast. Sharon hält zu ihm. Die ganze Zeit. 2016 trennen sie sich zwar kurz, als Ozzys Affäre mit der Haarstylistin Michelle Pugh ans Licht kommt, doch nach Dutzenden Affären ist Sharon wohl abgehärtet, schon im Jahr darauf sind sie wieder zusammen. Und nicht nur das: Sie baut ihn über die Jahre zum Nationalheiligtum auf, zur bekanntesten Marke im Heavy Metal. Für Ozzy, klar. Aber auch für sich selbst. „Ich hörte damals immer nur: Ihr werdet das nie schaffen“, erinnerte sie sich mal. „Alle sahen ihn eher mit einer großbusigen Beutefrau, doch er bekam mich: eine kleine, fette, haarige Halbjüdin. Ich musste sehr viel kämpfen.“

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Mittlerweile haben es sogar die beiden geschafft, ihre Ehe in ruhigere Fahrwasser zu steuern. Zu ihrem 40. Hochzeitstag werden die beiden ihr Eheversprechen erneuern – das zweite Mal nach 2017. Und sich dann auf ihren Umzug zurück nach England vorbereiten. Happy anniversary!

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Hundetherapeuten, Seifenblasen und geworfene Schinken: Das sind die 7 besten Momente aus „The Osbournes“

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Popkultur

Zeitsprung: Am 4.7.1934 kommt DJ-Legende Mal Sondock zur Welt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.7.1934.

von Timon Menge und Christof Leim

Er gilt als „Vater aller Discjockeys“, zumindest in Deutschland. In den Sechzigern und Siebzigern moderiert er die Diskothek im WDR, in den Achtzigern folgt Mal Sondocks Hitparade. Am 4. Juli hätte Mal Sondock seinen Geburtstag gefeiert. Werfen wir einen Blick auf das Leben des Amerikaners, der das deutsche Radio revolutionierte.

Hört euch hier Hey, Annabella Susann von Mal Sondock an:

Es gab eine Zeit in der Welt des Musikhörens, von denen Eltern ihren Kindern heute bloß noch erzählen können. YouTube und Spotify waren noch nicht erfunden, MP3-Dateien ebenfalls nicht. Ja, sogar die Entwicklung der CD lag noch in weiter Ferne. Wir sprechen von einer Zeit, in der man genau vier Möglichkeiten hatte, neue Musik zu entdecken: per Blindkauf, per Fachpresse, per Freundeskreis oder per Radio. Letzteres Medium prägt in Deutschland vor allem ein Mann: Mal Sondock.

Zur Welt kommt Malcolm Ronald „Mal“ Sondock am 4. Juli 1934 in Houston, Texas. Gemeinsam mit einer Schwester wächst er als Sohn eines Zahnarztes auf. Bereits im Alter von 17 Jahren arbeitet er als Discjockey in Oklahoma City, während der College-Zeit heuert er bei mehreren Radiosendern und einer Plattenfirma an. 

1957 verschlägt es Sondock nach Deutschland. Als amerikanischer GI lebt er in Frankfurt am Main, Bremerhaven und München. Um seinen Sold von 75 US-Dollar aufzubessern, organisiert er Tanzveranstaltungen, bei denen er nicht, wie sonst üblich, eine Musikgruppe aufspielen lässt, sondern Schallplatten auflegt. Heute sagt man, dass es sich bei diesen Partys um die ersten Diskotheken Deutschlands gehandelt haben muss. 

Sondock kommt auf den Geschmack und bewirbt sich bei der ARD. Von dort aus landet er beim WDR, zunächst als Urlaubsvertretung für den Briten Chris Howland alias Mr. Pumpernickel. Ab 1961 moderiert Sondock die Montagnachmittagsmelodie, ab 1966 den Diskothekenbummel, aus dem sich 1967 die Sendung entwickelt, mit der er Radiogeschichte schreiben soll: Diskothek im WDR.

Ein großer Teil des Erfolgsrezeptes: Sondocks bescheidene Art. So garniert er seine Sendungen mit selbstironischen Sprüchen wie: „Weil er Deutsch nicht reden kann, schleppt er noch mehr Platten an.“ Er gilt aber auch als Arbeitstier. Laut eigener Aussage hört er für eine bis zwei Sendestunden sechs Tage pro Woche Musik, vier bis fünf Stunden täglich. Oft spielt er die kommenden Hits zum ersten Mal, manchmal sogar als Weltpremiere.

Revolutioniert über Dekaden hinweg das deutsche Radio: Mal Sondock

Ganze 13 Jahre lang bleibt Sondock mit dem beliebten Format auf Sendung und prägt drei bis vier Generationen an Musikhörern. Anders gesagt: Was er nicht spielt, ist auch nicht passiert. Aufgezeichnet wird die Diskothek live vor jugendlichem Publikum, aus dem zu Beginn jeder Show eine fünfköpfige Jury ausgewählt wird. Diese entscheidet im Verlauf der Sendung darüber, ob die vorgestellten Neuerscheinungen „Hit oder Niete“ werden. Die Zuhörer zuhause können außerdem Postkarten mit Musikvorschlägen einschicken, die nach Beliebtheit sortiert gespielt werden. 

Anfang 1981 wird die Diskothek durch Mal Sondocks Hitparade ersetzt. Die Rubrik „Hit oder Niete“ bleibt erhalten, diesmal allerdings per Telefonabstimmung. Knapp vier Jahre später wird die Sendung abgesetzt. Die offizielle Begründung: zu niedrige Einschaltquoten. Kaum jemand glaubt das, denn schließlich hören sie ihn alle, den alten M.A.L. vom WDR. Dennoch: Am 19. Dezember 1984 läuft die letzte Folge — mit Weihnachtsgrüßen von Freddie Mercury, Alan Parsons und Billy Ocean.

Was man sich heute kaum noch vorstellen kann: Sondocks Reichweite. Obwohl seine Sendung nur in Nordrhein-Westfalen und Umgebung ausgestrahlt wird, spielt er die Songs, die wenig später das ganze Land begeistern. Moderne Formen des Musikkonsums wie Spotify oder YouTube gibt es noch nicht, man muss sich anders behelfen. Wer in den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern die Hits der Woche konservieren möchte, hängt mit zwei Fingern am Kassettenrecorder und drückt nach den Anmoderationen blitzschnell auf „Play“ und „Record“. Wenn man Glück hat, quatscht Mal nicht in den Song. „Nur bei Sachen, die zwei-, dreimal liefen, habe ich reingesprochen“, verteidigt sich Sondock später, wie der WDR berichtet. „Und das nur, um das Tempo dieser Sendung zu halten. Das hatte ich in Amerika gelernt.“

Neben seinem Job als Radiomoderator betätigt sich Sondock über die Jahre auch als Produzent, Sänger und Schauspieler. So entdeckt er nicht nur den Schlagerstar Michael Holm (Tränen lügen nicht), sondern singt auch selbst einige Platten ein. Seine erfolgreichsten Songs: Hey, Annabella Susann (1962), Das Mädchen mit dem traurigen Blick (1964) und Ich mach’ mir Sorgen um dich (1965). Im Film Stadt ohne Mitleid (1961) spielt er eine Nebenrolle. Zusätzlich tourt der Amerikaner jahrelang als mobiler Discjockey durch Deutschland.

Am 9. Juni 2009 stirbt Sondock im Alter von 74 Jahren in einem Kölner Krankenhaus. Er hinterlässt eine Frau, einen Sohn sowie eine Tochter. Beerdigt wird er auf dem Palm Cemetery in Orange County, Florida. Laut Welt hat Sondock einmal gesagt: „Ich verbreite keine Kultur. Ich bin ein Ami mit schlechtem Deutsch, der die Kinder mit Rock’n’Roll versaut.“ Musikdeutschland dankt ihm dafür. Rest in peace, alter Jockdiscey M.A.L.!

Zeitsprung: Am 25.9.1965 geht der „Beat-Club“ auf Sendung

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