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Popkultur

Luke’s 10 | 10 Gründe für Luke Bryan’s Erfolg!

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In den USA ist Luke spätestens seit seiner My Kind Of Night Tour 2014 DER männliche Country Superstar – in der Bundesrepublik ist er ebenfalls auf dem besten Weg DAS Aushängeschild seines Genres zu werden. Der Erfolg des freundlichen, hart arbeitenden Georgianers kam jedoch nicht über Nacht. In Luke‘s 10 begab sich uDiscover auf Ursachenforschung nach Bryan‘s „Code For Success“ und warum der geneigte Musikfan L.B. einfach mögen muss.


#10: I‘LL STAY ME

Das inzwischen legendäre Debütalbum legte den Grundstein für Luke‘s Karriere als Performer. Vor „I‘ll Stay Me“ stand der Name Luke Bryan „nur“ für einen großartigen Songwriter, der Country Superstars wie etwa Travis Tritt Hits auf den Leib komponierte. 2007 untermauerte er diesen Ruf mit einem Erstwerk, welches zwei Top 10 Singles, #2 in den U.S. Country Album Charts und Gold für über eine halbe Million verkaufter Einheiten vorweisen konnte.


#9: L.B.‘s BEACH PARTY

Was gibt es Relaxteres, als ein paar „cold ones“ und „some shots of Jack“ (so nennt der Amerikaner umgangssprachlich eiskaltes Bier bzw. in 4cl Schnapsgläsern ausgeschenkten Jack Daniel‘s – Anm.d.A) an einem Strand in Florida?! Richtig, nicht sehr viel. Von 2009 bis 2015 feierte Luke als Zeremonienmeister in Panama City seine ganz spezielle Party. Bryan‘s Strandkonzerte waren derart beliebt, dass der Wahlnashviller jedes Jahr eine Springbreak E.P. aufnahm. Thematisch – wie sollte es anders sein – zelebrierte L.B. in seinen Texten ausschweifende Festivitäten und die dabei entstandenen Lovestories der verrücktesten Ferientage in den USA.


#8: DOIN‘ MY THING

Beim zweiten Streich des gebürtigen Leesburgers ist der Name Programm: Mit zwei #1 Singles „Rain Is A Good Thing“ und „Someone Else Calling You Baby“ untermauerte Luke den Erfolg seines Debüts. „Doin‘ My Thing“ atmete bereits 2009 die süchtig machende Party Attitude der heutigen Modern Country Szene und gilt neben Alben von Jason Aldean, Keith Urban und späten Toby Keith Scheiben als eines der wegweisenden Werke der „Next Country Generation“.

Luke Bryan - Doin' My Thing

Luke Bryan – Doin’ My Thing


#7: THE BOY NEXT DOOR

Trotz seines enormen Erfolgs ist Luke Bryan absolut bodenständig geblieben – egal ob privat oder beruflich. 2006 heiratete er seine große Collegeliebe Caroline. Inzwischen hat das Paar zwei Söhne, die gerne mal durchs Zimmer huschen, wenn Papa gerade ein Telefoninterview gibt. Für einen Superstar wie Luke ist es schon extrem ungewöhnlich, dass solche Termine ohne große Entourage auf der eigenen Couch sitzend wahrgenommen werden. Luke‘s Kommentar dazu: „Wer braucht schon einen Stab an Leuten um sich herum. Sowas kann man doch super zu zweit eintüten!“


#6: TAILGATES & TANLINES

Es war das dritte und entscheidende Album in L.B.‘s Diskografie! „Tailgates & Tanlines“ ist in der Retrospektive eine einzige Hookline, die Luke dank eines Support Slots auf Tim McGraw‘s Emotional Traffic Tour und seinem ersten Auftritt auf der Hauptbühne des CMA Music Fests in Nashville (inkl. TV Übertragung) einem riesigen Publikum vorstellen konnte. Als #1 der Country Charts inklusive drei #1 Singles ( „I Don‘t Want This Night To End“, „Drunk On You“, „Kiss Tomorrow Goodbye“) ist „Tailgates & Tanlines“ mit über 2.500.000 verkauften physischen Einheiten in den USA eines der erfolgreichsten Countryalben der 2010er Jahre.


#5: NATURAL BORN ENTERTAINER

Was macht aus einen Musiker einen Entertainer?! Richtig, die Fähigkeit sein Publikum auch ohne Band im Rücken blendend zu unterhalten. Seit 2013 ist Luke neben Country Superstar Blake Shelton der Gastgeber der jährlichen ACM Awards. Hierbei kam ihm bei der 50th Anniversary in diesem Jahr seine Erfahrung als Stadionact zu gute, denn die Jubiläumsausgabe der Preisverleihung fand im (komplett bestuhlten) AT&T Stadion (Arlington, Texas) vor einer (Guinessbuch) Rekordkulisse von über 60.000 Gästen statt. Damit waren die 50. ACM Awards die größte Live TV Show ihrer Art. Luke Bryan wird wohl auf Ewig mit dieser Bahnbrechenden Veranstaltung in Verbindung gebracht werden.


#4: CRASH MY PARTY

Bis „Crash My Party“ war Luke „nur“ ein gefeierter Act. Dieses Album in Symbiose mit seinen ersten Headlinertouren lies L.B. zur unangefochtenen #1 unter den männlichen Countrykünstlern werden. Bereits sieben Monate vor der Veröffentlichung des Albums startete die Dirt Road Diaries Konzertreise am 17.01.2013 in Evansville, Indiana, die mit zwei Monaten Pause im November und Dezember im Januar 2014 in die My Kind Of Night Tour überging. Hier stand Luke Bryan‘s erster Auftritt im ausverkauften Madison Square Garden in New York City plus das erste Stadion(Headliner-)konzert mit „Sold Out“ Stempel seiner Karriere im Gillette Stadium (Foxborough, Massachusetts) an. Neben den ausverkauften Gastspielen donnerte „Crash My Party“ an die Spitze der Country sowie Billboard 200 Charts – sechs #1 Singles inklusive! Im Zuge des Albums spielte Luke seine ersten beiden ausverkauften Deutschlandshows im März 2015 in München und Berlin. Wegen der enormen Nachfrage mussten beide Konzert in doppelt so große Venues verlegt werden. Als Highlight seines ersten Europa Legs gilt der Headlinergig während des Country 2 Country Festivals in „The O2“ in London.

Luke Bryan - Crash My Party

Luke Bryan – Crash My Party


#3: THE FARM TOUR

Neben all dem Erfolg hat Luke nie vergessen wo seiner Wurzeln liegen – nämlich auf der Erdnussfarm seiner Familie in Georgia. Ähnlich wie Neil Young & Willie Nelson spielt L.B. jedes Jahr Wohltätigkeitskonzerte um kleine Farmer, die gegen Großkonzerne bestehen müssen zu unterstützen. Zusätzlich finanziert er aus dem aus Tickets und Sponsoringeldern eingenommenen Betrag der Tour einem Kind, welches auf einer „hilfsbedürftigen“ Farm aufwächst eine komplette Collegeausbildung.


#2: KILL THE LIGHTS

Als „Kill My Lights“ angekündigt wurde, gab es wahrscheinlich viele verdutzte Gesichter, die sich in etwa die Frage „Wie schafft er das nur?!“ stellten. Luke ist seit „Crash My Party“ fast non stop auf Tour und hat es trotzdem hinbekommen ein weiteres superbes Album zu veröffentlichen. Dabei geht er weder Kompromisse noch die Gefahr der Selbstkopie ein. „Kill The Lights“ präsentiert einen erwachseneren L.B. der allerdings seine Partytage nicht ad acta legen möchte. Dieses Album, welches auch ein großartiges Duett mit Karen Fairchild von Little Big Town enthält setzte sich in seiner ersten U.S. Chartwoche mit 345.000 locker gegen Dr. Dre‘s stattliche 295.000 „Compton“ Einheiten durch.

Luke Bryan - Kill The Lights

Luke Bryan – Kill The Lights


#1: SHAKE THIS PERFORMANCE

Die Bühne ist der Ort, an dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Hier spielt Luke in einer Liga mit legendären Performern wie etwa Jon Bon Jovi. Egal ob unplugged, in kleinen Clubs oder ausverkauften Arenen und Stadien – L.B. überzeugt auf ganzer Linie und ist einer der „Must See Acts“ des 21. Jahrhunderts. In seinen Shows verschmelzen Songs, Künstler und Bühnetechnik zu einem wirklich einzigartigen Gesamtpaket.

Luke Bryan mit Autor Chris Franzkowiak

Luke Bryan mit Autor Chris Franzkowiak

Text: Chris Franzkowiak
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Popkultur

Zeitsprung: Am 30.1.2007 singt Jim Morrison posthum gegen die Erderwärmung

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Michael Ochs Archives/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 30.1.2007.

von Timon Menge und Christof Leim

Unter dem Motto „Save The Planet“ finden am 30. Januar 2007 zwei Pressekonferenzen in Los Angeles und London statt. Dort stellen Perry Farrell von Jane’s Addiction, Doors-Schlagzeuger John Densmore und Schauspieler Josh Hartnett die Kampagne Global Cool vor, ein Projekt gegen die Erderwärmung — und verwenden dafür unveröffentlichte Gesangsspuren von Jim Morrison.

Hier könnt ihr euch Woman In The Window anhören:

Die globale Erwärmung schreitet voran, zahlreiche Kunstschaffende aller Couleur und weltweit engagieren sich dagegen. Als Sprachrohre der britischen Kampagne Global Cool möchten Farrell, Densmore und Hartnett es „uncool machen, nicht grün zu sein“.

Kleine Schritte, große Wirkung

Dafür erhalten die drei eine Menge prominenter Unterstützung, zum Beispiel von Kasabian, The Killers, KT Tunstall und den Scissor Sisters. Auch Leonardo DiCaprio, Orlando Bloom und Dave Grohl helfen mit. Die Mission der Kampagne: Menschen sollen dazu motiviert werden, ihre CO²-Emissionen über einen Zeitraum von zehn Jahren um zehn Milliarden Tonnen zu reduzieren.

Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen zum Beispiel das Abschalten des Lichts, das Ausstecken von Smartphone-Netzteilen, das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel, der Verzicht auf Urlaubsflüge und das Herunterschalten der Heizung um eine Stufe. „Wenn viele Menschen kleine Dinge in die Tat umsetzen, wird daraus am Ende eine verdammt große Sache“, stellt Global-Cool-CEO Julian Knight fest. Alles gute Vorschläge. Für Musikfreaks wird die Aktion zusätzlich interessant.

Jim Morrison hilft auch. Quasi.

Um dem Projekt zu größerer Bekanntheit zu verhelfen, greift Doors-Drummer Densmore in die Trickkiste und stellt eine bis dato unveröffentlichte Gesangsspur von Jim Morrison zur Verfügung. Der Titel der Nummer: Woman In The Window. Das Stück basiert auf einem Gedicht von Morrison, das der kurz vor seinem Tod vertont hat. Die Jahrzehnte später eingespielte Musik stammt von Farrells Band Satellite Party.

Densmore und Farrell bei der Pressekonferenz in Los Angeles – Pic: Hector Mata/AFP via Getty Images

Sein Debüt feiert der Song bei den Pressekonferenzen am 30. Januar 2007. „Wir freuen uns darüber, dass Woman In The Window die Titelmelodie eines so tollen Projektes wird“, erklärt Farrell im Interview mit dem NME. „Jim hat all das Übel in der Welt gesehen, wusste aber auch, dass wir für unser Schicksal verantwortlich sind. Und genau das tun wir. Niemand wird uns davon abhalten können, Energie und Geld zu sparen und dabei den Planeten zu retten.“ Das klang schon 2007 vernünftig.

Zeitsprung: Am 30.8.1973, zwei Jahre nach Morrisons Tod, lösen sich die Doors auf.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 29.1.1982 heiratet Stevie Nicks den Witwer ihrer besten Freundin.

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Foto: Ebet Roberts/Redferns/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 29.1.1982.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Trauer lässt Menschen merkwürdige Dinge tun. Da bilden auch Rockstars keine Ausnahme: Am 29. Januar 1982 heiratet Stevie Nicks den Witwer ihrer kürzlich verschiedenen besten Freundin und sorgt für enorm hoch gezogene Augenbrauen. Als Teil der für Drogeneskapaden bekannten Band Fleetwood Mac gar nicht so einfach… 

Hört euch hier Bella Donna an, Stevies erstes Soloalbum von 1981: 

Nun ist es nicht gerade so, dass Stevie Nicks in ihrer Karriere keine Skandale vorweisen kann. Als Mitglied von Fleetwood Mac gibt sie laut eigenen Angaben zwischen 1977 und 1986 mehrere Millionen für Kokain aus, begibt sich in einen Beziehungsreigen mit Lindsey Buckingham, Mick Fleetwood und einem nicht geringen Anteil der Eagles und wechselt schließlich auf das Beruhigungsmittel Clonazepam.

Kosmisches Gleichgewicht

Währenddessen zeigt sich die ätherische Meisterin des Rock mitverantwortlich für Werke wie das Album Rumours von Fleetwood Mac, das das genannte Liebeswirrwarr schmerzhaft aufarbeitet, oder das zeitlose Landslide. Der Entzug gelingt ihr beide Male, viele Musikerinnen nennen sie heute als wichtigen Einfluss, und nebenher engagiert sich Nicks ehrenamtlich. Eigentlich hält sich in ihrem Kosmos also alles die Waage.

Doch 1982 gerät das Gleichgewicht ins Schwanken. Kurz nach der Veröffentlichung ihres Solodebüts Bella Donna erhält die Musikerin die traurige Nachricht, dass ihre beste Freundin Robin Anderson an Leukämie erkrankt ist und nur noch wenige Monate zu leben hat. Ein heftiger Schicksalsschlag für alle Beteiligten, der durch Andersons Schwangerschaft noch mehr Schwere erhält. Nicks, die zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur noch benebelt durchs Leben schwebt, kann die Situation kaum ertragen: „Ich war so auf Koks. Ich trank auf dem Weg (ins Krankenhaus) eine halbe Flasche Brandy, weil ich es nicht aushalten konnte.“

Kurzschlussreaktion Ehe

Anderson bringt mit letzter Kraft ihren Sohn Matthew zur Welt, verstirbt jedoch nur drei Tage später. „Ich hatte diese verrückte, wahnsinnige Vorstellung, Robin würde wollen, dass ich mich um Matthew kümmere“, erinnert sich Nicks. Weit hergeholt erscheint das nicht, immerhin ernennt man sie zur Patentante. Ihre Interpretation der Aufgabe fällt jedoch etwas besorgniserregend aus: In ihrer Trauer überzeugt sie Andersons Witwer Kim, dass eine Hochzeit die beste Option darstelle. Drei Monate später findet die Eheschließung statt.

„Komplett irre“, weiß die Sängerin heute. „Wir steckten alle knietief in der Trauer, standen völlig neben uns. Die Familien waren außer sich, als sie davon erfuhren; für viele war das Blasphemie. Aber das war mir egal. Mir war nur Matthew wichtig.“ Nicks merkt jedoch recht schnell, dass ihr Urteilsvermögen gerade nicht den besten Job macht. Die seit jeher spirituelle Künstlerin betritt eines Tages das Zimmer des Jungen und spürt die Gegenwart der Verstorbenen: „Es war dunkel, und das Baby war sehr still. Robin wollte, dass das sofort endet. Das habe ich so deutlich gespürt wie eine Hand auf der Schulter.“

„Go your own way“

Keine drei Monate später beendet die „Reigning Queen of Rock and Roll“ die Ehe. Es bleibt ihre einzige: „Die zählt nicht.“ Um den kleinen Matthew aber kümmert sich Nicks wie versprochen. Zwar bleibt der Kontakt zunächst aus, später finanziert sie dem Jungen jedoch das College. Kosmisches Gleichgewicht, eben.

Zeitsprung: Am 18.1.1974 gehen falsche Fleetwood Mac auf Tour – ganz offiziell.

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Liebesbrief an London: Adeles Debüt „19“ wird 15 Jahre alt

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Adele
Foto: Dave Hogan/Getty Images

Vor 15 Jahren veröffentlicht eine sehr junge Sängerin namens Adele ihr erstes Album 19. Eine der größten Popkarrieren aller Zeiten beginnt in einem Londoner Kinderzimmer – und wird fast vom Alkohol im Keim erstickt.

von Björn Springorum

Hier könnt ihr 19 hören:

Adele Laurie Blue Adkins und London, das ist eine ganz besondere Beziehung. Sie wird 1988 in Tottenham geboren, wächst einige Jahre in Brighton auf und kehrt mit zehn nach London zurück. Erst wohnt sie mit ihrer Mutter in Brixton, später in West Nordwood südlich der Themse. Hier verbringt sie ihre Teenagerzeit, ein musikbegeistertes Mädchen mitten in der riesigen Metropole, die perfekte Kombi. Sie und London, das soll sich nie ändern, wenn es nach Adele geht.

Geschrieben in zehn Minuten

Als ihre Mutter ihr nahelegt, die Stadt für ein Studium zu verlassen, wirft sie das völlig aus der Bahn. Sie setzt sich hin – und schreibt binnen zehn Minuten Hometown Glory, ihren allerersten Song. Sie lässt alles raus, ihre Liebe zu dieser Stadt, ihre Angst, sie zu verlassen, die Diskussionen mit ihrer Mutter. „Meine Mom und ich konnten uns nicht einigen, wo ich studieren sollte“, erzählte Adele 2008 in einem Interview. „Sie wollte, dass ich nach Liverpool gehe, ich wollte aber in London bleiben. In gewisser Weise ist Hometown Glory eine Art Protestsong über die Erinnerungen – gute wie schlechte – an seine Heimat. Eine Ode an den Ort, an dem ich mein Leben verbracht habe.“

Die Auseinandersetzung mit ihrer Mutter ist ein Glücksfall. Es ist 2007, und der Name Adele spricht sich langsam in Londons Musikwelt herum. Erste Fernsehauftritte steigern den Hype, Singer/Songwriter Jamie T wird auf die junge Dame mit der großen Stimme aufmerksam, bringt ebenjene Ode Hometown Glory im Oktober 2007 in einer limitierten Vinyl-Fassung heraus. Dann geht alles ganz schnell: Aus ihrem Kinderzimmer im Haus der Mutter heraus bekommt Adele den ersten Brit Awards Critics’ Choice-Preis verliehen und wird zur größten Newcomerhoffnung 2008 deklariert.

Da sollte mal jemand so was von Recht behalten: Zwei Wochen vor ihrem Debüt erscheint die Single Chasing Pavements. Die klettert bis auf Platz zwei der Charts und leitet eine neue Ära in der britischen Popmusik ein: Mit 19 erscheint am 28. Januar 2008 eines der wichtigsten und besten Debüts in der Musikgeschichte Großbritanniens. Der Hype ist mittlerweile im ganzen Land greifbar, die Hauptstadt verkündet die Ankunft eines neuen Megastars mit eigenem Kopf und starker Meinung.

„Ich wurde in dieser Zeit zur Frau“

19, benannt nach dem Alter, in dem sie die meisten Songs schrieb, wird zum Instant-Klassiker. Ihre Mischung aus Jazz, Soul und Pop ist feinfühlig und warm, ihre volle, durchdringende Stimme thront über allem, singt die Konkurrenz mühelos an die Wand und erzählt in melancholietrunkener Zerbrechlichkeit von gebrochenen Herzen, Heimweh und großen Träumen.

Zum Titel sagt sie: „Mir ist nichts Besseres eingefallen! Ich finde die Titel von Debütalben extrem wichtig, die besten sind für mich Debut von Björn und Miseducation von Lauryn Hill. Dieses Album repräsentiert mein Alter, mein Leben zu dieser Zeit. Ich war erst 19, als ich es schrieb, und wurde in dieser Zeit zur Frau. Das findet sich in den Songs wieder.“ Mehr noch: Die Art und Weise, wie sie die Vokale in die Länge zieht, markiert einen neuen Stil in der britischen Popmusik. „Adele hat das Potential, zu einer der angesehensten und inspirierendsten Künstler*innen ihrer Generation zu werden“, urteilt Billboard und reiht Adele aus dem Stand zwischen Amy Winehouse und Duffy ein.

Toxische Beziehung und zu viel Alkohol

Mit Amy Winehouse teilt sie anfangs nicht nur die starke Stimme und den Erfolg: Adele trinkt. Viel. Im Mai 2008 soll sie auf ihre erste große Tournee gehen, der Fokus liegt klar auf der Eroberung des US-Marktes. Das passt ihr nicht: Sie hat starkes Heimweh und steigt nicht gern in Flugzeuge. Wegen ihres damaligen Freundes sagt sie sogar einige US-Termine ab, nach Ansicht vieler der Todesstoß für jede Form von Karriere in den geheiligten Poplanden USA. Trifft auf sie natürlich nicht zu, gut steht es damals dennoch nicht um sie. „Ich nenne diese Zeit meine E.L.C., meine Early Life Crisis“, sagte sie dem Nylon Magazine mal. „Ich trank viel zu viel, was gleichzeitig das Fundament meiner Beziehung zu diesem Jungen war. Ich konnte nicht ohne ihn sein, also sagte ich diese Konzerte einfach ab. Kaum zu glauben, dass ich das wirklich getan habe. Es ist so undankbar.“

Im November 2008 trennt sie sich von ihm und zieht aus ihrem Kinderzimmer aus. Sie lässt sich in Notting Hill nieder, wo sie sich gleich wieder an die Musik macht, und gibt den Alkohol auf. „Diese Beziehung hat mein zweites Album praktisch von selbst geschrieben, also war es das am Ende alles wert“, meinte sie mal trocken. Zunächst segelt sie aber noch mit 19 auf den Wellen des Erfolgs: Anfang 2009 gibt es Gold dafür, bis zum Sommer 2009 hat sich das Album weltweit mehr als zwei Millionen Mal verkauft, auch den Grammy für den Best New Artist gibt es für sie.

Sogar das Dylan-Cover gelingt ihr

Nicht übel für eine Sängerin, die, wie sie selbst sagt, „keinerlei Pläne“ für dieses Album hat. „Ich weiß ja nicht mal, welche Art von Künstlerin ich sein will“, sagte sie 2009. „Ich schrieb das Album ja nur, um eine Trennung zu verarbeiten und all die Musik zu spielen, die ich selbst gern höre: Pop, etwas Elektro, Jazz, Folk und natürlich Soul. Ich wollte aber nie ein White Soul Girl sein. Das Album kam ganz natürlich und organisch zusammen.“ Stimmt: Sogar mit ihrem Cover von Bob Dylans Make You Feel My Love kommt sie durch und liefert ein Debüt, auf dem jeder Song sitzt.

Das wirklich Erstaunliche ist ja aber: Bei allem Hype und Erfolg ist 19 doch nur ein Vorgeschmack auf das, was Adele zwei Jahre später mit 21 lostreten wird.

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Adeles „30“: Von Trennungsschmerz, Selbsterkenntnis und Neuanfängen

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