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Popkultur

Frustration, Langeweile, Teenage-Rebellion: Der Videodreh zu Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“

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Kurt Cobain während einer Live-Performance. Foto: Michael Ochs Archives/Getty Images

Am 17. August 1991 drehten Nirvana in den GMT Studios im kalifornischen Culver City das Musikvideo zu ihrem Mega-Hit Smells Like Teen Spirit – und damit eines der ikonischsten Musikvideos aller Zeiten.

von Markus Brandstetter

„Casting Call für alle Nirvana-Fans“ stand in Großbuchstaben auf auf einem Flyer, der 1991 vor dem Videodreh zu Nirvanas Smells Like Teen Spirit verteilt wurde. „Nirvana braucht euch für einen Auftritt in ihrem kommenden Musikvideo, Smells Like Teen Spirit. Ihr solltet zwischen 18 und 25 Jahre alt sein und eine Highschool-Persona adaptieren, zum Beispiel Preppy, Punk, Nerd, Jock… Keine Kleidung mit Markenlogos bitte! Ihr müsst am Samstag, dem 17. August um 8:30 bei den GMT Studios, Stage 6 sein. Seid darauf vorbereitet, mehrere Stunden zu bleiben. Unterstützt Nirvana und habt eine großartige Zeit!“

Es war also keine Highschool, sondern eine Soundstage, auf der Kurt Cobain, Krist Novoselic und Dave Grohl gemeinsam mit Statisten und Fans das meistgespielte Video der MTV-Geschichte erschufen. Als Inspiration dienten dem Regisseur Samuel Beyer der The-Ramones-Film Rock’n’Roll Highschool sowie Jonathan Kaplans Film  Over The Edge. Es sollte also um Teenager-Rebellion gehen. Das unterstrich im Video unter anderem das Anarchy-A auf den Cheerleader-Uniformen, eine Idee, die von Kurt Cobain stammte.

Publikum und Cobain frustriert

Die Ankündigung auf dem Casting-Flyer, dass der Dreh etwas länger dauern könnte, schienen damals nicht alle Fans gelesen zu haben. Wie sich Beyer erinnerte (NME berichtete), machte sich im Publikum Ungeduld und Frustration breit, zwölf Stunden später immer noch auf dem Filmset verharren zu müssen. Auch Cobain zeigte sich durch den langen Dreh genervt – und verlieh seiner Frustration Ausdruck, in dem er den Song in die Kamera brüllte. „Er war echt angepisst, da sein zu müssen. Aber was für eine tolle Performance“, so der Regisseur. Cobain soll den Regisseur außerdem überzeugt haben, es dem Publikum vor der Kamera zu erlauben, Dampf abzulassen.

Cobain missfiel das Endresultat

So ganz einig waren sich Cobain und Regisseur Beyer nicht: Dem Sänger missfiel das Endprodukt so sehr, dass er es noch einmal abändern ließ. Ganz dem Schneidetisch zum Opfer fielen die Szenen mit dem Schulleiter, der gequält neben einem Lautsprecher sitzt und später mit Konfetti besprüht wird – und auch einige Lehrer-Szenen mussten daran glauben. Dass am Ende nochmal Cobains Gesicht in Großaufnahme zu sehen ist, war ebenfalls die Idee des Musikers. Im Internet kursiert die ursprüngliche Version des Videos, bevor es umgeschnitten wurde:

Dieses Video bietet einen direkten Vergleich:

Eines der besten Musikvideos aller Zeiten

Das dunkle Licht, die frustrierten Jugendlichen, die düstere Stimmung, der headbangende Dave Grohl, der Moshpit des Publikums, die Cheerleader mit den Anarchie-Uniformen und allen voran natürlich Cobains Performance: Mit Smells Like Teen Spirit glückte Nirvana eines der besten Musikvideos aller Zeiten. MTV fraß der Band aus der Hand – und nicht nur MTV. Da durfte natürlich auch ein besonderer Ritterschlag nicht fehlen: Weird Al Yankovic parodierte das Video auf seine unvergleichliche Art und Weise – sehr zur Freude Kurt Cobains.

Weird Als Version gibt es hier zu sehen:

Wie Nirvana sich mit „Bleach“ darauf vorbereiteten, die Rockwelt zu verändern

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