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Popkultur

Diese Paare haben den Rock‘n‘Roll mehr gelebt als alles andere!

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Foto: Lindsay Brice/Getty Images

Wo Sex, Drugs and Rock‘n‘Roll noch im Ehegelübde stand: Zum Valentinstag werfen wir mal einen Blick auf die coolsten, exzessivsten, gefährlichsten und selbstzerstörerischen Paare aus der wilden Welt der Musik.

von Björn Springorum

Rock‘n‘Roll war schon immer ein turbulenter Lebensstil, der nicht jedem bekommt. Besonders explosiv wird es immer dann, wenn zwei Menschen aus dieser Welt aufeinandertreffen und sich verlieben. Leidenschaft pur, keine Frage. Aber eben auch ein Übermaß an dem, was so etwas wie den Club 27 überhaupt erst möglich gemacht haben: Sex und Drogen.

Sid Vicious und Nancy Spungen

Auf die traurige Spitze getrieben wurde der Rock‘n‘Roll-Lebensstil von Sid Vicious und Nancy Spungen. Beide für sich kaputte und zerlebte Figuren der Punk-Bewegung, zerfressen von psychischer Instabilität, Heroin, Unsicherheit. Die beiden werden ein Paar, treiben den revolutionären Hedonismus und Drogenkonsum so lang auf die Spitze, bis sie 1978 erstochen im Bad von Zimmer 100 des Chelsea Hotel in New York aufgefunden wird. Ob es Vicious war oder nicht: Er kann ihren Tod nicht verwinden und verpasst sich mit 21 möglicherweise freiwillig eine erlösende Überdosis Heroin. Gerüchteweise wurde seine Asche über Spungens Grab in Philadelphia verstreut. Vielleicht ja doch eine Liebe bis über den Tod hinaus.

Kurt Cobain und Courtney Love

Geschichte wiederholt sich bekanntlich. Was Vicious und Spungen in den Siebzigern waren, sind Kurt Cobain und Courtney Love in den Neunzigern. Love lernt Cobain auf dem Höhepunkt seines ungewollten Ruhms kennen, sonnte sich in seiner Glorie und hoffte, selbst eine Karriere daraus zu machen. Sie ist es, behaupten einige, die Cobain in die Arme des Heroins führte, sie ist es, die er nach nur vier Monaten auf Hawaii heiratet. Sie war bereits schwanger und auf Heroin, er trug einen Pyjama. Zwar wollten sie vor der Geburt ihrer Tochter clean werden, stürmten aber schon nach wenigen Tagen aus der Rehab, um sich wieder vollkommen wegzuschießen. Ihre Beziehung ist wild, laut, vielleicht auch toxisch. Liebe gab es in ihr dennoch. Wenn auch nicht genug: Im April 1994 hält es Cobain nicht mehr aus und schießt sich in den Kopf.

Mick Jagger und Marianne Faithfull

Auch diese Geschichte birgt viel Tragik, endet aber nicht ganz so katastrophal: Die Mär von Mick Jagger und Marianne Faithfull, mit Sicherheit die spannendste und strahlendste Liaison der Sechziger. Jagger verfällt ihr, die sieht in ihm zunächst nicht mehr als einen dummen Schuljungen. Doch sie lernen sich kennen, landen in der Kiste. Jagger ist besessen von ihr, sie wird zur Muse der Stones, findet Keith Richards aber eigentlich immer interessanter. Auch die beiden versuchen es mal miteinander, das hier sind schließlich die Sechziger. Jagger und Richards schenken ihr großmütigen ihren ersten Hit As Tears Go By, in der Folgezeit wird der liebestrunkene Jagger zahlreiche Songs über sie schreiben. Let‘s Spend The Night Together zum Beispiel. Irgendwann trennt sich Jagger von seiner Freundin Chrissie Shrimpton, die beiden werden ein Paar und mit Haut und Haar von sich selbst und den Drogen verschlungen. Jagger kann sich zusammenreißen, doch Faithfull gerät auf die schiefe Bahn, alles endet in einer Überdosis Schlaftabletten, vor der sie Jagger gerade noch retten kann.

John Lennon und Yoko Ono

Hat Yoko Ono die Beatles auseinandergebracht? Mit Sicherheit nicht. Sie hat aber unbestreitbar einen Anteil daran, was letztlich zum Ende der größten Band der Welt führen sollte. Ihr experimenteller, künstlerischer Einfluss prägt Lennons Schaffen und Denken, verändert auch das Weiße Album der Beatles. Durch die unzähligen gemeinsamen Projekte entfremdet sich Lennon von den Beatles, in denen er schon länger nicht mehr das fand, wonach er suchte. Die Beziehung der beiden verläuft natürlich auch nicht ganz knitterfrei, weshalb Yoko Ono ihrem Mann sogar eine Affäre mit ihrer Agentin empfiehlt, die zu Lennons notorischem Lost Weekend führt. Doch Lennon kehrte zu seiner großen Liebe zurück, wird 1975 Vater und US-amerikanischer Staatsbürger und zieht sich ins Privatleben zurück. Seit seiner Ermordung 1980 widmet sich Yoko Ono der Verbreitung und Ehrung seines künstlerischen Vermächtnisses.

Johnny Cash und June Carter

Von den 48 Jahren, die sich Johnny Cash und seine geliebte June Carter kennen, sind sie 35 verheiratet. Ihre Beziehung ist eine der unzertrennlichsten in der Musikwelt, die alles übersteht, was man sich nur vorstellen konnte: Erfolg und Misserfolg, Drogen und Krankheit. An ihrer Liebe prallte einfach alles ab. Im Mai 2003 stirbt June Carter, Johnny Cash hält ihre Hand. Nur vier Monate später folgt er ihr.

Ozzy und Sharon Osbourne

Auf der besonders wilden Seite des Beziehungsspektrums rangieren Ozzy und Sharon Osboure. Wenn der Slogan „Sie küssten und sie schlugen sich“ für ein Paar erfunden wurde, dann für dieses hier. Ozzy schlägt ihr Zähne aus, sie bewirft ihn mit einer vollen Flasche Scotch. Sie brüllen, schlagen, geifern, treten, einmal versucht er im Drogennebel sogar, seine Frau zu erwürgen. Ein anderes Mal will Sharon ihn überfahren. Kurz: abgefuckter kann man eine Beziehung eigentlich nicht leben. Das Erstaunliche ist aber natürlich, dass die beiden immer noch ein Paar sind. Es gibt also Hoffnung für die Liebe. Selbst im Rock‘n‘Roll.

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