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Popkultur

Zum 70. von Queens John Deacon: Die 7 besten Songs des verkannten Bass-Königs

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John Deacon
Foto: Phil Dent/Getty Images

John Deacon kennt man vor allem als Ruhepol von Queen, als stillen und bescheidenen Menschen. Zu seinem 70. Geburtstag blicken wir auf einen anderen John Deacon, der der Band mehr Welthits geschenkt hat als die meisten wissen.

von Björn Springorum

Mit gerade mal 19 Jahren steigt John Deacon bei Queen ein. Es ist ein kühler und feuchter Februartag im Jahr 1971 und die Dinge geraten für die junge Band so langsam ins Rollen. Schon im Jahr zuvor hat Deacon Queen live gesehen, bleibt zunächst aber mächtig unbeeindruckt von dem Auftritt. Weil seine eigene musikalische Karriere aber auch nicht so recht ins Rollen kommen will, spielt er als vierter Bewerber für die vakante Stelle des Bassisten vor – und bekommt den Job aufgrund seiner Fähigkeiten am Bass, aber auch seiner ruhigen Art und seinem Händchen für Technik. So einen, merken Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor, könnte man gut brauchen.

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Im Juni 1971, also vor 50 Jahren, spielen Queen ihre erste gemeinsame Show in der klassischen Besetzung, am 13. Juli 1973 erscheint ihr Debüt Queen. John Deacon nennt sich damals noch Deacon John, um geheimnisvoller zu klingen, trägt jedoch kompositorisch noch nichts bei. Das ändert sich ab der dritten Queen-Platte Sheer Heart Attack, weswegen wir im Erscheinungsjahr 1974 in unsere kleine Hommage an John Deacon einsteigen wollen.

1. Misfire (1974)

Deacons erste Eigenkomposition für Queen ist gerade mal knappe zwei Minuten lang: Misfire, ein unbeschwerter Song mit karibischem Flair. Neben dem Bass spielt Deacon auch fast alle anderen Gitarrenparts ein. Aus historischer Sicht durchaus relevant, auf dem Album aber eher unauffällig.

2. Stone Cold Crazy (1974)

Ganz anders sieht es da schon mit Deacons zweiter Beteiligung an Queens essentieller Glam-Rock-Platte  aus: Stone Cold Crazy ist eine frühe Gemeinschaftsanstrengung aller vier Bandmitglieder. Über den furiosen, schnellen Song und seiner Bedeutung für den Heavy Metal müssen wir an der Stelle natürlich nicht reden. Eher schon über den einen oder anderen Gitarrenpart, den Deacon auch hier beisteuerte, weil May zu Beginn der Aufnahmen noch mit Hepatitis im Krankenhaus lag.

3. You’re My Best Friend (1975)

1975 ist es dann Zeit für John Deacons ersten Welthit: Geschrieben für seine zukünftige Ehefrau Veronica Tetzlaff und erschienen auf A Night At The Opera, verwendet der Bassist auf You’re My Best Friend neben seiner Gitarre auch ein E-Piano von Wurlitzer, das dem Song seinen unverkennbaren Charakter verleiht. Live auf einem Flügel von Mercury gespielt, zupfte Deacon die Bassgitarre stets originalgetreu wie bei den Aufnahmen. Die Nummer wird ein großer Hit und wird oft und zahlreich in Serien wie King Of Queens, Family Guy, Good Omens oder den Simpsons verwendet.

4. Another One Bites The Dust (1980)

Ende der Siebziger ist John Deacon integraler Teil des Queen-Songwritings. Auf jedem Album gibt es einen oder mehrere Beiträge von ihm – und mit dem Klassiker Another One Bites The Dust von The Game (1980) mal so eben auch einen der legendärsten Queen-Songs überhaupt. Inspiriert von seiner weit zurückreichenden Liebe für Soul und Disco und eingespielt fast im Alleingang, steuert Deacon dem Rockkanon eine der ikonischsten Basslinien aller Zeiten bei. Die Nummer ist von Chics Good Times inspiriert und bringt Queen jede Menge Airplay bei Schwarzen und weißen Radiosendern. Gut 40 Jahre später ist Another One Bites The Dust mit mehr als sieben Millionen verkauften Einheiten Queens erfolgreichste Single – und zugleich der Wegbereiter zum Disco-geprägten Sound der kommenden Jahre.

5. Back Chat (1982)

Besonders gut kommt Freddie Mercury mit Deacons Leidenschaft für Disco und Soul zurecht. Die beiden kollaborieren oft und gern. Auf dem kontroversen Hot Space von 1982 erreicht das seinen Höhepunkt: Sie schreiben das funky Cool Cat zusammen und stecken auch für Deacons einzigen Solo-Beitrag Back Chat die Köpfe zusammen. Der Song soll für Queen zur Zerreißprobe werden: Deacon verbietet May kurzerhand, die Sologitarren einzuspielen, weil sie nicht zum Song passen würden. Huh, dicke Luft im Studio – und das ausgerechnet bei einem Songtitel, mit dem man im Englischen unverschämtes Verhalten gegenüber einem Vorgesetzten bezeichnet. Glück für May: Das Album floppt und Queen besinnen sich auf ihre Rock-Wurzeln.

6. I Want To Break Free (1984)

Einer der größten Momente von The Works ist zweifellos Deacons I Want To Break Free. Einerseits wegen seiner aufputschenden Botschaft, sich nicht unterdrücken zu lassen; und andererseits wegen des legendären Videos, in dem alle Mitglieder in Drag auftreten. Nicht zu verachten ist natürlich auch Deacons kunstfertig gezupfter Fender-Bass. Aber das wundert 1984 natürlich längst niemanden mehr.

7. Friends Will Be Friends (1986)

Die Platte nach Live Aid. Mit Friends Will Be Friends schwingen sich Queen zu neuen Höhen auf. Geschrieben von Deacon und Mercury, ist die Halb-Ballade auch als Deacons Versöhnungsangebot an May zu verstehen, dessen Gitarrenspiel sich ungehemmt austoben darf.

Auf den letzten beiden Queen-Alben zu Mercurys Lebzeiten – The Miracle und Innuendo – hält sich Deacon als Komponist eher zurück. Und nach dem Tod des Sängers im November 1991  fehlt für ihn jeder Sinn, die Band weiterzuführen. „Es ist unmöglich, Freddie zu ersetzen“, sagte er nur. Dreimal trat er noch mit Queen auf, dann war’s das für ihn. Heute lebt er zurückgezogen und ohne Kontakt zu seinen ehemaligen Bandkollegen.

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Warum John Deacon dem Rampenlicht den Rücken kehrte

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