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Popkultur

Die besten Songs von The Killers – und die Orte, an denen man sie hören muss

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Foto: Sato/WireImage/Getty Images

Schon mit ihrem Debütalbum Hot Fuss wurden The Killers zur Sensation: Sie beherrschten den Balanceakt zwischen Post-Punk und Synthie-Pop dermaßen gut, dass ihnen Fans und Kritiker*innen sofort zu Füßen lagen. Seither haben sie in jeder Hinsicht nachgelegt, sodass ihre Diskografie inzwischen Songs in jeder Größenordnung bereithält…

von Erica Campbell

In Las Vegas fiel der Startschuss

Die beste Britpop-Band der Vereinigten Staaten stammt aus der Wüste: The Killers fanden im Jahr 2001 in Las Vegas zusammen. Schon mit ihrem Debütalbum Hot Fuss wurden sie schlagartig weltberühmt: Sie beherrschten den Balanceakt zwischen Post-Punk und Synthie-Pop dermaßen gut, dass Fans und Kritiker*innen begeistert waren. Obwohl (vielleicht auch gerade weil) ihr Sound in so kurzer Zeit so viele Anhänger*innen rund um den Globus gefunden hatte, schlug die Band schon wenig später einen Haken, konzentrierte sich musikalisch plötzlich eher auf US-Vorbilder und ihre Heimatgefilde: So entstand der Americana-Sound des legendären zweiten Albums Sam’s Town. Und heute, rund anderthalb Jahrzehnte später, geht ein halbes Dutzend Studioalben auf ihr Konto, dazu ein Greatest-Hits-Album und eine B-Seiten-Compilation – deren Songs ehrlich gesagt auch als A-Seitenmaterial durchgehen könnten.


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Wie also lautet ihr Erfolgsrezept? Sind es womöglich die Texte von Brandon Flowers? Wer sonst kommt bitteschön ungestraft mit einer Zeile wie „I pull up to the front of your driveway, with magic soaking my spine“ davon?! Vielleicht ist es auch der Kontrast zwischen den oftmals dreckigen, unschönen, immer in den USA verwurzelten Anekdoten und dem Glamourösen, dem schillernden Glanz ihrer Arrangements – was sie so gut beherrschen, dass sich selbst Kolleg*innen mit festen Engagements in Sin City zum Teil noch eine Scheibe davon abschneiden könnten.

Um der Sache ein für alle Mal auf den Grund zu gehen, haben wir die besten Songs von The Killers zusammengetragen – und sie auch gleich den Örtlichkeiten zugeteilt, in denen man sie idealerweise hören sollte…

Ansagen für die Absturz-Bar

Glamorous Indie Rock and Roll, Mr. Brightside, Smile Like You Mean It, Jenny Was A Friend of Mine

Ihre ersten Erfahrungen haben The Killers in kleinen Cafés und Absturz-Bars in Las Vegas gemacht – weshalb ihre frühesten Songs genau diese Szene und diese Szenerie zelebrieren: Es sind vertonte Anekdoten, Geschichten über Liebschaften im Neonlicht, das so nur in dieser Durchgangs-Partymetropole scheint, wo zu jeder Tag- und Nachtzeit unzählige Träumer*innen, Bordsteinschwalben und all jene zusammenkommen, die sich versündigen wollen.

Einen Traum hatten allerdings auch The Killers – siehe der Songtext von Glamorous Indie Rock and Roll: Flowers kontert lässig, nachdem er und seine Jungs innerhalb der Vegas-Szene von Nu-Metal-Acts belächelt worden waren. Oder auch Mr. Brightside, also jener Song von The Killers, dessen Songtext man schon vor seiner Geburt auswendig konnte. Mal ehrlich: Es gibt wohl kaum einen Song, der gleichermaßen grandios im Wembley Stadion oder auch auf der sonst viel zu langweiligen Hochzeit deines Cousins funktioniert. In die Absturzkneipen-Sektion gehört er trotzdem, weil Mr. Brightside von einer Geschichte aus dem Crown and Anchor Pub inspiriert ist, wo Flowers seine damalige Freundin mit einem anderen Typen erwischte.

Auch Jenny Was a Friend of Mine klingt nirgends besser als in einer Absturzkneipe – weil dort der Bass von Mark Stroemer genau das tut, was er tun soll, und weil ein derartiges Ambiente einfach zu perfekt zum Sound und dem Spirit der jungen Killers passt. Damals wurde der Song mit Duran Duran oder The Smiths verglichen, weil sie selbst noch so ein unbeschriebenes Blatt waren. Und was Smile Like You Mean It angeht, gehört der aus etlichen Gründen in diesen Teil des Texts. Der wichtigste ist die Tatsache, dass sie dieses Stück in der legendären fiktiven Kneipe The Bait Shop in der US-Serie The O.C. spielen sollten.

Schlaflieder für angestammte Konzerthallen

For Reasons Unknown, A Dustland Fairytale, My God, Bling (Confessions of a King

Die Schlaflieder für überschaubarere und angestammte Konzerthallen sind quasi das Pendant zum Leicht-Fortgeschritten-Level. Die Basics sind bekannt, und jetzt muss es darum gehen, die Highlights jenseits der Radiosingles ausfindig zu machen. For Reasons Unknown ist so ein Stück: Als Single eher stiefmütterlich behandelt, fehlen hier nämlich ausnahmsweise die Synthesizer, dafür gibt’s mehr Gitarrendruck – wofür sich Bassist Stroemer sogar an Dave Keunings Seite noch eine Klampfe umschnallt. Daher ist es auch der einzige Song der Band, bei dem Flowers den Bass übernimmt.

A Dustland Fairytale zählt in ihren Liveshows zu den introspektiven, eher ruhigeren Ausnahmen: Ein klares Highlight von Day & Age (2008), geht’s hier um Flowers’ Eltern – hier charakterisiert als „Cinderella“ und ein aalglatter, quasi verchromter „American prince“ –, was in kleinen, schummrigen Konzerthallen am besten kommt, weil dann auch wirklich niemand aus dem Freundeskreis die Tränen sieht, die einem unweigerlich in Wangen herabkullern.

Keine Single und trotzdem ein Live-Höhepunkt ist jedes Mal Bling (Confessions of a King): Für die Bridge (ab dem „Higher and higher..“) ist so ein nicht zu riesiges Publikum die perfekte Größe – denn eine kollektive Einlage als Backgroundchor ist jedes Mal Pflichtprogramm. Schließlich wäre noch My God in dieser Kategorie zu nennen: Noch so ein Song von The Killers, der auf den ersten Blick auch aus einer Kirchenliedersammlung stammen könnte. Die Kombination aus Flowers’ ernsten Zeilen, Ronnie Vannucis Schlagzeug und dann auch noch dem Gastauftritt von Weyes Blood ist einfach zu gut – und nirgendwo besser als im angestammten Konzert-Spot gleich um die Ecke.

Bedeutende Festivalballaden

Human, Spaceman, Somebody Told Me, All These Things That I’ve Done, The Way It Was

Festivalbühnen verlangen zwangsläufig nach einer darauf zugeschnittenen Setlist: B-Seiten passen da eher selten, Unbekanntes will eigentlich auch keiner hören. Stattdessen muss alles vor allem groß und eingängig sein, so groß wie das Publikum vor der Bühne, das im Idealfall mitsingen soll – auch wenn es eigentlich für einen ganz anderen Superstar angereist ist. Wie dafür gemacht ist Spaceman, schließlich reicht in diesem Fall schon ein zünftiges „oh oh oh oh oh oh oh oh oh“ und man ist voll dabei.

Human funktioniert ebenfalls bestens auf Festivals; es sei denn man hat das Pech, in der Menge ausgerechnet neben der Grammatikpolizei gelandet zu sein, die einem die mitgesungene Zeile „are we human or are we dancer?“ natürlich nicht kommentarlos durchgehen lassen kann.

Abgesehen von den legendär-verwirrenden Zeilen aus Somebody Told Me, zählt auch All These Things That I’ve Done zu den ganz klaren Festivalkandidaten: So eine kollektiv herausgebrüllte „I’ve got soul/but I’m not a soldier“-Passage vereint unter dem Regen der Konfettikanone selbst ehemalige Zivis und angehende Zyniker*innen.

Und selbst wer sich so oder so keine Texte merken kann, kommt bei Mr. Flowers auf seine Kosten: Bei The Way It Was veranstaltet der Sänger traditionell seine kleine Mitsing-Session. Keine Angst: Er bereitet alle ganz entspannt vor, sodass sogar diejenigen im Refrain mitkommen, die vorher ein paar Mal zu oft bei den Drinks angestanden haben.

Stadiongroße XL-Hymnen

The Man, My Own Soul’s Warning, Read My Mind, Runaways

Als sie ihr fünftes Album Wonderful Wonderful vorlegten, hatten The Killers endgültig den Glamourfaktor ihrer Heimatstadt angenommen und verinnerlicht: Für die erste Single The Man setzten sie denn auch gleich auf Background-Harmoniegesänge und blitzende Discokugeln.

Dabei gab es durchaus Vorboten für diese Stadiontendenz: Runaways explodiert nach dem sanften Klavierintro förmlich und nimmt so locker auch die letzte Ecke einer Arena ein, wenn es dann zehntausendfach heißt „We can’t wait till tomorrow!“

In einem randvollen Stadion – oder auch richtig schön eingequetscht auf der Rückbank eines Autos mit offenen Fenstern und aufgerissenem Lautstärkeregler – funktioniert auch Read My Mind bestens, wobei das Stadion doch ganz klar erste Wahl sein sollte. Im Wagen könnte der Song einfach nicht genug Platz haben, um sich zu entfalten…

Mit ihrem aktuellen Imploding the Mirage-Album haben The Killers ein für alle Mal klargestellt, dass sie am ehesten im Stadion zu Hause sind. Die Eröffnungshymne My Own Soul’s Warning darf hier als Beispiel gelten: Überdimensional, ultrawuchtig, prahlerisch, und wenn Flowers dann schreit „I just wanted to get back to where you are!“, während sich Drums und Gitarren überschlagen, kann man sich den Song unmöglich in einem anderen Rahmen vorstellen: Er kann einfach nur zwischen tosenden Stadionrängen existieren.

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5 Wahrheiten über The Killers

Popkultur

Zeitsprung: Am 5.7.1954 nimmt Elvis Presley seinen ersten Hit „That’s All Right“ auf.

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Michael Ochs Archives/Getty

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 5.7.1954.

von Tom Küppers und Christof Leim

Natürlich spielt Gevatter Zufall auch im Rock’n’Roll eine wesentliche Rolle. Selbst Elvis Presley, der „King“ höchstselbst, verdankt seinen Karrierestart einem kurzen, absolut ungeplanten Moment…

Hier könnt ihr euch zur Lektüre die Nummer und andere Elvis-Klassiker anhören:

Sam Phillips ist ein umtriebiger Geschäftsmann. Unter dem Banner Sun Records veröffentlicht er Anfang der Fünfziger Tonträger von Künstlern wie B.B. King oder Howlin’ Wolf und betreibt auch das dazugehörige Aufnahmestudio. Schnell kommt er auf die Idee, dieses auch Hobbymusikern zugänglich zu machen, die dann beispielsweise ihren Gesang auf einem rasch gepressten Acetat-Tonträger mit nach Hause nehmen können. Das gefällt auch dem gerade mal zwanzig Jahre jungen Elvis Aron Presley. Der kommt eines Tages in das Studio und möchte als Geburtstagsgeschenk für seine Mutter zwei Songs aufnehmen. Der Kunde ist König, Elvis bekommt seine Platte. Vor allem aber ist Parker recht angetan von dem, was er hört, und lädt den jungen Musiker zu weiteren Aufnahmen ein. 

Zunächst springt der musikalische Funke nicht richtig über, dann hat der Legende nach Parkers Sekretärin Marion Keisker den Geistesblitz, Presley mit dem Gitarristen Scotty Moore bekannt zu machen. Die erste Reaktion des erfahrenen Musikers ist pures Gold: „Elvis Presley? Was zum Geier soll denn das für ein Name sein?“ Nach einer gemeinsamen Probe ändert sich seine Meinung, umgehend wird für den 5. Juli 1954 eine weitere Aufnahmesession angesetzt. Doch die angedachten Interpretationen zeitgenössischer Pop-Hits zünden nicht wirklich. 

Während der Rest der Anwesenden während einer Pause ratlos dreinblickt, schnappt sich Elvis einfach eine Gitarre und beginnt, eine flotte Version von That’s All Right zu singen, einen Proto-Blues von Arthur Crudup. Später wird Presley erzählen, dass er eigentlich lediglich einmal kurz den Clown geben wollte, um die Stimmung aufzuheitern. Kontrabassist Bill Black steigt allerdings zupfenderweise auf den Witz ein, und da geht Parker plötzlich ein Licht auf: Das ist genau der neue Sound, nach dem alle suchen, und er hat ihn gerade eben gefunden. Moore stürzt zurück in den Aufnahmeraum, sucht ein paar Akkorde zusammen, und fertig ist die Nummer. 

Drei Tage später läuft That’s All Right dann zum ersten Mal im Radio bei Sendern, die Philipps mit einer Vorabpressung versorgt hat. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten; in einem Studio glühen die Telefone solange, bis sich der DJ genötigt sieht, die Platte während seiner zweistündigen Show immer und immer wieder aufzulegen. Elvis wird sogar zu einem Liveinterview eingeladen.

Am 19. Juli 1954 steht That’s All Right dann als Single in den Läden mit Blue Moon Of Kentucky als B-Seite, den die drei Musiker auf ähnliche Weise eingespielt hatten: Gesang, Gitarre, Bass, fertig. Und damit beginnt eine bis heute unvergleichliche Weltkarriere.

Und das soll alles darauf basieren, das Presley nur mal kurz einen Witz reißen wollte? Ein paar Jahre vor seinem Tod beantwortet Scotty Moore genau diese Frage mit einem Lachen im Gesicht und einem eindeutigen „Absolut!“ Manche Geschichten kann man sich echt nicht ausdenken…

Zeitsprung: Am 26.8.1969 kann Elvis Presley auf der Bühne nicht aufhören zu lachen.

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Popkultur

Sex, Prügel, Mordversuche: Vor 40 Jahren heiraten Ozzy und Sharon Osbourne

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Sharon & Ozzy Osbourne
Foto: Dave Hogan/Getty Images

Wie die Ehe zwischen zwei absolut unberechenbaren Neurotiker*innen wie Ozzy und Sharon Osbourne wohl so verläuft? Heftiger und exzessiver als sich das jede*r von uns vorstellen kann. Chronik einer sehr wilden Ehe.

von Björn Springorum

Im April 1979 wird Ozzy Osbourne nach katastrophalen Konzerten und unproduktiven Studioaufenthalten bei Black Sabbath vor die Tür gesetzt. Für ihn ist die Sache klar: Ihr Manager Don Arden braucht nur einen Sündenbock, erwischt hat es eben ihn. Arden, ein kompromissloser, brutaler Typ mit Mafiamethoden und einer langen Liste von Feinden und Kontroversen, lenkt damals schon seit einigen Jahren die Geschicke der Band. An der Rezeption sitzt damals seine Tochter Sharon Arden.

Liebe auf den ersten Kick

Auf die hat Ozzy schon seit Beginn der Siebziger ein Auge geworfen, bekommt es jedoch irgendwie hin, die Beziehung die ganzen Jahre über professionell zu halten – und das in einem Jahrzehnt, in dem man sich durchaus fragen kann, wie ein Begriff wie „professionell“ überhaupt in Ozzys Habitus passt. Vielleicht liegt es ja daran, dass er davon ausgeht, sie hielte ihn für einen „Wahnsinnigen“, wie er mal recht luzide reflektierte.

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Damals weiß er noch nicht, dass seine Zukünftige aus dysfunktionalen Verhältnissen stammt: Ihr Vater ist gewalttätig, sie ist oft Zeugin seiner Ausraster, als eine sehr junge schwangere Sharon Osbourne mal ihre Mutter besucht, ruft die ihre aggressiven Hunde nicht zurück, die über ihre Tochter herfallen. Sie verliert das Kind. So ein Ozzy auf welcher Droge auch immer wirkt im Gegenzug eher wie ein Spaziergang.

100.000 Pfund für Drogen

Obwohl Arden den Sänger gefeuert hat, nimmt er ihn auf sein Label Jet Records und entsendet seine Tochter Sharon nach Los Angeles, um dessen Solokarriere aufzubauen. Dort hat sich Ozzy mit seinen rund 100.000 Pfund Anteilen am Namen Black Sabbath (heute wären das über eine halbe Million Pfund) zurückgezogen, um in Frieden alles für Drogen und Suff auszugeben – „bevor ich zurück nach Birmingham kehren und mich arbeitslos melden würde“, so erinnert er sich. Ein folgenschwerer Fehler für den ach so taktierenden Manager: Die beiden verlieben sich, formen eine gemeinsame Front gegen Arden, der daraufhin schwere Geschütze auffährt, um die beiden auseinanderzubringen.

Ozzys erste Frau

Don Arden raubt seine Tochter aus, versucht sie umzubringen und erzählt Ozzy einmal sogar, dass seine Tochter ihren eigenen Vater verführen wollte. Familien… Man kann sie sich eben nicht aussuchen. Ozzy und Sharon bleiben stark, aber da gibt es natürlich noch ein anderes Problem: Ozzy ist seit 1971 mit einer gewissen Thelma Riley verheiratet, die beiden haben sogar zwei Kinder. Um den Weg für die neue Liebe frei zu machen, lässt sich Ozzy 1982 von Riley scheiden und tritt am 4. Juli 1982 mit Sharon Arden vor den Traualtar. Natürlich darf man sich fragen, wie die beiden jemals auch nur annehmen konnten, eine ruhige, harmonische Ehe zu führen, aber es ist natürlich nicht an uns, das zu beurteilen.

 

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Während Ozzy sehr bald danach wieder in einem Schleier aus Drogen und Alkohol durch die Welt stolpert und Sharon Osbourne in ihrer neuen Rolle als Managerin mehr und mehr wird wie ihr brutaler Vater, ist zumindest ihr Hochzeitstag eine romantische Sache: Ozzy im weißen Anzug, mit Fliege und Lorbeerkranz (wie ein römischer Kaiser), Sharon im weißen Kleid mit Schleier. Weiß, die Farbe der Unschuld… Das kommt schon 1982 nicht mehr hin.

Keine großbusige Beutefrau

Was folgt, wissen wir alle: eine wilde Ehe voller Exzesse, Streitereien und physischer Gewalt. Sie überfährt ihn mit dem Auto, er sie mit dem Rasenmäher, 1989 versucht er nach vier Flaschen Wodka, sie zu erwürgen. Dafür kommt er sogar ein paar Monate in den Knast. Sharon hält zu ihm. Die ganze Zeit. 2016 trennen sie sich zwar kurz, als Ozzys Affäre mit der Haarstylistin Michelle Pugh ans Licht kommt, doch nach Dutzenden Affären ist Sharon wohl abgehärtet, schon im Jahr darauf sind sie wieder zusammen. Und nicht nur das: Sie baut ihn über die Jahre zum Nationalheiligtum auf, zur bekanntesten Marke im Heavy Metal. Für Ozzy, klar. Aber auch für sich selbst. „Ich hörte damals immer nur: Ihr werdet das nie schaffen“, erinnerte sie sich mal. „Alle sahen ihn eher mit einer großbusigen Beutefrau, doch er bekam mich: eine kleine, fette, haarige Halbjüdin. Ich musste sehr viel kämpfen.“

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Mittlerweile haben es sogar die beiden geschafft, ihre Ehe in ruhigere Fahrwasser zu steuern. Zu ihrem 40. Hochzeitstag werden die beiden ihr Eheversprechen erneuern – das zweite Mal nach 2017. Und sich dann auf ihren Umzug zurück nach England vorbereiten. Happy anniversary!

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Popkultur

Zeitsprung: Am 4.7.1934 kommt DJ-Legende Mal Sondock zur Welt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 4.7.1934.

von Timon Menge und Christof Leim

Er gilt als „Vater aller Discjockeys“, zumindest in Deutschland. In den Sechzigern und Siebzigern moderiert er die Diskothek im WDR, in den Achtzigern folgt Mal Sondocks Hitparade. Am 4. Juli hätte Mal Sondock seinen Geburtstag gefeiert. Werfen wir einen Blick auf das Leben des Amerikaners, der das deutsche Radio revolutionierte.

Hört euch hier Hey, Annabella Susann von Mal Sondock an:

Es gab eine Zeit in der Welt des Musikhörens, von denen Eltern ihren Kindern heute bloß noch erzählen können. YouTube und Spotify waren noch nicht erfunden, MP3-Dateien ebenfalls nicht. Ja, sogar die Entwicklung der CD lag noch in weiter Ferne. Wir sprechen von einer Zeit, in der man genau vier Möglichkeiten hatte, neue Musik zu entdecken: per Blindkauf, per Fachpresse, per Freundeskreis oder per Radio. Letzteres Medium prägt in Deutschland vor allem ein Mann: Mal Sondock.

Zur Welt kommt Malcolm Ronald „Mal“ Sondock am 4. Juli 1934 in Houston, Texas. Gemeinsam mit einer Schwester wächst er als Sohn eines Zahnarztes auf. Bereits im Alter von 17 Jahren arbeitet er als Discjockey in Oklahoma City, während der College-Zeit heuert er bei mehreren Radiosendern und einer Plattenfirma an. 

1957 verschlägt es Sondock nach Deutschland. Als amerikanischer GI lebt er in Frankfurt am Main, Bremerhaven und München. Um seinen Sold von 75 US-Dollar aufzubessern, organisiert er Tanzveranstaltungen, bei denen er nicht, wie sonst üblich, eine Musikgruppe aufspielen lässt, sondern Schallplatten auflegt. Heute sagt man, dass es sich bei diesen Partys um die ersten Diskotheken Deutschlands gehandelt haben muss. 

Sondock kommt auf den Geschmack und bewirbt sich bei der ARD. Von dort aus landet er beim WDR, zunächst als Urlaubsvertretung für den Briten Chris Howland alias Mr. Pumpernickel. Ab 1961 moderiert Sondock die Montagnachmittagsmelodie, ab 1966 den Diskothekenbummel, aus dem sich 1967 die Sendung entwickelt, mit der er Radiogeschichte schreiben soll: Diskothek im WDR.

Ein großer Teil des Erfolgsrezeptes: Sondocks bescheidene Art. So garniert er seine Sendungen mit selbstironischen Sprüchen wie: „Weil er Deutsch nicht reden kann, schleppt er noch mehr Platten an.“ Er gilt aber auch als Arbeitstier. Laut eigener Aussage hört er für eine bis zwei Sendestunden sechs Tage pro Woche Musik, vier bis fünf Stunden täglich. Oft spielt er die kommenden Hits zum ersten Mal, manchmal sogar als Weltpremiere.

Revolutioniert über Dekaden hinweg das deutsche Radio: Mal Sondock

Ganze 13 Jahre lang bleibt Sondock mit dem beliebten Format auf Sendung und prägt drei bis vier Generationen an Musikhörern. Anders gesagt: Was er nicht spielt, ist auch nicht passiert. Aufgezeichnet wird die Diskothek live vor jugendlichem Publikum, aus dem zu Beginn jeder Show eine fünfköpfige Jury ausgewählt wird. Diese entscheidet im Verlauf der Sendung darüber, ob die vorgestellten Neuerscheinungen „Hit oder Niete“ werden. Die Zuhörer zuhause können außerdem Postkarten mit Musikvorschlägen einschicken, die nach Beliebtheit sortiert gespielt werden. 

Anfang 1981 wird die Diskothek durch Mal Sondocks Hitparade ersetzt. Die Rubrik „Hit oder Niete“ bleibt erhalten, diesmal allerdings per Telefonabstimmung. Knapp vier Jahre später wird die Sendung abgesetzt. Die offizielle Begründung: zu niedrige Einschaltquoten. Kaum jemand glaubt das, denn schließlich hören sie ihn alle, den alten M.A.L. vom WDR. Dennoch: Am 19. Dezember 1984 läuft die letzte Folge — mit Weihnachtsgrüßen von Freddie Mercury, Alan Parsons und Billy Ocean.

Was man sich heute kaum noch vorstellen kann: Sondocks Reichweite. Obwohl seine Sendung nur in Nordrhein-Westfalen und Umgebung ausgestrahlt wird, spielt er die Songs, die wenig später das ganze Land begeistern. Moderne Formen des Musikkonsums wie Spotify oder YouTube gibt es noch nicht, man muss sich anders behelfen. Wer in den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern die Hits der Woche konservieren möchte, hängt mit zwei Fingern am Kassettenrecorder und drückt nach den Anmoderationen blitzschnell auf „Play“ und „Record“. Wenn man Glück hat, quatscht Mal nicht in den Song. „Nur bei Sachen, die zwei-, dreimal liefen, habe ich reingesprochen“, verteidigt sich Sondock später, wie der WDR berichtet. „Und das nur, um das Tempo dieser Sendung zu halten. Das hatte ich in Amerika gelernt.“

Neben seinem Job als Radiomoderator betätigt sich Sondock über die Jahre auch als Produzent, Sänger und Schauspieler. So entdeckt er nicht nur den Schlagerstar Michael Holm (Tränen lügen nicht), sondern singt auch selbst einige Platten ein. Seine erfolgreichsten Songs: Hey, Annabella Susann (1962), Das Mädchen mit dem traurigen Blick (1964) und Ich mach’ mir Sorgen um dich (1965). Im Film Stadt ohne Mitleid (1961) spielt er eine Nebenrolle. Zusätzlich tourt der Amerikaner jahrelang als mobiler Discjockey durch Deutschland.

Am 9. Juni 2009 stirbt Sondock im Alter von 74 Jahren in einem Kölner Krankenhaus. Er hinterlässt eine Frau, einen Sohn sowie eine Tochter. Beerdigt wird er auf dem Palm Cemetery in Orange County, Florida. Laut Welt hat Sondock einmal gesagt: „Ich verbreite keine Kultur. Ich bin ein Ami mit schlechtem Deutsch, der die Kinder mit Rock’n’Roll versaut.“ Musikdeutschland dankt ihm dafür. Rest in peace, alter Jockdiscey M.A.L.!

Zeitsprung: Am 25.9.1965 geht der „Beat-Club“ auf Sendung

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