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Popkultur

Die besten Songs von The Killers – und die Orte, an denen man sie hören muss

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Foto: Sato/WireImage/Getty Images

Schon mit ihrem Debütalbum Hot Fuss wurden The Killers zur Sensation: Sie beherrschten den Balanceakt zwischen Post-Punk und Synthie-Pop dermaßen gut, dass ihnen Fans und Kritiker*innen sofort zu Füßen lagen. Seither haben sie in jeder Hinsicht nachgelegt, sodass ihre Diskografie inzwischen Songs in jeder Größenordnung bereithält…

von Erica Campbell

In Las Vegas fiel der Startschuss

Die beste Britpop-Band der Vereinigten Staaten stammt aus der Wüste: The Killers fanden im Jahr 2001 in Las Vegas zusammen. Schon mit ihrem Debütalbum Hot Fuss wurden sie schlagartig weltberühmt: Sie beherrschten den Balanceakt zwischen Post-Punk und Synthie-Pop dermaßen gut, dass Fans und Kritiker*innen begeistert waren. Obwohl (vielleicht auch gerade weil) ihr Sound in so kurzer Zeit so viele Anhänger*innen rund um den Globus gefunden hatte, schlug die Band schon wenig später einen Haken, konzentrierte sich musikalisch plötzlich eher auf US-Vorbilder und ihre Heimatgefilde: So entstand der Americana-Sound des legendären zweiten Albums Sam’s Town. Und heute, rund anderthalb Jahrzehnte später, geht ein halbes Dutzend Studioalben auf ihr Konto, dazu ein Greatest-Hits-Album und eine B-Seiten-Compilation – deren Songs ehrlich gesagt auch als A-Seitenmaterial durchgehen könnten.


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Wie also lautet ihr Erfolgsrezept? Sind es womöglich die Texte von Brandon Flowers? Wer sonst kommt bitteschön ungestraft mit einer Zeile wie „I pull up to the front of your driveway, with magic soaking my spine“ davon?! Vielleicht ist es auch der Kontrast zwischen den oftmals dreckigen, unschönen, immer in den USA verwurzelten Anekdoten und dem Glamourösen, dem schillernden Glanz ihrer Arrangements – was sie so gut beherrschen, dass sich selbst Kolleg*innen mit festen Engagements in Sin City zum Teil noch eine Scheibe davon abschneiden könnten.

Um der Sache ein für alle Mal auf den Grund zu gehen, haben wir die besten Songs von The Killers zusammengetragen – und sie auch gleich den Örtlichkeiten zugeteilt, in denen man sie idealerweise hören sollte…

Ansagen für die Absturz-Bar

Glamorous Indie Rock and Roll, Mr. Brightside, Smile Like You Mean It, Jenny Was A Friend of Mine

Ihre ersten Erfahrungen haben The Killers in kleinen Cafés und Absturz-Bars in Las Vegas gemacht – weshalb ihre frühesten Songs genau diese Szene und diese Szenerie zelebrieren: Es sind vertonte Anekdoten, Geschichten über Liebschaften im Neonlicht, das so nur in dieser Durchgangs-Partymetropole scheint, wo zu jeder Tag- und Nachtzeit unzählige Träumer*innen, Bordsteinschwalben und all jene zusammenkommen, die sich versündigen wollen.

Einen Traum hatten allerdings auch The Killers – siehe der Songtext von Glamorous Indie Rock and Roll: Flowers kontert lässig, nachdem er und seine Jungs innerhalb der Vegas-Szene von Nu-Metal-Acts belächelt worden waren. Oder auch Mr. Brightside, also jener Song von The Killers, dessen Songtext man schon vor seiner Geburt auswendig konnte. Mal ehrlich: Es gibt wohl kaum einen Song, der gleichermaßen grandios im Wembley Stadion oder auch auf der sonst viel zu langweiligen Hochzeit deines Cousins funktioniert. In die Absturzkneipen-Sektion gehört er trotzdem, weil Mr. Brightside von einer Geschichte aus dem Crown and Anchor Pub inspiriert ist, wo Flowers seine damalige Freundin mit einem anderen Typen erwischte.

Auch Jenny Was a Friend of Mine klingt nirgends besser als in einer Absturzkneipe – weil dort der Bass von Mark Stroemer genau das tut, was er tun soll, und weil ein derartiges Ambiente einfach zu perfekt zum Sound und dem Spirit der jungen Killers passt. Damals wurde der Song mit Duran Duran oder The Smiths verglichen, weil sie selbst noch so ein unbeschriebenes Blatt waren. Und was Smile Like You Mean It angeht, gehört der aus etlichen Gründen in diesen Teil des Texts. Der wichtigste ist die Tatsache, dass sie dieses Stück in der legendären fiktiven Kneipe The Bait Shop in der US-Serie The O.C. spielen sollten.

Schlaflieder für angestammte Konzerthallen

For Reasons Unknown, A Dustland Fairytale, My God, Bling (Confessions of a King

Die Schlaflieder für überschaubarere und angestammte Konzerthallen sind quasi das Pendant zum Leicht-Fortgeschritten-Level. Die Basics sind bekannt, und jetzt muss es darum gehen, die Highlights jenseits der Radiosingles ausfindig zu machen. For Reasons Unknown ist so ein Stück: Als Single eher stiefmütterlich behandelt, fehlen hier nämlich ausnahmsweise die Synthesizer, dafür gibt’s mehr Gitarrendruck – wofür sich Bassist Stroemer sogar an Dave Keunings Seite noch eine Klampfe umschnallt. Daher ist es auch der einzige Song der Band, bei dem Flowers den Bass übernimmt.

A Dustland Fairytale zählt in ihren Liveshows zu den introspektiven, eher ruhigeren Ausnahmen: Ein klares Highlight von Day & Age (2008), geht’s hier um Flowers’ Eltern – hier charakterisiert als „Cinderella“ und ein aalglatter, quasi verchromter „American prince“ –, was in kleinen, schummrigen Konzerthallen am besten kommt, weil dann auch wirklich niemand aus dem Freundeskreis die Tränen sieht, die einem unweigerlich in Wangen herabkullern.

Keine Single und trotzdem ein Live-Höhepunkt ist jedes Mal Bling (Confessions of a King): Für die Bridge (ab dem „Higher and higher..“) ist so ein nicht zu riesiges Publikum die perfekte Größe – denn eine kollektive Einlage als Backgroundchor ist jedes Mal Pflichtprogramm. Schließlich wäre noch My God in dieser Kategorie zu nennen: Noch so ein Song von The Killers, der auf den ersten Blick auch aus einer Kirchenliedersammlung stammen könnte. Die Kombination aus Flowers’ ernsten Zeilen, Ronnie Vannucis Schlagzeug und dann auch noch dem Gastauftritt von Weyes Blood ist einfach zu gut – und nirgendwo besser als im angestammten Konzert-Spot gleich um die Ecke.

Bedeutende Festivalballaden

Human, Spaceman, Somebody Told Me, All These Things That I’ve Done, The Way It Was

Festivalbühnen verlangen zwangsläufig nach einer darauf zugeschnittenen Setlist: B-Seiten passen da eher selten, Unbekanntes will eigentlich auch keiner hören. Stattdessen muss alles vor allem groß und eingängig sein, so groß wie das Publikum vor der Bühne, das im Idealfall mitsingen soll – auch wenn es eigentlich für einen ganz anderen Superstar angereist ist. Wie dafür gemacht ist Spaceman, schließlich reicht in diesem Fall schon ein zünftiges „oh oh oh oh oh oh oh oh oh“ und man ist voll dabei.

Human funktioniert ebenfalls bestens auf Festivals; es sei denn man hat das Pech, in der Menge ausgerechnet neben der Grammatikpolizei gelandet zu sein, die einem die mitgesungene Zeile „are we human or are we dancer?“ natürlich nicht kommentarlos durchgehen lassen kann.

Abgesehen von den legendär-verwirrenden Zeilen aus Somebody Told Me, zählt auch All These Things That I’ve Done zu den ganz klaren Festivalkandidaten: So eine kollektiv herausgebrüllte „I’ve got soul/but I’m not a soldier“-Passage vereint unter dem Regen der Konfettikanone selbst ehemalige Zivis und angehende Zyniker*innen.

Und selbst wer sich so oder so keine Texte merken kann, kommt bei Mr. Flowers auf seine Kosten: Bei The Way It Was veranstaltet der Sänger traditionell seine kleine Mitsing-Session. Keine Angst: Er bereitet alle ganz entspannt vor, sodass sogar diejenigen im Refrain mitkommen, die vorher ein paar Mal zu oft bei den Drinks angestanden haben.

Stadiongroße XL-Hymnen

The Man, My Own Soul’s Warning, Read My Mind, Runaways

Als sie ihr fünftes Album Wonderful Wonderful vorlegten, hatten The Killers endgültig den Glamourfaktor ihrer Heimatstadt angenommen und verinnerlicht: Für die erste Single The Man setzten sie denn auch gleich auf Background-Harmoniegesänge und blitzende Discokugeln.

Dabei gab es durchaus Vorboten für diese Stadiontendenz: Runaways explodiert nach dem sanften Klavierintro förmlich und nimmt so locker auch die letzte Ecke einer Arena ein, wenn es dann zehntausendfach heißt „We can’t wait till tomorrow!“

In einem randvollen Stadion – oder auch richtig schön eingequetscht auf der Rückbank eines Autos mit offenen Fenstern und aufgerissenem Lautstärkeregler – funktioniert auch Read My Mind bestens, wobei das Stadion doch ganz klar erste Wahl sein sollte. Im Wagen könnte der Song einfach nicht genug Platz haben, um sich zu entfalten…

Mit ihrem aktuellen Imploding the Mirage-Album haben The Killers ein für alle Mal klargestellt, dass sie am ehesten im Stadion zu Hause sind. Die Eröffnungshymne My Own Soul’s Warning darf hier als Beispiel gelten: Überdimensional, ultrawuchtig, prahlerisch, und wenn Flowers dann schreit „I just wanted to get back to where you are!“, während sich Drums und Gitarren überschlagen, kann man sich den Song unmöglich in einem anderen Rahmen vorstellen: Er kann einfach nur zwischen tosenden Stadionrängen existieren.

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