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Popkultur

Zeitsprung: Am 3.12.1948 kommt Ozzy Osbourne zur Welt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 3.12.1948."

von Christof Leim

Prince Of Darkness, Rock’n’Roll-Legende, Familienvater: Ozzy Osbourne feiert am 3. Dezember Geburtstag und kann auf ein ziemlich wildes Leben zurückblicken. Geschichten über unseren liebsten „Madman“ gibt es Dutzende, wagen wir also zum Ehrentag einen Schnelldurchlauf seines wilden Lebens. Bitte anschnallen. Long live Ozzy!

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Hört hier in die besten Ozzy-Solosongs rein:

Klickt auf „Listen“ für das volle Programm.

Ja, Ozzy hat es richtig, richtig krachen lassen. Die Geschichten seiner Ausschweifungen sind so legendär, dass man sich durchaus wundern darf, dass der Mann ein hohes Alter erreicht hat. Aber neben Sex und Drugs darf man keinesfalls den Rock’n’Roll vergessen. Als Sänger von Black Sabbath hat Ozzy den Heavy Metal miterfunden, wofür wir ihm selbstredend ewig dankbar sein werden. Er hat den planetenerschütternden Riffs von Tony Iommi seine eigenständige Stimme hinzugefügt und in den Siebzigern einige der wichtigsten Platten des Genres erschaffen. Später legte er dann eine überaus erfolgreiche Solokarriere hin, wurde Familienvater und Reality-TV-Berühmtheit. Selbst wenn die Rockerrente schon mehrmals auf dem Plan stand, muss man den Mann vermutlich eines Tages schreiend von der Bühne zerren. Gott sei Dank.

Die Anfänge

Unser liebster Ozzy kommt am 3. Dezember 1948 als John Michael Osbourne in der Industriestadt Birmingham zur Welt. Er hat drei ältere Schwestern und zwei jüngere Brüder, viel Geld gibt es in der Familie nicht. Schon als Kind bekommt er seinen Spitznamen, bis heute nennen ihn höchstens engste Familienmitglieder noch John. Das scheint ihm zu gefallen, denn sein erstes von vielen Tattoos sticht er sich als Teenager selbst mit einer Nähnadel und Farbe aus Bleistiftminen. Die Buchstaben O-Z-Z-Y auf seinen Fingern sieht man heute noch.

Als er mit 14 die Beatles hört, macht ihn das sofort zum Fan. Insbesondere She Loves You weckt in ihm den Wunsch, Musiker zu werden. Ansonsten sind die Aussichten im industriellen Birmingham der Sechziger auch ziemlich grimmig. Kurz gesagt: Fabrik, Verbrechen oder Rock’n’Roll. Als 15-Jähriger verlässt er die Schule, in der er mit einer Lese- und Rechtschreibstörung zu kämpfen hatte, und endet in einer Reihe wenig zukunftsträchtiger Jobs, darunter Bauarbeiter, Werkzeugmacher und Klempner. Böse Zungen dürften behaupten, dass ihn die Zwischenspiele als Schlachter und Autohupentester (!) besser auf eine Laufbahn im Heavy Metal vorbereiten. Ein “Laufbahnwechsel” in Richtung Einbruch und Diebstahl endet mit mit einem sechswöchigen Aufenthalt im Knast.

Die Urväter des Heavy Metal: Black Sabbath mit Ozzy Osbourne (rechts)

Die Siebziger

Ohnehin geht es um die Musik. 1968 melden sich ein Gitarrist namens Tony Iommi und sein Drummer Bill Ward auf einen Flyer, auf dem zu lesen steht: „Ozzy Zig needs gig. Has own PA.“ Beim ersten Treffen stellen die drei Kollegen fest, dass sie sich sich bereits aus der Schule kennen  und nicht leiden können. Musik machen sie trotzdem. Es stößt noch Bassist Geezer Butler dazu, und Black Sabbath sind geboren. Der Rest ist, mal wieder, Geschichte.

Mit den infektiös eingängigen Popsongs der Beatles hat die Wirklichkeit der vier Jungspunde allerdings nichts zu tun, ebensowenig mit dem „Summer Of Love“ in San Francisco. Weil in Birmingham definitiv niemand Blumen im Haar trägt, klingen Black Sabbath dunkler, böser und eindringlicher als die meisten anderen. In den folgenden Jahren schickt sich das Quartett an, die Grundlagen des Heavy Metal zu legen. Es gibt kaum jemanden in der Welt der Krachmusik, der nicht von ihnen beeinflusst wurde: Ob Hard Rock, Heavy, Stoner, Thrash, Black, Death, Doom Metal – überall steckt die DNA der „Sabb Four“ drin. (Himmel, sogar Cindy & Bert haben Paranoid gecovert.) Und nicht wenige Leute behaupten, dass Tony Iommi eigentlich schon alle guten Riffs geschrieben hat. Ozzy sollte man dabei musikalisch nicht unterschätzen: Zwar spielt er kein ein Instrument und hat auch kaum Texte verfasst, aber von ihm stammen die Melodien. Ozzy gab den Sabbath-Songs die Seele, er war die Stimme, mit der sich Millionen Außenseiter, Freaks und Ausflipper identifizieren konnten.



Das erste Album Black Sabbath erscheint am 13. Februar 1970, natürlich an einem Freitag. Der Titelsong definiert tonal ein ganzes Genre, hier gibt’s vor allem den Tritonus, das Teufelsintervall. Paranoid kommt ein halbes Jahr später, das Album und der gleichnamige Song werden zu Hits, Ozzy zum Popstar. Das kostet er aus: Drogen, Mädels, Vollalarm, und immer einen Drink am langen Arm. Nach eigenen Aussagen kommt er 1971 in Denver dank Mountain-Gitarrist Leslie West zum ersten Mal mit Kokain in Berührung. „Die Welt wurde etwas unscharf ab diesem Zeitpunkt“, sagt er selbst.

Gleichzeitig gründet er eine Familie: 1971 findet die Hochzeit mit Thelma statt, bald darauf kommen Jessica und Louis zur Welt, zudem adoptiert Ozzy Thelmas Sohn Elliot. Leider geht das nicht gut, denn als erfolgreicher Musiker ist der junge Vater viel zu oft unterwegs, als Partytier viel zu oft blau.

Spätestens bei Vol. 4 (1972) nehmen die Drogen dann überhand. Keiner der vier Black Sabbath-Musiker ist ein Heiliger, aber der Sänger treibt es immer noch ein bisschen wilder. 1978 steigt er mal für drei Monate aus, kehrt aber zurück, doch es läuft längst nicht mehr alles rund in Riffhausen: Statt neuer Songs gibt es Streit, was schließlich dazu führt, dass Ozzy am 27. April 1979 endgültig rausfliegt. Frustriert verbarrikadiert er sich im Le Parc Hotel in Los Angeles und versumpft vollkommen. „Ich habe 96.000 Pfund Abfindung bekommen“, erzählt er später, „also habe ich drei Monate lang gekokst und gesoffen. Ich war mir sicher, dass ich demnächst zurück in Birmingham und arbeitslos sein werde. Das sollte meine letzte Party sein.“ Ozzy ist da 30 Jahre alt.


Allerdings gibt es bereits einen Plattenvertrag als Solokünstler mit dem ehemaligen Sabbath-Manager Don Arden, der seine Tochter Sharon nach Kalifornien schickt, um nach dem Rechten zu sehen. Die beiden kennen sich schon länger, bei einem der ersten Zusammentreffen in einem Büro trägt Ozzy angeblich eine Pyjamahose, kein Shirt und einen Wasserhahn an einer Kette um den Hals. In seiner düsteren Phase erweist sich Sharon als Rettung und sorgt dafür, dass Ozzy seine Karriere wieder in Angriff nimmt. Mehr noch: Die beiden verlieben sich, am 4. Juli 1982 heiraten sie auf Maui. (Ozzy erzählt später, er habe den US-amerikanischen Unabhängigkeitstag gewählt, damit er das Hochzeitsdatum nicht vergisst.) Trotz harter Zeiten sind die beiden heute noch verheiratet und haben drei Kinder namens Aimee, Kelly und Jack.

Die Achtziger

Sharon sorgt dafür, dass der Musiker eine neue Band zusammenstellt und zum Anbruch der Achtziger durchstartet. Dabei beweist unser Mann nicht zum letzten Mal ein geradezu goldenes Händchen für Gitarristen und verpflichtet den außerirdisch talentierten Kalifornier Randy Rhoads von der Band Quiet Riot. Die beiden folgenden Alben Blizzard Of Ozz (1980) und Diary Of A Madman (1981) gehören zur Standardausstattung im Heavy Metal und etablieren Ozzy als Solokünstler.



Aber Ozzy übertreibt es weiter: Im März 1981 soll er bei einem Plattenfirmen-Meeting als große Geste lebende Tauben fliegen lassen. Doch dem Künstler wird langweilig, und die Flasche Brandy auf dem Hinweg hilft nicht. Denn Ozzy zieht die Vögel aus der Tasche und beißt ihnen die Köpfe ab (richtig gelesen). Man darf sich fragen, ob das als „große Geste“ durchgeht, der Zusammenarbeit mit CBS Records tut es jedenfalls gar nicht gut.

Im Januar 1982 wirft ein Fan bei einem Konzert eine Fledermaus auf die Bühne. Der Sänger hält sie für Plastik und beißt ihr ebenfalls den Kopf ab. Er weiß ja jetzt, wie sowas geht. Allerdings beißt das Tier zurück, so dass schmerzhafte Spritzen gegen Tollwut nötig werden. Ozzys Ruf als „Madman“ festigt sich zusehends. Am 18. Februar 1982 pinkelt „Doppel-O“ dann sternhagelvoll gegen das Alamo-Denkmal, was in Texas einem Kapitalverbrechen gleicht. Nach seiner Verhaftung darf er die Stadt San Antonio für ein Jahrzehnt nicht mehr betreten.


Dass er zwei Jahre später auf einer Tour ausgerechnet mit Mötley Crüe einen Wettstreit darüber startet, wer krasser drauf ist, und diesen mit großem Vorsprung gewinnt, dürfte uns nicht mehr überraschen. Der siegreiche Schachzug: Als das Koks ausgeht, zieht Ozzy eine Ameisenstraße in die Nase (Ja, Ameisen. Lebend.). So schreiben es Mötley Crüe in ihrer Bandbio The Dirt, Ozzy selbst weiß das nicht mehr so genau. Wir möchten es nicht ausschließen.

Noch vorher ereignet sich eine Tragödie: Als Randy Rhoads am 19. März 1982 bei einem ebenso dämlichen wie vermeidbaren Flugzeugabsturz ums Leben kommt, trifft das den Sänger hart. Das heißt: Noch mehr Saufen, noch mehr Drogen, noch mehr Chaos. Es dauert, bis unser Mann wieder halbwegs in die Spur kommt, verwunderlicherweise reißt der Reigen an tollen Alben aber nicht ab. Nächste Höhepunkte: Bark At The Moon (1983) und The Ultimate Sin (1986) mit Flitzefinger Jake E. Lee, der dadurch zum international gefeierten Gitarrenstar wird. Ozzy verkauft mittlerweile deutlich mehr Platten als seine alten Kollegen von Black Sabbath, vielleicht auch, weil er sich der MTV-Ära angepasst hat. Das heißt: Unfassbar bunte Klamotten und raumgreifende Föhnfrisuren. Auch die Produktinen klingen ein bisschen nach Plastik, bieten aber tollen Achtziger-Metal.



1987 gelingt noch einen Glücksgriff: Ozzy verpflichtet einen unbekannten Zwanzigjährigen namens Jeffrey Wielandt als neuen Mitmusiker. Heute kennen wir den Mann unter dem Namen Zakk Wylde als einen der besten Rockgitarristen der Welt. Er bleibt seinem Mentor trotz Solokarriere bis heute treu ergeben. (Die ganze Geschichte zu Zakks Einstieg steht hier.) Die erste gemeinsame Show spielen die beiden übrigens im Sommer 1987 in einem der härtesten Gefängnisse Englands. Ozzy nennt den krassen Tag seine „letzte gute Erinnerung an die Achtziger“. Der Wechsel zwischen Besinnung und Entzug auf der einen, Drogen und Wahnsinn auf der anderen Seite gehört weiter zum Tagesgeschäft, wie man 1988 im Film The Decline of Western Civilization Part II: The Metal Years ((LINK)) sehen kann. Darin diktiert er der Regisseurin Penelope Spheeris „Nüchtern sein ist Scheiße!“ ins Mikro. Später stellt sich allerdings heraus, dass die Szenen in der Küche gestellt sind und die Sache mit dem Orangensaft zum Teil sogar gefälscht wurde.



Was nicht heißen soll, dass Ozzy alles im Griff hat, und lustig ist das schon lange nicht mehr. Als er von der Tour zu No Rest For The Wicked zurückgekehrt, die mit der monumentalen Anti-Drogen(!)-Veranstaltung Moscow Music Peace Festival endet, will er am 2. September 1989 im Suff seine Frau Sharon umbringen. Die berichtet: „Irgendwann hat sich Ozzy in Unterhose zu mir aufs Sofa gesetzt und erklärt: ‚Wir haben uns entschieden. Es tut uns leid, aber du musst sterben. Es gibt keine andere Möglichkeit.‘ Ich habe ihm natürlich gesagt, er solle die Fresse halten und sich verpissen – aber er ist auf mich gesprungen und hat die Hände um meinen Hals gelegt.“ Ozzy landet daraufhin im Knast und ohne Umschweife in einer längeren Entziehungskur – nicht die erste, nicht die letzte. Seine Frau trennt sich von ihm, doch die beiden finden wieder zusammen.

Die Neunziger

So geht es nicht weiter. Als Ozzy 1991 No More Tears rausbringt, wirkt er wie runderneuert: Sportlich fit, mit wallendem Langhaar und Lennon-Brille. Vor allem aber zieht er musikalisch alle Register und verkauft Millionen der hier ausdrücklich empfohlenen Platte, für die sein Kumpel Lemmy Kilmister von Motörhead einige Texte beigesteuert hatte. Mit der zugehörigen No More Tours-Tour will er sich zur Ruhe setzen, bei einer Show in Costa Mesa bittet er sogar für ein paar Songs seine alten Black Sabbath-Kollegen auf die Bühne. Doch mit dem Ruhestand wird es nichts, 1995 folgt die Retirement Sucks-Tour.



In den Neunzigern geht es allgemein für die klassische Rockmusik drunter und drüber, auch um Ozzy wird es ruhig, was neue Alben anbelangt. Dafür startet ab 1996 die Festivalreihe Ozzfest durch, die seine Frau Sharon und Sohn Jack ins Leben gerufen haben, und die den gesundheitlich angeschlagenen Familienvater einem neuen Publikum näher bringt. 1997 kommt es sogar zu einer Reunion von Black Sabbath (minus Bill Ward).

Die 2000er

Große Wellen über die Musik hinaus schlägt Ozzy Osbourne ab März 2002 mit der Reality-TV-Serie The Osbournes, die das häusliche Leben seiner Familie zeigt. Innerhalb von drei Jahren erlangt Ozzy so eine traurige Berühmtheit, denn er wirkt wie ein taumelnder Tattergreis mit Tattoos und Sprachstörungen. Später stellt sich raus, dass Ozzy während der meisten Drehtage völlig „drauf“ war.



Musikalisch lässt er es langsam angehen, es erscheinen nur Cover- und Livealben. Das Touren kann er trotzdem nicht sein lassen. In den Schlagzeilen taucht er weiter auf: 2003 kommt Ozzy bei einem Unfall mit einem Quad-Bike fast ums Leben, 2004 wird er zum Botschafter für Alien-Besucher gewählt und erhält seine eigene Eiscreme. 2009 schließlich erscheint die Autobiografie I Am Ozzy. Dass es noch genügend Material für ein zweites Buch geben soll, glauben wir gerne.

Weil selbst ein „Madman“ mal älter wird, bekommt der Sänger seine Suchtprobleme immer mehr in den Griff. Die Familie spielt eine größere Rolle, vielleicht haben sich seine grundsätzlichen Unsicherheiten auch gelegt, jedenfalls erweist sich der ehemalige „Prince Of Darkness“ in Interviews als lustiger, latent verwirrter Mensch mit großem Herzen. Wie er seinen Lebensstil mehrere Dekaden durchhalten konnte, wundert ihn selbst wohl am meisten.



Von Black Sabbath erscheint 2013 sogar ein neues Album namens 13, im Jahr 2016 startet die Band eine letzte Welttour und löst sich nach einem Abschiedskonzert am 4. Februar 2017 in Birmingham auf. Im Februar 2018 schließlich kündigt Ozzy seinerseits eine finale Rundreise an und spielt 2018 in Deutschland. Dass er so etwas schon mal vorhatte, scheint ihm bewusst zu sein, denn der Trek heißt nicht ganz unironisch: No More Tours 2

Es wird der Tag kommen, an dem sich Ozzy Osbourne tatsächlich zur Ruhe setzt. Im Rock’n’Roll wird dann etwas fehlen. Wir sagen bis dahin schon mal: Happy Birthday, Ozzy!



Headerbild Credit: Promo/Neil Preston

Zeitsprung: Am 2.9.1989 will Ozzy im Suff seine Frau Sharon umbringen.

 

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Popkultur

Ohrfeigen, Improvisation & die Hells Angels: 6 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Janis Joplin stammen können

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Janis Joplin

Janis Joplin stach schon von Anfang an heraus: Ihre verklemmte texanische Heimatstadt ließ sie mit 17 hinter sich, um in Los Angeles in Kneipen und Bars aufzutreten. Ihre monströse Reibeisenstimme machte aus jedem simpel gestrickten Blues-Stück einen ikonischen Soundtrack der Flower-Power-Zeit und ihr ungebremst hemmungsloses Leben erzählt legendäre Geschichten – bis zum tragischen, viel zu frühen Ende.

von Timo Diers

Nicht alle dieser Geschichten sind groß oder besonders lang. Aber so verrückt, dass sie nur von ihr stammen können. Sechs solcher typischen Janis-Joplin-Momente haben wir hier für euch aufgeschrieben.

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Hört hier in die Greatest Hits von Janis Joplin rein:

1. Sie schlug Jim Morrison eine Whiskeyflasche über den Kopf.

Joplins Vorliebe für Southern Comfort sollte hinlänglich bekannt sein – davon könnte wahrscheinlich auch Jim Morrison berichten, der die junge Sängerin bei einer Party in Hidden Hills, Kalifornien kennenlernte. Wie für Morrison üblich, betrank er sich und verwandelte sich von einem charmanten jungen Mann in einen ungehobelten Raufbold. Die beiden verstanden sich zunächst gut. Doch irgendwann war Joplin von Morrisons Art so dermaßen genervt, dass sie die Party frühzeitig verlassen wollte. Aber der Doors-Sänger war hartnäckig und wollte sie am Wegfahren hindern – da zog sie ihm kurzerhand eine Whiskeyflasche über den Kopf.

2. Sie sprang bei Tina Turner auf die Bühne und gab ein Impromptu-Duett.

Als Janis Joplin in der Dick Cavett Show nach ihren Lieblingskünstlern gefragt wurde, war die Antwort eindeutig: „Tina Turner – die beste Braut aller Zeiten!“ Und das war noch bevor Tina Turner auch nur in die Nähe des Popstar-Daseins kam. Als Ike & Tina Turner 1969 für die Rolling Stones im Madison Square Garden eröffneten, stand Joplin zunächst am Bühnenrand und beobachtete die Show. Sie war flammender Fan von Tina. Als dann Land Of 1000 Dances angestimmt wurde, sprang sie für ein spontanes Duett auf die Bühne. Leider gibt es von dem Auftritt nur einige wenige Fotos.

3. Sie gab Jerry Lee Lewis eine saftige Ohrfeige.

Das letzte Mal, dass Laura Joplin ihre große Schwester sah, war 1970. Damals kam Janis zurück nach Texas, um bei ihrem 10-jährigen High-School-Jubiläum dabei zu sein. In derselben Nacht nahm sie ihre Schwester mit zu einem Jerry-Lee-Lewis-Konzert. Als sie ihn später Backstage trafen, sagte er zu Laura: „Du würdest gar nicht mal so schlecht aussehen, wenn du nicht versuchen würdest, wie deine Schwester zu sein.“ Janis konterte nicht, sondern scheuerte ihm direkt eine.

4. Sie improvisierte einen ihrer größten Hits.

„Oh Lord won’t you buy me a Mercedes Benz?“ Ihre Stimme ist rau, ganz nah am Mikrofon, kein anderes Instrument begleitet sie. Mercedes Benz geht keine zwei Minuten – ist eigentlich das genaue Gegenteil eines Rock-Hits. Und doch ist es einer ihrer bekanntesten Songs. Co-Writer Bob Neuwirth erinnert sich:

„Früher haben wir auf diesen fetten 16-Zoll-Bandmaschinen aufgenommen. Aber Paul Rothchild, der Produzent, ließ immer eine kleine Zwei-Spur-Bandmaschine mitlaufen, falls jemand eine gute Idee hatte und etwas improvisiert. An einem Tag sind die großen Bandmaschinen kaputtgegangen und wir mussten warten, bis wir mit den Aufnahmen weitermachen konnten. Um die Stimmung etwas zu entspannen, sagte Janis ‚Habt ihr schon meinen neuen Hit gehört?’ und improvisierte einfach Mercedes Benz.“

So wurde einer ihrer größten Songs auf einer kleinen Zwei-Spur-Bandmaschine aufgenommen. An dem Tag bekam Neuwirth einen Einblick in Janis’ einzigartige Persönlichkeit: „Diese pure Kraft und das Charisma machen den Song so besonders – dieses Kichern am Ende. Das ist so Janis!“

5. Sie brachte die Hells Angels dazu, für sie einkaufen zu gehen.

Es klingt nach einer ungewöhnlichen Kombination, aber Janis Joplin war gut mit den Hells Angels befreundet. Sie stand zeitweise sogar unter persönlichem Schutz der Rockergang. Eines Nachts wurden Joplin und ihr Freund David Niehaus von Geräuschen im Wohnzimmer ihres Hauses in Marine County wach. Einbrecher? So ungefähr. Fünf Hells Angels waren grade dabei, Joplins Kühlschrank nach etwas Essbaren zu durchwühlen. Und als der schmächtige Niehaus nicht so recht wusste, wie er den bewaffneten Rockern beibringen sollte, doch bitte wieder zu gehen, nahm Joplin die Sache selbst in die Hand. Sie machte die Fünf so dermaßen zur Schnecke, dass sie ein paar Nächte später wiederkamen – dieses Mal beladen mit Einkäufen, um den Kühlschrank wieder aufzufüllen.

6. Sie schmiss selbst postum noch eine Party für ihre Freunde.

Als Janis Joplin am 4. Oktober 1970 von ihrem Road Manager John Cooke tot aufgefunden wurde, stand die Musikwelt unter Schock. Sie war erst 27 Jahre alt, doch einen letzten Willen hatte sie schon verfasst. Darin war auch vermerkt, dass 2500 Dollar aus ihrem Vermögen für eine Party mit ihren Freunden eingesetzt werden sollen – als „ein letztes Zeichen der Wertschätzung und des Abschieds“. Also organisierte John Cooke eben diese Party als Totenwache im The Lion’s Share, einem Musikclub in San Anselmo, Kalifornien. Auf der Einladung hieß es, die Getränke gingen auf Pearl. So wurde Joplin von ihren Freunden genannt.

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Zeitsprung: Am 4.10.1970 stirbt Hippie-Ikone Janis Joplin.

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Zeitsprung: Am 19.1.1949 kommt Robert Palmer zur Welt.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 19.1.1949.

von Timon Menge und Christof Leim

Robert Palmer gehört zu den unterschätzten Personen der Rockgeschichte. Von 1974 bis 2003 veröffentlicht er (mehr oder weniger) starke Alben, beweist ein besonderes Gespür für Coversongs und gewinnt zahlreiche Preise, unter anderem einen Grammy. Hits wie Bad Case Of Loving You und Addicted To Love kennt jeder. Am 19. Januar hätte der 2003 verstorbene Musiker seinen Geburtstag gefeiert.

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Hört hier in die besten Songs von Robert Palmer rein:

Klickt auf „Listen“ für die vollständigen Stücke.

Kindheit und Jugend

Robert Palmer kommt 19. Januar 1949 in Batley zur Welt. Noch im selben Jahr zieht die Familie nach Scarborough, sein Vater arbeitet als britischer Offizier in Malta. Die Musik entdeckt Palmer bereits in jungen Jahren, er hört unter anderem Blues, Jazz und Soul im American Forces Radio — Einflüsse, die ihn sein Leben lang begleiten. Schnell greift er selbst zur Gitarre, außerdem trommelt er die ersten Takte auf dem Schlagzeug. Mit 15 tritt der junge Musiker The Mandrakes bei, im Alter von 20 Jahren kündigt er seinen Job als Grafikdesigner und zieht mit Sack und Pack nach London, um die dortige Künstlerszene zu erobern.




Die Siebziger

Nach kurzen Mitgliedschaften in den Jazzgruppen The Alan Bown Set und Dada gründet Palmer im Jahr 1971 die Band Vinegar Joe, mit der er drei Alben einspielt. 1974 gehen die Musiker getrennte Wege, Palmer orientiert sich in Richtung Solokarriere. Sein Debüt Sneakin’ Sally Thru The Alley erscheint noch im selben Jahr, doch der Brite trifft nicht den richtigen Nerv: Das Blues-/Funk-Album erregt keine große Aufmerksamkeit und bleibt in den meisten Plattenregalen liegen.



Er beschließt, nach New York zu ziehen, doch sein zweites Soloalbum Pressure Drop (1975) floppt ebenfalls. Mit Album Nummer drei, Some People Can Do What They Like (1976), stellen sich erste kleine Erfolge ein. Erneut siedelt Palmer um, diesmal auf die Bahamas. Keine schlechte Wahl, offensichtlich auch in musikalischer Hinsicht: Nach einem Umweg über die Veröffentlichung der Soul- und Disco-beeinflussten Rockplatte Double Fun (1978) landet er 1979 seinen ersten Hit mit dem Moon Martin-Cover Bad Case Of Loving You. Zu finden ist der Song auf dem Album Secrets (1979), für das Palmer erstmals eine eigene Band zusammenstellt. Die Scheibe markiert seinen Durchbruch in den USA.



Die Achtziger

Das Jahr 1980 verschafft ihm auch den europäischen Durchbruch, zeitgleich entdeckt Palmer die New Wave. Das verstärkt mit Synthesizern arbeitende Clues stürmt die Top Ten in Frankreich und Deutschland; in Schweden reicht es sogar zu Platz eins. Der Song Looking For Clues erklimmt Platz drei der deutschen Charts, die spätere EP-Veröffentlichung seiner Coverversion von Some Guys Have All The Luck funktioniert ebenfalls. Seine nächste Platte Pride (1983) orientiert sich an ähnlichen Einflüssen, lässt qualitativ aber ein wenig nach.



1984 gründet er die Supergroup The Power Station gemeinsam mit John und Andy Taylor von Duran Duran sowie Tony Thompson von Chic. Seine Solokarriere hängt Palmer vorerst an den Nagel, aber schon eine erfolgreiche Veröffentlichung und eine gemeinsame TV-Performance später verlässt er die Band wieder und bringt mit Riptide (1985) sein erfolgreichstes Album auf den Markt, das zudem einen seiner größten Hits enthält. So belegt Addicted To Love drei Wochen lang Platz eins der US-Charts und verschafft ihm sogar eine Grammy-Nominierung. 1988 landet auch Rockröhre Tina Turner einen Treffer mit dem Song.



1987 verschlägt es den Briten nach Lugano (Schweiz), wo er sich ein eigenes Tonstudio aufbaut. Er schreibt die Filmmusik für Sweet Lies (1988), zusätzlich nimmt er die Arbeit an seinem etwas härteren Erfolgsalbum Heavy Nova (1988) auf. Der Hit Simply Irresistible verschafft ihm erneut eine Grammy-Nominierung, diesmal erhält er auch die Auszeichnung.


Die Neunziger

Zu Beginn des neuen Jahrzehnts singt Palmer seinen nächsten Langspieler Don’t Explain (1990) ein, das auch den Song I’ll Be Your Baby Tonight enthält, eine Kollaboration mit der Reggae-Gruppe UB 40. 1992 veröffentlicht er Ridin’ High und lässt eine Menge Jazz in seine Musik einfließen — leider nicht zur Freude seiner Anhänger. Generell gestaltet sich das Verhältnis zwischen Palmer und seinen Fans in den kommenden Jahren schwierig. Er weigert sich, im Rahmen seiner Konzerte ältere Songs zu spielen und stößt seine Anhänger damit vor den Kopf. Seine nächste Veröffentlichung Honey (1994) verkauft sich nicht unterirdisch, kann aber bei weitem nicht an vergangene Erfolge anknüpfen.



1996 reanimiert er die Gruppe The Power Station, mit Living In Fear veröffentlicht die Band ohne großen Erfolg ein Reunionalbum. Gegen Ende des Jahrzehnts wird es ruhig um den britischen Musiker. Sein vorletztes Werk Rhythm & Blues (1998) kommt schlechter an als beinahe alle seine Veröffentlichungen der vergangenen Jahrzehnte.



Sein letztes Album

Am 12. Mai 2003 erscheint mit Drive der letzte Eintrag in der Diskografie von Robert Palmer. Statt eigenes Material zu schreiben, covert er Songs von J. B. Lenoir, Keb’ Mo’, ZZ Top und Elvis Presley. Die Platte verschafft ihm gute Rezensionen und ein wenig Aufwind, verkauft sich allerdings erneut eher schlecht als recht. Am 26. September desselben Jahres stirbt Palmer in Paris überraschend an einem Herzinfarkt. Er wurde nur 54 Jahre alt. Von 1970 bis 1993 war er mit seiner Frau Sue verheiratet, das Paar hat zwei Kinder.


Zeitsprung: Am 24.10.2013 gibt Tina Turner ihren US-Pass ab.

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Zeitsprung: Am 18.1.1974 gehen falsche Fleetwood Mac auf Tour – ganz offiziell.

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"Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 18.1.1974.

von Christof Leim

Im Januar 1974 spielen Fleetwood Mac Konzerte in den USA. Das wäre eigentlich ein Grund zur Freude für Classic Rock-Fans, doch leider steht da niemand auf der Bühne, der auf den aktuellen Platten oder den letzten Touren gespielt hat. Anders formuliert: Nur der Name Fleetwood Mac geht auf Tour, die Band blöderweise nicht. Das finden Besucher und Veranstalter natürlich befremdlich, zumal sie das oft erst am Showtag erfahren. Was ist da passiert und wer steckt hinter den „Fakewood Mac“?

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Hört hier in die damals aktuelle Platte Mystery To Me rein:

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Wer sich Anfang 1974 ein Konzertticket für Fleetwood Mac kauft, der erwartet auf der Bühne die Musiker der gerade neuen Platte Mystery To Me: Schlagzeuger Mick Fleetwood und Bassist John McVie zum Beispiel, dazu Sängerin Christine McVie und die Gitarristen Bob Welch und Bob Weston. Doch schon bei der ersten Show der Tour am 18. Januar 1974 ist keine einzige Person dieses Line-ups anwesend. Niemand. Stattdessen spielen fünf Unbekannte Fleetwood Mac-Songs.

Da muss also etwas vorgefallen sein. In einem Artikel des Rolling Stone von damals erzählt der Manager Clifford Davis: „Ich habe mich entschieden, etwas an der Band zu ändern, insbesondere auf der Bühne. Und das habe ich getan. Ich war immer schon der Anführer, der entscheidet, wer mitspielt und wer nicht.“ Eine krasse Ansage, aber Davis geht noch weiter: „Ich möchte endlich den Eindruck zerstreuen, dass dies Mick Fleetwoods Band ist. Diese Band war immer schon meine Band.“

Die echte Band Ende 1973: Welch, Fleetwood, McVie, McVie (v.l.) – Pic: Promo

Doch wie kommt der Mann dazu? In jenen Jahren verlieren Fleetwood Mac ständig ihre Gitarristen: Danny Kirwan fliegt 1972 raus, was den Abbruch einer Tour bedeutet. Im Herbst 1973 wird dann Bob Weston gefeuert, weil Drummer Mick kann es nicht länger mit ansehen, dass sein Kollege ein Verhältnis mit seiner Frau Jenny hat und damit auch in der Öffentlichkeit nicht hinter dem Berg hält. Autsch. Damit endet auch die erste Tour zu Mystery To Me vorzeitig. Dem Manager passt das gar nicht, angeblich nennt er das „unprofessionell“. Als die Musiker dann sogar eine Pause einlegen wollen, in der Mick sich um seine unvermeidliche Scheidung kümmern muss, stellt er kurzerhand eine Ersatztruppe zusammen und schickt sie in den USA auf die Straße.

Das Ersatzaufgebot besteht aus Musikern der Band Legs, die eine Single unter der Ägide des Managers veröffentlicht hatte: Sänger Elmer Gantry, Gitarrist Kirby Gregory, Bassist Paul Martinez und  Pianist John Wilkinson. „Ich habe mich aber entschieden, Mick zu behalten“, erklärt Davis im Rolling Stone. Allerdings habe der kurzfristig wegen privater Probleme wieder zurück nach England fliegen müssen. Also setzt sich Craig Collinge hinter das Schlagzeug.

Der erste Auftritt findet statt in Pittsburgh am 18. Januar 1974. Wenig überraschend gibt es dort umgehend Streit mit dem Veranstalter, und auch die Fans sind nicht erbaut. Deshalb muss Davis von nun an jeden Abend auf der Bühne verkünden, dass ganz neue Musiker spielen werden und Mick Fleetwood selbst, so ein Ärger, es leider nicht geschafft habe. Gut kommt das nicht an, doch es wird noch schlimmer: Eine Woche später rollt der Tross nach New York, wo 30 Minuten vor der Show feststeht, dass Elmer Gantry nicht singen können wird. „Das ist mir noch nie passiert“, röchelt er gegenüber dem Rolling Stone. Dummerweise hat sich ausgerechnet für diesen Abend die versammelte Musikpresse angekündigt. Noch doofer allerdings: Niemand sagt den Veranstaltern rechtzeitig Bescheid. Die hätten mit ein wenig mehr Vorlauf die Sause noch absagen können, jetzt aber stehen nach den Vorgruppen Kiss und Silverhead 3.400 Fans in der Halle und warten. Also fällt die Entscheidung, die „Band“ ohne Frontmann auf die Bühne zu schicken. Nach einer halben Stunde Boogie-Jam machen 800 Fans von dem Angebot Gebrauch, ihr Geld zurückzubekommen…

Das kann alles nicht lange gut gehen. Es gibt sogar die Geschichte, dass der langjährige Tourmanager John Courage irgendwann das Equipment versteckt und so dafür sorgt, dass die Konzertreise unter falscher Flagge gestört und abgebrochen wird. Kein Wunder also, dass der Spuk der„Fakewood Mac“ ziemlich schnell wieder vorbei ist und Clifford Davis mit Anlauf gefeuert wird. Ein unvermeidbares gerichtliches Nachspiel klärt zwar die Namensrechte eindeutig zu Gunsten der echten Fleetwood Mac, doch es bremst die Band mehrere Monate aus.

Die Musiker der Zweitbesetzung kehren zurück nach England und gründen die Band Stretch, die im November 1975 einen Hit landet mit dem Song Why Did You Do It?. Dessen Text kann mal an als klassisches Beziehungsdrama lesen, aber die meisten Kommentatoren sehen hier eine direkte Attacke auf Mick Fleetwood – weil der sich schließlich von der unglücklichen Tour zurückgezogen habe (was der weiterhin dementiert). Fleetwood Mac verstärken sich indes mit dem Gitarristen Lindsey Buckingham und der Sängerin Stevie Nicks und gehen in den Folgejahren durch die Decke. Der Rest ist Geschichte…



Titelfoto: Michael Putland/Getty Images

Zeitsprung: Am 11.7.1975 starten Fleetwood Mac ihrem gleichnamigen Album durch.

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