Zeitsprung: Am 12.5.2013 erklingt „Space Oddity“ endlich im Weltraum.

May 8, 2018
in Category: Popkultur



Zeitsprung: Am 12.5.2013 erklingt „Space Oddity“ endlich im Weltraum.

Zeitsprung: Am 12.5.2013 erklingt „Space Oddity“ endlich im Weltraum.

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 12.5.2013.

von Christof Leim

Nicht nur unser innerer Fünfjähriger ist begeistert: Ein echter Astronaut spielt Bowies Space Oddity im Weltraum! 2013 macht Commander Chris Hadfield mit einem Clip von der International Space Station Furore.



Es gibt auf der International Space Station ISS tatsächlich eine Gitarre. Das hätten wir neben Computern, wissenschaftlicher Ausrüstung, Lichtschwertern und Warp-Antrieb nicht erwartet. Im März 2013 wird Chris Hadfield zum Kommandanten ernannt, ein Kanadier, der Zeit seines Lebens in Bands gespielt hat.

Commander Chris Hadfield. Photo Credit: NASA/Robert Markowitz

Er schnappt sich das Instrument und nimmt einen Song auf, der nicht passender sein könnte: Space Oddity von David Bowie. Das Lied erzählt von Major Tom, der in seiner „Blechbüchse“ durch das All fliegt und schließlich in die Weiten entschwindet. So soll Hadfields Geschichte natürlich nicht ausgehen, deshalb ändert er seinen Text ein wenig und singt: „Our commander comes down back to earth“.

Der Astronaut filmt sich an verschiedenen Stellen der Raumstation. Ganz so einfach funktioniert aber das nicht, weil zum Beispiel die Gitarre ständig wegfliegt. Auf der Erde fügt schließlich die kanadische Musikerin Emm Gryner, die in Bowies Liveband gespielt hatte, dem Song noch andere Instrumente sowie weitere von Hadfield aufgezeichnete Sounds aus der ISS hinzu. Daraus entsteht der Soundtrack zu einem coolen Video.

Commander Chris Hadfield auf Schicht.

Bevor das aber veröffentlicht werden kann, muss erstmal die Rechtslage geklärt werden. Das erweist sich als nicht ganz trivial, denn es gibt schlicht keinerlei Regelungen oder Präzedenzfälle für ein Songs, die in der Erdumlaufbahn aufgenommen werden. Glücklicherweise einigen die Experten und Anwälte auf einen Deal für ein Jahr, der später verlängert wird.

Am 12. Mai 2013 schließlich geht der Clip ins Netz und verbreitet sich weltweit. David Bowie höchstselbst kommentiert auf seiner Facebook-Seite: „Das ist vermutlich die ergreifendste Version des Songs, die jemals geschaffen wurde.“ Mehr Lob geht nicht. Mittlerweile steht der Zähler des Clips bei fast 40 Millionen Durchläufen. Commander Hadfield, der auch mit weiteren interessanten und amüsanten Videos aus dem Weltraum von sich reden macht, erklärt in einem Interview die Feinheiten seiner Aufnahmesession:



Als Bowie 2016 schließlich stirbt, schreibt Hadfield: „Seine Kunst definierte ein Bild des Weltraums, des inneren Selbst und einer sich rasend schnell verändernden Welt. Oddity an Bord der ISS aufzunehmen, war mein Versuch, diese Kunst weiterzuführen. Die Menschen sollten erfahren, dass unsere Kultur sich über die Grenzen unseres Planeten hinaus erstreckt. Wir leben im Weltraum. Ich danke ihm für die Erlaubnis und dafür, seitdem so zuvorkommend gewesen zu sein.“




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