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Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020 verboten: Was bedeutet das nun für deutsche Musikfans?

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Festival
Foto: Getty Images

Das Coronavirus legt die Konzert- und Eventbranche lahm. Bis zum 31. August 2020 sind Großveranstaltungen weiterhin verboten.

von Markus Brandstetter

Am 15. April 2020 gab Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannt, auf welche Lockerungen der Maßnahmen im Zuge der grassierenden COVID-19-Pandemie sie sich mit den Länderchefs geeinigt hatte. Während einige Bereiche des öffentlichen Lebens (vorerst) schrittweise wieder geöffnet werden, bleiben Großveranstaltungen weiterhin verboten – und zwar bis zum 31. August 2020. Für Festival- und Konzertfans ist dies, bei allem Verständnis für die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, natürlich eine Hiobsbotschaft. Aber natürlich sind nicht nur Konzertgänger*innen betroffen: Auch Volksfeste, Messen und Fußballspiele sind bis zu besagtem Datum verboten.

Ab wann ist eine Großveranstaltung eine Großveranstaltung?

Allerdings ist bei dieser Verordnung noch ein wesentlicher Faktor ausständig: Nämlich eine genaue Definition des Begriffs Großveranstaltung. Dass Events wie Festivals darunter fallen, ist abzusehen – auch Stadionkonzerte sind unrealistisch. Aber ab wann ist ein Großevent eigentlich ein Großevent? Dafür gibt es keine einheitliche Regelung. Rollingstone.de erwähnt hier zur Orientierung die Erklärung des Ministeriums für Inneres und Kommunales NRW: Diese sieht vor, dass ein Großevent gegeben sei, „wenn mindestens 100.000 Besucher erwartet werden, mehr als 5.000 Besucher gleichzeitig auf dem Gelände sind oder ein besonders erhöhtes Gefährdungspotenzial“ vorläge.

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Hält man sich an diese Definition, sind sowohl Festivals wie auch Stadionkonzerte sowie Shows in größeren Hallen verboten. Ob Shows in kleineren Hallen und Clubs stattfinden können, bleibt abzuwarten: Für konkrete Regeln, wie zum Beispiel die Definition der Größenordnung, sind die einzelnen Bundesländer zuständig.

Festivalabsagen

Die aktuelle Verordnung zog wie zu erwarten etliche Absagen mit sich. So findet das Wacken Open Air in diesem Jahr nicht mehr statt. „Damit stehen wir vor einer Situation, die wir in 30 Jahren noch nicht erlebt haben: Wir müssen euch schweren Herzens mitteilen, dass es in diesem Jahr kein Wacken Open Air geben wird“, so das Festival in einer offiziellen Mitteilung.  Bezüglich der bereits erworbenen Tickets arbeitet man an einer Lösung: „Hinsichtlich des Wacken Open Air 2021 und den Optionen bezüglich eurer gekauften Tickets melden wir uns schnellstmöglich bei euch, bitten aber um etwas Geduld.“

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*** Deutsche Version in Kommentar #1 ***⠀ Dear Metalheads,⠀ ⠀ yesterday, the German government decided that due to the Coronavirus pandemic, no mass gatherings will be allowed until August, 31st 2020. We are facing an unprecented situation in our 30 years: It is with heavy hearts that we have to announce that there will be no Wacken Open Air this year.⠀ ⠀ Our whole team has been working intensively on the festival these last months and the more all of us are bitterly disappointed that we are not allowed to celebrate a Wacken Open Air with you. This administrative order affects us heavily and we will need some time to process the bad news.⠀ ⠀ Nevertheless, we support the decision of the German government in this difficult situation for the whole world. Your health and safety have always been and always will be our top priority. We as promoters are therefore bound to take an even greater responsibility and have to follow the instructions of the experts.⠀ ⠀ Concerning Wacken Open Air 2021 and options for your already bought tickets we will reach out to you asap but ask for a little bit of patience whilst we work through this. We thank you for your trust during times which are unparalleled for all of us.⠀ ⠀ Stay healthy – In Metal We Trust!⠀ ⠀ Your W:O:A Team

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Auch die Festivals Elbjazz, Limestone, Hurricane, Southside, Deichbrand, Highfield und M’era Luna sind abgesagt – das verlautbarte die Veranstaltungsfirma FKP Skorpio am 15. April 2020. Das Veranstalterteam zeigte sich enttäuscht – erklärte aber auch: „Jetzt ist es wichtig, Solidarität zu zeigen, denn die Gesundheit von uns allen ist das Wichtigste. Unsere Gäste können sich sicher sein, dass wir sie schnellstmöglich und umfassend über weitere Schritte informieren werden.“

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Dieser Schatten guckte uns ja schon seit Wochen bedrohlich über den Tellerrand hinweg an, aber nun ist er über uns. Und es schmerzt. Und zwar richtig doll. Dabei hatten wir euch doch so ein saftiges Line-Up zusammengeköchelt, bestehend aus den deliziösesten internationalen Topacts, garniert mit dem frischesten Gemüse des Hier-und-Jetzt und den Filetstücken der Zukunft als Vorspeise. Damn. Aufgrund des bundesweiten Veranstaltungsverbots bis zum 31. August 2020 müssen wir das Southside Festival 2020 absagen. Wir begrüßen diese Entscheidung natürlich als verständliche und wichtige Sicherheitsmaßnahme für die Bevölkerung und setzen fortan alles daran euch stets auf dem Laufenden zu halten. Unser Team arbeitet unermüdlich daran, die kommenden Schritte festzuzurren, aber leider brauchen wir dafür noch ein paar Tage. Wir melden uns natürlich schnellstens mit allen Infos bei euch! #southside2020 #southside #southside #festival #FKPscorpio #Absage #cancelled #corona

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Bis zuletzt hatte das Veranstalterteam abgewartet, seit Bekanntgabe der aktuellen Verordnung steht nun aber fest: Auch Rock am Ring und das Schwesterfestival Rock im Park werden dieses Jahr nicht stattfinden.

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Ausverkaufte Festivals am Ring und im Park wegen des Verbots von Großveranstaltungen bis zum 31. August abgesagt In ihrer erlebnisreichen und bewegten Geschichte wurden Deutschlands populärste Open-Air-Festivals Rock am Ring und Rock im Park schon mehr als einmal mit unerwarteten und schwierigen Situationen konfrontiert. Jetzt erzwang das verfügte Verbot aller Großveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August, die Absage der Jubiläumsevents am Nürburgring und in Nürnberg. Für die Veranstalter und ihre Teams, die Künstler und 175.000 Fans, die am ersten Juni-Wochenende 35 Jahre Rock am Ring und 25 Jahre Rock im Park feiern wollten, ist diese alternativlose Entscheidung natürlich enttäuschend. Dennoch haben die Produzenten uneingeschränktes Verständnis für diese unausweichliche Maßnahme im Interesse der Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten, so traurig die Absage der ausverkauften Zwillingsfestivals ist. Gleichzeitig bedanken sie sich bei den Fans ausdrücklich für ihre nachhaltige Unterstützung. Gemeinsam mit der Live-Musikbranche richten sich nunmehr alle Hoffnungen auf die Zeit nach dem Ende des Ausnahmezustandes. Die Neuansetzung der Jubiläumsfestivals von Rock am Ring und Rock im Park ist jetzt für das zweite Juni-Wochenende 2021 terminiert. Wegen der Details über die weitere Abwicklung werden alle Ticketkäufer noch um ein wenig Geduld gebeten. Die Veranstalter und ihre Teams arbeiten an konkreten Informationen über die genaue Vorgehensweise, die im nächsten Schritt bekanntgegeben werden. Bis dahin werden die Fans um Verständnis gebeten. Rock am Ring – Rock im Park 11. – 13. Juni 2021 Save the date!

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Ebenfalls abgesagt wurden unter anderem das Full Force, Melt, Splash!, Parookaville und das Haldern Pop Festival.

Absagen oder verschieben?

Während etliche Festivals abgesagt werden, gibt es bei zahlreichen Shows und Tourneen Ersatztermine – die oft auf das Folgejahr verschoben werden. So finden nun etwa die Deutschland-Shows von Pearl Jam, Nick Cave und Queen erst nächstes Jahr statt. In den meisten Fällen können die bereits erworbenen Tickets entweder bei den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden – oder behalten wahlweise ihre Gültigkeit für den Ersatztermin.

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Kirk Hammett: „Toxische Männlichkeit hat diese Band angetrieben“

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Foto: Kevin Mazur/Getty Images

In einem ziemlich offenen und intimen Interview mit dem New Yorker graben Metallica ungewohnt tief. Insbesondere Kirk Hammett hat dabei einige Leichen aus dem Keller geholt…

von Björn Springorum

Metallica sind in aller Munde. Seit die größte Metal-Band der Welt ihr neues Album 72 Seasons für nächstes Frühjahr angekündigt hat, sind sie auf der ganzen Welt wieder das Tagesgespräch – und da natürlich auch völlig zurecht. In einem neuen, durchaus selbstkritischen und persönlichen Interview mit dem renommierten New Yorker hat sich Gitarrist Kirk Hammett jetzt aber auch ziemlich kritisch der eigenen Vergangenheit gegenüber geäußert.

„Bescheuerter maskuliner Macho-Bullshit“

„Toxische Männlichkeit hat diese Band angetrieben“, sagte der frisch 60 gewordene Kirk Hammett. „Bis heute sitze ich da und denke mir: Okay, jetzt schreibe ich dieses richtig, richtig harte, krasse Riff. Man muss sich nur mal diese Rhetorik ansehen: Hartes, krasses Riff. Diese Aggression spürt jeder, aber wir sind richtig in diesem bescheuerten maskulinen Macho-Bullshit aufgegangen.“

Das führte zeitweise sogar fast zu physischen Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Bandmitgliedern – klassisches Silberrückengehabe eben. „Wir betranken uns und rieben uns aneinander auf“, fährt er fort. „Einmal ist James aufgestanden und hat Lars weggestoßen, sodass er quer durch den Raum geflogen ist. Kaum sahen wir uns, nahmen wir uns in die Mangel. Wir konnten in einem Raum mit 20 Leuten sein und uns doch nur auf uns fixieren. Niemand sonst war wichtig“, gesteht Kirk Hammett.

Auch James Hetfield gibt sich im Interview sehr offen und verletzlich. „Auf der Bühne zu stehen bedeutet, in einer Fantasiewelt zu leben“, so der Sänger. „Jeder liegt dir zu Füßen bis du selbst glaubst, wie großartig du bist. Aber dann kommst du nach Hause und fragst dich, wo dieses Gefühl hin ist. Plötzlich fühlt es sich nicht mehr so großartig an, wenn du allein bist und den Müll rausbringen musst.“ Irgendwann werden eben selbst Rockstars erwachsen.

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Lars Ulrich über Metallica: In den 80er-Jahren wäre das Sellout gewesen

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James Devaney/GC Images

Metallica-Schlagzeuger Lars Ulrich sprach in einem aktuellen Interview mit New Yorker über Metallicas Medienpräsenz — und eine ganz besondere Kollaboration, die in den 1980er-Jahren bei den Fans wohl nicht so gut angekommen wäre.

 von Markus Brandstetter

Genauer gesagt ging in es in dem Interview um den Popularitätsschub, den Metallica bei einer jüngeren Generation durch die Netflix-Serie Stranger Things erfahren haben. Seriencharakter Eddie Munson (gespielt von Joseph Quinn) spielt in einer ikonischen Szene Metallicas Meilenstein Master of Puppets, um Dämonen abzuwehren. Daraufhin gab es immer wieder etwas Cross-Marketing zwischen der Band und der Serie. „Wenn du und ich vor zwanzig oder dreißig Jahren hier gesessen hätten, wäre es damals wirklich nur um die Musik gegangen”, so der Drummer. „So etwas zu machen, wäre als Sellout betrachtet worden. Aber die Kultur verzeiht diese Art von Dingen jetzt viel eher“, so Ulrich weiter.

Lars Ulrich: „Ist die Musik nicht gut genug?“

Mittlerweile werde Metallica oft mit der Serie assoziiert. „Ich glaube nicht, dass es heute Morgen irgendeinen Bericht über das Lollapalooza gab, in dem nicht Eddie oder Stranger Things erwähnt wurden. Und es ist nicht so wie ‚Eh, was zur Hölle, ist die Musik nicht gut genug?’ Es ist cool“.

 

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Metallica selbst hatten sich damals begeistert von der Zusammenarbeit gezeigt. „Die Art und Weise, wie die Duffer Brothers Musik in Stranger Things einfließen lassen, war schon immer von höchster Qualität. Daher waren wir mehr als begeistert, dass sie Master of Puppets nicht nur in die Serie aufgenommen haben, sondern auch eine so zentrale Szene darum herum gebaut haben“, so die Band damals in einem Statement. Weil’s so schön war, gab’s sogar noch gemeinsamen Merch von Metallica und dem Hellfire Club.

Und außer Stranger Things war da da doch auch noch was los im Camp Hetfield, Ulrich, Trujillo und Hammett… ach ja, genau — eine Welttournee, ein neues Album 72 Seasons und neue Single Lux Æterna. Die gibt’s hier zu hören:

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Eurythmics-Reunion soll bevorstehen — für 100 Millionen Pfund

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Jeff Kravitz/FilmMagic/Getty Images

Dass die Eurythmics im Rahmen der Zeremonie der Rock and Roll Hall of Fame vor kurzem eine spezielle Reunion gefeiert haben, hatten wir ja bereits an dieser Stelle erwähnt. Nun scheint es aber so, als käme es tatsächlich zu einer Wiedervereinigung der legendären Band um Annie Lennox und Dave Stewart.

 von Markus Brandstetter

Demnach soll dem Duo die stolze Summe von 100 Millionen Pfund für eine Reunion  geboten worden sein — das berichten laut der britischen Zeitung The Mirror namentlich nicht genannte Insider-Quellen. Die Wiedervereinigung soll demnach so gut wie sicher sein. „Die Eurythmics haben ein hohes Angebot für eine Welttournee erhalten“, so der Insider. „Die Tatsache, dass sie in der Rock & Roll Hall of Fame wieder gemeinsam auftraten, hat das Interesse von Veranstaltern geweckt, die die Band mit Geld überschütten, um wieder auf Tournee zu gehen“.

Neues Album nicht ausgeschlossen

Es wäre das erste Mal seit 20 Jahren, dass die Eurythmics auf Tournee gehen.  Damit nicht genug: Geht es nach diesem Bericht, soll sogar ein neues Album nicht ausgeschlossen sein. Das letzte Studioalbum der Band — der Longplayer Peace — erschien 1999. Sollten die Gerüchte tatsächlich stimmen, handelt es sich dabei durchaus um eine Sensation.

Gerüchte bislang nicht bestätigt

Zu früh freuen sollte man sich jedoch nicht — bislang handelt es sich um offiziell nicht bestätigte Gerüchte. Weder Annie Lennox noch Dave Stewart oder offizielle Sprecher der Band nahmen zu den Gerüchten Stellung. Bleibt also abzuwarten, ob Fans bald wieder Songs wie Sweet Dreams (Are Made Of This) live hören können.

Eurythmics, gegründet im Jahr 1980, hatten sich 1990 offiziell aufgelöst. 1999 folgte eine einjährige Reunion samt Tour, deren Gewinne an Greenpeace und Amnesty International gespendet wurden. Seitdem kam es sporadisch zu gemeinsamen Auftritten. Am 5. November 2022 wurde die Band in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Im Rahmen der Zeremonie performten Annie Lennox und Dave Stewart die Eurythmics-Songs Would I Lie to You?, Missionary Man und Sweet Dreams (Are Made of This).

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