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Popkultur

Zeitsprung: Am 17.4.1980 feiern Black Sabbath mit Dio Premiere – in Ostfriesland.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 17.04.1980.

von Christof Leim

Am 17. April 1980 spielen Black Sabbath ihre erste Show mit Ronnie James Dio. In Los Angeles, New York, London, Tokyo? Nein. In der norddeutschen Provinz.

Hört hier das erste Sabbath-Album mit Dio:

Es war schon eine große Sache in der Welt der harten Musik, dass Black Sabbath zu Beginn der Achtziger mit einem neuen Sänger durchstarten wollten. Niemand Geringeres als Ronnie James Dio hatte die großen Rainbow nach dem Album Long Live Rock’n’Roll verlassen und bei den Metal-Pionieren aus Birmingham angeheuert. Die hatten im Vorjahr ihren langjährigen Frontmann Ozzy Osbourne vor die Tür setzen müssen, weil er das wilde Leben ein bisschen zu wild gelebt hatte.

Alle Augen auf Ronnie

Mit Dio nehmen Black Sabbath das hervorragende Album Heaven & Hell auf, das am 25. April 1980 erscheinen soll. Dazu wird eine weitere Tour um die ganze Welt gebucht, und natürlich richten sich die Augen und Ohren aller Krachmusikfans damals auf die Band mit der Frage: Wie wird das mit dem neuen Sänger klappen?

Schließlich nähert sich der Tag der allerersten Show von Black Sabbath mit Ronnie James Dio. Und wo findet die statt? In Los Angeles, New York, London, Tokyo? Nein, in Ostfriesland. Am 17. April 1980 spielen Sabbath mit Dio in der Stadthalle von Aurich.

Metal auf dem Lande

Als Zentrum des Rock’n’Roll war die von 40.000 Menschen bewohnte Kreisstadt im Norden bisher nicht in Erscheinung getreten, doch die Band will das neue Line-up erstmal abseits des Scheinwerferlichts der Medienmetropolen warmlaufen lassen. Deshalb finden auch die nächsten Gigs in Kleinstädten statt, die eher selten Weltstars begrüßen, nämlich in Oldenburg, Verl (Ortsteil Kaunitz), Fallingbostel und Rendsburg. Alle Provinz-Metalfreaks unter uns können sich vorstellen, dass das mehr als eine willkommene Abwechslung von Musikzug und Feuerwehrkapelle bedeutet.

Der Start in Aurich scheint ein geiler Abend gewesen zu sein, denn die örtliche Zeitung schreibt schöne Sätze wie “bei Sänger Ronny James blitzte ab und zu Talent auf“, „Gitarrist Tony Iommy [wurde] bei Jethro Tull mangels Fähigkeiten rausgeworfen“ und „Bassist Geezer Butler und Drummer Bill Ward [erinnern] an eine Großbaustelle“. Das klingt nach der damals üblichen Ablehnung der Medien gegenüber diesem neumodischen Radau, allerdings soll die Show laut Berichtenn tatsächlich so derbe laut gewesen sein, dass nicht wenige Fans aus der Halle flüchteten. Die norddeutsche Website Wattwerker hat einige schön Scans von damals veröffentlicht und auch Informationen zur Vorband Dusty Breeze gefunden:

Anschließend um die Welt

Die erste größere Stadt steht am 24. April mit Wien auf dem Tourplan, nach einem Abstecher Richtung Landshut (26. April) geht es danach durch die großen Läden in Großbritannien und im Juni zurück nach Deutschland. Das scheinen damals die Hochburgen des Metal in Europa zu sein, denn weitere europäische Länder streift der Tross bis auf eine Show in der Schweiz nicht. Als die Heaven & Hell-Welttour am 2. Februar 1981 nach Auftritten in den USA, Japan und Australien im englischen St. Austell in Cornwall endet, haben die neuen Black Sabbath sich als musikalische Macht etabliert. In Aurich bluten einige Ohren da womöglich immer noch…

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Zeitsprung: Am 27.4.1979 fliegt Ozzy Osbourne bei Black Sabbath raus.

Popkultur

35 Jahre „Lita“: Wie Lita Ford dem Hard-Rock-Männerclub den Kampf ansagte

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Lita Ford
Foto: Al Pereira/Getty Images

1988 hat Lita Ford schon eine Weltkarriere mit den Runaways hinter sich. Ihr drittes Soloalbum wird dennoch zu ihrer Sternstunde – eine mustergültige Hard-Rock-Bibel, auf der auch Ozzy Osbourne nicht fehlen darf.

von Björn Springorum

Hier könnt ihr euch Lita anhören:

In der zweiten Hälfte der Achtziger ist die Rockmusik von zahlreichen weiblichen Stimmen geprägt. Roxette, Bonnie Tyler, Doro, Suzi Quatro oder Vixen feiern große Erfolge im Bandkollektiv oder im Alleingang. Ganz oben mischt auch Lita Ford mit. Die hat schon eine ganze Karriere hinter sich, als sie sich Anfang der Achtziger als Solitärin der Musikwelt stellt: 1975 wird sie in Los Angeles vom flamboyanten und undurchsichtigen Manager Kim Fowley für die neu gegründeten The Runaways entdeckt. Damals ist Lita Ford 16 Jahre alt.

Punk oder Hard Rock?

Die gebürtige Engländerin macht ihrem Namen alle Ehre, schmeißt alles hin und schließt sich der Damenband an, in der auch eine gewisse Joan Jett an der Gitarre steht. Musik spielt in ihrem Leben da schon lang eine Rolle: Mit elf fängt sie mit der Gitarre an, inspiriert von ihrem großen Helden Ritchie Blackmore, entdeckt auch ihre kräftige Stimme. Von Long Beach ist es nur ein Katzensprung auf den verruchten Sunset Strip, wo es dann nicht lange dauert, bis sie dem bestens vernetzten Fowley in die Arme läuft.

The Runaways werden zur Erfolgsgeschichte. Schon ihr Debüt The Runaways wird 1976 zum Hit, die Band tourt mit Van Halen, Cheap Trick oder Tom Petty And The Heartbreakers. Sie rutschen in die entstehende Punk-Bewegung, hängen im legendären New Yorker Club CBGB ab, feiern diesseits und jenseits des Atlantiks mit den Ramones oder den Sex Pistols. Nach einigen Welttourneen und dem großen Einmaleins der Rock’n’Roll-Exzesse geht es dann auch für die Runaways zu Ende. Erst feuern sie Manager Fowley, dann kriegen sie sich auch untereinander in die Haare. Joan Jett möchte mehr in Richtung Punk gehen, Lita Ford weiterhin Hard Rock spielen. Nach einem letzten gemeinsamen Auftritt am Silvesterabend 1978 bei San Francisco ist im April 1979 endgültig Schluss.

„Du musst hart sein, um in dieser Musik zu bestehen“

Für Lita Ford geht es da aber eben gerade erst los: Ihre ersten Gehversuche als Solokünstlerin verlaufen zunächst sehr unbefriedigend: Ihr früheres Runaways-Label Mercury Records bringt 1983 ihr Debüt Out For Blood raus, das Album bleibt aber weitgehend unbemerkt und floppt. Das lupenreine Heavy-Metal-Artwork mit Spinnweben, einer blutigen Gitarre und Ford in einem knappen Lederbody zeigt aber klar ihre musikalischen Ambitionen. „Rock’n’Roll ist eine harte Musik und du musst hart sein, um in dieser Musik zu bestehen“, sagte sie mal. „Leider sind nicht allzu viele Frauen hart, deswegen gibt es nicht so viele von uns.“ Ford gibt also nicht auf, beißt sich durch, landet mit dem Nachfolger Dancin’ In The Edge einen Achtungserfolg, der ihr zudem eine Grammy-Nominierung für ihre Gesangsleistung einbringt. Für eine Musikerin, die bislang überwiegend als Gitarristin aufgefallen ist, kann sich das durchaus sehen lassen. Oder auch: Die musikalische Früherziehung macht sich so langsam richtig bezahlt.

Ihren größen Coup landet Lita Ford vor 35 Jahren: Die selbstbetitelte dritte Platte Lita wird zum Vulkan, zum Platin-Erfolg, der sie für immer in den Annalen der Rockmusik verewigt. Nach den beiden Vorgängern gelingt Ford hier eine archetypische Rockplatte der Achtziger, wie viele ähnliche Releases der damaligen Zeit sorgsam austariert zwischen Hard Rock, Glam und Heavy Metal. Knackige, kernige Uptempo-Brecher, monumentale Balladen, flotte Pop-Rock-Hymnen, getragen von ihrer starken Stimme. Lita ist archetypisch Achtziger: Die Drums von Myron Grombacher klingen als wären sie in einer Kathedrale aufgenommen, die Keyboards laufen heiß, die Gitarren sägen, die Stimmung ist durch und durch hochdramatisch.

Duett mit Ozzy Osbourne

Lita ist aber auch aus anderen Gründen ein besonderes Album: Es markiert das erste Ergebnis der neuen Zusammenarbeit zwischen Ford und ihrer neuen Managerin Sharon Osbourne. Die bringt Ford gleich mit ihrem Ehemann Ozzy zusammen. Daraus entsteht der große letzte Akt Close My Eyes Together, eine große, epische Ballade mit amüsanter Background-Story: Ford und Osbourne müssen sich vom Fleck weg so gut verstanden haben, dass sie sich gleich mal gemeinsam im Studio die Birne vollsaufen und die Lyrics zu einem von Ozzy begonnenen Song gemeinsam schreiben. Der Song entsteht ungeplant – und wird doch zum größten Solo-Erfolg für sowohl Lita Ford als auch Ozzy Osbourne.

Schon abgefahren, wie es manchmal laufen kann. „Ich flog mal aus L.A. nach England nach Hause, als mich Sharon anrief und mich nach diesem halbfertigen Song fragte“, so Ozzy mal in einem Interview. „Ich konnte mich schon gar nicht mehr daran erinnern, aber offensichtlich wollte Lita mit mir an ihm arbeiten. Also flog ich zurück, wir tranken und schrieben das Ding und ich sagte ihr: Weißt du was? Du kannst ihn haben.“ Good guy Ozzy!

Ozzy Osbourne ist übrigens nicht der einzige Prominente, der sich auf Lita einfindet: Für Falling In And Out Of Love tut sich Ford mit Nikki Sixx von Mötley Crüe zusammen. Und Can’t Catch Me wird unter anderem von Lemmy Kilmister geschrieben. Wenn Lita Ford ruft, kommen sie damals eben alle. Und auch wenn sie seit 2012 kein Album mehr veröffentlicht hat: Lita Ford hat den Rock’n’Roll noch immer nicht aufgegeben.

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Zeitsprung: Am 5.8.1975 werden The Runaways gegründet, die erste große weibliche Rockband.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 2.2.1969 lässt sich Yoko Ono von Gatte Nr. 2 scheiden & verliert ihre Tochter.

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Foto: Keystone/Hulton Archive/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 2.2.1969.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Als sich Yoko Ono am 2. Februar 1969 von ihrem zweiten Ehemann Tony Cox scheiden lässt, steht Töchterchen Kyoko zwischen den Stühlen. Der folgende Sorgerechtsstreit sorgt dafür, dass Cox samt Kind schließlich untertaucht. Da die Scheidung den Stein ins Rollen bringt, nutzen wir ihr Datum für den heutigen Zeitsprung. Religiöser Fanatismus kommt auch vor.

Hört euch hier Sometime In New York City von John Lennon und Yoko Ono an, das kurz nach der Entführung entstand: 

Obwohl Yoko Onos Privatleben gefühlt der Weltöffentlichkeit gehört, dürften sich viele fragen: zweiter Gatte? Tochter? Die größte Aufmerksamkeit gilt stets der Beziehung und Ehe mit John Lennon, vielleicht noch Sohn Sean. Dass die Japanerin mit dem Beatle jedoch bereits das dritte Mal Hochzeit feierte, fällt häufig unter den Tisch. Angetrauter Nummer zwei: Anthony „Tony“ Cox, ein Filmproduzent und Kunstförderer.

Ungewöhnliche Verhältnisse

Der Amerikaner tritt 1961 in Onos Leben, nachdem er eines ihrer Werke sieht. Begeistert macht er sie in Tokio ausfindig. Man verliebt sich, die Ehelichung erfolgt ein gutes Jahr später. Oder tut es beinahe, denn die zierliche Künstlerin hatte wohl übersehen, die Scheidung von ihrem ersten Mann zu vollziehen. Macht ja nichts, nach einer Annullierung versucht man es einfach erneut, da ist dann auch schon Nachwuchs auf dem Weg. Kyoko Chan Cox kommt am 8. August 1963 zur Welt.

Auch beruflich macht man gemeinsame Sache, sodass beide trotz auftretender Eheprobleme an der Beziehung festhalten. Cox zeigt sich dabei verantwortlich für die Tochter und die Öffentlichkeitsarbeit des Künstlerpaares. Ono inspirieren die immer häufiger auftretenden Turbulenzen zu Konzeptkunst wie Half-A-Room und dem berühmten Ceiling Painting/Yes Painting.

Wer entführt wen?

Da kommt dann auch schon John Lennon ins Spiel, und die Ehe erhält den finalen Knacks. Die Scheidung von Ono und Cox erfolgt am 2. Februar 1969, aber 1971 nehmen die Dinge einen gleichermaßen unglaublichen und tragischen Verlauf: Mitten im Sorgerechtsstreit tauchen John und Yoko auf Mallorca auf und „entführen“ das dort lebende Kind, zumindest ein paar Stunden lang. Erst erhält Ono das Sorgerecht, dann kontert Cox mit deren Drogenkonsum; Kyoko soll laut Gericht doch bei ihm leben. Als seine Ex-Frau zumindest das Besuchsrecht durchsetzen möchte, sieht Cox rot.

Gemeinsam mit der Tochter und seiner neuen Frau taucht er in Kalifornien unter, verpasst Kyoko eine neue Identität und hält es scheinbar für eine gute Idee, sich einer Sekte namens The Walk oder Church Of The Living Word anzuschließen. Deren religiöser Fanatismus geht so weit, dass sie  unter anderem für die Ermordung diverser US-Präsidenten beten . Ab März 1972  verfrachten sie die Familie  in die ländliche Isolation. Ono und Lennon lassen derweil verzweifelt nach Kyoko suchen. Ohne Erfolg.

Ohne jede Spur

Nach einigen Jahren schnappt sich Cox seine Tochter und kehrt der Glaubensgemeinschaft den Rücken; Kontakt zu den Lennons sucht er keinen. Nach Johns Ermordung 1980 schicken er und Kyoko immerhin eine Beileidsbekundung an die Witwe. Erst 1986 gibt es wieder ein Lebenszeichen von Cox, dann gleich in Form einer Dokumentation: In Vain Glory erzählt er von seinen Erfahrungen im Schoße der Sekte. Ono sieht ihre Chance und verfasst einen öffentlichen Brief:

„Liebe Kyoko,

all diese Jahre gab es nicht einen Tag, an dem ich dich nicht vermisst habe. Du bist auf ewig in meinem Herzen. Ich werde jedoch keinen Versuch unternehmen, dich zu kontaktieren, da ich deine Privatsphäre respektiere. Ich wünsche dir nur das Beste. Falls du je mit mir in Kontakt treten möchtest, sei versichert, dass ich dich innig liebe und froh wäre, von dir zu hören. Du solltest dich jedoch nicht schuldig fühlen, wenn du dich entscheidest, es nicht zu tun. Du hast für immer meinen Respekt, meine Liebe und meine Unterstützung.

In Liebe, Mama“

Zunächst kommt nichts; erst in den Neunzigern meldet sich Kyoko bei ihrer Mutter. Seitdem pflegen die beiden regelmäßig Kontakt. So ganz scheinen sie die getrennte Zeit zwar bis heute nicht überwinden zu können, aber welche Familie ist schon perfekt?

Zeitsprung: Am 20.3.1969 heiraten John Lennon & Yoko Ono. Ein Song entsteht auch.

 

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Popkultur

Ein Schal für Freddie Mercury: Lisa Marie Presley wäre 55 Jahre alt geworden

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Lisa Marie Presley
Foto: Christopher Polk/Getty Images for Wonderwall

Am 1. Februar 2023 hätte Lisa Marie Presley ihren 55. Geburtstag gefeiert. Der Schock, dass sie das niemals tun wird, sitzt immer noch tief: Die Tochter von Elvis und Priscilla Presley starb am 25. Januar 2023 völlig überraschend.

 von Markus Brandstetter

Ein Leben im Scheinwerferlicht, das war für die einzige Tochter des King of Rock’n’Roll vorprogrammiert. Genau neun Monate nach der Hochzeit von Elvis und Priscilla wurde Lisa Marie Presley in Memphis im US-amerikanischen Bundesstaat Tennessee geboren. Sie war sechs Jahre alt, als sich ihre Eltern scheiden ließen. Sie zog mit ihrer Mutter nach Los Angeles, besuchte Elvis aber oft in Graceland.

Gute Beziehung zu Elvis

„Er war sehr beschützend, sehr fürsorglich und sehr wachsam. Ich wusste, dass ich geliebt wurde, daran bestand kein Zweifel“, erzählte sie einmal in einem Interview über ihren Vater. Lisa Marie war neun Jahre alt, als ihr Vater starb. Gemeinsam mit ihrer Großmutter Minnie Mae und ihrem Großvater Vernon Presley wurde sie zur Erbin des Elvis-Nachlasses erkoren; als die beiden 1979 und 1980 starben, wurde sie zur Alleinerbin. Als sie 25 Jahre alt war, bekam sie das Elvis Estate, damals 100 Millionen Dollar wert. Gut gewirtschaftet wurde mit dem Geld aber wohl nicht: 2018 erklärte sie vor Gericht, dass sie nur noch 14.000 Dollar habe und dies ihrem ehemaligen Businessmanager Barry Siegel zu verdanken sei.

Lisa Marie Presley zog es selbst zur Musik hin — ihr erstes Konzerterlebnis hatte sie ein Jahr nach dem Tod ihres Vaters. Da sah sie die britischen Rocklegenden Queen — und schenkte Freddie Mercury nach dem Konzert ein Accessoire ihres Vaters. „Ich erinnere mich, dass ich Freddie Mercury einen Schal meines Vaters mitbrachte und ihn ihm nach der Show schenkte. Ich liebte es. Ich liebte die Theatralik. Ich liebte Freddie. Ich fand Queen großartig“, erzählte sie einmal. Das erste Mal selbst in Erscheinung trat sie erst 1997 — mit einem virtuellen Duett mit ihrem Vater. Elvis hatte vor seinem Tod einige Aufnahmen und Gesangsspuren hinterlassen — aus einem wurde das Duett Don’t Cry Daddy.

„Ihre eigene Rock-Queen“: Presleys erstes Soloalbum

2003 veröffentlichte Lisa Marie Presley ihr erstes Soloalbum — und alle Augen waren natürlich auf sie gerichtet. Auf To Whom It May Concern arbeitete sie mit bekannten Songwritern und Produzenten (unter anderem Glen Ballard) zusammen. Die Lyrics stammen alle von ihr (mit Ausnahme des Stücks The Road Between, das sie gemeinsam mit Gus Black verfasste), bei der Musik war sie an allen Songs als Co-Autorin beteiligt. „Presleys überraschend kraftvolle Stimme schwingt von einem tiefen Ton bis zu einem bluesgetränkten Heulen und übertrumpft die glänzende Produktion von Eric Rosse und Andrew Slater“, schrieb der US-amerikanische Rolling Stone damals. Die Kritiken waren wohlwollend: „Nichtsdestotrotz zeigt To Whom It May Concern eine Menge Herzenswärme. Wenn sie das hier gezeigte Potenzial ausschöpft, hat die Tochter des King of Rock die Chance, ihre eigene Rock-Queen zu werden.“ Noch überzeugter zeigte sich der Kritiker Robert Hilburn, der die Kompromisslosigkeit des Albums lobte und attestierte: „Presleys mutige, bluesige Stimme hat ein unverwechselbares Flair.“ Das Album schaffte es auf Nummer 5 der US-amerikanischen Billboard Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet.

2005 legte Presley mit dem Album Now What nach — mit eher durchwachsenen Kritiken. Wie auch der Vorgänger war die Platte eher im Pop-Rock angesiedelt. Ihr wohl bestes Werk war ihr letztes: Auf Storm & Grace widmete sich Presley Country, Folk und Blues (das alles immer noch mit jeder Menge Pop-Appeal), arbeitete dafür mit dem renommierten Musiker und Produzenten T Bone Burnett zusammen.

Nicht wegen Musik im Scheinwerferlicht

Allerdings war Lisa Marie Presley mehr wegen ihres Privatlebens als ihres musikalischen Schaffens im Rampenlicht. Klar, wenn die Tochter des King of Rock’n’Roll den King of Pop — wir sprechen hier natürlich von Michael Jackson — heiratet, ist das schon spektakulär. Die Ehe — es war nicht ihre erste – hielt zwei Jahre. Insgesamt war Presley viermal verheiratet, mit Danny Keough (sie hatte ihn bei Scientology kennengelernt) hatte sie zwei Kinder. Sechs Jahre nach der Ehe mit Jackson heiratete sie den Hollywood-Schauspieler Nicholas Cage, die Ehe ging nach drei Monaten in die Brüche. Von 2006 bis 2008 war sie mit dem Musiker Michael Lockwood verheiratet, mit dem sie 2021 Zwillingstöchter bekam. Den größten Schicksalsschlag ihres Lebens erlitt Lisa Marie Presley im Juli 2020, als ihr Sohn Benjamin Keough sich das Leben nahm.

Kurz vor ihrem Tod zeigte sich Lisa Marie Presley noch gemeinsam mit Mutter Priscilla auf dem roten Teppich der Premiere des Elvis-Biopics. Kurz danach kam die Meldung, sie habe einen Herzstillstand erlitten und befinde sich im Krankenhaus. Wenig später kam die traurige Gewissheit, dass Lisa Marie Presley im Alter von nur 54 Jahren verstorben war. Über ihren Gesundheitszustand, ihre letzten Monate und zuletzt auch ihr Testament wird immer noch viel spekuliert und berichtet, dies soll an dieser Stelle ausgespart werden. Über ihre eigenen Kämpfe berichtete sie im Laufe der Jahre selbst immer wieder — erzählte von Süchten, zerbrochenen Ehen und ihrer Einsamkeit als Teenager.

Lisa Marie Presley wurde in Graceland beigesetzt — neben ihrem Vater Elvis und ihrem Sohn Benjamin.

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Axl Rose: „November Rain“-Soloauftritt bei Lisa Marie Presleys Trauerfeier

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