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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.2.1980 lassen sich Angie und David Bowie scheiden.

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Foto: GAB Archive/Redferns/Getty Images

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.2.1980.

von Frank Thießies und Christof Leim

Heute vor 40 Jahren endet nach knapp zehn Jahren die stets etwas befremdlich anmutende Ehe von Angie und David Bowie. Dass hinter der offenen Liaison keine Liebesheirat steckte, ist hinlänglich bekannt. Von künstlerischer Warte aus hingegen kann man durchaus von einer fruchtbaren Partnerschaft sprechen.

Hier könnt ihr euch die besten Songs von David Bowie anhören:

In der Annahme, dass die meisten mit Bowies Leben und Werk zumindest in Grundzügen vertraut sind, wollen wir unseren Blick an dieser Stelle eher auf Bowies – vergleichsweise wenig bekannte – bessere Hälfte und ihre Rolle hinter den Kulissen der Karriere ihres Mannes lenken. Die Geschichte der beiden beginnt im Swinging London des Jahres 1969, als die gebürtige Amerikanerin Mary Angela Barnett das erste Mal durch einen gemeinsamen Freund (und Sexualpartner), den Plattenboss Calvin Mark Lee, auf David Robert Jones alias  David Bowie trifft. 

Zweckgemeinschaft

Ein Jahr später steht die zu diesem Zeitpunkt Zwanzigjährige bereits mit dem Musiker vor dem Standesamt im Londoner Stadtbezirk Bromley – auch, um im Anschluss endlich eine offizielle Arbeitserlaubnis in Großbritannien zu erhalten.

Dabei hatte ursprünglich nicht Angie David zum Eheschluss getrieben, sondern anders herum. Der Legende nach hält Bowie mit dem eigens für seine Zukünftige komponierten Song The Prettiest Star, den er Angie übers Telefon vorspielt, um ihre Hand an.

Das 1970 auch als Single veröffentlichte Lied, welches Bowie später auf dem 1973er-Album Aladdin Sane in einer deutlich glamouröseren Fassung erneut veröffentlicht, kann nicht nur als musikalische Liebeserklärung, sondern auch als Glam-Rock-Kuriosum punkten. So spielt auf der ursprünglichen Version niemand Geringeres als Bowies künftiger Konkurrent um die Glitzer-Rocker-Krone die Gitarre: Marc Bolan von T. Rex. Doch das nur am Rande. 

Modische Muse

Geht es um Bowies Häutung vom langhaarigen, Hippie-haften Troubadour der ersten Alben zum androgynen außerirdischen Superstar Ziggy Stardust 1972, ist es seine Gattin Angie, die an dieser visuellen Transformation maßgeblich beteiligt ist. Mit schneiderischem Talent und einem guten modischen Gespür ausgestattet, gestaltet sie zusammen mit Bowies Friseurin Suzi Fussey (die künftige Ehefrau von Bandgitarrist Mick Ronson) dessen berühmte Bühnengarderobe. Ebenso beweist sie in Sachen theatralischer Inszenierung ein gutes Auge: Denn es ist Angie Bowie, die auf die Idee kommt, bei den Konzerten Verfolger- und Profilscheinwerfer einzusetzen, um die visuelle Dramatik der Darbietung noch zu erhöhen. 

Ihrem Faible für das Überlebensgroße und Fantastische folgt Frau Bowie auch in geschäftlichen, leider weniger erfolgreichen Belangen. So erwirbt sie 1975 die Fernsehrechte an den beiden berühmten Marvel-Comic-Superhelden-Charakteren Black Widow und Daredevil. Doch das TV-Projekt findet keine Unterstützung der Studios und verläuft genauso im Sande wie Angies Bestrebungen ein Jahr zuvor, die Hauptrolle in einem Wonder-Woman-Fernsehfilm für den US-Sender ABC zu ergattern. 

Das Aus

Angie begleitet den Karriereweg ihres Gemahls auch noch, nachdem dieser die Kunstfigur Ziggy Stardust längst zu Grabe getragen und sich neuer Bühnenpersönlichkeiten und musikalischer Stile angenommen hat. Doch mit der Fertigstellung seiner Berlin-Trilogie (Low, Heroes, Lodger) 1979 sieht auch die Ehe der Bowies ihrem unvermeidlichem Ende entgegen. Nach monatelangen gerichtlichen Streitigkeiten beenden David und Angie ihre eheliche Beziehung am 8. Februar 1980 schließlich in der Schweiz. 

Angie erhält dabei eine Abfindung von 500.000 britischen Pfund in jährlichen Teilzahlungen. Darüber hinaus verpflichtet sie sich zu einer zehnjährigen Verschwiegenheitsklausel und überlässt David das alleinige Sorgerecht an ihrem Sohn, Duncan Zowie Haywood Jones. Der am 30. Mai 1971 geborene Bowie-Spross ist heute übrigens ein gefeierter Filmregisseur (Moon, Source Code, Warcraft, Mute). Bleibt also nur noch mit einem langanhaltenden Spekulation aufzuräumen: Das Gerücht, dass der Rolling-Stone-Song Angie (1973) von Bowies heutiger Ex inspiriert wurde, hat Keith Richards in seiner Autobiografie Life im Jahre 2010 dementiert.

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