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Popkultur

Zeitsprung: Am 10.11.1969 erscheint „Ballad Of Easy Rider“ der Byrds.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 10.11.1969.

von Victoria Schaffrath und Christof Leim

Am 10. November 1969 erscheint Ballad Of Easy Rider, ein Album von den Byrds, das wir mit Überzeugung zu ihren besten Werken der späten Phase zählen. Was die Platte mit dem gleichnamigen Film zu tun hat und wie ein Mix aus Rock, Folk, Gospel und Country die Band wieder auf Kurs brachte, untersuchen wir im heutigen Zeitsprung.

Hier könnt ihr zur Lektüre Ballad Of Easy Rider hören: 

„Wir haben uns auf dem Album mal an etwas Neuem probiert“, lässt Bassist John York in den Neunzigern verlauten. „Jeder von uns sollte vier Songs mitbringen, die er wirklich mochte.“ In diesem Fall beschreibt „Jeder von uns“ Band-Gründer Roger McGuinn, Gitarrist Clarence White, Schlagzeuger Gene Parsons und eben York. Das Ergebnis dieses Experiments kennen wir heute als das Byrds-Album Ballad Of Easy Rider.

Mann mit Vision: Produzent Terry Melcher

Der achte Langspieler der Gruppe soll zugleich eine Rückkehr zu ihren Wurzeln markieren. Klar, bei zig Lineup-Wechseln und Frontmann McGuinn als einziger Konstante ist das keine leichte Aufgabe. Aber zum Glück gibt es da noch Produzent Terry Melcher, der die ersten zwei Alben der Gruppe in die Regale gebracht hatte. Nach dem Mitglieder-Reigen mit Namen wie Michael Clarke, Gram Parsons (nicht verwandt mit Trommler Gene) und David Crosby sowie Ausflügen in den Psychedelic und Country Rock erkennt Melcher, wo die wahre Stärke der Vögel liegt.

„Wir liebten Terry“, erinnert sich Kollege Parsons später in einer Dokumentation. „Terry hatte Seele und Herz. Er hat sich wirklich auf persönlicher Ebene hingegeben und in die Musik der Band vertieft.“ Laut dem Drummer nimmt dadurch auch die Zielsetzung der neuen Platte Form an: „Nette Harmonien, eine gute Auswahl an Songs.“ Dieses Leitbild bleibt auch bei den zahlreichen musikalischen Einflüssen bestehen, die auf Easy Rider Einzug halten: Zum Rock gesellen sich je eine Kelle Folk und Country, dazu eine Prise Gospel und ein Hauch R&B.

Mittelmäßiger Erfolg, langfristige Anerkennung

Von jedem Mitglied der Besetzung gibt es einen eigenen, neuen Song, dazu nimmt man einige Cover und legt traditionelle Lieder neu auf. Der Titeltrack Ballad Of Easy Rider findet in einer Version von McGuinn bereits auf dem Soundtrack zum gleichnamigen Film Verwendung, nachdem Bob Dylan ein wenig beim Songwriting nachhelfen durfte. Auch wenn der Rest des Albums nicht in Verbindung zum Film steht: Die Gruppe und das erweiterte Team beschleicht der Eindruck, man könne durchaus von der Öffentlichkeitswirkung eines Streifens profitieren, der als Sinnbild einer Generation gilt. Stücke wie Fido, die Dylan-Hommage It’s All Over Now, Baby Blue oder die zweite Single Jesus Is Just Alright runden das Genre-Bouquet ab.

Die Rechnung geht auf: Die letzten Platten konnten kommerziell nicht durchstarten. Obwohl das neue Werk bei Veröffentlichung keine astronomische Chartplatzierung erreicht, verbessert es mit Platz 36 der amerikanischen Albumcharts doch die ökonomische Lage der Gruppe. Für einen der Beteiligten bleibt das allerdings ein schwacher Trost. Bassist John York schmeißt man noch vor der Veröffentlichung aus dem Nest der Byrds. Für ihn kommt Skip Battin.

Byrds Ende 1969: Skip Battin, Clarence White, Roger McGuinn, Gene Parsons – Pic: CBS/Getty Images

Die Byrds erreichen während ihrer Karriere nur kurzzeitig ähnlichen Erfolg wie die Rolling Stones oder die Beatles, heute jedoch vergleicht man ihren Einfluss auf den Rock durchaus mit diesen gigantischen Zeitgenossen. Die Zeiten von Mr. Tambourine Man und Turn! Turn! Turn! sollten vorbei sein, doch mit Ballad Of Easy Rider gelingt dem bunten Haufen ein Album, das bis heute zu den besten Werken) der damals unterschätzten Band gehört.

Zeitsprung: Am 20.9.1973 verschwindet die Leiche von Byrds-Gitarrist Gram Parsons.

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