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Popkultur

Die musikalische DNA von Falco

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Er war so exaltiert, genau das war sein Flair: Falco! Bereits mit zarten fünf Jahren beeindruckte er bei einem Vorspiel an der Wiener Musikakademie mit seinem absoluten Gehör und entschied sich dann doch gegen eine Karriere als konventioneller Interpret. Hans Hölzel wollte mehr vom Leben, Hans Hölzel wollte alles und vor allem wollte er »richtiger Musiker« werden, wie er sagte. Soll heißen: Nix Sinfonieorchester!

Einen Namen machte sich der Wiener mit als Mitglied des anarchischen Performance-Kollektivs Drahdiwaberl Ende der siebziger Jahre und hatte seinen ersten Hit mit Ganz Wien. Es sollte der Beginn einer beispiellosen Karriere werden, in welcher Falco einen unvergleichlichen Stil entwickelte. Wiener Schmäh traf auf US-amerikanischen Rap und ein Gespür für knackige Rhythmen. Niemand klang zuvor oder danach wie Falco, niemand legte so viel Eleganz an den Tag.


Hört euch hier die musikalische DNA von Falco in einer Playlist an:


Aber Falco widmete sich nicht nur gerne in seiner Kunst den Schattenseiten des Lebens, sondern musste sie auch selbst voll auskosten. Sein Tod im Februar 1998 kam zu früh und fiel in eine Phase, in dem es dem charismatischen Wiener auch kreativ nicht gut ging. Er hinterließ eine Reihe von Welthits und eine treue Fangemeinde, die in Falco mehr als nur einen exzentrischen Paradiesvogel sahen, sondern ihn als musikalisches Genie und wandelndes Gesamtkunstwerk in Erinnerung halten. »Heute Platin, morgen Blech, heute küssen sie dir die Füße und morgen schaut dich nicht einmal der Hund noch an«, soll er seinem Manager Horst Bork nach seinem Überhit Der Kommissar geschrieben haben. Er sollte zum Glück nicht recht behalten, Falcos Vermächtnis inspiriert nach wie vor junge Talente. Und was ihn selbst beeinflusst hat, erfahren wir mit einem Blick auf die musikalische DNA von Falco!


1. David Bowie – Heroes

Falco war eine unvergleichliche Figur, die doch ohne einen Popstar nie zu dem geworden wäre, was sie war. David Bowie war für Falco allerdings weit mehr als eine Stilikone und tatsächlich eiferte der Wiener dem Briten in erster Linie musikalisch nach: Als Songwriter des Stücks Naked gab Falco einen gewissen White Duke an – ein Pseudonym Bowies! Insbesondere die sogenannte Berlin-Trilogie hatte es Falco angetan, das Stück Speed Of Life kopierte er recht frech mit Nie mehr Schule und zitierte immer wieder aus einem bestimmten Song: Heroes, der Titelsong des gleichnamigen Bowie-Albums, stand ganz eindeutig Pate für Helden von heute, wie auch etwa Let’s Dance oder Sound and Vision in Junge Roemer beziehungsweise Sand am Himalaya herauszuhören sind. Es geht sogar das Gerücht umher, Falco solle allein Bowie wegen zeitweise in Berlin gelebt haben.


2. Klaus Nomi – Valentine’s Day

Dabei hatte Falco doch selbst als Teenager keine Zeit für Idole, wie er mal behauptete. »Eine ganze Weile begeisterte ich mich für David Bowie«, gab er allerdings durchaus zu. »Wahrscheinlich war er, ohne dass ich damals realisiert hätte, auch schon die Initialzündung für meine anfänglich gestylte Arroganz, die ich Jahre später auf der Bühne bot.« Nicht der Einzige, der den jungen Falco prägte, wie auch sein Entdecker Markus Spiegel betonte. »Einerseits das Chamäleonhafte eines David Bowie, andererseits die künstlerische Stringenz Klaus Nomis«, sah der in den frühen Auftritten des jungen Wieners nachhallen.

Updown, middledown, downtown
Make sure to know the baddest place around – listen
Andy Warhol, David, Lou, o Klaus, o Klaus, o Nomi, o

Sang Falco schließlich auch im Song Hoch wie nie und ehrte damit den fast vergessenen Countertenor, der wie Bowie und Falco eine absolute Ausnahmegestalt war. Ähnlich wie Falco verstarb auch er viel zu früh: Nomi war eines der ersten prominenten AIDS-Opfer. Sein strikter Schwarz-Weiß-Stil lebte in Falcos eleganten Outfits ebenso weiter wie die nahtlose Verblendung von klassischem Stil und einem gerüttelt Maß an Missachtung für alle Konventionen.


3. Wolfgang Amadeus Mozart – Leck mich im Arsch

Falcos größter Hit widmete sich einer ganz anderen Gestalt, die mit ihm nicht nur die österreichische Herkunft gemein hatte. Wie Falco wurde Wolfgang Amadeus Mozart schon früh als Genie erkannt und wurde zu einem der berühmtesten Komponisten aller Zeiten, der sich dennoch mit seinen eigenen Dämonen nicht arrangieren konnte. »Rock Me Amadeus« war inspiriert vom Film Amadeus, Falco gab der Geschichte aber einen zeitgenössischen Anstrich und stellte Mozart so dar, wie er sich selbst gern sah: als punkiges Genie. Nicht ganz abwegig, denn auch Mozart war kein Kind von Traurigkeit, im Gegenteil. Bester Beweis für den zum Teil brachialen Humor des Salzburgers ist wohl der sechsstimmige Kanon, der nach seiner postumen Entdeckung unter dem Titel »Leck mich im Arsch« bekannt wurde. Der rabiate Witz wird auch Falco fasziniert haben, zumindest überwand er seine Skrupel über seine Mozart-Hymne schnell über den Haufen. »Das sieht ja aus wie vom Fremdenverkehrsamt bestellt!«, meinte er zuerst angesichts der Aussicht, dass ein Wiener einen der größten Söhne des Landes ehren sollte. Fast also hätten wir »Amadeus« nie gehört…


4. The Sound Of Music (aus dem Musical »The Sound Of Music«)

Mit der Musikgeschichte wie auch dem Zeitgeschehen seiner Heimat setzte sich Falco im Laufe seiner Karriere selbst dann noch auseinander, als er schon längst zum internationalen Star geworden war. Auf dem Album Emotional aus dem Jahr 1986 thematisierte er die umstrittene Wahl des Bundespräsidenten Kurt Waldheim. »Herr Präsident / wir kennen eine Sprache / diese Sprache / die heißt Musik«, schmetterte Falco dem ehemaligen Wehrmachtsoffizier darin entgegen. Die Wahl des Titels »The Sound Of Musik« war dabei sicher kein Zufall: The Sound Of Music ist ein auf den Erinnerungen von Maria Augusta Trapp basierendes Musical, das vor allem in den USA bekannt wurde, in Österreich selbst aber kaum bekannt ist und oft kritisiert wurde. Die österreichische Kultur würde darin verkitscht, lautet ein sich hartnäckig haltender Vorwurf. Das passte leider eben nur zu gut zu einem Land, das einen ehemaligen Nazi zum Präsidenten wählte – es ist eben nicht alles Gold, was glänzt und wer sollte das besser wissen als Falco?


5. Donna Summer – Love To Love You Baby

Falco war aber nicht nur ein politisch interessierter Künstler, sondern auch ein Freund von Ausschweifungen. Das schlug sich auch musikalisch nieder, so experimentierte er mit tanzbaren Rhythmen, die aus dem Funk oder der europäischen und US-amerikanischen Disco-Szene empor sprossen. 1987 holte er sich für ein Duett mit Brigitte Nielsen sogar den Meister der Euro-Disco-Community ins Studio: »Body Next To Body« wurde von Giorgio Moroder produziert, der Mitte der siebziger Jahre schon Donna Summer einige Welterfolge beschert hatte – und das, obwohl manche ihre Songs jede Radiokonvention brachen! »Love To Love You Baby« etwa läuft gute 17 Minuten mit einem verführerischen Funk-Riff und einer groovenden Bassline, die eher eindeutige Assoziationen aufkommen lassen. Genau das Richtige für Falco also, dessen Lieblingsinstrument der Bass war und der den Freuden des Fleisches ebenfalls nicht abgeneigt war…


6. Marusha – Somewhere Over The Rainbow

Falcos Flirt mit der Dance Music gipfelte schließlich in den neunziger Jahren mit schrillen Euro-Dance-Beats. »Mutter der Mann mit dem Koks ist da« war seine Version eines alten Berliner Gassenhauers, der in Falcos Version zu einem eindeutig doppeldeutigen Stück Musik wurde. »Natürlich ist Techno nicht meine Musik«, gab er unumwunden in einem Interview zu. »Wer aber Techno als momentanen, temporären Zustand versteht, der hat es leider nicht verstanden: Techno ist die originäre Jugendkultur der 90er.« Es ging Falco also nicht darum, sich mit aktuellen Trends anzubiedern, sondern die Bewegungen seiner Zeit in seine Kunst zu integrieren. Damit allerdings kam er zugegebenermaßen etwas spät: »Mutter der Mann mit dem Koks ist da« erschien fünf Jahre, nachdem Marusha mit ihrer Coverversion von Somewhere Over The Rainbow einen Welthit landete, der die Subkultur schlagartig in den Mainstream beförderte. Danach, sagen viele Techno-Fans, ging es nur noch abwärts. Auch Falco musste für seine Experimente mit hyperaktiven Techno-Beats einige Kritik einstecken. Aber was wäre die Alternative gewesen: Immer und immer wieder nur denselben Song schreiben?


7. Rick James – Super Freak

Wenn es einen Hit gibt, dessen Nachwirkungen Falco nie richtig abschütteln konnte, war es »Der Kommissar«. Noch bis heute ist Falcos erster Erfolg einer seiner größten, tatsächlich gilt das Stück sogar als das erste erfolgreiche Raplied eines Weißen. Wer hätte das von einem Österreicher erwartet – im Jahr 1982? Falcos Hymne auf den Kommissar der Fernsehserie Kottan ermittelt – in welcher er einen kurzen Gastauftritt hatte – wurzelt dabei tatsächlich im energetischen Funk von Rick James. Tatsächlich sogar zögerte Falco zuerst, sich auf die Komposition von Robert Ponger einzulassen: Es klang ihm zu sehr nach James’ »Super Freak«! Zahlreiche im Internet kursierende Mash-Ups beweisen, wie gut die beiden Stücke zusammenpassen. Letztlich aber warf er die Skrupel über Bord und wurde quasi über Nacht mit seinem eigenwilligen Stil weltberühmt. Insbesondere sprachlich sticht Der Kommissar mit seinem markanten Mix aus Wiener Dialekt und Hochdeutsch hervor. Das ging selbst nicht an der US-amerikanischen Hip Hop-Szene spurlos vorbei, von der Falco sich inspirieren ließ!


8. Grandmaster Flash & The Furious Five – The Message

Afrika Bambaataa interessierte sich schon immer für das Geschehen auf der anderen Seite des großen Teichs. Kraftwerk waren eine seine größten Inspirationen, der große Durchbruchhits des mysteriösen DJs basiert sogar auf deren Track »Trans Europe Express«. »Planet Rock« erschien zeitgleich mit »Der Kommissar«, welches wiederum in der Plattentasche von Afrika Bambaataa landete. Eine irre Vorstellung: In New York wurde auf Block Partys zum Schmäh eines Wieners getanzt! Sogar zusammenarbeiten wollten die beiden, leider kam aber die geplante Kollaboration für Falcos Zweitwerk nie zustande. Fest steht zumindest, dass Falco ohne Rap nie seinen markanten Stil entwickelt hätte. »Falco war kein HipHop-Typ«, sagte Markus Spiegel. »Aber er hat sich des Stilmittels Rap bedient und somit eine Art Blaupause entwickelt, auf die Jahre später deutschsprachige Rap-Stilisten wie die Fantastischen Vier zurückgreifen konnten.« Ein Radiomitschnitt beweist, wie kreativ Falco mit seinen Einflüssen umging: Fünf Minuten freestylet er über The Message von Grandmaster Flash & The Furious Five und überträgt den sozialkritischen Duktus des Originals in einen schrillen Gedankenfluss über Wiener Alltagsszenen. Genial!


9. Bob Dylan – It’s All Over Now, Baby Blue

Über Falcos eigenwilligen Sprachmix könnten ganze Doktorarbeiten geschrieben werden und Rap war nur ein Einfluss für seine lebendige Vortragsweise. Auch die Lyrik der sogenannten Wiener Gruppe um Dichter wie H.C. Artmann oder ferner Ernst Jandl soll ihn inspiriert haben. Vor allem aber verstand es Falco meisterhaft, seinen Figuren echtes Leben einzuhauchen – ob nun dem Kommissar, dem Punk Amadeus oder sogar dem Entführer der jungen Jeanny, mit dessen Geschichte Falco eine nachhaltige Kontroverse ins Leben rief. Sein Handwerk hat Falco vermutlich bei Bob Dylan gelernt. Den Song »It’s All Over Now, Baby Blue« des späteren Literaturnobelpreisträgers coverte er zwei Jahrzehnte nach Erstveröffentlichung des Albums Bringing It All Back Home auf Falco 3. In seiner Version brilliert Falco mit bestem Dylan-Genäsel, das auch seinen eigenen Gesangsstil prägte, und deutschen Übersetzungen des Originaltexts. Wenn Falco sich schon bei anderen bediente, dann fand er darin stets ein Eigenes – das machte ihn und macht ihn immer noch aus.


10. Yung Hurn – Bianco (feat. Rin)

Falcos eigener Einfluss auf die deutschsprachige Rap-Szene kann gar nicht unterschätzt werden. Ob Fettes Brot oder Fler, die Fantastischen Vier oder sogar die Bloodhound Gang aus den USA zollten dem Wiener Tribut. Sein Grab auf dem Wiener Zentralfriedhof ist mittlerweile zur Pilgerstätte für junge Generationen geworden. »Vor allem die Österreicher haben alle darauf gewartet, mich sterben zu sehen«, regte er sich noch 1986 gegenüber dem Musikexpress auf. Anlässlich seines 60. Geburtstag aber schmiss die Stadt ein Konzert in seinen Ehren. Dabei war auch ein Wiener der jüngsten Rap-Generation, der mit seinen Lyrics klar in der Tradition Falcos steht: Yung Hurn hatte sich zuerst im Umkreis von Hanuschplatzflow einen Namen gemacht und landete nach und nach mit seiner verdrogten Cloud Rap-Adaption Hit um Hit. Mit seinem Track »Bianco« widmete er sich der Faszination für weißes Pulver, das sich auch als Leitmotiv durch Falcos Werk zog – angefangen von »Ganz Wien« bis hin zu »Mutter der Mann mit dem Koks ist da«. Vielleicht nicht die gesündeste aller Obsessionen, Falco hätte an dem wilden Rapper aber wohl seinen Gefallen gefunden.

Zeitsprung: Am 6.2.1998 kommt Falco bei einem Autounfall ums Leben. Er wurde 40 Jahre alt.

Popkultur

Brennende Betten, brennender Tommy und ein verhedderter Fallschirm: 5 Anekdoten, die nur aus dem Leben von Tommy Lee stammen können

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Tommy Lee
Foto: Emma McIntyre/Getty Images for SiriusXM

Nur fünf Anekdoten aus dem Leben von Tommy Lee? Es gäbe wahrscheinlich mindestens 5.000 zu erzählen. Diese finden wir besonders unterhaltsam, tragisch oder schockierend.

Hier könnt ihr euch Andro von Tommy Lee anhören:

1. Als er auf der Girls, Girls, Girls-Tour einen Drogendealer hinter sich herfahren ließ.

Über die Drogeneskapaden von Mötley Crüe wurde schon so viel geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, noch eine neue Geschichte aufzustöbern. Wir haben uns deshalb für eine der unterhaltsamsten entschieden. „Die Girls, Girls, Girls-Tour von 1987 gehört zu den geilsten Erlebnissen meines Lebens“, erzählt Schlagzeuger Tommy Lee im Interview mit dem britischen Guardian. „Zumindest glaube ich das, denn ich erinnere mich an nichts, außer an jede Menge verschwommenen Wahnsinn. Wir hatten einen mächtig großen Jet, endlos viel Kohle und konnten machen, was immer wir wollten.“

Spätestens seit der Mötley-Crüe-Bandbiografie The Dirt wissen wir alle: Egal, welche Ausschweifungen man sich so ausmalt … Tommy Lee und Co. setzen immer noch einen drauf. „Eine Zeit lang hatten wir sogar unseren eigenen Drogendealer, der in einem Luxus-Oldtimer hinter unserem Tourbus hergefahren ist“, berichtet Lee weiter. „Auf seinem Kennzeichen stand: DEALER. Wann immer wir aus dem Bus ausgestiegen sind, ist er mit seiner diamantbesetzten Rolex, seinen Goldketten und ein paar Bitches in jedem Arm aufgetaucht und hat der Band und der Crew ganze Bündel voller Koks zugeworfen. Er war der pimphafteste Dealer aller Zeiten und hatte immer seinen Partyhut auf.“ Doch die Plattenfirma von Mötley Crüe bekommt kalte Füße. Schließlich könnte die Polizei bei einem auffällig gekleideten Drogendealer in einem Luxusauto mit dem Kennzeichen „DEALER“ stutzig werden. Die Band muss sich von ihrem hauseigenen Rauschmittelhändler verabschieden. In Versorgungsnot geraten die Musiker während der Tour aber wohl trotzdem nicht.

2. Als er mit einer Leuchtfackel in einem Hotelzimmer herumspielte und das Bett in Brand steckte.

In den Siebzigern und Achtzigern gehört das Zerstören von Hotelzimmern für viele Rockstars schlicht und ergreifend dazu. Das gilt (natürlich) auch für Mötley Crüe. Als die Band 1986 durch die Schweiz tourt, nimmt sie ihren Auftrag durchaus ernst. Nicht nur, dass Schlagzeuger Tommy Lee und Frontmann Vince Neil in ihrem Hotelzimmer ein paar Leuchtfackeln anzünden. Nein, das Duo Infernale steckt damit auch gleich das Bett in Brand. Als wäre das nicht genug, zerstört die Band im gleichen Hotel auch noch die Glasfenster der Aufzüge.

3. Als sich sein Fallschirm beinahe nicht geöffnet hätte.

Sein Leben hat Tommy Lee im Lauf der Jahrzehnte immer wieder aufs Spiel gesetzt. Doch mit einem Vorkommnis hat er wohl selbst nicht gerechnet. So verrät er im Interview mit dem britischen Classic Rock Magazine die gefährlichste Situation, in der er sich je befand: „Das ist etwas, was du nicht hören willst, wenn du gerade einen Fallschirmsprung machst“, steigt er in die Erzählung ein. „Ich mache gerade einen Tandemsprung, bin an einen Lehrer geschnallt, er ist mit dem Fallschirm auf meinem Rücken und höre: ‚Oh, fuck!‘ Ich schaue nach oben und der Fallschirm hat sich verheddert. Er zerrt daran und kämpft mit den Seilen und ich denke: ‚Das war’s, ich bin am Arsch, es ist vorbei.‘ Aber dann hatte ich eine spirituelle Erfahrung und dachte: ‚Ich kann nichts tun. Ich werde den freien Fall einfach genießen, bis ich auf dem Boden aufschlage.’ Als ich gerade losgelassen hatte, ging der Fallschirm auf einmal auf. Nicht cool.“

4. Als er sich in Wyoming an der Pyrotechnik verbrannte.

Am 12. Oktober 2005 spielen Mötley Crüe im Casper Events Center (heute: Ford Wyoming Center) — und dabei geht einiges schief. Laut Ultimate Classic Rock habe sich Tommy Lee an jenem Abend an einem Seil zwischen verschiedenen Drumsets hin und her geschwungen, wobei er in einen Funkenregen geraten sei. Dabei habe er „oberflächliche Verbrennungen and seinen Armen und im Gesicht erlitten“ und versucht, die Show noch zu Ende zu bringen. Doch man habe auf Nummer sicher gehen wollen, wie Mötley-Crüe-Frontmann Vince Neil im Interview mit People verrät: „Er sah nicht gut aus, als die Sanitäter ihn hinter der Bühne behandelt haben, also haben wir uns dazu entschieden, ihn ins Krankenhaus zu schicken.“ Zum Glück sehen die Verbrennungen schlimmer aus als sie sind: Schon zwei Tage später sitzt Lee in Bismarck (North Dakota) wieder am Schlagzeug.

5. Als er ein Dickpic in den sozialen Medien postete.

Als hätte nicht sowieso schon ein ungleich großer Teil der Weltbevölkerung Tommy Lees Penis gesehen, musste der Schlagzeuger am 11. August 2022 noch einen draufsetzen — und postete in den Social Media ein Foto von seinem Gemächt. „Vor einigen Wochen hatten wir eine etwa zweiwöchige Tourpause“, erklärt der Trommler das Dickpic später im Rahmen eines Konzerts. „Und ich habe mich abgeschossen, Alter. Mich volllaufen lassen. Ich war so voll, dass ich mich ausgezogen und Bilder von meinem Schwanz gepostet habe. Dabei bin ich eigentlich ein Mann der Brüste. Ich sehe gerne Brüste. Aber ich dachte: Das ist die Nacht der gleichen Möglichkeiten. Ich wollte in dieser Nacht jedermanns Ding sehen. Komm schon, hol deinen Schwengel raus!“ Ah ja … Bei Facebook und Instagram wurde das Foto schon längst wieder gelöscht. Bei Twitter kann man sich Lees gesamte Herrlichkeit noch immer anschauen. Haben wir gehört.

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Tommy Lee: Mötley-Crüe-Drummer zieht jetzt auf Only Fans blank

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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Für alle Insider*innen, jahrzehntelangen Fans, Neugierigen und Einsteiger*innen: Hier nehmen wir uns mal ein paar Minuten Zeit und präsentieren euch fünf Geschichten, Anekdoten oder Fun Facts zu einem Genre, einer Band oder einem/r Künstler*in. Einfach, weil das Leben witzigere, unglaublichere und interessantere Geschichten schreibt, als jede*r Autor*in jemals könnte.

In dieser Woche dreht sich alles um den 3. Oktober 1990, jenen Tag, an dem aus West und Ost wieder ein gemeinsames Deutschland wurde. Knapp ein Jahr zuvor, am 9. November 1989, war die innerdeutsche Mauer gefallen. Ein Ereignis, das auch in der Musik stattfand. Wir liefern fünf Wahrheiten über den Sound der deutschen Einheit.

1. Pink Floyd und die wahrgewordene Utopie

Noch im Juli meinte Roger Waters von Pink Floyd, dass es nur einen einzigen Anlass geben würde, aus dem er das bandeigene Riesenspektakel The Wall noch einmal inszenieren würde – und zwar den Fall der Berliner Mauer. Waters sah dieses Ereignis in so weiter Ferne, dass er sogar in Erwägung zog, dafür seinen Ex-Bandkollegen David Gilmour mit auf die Bühne zu holen. Knapp vier Monate später fiel die Mauer tatsächlich und im Juli 1990 wurde Waters Gedankenspiel Realität: The Wall wurde am Potsdamer Platz noch einmal aufgeführt – zwar ohne David Gilmour, aber dafür mit vielen Auftritten anderer Stars.

2. Der Boss in Ostberlin

Auftritte von westlichen Künstler*innen in der DDR waren rar gesät. 1988 etwa trat Bruce Springsteen in Ostberlin auf. Weil der SED-Zentralrat das Konzert als gute Möglichkeit der massenpolitischen Arbeit der FDJ ansah, wurde Bruce Springsteen eine Auftrittsgenehmigung für die DDR erteilt. Rund 200.000 Bewunder*innen des Bosses kamen zur Radrennbahn Weißensee, wo Springsteen seinem Wunsch Ausdruck verlieh, dass eines Tages alle Barrieren abgerissen werden sollen. Der Satz wurde aus der Übertragung des Konzertes geschnitten – änderte aber nichts daran, dass sein Wunsch gut anderthalb Jahre später Wirklichkeit wurde.

3. Das David-Hasselhoff-Gate

Auch gut 30 Jahre nach dem Mauerfall hält sich das Gerücht wacker, David Haselhoff sei mitverantwortlich für dieses geschichtliche Großereignis, da er wenige Wochen nach der Maueröffnung dort seinen Hit Looking for Freedom sang und sich Menschen aus West- und Ostdeutschland dazu in den Armen lagen. Aber: weit gefehlt. „Ich hatte nie etwas damit zu tun und habe das auch nie gesagt. Niemals“, äußerte sich der Baywatch-Star unlängst gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

4. Das Eigenleben von Freiheit

Wer an Musik und Mauerfall denkt, hat sicherlich auch Freiheit von Marius Müller-Westernhagen im Sinn. Aber: Nicht nur, dass MMW den Song schon drei Jahre vor dem Mauerfall schrieb, nein, er hatte den Fall der Mauer nicht Mal im Sinn. Die Live-Version von Freiheit entwickelte vor dem Hintergrund des Mauerfalls allerdings ein Eigenleben und wurde zur Hymne des Herbstes. „Freiheit zeigt, dass künstlerische Produkte ein Eigenleben annehmen können. Wenn es in diesem Fall dazu gedient hat, dass der Song Menschen Kraft und Hoffnung gegeben hat, ist das ein glücklicher Umstand, der mich natürlich sehr freut“, sagte Marius Müller-Westernhagen gegenüber der TZ.

5. Wind Of Change ist ein rechtlich geschützter Begriff

Klar, Wind Of Change gilt unangefochten als die Hyme der Wende schlechthin. „Mein Gedanke war: Die ganze Welt in einem Boot und alle sprechen eine Sprache – Musik. Im September entstand Wind Of Change in Deutschland und im November fiel die Berliner Mauer. Der Song drückte ein Gefühl der Hoffnung aus, dass wir alle in der Zukunft in einer friedlicheren Welt leben können“, erklärte Klaus Meine mal gegenüber dem Fernsehsender VOX. Der Song machte die Scorpions binnen kürzester Zeit zu Weltstars. Nur logisch, dass Klaus Meine und Rudolf Schenker seitdem Inhaber der Wortmarke Wind Of Change sind.

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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10 Songs zum Tag der Einheit: Deutschland, die Mauer und andere Problemchen

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Foto: Sean Gallup/Getty Images

Am 3. Oktober 1990 war es offiziell: West- und Ost-Deutschland gehören wieder zusammen, die Berliner Mauer fiel schon ein Jahr vorher, der Eiserne Vorhang begann sich nach und nach zu lüften. Wir schauen zurück auf dieses historische Ereignis mit Songs, die damals und in der folgenden Zeit zum Soundtrack des wiedervereinigten Deutschlands wurden.

1. Scorpions – Wind Of Change

Los geht’s mit offensichtlichsten Song: Die sogenannte „Hymne der Wende“ ist auf jeden Fall der kitschigste, aber auch emotionalste und bekannteste Klassiker, den Mauerfall und Wiedervereinigung im Nachhinein hervorgebracht haben. Ein Jahr nach der Maueröffnung und kurz nach dem Zusammenschluss von BRD und DDR war Wind Of Change mit seinem Plädoyer für das Ende der Ost-West-Trennung die perfekte musikalische Untermalung für das, was gerade vor sich ging. So schreibt man Geschichte mit.

2. Westernhagen – Freiheit

Auch wenn dieser Song schon ein paar Jahre vorher veröffentlicht wurde, ist er ganz fest mit der deutschen Einheit verknüpft. Natürlich wegen des programmatischen Titels. Aber auch weil Westernhagen einer der vielen Künstler*innen war, die beim „Konzert für Berlin“ in der Deutschlandhalle auftraten, ein paar Tage nach dem Fall der Mauer. Dass Freiheit in diesem Setting eine extrem emotionale Rolle zukam, versteht sich von selbst.

3. Udo Lindenberg – Horizont

Allerallerspätestens mit dem Musical Hinterm Horizont ist Udo Lindenberg zu einer Galionsfigur für das geteilte Berlin und die Menschen geworden, die trotz aller gemauerten Widerstände zusammen sein wollten. Horizont ist die Liebesballade, die im Zentrum des Musicals steht. Und obwohl Sonderzug nach Pankow die politisch stärkere Hymne ist, berührt einen Horizont doch ein wenig mehr.

4. Die Prinzen – Millionär

Mauer weg, Invasion der Ossis. Für viele Westdeutsche (und natürlich auch ehemalige DDR-Bürger*innen) war die Wiedervereinigung eine mindestens zweischneidige Sache. Auch musikalisch war das Land jetzt vereint, und Die Prinzen wurden zu den ersten neuen gesamtdeutschen Popstars. Millionär war ihr erster putziger Hit.

5. WestBam / Dr. Motte – Sunshine

Techno und House gelten als inoffizieller Soundtrack der Wende – zumindest in Berlin. Mauerfall und Wiedervereinigung fielen eher zufällig mit dem Aufkommen der neuen Jugendkultur zusammen, aber es hätte nicht besser passen können: Auf großen Raves, in neuen Clubs und Events wie der Loveparade feierte Berlin seine neue Zusammengehörigkeit, mit einer Musik, die sich nicht um Ost oder West schert. Dr. Motte und Westbam waren zwei der damaligen Protagonisten, die regelmäßig neue Hymnen für die „ravende Gesellschaft“ produzierte.

6. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke

Das neue Deutschland, genau so wie die zwei alten, war für viele nicht unbedingt etwas, mit dem man sich identifizieren konnte oder wollte. Egal, welche politische Meinung man hier hat – besonders die Deutschland-Kritiker*innen aus dem linken Spektrum haben ihre Vorbehalte immer in tolle Musik verpackt. So wie Tocotronic hier. Zwar ist der Titel ziemlich eindeutig, der Text allerdings sehr kryptisch und der Song unglaublich gut.

7. Slime – Deutschland

Andere waren da schon deutlicher: Dieser deutsche Punk-Klassiker stammt zwar aus den 80ern, ist aber bis heute ein Dauerbrenner. Vor allem wenn es darum geht, unserem Land auch mal die Meinung zu geigen. Das muss es schließlich aushalten.

8. Rocko Schamoni – Mauern

Und auch hier muss man ein bisschen ironische Skills mitbringen: Denn unser liebster Hamburger Lebenskünstler Rocko Schamoni empfiehlt bei zu viel sozialen Spannungen, einfach eine Mauer zu bauen. Kennt man ja. Aber ist natürlich auch nicht ganz so ernst gemeint. Die Satire-Partei Die Partei tut allerdings sehr überzeugend so, als würde sie ihre radikalen Forderungen ernst meinen – zum Beispiel, tatsächlich wieder eine Mauer in Deutschland zu errichten. Natürlich wurde Schamonis Song zur ihrer Wahlkampf-Hymne.

9. Pink Floyd – Another Brick In The Wall, Pt. 2

Auch dieser Rock-Klassiker handelt von einer Mauer, aber nur im übertragenen Sinne von der Berliner. Seit Pink Floyd 1988 aber ein Konzert direkt an der Mauer gespielt haben, ist der Song wie der gleich folgende untrennbar mit der Wiedervereinigung verknüpft.

10. David Hasselhoff – Looking For Freedom

Ein bisschen Spaß muss sein, ne? Denn in Expertenkreisen weiß man, dass es vor allem The Hoff war, die die Mauer zu Fall brachte. Looking For Freedom muss man heute schon mit sehr viel Augenzwinkern hören, doch damals war es ein Mega-Hit. Und wenn man sich die Begeisterung bei Hasselhoffs Mauer-Auftritt im Jahr 1989 ansieht, dann kann man schon verstehen, wieso The Hoff so von seiner historischen Leistung überzeugt ist.

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5 Wahrheiten über den Sound der Deutschen Einheit

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