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Popkultur

Echte Zweisamkeit: Die 10 besten Duos aller Zeiten

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Simon & Garfunkel
Foto: David Redfern/Getty Images

Wer braucht schon eine ganze Band: Diese zehn Duos beweisen, dass zwei Münder und vier Hände vollkommen ausreichend sind, um Musikgeschichte zu schreiben.

von Björn Springorum

Das Duo ist eine Sonderform der Musikgeschichte: Nicht ganz der Egotrip einer Solokarriere, persönlicher und weniger chaotisch als eine Band, oftmals aber gerade wegen der unausweichlichen Nähe voller Konflikte und Gräben. Hier kommen zehn Beispiele für Genialität und Probleme musikalischer Zweisamkeit.

10: Sonny & Cher

Zwischen 1964 und 1977 geben Sonny & Cher den Ton in Sachen Popmusik an. Das Ehepaar hat gleich mehrere Fernsehshows, ist im Background-Chor von Hits wie Be My Baby von den Ronettes zu hören und startet 1965 mit I Got You Babe so richtig durch. Bis heute konnte das harmoniestarke Duo mehr als 80 Millionen Platten verkaufen. Ihre brave, familiengerechte Attitüde wird durch die sexuelle Revolution in den Staaten dann zwar sehr bald für überholt erklärt; ihren festen Platz im kollektiven US-Pop-Gedächtnis haben die beiden aber für alle Zeit inne.

9: The Black Keys

Manche Duos wollten gar keine Duos werden: Die Black Keys zum Beispiel legen es 2001 gar nicht auf eine Dualität an. Doch weil Dan Auerbach und Patrick Carney die einzigen sind, die zu einer ersten Bandprobe erscheinen, ziehen sie eben zu zweit los. Die ersten Jahre leben sie praktisch in ihrem Van, fressen Meilen und Staub auf Amerikas Highways und spielen jede ranzige Kellershow, die sie kriegen können. Dann kommen die Alben Brothers und El Camino und machen die beiden Blues-Rock-Buddys zu Weltstars. Bis heute ziehen sie die Nummer zu zweit durch – nur mittlerweile mit Nashville statt Akron, Ohio ans Basis.

8: Eurythmics

Eurythmics stehen sinnbildlich für den Übergang von Punk zu Wave. Annie Lennox und Dave Stewart spielen gemeinsam in der Punk-Band The Catch, verlieben sich und krempeln 1983 mit

Sweet Dreams (Are Made Of This) die frühe Synthpop-Szene um. In Sachen Ästhetik sind vor allem die frühen Werke ein Bindeglied zwischen Punk und Glamour, bevor später Elemente aus Soul und Funk dazukommen. Das dann aber weniger überzeugend: 1990 ist Schluss mit Eurythmics. Die Beziehung der beiden ist da schon lang vorbei.

7: Steely Dan

Bühne frei für das uncoolste Duo aller Zeiten: Steely Dan sind eine der ganz großen Seltsamkeiten der Musikgeschichte, gegründet in den Siebzigern, in denen eh so niemand richtig zurechnungsfähig war. Anders ist der Kultstatus bekiffter Jazz-Geeks in bequemen Klamotten nicht zu erklären, die in endlosen Jams davon singen, mit den Eagles zu zechen. Yacht Rock sagt man ganz gern dazu. Und irgendwie passt das zu ihrer unfassbar lässigen Musik: Songs wie Reelin’ In The Years sind einfach zu schön, um wahr zu sein.

6: Lee Hazelwood & Nancy Sinatra

Der Crooner und die Lady: Ein sehr ungewöhnliches Pairing der Sechziger und Siebziger sind der bärtige Brummler Lee Hazelwood und die zarte Nancy Sinatra – Vorbild für Nick Caves Moritat Where The Wild Roses Grow. Ihre knisternde Chemie, die verwunschene Musik zwischen Folk, Bond-Film und getragenem Pathos und die beiden so unterschiedlichen Stimmen künden auf mehreren Platten von Liebe und Lust, von Krieg und Frieden.

5: Tears For Fears

Mit dem Siegeszug von MTV treten auch Tears For Fears von England aus ihren Weg an die Weltspitze der Popmusik an. 1981 von Roland Orzabal und Curt Smith im urenglischen Städtchen Bath gegründet, reflektiert auch ihre Musik die DNA von Popmusik-England: Drum-Maschinen, Beats, große Synthie-Melodien , fortschrittliche Produktion und ein allumfassend episches Gefühl trägt ihre Platten The Hurting oder Songs From The Big Chair Anfang der Achtziger ganz nach oben.

4: Ike & Tina Turner

Man kann nicht über Ike & Tina Turner sprechen ohne ihre toxische Beziehung zu thematisieren. Ike Turner Gewaltausbrüche waren so brutal, dass sich Tina Turner nach ihrer Trennung 1976 erst mal versteckte und eine Schusswaffe zulegte. So katastrophal und zerstörerisch ihre Beziehung war, so genial, wegweisend und stilbildend ist aber eben ihre gemeinsame Musik. Schlafwandlerisch transzendieren die beiden alle denkbaren Genres, bewegen sich selbstbewusst zwischen Funk und Folk, zwischen Soul und Country und legen eine glühende Show auf die Bretter, die Rock’n’Roll für immer definiert hat.

3: The White Stripes

Auch wenn die Rockwelt irgendwann einsehen musste, dass Jack White und Meg White weder ein Liebespaar noch Geschwister sind, haben The White Stripes einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Von ihrer Gründung 1997 in Detroit bis zu ihrer Auflösung 2011 haben die beiden Minimalismus neu definiert, Bassgitarren dauerhaft obsolet gemacht und dem Garage-Rock-Revival einige seiner größten Hymnen spendiert.

2: The Everly Brothers

Die heißen nicht nur so, die sind es auch: Don und Phil Everly wachsen in Iowa und Tennessee auf und singen seit sie denken können Harmoniegesang. Ihre Magie aus Falsett, Alt und kleinen Liedern über die große Liebe wird zur Hitmaschine im unschuldigen US-Radio der Fünfziger: Wake Up Little Susie oder Crying In The Rain sind der Soundtrack zur heilen Suburbia-Welt Amerikas, zur Ruhe vor dem Kriegssturm, der sich längst am Horizont zusammenbraut. Mag alles süßlich und naiv wirken aus heutiger Sicht, kann aber scharenweise Ikonen von den Beatles bis zu Simon And Garfunkel beeinflussen.

1: Simon & Garfunkel

Das ikonische Duo schlechthin sind natürlich Paul Simon und Art Garfunkel, das perfekte Beispiel für den Synergieeffekt zweier Menschen. Ihre Harmonien sind perfekt, ihre stillen, wehmütigen Lieder schmerzhaft schöne Folk-Preziosen, wie sie seither niemand schöner hinbekommen hat. Aus dem Coffeehouses von Greenwich Village strömen ihre Lieder in die Welt, alsbald überschattet von Querelen und Konflikten zwischen den beiden. Egal: The Sound Of Silence ist auf ewig der schönste Song aller Zeiten.

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Rekordverdächtig: Diese 10 Bands stehen im Guinness Buch der Rekorde

Popkultur

Zeitsprung: Am 9.2.1980 tritt Bon Scott von AC/DC zum letzten Mal öffentlich auf

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 9.2.1980.

von Christof Leim

Am 9. Februar 1980 tritt Bon Scott, Sänger der mächtigen AC/DC, zum letzten Mal öffentlich auf. Danach will sich die Band an den Nachfolger zu „Highway To Hell“ begeben. Doch daraus wird nichts…

Hier könnt ihr euch Highway To Hell anhören:

Im Februar 1980 stehen alle Zeichen auf Sturm für AC/DC. Mit Highway To Hell, erschienen im Juli 1979, haben sie zum ersten Mal den amerikanischen Markt geknackt und sich als eine der Top-Bands für besten Rock’n’Roll etabliert. Im Januar hatten sie noch acht Gigs in Frankreich gespielt und am 27.1. eine ausgefallene Show in Southampton nachgeholt. Jetzt sollen die Arbeiten am Nachfolger losgehen. Das Interesse an Highway To Hell nimmt indes nicht ab, weswegen die Band am 7. Februar in der legendären britischen Fernsehsendung Top Of The Pops auftritt und zu Playback die dritte Single Touch Too Much „aufführt“. Abends besucht Bon Scott noch eine Show von UFO im Londoner Hammersmith Odeon.



Kurz darauf fliegt das Quintett zum ersten Mal nach Spanien und spielt am 9. Februar in Madrid drei Songs in der TV-Show Aplauso. Das Publikum sieht so gar nicht nach Rock’n’Roll aus, aber das stört unsere Helden kein Stück: Selbst zu Playback geht Angus ab wie nichts Gutes. Auf dem Programm stehen Beating Around The BushGirls Got Rhythm und Highway To Hell.


Das letzte Album mit Bon Scott: Highway To Hell. Links das internationale Cover, rechts die australische Version.


Es sollte Bon Scotts letzter öffentlicher Auftritt sein, denn zehn Tage später, am 19. Februar 1980, stirbt der Sänger mit nur 33 Jahren. Als offizielle Todesursache wird „akute Alkoholvergiftung“ genannt. Aber das ist eine andere Geschichte, die ihr ausführlich hier findet.


Bon Scott. 1946-1980. Rest in peace.


Zum Andenken an den legendären Rock’n’Roller haben wir hier für euch das Video zu Beating Around The Bush aus der spanischen TV-Show. Dort stand Bon Scott zum letzten Mal auf einer Bühne:



Und weil es so schön ist, hier noch Touch Too Much von Top Of The Pops zwei Tage vorher. Warum die Regie Teile des Songs rausgeschnitten hat, ist uns schleierhaft, aber wir prangern es an.



Header Pic Credit: Elfast

Zeitsprung: Am 19.2.1980 stirbt der große Bon Scott von AC/DC.

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Popkultur

Interview mit In Flames: „Sobald man ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln“

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In Flames

Mit Foregone liefern In Flames das Album, auf das alle seit Reroute To Remain gewartet haben: Ein großes Melodic-Death-Metal-Album, das mehr als nur ein bisschen auf die legendären Neunziger schielt. Warum das nichts mit Nostalgie zu tun hat, wie die Schweden Fortschritt dosieren und was er gern an seinem 50. Geburtstag machen würde, verrät uns Sänger und Kappenträger Anders Fridén im Interview.

von Björn Springorum

Ihr habt schon vor Veröffentlichung des neuen Albums eine lange Europatournee gespielt. Was man so gehört hat, kam die ja wahnsinnig gut an. Wie war es, wieder unterwegs zu sein?

Ich weiß nicht, was, aber wir scheinen gerade irgendwas richtig zu machen. (lacht) Der Band geht es sehr gut und wir alle haben es genossen, endlich mal wieder eine richtige Tour zu spielen. Es war viel zu lang her.

Die Stimmung in In Flames ist derzeit also bestens?

Unsere Band verteilt sich ja mittlerweile auf Schweden und die USA, also waren wir wegen der Pandemie ewig nicht zusammen im selben Raum. Das war nicht einfach, hat unserer Beziehung aber gut getan. Wir konnten alle mal einen Schritt zurücktreten und in aller Ruhe betrachten, was wir uns da eigentlich aufgebaut haben. Als Band machst du ja nie Pause, du machst einfach immer so weiter, bis du ein wenig aus den Augen verlierst, was für ein gewaltiges Privileg das alles ist. Alle sind jetzt wieder so dermaßen hungrig auf die Band, alle ziehen an einem Strang. Außerdem sind alle in absoluter Topform. So eine hohe Qualität hatten wir bei In Flames noch nie.

Wie hast du die Pandemie überstanden?

Habe ich das? (lacht) Ja, wahrscheinlich schon. Es ging. Ich fühlte mich merkwürdig ruhig, als alles losging. Erstmals in meinem Leben gab es da ein Ereignis, das alle auf der Welt im gleichen Maße betraf. Ich fühlte mich allen anderen Menschen verbunden, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Das änderte sich dann auch bei mir irgendwann in Richtung Frustration, aber zumindest die erste Phase war durchaus inspirierend.

„Ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten“

Deine Texte waren ja immer sehr introspektiv und persönlich. Hat die Pandemie sie universaler gemacht?

Die Texte sind persönlich wie immer, richtig. Aber wenn ich so darüber nachdenke, dann sind sie tatsächlich mehr nach außen gerichtet. Ich beobachte mein Umfeld mehr.

Foregone sprüht nicht gerade vor Optimismus und Zuversicht. Wo findest du noch Hoffnung?

In meinem ersten Kaffee am Morgen? (grinst) Ansonsten ist es schwierig, das gebe ich zu. Ich sollte wahrscheinlich einfach aufhören, die Nachrichten zu lesen. Sicher, Hoffnung gibt es irgendwie immer, aber manchmal scheint es alles immer nur noch schlimmer zu werden. Es ist nicht einfach und sagt sich so leicht, aber ich weiß, dass wir die Hoffnung nie verlieren sollten. Für unser eigenes Seelenheil.

Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren“

Auf der letzten Tour habt ihr die Songs der neuen Platte direkt mit sehr alten Songs gepaart. Zufall?

Ich finde, dass die neuen Songs sehr gut zu den eher älteren Sachen aus unserem Kanon passen. Irgendwas an ihnen transportiert diese Stimmung der Neunziger.

Hat das mit Nostalgie zu tun?

Ich weiß schon, dass einige der neuen Songs nach unseren ganz frühen Alben klingen, aber wir sehen das anders. Ich bin kein nostalgischer Mensch, ich schaue eigentlich nie zurück. Diese Elemente waren immer da und kommen jetzt einfach wieder ein wenig mehr zum Vorschein, denke ich. Foregone wurde aus Frustration und Angst geboren, diese beiden abgefuckten letzten Jahre sind in dieses Album geflossen.

„Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist“

Dann war es also keine bewusste Wurzelkunde?

Nein. Mit In Flames haben wir im Grunde nur ein Ziel: Wir wollen besser werden. Bessere Songwriter, bessere Musiker, bessere Menschen. Es ist ja nun mal so: Wir schreiben Songs, mit denen wir für immer leben müssen. Also haben wir keine andere Wahl als alles zu geben. Wer uns nicht mehr mag, kann einfach aufhören, uns zu hören, aber ich muss hinter diesen Songs stehen und sie Nacht für Nacht spielen.

Es kommt also nicht vor, dass ihr im Proberaum mal sagt: „Cooles Riff, klingt aber zu sehr nach Cloud Connected“?

Wir haben unseren Sound, von dem können und wollen wir uns auch gar nicht lösen. Manchmal klingt ein Riff also nach The Jester Race, manchmal nach Reroute To Remain. Man könnte natürlich auch sagen: Manchmal klingen In Flames nach In Flames (lacht). Wir versuchen, uns nicht zu wiederholen, aber auch unsere Gitarren haben nur diese Anzahl an Noten…

Und wie dosiert ihr dann Fortschritt?

Gute Frage. Es ist uns wichtig, uns immer weiterzuentwickeln. Aber wir wollen nie so weit gehen, dass man uns nicht mehr erkennt. Ich denke, das haben wir geschafft. Sicher gab es Änderungen und eine Menge Evolution, aber man darf nicht vergessen, dass wir mittlerweile sehr viele Jahre, sehr viele Tourneen und sehr viele Biere hinter uns haben. Doch unser Sound ist sofort erkennbar. Man hört einem Song an, dass es ein In-Flames-Song ist. Das liegt sicherlich an meiner Stimme, aber auch an der Art und Weise, wie wir Songs schreiben. Das können nur wir so.

„Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung“

Wie ist Foregone entstanden?

Wir schreiben weder, wenn wir auf Tour sind, noch alleine für uns. Björn [Gelotte] und ich müssen im selben Raum sein, sonst gibt es keine Magie. Wir zehren voneinander, beflügeln uns gegenseitig. Was sich nie ändern wird: Wir schreiben Alben, keine Singles. Da werden wir für immer alte Schule bleiben.

Du wirst im März 50. Was macht das Älterwerden mit dir?

Es bringt mehr Ruhe. Privat wie musikalisch. Jede neue Band ist voller Naivität und Aufbruchstimmung. Und das ist ja auch das Schöne daran. Deswegen fand ich mein Zuhause in der Heavy-Metal-Szene: Es gab keine Regeln. Doch sobald man dann ein paar Alben veröffentlicht hat, ist plötzlich alles voller Regeln. Fremde sagen dir, was du tun darfst und was nicht und du wirst plötzlich unsicher und weißt nicht mehr, wo du stehst. Das ändert sich mit dem Älterwerden zum Glück wieder. Du wirst dein eigener Kompass und hörst auf deine innere Stimme. Ich mache das seit 1989, da bleibt schon bisschen was hängen.

Was darf man als Band nie verlieren?

Die Leidenschaft. Ich will auf die Bühne geben und das Gefühl haben, dass es auf der ganzen Welt nichts Besseres gibt. Wenn das mal nicht mehr da ist, höre ich auf. Warum sollte ich das sonst auf mich nehmen? Ich war 2022 fast pausenlos auf der ganzen Welt unterwegs…

Was wünschst du dir zum 50. Geburtstag?

Ein Urlaub auf einer einsamen Insel mit meiner Familie, weit weg von euch allen. (lacht)

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Zeitsprung: Am 3.9.2002 wagen In Flames etwas mit „Reroute To Remain“.

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Popkultur

Zeitsprung: Am 8.2.2013 verliert Axl Rose den Prozess gegen „Guitar Hero III“.

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Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 8.2.2013.

von Christof Leim

2010 verklagte W. Axl Rose die Firma Activision, die das Computerspiel Guitar Hero III auf den Markt gebracht hatte, in dem auch Guns N’ Roses vorkommen. Der Sänger störte sich vor allem daran, dass beim Song Welcome To The Jungle Gitarrist Slash als spielbare Figur auftaucht. Nicht nur das: Sein alter Kollege ziert sogar die Verpackung. Mit seiner Beschwerde kommt Axl allerdings nicht durch…

Hört euch hier die Klassiker von Guns N’ Roses an und lest weiter:

Den Deal damals hatte Axl als Herrscher über das Guns-N’-Roses-Imperium abgesegnet. Dabei vereinbarte er mit der Firma, dass auf keinen Fall sein (damals) ungeliebter Ex-Kollege Slash zu sehen sein darf. Dass zudem einige Songs von dessen neuer Combo Velvet Revolver in der Bonussektion gespielt werden können, störte den Rotschopf ebenso. Nach Meinung von Axl habe die Firma ihn trotz entsprechender Versprechen damit schlicht hintergangen und sei vertragsbrüchig. Als Schadenersatzsumme warf seine anwaltliche Vertretung eine praktische runde Summe in den Ring: 20 Millionen Dollar.

Tauchen beide in Guitar Hero III auf: W. Axl Rose und Slash. Das geht gegen die Abmachung, fand Axl. Credit Foto rechts: Stefan Brending / via Wikimedia Commons.

Die Klage wird abgewiesen

Doch daraus wird nichts: Am 8. Februar 2013, wird die Klage mit Schwung abgewiesen. Hauptgrund: Das Spiel war schon 2007 erschienen, aber Team Axl hat sich drei Jahre Zeit mit der Klageerhebung gelassen – zu lange. Und das, obwohl der Agent des Künstlers schon viel früher eine Beschwerdemail an Activision geschrieben hatte. Rose hatte aber einen guten Grund zu warten, denn die Firma hatte ihm ein eigenes Spiel angeboten. Da wartet man doch gerne. Über die juristischen Details streiten sich in der Folge diverse Anwaltskanzleien.

Ganz schön viel Theater um Daddelei und Rockbands, könnte man meinen. Allerdings geht es um viel Geld und, vielleicht wichtiger, Außenwirkung. Immerhin ist Axl Rose damals mit einer ganz neuen Gunners-Besetzung unterwegs. Glücklicherweise hat sich das aber erledigt: Heute sind er und Slash wieder Freunde und touren höchst erfolgreich um die Welt. Ist auch besser so.

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Zeitsprung: Am 21.7.1985 spielen Guns N’ Roses auf einer Universitätsparty.

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